wirtschaft J. P. VARGAS
Nach einem kurzen Aufschwung im Jahre 1969 trat schlechterung der spanischen Handelsbilanz in Be die spanische Wirtschaft in eine depressive Phase ein, zug auf Agrarprodukte, weil eine Steigerung aus die sich bis ins Jahr 1972 hinzog. An diese Phase ländischer Agrarimporte notwendig ist. Das Handelsschloß sich eine längere Wachstumsperiode an, die bilanzdefizit hat sich in drei Jahren verdreifacht. Es ist von 12 274 Mill. Peseten ( I Peseta = 4, 4 dt. Pfen- Indikatoren für einen Auschwung, nig ) im Jahr 1971 auf 24 511 Mill. Peseten im Jahr auch tatsächlich stattfand und einer der expansivsten 1972 und schließlich auf 35 768 Mill. Peseten im Phasen des spanischen Kapitalismus den Weg berei- Jahre 1973 angewachsen, Zum zweiten fördert die tete (1). Wir wollen kurz einige der Charakteristika Agrarkrise die Fortsetzung einer protektionistischen dieser Wachstumsphase aufzeigen, weil die Kennt- Politik in Bezug auf landwirtschaftliche Basisprodukte, nis derselben unerläßlich ist, um die Art der Rezes- was dazu führt, daß die dadurch entstehenden Preission, die gegenwärtig den monopolistischen Akku - erhöhungen für gewisse Produkte einen Anreiz zur mulationsprozess des Kapitalismus in Spanien prägt, Herstellung eben dieser Produkte schaffen. Von den verstehen zu können.
Der 1972 in Gang gekommene Aufschwung spiegelt sich recht deutlich wider im Ansteigen des Brutto - für die landwirtschaftlichen Erzeuger günstige Preissozialprodukts während dieser Jahre: es sties ›olitik erweist sich immer mehr als eine der Haupt- 1, 7% im Jahre 1971 über 7,70% im Jahre 1972 auf ursachen für die Zuspitzung des inflationären Prozes- 7,9% im Jahre 1973. Dieses überaus starke Wachstum ses, auf den wir an anderer Stelle ausführlicher einwiederum ist im wesentlichen das Ergebnis des Ex- gehen werden, Drittens und letztens ist diese Kripansionsprozesses eines Wirtschaftszweiges : der In- se auf dem Agrarsektor nicht in Die industrielle Wachstumsrate stieg von 3, 9% im kleinen Produzenten, die mit jedem neuen Tag we - Jahre 1971 auf 10, 7% im Jahre 1972 und 9, 5% in niger dazu in der Lage sind, mit den Großgrundbe - Jahre 1973. Überraschend und interessant zu ana - sitzem zu konkurrieren. Letztere werden durch die lysieren ist der Rückgang der Wachstumsrate in der Dynamik der Differentialrente, durch die Tatsache, landwirtschaftlichen Produktion, die von 6, 1% im daß sie sich die Überschüsse mit Hilfe der Protekti- Jahr 1971 auf 0,8% im Jahr 1972 fallt und sich erst ons- und Preisstützungspolitik aneignen, und aufgrund im darauffolgenden Jahr bei 5% fängt. ler Unfähigkeit der kleinen Produzenten mit der Mechanisierung Schritt zu halten besonders begünstigt (2).
Die Agrarkrise Von einer globaleren Warte aus betrachtet: das wichtigste Phänomen dieser Agrarkrise ist sicherlich., daß sie keine ernsthaften Auswirkungen auf die Indus- Die Krise der landwirtschaftlichen Produktion zieht trieproduktion hat. Das heißt, daß die Landwirtschaft eine Reihe von Konsequenzen nach sich, die von aufgehört hat, die entscheidende Rolle zu spie - Bedeutung für die gesamte spanische Wirtschaft sind. len bei der Entwicklung der kapitalistischen Produktion Zum ersten verursacht sie eine ständige Ver- in Spanien.
Vom industriellen Boom zur gegenwärtigen Krise
Aber lenken wir nun unsere Aufmerksamkeit auf die Industrieproduktion, die eine so bemerkenswerte Expansionsphase durchlaufen hat. Wir können in allen Industriezweigen Wachstumsraten feststellen, mit ler Ausnahme des Bergbaus für das Jahr 1973 sowie einiger Sektoren der chemischen- und Textilindus trie, der Kunststoff- und Schuhproduktion für das selbe Jahr -- obwohl für die Gesamtheit der beiden letztgenannten Branchen ein positives Wachstum zu verzeichnen ist. Die Zahlen der TABELLE 1 geben uns eine Vorstellung vom Ausmaß des industriellen Wachstums.
