Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

„Ich stehe zu meiner Klasse“ – Zum Tee mit McGregor

· Inprekorr Nr. 164, Januar 1985 (extra) · S. 20-22 · 931 Wörter

Gewerkschaften und Streiks

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ge. Ich stehe zu meiner Klasse. Es wurde argumentiert, die einstweilige Verfügung sollte als Dringlichkeitssache behandelt werden, weil einige Bergleute schließlich arbeiten wollten.

Ha, Dringlichkeit, das ich nicht lache! Nachdem die NUM in Übereinstimmung mit ihrer Statuten und Verfahrensregeln seit sieben Monaten im Streik ist und davor schon 19 Monate lang eine landesweite Überstundenverweigerung durchgeführt hat! Über ein so grundlegendes Prinzip kann es keinen Kompromiß geben.

Verrechnet Euch nicht, meine Herren, dieser NUM-Vorstand wird nicht dafür zu haben sein, seine Mitglieder zu verraten. In der Vergangenheit haben oft Arbeiter und Gewerkschafter auf ihre Führer verwiesen: „Sie verrieten uns. Sie verkautten uns. Sie sagten uns, bevor sie gewählt wurden das eine, wenn sie aber erstmal ihren netten Job als Hauptamtliche hatten, was ganz anderes.

Als ich mich für den Posten des nationalen Vorsitzenden meiner Gewerkschaft bewarb, stellte ich klar, daß, wenn Mitglieder der NUM einen Präsidenten . haben wollen, der darauf aus ist, geadelt zu werden - dann: wählt bitte nicht mich. Ich sagte, es sei wichtiger, seine Prinzipien nicht zu verhökern oder Einschränkungen bezüglich der von einer nationalen Konferenz der Gewerkschaft beschlossenen Politik zu machen, als einen Sitz im Oberhaus zu ergattern. Ich versprach, während meiner gewerkschaftlichen Laufbahn

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alles, was ich nur kann, zu tun, die Ziele und Wünsche der Mitgliedschaft ein Stück näher zu rücken. Ich würde sagen, verehrter Herr Vorsitzender, daß ich mein bestes versucht habe, meine vor der Wahl gegebenen Versprechen zu erfüllen. Ich wünschte nur, daß die Leute in der Bewegung sich den Arbeitsstil Jimmy Knapps [Gewerkschaftsführer aus der Zeit des Generalstreiks 1926, IPKir stehen in einem Härtetest. Wir stehen einer Regierung gegenüber, die ständig angstvoller und wütender wird. Und der Dopplereffekt von Angst und Wut zeigt sich in der wilden Hysterie ihrer Angriffe auf unsere Klasse und ihrer Angriffe auf unsere Gewerkschaft.

Es ist kein Zufall, daß tausende Polizisten von überallher zusammengezogen werden, um unsere Dörfer in Orte zu verwandeln, die man ohne Paß nicht betreten kann. Wenn Leute das nicht verstehen sollten, dann sollten sie kommen und es sich anschauen. Wir haben gesehen, wie Busse der öffentlichen Verkehrsbetriebe zum Umkehren gezwungen wurden, weil zehn Streikposten der Bergleute in ihnen saßen. Wir haben gesehen, wie Fußballmannschaften nicht zu ihrem Austragungsort kommen konnten, weil sie ja verkleidete Bergleute hätten sein können. Wirsahen, wie Leute Dieser Typ, der McGregor ist wirklich unverschämt. Ich erinnere mich daran, daß Mick McGahey, Peter Heathfield und ich eines samstagsabends dachten, wir seien auf dem besten Wege zu einer Verhandlungslösung. Wir hatten einen Punkt erreicht, wo wir ernsthaft glaubten, daß NCB würde nachgeben, und wir richteten uns auf die Nacht ein. Wir begannen im Büro ein Täßchen Tee zu trinken. Und Mick McGahey erzählt McGregor: „Ich war 1954 in der Sowjetunion, die Bergwerke waren verwüstet, aber Entwicklung war das Ziel, und die Menschen wurden dabei als das wichtigste betrachtet. Heute ist diese Industrie geradezu unglaublich entwickelt."

Darauf sagt McGregor: „Weißt Du, Michael, ich war 1956 da und ich muß Dir zustimmen. Diese Russen haben tolle Arbeit geleistet. Nicht so gut, wie ich es gewünscht hätte, aber beachtlich, beachtlich."

Darauf Peter Heathfield: „Also, ich war mal in China. Die Chinesen bauen jetzt da Kohleab, wo früher nur Torfland war. Wahnsinn! Toll!!" McGregor: „Also, Peter, ich war auch in China. Und diese Chinesen sind noch viel besser als die Russen." Da dachte ich mir, jetzt kannst Du auch nicht außen vorbleiben. „Kennt In PreKorr Nr. 164, extra Ihr das Land, das wohl das beste ist, das ich je gesehen habe? Kuba, kennt Ihr das? frage ich. „Ich besuchte die Bergwerke in der Provinz Oriente. Die Bergwerke, wie sie heute unter dem sozialistischen System sind, damit zu vergleichen, wie scharf die Auseinandersetzungen und Probleme in der Zeit der Privatbesitzer vor der Revolution war — das war phantastisch. Haben Sie die auch schonmal gesehen?"

Da trat das ein, was man eine unheilsschwangere Pause nennt. Und schließlich hieß es nicht mehr „Peter" oder „Michael" ', sonder: „Mr. Scargill, ich war der Besitzer. " Und weiter: „Ihr Freund Castro, Fidel Castro, hat sie mir geklaut."

McGahey stöhnte auf: „Das hat alles verdorben!" Tatsächlich hatte McGregor seine Linie am anderen Morgen geändert.

Was ist das für ein Chef des NCB, daß er keine Vorstellung von der britischen Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung hat? Ein Mann, der in den USA Chef einer Bergwerksgesellschaft war, die ziemlich offen zugab, Bergwerke so zu entwickeln, nur nicht gewerkschaftlich organisierte Arbeitskräfte einzustellen. Ich zweifle nicht daran, daß das auch die Art Philosophie ist, die er hier und heute in Britannien durchziehen will." Zum Tee mit McGregor verhaftet wurden, die gerade zu einer Gerichtsverhandlung fuhren. Die bürgerlichen Freiheiten und die Menschenrechte werden systematisch abgebaut.

Diejenigen unter uns, die das, was passiert, nicht als eine Warnung autfassen, tun dies aut eigene Getahr. Heute rücken sie an, um sich die National Union of Mineworkers zu schnappen, und morgen kommen sie wegen des Rests der Bewegung. Wir werden mit aller verfügbaren Kraft Widerstand leisten. Wenn das heißt zu leiden, wenn das heißt, daß ich ins Gefängnis muß, dann müssen wir das eben hinnehmen. Wir müssen die Folgen unseres Handelns hinnehmen, denn es ist wichtiger, als Klasse zusammenzustehen, zu seinen Mitgliedern zu halten, als sich wegzuducken und die Entscheidungen entweder eines ungewählten Richters hinzunehmen oder das Diktat einer Regierung, die das Wort Demokratie nicht einmal aussprechen kann. Arthur Scargill an McGregor

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InPreKorr Nr. 164, extra Konferenz der Labour Party: