Resolution des Vereinigten Sekretariats der Vierten Internationale, 24.Jan 1983. EIN KAPITALISTISCHES LAND BE- SONDERER ART 1.
Im Verlauf der letzten zehn Jahre trat das südliche Afrika als Gebiet mit besonderer Bedeutung für die Weltpolitik in Erscheinung. Der Sieg der Befreiungsbewegungen in den ehemaligen portugiesischen Territorien, das Ende des rassistischen Regimes der Weißen in Zimbabwe und der Aufschwung der Massenkämpfe in Südafrika haben ein ehemaliges Gebiet fester imperialistischer Vorherrschaft in eine Zone der Krise und Umwälzung verwandelt. Angesichts der Tatsache, daß eine ansehnliche Zahl strategischer Rohstoffe und ein großer Teil der imperialistischen Investitionen in diesem Teil des Kontinents konzentriert sind, verursacht diese Krise bei den imperialistischen Mächten große Unruhe. Der Schlüssel für die Zukunft des südlichen Afrika liegt in der Republik Südafri- Ka. Dieses Land ist der wichtigste regionale Stützpunkt des Imperialismus und die Hauptkraft der Konterrevolution. Durch die Arbeit einer großen und mächtigen schwarzen Arbeiterklasse weist es aber auch eine wohlhabendere industrialiserte Wirtschaft als jedes andere Land auf dem afrikanischen Kontinent auf. Wenn die schöpferischen Kräfte der südafrikanischen Arbeiter von den Fesseln des Rassismus und Kapitalismus befreit würden, könnten sie zu einer riesigen sozialen Kraft für die Befreiung Afrikas von imperialistischer Vorherrschaft werden.
Die Republik Südafrika ist ein halbindustrialisiertes kapitalistisches Land, das trotz wichtiger industrieller Entwicklung noch von Investitionen und technischer Hilfe des Imperialismus abhängig ist. Aber es ist ein kapitalistisches Land besonderer Art. Die große Mehrheit der Bevölkerung und die überwältigende Mehrheit der industriellen und landwirtschaftlichen Produzenten haben im eigenen Land keine Staatsangehörigkeit. Sie haben weder das Recht auf Selbstbestimmung noch grundlegende demokratische oder politische Rechte. Das ist eine international einzigartige Situation, die herrührt aus der besonderen Form der Einpflanzung von Kapital durch die weißen Siedlerkolonialisten, verbunden mit ausländischem Kapital: zuerst mit dem holländi- ren auszuüben. Die niedrigeren Goldpreise schen und britischen Kolonialismus, da- und die Schwankungen seit 1981 erklären, nach allgemein mit dem Imperialismus. warum es die südafrikansiche Wirtschaft Apartheid ist nur die letzte Form der Ras- nicht länger von der internationalen Rezessentrennung, durch die das internationale sion abschotten konnte: die Handelsbilanz Kapital und die führenden Schichten der ist defizitär, die Inflationsrate beträgt ungeweißen Einheimischen fähig waren, die fähr 15-16 %. Überausbeutung des schwarzen Proleta- Dieser riesige Reichtum wird von südariats über ein Jahrhundert lang aufrecht- frikanischem und ausländischem Kapital zuerhalten. Diese Uberausbeutung ist die gemeinsam kontrolliert; das eine ist mit Quelle der Profite der Gold- und Diaman- dem anderen zunehmend enger verbunden tenminen, die eine der wesentlichsten und in Konzerne und Gesellschaften einge- Grundlagen der internationalen kapitalisti- gliedert, die gemeinsame Unternehmen beschen Wirtschaft und der Akkumulation Den anderen Pol der Gesellschaft des einheimischen Kapitals bilden. bildet die verarmte Masse der schwarzen Südafrika ist ein halbindustrialisiertes Arbeiter (Afrikaner, »farbige« und «indi- Land, dessen Industrie 1975 22 % des Brut- sche« in der offiziellen Ausdrucksweise), toinlandsproduktes ausmachte. (Die nach- deren Grundeinkommen ungefähr 10% folgend am höchsten industrialisierten Län- von dem der Weißen ausmacht. Das größte der des Kontinents waren Agypten mit Elend ist unter der Bauernschaft der Bantu- 17 % und Nigeria mit 10%). Im Vergleich stans zu finden, die weitgehend von den dazu ist das Verhältnis in Mexiko 23 %, in Subventionen des südafrikanischen Staates Argentinien 35 %, in Südkorea 28 % und in und von Löhnen der Wanderarbeiter ab- Hongkong 30 %. 