Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Dokumente der COSATU.

Inprekorr Nr. 181, Mai 1986 · S. 9-12 · 3.757 Wörter

Südafrika Gewerkschaften und Streiks Frauen

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Berst unvorsichtig, eine Organisation zu der COSATU ignorieren, die ein halbe Million Mitglieder hat, nur weil man Angst vor den Vorstellungen hat, die sie vertritt."[3] In der nächsten Zukunft muß sich die COSATU mehr denn je auf die Tradition der Selbstorganisation an der Basis stützen, die besonders die großen Industriegewerkschaften bisher kennzeichnete. Diese zeigt sich im Entwicklungsgrad des Vertrauensleutewesens. Folgende Tabelle veranschaulicht das: 1983 1985 Vertrauensleute 6000 12 462 VL-Komitees 1443 Hauptamtliche - 306 Erfaßte Betriebe 756 3421 Quelle: Untersuchung des South African Labour Bulletin, zitiert nach John Lewis und Estelle Randall in Weekly Mail vom 29. 11. 1985.

dais die unab , die stabileren Schichten des schwarzen Proletariats zuerst organisiert hat. Die Gründung der Bergarbeitergewerkschaft war ein erster spektakulärer Schritt in der Organisierung breiterer Schichten gewesen, deren Arbeits- und Entlohnungsbedingungen unter den gegebenen gesellschaftlichen Bedingungen durchaus auch wesentlich prekärer sein könnte. Die große Masse des Proletariats ist nach wie vor unorganisiert. Könnte dies aber unter Bedingungen von Apartheid und Repression anders sein? Die Gewerkschattsbewegung hat schon ungeheuer viel geleistet, indem sie der eigentlichen Industriearbeiterschaft eine Stimme verschafft hat. Der Typus gewerkschaftlicher Organisation, den die COSATU verkörpert, ist qualitativ hochstehender als der der Industrial and Commerce Union (ICU) in den 20er Jahren oder der der SACTU in den 50er Jahren.[4] Die schwarze südafrikanische Arbeiterklasse hat sich gewandelt. Ihr Gewicht, ihre Konzentration, das Niveau ihres BewufStseins sind Ausdruck der wirtschaftlichen Entwicklung und Industrialisierung der letzten zwanzig Jahre. Blickt man auf die letzten zehn Jahre zurück, in denen die meisten Gewerkschaften, die heute die COSA- TU bilden, gegründet wurden, stellt man fest, daß einer der größten Beiträge dieser Bewegung gewesen ist, das zentralisierte Eingreifen der Industriearbeiterschaft zuermöglichen. COSATUist der Ausdruck der geballten Macht dieser Schicht.

2. Februar 1986 Wanderarbeiter

In Erwägung, daf 1. die Paßgesetze vom Apartheidregime erlassen wurden, um das Leben der Arbeiterklasse in Südafrika zu kontrollieren und zu entmenschlichen; 2. die Paßgesetze und die Einwanderungskontrolle dazu dienten, die Macht des Kapitals bei der Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiterklasse in seinem Streben nach Extraprofiten zu stärken; 3. die wirtschaftlichen und sozialen Härten des Systems der Wanderarbeit das Zerbrechen von Familien und von Beziehungen mit sich bringen; 4. das System der Wanderarbeit die unterdrückten und ausgebeuteten Arbeiter noch schärfer in permanent Ansässige und Umherziehende spaltet; 5. das Apartheidregime den Wanderarbeitern ständig damit droht, sie in die homelands und die benachbarten Staaten abzuschieben, beschließt der Kongreß:

1. für die Abschaffung des Systems der Wanderarbeit einschließlich der Paßgesetze und der Einwanderungskontrolle zu kämpfen; 2. für das Recht der Arbeiter zu kämpfen, sich dort eine Arbeit zu suchen, wo sie es wünschen, dort mit ihren Familien zu wohnen, wo sie wollen, und eine ihnen angemessene Wohnung zugewiesen zu bekommen; 3. zu einem nationalen Streik aufzurufen, falls das Apartheidregime seine Drohung, die Wanderarbeiter auszuweisen, wahrmachen sollte.

