Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Mexiko: Patricia Mercado/Soledad Moreno

Eine breite Frauenbewegung ist im Entstehen, von der Führung der PRT über die vielfältigen Organisationsversuche mexikanischer Frauen

Inprekorr Nr. 169, Mai 1985 · S. 25-27 · 2.654 Wörter

Frauen Mexiko Gewerkschaften und Streiks Mittelamerika

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Patricia Mercado und Soledad Moreno von der Führung der PRT berichten über die vielfältigen Organisationsversuche mexikanischer Frauen. Interview von Gerry Foley

Foley: Wie hat sich die mexikanische Frauenbewegung in den letzten Jahren entwickelt?

Moreno: An der Basis der Massenorganisationen fand ein interessanter Prozeß statt, indem Frauen begannen sich Schrittchen für Schrittchen um ihre eigenen Interessen herum zu organisieren, so wie sie sie selber sehen. Das heißst auch daß Frauen, die sich vor einigen Jahren noch niemals untereinander getroffen hätten, um als Frauen Probleme zu diskutieren, heute damit begonnen haben, dies zu tun.

Herausragende Belege für diese Entwicklung waren die nationalen oder regionalen Versammlungen von Frauen der Slumgebiete, Bauersfrauen, Frauen der linken politischen Organisationen und der Frauen innerhalb der Komitees zur Verteidigung der politischen Gefangenen und der politischen „Verschwundenen" . Die Debatten dieser Versammlungen beschäftigten sich sowohl mit den unmittelbaren Angelegenheiten des Alltags der Mehrheit der Frauen Mexikos - den Problemen im Gefolge der kapitalistischen Sparoffensive, wie man öffentliche Dienstleistunren erkämpten kann, wie man Frauenar beitsplatze verteidigen kann, und dem Kampf um die Landrechte - als auch mit einer Reihe von Fragen, die klar und direkt die besondere Unterdrückung der Frauen aufgreifen.

Dies stellt gegenüber früheren Jahren eine bedeutende Veränderung dar, als die Frage der Frauenunterdrückungsozusagen das Eigentum eines kleinen Kerns Intellektueller oder Studentinnen war. Dieser Kern leistete wichtige theoretische und politische Arbeit, blieb jedoch von der Mehrzahl mexikanischer Frauen isoliert.

Heute erleben wir ein Nebeneinander der Angelegenheiten der Mehrheit der Frauen, also derer, die aus ihrer Klassenlage resultieren, mit den Problemen, die daraus resultieren, daß sie als Frauen in den Kampf um diese allgemeinen Probleme eingetreten sind, daraus, daß sie in diesem Kampf auf ihre Unterdrückung als Frauen stoßen. Zum Beispiel kann es passieren, dafs sie gegen die feindselige Haltung ihrer Ehemänner anlaufen müssen, die ihre Teilnahme am politischen Geschehen nicht mögen, wenn sie für das Anlegen von Bürgersteigen, für den Bau Rosario Ibarra da Piedra, Leitungsmitglied der Menschenrechtsorganisation FNCR von Schulen für ihre Kinder, gegen hohe Preise, für Arbeitsplätze oder Bodenrechte kämpfen.

Foley: Könnt Ihr mir einige Beispiele solcher regionalen oder nationalen Konferenzen geben?

Mercado: Seit anderthalb Jahren haben die meisten linken Organisationen - nach einer Initiative der PR T in dieser Richtung — über die Möglichkeiten der Gründung einer nationalen Frauenorganisation diskutiert, die sich auf die Frauen der städtischen Armut, der Arbeiterklasse und der Bauernschaft stützt. Letzten März (1984) wurde ein Nationales Frauenforum einberufen, das compañeras der Slums, Delegierte der Coordinadora - El Movimiento Urbano Popular (Aktivistenorganisation der Slumbewohner), compañeras der Bauernorganisationen, die in der Coordinadoта - Plan de Ayala (die die ganze Bauernbewegung zusammenfaßt) an einen Tisch brachte. Es gab auch Gewerkschafterinnen, sowohl arbeitende Frauen als auch Sprecherinnen von Gewerkschaften. Und natürlich waren die Frauen der politischen Organisationen und der feministischen Gruppen anwesend.