1977 war das Wachstum hängig sind. Diese Polarisation zwischen des Bruttosozialprodukts in Südafrika drei- reich und arm macht, gerade weil sie mit mal so hoch wie der Durchschnitt des Kon- der Apartheid und der Kontrolle allen tinents. Ende der 80er Jahre soll der Anteil fruchtbaren Landes durch die Weißen zudes Sekundärsektors am BSP (Bruttosozial- sammenhängt, die soziale Situation Südaprodukt) auf 28,9 % steigen. frikas so explosiv. Die Republik Südafrika besitzt die größte Konzentration von Mineralien in der kapitalistischen Welt. Sie ist der größte Produzent von Gold (75 % der kapitaliti- Südafrika besitzt auf dem afrranischen Weltproduktion). Bei Uran und Dia- schen Kontinent eine absolut einzigirtige manten steht sie an dritter Stelle, an zweiter Stellung. Im Afrika südlich der Sahara bei Chrom, an siebenter bei Phospat und konzentriert es allein fast 50% aller impe- Kohle, wo sie aber einer der Hauptexpor- rialistischen Investitionen auf sich. Die Beteure ist, an achter bei Nickel und Stahl. Ihr deutung seines Reichtums an Meralien Anteil der Weltproduktion an Platin ist und der Export seines Bergbaus michen es 92 % und bei Mangan 62 %. Die Produk- zu einem lebenswichtigen Stützpinkt der tion von Mineralien macht ungefähr 20% internationalen kapitalistischen Wirtschaft. der Nationalproduktion aus und steigt bei Die Entwicklung der kolonialen Fevolution den Exporten auf 80 %. besonders im Nahen Osten hat ci: globale Zum Teil hält dieser Anteil des Ein- strategische Bedeutung Südafikas nur kommens aus den Mineralien am Gesam- noch vergrößert. Im Juni 1981 wurde in teinkommen die Abhängigkeit vom Impe- Buenos Aires eine private Konfaenz abgehalten, an der Militärs von den JSA, von Goldproduktion führt eher zur Abhängig- Südafrika, Uruguay, Argentinien, Chile keit vom imperialistischen Markt, als daß und Brasilien teilnahmen. Sir hatte den sie ein Mittel des Drucks oder der Autono- das langfristige Proje eines Sümie ist. Schwankungen im Preis des gelben datlantischen Paktes zu diskuiren. Was- Metalls beeinflussen die südafrikanische hington war besonders an der Nutzung des Wirtschaft stark. Das Regime in Pretoria Militärstützpunkts in Simonstevn interesist nicht wirklich fähig, irgendeinen Einfluß siert, der von den Briten 1975 aufgegeben auf diese von außerhalb bestimmten Fakto- worden war.
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Die Entwicklung der nationalen Befreiungsbewegung in Schwarzafrika und besonders im südlichen Afrika hat dic Republik Südafrika als bedeutendste konterrevolutionäre Kraft in diesem Gebiet gefestigt. Seine militärischen Interventionen in Zimbabwe vor der Unabhängigkeit, in Angola, Namibia und Mozambique haben die Tendenz, sich über ein weiteres geographisches Gebiet auszubreiten. Das Verteidigungsbudget hat sich in den letzten zehn Jahren vervierfacht und jetzt 2,5 Milliarden Rand jährlich erreicht. Die Rüstungsindustrie in Südafrika ist ein Sektor erstrangiger Bedeutung und bereits in der Lage, schwere Waffen auf der Grundlage von früher importierten ausländischen Modellen zu erzeugen. Die Regierung fördert es, daß Spargelder in Wertpapieren der nationalen Verteidigung angelegt werden. Ausländische Gesellschaften wie die Barclays Bank, Telefunken und eine Tochtergesellschaft der französischen Thomson Gruppe haben ebenfalls in solche Wertpapiere investiert. Der südafrikanische Staat war in der Lage, sich verschiedene Technologien zunutze zu machen, die von ausländischen Firmen eingeführt wurden. Diese nutzten ihre militärischen Möglichkeiten wie immer unter Umgehung der Empfehlungen der UNO aus, allen Waffenhandel mit Südafrika zu stop- Das Wachstum der südafrikanischen Wirtschaft erzwingt mehr und mehr die Einbeziehung afrikanischer Staaten in seine geschäftliche Einflußzone. Ein bedeutender Betrag des in diesen Ländern investierten Kapitals kommt aus Südafrika. Es dominiert auf verschiedene Weise die Wirtschaft von Botswana. I esotho und Swaziland. Es übt starken Einfluß auf die Volkswirtschaft von Zimbabwe, Mozambique und Zambia, vor allem auf die Bergwerke des letztgenannten Landes, aus. Die Lebensmittel, welche in diesen Ländern verbraucht werden, stammen zu einem erheblichen Teil aus Südafrika. Das südafrikanische Kommunikationsnetz überzieht einen Teil des Subkontinents. In Mozambique hängt das Funktionieren des Hafens von Maputo von Material und Personal aus Südafrika ab. Der riesige Cabora-Bassa-Staudamm dieses Landes exportiert den größten Teil seiner Energie nach Südafrika. Hinzukommt, daß aus einigen dieser Länder Arbeitskräfte für einige Zeit in die südafrikanischen Bergwerke emigrieren. Dieser wirtschaftliche Einfluß reicht heute bis Kenya, Zaire, Kongo und Mauritius. Allein im Jahre 1980 nahmen die südafrikanischen Ausfuhren in andere afrikanische Länder um 66,6 % zu und erreichten die Höhe von 1,1 Milliarden Rand.