Antrag der National Union of Mineworkers Arbeitslosigkeit

In dem Glauben, daß alle Männer und Frauen in gesunder Verfassung das Recht auf eine Arbeit haben, und feststellend, daß 1. unter kapitalistischen Ausbeutungsbedingungen die Arbeitslosigkeit ein Schicksal ist, das alle Arbeitenden ständig bedroht; 2. die Arbeitslosen von den Unternehmern als Arbeitskraftreserve benutzt werden, um den Lohn zu drücken und im Falle von Streiks ein Potentialan Streikbrechern bereit zu haben; 3. die Arbeiterinnen und Arbeiter, mit oder ohne Arbeitsplatz, dasselbe Interesse haben — das auf einen Arbeitsplatz zu einem anständigen Lohn; 4. die Einheit der Arbeiterinnen und Arbeiter, arbeitslos oder beschäftigt, notwendig ist im Kampf gegen den Streikbruch und im Kampf für das Recht auf Arbeit zu einem guten Lohn :

5. unter den Bedingungen der kapitalistischen Ausbeutung die Arbeitslosigkeit eine den Arbeitern vor Augen liegende Realität zu jeder Zeit ist sowie eine Verschwendung der menschlichen Ressourcen des Landes, und weiterfeststellend, daß 1. es in Südafrika Millionen Arbeitslose gibt, deren Zahl täglich durch Personaleinsparungen zunimmt; 2. die Einführung neuer Technologien in der Logik des Profits die Arbeitslosigkeit in ihrem Umfang verschärft und diese durch den Druck der Arbeitgeber auf höhere Produktivität gesteigert wird; 3. viele Arbeiterinnen und Arbeiter jede Hoffnung fallen gelassen haben, in der nächsten Zukunft Arbeit zu finden; 4. Tausende von Schulabgängern nicht die geringste Chance haben, eingestellt zu werden und daher keine Möglichkeit haben, Arbeitslosengeld zu beziehen; 5. die beschäftigungslose Arbeiterinnen und Arbeiter in Südafrika nicht organisiert sind, beschließt der Kongreß, 1. mit vereinter Kraft für die Verteidigung aller gefährdeten Arbeitsplätze zu kämpfen, gegen Betriebsstillegungen zu kämpfen, für Mitbestimmung und Kontrolle - vom Planungsstadium an — bei der Einführung neuer Technologien zu kämpfen, alle Versuche der Unternehmer zu bekämpfen, die Arbeitenden zu härterer Arbeit zu bringen und die Produktion zu rationalisieren, denn im gegenwärtigen System führt dies immer zu Arbeitslosigkeit; 2. eine Kampagne für die 40-Stundenwoche bei voller Bezahlung und für das Verbot von Überstunden zu kämpfen; 3. für den uneingeschränkten Zugang zur Arbeitslosenversicherung, die Erhöhung der Arbeitslosengeldes sowie seine Auszahlungen in Südafrika zu kämpfen; 4. zusätzlich zum Arbeitslosengeld für eine Arbeitslosenhilfe zu kämpfen, die um besondere Miet-, Fahrtkosten- und Behandlungsbeihilfen ergänzt sein muß; 5. vom Staat ein öffentliches Programm zu verlangen, um Arbeitsplätze für die Arbeitslosen zu schaffen und zugleich die Dienstleistungen und Einrichtungen in den Arbeitervierteln zu verbessern; 6. wo Personalkürzungen geplant sind, die Teilung des Arbeitsplatzes bei voller Bezahlung zu verlangen; 7. eine nationale Gewerkschaft der Arbeitslosen aufzubauen, die gleichberechtigtes Mitglied des neuen Gewerkschaftsbundes

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ist, um für das Recht auf Arbeit und soziale Sicherheit aller zu kämpfen; 8. für ein faires, demokratisches und vernünftiges politisches und wirtschaftliches System zu kämpfen, das im ganzen südlichen Africa Vollbeschäftigung bei angemessenen Löhnen garantiert; 9. Bemühungen entlassener Arbeiterinnen und Arbeiter zu unterstützen, Kooperativen in Übereinstimmung mit den Prinzipien der COSATU zu gründen.