Ein solches Wachstum des Industriesektors und des Dienstleistungsbereichs erfordert eine erhebliche Steigerung der Investitionen. Die TABELLE Il verdeutlicht diese Investitiossteigerungen mit all ihrer Komponenten .
Aber schon im letzten Vierteljahr 1973 läßt sich ein Rückgang der Investitionen - - des Motors des raschen Wachstumstempos der spanischen Wirtschaft -- beobachten (3). Für die zweite Jahreshälfte 1974 lassen sich drei Hauptfaktoren anführen, die zur Bremsung des Investitionswachstums geführt haben. Erstens, ein Rückgang in der Inlandnachfrage nach Konsumgütem, der infern Zwei de ps, der Augen der Prodenis onskosten, der viele Bauunternehmen zahlungsunfä- Listen dieses bedeutenden Sektor sur kgang der Aktungsgütern aus. Die Folge eines solchen Rückgangs der Investitionen ist ein allgemeiner Rückgang der indus triellen Produktion (siehe TABELLE III). Zunehmende Arbeitslosigkeit und Pessimismus der Unternehmer
Wie wir schon vorher ausgeführt haben, sind die am stärksten von der Rezession betroffenen Sektoren die , die am engsten mit der Konsumgüterindustrie liiert sind ( Nahrungsmittel, Spirituosen, Tabak, Textil, Schuhe usw. ). Die rezessive Entwicklung wird durch einen weiteren, sehr verläßlichen Indikator, bestätigt: die Erwartungen der Unternehmer, Die TABELLE IV gibt Aufschluß über den Pessimismus, der sich bei Spaniens Untemehmerschaft ausgebreitet hat (4). Die unmittelbare Folge der Rezession ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote stieg -- wie aus TABELLE V ersichtlich wird -- das ganze Jahr über ir den verschiedenen Sektoren kontinuierlich an, besonders im Bereich der Bauindustrie, was zurückzuführen ist auf den Rückgang der Aktivitäten in diesem Sektor, wie wir bereits oben ausgeführt haben. Das Problem der Arbeitslosigkeit hat sich noch verschärft durch eine beträchtliche Abnahme der Auswanderung von Arbeitskräften, speziell in die Länder der EG, die von der Rezession ebenfalls sehr hart getroffen sind und restriktive Maßnahmen gegen die Einwanderung ausländischer Arbeiter getroffen haben. her einer der wichtigsten Faktoren für die Konsolidie rung der Entwicklung des spanischen Kapitalismus und für den Ausgleich der Zahlungsbilanz.
Zahlungsbilanzdefizit und Inflation daß es wichtig ist, die nationalen Krise zu sehen, welche zur Zeit alle imperialistischen Länder erschüttert. So kann man von 1973 auf 74 eine Verschlechterung des Handelsbilanzdefizites feststellen, die einhergeht mit einer rascheren Steigerung der Importe im Vergleich zu den Exporten. Einer der Hauptgründe für die Zunahme der Importkosten sind zweifelsohne die Erhöhungen der Ölpreise. Äußerst gravierend ist auch der Rückgang des Tourismus. 1974 kamen vier (1) Millionen Touristen weniger als im Jahr zuvor nach Spanien, Das bedeutet, daß die Einnah men durch dên Tourismus -- ein weiterer Eckpfeiler der spanischen Wirtschaft -- 1974 im Vergleich zu 1973 stagnieren (der zahlenmäßige Rückgang wurde durch Preiserhöhungen kompensiert ). Dies Währungsreserven zur Folge, die Anfang 5 625, 7 Mill. Dollar und Ende 1974 nur noch 5 961, 2Mill. Dollar betrugen.
Während der Expansionsphase erreichte die Inflation im Jahre 1972 die Rekordmarke von 14, 2%; das ist die höchste Inflationsrate, die Spanien je hatte seit 1959, dem Beginn der Periode eines konsolidierten Wachstums monopolkapitalistischer Akkumulation. 1971/1972 stieg der allgemeine Lebenshaltungskostenindex um 8,3% : 1972/73 waren es 11,4%. Dieser Index nahm, das ganze Jahr 1974 Bendusch zu das verdeutlicht, daß der inflationäre Prozeß auch in der Krise weitergeht. (vgl. TABELLE VI).