Alle ernsthaften Versuche, das wirtschaftliche Gewicht des rassistischen Bollwerks zu schwächen, müssen unterstützt werden. Indes sind die derzeitigen Aufrufe der »Frontstaaten«, internationale Hilfe zu leisten, damit ihre Abhängigkeit abnimmt, utopisch. Man gibt sich einer tragischen und gefährlichen Illusion hin, wenn man glaubı, die imperialistischen Staaten würden drangehen, diesen Staaten entscheidend dabei zu helfen, mit dem südafrikanischen Einfluß zu brechen, wo sie doch selbst so dick in diesem Land drin sind. Appell an Arbeiter (der Industrieländer) vor dem Problem des deutsche Arbeiter Arbeitsplatzverlustes, weil Unternehmen in den Län- Das ist unser Appell an die dern dann investieren werdeutschen Arbeiter, beson- den, wo die Arbeiter kaum ders an diejenigen, deren Ar- organisiert und ihre Gebeitgeber Tochterunterneh- werkschaften schwach sind. men in Südafrika haben: Wir wollen wirklich enge Bauen wir direkte und soli- Beziehungen der Solidarität darische Beziehungen auf! zwischen Arbeitern derselben transnationalen Konzer
Wir glauben, daß das ein ne und ihren jeweiligen Ge- Gleichgewicht der Macht werkschaften schmieden zwischen Management und Arbeiterschaft bewirken wird. Gelingt dies nicht, ste- Chris Dlamini, Präsident hen die hochorganisierten von FOSATU aus :
Gewerkschatts-Zeitung südafrika Diese Zeitung gibt Informationen über die Situation der schwarzen Arbeiter in Südafrika. 8 Seiten.
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Evangelische Pressestelle
Hamburg, Januar 1983 für Weltmission, Mittelweg 143, 2000 Hamburg 13 Eben weil die Wirtschfat der »Frontlinien- Kreisen, nämlich wie am wirkungsvollsten Staaten« dominiert wird, ist die einzige po- die ansteigende Massenbewegung in dieser litische Möglichkeit die, gleichzeitig gegen Weltgegend bekämpfi werden kann - eine den wirtschaftlichen, politischen und mili- Differenz, die also nicht auf grundlegend tärischen Einfluß des rassistsichen Staates verschiedenen politichen und wirtschaftlizu kämpfen wie auch gegen die einheimi- chen Zielsetzungen beruht. schen herrschenden Klassen, welche als Handlanger der imperialistischen Herrschaft fungieren. GOLD UND TECHNOLOGISCHE AB- Es gibt einen ziemlichen Widerspruch HANGIGKEIT zwischen der Notwendigkeit für Südafrika auf der einen Seite, die Funktion eines kon- 3. terrevolutionären Gendarmen über einen Teil des Kontinents auszuüben, was das Mit der Entwicklung der südafrikani- Rassistenregime für die Massen der schen Wirtschaft entstand eine mächtige Schwarzen in Südafrika nur noch empören- Klasse von weißen südafrikanischen Kapider und verhaßter macht, und der Notwen- talisten. Seit Mitte der 20er Jahre lastet die digkeit auf der anderen Seite, wichtige Teile »Excess Profits Tax« (Steuer auf übermäsdes Kontinents als Märkte für seine kom- sige Profite) auf die Gewinne merzielle Expansion zu gewinnen. Am ef- Bergbau, was zu einer Umverteilung des fektivsten ließe sich das Problem dadurch Profits und zur Entwicklung einer staatlilösen, daß mithilfe des Imperialismus Regi- chen und privaten Verarbeitungsindustrie me in den Anrainerstaaten eingerichtet wer- führte (vor Stahlindustrie den, die viel versöhnlerischer sind. Aber so- Zuliefer- und Abnehmerbetriebe für die lange das antümperialistische Bewußtsein Bergwerke). Gleichzeitig aber führte diese der Massen von Angola, Mozambique und Steuer dazu, daß das nationale und das in- Zimbabwe noch nicht endgültig geschlagen ternationale Kapital sowohl im Bergbau als ist, wird es schwierig sein, die Zwänge der auch in der Verarbeitungsindustrie sich verkommerziellen Expansion Südafrikas zu zahnte. Da der ungleiche Tausch für den vereinbaren mit den Erfordernissen der mi- Imperialismus eine Hauptrolle spielt (im litärischen Repression gegen Länder, wel- Gegensatz zu den traditionellen Interessen che derzeit noch unter solchen bürgerlich- und kolonialen Interessen im Bergwerkseknationalistischen Regierungen stehen, die tor), ist die Entwicklung der Industrie in durch anti-koloniale Bewegungen an die Südafrika für die multinationalen Konzer- Macht kamen und als eine in der Entwick- ne zu einem interessanten Ziel für den Exlung stehende national herrschende Klasse port von Maschinen und Ausrüstungsgüjetzi ihre eigenen, getrennten Interessen ha- tern geworden. Daß die südafrikanische Inben. Dieser Widerspruch ist die Grundlage dustrie so anwuchs, ist auch ein Ergebnis für eine der taktischen Differenzen zwi- dieses Wandels in den letzten dreißig Jahschen Pretoria und den imperialistischen ren auf dem kapitalistischen Weltmarkt.