Zusammengefaßter Antrag

Nationaler

Mindestlohn

Angesichts dessen, daß 1. die Mehrheit der Arbeiterinnen und Arbeiter in Südafrika wegen des jetzigen Wirtschaftssystems und weil die ständig steigenden Preise (die Inflation) das wenige, was die Arbeitenden an Geld haben täglich weniger wert werden läßt, einen Hungerlohn haben; 2. die Unternehmer in Südafrika weiterhin massive und völlig überzogene Profite machen, wenn man sie mit anderen kapitalistischen Ländern vergleicht; 3. Abermillionen von Arbeitern keinen Schutz durch einen garantierten Minimallohn besitzen; 4. das Thema des angemessenen Lohnseines der stärksten Argumente zur Organisierung der Unorganisierten ist, beschließen wir hiermit, 1. daß das Zentrale Exekutivkomitee so schnell wie möglich feststellt, was von den Arbeiterinnen und Arbeitern als Lohnminimum angesehen werden würde; 2. daß eine nationale Kampagne initiiert und im Bündnis mit anderen fortschrittlichen Organisationen und Gewerkschaften durchgeführt wird für die Festlegung eines gesetzlichen Mindestlohnes für alle Arbeiterinnen und Arbeiter in Südafrika, unter anderem dadurch, daß in jeder Industrie Arbeiteraktionen organisiert und Verhandlungen geführt werden, daß alle Arbeitgeber diesen Mindestlohn zahlen; 3. dafür zu kämpfen, daß dieser Mindestlohn automatisch an die Inflationsrate gekoppelt ist; 4. für die Abschaffung der Mehrwertsteuer auf alle lebenswichtigen Güter und für die Arbeiterkontrolle über alle Beiträge zum Renten- und Arbeitslosenfond zu kämpfen, die von den Arbeiterinnen und Arbeitern finanziert werden, aber von der rassistischen und arbeiterfeindlichen Regierung gegen sie verwandt werden; 5. für die Öffnung der Bücher aller Unternehmen zu kämpfen, damit die Arbeiterinnen und Arbeiter genau nachvollziehen können, wie der Reichtum, den sie geschaffen haben, durch das Profitsystem der Unternehmer vergeudet und mißbraucht wird, damit sie auf dieser Basis ihren vollen Anteilan dem von ihnen geschaffenen Reichtum verlangen können. Sollte dabei kein Überschuß festzustellen sein, wäre damit die Unwirksamkeit der Unternehmerwirtschaft erwiesen und die Argumente für Arbeiterkontrolle und Arbeiterselbstverwaltung der Produktion wären gestärkt.

handel)