Es gibt zahlreiche Faktoren, die mit diesem inflationären Prozeß eng zusammenhängen. Einige davon, wie die Agrarpreispolitik, haben wir schon erwähnt. Andere Faktoren, wie z. B. die rein monetären, können wir hier nur streifen. Es sei jedoch gesagt, das ganze Jahr 1974 hindurch und ständig zunehmend "billige" Kredite angeboten wurden, was dadurch er- Klärt werden kann, daß die Unternehmer ihre Investi tionen generell bremsten und deshalb auch weniger "Großkredite" aufgenommen wurden.
Wie gewöhnlich, versuchte man auch diesmal die Kosten der Inflation auf die Arbeiterklasse abzuwälzen, Im Endeffekt war von den zahlreichen wirtschaftspolitischen Maßnahmen, die im Gesetzeserlaß Nr. 30 vom November 1973 enthalten sind, die einzig "wirksame" das Einfrieren der Löhne (5). Aber der besondere Charakter des spanischen Staates, der sich u. a, in der Unahigkeit der Bourgeoisie ausdrückt eine einheitliche po• litische Führung herauszubilden, konnte es nicht verhinder, daß der ökonomischen Krise die soziale Krise, von der die gegenwärtige Krise in starkem Maß geprägt ist, auf dem Fuße folgte (6). Dies drückt sich unmißverständlang der Arbeite kämpfe seit dem Inde der ne dame (.). der Intensität und dem Um- Gerade dieser besondere Charakter des spanischen Staates ist es, der dazu beiträgt, daß viele ökonomische Kämpfe in politische transformiert werden. Dies macht Spanien zu einem der objektiv schwächsten Glieder der imperialisischen Kette. Die Tiefe der gegenwärtigen Krise und dic Jnfähigkeit des Staatsapparates ihr zu begegnen, wird sehi plastisch beschrieben in der Zusammenfassung eines Berichts des Verbandes der Wirtschaftsjournalisten ( "Agr-
SPANIEN
Tabelle 1 Wachstumsraten in % 1971 1972* 1973 ++ BSP in laufenden Preisen 10,5 17,6 21,4 BSP in konstanten Preisen 4, 6 10,9 10,1 Auslastung der Produktionskapazitäten 83, 87 89,0 Produktivität pro Kopf der aktiven Bevölkerung 9, 3 7,8 Produktivität pro Kopf der Beschäftigten 8,3 7,5 Quelle: Industrieministerium *Revidierte Zahlen ++Vorläufige Zahlen
Tabelle 2 Nichtverschleierte Investitionen in Fixes Kapital* Jährlicher Durchschnitt 1971 1972 1973 Produktionsgütersektor 98,3 116,4 123,1 Bausektor 106,1 115,9 120, 2 Import von Produktionsgütern 98,8 149,4 121,0 Export von Produktionsgütern 130, 3 132,4 113,2 Investitionen in Produktionsgüter 95,0 125,9 123,9 Gesamtinvestitionen (Nichtverschleiert) 99,5 121, 6 122,4 Quelle: Informationsdienst des Handelsministeriums *periodischer Index, 100 ist jeweils das Vorjahresniveau Tabelle 3 Industrieproduktion 1974 1962=100 Veränderung in% monatlich Jährlich allg. Index (im Vergl, zum (vergl, mit Vormonat) einigen Mon. des Voriahres)
Januar 371,2 10,7 16,9 Februar 359,7 - 3,1 14,0 März 381,0 5,9 13,4 April 372,0 - 2,4 17,1 Mai 380,2 2,2 12,5 Juni 382, 0 0,5 12, 6 Juli 354,2 - 7,3 9,3 August 281,8 - 20,4 9,8 September 350,7 - 24,4 4,2 Oktober 375,4 7,0 7,5 November 348,1 - 7,3 - 2,6 Dezember 330,3 - 5,1 - 1,5 Quelle: Nationales Institut für Statistik Tendenz (Index)
355, 9 358,1 364,3 363,2 362,1 361,0 358, 7 358,8 354.1 352,5 351,0 --.