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Daß in Südafrika ein finanzkapitalistischer Sektor auftauchte, ist eine junge Entwicklung in der Geschichte des Kapitalismus in diesem 1 ande, keinesfalls aber ein Zeichen dafür, daß er jetzt voll ausgebildet wäre. Es ist nichts weiter als ein weiteres Beispiel für das Gesetz der ungleichen und kombinierten Entwicklung, das im übrigen ganz und gar nicht nur für Südafrika gilt. Es ware indes noch zu früh, daraus zu schlußfolgern, daß eine qualitative Veränderung in den Beziehungen zwischen der südafrikanischen Bourgeoisie und dem Imperialismus stattgefunden hätte. Der Teil der herrschenden Klasse, welcher das Finanzkapital in den Händen hat, bleibt vom technologischen Wissen der großen Industriemächte abhängig. Aus diesem Grunde und auch wegen der dauernden finanziellen und kommerziellen Notwendigkeiten der Republik sehen sich die südafrikanischen Kapitalisten so oft gezwungen, joint ventures für jedes größere Projekt einzugehen. Vor allem aber bleibt diese Bourgeoisie von den Mechanismen abhängig, die ihre Profiie überhaupt erst ermöglichen - von der Apartheid und der nationalen Unterdrückung der Mehrheit der Bevölkerung. Die Bourgeoisie kann daher diese barbarischen Formen überhaupt nicht stürzen, die ihrem eigenen Kapital-Akkumulationsprozeß zugrunde lagen. Deshalb ist sie von der Geschichte dazu verdammt, daß sie sich nicht so entwickeln kann, wie das den typischen herrschenden Klassen in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern möglich war. Der innere Markt ist so eng und hängt selbst von der Apartheid ab, was zusätzlich objektiv blockiert und von der herrschenden Klasse in Südafrika nicht überwunden werden kann. So nahm Südafrika zwischen 1972 und 1980 fast 7 Mrd. Dollar von überseeischen Banken vermittels von 186 verschiedenen Anleihen auf. Typisch sind Kredite wie der von Barclay an den South African Oil Fund, um über Sasol Öl-aus-Kohle - Projekte die Abhängigkeit von Erdöleinfuhren zu mindern. Trotz der Tatsache, daß ein südafrikanisches Finanzkapital entstanden ist, das sogar Kapitalexport unternimmt, wird der Bankensektor nach wie vor von ausländischem Kapital dominiert. Im Jahre 1978 hatten zwei ausländische Banken, die Barclays und die Standard Bank Investments für sich allein 52 % der Anteile an den 20 bedeutendsten Finanzinstitutionen des Landes. Die drei nächstwichtigsten Banken, die Netbank, die Volkskas und die Bankorp, werden von südafrikanischem Kapital kontrolliert.
Im Bergwerkssektor sind die ausländischen Teilhaber dick drin; sie haben bis zu 72 % der besten Gold-Aktiengesellschaften. An die 40 % des Kapitals der an der Börse gehandelten Bergbaugesellschaften, die 1979 etwa 35 Mrd. Rand summierten, sind in ihrer Hand. US-Firmen kontrollieren 25 % der südafrikansichen Bergwerksaktien.
Die Elektronik-Industrie ist völlig in der Hand ausländischer Gesellschaften. Sie kontrollieren 80 % des Verkaufs, und die Multis beherrschen völlig die Computerund Informatik-Industrie. In der Autoindustrie machen ausländische Firmen drei Viertel des Umsatzes, der Rest entfällt auf Konzessionäre, die mit Lizenzen arbeiten. Was die Energiequellen angeht, so ist Südafrika noch weit davon entfernt, sich von ausländischer Kontrolle zu lösen. Caltex, Mobil, BP, Total und Shell kontrollieren an die 85 % der gesamten Erdölindustrie des Landes. 95 % des verarbeitenden Erdöls kommen aus vier Raffinerien, von denen drei den Multis gehören, die auch 91 % der Tankstellen besitzen.
Auch bei den Kohlebergwerken, die traditionell in den Händen südafrikanischer Gesellschaften sind, haben Total, Shell und BP Förder- und Verkaufsrechte bekommen - zweifelsohne im Austausch für das Ol, das schwierig zu bekommen ist seit dem Beschluß der Arabischen Liga im Jahre 1973, alle Erdölverkäufe nach Südafrika einzustellen.
In den letzten acht Jahren hat sich der Wert der ausländischen Investitionen fast verdreifacht; er stieg von 10,5 Mrd. Randim Jahr 1973 auf 23 Mrd. Rand 1978 und 30 Mrd. Rand gegen Ende 1981 (45 % des BSP). Das bezieht sogar akkumulierten Profit und Inflation ein: in den letzten zwei Jahren gab es ein Defizit am Kapitalkonto. Der Haupteigentümer dieses Kapitals bleibt Großbritannien mit rund 8 Milliarden, gefolgt vom Rest der EG mit 5 Milliarden und den USA mit 5 Milliarden. Die südafrikanische Regierung versucht, das Bankensystem zu reformieren und ihre eigene politische Kontrolle über die Banken auszuweiten. Sie verpflichtete die Finanzinstitute durch das Bankengesetz von 1974, die ausländischen Beteiligungen bis 1985 auf 50% zu reduzieren. Das betrifft besonders vier Banken: Barclays, Standard Bank, Hill Samuel und die Southern French Bank (eine Tochtergesellschaft der Compagnie Francaise de l'Indochine et de Suez, heute von der französischen Regierung verstaatlicht). schätzungsweise Gesellschaften, die in Südafrika arbeiten, beschäftigen ungefähr 70.000 Afrikaner und schließen 2 % des gesamten afrikanischem Arbeitskrafipotentials ein. Die Widersprüche der Abhängigkeit bestehen dennoch weiter. Die Regierung hat eine »Finanzwährung« geschaffen, die 25-38 % unter die Handelswährung gesetzt wurde, um ausländische Investitionen zu fördern, besonders jene von Nichtansässigen. Der Markt für diesen »Finanzrand« befindet sich in London; daneben gibt es noch zwei Behelfsmärkte in New York und Johannesburg.