Auf dem Weg zu einer nationalen Frauenorganisation

Dieses Forum sprach über eine große Bandbreite von Themen. So befaßte sich eine wichtige Diskussion mit den Problemen der Frauen, die in maguiladoras arbeiten (Fabriken, die im Rahmen der weltweiten Arbeitsteilung eines Multis nur einen extrem begrenzten Auschnitt des Produktionsprozesses durchführen, damit die Kampfkraft der Belegschaft nur von geringem Gewicht bleibt). Die Frauen aus diesen Betrieben sprachen über die Arbeitsbedingungen der 200000 die an der Grenze zu den USA unter solchen Zuständen arbeiten — natürlich fast alles Frauen. Zur Zeit des Forums wurde dort ein Kampf um das Recht geführt, einer Gewerkschaft beizutreten und um eine Demokratisierung der Gewerkschaften.

Im November 1984 fand eine landesweite Versammlung von Frauen aus den Slumgebieten statt, um die Probleme der Frauen aus diesen Ballungen um die Städte herum zu besprechen. Hauptthema war der Kampf um den Anschluß an

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die Wasserversorgung, die Stromversorgung usw. Ein wichtiges Thema, das sie als Hausfrauen wie als Arbeiterinnen betrifft, war das der hohen Preise. Im Kampf dagegen werden Konsumvereinigungen gegründet, aber auch vom Staat gefordert, in den Elendsvierteln Volks- Supermärkte einzurichten oder vergleichbare Einrichtungen.

Zugleich sprach die Versammlung aber auch darüber, innerhalb der Verbände der Slumbewohner die Teilnahme und die politische Schulung von Frauen sowie ihre Einbeziehung in die Führungen voranzutreiben.

Im Dezember 1984 fand ein erstes Treffen der Frauen der maquiladoras entlang der Grenze statt; etwa 50 Frauen nahmen teil. Es ging darum, wie all die Kämpfe zu koordinieren seien, die in diesen Ausbeuterschuppen geführt werden. Keine Gewerkschaftergruppe hat da so vielerreicht wie diese Frauen inzwischen — eine Struktur zu schaffen, die die ganze Grenzregion abdeckt. Außer dieser gibt es eine Koordination der Frauen im öffentlichen Dienst. Dort mobilisierten sich die Frauen gegen einen Beschluß der Regierung, keine Tageskrippen einzurichten für die Frauen, die auf den Ämtern arbeiten, sondern einen Zuschuß von 3000 Pesos (etwa 5 DM) monatlich zu gewähren zur Bezahlung einer Kinderbetreuung.

Ein weiteres Problem in diesem Beschäftigungssektor liegt darin, dais die Regierung systematisch versucht, Frauen von ihrem Arbeitsplatz zu verdrängen und sie wieder an den häuslichen Herd zu bringen. So hat die Gattin des Präsidenten eine Gruppe von Frauen organisiert, Ehefrauen der Chefs der Regierungsbüros, die Lehrgänge durchführen, die den Frauen die Werte der Familie nahebringen sollen, die ihnenein schlechtes Gewissen als Rabenmüttern machen sollen, die ihre Familie vernachlässigen.

Das gibt es auch bei den verstaatlichten Banken, wo 14 000 wegrationalisiert werden sollen. Ganz oben auf der Liste stehen dabei natürlich Frauen, vor allem die, deren Ehemänner auch bei einer Bank arbeiten.