Frauen

Diese Föderation stelle fest, 1. daß Arbeiterinnen sowohl als Arbeiterinnen als auch als Frauen unterdrückt werden und daß schwarze Frauen zusätzlich auf rassischer Grundlage diskriminiert werden; 2. daß Frauen nur in einer beschränkten Anzahl von Berufen beschäftigt werden, und dort öde und stumpfsinnige Arbeit bei geringer und ungleicher Bezahlung leisten müssen; 3. daß Arbeiterinnen wegen Überstunden und Nachtarbeit auf dem Weg zur Arbeit vielfältigen Gefahren ausgesetzt sind; 4. daß Arbeiterinnen bei der Bewerbung und am Arbeitsplatz oft sexuell belästigt werden; 5. daß die meisten Arbeiterinnen in Südafrika, wenn sie schwanger sind, ihren Arbeitsplatz verlieren; 6. daß schwangere Frauen oft unter Bedingungen arbeiten müssen, die für sie und das Kind gesundheitsschädlich sind, und beschließt zu kämpfen 1. Regen jede ungleiche und diskriminierende Behandlung von Frauen am Arbeitsplatz, in der Gesellschaft und in der Gewerkschaft; 2. für das gleiche Recht von Frauen und Männern auf eine Erwerbstätigkeit als wichtiger Bestandteil des breiteren Ziels, allen einen Arbeitsplatz nach ihrer Wahl zu sichern; 3. für gleichen Lohn bei gleicher Arbeit, wobei der Wert der Arbeit von den organisierten Arbeiterinnen und Arbeitern selbst festgelegt werden muß; 4. für einen Wandel in der Beschäftigungsstruktur, damit Frauen und Männer die gleiche Chance zur Qualifikation für Arbeitsplätze gleichen Werts haben; 5. für Kinder- und Familieneinrichtungen, die den Bedürfnissen der Arbeiterinnen und Arbeiter entspricht und ihnen erlaubt, Berufstätigkeit und familiäre Verpflichtungen miteinander zu kombinieren; 6. für einen vollen Mutterschaftsschutz, inklusive bezahltem Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaub bei der Sicherheit des Arbeitsplatzes; 7. für den Schutz von Frauen und Männern vor allen Arten von Arbeit, die nachgewiesenermaßen gesundheitsschädlich ist; darunter solcher, die ihre Fähigkeit, Kinder zu bekommen, beeinträchtigt; 8. gegen sexuelle Belästigung in jeder Form; 9o für alle überstundend und erach tarbeitenden, und verpflichtet sich, 1. zu den Themen dieser Resolutionen Kampagnen zu führen; 2. in deren Rahmen wo immer möglich mit den Firmen entsprechende Übereinkünfte zu schließen; 3. in ihren Bildungsprogrammen aktiv für ein besseres Verständnis der besonderen Diskriminierung der Arbeiterinnen und der Mittel zu deren Überwindung zu sorgen; 4. ein aus Arbeiterinnen und Arbeitern zusammengesetztes Subkomitee im Rahmen des Bildungsprogramms einzurichten, das die Fortschritte bei der Umsetzung dieser Resolution kontrolliert und im Bildungskomitee vertreten sein soll; 5. diesem Subkomitee ein Budget zur Verfügung zu stellen; 6. unter den erwerbstätigen Frauen das notwendige Selbstvertrauen und die Erfahrung zu fördern, die erforderlich sind, um auf allen Ebenen voll am gewerkschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Antrag der CCAWUSA

Die Hundertjahresfeier

In Anbetracht, 1. daß das Kapital und der Staat Millionen Rand ausgeben, um die Hundertjahresfeier von Johannesburg zu begehen; 2. daß sie für das kommende Jahr Festlichkeiten planen, ohne die Arbeiter zu betragen, die Johannesburg, die Goldminen und die Industriekomplexe, die es heute gibt, aufgebaut haben; beschließt der Gewerkschaftsbund 1. einen Boykott aller Festlichkeiten zur Hundertjahresfeier zu organisieren; 2. sicherzustellen, daß alle Gewerkschaften der COSATU ein Alternativprogramm organisieren, das hundert Jahre Ausbeutung und Unterdrückung in Johannesburg und vor allem im Bergbau thematisiert. Antrag der NUM

Der Föderalismus

In Erwägung, 1. daß Südafrikas bittere Geschichte der Industrialisierung und Ausbeutung eine einzige Nation geschmiedet hat; 2. daf der Versuch des Apartheidregimes, getrennte Staaten und Nationen zu schaffen und wiederherzustellen, die in einer Föderation zusammengeschlossen sein sollen, ein betrügerisches und antidemokratisches Unterfangen ist; 3. daß das Ziel der vorgeschlagenen Föderation ist, die Macht und die Kontrolle in der Hand der gegenwärtigen Minderheit zu belassen und das System der Ausbeutung und Unterdrückung zu verewigen; 4. daß alle fortschrittlichen und demokratischen Kräfte in Südafrika einen Einheitsstaat auf der Grundlage » Eine Person - eine Stimme- fordern;