Die südafrikanische Regierung versucht, diese Abhängigkeit auch auf den Gebieten Energie und Rüstung abzubauen. Sie hat beträchtliche Kapitalanlagen in verschiedenen staatlichen Gesellschaften getätigt, die nun zahlreiche Industrien dominieren. Die Eisen- und Stahl-Industrie (IS- COR) und die Elektrizitätswerke (ESCOM) waren seit ihren Anfängen in den 30er Jahren unter staatlicher Kontrolle. Sie hat viele Schritte unternommen, die lokale Produktion zu erhöhen und südafrikanischen Unternehmen beizustehen, mehrheitliche Anteile in Schlüsselbranchen zu erringen. Die Ahsicht, das Ölproblem zu lösen, hat zu: Konzentration der technischen Forschung auf den Bereich der Ersatzoffe geführt. Gerade auf diesem Gebiet werden dir Schwierigkeiten und Widersprüche dieser »nationalistischen« Politik deutlich. Sudafrikanische technologische Fertigkeiten erfordern für ihre Verwirklichung sehr oft die Einbeziehung imperialistischer Industrie. Zum Beispiel werden im Sasol II- und Saso! Ill-Projekt, welches die Umwandlung von Kohle in Ölprodukte zum Ziel hat, 40% der Kosten von ausländischem Kapital ge- Beim Susol-III-Projekt werden multinationale Konzerne wie Ölgesellschaften und einige britische Banken Anteilseigner sein. Es wird daher deutlich, daß die Entwicklung des Kapitalismus in Südafrika das Gewicht der ausländischen Investitionen und Technologien verstärkt. Die Regierung kann zwar versuchen, Investitionen der südafrikanischen Bourgeoisie zu begünstigen; aber insgesamt verfehlt sie den Zweck, ihre Abhängigkeit von ausländischem Kapital wesentlich vermindern. Das Wachstum der Industrie vergrößert nicht nur die technologische Abhängigkeit, es hängt selbst zum Teil vom internationalen Goldmarkt ab.
5.
Die materielle Grundlage des früheren Gegensatzes zwischen den Interessen der Afrikaans (Buren) und der Englisch sprechenden Bourgeoisie hat sich weitgehend geändert. Die verschiedenen Interessen der Fraktionen der herrschenden Klassen sind so ineinander verflochten, daß sie eine solche Vereinfachung nicht länger erlauben. Es ist jedoch wahr, daß die große Industrieund Finanzbourgeoisie (die meist Englisch spricht) im Gegensatz zur politischen Praxis der Mehrheit des Kleinhandels, der Landwirtschaft, der Bürokratie und der Armee steht. An ihrer Wurzel betreffen diese Unterschiede die Bedürfnisse eine: modernen Kapitalismus, die Rationalisieder kapitalistischen Vorherrschaf: und eine Erweiterung des Marktes. Die Differenzen zwischen den Liberalen und de regierenden Nationalen Partei drehen sict um eine Frage: wie kann ein Aufstand de: Unterdrückten und der Beginn einer revolutionären Krise am besten verhindert werden? Die Liberalen sind der Auffassung, daß eine kontrollierte Demokratisierung den Prozeß der Radikalisierung der Massenbewegung stoppen wird. Die Mehrheit der Nationalen Partei glaubt, daß das geringste Zugeständnis die Zielstrebigkeit der Massen verstärkt und nur die Stabilisierung der Apartheid durch Schaffung einer »farbigen« und »indischen« Kleinbourgeoisie das Schlimmste verhindern kann. Keine Fraktion der Bourgeoisie ist tatsächlich bereit, den schwarzen Arbeitern und Bauernmassen alle politischen und demokratischen Rechte zu geben. F. van Zyl Slabbert, der Führer der liberalen Opposition, verbindet zum Beispiel die Vorschläge für eine demokratische Offnung mit einem Vetorecht der weißen Minderheit und erklärt seine Auffassung, daß das »allgemeine Wahlrecht von der Herrschaft der Mehrheit
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unterschieden werden müsse«.