Letztes Jahr bekamen die Beschäftigten im öffentlichen Dienst eine Teuerungszulage — nicht aber die Frauen mit Kindern in Tageskrippen! Sie kommen meistens eine halbe Stunde zu spät zur Arbeit, da sie ihre Kinder zur Krippe bringen müssen. Also sagte man, da sie ja ch schon eine halbe Stunde weniger arbeiteten, bekämen sie auch nicht diese Lohnerhöhung. Die Antwort der Frauen bestand in Arbeitsniederlegungen und vielen anderen Aktionen. Heute hat sich das Koordinationskomitee, von dem ich sprach, zu einer anfänglichen Form der Absprache aller Frauen entwickelt, díe Mitglieder der Exekutivausschüsse der Gewerkschaften dieses Sektors sind, um so zu einer umfassenderen Antwort auf die Probleme zu kommen, alle Frauen des öffentlichen Dienstes zu erreichen, die sonst isoliert von einander organisiert sind. Eine der ersten Maßnahmen in diesem Sinne war die Herausgabe einer monatlichen Zeitschrift, die alle Frauen mit den Problemen der Frauen im jeweils anderen Sektor bekannt machen soll. lede Frau soll sehen können, daß überall ähnliche Dinge passieren. Von dieser Zeitschrift und dieser Koordination der Gewerkschafterinnen aus soll eine nationale Versammlung aller Frauen im öffentlichen Dienst angestrebt werden und eine umfassende Gegenoffensive begonnen werden. Die erste Ausgabe der Zeitschrift ist soeben erschienen: Nosotras (. Wir Frauen").

Foley: Wie steht es mit den Bäuerinnen?

Mercado: Ende November 1984 fand der Kongreß der Koordination Plan de Ayala statt. Im Rahmen dieses Kongresses gab es ein Treffen von Bauersfrauen, das über die mögliche Abhaltung eines Kongresses von Bauersfrauen sprach. Sie entschieden sich für dieses Vorhaben, und ein solcher Kongreß wird nun Mitte des Jahres stattfinden.

Mitte des Jahres wird auch die zweite Nationalversammlung der Slumbewohnerinnen stattfinden. Deren Aufgabe wird vor allem die Bilanz und Kritik der bisher geleisteten Arbeit sein. Und alle diese Versammlungen finden im Kontext einer Diskussion unter den Gewerkschafterinnen und Frauen der politischen Parteien innerhalb dieser Massenkoordinationen statt, eine nationale Frauenorganisation gründen zu wollen, die eine verallgemeinerte Antwort auf die Offensive der bürgerlichen Regierung gegen die Frauen Mexikos bietet - Arbeiterinnen wieSlumbewohnerinnen wie Frauen vom Dorfe. Um die Gründung einer solchen nationalen Koordination aller Frauenbewegungen vorzubereiten, ist es notwendig, in den meisten Regionen und Branchen, in den Wohnsiedlungen und Gewerkschaften erste Kerngruppen zu haben, die bereit sind, eine solche Organisation zu schaffen. Es ist deshalb notwendig, weil sie eine richtige Organisation sein soll, damit sie eine feste Basis hat. Wenn dieserreicht ist, kann darüber gesprochen werden, für wann die offizielle Gründung béschlossen wird. Foley: Welche Rolle spielt denn die PRT in diesem Prozeß?

Moreno: Wir versuchen die Koordination all dieser Kämpfe auf nationaler Ebene voranzubringen. Es haben reichlich viele Kämpfe stattgefunden, aber oft haben sie wegen ihrer Isolation mit einer Niederlage geendet und somit die ganze Bewegung geschwächt. Wirglaubeneine wirkliche Bewegung ist notwendig, nicht nur einzelne Kämpfe immer dann wenn der Schuh drückt.

Andererseits nähern wir uns jetzt dem Wahlkampf für das Bundesparlament im Juli dieses Jahres. Wie die Leserinnen und Leser der INPRE- KORR sicherlich sich erinnern, nahmen wir ja an den Wahlen von 1982 mit der Spitzenkandidatin Rosario Ibarra da Piedra teil, der ersten Präsidentschaftskandidatin in der Geschichte Mexikos. Dieses Jahr geht es nur um die Abgeordnetenkammer. Wir stellen im ganzen Lande 300 Kandidatinnen und Kandidaten auf.