TABELLE IV
Unternehmerschätzungen
Gesamte Industrie ohne Bauwirtschaft Bauwirtschaft Jahr und Auftragsbestand Lagerbestand voraussicht- Auftrags- ausgeführte Monat liche Produk- volumen Aufträge tionsentwickl.
1974 Januar -12 23 44 -19 Februar 9 - 11 23 -48 - 8 März -10 17 - 62 - 8 April 8 -10 .3 -53 Mai 5 -11 -52 Juni 2 -2 - 60 Juli -43 August - 1 -2 September 11 - 8 -42 Oktober 8 -14 -53 November 12 -20 -18 Dezember 14 -18 -12 22 1975 Januar -37 16 -13 -3 16 Quelle: Industrieministerium
TABELLE V
Arbeitslosigkeit
Geschätzte Arbeitslose {Anzahl der Personen) Jahr und Monat
Landwirtschaft Industrie Dienstl. zusammen Tendenz Bauwirt zusammen (in tausend)
1974 Januar Febraur 25 745 47077 102 619 32 865 161 229 155,7 März 29 925 45 973 102 581 32 183 164 689 158,1 April 34 719 44 488 100 998 33 310 169 027 159, 3 Mai 33 883 46 969 104 130 33 525 171 538 162,4 Juni 22 079 47 914 106 552 33 869 162 527 166,0 Juli 19 738 48 876 105 447 33 647 158 832 170, 7 August 21233 50 798 108 312 36 074 165 619 176,2 September 25 112 54 843 115 248 36 506 176 866 182,9 Oktober 25 563 56 990 120 169 37 350 183 082 196,7 November 26 985 63 082 128 954 38 490 195 429 211 1,6 Dezember 40 862 74 361 146 006 43 675 230 543 227,5 42 229 85 709 160 463 46 100 248 792 246,5 1975 Januar 48 921 96 376 178 729 53 954 281 604 265,6 Quelle: Arbeitsministerium
SPANIEN
TABELLE VI
Lebenshaltungskosten
Basis: 1968 = 100 Veränderung in v. H. Tendenz (Index)
Jahr und allgem. monatlich (ver- monatlich akkumul- Monat Index glichen mit den iert (vergl, mit dem Vormonaten) vorigen Dezember)
1974 Januar 151,3 0,60 0,60 151,8 Februar 151,8 0,33 0,93 152,8 März 155,1 2,17 3,13 155,8 April 158,5 2,18 5,39 157,8 Mai 160,5 1,26 6,72 159,7 Juni 161,2 0,44 7,18 161,8 Juli 162,1 1,18 8,44 163,8 August 165,8 1,66 10,24 165, 6 September 168,4 1,57 11,97 168,3 Oktober 170,2 1,07 13,16 171,1 Novermber 174,9 2,76 16,29 174,1 Dezember 177,3 1,37 17,89 177,0 1975 Januar 179,9 1,47 1,47 179,0 Quelle: Nationales Institut für Statistik pacion de Periodistas de Informacion Economica" ), die (4) Der Produktionsindex bezieht die kleinen. am 22. April in der Madrider Tageszeitung "Informaciones" und mittleren Untemehmen nicht mit ein, veröffentlicht worden ist. Hier ein Auszug : obwohl diese von der Krise am meisten betroffen sind und speziell für den Akkumulationsprozeß des Monopolkapitals in Spanien " Aus verschiedenen Gründen hat die Regierung während eine große Rolle spielen. der sehr kritischen Periode der letzten vier Monate, von November Dis Marz, keine einschneidenden Maßnahmen (5) "La economia espanola 1973", siehe ergriffen; und das, obwohl die Lebenshaltungskosten um oben, S. 77 mehr als 6% gestiegen sind, obwohl die Wahrungsreserven (6) E. Mandel, "Die allgemeine Rezession sich um 500 Mill. Dollar verringert haben, obwohl die Zahl der Arbeitskonflikte um mehr als das Dreifache ge- der intemationalen kapitalistischen Wirtstiegen ist, obwohl die Peseta stark abgewertet worden ist schaft, Inprecor vom Januar 1975 (engl., und obwohl der schwerwiegendste Produktionsrickgang der ranz. und spanische Ausg.), Nr. 16/1' letzten zehn Jahre verzeichnet werden mußte. S.11 und "La recession et la combativité de la classe ouvrière", Le Monde Diplo- An dieser Stelle ist nicht genügend Raum vorhanden, um matique, Nov. 1974 auf die eher strukturellen Probleme der wirtschaftlichen Rezession in aller Ausführlichkeit eingehen zu konnen, (7) Die durch Arbeitskämpfe ausgefallenen wie z. B. : die mangelnde Konkurrenzfähigkeit spani - Arbeitsstunden in Spanien sind