Die Nationale Partei selbst ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt in dieser Frage in »verligte« (Aufgeklärte) und »verkrumple« (Harte) gespalten. Aber diese politischen Konflikte lassen angesichts einer Situation der sozialen Spannung im Land bloß eine wachsende politische Krise innerhalb der Bourgeoisie erkennen. Sie zeigen in keiner Weise die Entschlossenheit irgendeiner Fraktion der herrschenden Klasse an, die Notwendigkeit eines grundlegenden Wandels in der Politik der Rassentrennung anzuerkennen. Im Gegenteil, einige neue politische Organisationen wie die Herstigle Nalionale Partei, die National Konservative Purtei und Neonazigruppen zeigen, dal sich einige Schichten der weißen Bevölkerung auf eine Konfrontation vorbereiten. Der hauptsächliche Nutznießer dieser Situation ist der Imperialismus. Trotz all seiner heuchlerischen Predigten auf internationaler Bühne hat er sich überhaupt nicht dafür entschieden, das System der Rassentrennung in Frage zu stellen. Einige neue Studien haben außerdem nachgewiesen, daß in Südafrika niedergelassene amerikanische und europäische Firmen im Allgemeinen die »Codes of Conduct« ignorieren (die überdies sehr bescheidene Maßstäbe setzen). Dieser Verhaltenskodex wurde von verschiedenen offiziellen Körperschalten ausgearbeitet und hat zum Ziel, »durch das Vorbild« gleiche Löhne zwischen Schwarzen und Weißen zu erreichen. Der Sullivan Code der USA und seine von der EG aufgestellten Gegenstücke haben sich als gänzlich unfähig erwiesen, den Zwängen des kapitalistischen Profits in Südafrika entgegenzuwirken. 1980 gab ein Dokument der britischen Regierung zu, daß 33 britische Gesellschaften ihren schwarzen Angestellten Löhne unterhalb der Armutsgrenze zahlten und dal 20.000 schwarze Lohnarbeiter in britischen Tochtergesellschaften mit Beiträgen unter der von der EG vorgeschriebenen sehr bescheidenen Mindestnorm bezahlt wurden.
Die Entwicklung des Kapitalismus in diesem Land, die große Rolle ausländischer Investitionen oder das Aufkommen eines südafrikanischen Finanzkapitals sind deshalb keine wunderbaren Ereignisse, welche als ein Resultat der sogenannten objektiven Notwendigkeiten des Kapitalismus die Entwicklung des Landes hin zu einer bürgerlichen Demokratie anzeigen. Die Gegensätze innerhalb des Systems werden seiner reformistischen Umgestaltung keinen Raum lasen. Im Gegenteil, je mehr Reichtum vom bürgerlichen Lager angesammelt wird, desto weniger ist es möglich, die Verhältnisse der Gefangenenlager, denen die schwarze Bevölkerung ausgesetzt ist, in Frage zu stellen. Die Entwicklung des Kapitalismus in Südafrika läßt jeden weiteren Tag die Basis für seinen gewaltsamen Sturz anwachsen. Die südafrikansichen Bosse und »aufgeklärten« politischen Führer erkennen dagegen, daß das straffe System der Reservierung von Arbeitsplätzen für Weiße und die geringe beruflichen Qualifikationen der Schwarzen in kürzerer Frist die wirtschaftliche Entwicklung des Landes aufhalten. Am Symposion »Manpower 80s« wurde enthüllt, daß Südafrika in den nächsten Jahren fast 5 Millionen zusätzliche Arbeiter Entwicklung, die nicht unmittelbar die ausbilden müßie. Die Regierung hat ent- Form verallgemeinerter Lohnberichungen schieden, die Berufsausbildung für »Afri- annahm. Die koloniale Durchdringung kaner« und »Farbige« zu fördern. Sie hat nahm der afrikanischen Bevölkerung nach sich auf eine Umgestaltung des Arbeits- und nach das Land weg und brach traditiomarktes eingelassen und öffnet für Schwar- nelle Besitzstrukturen auf. Ubrig blich eine ze Arbeitsplätze in neuen Sektoren. Aber afrikanische Bauernschaft ohne ligendas kann weder unverzüglich das Fachar- tumsrechte, die auf Land lebl, das formal beiterproblem der Industrie noch das Pro- den Weissen gehört. Das Landgesetz von blem der Ausweitung des einheimischen 1913 hatte zum Ziel, dieses System der Marktes für Konsumgüter lösen. Auf der »Ansiedlung ohne Eigentumsrechte« einzuanderen Seite trifft das die weiße Arbeiter- schränken. Von da an wurde die Bezahlung aristokratie, welche die soziale Basis des einer Miete durch Arbeitsleistung die allge- Regimes darstellt, und treibt die jetzt schon meine Form des Nutzungsrechts des von starken inflationären Tendenzen der süda- Weißen besessenen Landes (mit der Ausfrikanischen Wirtschaft an. Diese Debatte nahme von Staatsbesitz und dem Landbebeherrscht zur Zeit die Kreise der herr- sitz der Gesellschaften). Entsprechend dieschenden Klassen in Südafrika. Die »groß- sem neuen System blieben die afrikanischen zügige« Idee, kleine schwarze Betriebe zu Bauern auf dem Land des Eigentümers, befördern und es auch bestimmten »privile- arbeiteten ein Stück Land dort, waren aber gierten« Schwarzen möglich zu machen, vertraglich verpflichtet, Arbeit zur Verfü- Häuser zu besitzen, wird in gewisser Hin- gung zu stellen. Diese Entwicklung fand sicht die Arbeitslosigkeit unter Schwarzen nur als Resultat eines direkten Eingreifens vermindern. 