Wie schon vorigesmal wollen wir die Kampagne nutzen, um die Anliegen der Massenkämpfe in die Offentlichkeit zu tragen, darunter natürlich auch den Kampf und die Organisierung der Frauen. Zu diesem Zwecke werden wir um die Wahlkampagne herum Frauenkomitees aufbauen. Deren Zweck wird jedoch nicht einzig und allein auf die Wahlen ausgerichtet sein, vielmehr sollen sie Kämpfe für die Sofortforderungen der Frauen organisieren sowie die Unterstützung von Frauen für unsere Kandidatur.

Bei den Wahlen 1983 im Bundesstaat Tamaulipas konnten wir sehen, was ein solches Frauenkomitee im Rahmen eines Wahlkampfs alles tun kann. Die Frauenkomitees wurden auf der Basis der verschiedenen ejidos (der alten indianischen Landeinheiten) gebildet, um den Kampf für Frauenforderungen aufzunehmen und gleichzeitig auf die Respektierung des echten Wahlergebnisses zu achten. (Wahlfälschungen finden ir abgelegenen Gebieten nämlich in krasser und offener Weise statt.)

Eine der Forderungen war die nach einer Getreidemühle. Das war eine sehr wichtige Forderung. Wenn du keine Mühle hast, dann mußt du in einanderes Dorf wandern, um deinen Mais zu mahlen, oder du mußt selber zwei bis drei Stunden täglich zu Hause mit dem Mörser arbeiten, um die tortillas zu machen. Noch nie zuvor hatten Frauen eine solche Forderung aufgestellt. Daß sie damit auch noch Erfolg hatten, hat ihr Leben grundlegend verändert.

Und diese Frauenkomitees waren die beste Verteidigung der korrekten Stimmauszählung, sie waren entschieden und radikal.

Wir betrachten diese Komitees als Teil des Prozesses der Herausbildung einer nationalen Frauenorganisation. Wenn die Wahlen vorüber sind, werden sie nicht einfach den Laden dicht machen.

Foley: Was für einen Einfluß hatte die Organisierung der Frauen in Nikaragua und El Salvador auf die Frauenbewegung in Mexiko?

Mercado: Nicht sehr viel bislang. Es

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gab Ende November eine Versammlung lateinamerikanischer Frauen in Kuba, wo beschlossen wurde, Frauen-Koordinationskomitees in allen Ländern Lateinamerikas zu bilden mit dem Ziele einer Kontinentalen Front für den Frieden. Deren Hauptziel wäre die Abwehr einer US-Intervention in Nikaragua und El Salvador, einen weiblichen Schutzwall gegen die Intervention zu bilden. Diese Art Organisation ist auch in Mexiko von Frauen aus politischen Parteien, autonomen Frauengruppen und Intellektuellen gebildet worden. Aber für die breitere Bewegung hat sie keine Bedeutung gehabt. Es ist mehr ein rein linkes Projekt. Natürlich tragen wir auch die Frage der Interventionsgefahr in die Frauen der Massenbewegung.

Foley: Was wird am 8. März, am Internationalen Frauentag, geschehen? Mercado: Wenn man vom letzten Jahr ausgeht, werden einige bedeutende Aktionen stattfinden. Letztes Jahr gab es einen nationalen Aktionstag um drei Achsen: gegen hohe Preise, gegen Repression und für das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper. Da halt, dals in Mexiko der Internationale Kongrefs über Bevölkerungspolitik stattfand. Es gab eine Demonstration von Frauen - vorallemaus den Slums — vor dem Außenministerium, um zu fordern, dais die Bevölkerungspolitik sich nicht danach richten solle, ob es zu viele oder zu wenige Menschen gibt, sondern vor allem die Auffassungen der Frauen berücksichtigen solle. Das war eine für Mexiko völlig neuartige Demonstration.