von einer halscher Produkte auf den Märkten der imperialistischen ben Million 1969 auf 12 Millionen 1973 an- Länder; das geringe Lohnniveau in Spanien im Vergleich gestiegen. ( vergl. : Lopez Campillo, "La zu den anderen westeuropäischen Ländern, was gleich - strategie des Comissions Ouvrièrs. " Le Monde zeitig eine geringere Kaufkraft im Inland zur Folge hat; Diplomatique, Februar 1974. lie enge Abhängigkeit der spanischen Industrie vom ausländischen Kapital, besonders was den Import fortge schrittener Technologien angeht; die negativen Auswir® kungen von Spaniens Nicht-Mitgliedschaft im Gemei samen Markt etc. etc.... Auf diese Aspekte der spanischen Wirtschaftskrise werden wir bei der nächsten passenden Gelegenheit näher eingehen können. (t) J. Munoz, S. Roldan, J. Garcaia Delgado und A. Serrano: "La economia espanola 1973", Madrid, Edicusa 1974, S.17 (2) ibid. S. 68 (3) "Coyuntura economica espanola", Intormacion Cormercial Espanola, Nr. 490, Juni 1974, S.34
USA:
das 1969 sinken der markiert basisprofit das rale in ende der der dritten gross indus industrie trielen SCIl revolution ROBERT LANGSTON
Allgemein wird angenommen -- jedenfalls nach den len -- außerordentlich niedrig gewesen ist. Daraus allgemein üblichen Maßstäben --, daß die US-Wirtschaft läßt sich leicht die Schlußfolgerung ziehen, daß man seit Mitte der sechziger Jahre durch ein starkes Sinken -- aus welchem Grund auch immer -- eine Tendenz ihrer Profitrate gekennzeichnet ist. Dieses Sinken der beobachten konnte, die dahingehend wirkte, daf ** wie wir sie nennen -- "feststellbaren Profitrate"ist die "Liquiditätspräferenz" zurückging -- das heißt, dal oit (sowohl was das Nationaleinkommen angeht als auch eine immer niedrigere Ertragsrate notwendig war, was das Einkommen von großen Gesellschaften angeht) um die Kapitalisten zu ermutigen, einen bestimmten ın einen direkten Zusammenhang gebracht worden mit Anteil ihrer akkumulierten Reichtümer der Wirtschaft dem Anstieg des Lohnanteils im Verhältnis zu den Pro- zur Verfügung zu stellen, anstatt diese Reichtümer fiten. Die Graphiken I und II vermitteln ein ziemlich zurückzuhalten in Form von Geld in Omas Spartypisches Bild für die Entwicklung zwischen 1964 und strumpf oder auf dem Bankkonto --, was dazu führte, -973 (1). Wenn man die beiden Kurven nebeneinander- daß die Kapitalisten immer bereitwilliger das notstellt unddann miteinander vergleicht, dann kann man wendige Kapital zur Verfügung stellten zur Aufrechtau zwei einander vollkommen entgegengesetzten erhaltung eines Wirtschaftssystems, das gekennzeich- Schlußfolgerungen kommen, wobei jede von ihnen eine net ist von einem hohen Wachstumstempo, einem offensichtlich apologetische politische Funktion nat. hohen Lohnniveau und Vollbeschaltigung, was wiede- rum den Anteil der Kapitalisten am ationaleinkom - Man könnte sagen, daß für die meisten Jahre des men zugunsten vom Lohnanteil beständig verringerte. esagten Zeitraums eine außerordentlich hohe Wachs- Daraus Taßt sich auch leicht weiter folgern, daß tumsrate für die Produktion und für die Investitionen -- will man den amerikanischen Kapitalismus als bestanden hat und daß für einen Guttell dieser Jahre die große "Wohlstandsmaschine" für die breiten Massen Arbeitslosenrate -- gemessen an historischen Beispic- auch weiterhin gut geölt funktionieren lassen -- man
USA lediglich die Entwicklung der nationalen Wirtschaft sehr genau in allen ihren Komponenten aufeinanderabstimmen muß, um die Gesamtnachfrage auf einer genügend hohen, jedoch nicht inflationistischen Basis zu halten.