1977 wurden nur 26,1 % der des Staates gegen die landlosen Bauern qualifizierten Arbeitsplätze von Schwarzen statt. Diese Organisation der landwirteingenommen. Die Diskussion unter den schaftlichen Arbeit war in gewisser Bezie- Schichten der herrschenden Klasse über hung eine Art Übergangssystem. Durch den gleiche Bezahlung, berufliche Qualifikatio- »Native Trust and Lands Act« von 1936 nen für Schwarze und ihr Recht auf ge- und die ersten Maßnahmen des Apartheiwerkschaftliche Organisierung ist nicht län- dregimes nach dem Zweiten Weltkrieg, die ger mehr eine Frage der wirtschaftlichen jede legale Einwanderung von schwarzen Notwendigkeit. Sie ist gleichermaßen eine Arbeitern in die Städte stoppte, ver- Frage des Überlebens der weißen Vorherr- schwand die Bezahlung der Miete durch schaft und der Verteidigung des kapitalisti- Arbeitsleistung und machte einer unverschen Systems im Land. mischten und einfachen landwirtschaftlichen Lohnarbeit Platz. Diese Entwicklung DIE BANTUSTANS UND DIE LAND- fand unter dem Druck der burischen Bau- FRAGE ernvereinigung und auf der parlamentarischen Bühne durch die Machtergreifung 6. der Nationalisten von 1948 statt. Die in dieser Epoche gegründeten rassistischen Insti- Die kapitalistische Landwirtschaft Sü- tutionen der Apartheid entstanden daher dafrikas heute ist das Endresultat einer als Teil der neuen Bedürfnisse einer kapita- Standard Oil Citicorp " Кон Honeywell REA) g HARVARD OUT NOwI MORGAN AMERI BAN EXPRESS G CHASE' SONNENTA @
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listischen landwirtschaft, die sich ihres Bedarfs einer beständigen Arbeitskraft bewußt ist. Für die Bedürfnisse des Bergbaus und der Industrie nach einer billigen und kontrollierbaren Arbeitsleistung waren sie ebenfalls wesentlich. Apartheid ist deshalb hauptsächlich eine strukturelle Notwendigkeit, die aus der Entwicklung des Kapitalismus in diesem Land stammt und nicht eine »anachronistische Rückkehr« zu vorkapitalistischen Formen.
Heute besitzen rund 70.000 weiße Farmer 85 Millionen Hektar Land, fast 85% des ganzen landwirtschaftlichen Bodens. Fast 750.000 Arbeiter (fast alle schwarz) sind dort beschäftigt. 500.000 weitere arbeiten in der Saison. Abseits dieses weißen Sektors finden wir 1,25 Millionn Menschen in »schwarzen« Gebieten und Bantustans, deren hauptsächliche berufliche Tätigkeit die Landwirtschaft ist. Sie sind zu einem grossen Teil in ihrer Existenz von Löhnen abhängig, die von Verwandten außerhalb der Landwirtschaft verdient werden. 28% der Beschäftigten ist mit dem landwirtschaftlichen Sektor verbunden. Der Anteil der Landwirtschaft am BSP ist von 16 % im Jahre 1946 auf 6,8 % 1981 gesunken. Es gibt heute für 10,5 Millionen »Einwanderer« in »weiße« Gebiete 9,6 Millionen Menschen, die in Bantustans leben. Die gesamte Entwicklung des südafrikanischen Agrarsystems hat von seinem Beginn an ein zweifaches Ziel verfolgt: die einheimische Bevölkerung vom Eigentum auszuschließen, ihnen aber einen Zugang zum Land zu schaffen, um den Farmern und weißen Kapitalisten eine billige und politisch kontrollierte Arbeitskraft zu sichern. Das bleibt heute die grundlegende Aufgabe der Bantustans - die afrikanische Bevölkerung in Reservate zu stecken, wo sie aller Hilfsmittel beraubt und daher gezwungen sind, ihre Arbeitskraft für einen Hungerlohn an südafrikanische Kapitalisten zu verkaufen und eine Arbeitsreservearmee weit weg von den industriellen Zentren zu bleiben. Die kürzliche Errichtung von Industrien am Rande dieser Reservate ist ein noch zynischerer Ausdruck dieser Politik. Somit beraubt das Rassistenregime diese Bevölkerung all ihrer bürgerlichen und politischen Rechte, setzt sie fortwährend der Repression aus und stellt sie unter Strukturen eines künstlichen Stammeswesens, um sie getrennt zu halten und ohne die Möglichkeit, ihre grundlegendsten Rechte zu verteidigen - eingeschlossen das Recht, ihre eigene Arbeitskraft auf eine kollektive Art auf einem vereinten Arbeitsmarkt zu verkaufen.
