Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Peru

Spaltung der PUM

Inprekorr Nr. 213, März 1989 · S. 34 · 724 Wörter

Bolivien, Peru und Anden

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an einer Spaltung der PUM und daran, die Ausgetretenen für sich zu gewinnen.

Die Gruppe um Tapia hat sich bereits öffentlich zugunsten von Barrantes ausgesprochen. Die zweite Gruppe hat sich bisher nur dazu entschlossen, eine Diskussionskonferenz abzuhalten.

, Innerhalb der IU haben einige die Gelegenheit genutzt, um den Ausschluß „von Ultralinken und Abenteurern" zu fordern.

Inzwischen wird, in dem Maße wie sich die nationale Krise zuspitzt, die politische Debatte konkreter. Eduardo Cáceres schreibt im Dezember 1988 in der mit der PUM verbundenen Zeitung Amauta: Es gibt Leute in der IU, die das Land verändern wollen, ohne den alten Staat zu verändern, durch eine langsame und friedliche Entwicklung. Doch die überwältigende Mehrheit vertritt auf den Kongressen der IU die revolutionäre Strategie, die das Land durch einen Prozeß der Massenmobilisierung, die prinzipiell keinerlei Form des Kampfes ausschließt, verändern will und auf die Errichtung einer neuen staatlichen Ordnung hinzielt." Für Cáceres „zeichnete sich neben dieser ersten Meinungsverschiedenheit eine weitere ab: eine, die aus der Absicht entsteht, den Inhalt und die Merkmale der Volksregierung, für die wir kämpfen, gegen eine Art Abkommen mit den Unternehmerverbänden, den Parteien der Rechten und dem Oberkommando der Streitkräfte auszutauschen." * Pepe Mejía

Abkürzungen

FOCEP: Frente Obrero Campesino Estudiantil y Popular (Arbeiter-, Bauern- Studenten- und Volksfront). Kleinere Gruppe heterogener Kräfte, gehört z.T. dem rechten Flügel der IU an. (Nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen v.a. von der peruanischen Sektion der IV. Internationale und anderen revolutionären Kräften geführten Front, die 1978 bei den Wahlen zur Konstituierenden Versammlung 12,3% der Stimmen erhielt.)

PCP: Partido Comunista Peruano (Peruanische Kommunistische Partei). Die reformistische, prosowjetische KP, deren Basis z.Z. einen Radikalisierungsprozeß durchläuft; die Partei setzte ursprünglich auf ein Bündnis mit der APRA.

PSR: Partido Socialista Revolucionario (Revolutionäre Sozialistische Partei). Partei der Anhänger des reformiilvarado. Arbeitet eng mit Barrante 1 varado zusammen.

UNIR: Unión Nacional de Izquierda Revolucionaria (Nationale Union der Revolutionären Linken). Von der „maoistischen" Partido Comunista del Perú/Patria Roja (PC del P/PR - Kommunistische Partei Perus/Rotes Vaterland) geführtes Bündnis; bildet zusammen mit der PUM den revolutionären Flügel der IU.

Anmerkungen:

11. Eine breite, ursprünglich als Wahlbündnis gebildete, Front linker Partcien und Frontorganisationen, das von revolutionären Organisationen bis hin zu reformistischen Kräften reicht. Im einzelnen gehören zur IU: PUM. PCR (die Minderheit, die nicht der PUM angchört), UNIR, FOCEP. PCP. PSR (zu den Abkürzungen siche Kasten) und „Unabhängige" (independientes) wie A. Barrantes. Auf der Ehene von Wahlen ist die IU z.Z. nach der regierenden populistischen APRA die zweitstärkste Kraft des Landes. (Siche auch Peru-Report, Nr.7, Dezember 1987, und Nr.8, Januar 1988.)

2. Siche die Gründungserklärung der PUM in Inprekorr. Nr. 186, Oktober 1986, S.22-23. Über José Carlos Mariátegui, auf den sich die PUM, wie der größte Teil der revolutionären Linken Perus, beruft. siche ebenda, S.18, sowie den beim isp-Verlag erschienenen Band: J.C.Mariátegui, Revolution und peruanische Wirklichkeit. Ausgewählte politische Schriften, hgg. und eingeleitet von Eleonore von Oertzen. Frankfurt 1986. - Eine neuere Selbstdarstellung der PUM (verfallt nach dem II.Kongreß. aber vor den Spaltungen) enthält der Peru-Repon. Nr. 14/15, August 1988 (Bezug: Peru-Report. Postfach 1801, 2000 Hamburg 13). 3. Vanguardia Revolucionaria (Revolutionäre Avantgarde) - gegründet 1965 von ehemaligen Aktivisten der PCP. der Christdemokratischen Partei und Trotz- 4. Movimiento de Izquierda Revolucionaria (Bewegung der Revolutionären Linken) — gegründet 196l von ehemaligen Mitgliedern der PCP und der APRA. 5. Partido Comunista Revolucionario (Revolutionäre Kommunistische Partei) - entstand 1974 als Abspaltung von VR, mit maoistischer" Orientierung. 6. Zum Beitritt der PRT zur PUM und seine Hintergründe siche Inprekorr, Nr. 186, Oktober 1986, S.19- 21, sowie Nr. 170, Juni 1985, S. 17-24. 7. Alfonso Barrantes, der frühere Bürgermeister von Lima, ist ein prominenter Vertreter des rechten Flügels der IU.

8. Es handelt sich um eine Strömung in der IU, die sich um die PSR herum gruppiert.] PERU

Hugo Blanco frei!

Hugo Blanco, Organisationssekretär des peruanischen Bauernverbandes CCP (Confederación Campesina del Perú) und ein führendes Mitglied der PUM, war am 9. Februar zusammen mit mehreren hundert anderen Teilnehmern einer Protestdemonstration der Bauern in der nördlichen Region Pucallpa verhaftet worden.

Bei dieser Demonstration hatte es mindestens acht Tote gegeben. Nach