Seiten dieser Periode Betonen, besonders die außer - (b) Oder man könnte ordentlich hohen Preissteigerungen in den letzten Janren, sowie die ungewöhnlich hohe Prozentzahl der brachliegenden und ungenutzten Produktionskapazităten in gewissen Branchen, besonders gegen Ende dieser Periode. Daraus könnte man wieder sehr schnell die Schlußfolgerung ziehen, daß die blinde Arroganz und die Habgier der amerikanischen Arbeiter, bestärkt durch die maßlosen Forderungen durch die Gewerkschaften, dazu geführt haben, daß eine tast unkontollierbare Inflation entstanden ist (während die Unternehmen verzweifelt versuchen, ihre Profite, die sie zur Aufrechterhaltung eines annehmbaren Wachstumstempos benötigen, gegenüber den übertriebenen Lohnforderungen und den schlechten Arbeitsgewohnheiten der amerikanischen Arbeiter zu verteidigen), sowie eine verschärfte Kapitalknappheit (weil die Untemehmen bei diesem Versuch gescheitert sind). Daraus leitet man dann ab, daß einzig und allein dann, wenn es gelingt, die Habgier der organisierten Arbeiter zu bremsen und die Einkommen zugunsten große "Wohlstandsmaschine" auch weiterhin, und in Zukunft noch großartiger als in der Vergangenheit, "für alle Amerikaner" funktionieren kann. Im ersten Teil des Artikels wollen wir die vorläufigen Ergebnisse einer Analyse von verschiedenen Statistiken, sowie einige Interpretationen die sich daraus ergeben und di e es erleichtern sollen, die oben beschriebenen ideologischen Konstruktionen zu widerlegen, vorlegen. Im zweiten Teil wollen wir die der Analyse zugrundeliegende Methode erklären. 1.
(1) Die unmittelbaren ökonomischen Kräfteverhältnisse waren während dieser Periode ungünstig für die Arbeiterklasse, was sich nach 1969, das heißt genau in den Jahren, wo die Inflation und die sogenannte Kapitalknappheit auftauchten, noch verschlimmerte. Genauer gesagt: Die Ausbeutungsrate in der amerikanischen Großindustrie stieg während des ganzen Jahrzehnts und diese Tendenz verschärfte sich nach 1969 noch bedeutend (vgl. Graphik III). Der fallende Anteil der Profite im Verhältnis zum Lohnanteil ist in keiner Weise einer verbesserten Stellung der Arbeiter auf sozialer Ebene verschuldet, sonder ist nahezu ausschließlich das Ergebnis einer Zunahme der unproduktiven Arbeiter im Vergleich zu den produktiven Arbeitern. Zu einem großen Teil war diese Zunahme von unproudktiven Arbeitern das Ergebnis der Unfähigkeit der Wirtschaft, den produktiven Sektor auszuweiten.
bedingungen im wichtigsten produktiven sektor der Wirtschaft, der Großindustrie, ziemlich stabil und der Fall der "feststellbaren Profitrate" war im wesentlichen bedingt durch für den Spätkapitalismus charakteristische chronische Produktionskapazitätsüberschüsse und durch die Antworten, die das Kapital, sowohl auf der ökonomisch urwüchsigen als auch auf der bewußten politischen Ebene zu geben versuchte, um diese Bedingungen zu verbesser (Erhöhung der unproduktiven Ausgaben...) Bis 1969 veränderte sich die -- wie wir sie nennen wollen -- Basisprofitrate (definiert als das Verhältnis der während eines Umschlagszyklus des zirkulierenden Kapitals produzierten Mehrwertmasse zum Wert des in den Produktionsprozess involvierten Kapitals) nur unwesent- (vgl. Graphik IV und V).