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beschließt der Kongreß, 1. den neuen Vorschlag einer Föderation als völligen Betrug abzulehnen; 2. die Forderung nach einem einheitlichen Staat auf der Basis - Eine Person - eine Stimme- zu bekräftigen; 3. für das Niederreißen aller Schranken und Trennungen zu kämpfen, damit wir unabhäbgig von Sprache, Rasse oder Glauben vereint sind; und er ist darüberhinaus überzeugt, daß nur die vollständige Vereinigung aller Völker in Südafrika uns erlauben wird, unser reiches Land wiederaufzubauen und die Ketten der Armut und der wirtschaftlichen Ausbeutung, die Afrika gefangen halten, zu sprengen.

Antrag der Sweet Food and Allied Workers Union (SFAWU)

Sanktionen

Dieser Kongreß 1. ist der Auffassung, daß alle Formen internationalen Drucks auf die südafrikanische Regierung, auch der Abzug von Investitionen oder die Drohung damit, einen wesentlichen und wirksamen Druck auf das südafrikanische Regime ausüben und unsere Unterstützung genießen; 2. ist außerdem der Auffassung, daß, wenn diese Regierung von ihren rassistischen, antidemokratischen und arbeiterfeindlichen Praktiken nicht abkehrt, der Druck verstärkt werden muß als Akt der Solidarität mit unserem Kampf für unsere Befreiung von Ausbeutung und Unterdrückung; 3. verpflichtet uns, dafür zu sorgen, daß der gesellschaftliche Reichtum Südafrikas das Eigentum des Volkes von Südafrika zu aller Nutzen bleibt und daß wir darüberhinaus das Prinzip der internationalen Solidaritätsaktion der Arbeiterklasse uns zu eigen machen, da dies die machtvollste Form der Solidaritätsaktion mit unserem Kampf ist. Antrag der CCAWUSA

Ausnahmezustand

Der Gründungskongreß ist der Auffassung, 1. daß der Ausnahmezustand verhängt wurde, um einen Repressionskrieg gegen alle Teile der unterdrückten Bevölkerungsgruppen zu führen und zu versuchen, die demokratischen Organisationen zu zerschlagen; 2. daß die Ursache aller Gewalt in Südafrika das System der Apartheid ist und es solange keinen Frieden gibt, wie es existiert; Er fordert 1. die sofortige Aufhebung des Ausnahmezustands:

2. den Rückzugder Armee und aller Sicherheitskräfte der Apartheid aus den townships; 3. die bedingungslose Freilassung der politischen Gefangenen und der Verhafteten, die Aufhebung der Bannung von Individuen und Organisationen als Auftakt zur Schaffung eines demokratischen Südafrika, in dem jeder in Frieden und Wohlstand leben kann. Antrag der General and Allied Workers Union Das Streikrecht

In Erwägung, 1. daß der Streik ein legitimes Recht und eine notwendige Waffe der Arbeiterklasse im Kampf gegen schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne ist; 2. daß der Streik international als Mittelder Tarifauseinandersetzungen anerkannt ist; 3. daß die Koalitionsfreiheit, die Versammlungsfreiheit und die Freiheit, Streikposten zu bilden, ebentalls elementare Rechte im gewerkschaftlichen Kampf und international anerkannt sind; 4. daß die Verweigerung oder Aushöhlung dieser Rechte den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Interessen der Arbeiter schadet; 5. daß das Streikrecht in Südafrika ernsthaft eingeschränkt ist; 6. daß ein Streik eine demokratische Kampfform ist; 7. daß die Streikposten zum integralen Bestandteil eines Streiksgehören und zur moralischen Überzeugung der Kolleginnen und Kollegen erforderlich sind, den Streik nicht zu brechen; 8. daß den Arbeitern in den für essentiell erklärten Dienstleistungen das Recht auf Streik zur Verteidigung ihrer Forderungen verweigert wird, beschließt der Gewerkschaftsbund, 1. eine unbefristete Kampagne zu führen, bis Arbeiter die volle Freiheit der Koalition, der Versammlung und der Bildung von Streikposten erlangt haben. Das bedeutet auch, daß alle Sicherheitsgesetze, die diese Rechte infragestellen, abgeschafft werden müssen.