Es wird sicherlich der Vorschlag kommen, dieses Jahr den Faden an der Stelle wieder aufzunehmen und eine Demonstration für die sich aus der Schwangerschaft ergebenden Rechte der Frauen, für sichere und unschädliche Verhütungsmittel. u.ä. durchzuführen. Der Kampf gegen Preissteigerungen und Repression bleibt ebenfalls aktuell, auch weil sie für eine Einheitsfront aller Frauen unerläßlich sind.

Foley: Wie wirkte das Einsetzen der Rezession auf die Frauenbewegung in Mexiko?

Mercado: Vor drei oder vier Jahren hatte die Frauenbewegung in Mexiko aufgehört noch eine Bewegung zu sein, es gab nur noch einige isolierte Frauengruppen. Da die Massen der Frauen in unserem Land sich für die Forderungen der autonomen Frauenbewegung nicht empfänglich zeigten, geriet die Bewegung in eine Sachgasse. Die Frauen wußten nicht mehr, was sie noch machen sollten.

Der Einbruch der Krise dann schuf eine neue Art der Frauenbewegung, andere Typen der Mobilisierung, in anderen Bereichen der Gesellschaft. Mehr als je zuvor erhoben sich die Frauen in den Slums gegen die überhöhten Preise, setzten sie sich für Dienstleistungen für ihre Haushalte ein, die sie vor allem betreffen, da die Männer meistens draußen auf Arbeit sind oder auf der Suche danach. Und das erste, was die Regierung kürzen wollte, waren natürlich die öttentlichen Einrichtungen.

Auf dem Lande begannen die Frauen zu fordern, daß man ihnen tatsächlich den „Frauenteil" des ejido aushändige zur eigenen Bearbeitung und um eignes Geld bei der Hand zu haben. Und im Zusammenhang damit begannen sie, noch weitere Forderungen zu stellen, nach Staatgutbereitstellung für ihre Landstücke, nach Wasser. Sie begannen Kooperativen zu bilden, um Brunnen zu graben und Vieh anzukaufen. Sie fingen an, sich innerhalb der Gemeinde als Frauen zu organısieren.

In der gleichen Zeit fanden sich die Frauen in den Gewerkschaften von Entlassungen ganz besonders betroffen und reagierten darauf.

So hatten wir auf einmal eine neue Form der Frauenbewegung, eine neue Form der Mobilisierung. Und die autonomen Frauengruppen, die noch bestehen, versuchen sich mit dieser Bewegung zu verbinden, um eine bewußte Bewegung zu schaften, eine, die nicht ausschließlich auf den Sofortforderungen gründet.

Foley: Was für Verbindungen gibt es zwischen Frauenorganisationen und Ge werkschaften?

Mercado: Keine - wirklich. Entwickelt haben sich die Organisationen der Frauen. Zum Beispiel gibt es Frauen, die in den Fabriken nur in bestimmten Arbeitsprozessen stehen, die gefährlich sind und eine Lebensgefahr bedeuten. Sie haben kein Recht aut Ausbildung, um sachkundig über den Arbeitsprozels zu sein. Es gab Mobilisierungen für das Recht auf Ausbildung und Fortbildung. Oft geschieht es aus diesem Grunde, daß die Frauen, wenn sie sich während der Pausen in der Kantine treffen, spontan beschließen, gleich nachher die Produktion lahmzulegen. In einigen Fallen sind sie dabei von der Gewerkschaft unterstützt worden, in anderen aber wieder auch nicht.

In der Gewerkschaft der U-Bahn-Arbeiter zum Beispiel gab es eine Mobilisierung aller weiblichen Mitglieder für das Recht, auch Fahrerin sein zu können. Auf dieser Ebene gab es eine Reihe von Kämpfen. Aber sie schufen kein Bündnis von Frauen- und Gewerkschaftsorganisationen. Es gab innerhalb der Gewerkschaftsbewegung nur isolierte Kämpfe. Eine Bewegung lohnabhängiger Frauen hat zu wachsen begonnen, besonders, wie schon dargestellt, in den maquiladoras und imöffentlichen Dienst. Aber von den Gewerkschaftsführungen kommt hierzu keine Unterstützung.

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