Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Sowjetunion

Direkte Aktion und Einheit der Linken

Inprekorr Nr. 239, September 1991 · S. 12-13 · 377 Wörter

Sowjetunion

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den Vorrang vor der Einheit der gesamten Linken?

Ich unterstütze die Bildung einer breiten linken Umgruppierung, die alle nichtstalinistischen Strömungen vereint. Wir haben zwei gemeinsame Feinde: Die alte Nomenklatura und die neuen pro-bürgerlichen Tendenzen. Ich glaube, daß es in diesem Kampf reale Möglichkeiten für uns gibt, weil die eine Partei, die KPdSU das Land in die Krise geführt hat und die andere, die sogenannten Demokraten, schwerwiegende soziale Gegensitze mit ihrer Politik hervorbringen. In diesem Prozeß ist es sehr wichtig, sich von "patriotischen" Strömungen, wie der "Vereinigten Front der Werktätigen", fernzuhalten, um eine wirkliche linke Alternative schaffen zu können.

Wir wollen eine gemeinsame Front der linken Organisationen, wobei wir allerdings vor dem Problem der Schwäche aller sozialistischen Gruppen stehen. Um dieses Problem überwinden zu können, müssen wir Teil der verschiedenen Bewegungen werden. Deshalb sind wir z.B. im Moment sehr aktiv dabei, ein Camp für diesen Sommer vorzubereiten, mit dem gegen ein Atomkraftwerk und andere umweltverschmutzende Industrien bei Zaporoschje in der Ukraine protestiert werden soll.

Anmerkungen 1) In Nowotscherkassk war 1962 ein Arbeiterinnenaufstand blutig niedergeschlagen worden (Anm.d.O.). 2) (Socialistov Narodnikov), die sich als Erben der vor 1917 existierenden Sozialrevolutionären Partei schen. In dieser Gruppe finden sich verschiedene Strömungen von Ultrarechten bis Anarchopopulisten. Sie eint die Idee einer Ant christlichen Kommune als Basis ciner neuen Gesellschaft. (Anders als bei uns hat der Begriff "Populist" im Russischen keinen abfälligen Beigeschmack, d. O.) 3) Bis vor Kurzem hieß Samara, ein wichtiges Industriezentrum an der Wolga, Kuibischew, nach Stalins Vorsitzendem des Obersten Wirtschaftsrates. ANZEIGE

Christoph Jünke (Hg.)

Leo Trotzki - Dämon der Revolution?

Broschur, ca. 200 Seiten, ca. DM 30 isp-Verlag

ISBN 3-88332-184-4 Das Buch - ursprünglich gedacht als Gedenkschrift zum 50. Todestag dieser bedeutenden Persönlichkeit der Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung - hat einen Doppelcharakter. Zum einen gibt es Einblick in die sowjetische Diskussion, zum anderen enthält es "westliche* Beiträge zu anderen Aspekten des Trotzkischen Werkes. Im Vordergrund stehen die Theorie der permanenten Revolution, seine Faschismusanalyse, seine Stellung in der Geschichte der UdSSR und seine Analyse des aufkommenden Stalinismus.

Autoren sind Tariq Ali, Pierre Broué, Viktor Danilow, Frank Hoffmann, Boris Kagarlitzki, Horst Lauscher, Michael Löwy, Ernest Mandel, Vitalij Startzew, Enzo Traverso.

Seite 13

EUROPA 1992