Der Fall der "feststellbaren Profitrate" ist in dieser Periode fast ausschließlich durch zwei Faktoren bestimmt: zum einen durch die zunehmenden Realisierungsschwierigkeiten und zum anderen durch dierasche Ausweitung des unproduktiven Handelssektors der Wirtschaft -- was die Kapitalmasse, aut die ine gegebene Mehrwertmasse verteilt werden muß rhöht -- und schließlich durch die rasche Ausweitung der Staatseinkommen, was die für private Zwecke disponible Mehrwertmasse weiter verringert. Diese beiden anwachsenden, und auf dem produzierten Mehrwert lastenden Gewichte lösen gleichzeitig teilweise die Realisierungsschwierigkeiten und bremsen somit de. Fall der "feststellbaren Profitrate" (Würder diese beiden Faktoren -- bei sonst gleichen Bedingungen -- fehlen, dann würde die Wirtschaft sicher eine Realisierungskrise von solchem Umfang kennen, daß die soziale Reproduktion schlicht und einfach zusammenbrechen müßte).
(3) Die jährlichen Schwankungen der "Basisprofitrate" zeigen klar, welche Realisierungsschwierig" keiten zwischen 1964 und 1969 bestanden haben angesichts einer relativ stabilen "Basisprofitrate". Diese Rate ist einfach die Masse des produzierten Mehrwerts in einem Jahr, in Beziehung gesetzt zum Wert des direkt in seinen Proudktionsprozess involvierten Kapitals. In anderen Worten: es handelt sich um die "Basisprofitrate" multipliziert mit der Anzahl der Umschlagszyklen des zirkulierenden Kapitals in einem Jahr. In dem Maße wie die wachsenden Realisierungsschwierigkeiten zu einer längeren durchschnittlichen Zeitdauer zwischen Verkauf und Kauf der Waren führen, und folglich zu einem längeren Umschlagzyklus des zirkulierenden Kapitals, legt die Graphik VI für die Jahre 1964 bis 69 (und natürlich für das Rezessionsjahr 1970) Zeugnis ab für eine zunehmende Verschärfung des Realisierungsproblems. Gleichzeitig beweist die Tatsache, daß der rasche Einbruch 1966/67 nicht zu einer Rezession geführt hat, daß die Kompensationsmittel im allgemeinen wirksam waren.
(4) Nach 1968 veränderte sich die Situation grundsätzlich. Man konnte seitdem eine rasche Verschlechterung der grundlegenden Rentabilitätsbedingungen im produktiven Sektor beobachten. Die unmittelbare ursacue tur wiese verschlecnterung liegt in dem explosiven Wachstum der organischen Zusammensetzung des Kapitals. Dieses Wachstum konnte durch die ziemlich rasche Zunahme der Ausbeutungsrate nach (2) Beim Fall der "feststellbaren Profitrate" spielen recht Untersuchung klar auseinanderhalten müssen. Bis ungefähr 1969 waren die grundlegenden Rentabilitäts- 1969 oder 1970 bei weitem nicht ausgeglichen werden. Seit 1968 haben sich die gleichen Prozesse, die eine Senkung der "feststellbaren Profitrate" bewirkten -- Expansion des Anteils des Staatseinkommens am
Mehrwert und Expansion der unproduktiven Sektoren -, die aber gleichzeitig eine massive Realisierungs- Krise steile Absinken der Basisprofitrate beschleunigt. Hinzu kommt Welche Faktoren sind für dieses rasche Wachstum der organischen Zusammensetzung des Kapitals verantwortlich? Zunächst ist es angebracht, zu sagen, was icht als Erklärung herangezogen werden kann. E ist offensichtlich, laß man nichts erklären kann mit der Tatsache, daß die erdölexportierenden Länder den Weltmarktpreis für Erdöl vervierfachen konnten, schon einfach deswegen, weil dies erst 1974 geschehen ist. Die allgemeinen Preiserhöhungen für Rohstoffe nach 1970 erklären genauso wenig, denn der scharfe Anstieg der organischen Zusammensetzung des Kapitals beginnt ungefähr zwei Jahre bevor die Rohstoffpreise rascher anstiegen als die Preise für Halbfertigfabrikadie selbst wieder. größtenteils Erzeungisse der amerikanischen Großindustrie sind (Der Großhandelspreisindex für Rohstoffe stieg zwischen 1969 und 1971 um 6% an, während der Preisanstieg für Halbfertigfabrikate im selben Zeitraum 7, 6% betrug).