2. durchzusetzen, daß dort, wo die mit Unternehmern gemeinsam ausgemachten Verfahrensweisen bei Tarifauseinandersetzungen eingehalten worden sind, den Beschäftigten während des Streiks die volle Sicherheit des Arbeitsplatzes garantiert wird. Dies bedeutet, daß die Ausweisung aus Wohnungen und ähnliche Maßnahmen verboten werden müssen.

3. gegen die Intervention der Polizei oder des Staates in Streiks oder gewerkschaftliche Konflikte energisch zu protestieren und dagegen eine Kampagne zu führen; 4. für das Recht der Gewerkschaften zu kämpfen, Streikfonds anzulegen; 5. dafür zu sorgen, daß die Streikenden Streikkomitees schaffen und selber kontrollieren können; 6. für die Aufhebung der Sonderbehandlung der Beschäftigten in den essentiellen Dienstleistungen zu kämpfen und für gleiche Rechte für alle Arbeiterinnen und Arbeiter. Antragszusammenfassung

Die Batustans

Angesichts dessen, 1. daß das System der Bantustans den Afrikanern gegen ihren Willen mit dem Ziel aufgezwungen wurde, ihren gerechten Kampf für den Grundsatz -eine Person - eine Stim me- in einem geeinten Südafrika zu behindern; 2. daß in mehreren Bantustans die Behörden extreme Formen der Repression gegen die unterdrückten Völker und auch gegen die Gewerkschaften angewandt haben, insbesondere feststellend, - daf in Ciskei die SSAWU, in Bophuthatswana alle Gewerkschaften verboten sind, daß Gewerkschaften und andere Demokraten von den Stammesorganisationen ermordet werden, beschließt der Kongreß, 1. daß das System der Bantustans volkommen abgeschafft werden muß und der Gewerkschaftsbund im Bündnis mit anderen demokratischen Kräften für die Schaffung eines demokratischen und vereinigten Südafrika kämpft; 2. daß wir nicht zögern dürfen, unser Recht, uns in den Fabriken der Bantustans zu organisieren, auszuüben, und daß wir ganz bereit sind, uns gegen die Repression mit allen wirksamen uns zu Verfügung stehenden Mitteln zu verteidigen; 3. daß wir uns voll und ganz der Überausbeutung in diesen Gebieten widersetzen und den Grundsatz und die Praxis niedrigerer Löhne und erschwerter Arbeitsbedingungen dort gänzlich ablehnen; 4. daß wir uns mit den Gemeinden in der Region Durban und anderswo solidarisieren, die gegen ihre Eingliederung in ein Bantustan kämpfen.

Antragszusammenfassung

Zusammenarbeit der Gewerkschaften im südlichen Afrika

Dieser Gewerkschaftsbund stellt fest, 1. daß ausländische und südafrikanische multinationale Konzerne seit Jahren die Arbeitenden im südlichen Afrika ausbeuten, wobei sie enorme Profite scheffeln, die sie dann nach Europa oder in die USA schaffen; 2. daß in den verschiedenen Ländern des südlichen Afrika Arbeiter für dieselbe multinationale Gesellschaft arbeiten, unter ähnlichen Bedingungen der Kontrolle, der Ausbeutung und der Unterdrückung; 3. dais viele dieser Multis die Speerspitze antigewerkschaftlicher Unternehmerpositionen darstellen, die das legitime Recht der Arbeiter auf gewerkschaftliche Organisierung untergraben haben; 4. daß diese Multis als die wichtigsten Agen-

