Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Reagan behauptet, dass die winzige Insel Granada für die USA eine Bedrohung darstellt

· Inprekorr Nr. 157, 1. Oktober 1983 · S. 10-11 · 711 Wörter

USA und Kanada Kuba und Karibik

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

„Reagan behauptet, daß die winzige Insel Grenada für die USA eine Bedrohung darstellt"

Rede von Premierminister Maurice Bishop am 16. April 1983, zitiert nach Socialist Action, Nr.8, 6.5.83 Bei der Solidaritätsveranstaltung in Großbritannien hielt Bishop eine besonders internationalistische Rede. Er erinnerte an all die Tatsachen, die sich seit seinem letzten Auftreten in London im Jahre 1980 verändert haben: Die kapitalistische Weltwirtschaftskrise hat sich verschärft, der Handel stagniert, der Protektionismus wächst, die

Seite 11

Literaturtips:

Maunce Bishop: Forward Ever - Three Years of the Grenadian Revolution Pathfinder Press. Sydney 1982 287S. DM25.-. Gesammelte Reden des Premierministers win 1979 bis 1982 Fedon-Publishers (Hg.): In the Spint of Butler - Trade Unionism in Free Grenada St Georges 1982, 104S. DM7.50 Umfassende Darstellung der Entwicklung der Gewerkschaften in Grenada nach der Revolution Zahlreiche Interviews mit Gewerkschaftern. Biographie Butlers. Abdruck von Gairys Antı-Gewerkscnafts-Gesetzen

Merle Hodge und Chris Searle is Freedom We Making - the New Democracy in Grenada St Georges. 92S., DM5. - Eine Oral History der eigenen revolutionaren Geschichte Hier berchten die 72jahrge Catherine Ventour und die 18 abrige Lorianne Felix aus eigenen Erfahrungen Ches Searte und Don Roas To Costruct from Morning St Georges 150? 168S DM11 - Darsteliung der Entste hung des Haushaltspians unter EinDeziehung der Bevolkerung in die Diskussionen Gutes Beispiel fur die Einlosung Maurice Bishop between Sandinista leader Daniel Ortega and Fidel Castro on May Day, Havana, 1980.

sogenannten Entwicklungsländer bleiben auf ihren Erzeugnissen sitzen oder missen sie billiger verkaufen. „So hatten wir in Grenada zum Beispiel schon einmal 10 Millionen Pfund Muskatnüsse auf Lager bei einer jährlichen Produktion von 6 Millionen Pfund. Wir mußten zusehen, wieder Kakaopreis in den letzten zwei Jahren um 65% fiel, was wir wegen des sinkenden Kurses des englischen Pfunds noch stärker zu spüren bekamen.

Zur gleichen Zeit verkauften die kapitalistischen Länder ihre Güter teurer an uns, und so setzt sich der Teufelskreis fort. Diese Länder haben mehr und mehr Handelsschranken gegen uns aufgebaut. Ihre protektionistische Politik bedeutet, daß die an ihren Landesgrenzen errichteten Zollschranken unseren waren den Zugang zum Markt verwehren.

So haben wir nun eine Situation erreicht, die in der Geschichte der Menschheit ohne Beispiel ist. Ende letzten Jahres hatten die Entwicklungsländer über 600 Mrd. Dollar Handelsdefizit. Allein 130 Mrd. mußten sie Zinsen zahlen. In den letzten drei Jahren haben wir infolge mangelnder Kredite, niedriger Erlöse unc hoher Zinsraten über 85 Mrd. Dollar an Kaufkraft eingebüßt."

Bishop erwähnte die imperialistischen Handelskriege und ging dann auf die politische Krisenentwicklung ein, „die sich Ronald Reagan nennt — das größte Unheil für die Menschheit seit Hitler". Bishop erinnerte an Reagans Interventionen in Westeuropa: gegen kommunistische Minister in Frankreich, gegen den Osthandel der BRD, gegen die humanitäre Hilfe des Roten Kreuzes in El Salvador. Aber auch letzteres könnte den Erfolg des kämpfenden Volkes von El Salvador nicht stoppen, ebensowenig wie sich die Sandinistas von den durch amerikanisches Militär ausgebildeten Konerrevolutionären besiegen ließen. Trotz aller Angriffe bliebe schließlich Kuba das leuchtende Beispiel für die Völker Lateinamerikas und der Karibik. „Einer der Gründe, warum ronald Reagan so überaus wütend ist, besteht darin, daß er nicht nur zusehen mußte, wie wir allen Destabilisierungsversuchen widerstanden, sondern daß er auch beobachten konnte, wie unser Land vorankam. Im letzten Jahr verzeichneten wir ein_Wirtschaftswachstum von 5,5% — ganz im Gegensatz zu der Zeit vor der Revolution, wo wir ein negatives Wachstum hatten. In den letzten vier Jahren haben wir • damit insgesamt ein Wachstum von 15% erreicht. Im gleichen Zeitraum wuchsen die Ausgaben für öffentliche Aufgaben von 8 Mio. Dollar 1978, dem letzten Jahr vor der Revolution, auf 101 Mio. 1982. (Fortsetzung S. 15/ des Grassroots-Democracy Konzepts Grenada Nachrichten

Nr. 3 enthält: Veranstaltungsberichte, Resolutionen, einen Redebeitrag von Philip Agee, Presseschau Zu bezichen hei: Ulrich Theis, Rostockerstr. 12 , 2 000 Hamburg 1 ; Guayant Konntee. c/o Manfred Ernst, Krochmannstr. 6, 2 000 Hamburg 60, Preis: S,-DM Die neueste Nummer der Grenada-Nachrichten befaßt sica mit der Geschichte der Insel und bringt einen Gesamtüberblick über die Entwicklung seit der Revolution. Das Heft kostet 4,- DM, ein jahresabo 30,- DM, Bestellung durch Uberweisung an Manfred Ernst, PSA Hamburg, PSK 395 924-205.