Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

IV. Internationale: Mexiko

Nationaler Kongreß der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT)

Inprekorr Nr. 167, März 1985 · S. 40 · 531 Wörter

Mexiko IV. Internationale

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Die vierte Nationale Konferenz der mexikanischen Sektion der Vierten Internationale, der Revolutionären Arbeiterpartei (PRT), fand im November 1984 in Mexico City statt. Sie wurde mit einer öffentlichen Veranstaltung eröffnet, zu der mehrere tausend Personen erschienen, darunter große Kontingente Bauern, colonos (Bewohner von Slums) und Gewerkschaftsaktivisten aus dem ganzen Lande.

Aut dem Podium saßen verschiedene Führer der Arbeiter und der Bauern und Vertreter der meisten Parteien der mexikanischen Linken, darunter auch der PSUM, der dortigen KP. Ausländische Gäste waren unter anderen ein Vertreter von Radio Venceremos aus El Salvador, Hugo Blanco von der peruanischen Sektion der Vierten Internationale, Ramon Jimenez, der Führer der Unabhängigen Bauernbewegung der Dominikanischen Republik und ein Abgesandter des Vereinigten Sekretariats der Vierten Internationale.

Die Konferenz befaßte sich mit fünf Vorlagen: eine allgemeine politische Resolution, eine Resolution über organisatorische Fragen und Statuten, eine über die Wahlpolitik für 1985, eine Debatte über Mittelamerika und schließlich über den weiteren Aufbau der Vierten Internationale.

Die Resolution über Organisation und über Statuten, vorgetragen von den Genossen Sanchez und Gonzalez, versuchte Lösungen für die neuen Probleme zu geben, die aus dem Wachstum der Organisation entstanden sind. Denn seit der Wahlkampagne von 1982 ist die PRT um das Dreifache gewachsen und hat sich in ihrer sozialen Zusammensetzung stark verändert, da viele Arbeiterund Bauernaktivist/inn/en ihr beitraten. Damit einher ging ein spektakuläres Wachstum ihres Einflusses in den Einheitsfrontorganisationen der Massen, z.B. im Revolutionären Volksblock (BPR) der Slumbewohner. Das gleiche geschah in der Arbeiterbewegung und in der Frauenbewegung. Die Konferenz kam zu dem Schluß, neue Kriterien für die individuelle Mitgliedschaft und den organisatorischen Anschluß an die Partei einzuführen, sowie die Basisstrukturen nach geographischen Kriterien einzuteilen.

Genosse Pascoe trug die Vorlage zur Wahlpolitik vor. Notwendig sei eine unabhängige Klassenalternative in Gestalt einer „Allianz der ganzen Linken" Am Tag vor der Konterenz hatte es im Tal von Mexico Kommunalwahlen gegeben, bei denen eine linke Koalition mit der PSUM und der PRT 8 % erreichte; die PR T hat damit sechs Sitze im Rat der Hauptstadtregion eingenommen. Ahnliche Einheitsverhandlungen gibt es für die Bundsstaaten Sonora und Colima. Die PRI vertolgt das Ziel der Einheit mit allergrößter Klarheit und Entschlossenheit. Aber da gibt es einige Hindernisse. Die Wahlgesetze schränken die Möglichkeiten eines Wahlbündnisses sehr stark ein. Wenn zwei oder drei Partelen eine gemeinsame Liste bilden wollen, können sie das nur, indem jede einzelne ihren legalen Status aufgibt zugunsten der Koalition selber oder indem sich die jeweils anderen Parteien vor dem Gesetz dem Namen der einen unterstellen..

Die PRT hat der PSUM und der Mexikanischen Arbeiterpartei (PMT, eine linksnationalistische Gruppierung), sowie weiteren kleineren Parteien den Vorschlag einer Kandidatur unter einem Namen gemacht. Untereinander gespalten und auf der Suche nach einer Ausflucht, haben die Bündnispartner der PRT gemeinsame Listen bei Kommunalwahlen, und getrennte bei Nationalwahlen vorgeschlagen.

Das Vertrauen der PRT in dieeigenen Kräfte und die Unterstützung für die Perspektive der Einheit waren der rote Faden der Konferenz. Der Sprecher der PSUM mußte dies feststellen, als seine Grußbotschaft immer wieder von Sprechchören „Einheit! Einheit!" aus den Zuschauerrängen unterbrochen wurde.