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ten des Imperialismus bei der Suche nach Superprofiten mit den reaktionären Regimes zusammengearbeitet haben; 5. daß die Macht der Multis nur eingeschränkt werden kann, wenn es zwischen den Arbeitern der verschiedenen Länder im südlichen Afrika Einheit und Kontakt gibt; 6. daf die Probleme, denen die Arbeiter in den verschiedenen Ländern des südlichen Afrika gegenüberstehen ebenso wie ihre Zukunft eng miteinander zusammenhängen. Er beschließt daher, 1. daß die der COSATU angeschlossenen Gewerkschaften aktiv die Beziehungen zu anderen fortschrittlichen Gewerkschaften im südlichen Afrika pflegen müssen, um die Einheit der Arbeiter zu stärken; 2. daß die COSATU konstruktive Beziehungen mit den Bruderverbänden im südlichen Afrika aufbauen muf; 3. daß jede Anstrengung unternommen werden muß, um die Arbeiter im südlichen Afrika zu vereinigen und die Solidaritätsarbeit zu verbessern.

Antrag der NUM

Gliederung nach Branchen

Der Kongreß stellt fest, 1. alle angeschlossenen Gewerkschaften haben sich bereits verpflichtet, in jedem Sektor der Wirtschaft eine einzige nationale Gewerkschaft aufzubauen; 2. die Strukturen des Gewerkschaftsbundes werden weniger wirksam arbeiten können, wenn es sehr viele angeschlossene Einzelgewerkschaften gibt; 3. wir werden unfähig sein, die Interessen der Arbeiter zu schützen und ihre Rechte zu erkämpfen, wenn wir nicht große Industriegewerkschaften aufbauen, die in der Lage sind, den hochzentralisierten Strukturen des Kapitals etwas entgegenzusetzen. Er hat deshalb beschlossen, 1. die Verpflichtung zu bekräftigen, in jeder Industrie eine einzige Einzelgewerkschaft aufzubauen und für eine Zusammenarbeit der Einzelgewerkschaften auf nationalem Niveau zu sorgen; dies ist von hoher Dringlichkeit; 2. für den Fall, daß diese Entwicklung nicht bis März 1986 abgeschlossen ist, einen außerordentlichen Kongreß für Juni oder Juli 1986 einzuberufen, um die Gründe des Scheiterns zu klären; 3. zur Erleichterung der Bildung nationaler Industriegewerkschaften die angeschlossenen Gewerkschaften aufzufordern, in jedem der folgenden genannten Sektoren eineeinzige Gewerkschaft aufzubauen:

- Nahrungsmittel und Getränke - Textil, Bekleidung und Leder - Papier, Holz und Druck — Bergbau und Energie - Metall, Fahrzeugmontage und Zuliefe- - Chemie und Erdöl - Handel und Versorgung - Transport, Bahn, Reinigung und Bewachung reitswesen Post und Telesen etion Gesund - Hausangestellte; 4. alle Strukturen des Gewerkschaftsbundes müssen dazu genutzt werden, Fusionen zwischen angeschlossenen Gewerkschaften im selben Bereich zu fördern; 5. das Zentrale Exekutivkomitee mul Prioritäten setzen für den Aufbau einer nationalen Gewerkschaft im Bereich der Landwirtschaft und der Bauwirtschaft; 6. das Zentrale Exekutivkomitee ist beauftragt die Umsetzung dieser Resolution zu beschleunigen und die geeigneten Maßnahmen dazu zu ergreifen; das Zentrale Exekutivkomitee kann auch die Machbarkeit der oben genannten Aufteilung einer erneuten Prüfung unterziehen, besonders wenn Probleme auftreten, die es in jedem Sektor geben könnte.