Die Erklärung muß vielmehr in den langfristigen strukturellen Veränderungen in der technologischen Struktur der amerikanischen Großindustrie gesucht werden. Die wahrscheinlichste Veranderung ist tolgendermaisen vor sich gegangen: im Verlauf der ersten beiden Jahrzehnte, die auf den zweiten Weltkrieg folgten, hatten die für die dritte industrielle Revolution charakteris- 'tischen Investitionen (Mehrwert wurde gleichzeitig in die Forschung und die Entwicklung grundlegend neuer Produktionsprozesse und in die Kapitalakkumulation im Ausrüstungsgütersektor, wo sich die Ergebnisse dieser Forschung und Entwicklung konkretisierten, gepumpt).
Sicher, die ständige und massive Ersetzung der lebendigen Arbeit durch die tote, der Arbeiter durch die Maschinen, hat die Masse des variablen Kapitals im Verhältnis zum konstanten tendenziell verringert. Sicher, der wachsende Umfang an Investitionen in Produktionsmittel, kombiniert mit der Verkürzung der Lebensdauer der Produktionsmittel (Verkürzung der zur Reproduktion des fixen Kapitals notwendigen Zeit), vergrößerte tendenziell die Masse des konstanten Kapitals gegenüber dem variablen. Aber diese Investitionen bewirkten gleichzeitig eine machtvolle Steigerung der Arbeitsproduktivität, vor allem in denjenigen Sěktoren der Großindustrie; die Halbfertigfabrikate herstellen. Durch diese Produktivitätssteigerung fiel der Wert dieser Vorprodukte im Vergleich zum Wert der Konsumgüter. Das Absinken des Wertes dieser Vorprodukte reichte aus, um -- auf der Ebene des Gesamtwerts des konstanten Kapitals -- das Wachstum des Wertes seines fixen Anteils auszugleichen. In einem bestimmten Stadium der Entwicklung jedoch beginnt die Investitionsrate im Rahmen der "dritten industriellen Revolution" abzufallen, weil diese Investitionen den Einsatz enormer Mehrwertmassen verlangen und außerdem sehr riskant sind, Zwei Bedingungen sind erforderlich, um ihre weitere Ausweitung zu rechtfertigen: zum einen ein sich rasch ausweitender Markt für die sich aus dieser Entwicklung ergebenden Produkte, zum anderen eine Marktstruktur, die große Monopolprofite sichert. Die erste Bedingung wurde zunehmend unterhöhlt durch die anwachsende Unverhältnismäßigkeit zwischen der Wachstumsrate der durch die "dritte industrielle Revolution" hervorgebrachten Produktivkräfte und der Wachstumsrate der Massenkaufkraft (in diesem Sinne ist das Realisierungsproblem der Ausgangspunkt für die steigende organiselbst erhaltender Investitionsboom, bei dem der Mehr- sche Zusammensetzung des Kapitals. Ein ewiger, sich wert ständig erneut in Produktionsmittel gesteckt wird, und der sich dadurch am Leben erhält, daß ständig andere Produktionsmittel gekauft werden, die selbst wieder Produktionsmittel erzeugen, ohne auf den "klassischen" Imperialismus). Die zweite Bedingung wurde dadurch unterhöhlt, daß das amerikanische Kapital in Gestalt der EWG und Japans emstzunehmende Konkurrenten bekam.
Aber mit dem Absinken der Investitionen im Rahmen der "dritten industriellen Revolution" hat die Akkumulation von fixem Kapital zunehmend nicht mehr die Wirkung, die zum konstanten zirkulierenden Kapital gehörigen Produkte im Verhältnis zum variablen Kapital zu verbilligen. Die direkte Auswirkung des Wachstums des fixen Kapitals besteht nicht mehr darin, die organische Zusammensetzung des Kapitals zu stabilisieren, sondern sie zu erhöhen. Mehr noch: der Prozess bringt Faktoren hervor, die in Richtung auf seine Selbstproduktion wirken. Der Fall der "Basisprofitrate", hervorgebracht durch das Wachstum der organischen Zusammensetzung des Kapitals, hält die Kapitalisten davon ab, in qualitativ neue Technologien zu investieren, weil dazu immer gewaltigere Kapitalmassen erforderlich werden und weil das Risiko steigt. Wenn einmal der Punkt erreicht ist, an dem die Investitionen in fixes Kapital die eindeutige Wirkung haben, nische Zusammensetzung des Kapitals zu erhöhen, beginnt sich die Wachstumsrate für die organische Zusammensetzung des Kapitals zu beschleunigen. Das Absinken der "Basisprofitrate" in der amerikanischen Großindustrie