Antrag der Chemical Workers Industrial Union (CWIU) und der National Union of Textile Workers (NUTW)

Die Bezirke des Gewerkschaftsbundes

Dieser Kongreß möge beschließen, 1. daß folgende die Bezirke des Gewerkschaftsbunds sind:

- Nord-Transvaal — Witwatersrand / Vaal - Highveld - West-Transvaal - Nord-Natal • Süd-Natal - Freistaat Oranje - Nord-Kapprovinz - West-Kapprovinz - Ost-Kapprovinz; 2. daß das Zentrale Exekutivkomitee beauftragt ist, so schnell wie möglich in diesen Gebieten die Bezirksstrukturen aufzubauen, wie sie in $ 9.1 der Satzung vorgesehen sind. Antrag der National Automobile and Alled Workers Union (NAAW U)

Das Bildungssystem

Der Gewerkschaftsbund stellt fest, 1. daß das gegenwärtige Bildungssystem in Südafrika dazu dient, die Arbeiterklasse in einem Zustand ideologischer Sklaverei zu halten; 2. daß das gegenwärtige Bildungssystem dazu dient, die Werte, Vorstellungen und Praktiken der herrschenden Klasse zu erhalten und zu festigen; 3. dais das gegenwärtige Bildungssystem dazu dient, die Spaltung und die antidemokratischen Ideen in der Arbeiterklasse voranzutreiben; 4. daß Bildung im Kampf für die Befreiung der Arbeiterklasse lebenswichtig ist; 5. daß die Bildung in den Dienst der übergro- Ben Mehrheit des Volkes gestellt werden muls.

Er beschließt daher, 1. auf nationaler, lokaler und regionaler Ebene ein Bildungsprogramm für den Gewerkschaftsbund auszuarbeiten, um - dafür zu sorgen, dal dieses Bildungsprogramm die Arbeiterklasse politisiert, mobililiches, gesellschaftliches und politisches System spielen kann, das den Bedürfnissen derer gerecht wird, die heute unterdrückt und ausgebeutet werden; - das Bewußtsein und die Fähigkeit zu entwickeln, unseren Kampf mit demokratischen Mitteln zu führen, die zu maximaler Teilnahme und Entscheidungsgewalt der Arbeiterinnen und Arbeiter sowohl heute als auch in der künftigen Gesellschaft, die wir aufbauen wollen, führen; - die menschlichen Fähigkeiten maximal zu entwickeln und die Fertigkeiten und das Können zu schaffen und so umzuwandeln, daß sie für die Ausgebeuteten und Unterdrückten zugänglich sind; - das Bewußtsein der Arbeiterklasse zu entwickeln, daß ihr Kampf Teileines weltweiten Kampfes gegen Ausbeutung und Unterdrückung ist; 2. eine Zeitung des Gewerkschaftsbundes zu gründen, die - die die Meinungen und die Linie des Verbandes wie der Einzelgewerkschaften widergibt; — über die Kämpfe des Verbandes und der Einzelgewerkschaften berichtet; der Beherrschung der Medien durch die Unternehmer etwas entgegensetzt, indem die Vorstellungen, Werte und demokratischen Traditionen in der Arbeiterklasse verbreitet werden; 3. große kulturelle Veranstaltungen zu organisieren und Gedenktage aus dem Widerstandskalender der Arbeiterklasse zu feiern, wie z.B. den 1. Mai, den 16. Juni (Tag des Soweto-Aufstands 1976] und den Gründungstag der COSATU; 4. dem Zentralen Exekutivkomitee zu empfehlen, einen Bildungsverantwortlichen und einen Chefredakteur für die Zeitung zu ernennen; 5. ein Nationales Bildungskoordinationskomitee zu schaffen, daß bestehen soll aus - regionalen und lokalen Arbeiterkomitees; - Vertretern der Einzelgewerkschaften. Antrag der NUM