Wie verzweifelt die wirtschattliche Lage der Bantustans ist, sieht man an der Tatsache, daß in Venda im Jahr 1975 82 % der Bevölkerung aus Menschen bestand, die von Zuwendungen in die weißen Gebiete eingewanderter Arbeiter abhängig waren. 90 % der wirtschaftlich tätigen Bevölkerung arbeitete in der Landwirtschaft; sie lieferte aber nur 0,9% des nationalen Einkommens dieses Gebietes. Für das größte der Bantustans, die Transkei, wird für das Jahr 2000 vorausgessagt, daß 1,9 Millionen der 5 Millionen Einwohner arbeitslos sein werden. Schon heute ist dieses Bantustan nicht in der Lage, mehr als ein Drittel des Nahrungsmittelhedarfs sciner Bevölkerung zu decken. Die Säuglingssterblichkeitsrate ist 282 pro 1000 Lebendgeburten gegen 18,5 für Weiße in Südafrika. Menschen, die in einem bestimmten Gebiet zu einer nicht »offiziellen« Rasse gehören, werden von den Behörden andauernd belästigt, was zur ständigen Verfolgung dazukommt und auf die Verhinderung der Vereinigung der schwarzen Massen abzielt. Schwarze Gewerkschaftsaktivisten werden von den Marionetten»behörden« dieser Gebiete im Auftrag der weißen Rassisten verhaftet und sogar getötel.
In ihrem Buch »Die Akkumulation des Kapitals« hob Rosa Luxemburg hervor, daß »eine Million weißer Ausbeuter zweier nationaler Gruppen ihr brüderliches Bündnis in der Form der Union Südafrikas zementiert haben, indem sie 5 Millionen schwarzen Arbeitern ihre bürgerlichen und politischen Rechte vorenthalten.« Dieser Betrug, oder zumindest diese Interessengemeinschaft drückt sich ungleichmäßig und verschiedenartig aus. Der Druck des Staates gegen das Ansiedeln ohne Grundeigentum begünstigte die Ansammlung von Kapital in der Afrikaan-Bauernschaft (Buren) und seine Investition außerhalb der Landwirtschaft in der Industrie und im Bankwesen. Der 1924 abgeschlossene Pakt zwischen der Nationalen Partei und der Labour Partei war eine Form der Übereinstimmung zwischen verschiedenen weißen Schichten. Diese Regelung führte protektionistische Zölle in, förderte die Landwirtschaft und schuf den verstaatlichten Sektor, insbesondere den Stahlsektor ISCOR. Die Steuer auf übermäßige Profite begünstigte den bürgerlichen Block und vereinigte einen Teil der Interessen der Afrikaaner mit denen der englischsprechenden Kapitalisten und Imperialisten.
Rassische Diskriminierung begünstigt die Profitschöpfung aller Sektoren der Bourgeoisie in Südafrika. Die Existenz zweier Arbeitsmärkte - einen für die Weissen und einen für die Schwarzen - macht es möglich, daß ein zwar begrenzter innerer Markt für weiße Löhne mit einer sehr kostengünstigen Produktion, die auf der Existenz der Reservearmee der schwarzen Arbeiter und ihrer minimalen Löhne beruht, einhergeht. Im Grunde ist der südafrikanische Staat damit beauftragt, dieses Zusammenwirken zu erhalten. In diesem Zusammenhang war es möglich, das Auftauchen einer südafrikanischen Bourgeoisie mit dem Interesse des Imperialismus nach exnem möglichst großen Ertrag ihrer Investitionen zu verbinden. Der südafrikanische Staat hat sich eine Doppelfunktion bewahrt, welche bis heute die Komplizenschaft zwischen den weißen südafrikanischen Arbeitgebern und ausländischen Investoren erklärt. Die Existenz eines seit 1910 autonomen Staatsapparates war für die Stärkung einer weißen südafrikanischen Bourgeoisie und die Belebung ihrer Investitionen ein wichtiger Faktor.
Das Rassistenregime hat daher erheblichen Spielraum, besonders weil es weiß, daß es dank der Reichtümer des Landes, seiner eigenen wirtschafilichen Entwicklung und der Autonomie der Interessen der multinationalen Konzerne gegenüber den imperialistischen Regierungen über eine gewisse Zeit hinweg relativ isoliert durchhallen kann.
Deshalb benutzt es diese Möglichkeiten regelmäßig, um Druck auf die westlichen Regierungen auszuüben, damit sich diese mit dem Regime fester zusammenschließen. Bestimmte militärische Interventionen wie die Operation Proteus 1981 gegen Angola halten möglicherweise u.a. dies zum Ziel.
VOM KAMPF FUR DEMOKRATISCHE
RECHTE ZUR ANTIKAPITALISTI- SCHEN REVOLUTION
Die südafrikanische Revolution wird ihren Klassengegebenheiten entsprechend verlaufen, das heißt den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Strukturen des Landes. Sie wird die Form eines Prozesses der permanenten Revolution annehmen, der danach streben wird, die nationale Frage, die Frage der Bürgerrechte und der politischen Rechte und das Landproblem im Interesse der großen Mehrheit der Bevölkerung, Afrikaner, Farbige und Inder, zu lö- Gleichzeitig wird der Kampf um diese Rechte durch das entscheidende Gewicht des Industrie- Bergbau- und Landproletariat zunehmend mit proletarischen Formen der Aktion und Organisation durchgeführt werden und sich immer mehr mit dem Kampf für eigenständige Ziele des Proletariats verbinden.
Schon 1970 waren 1,5 Millionen schwarze Arbeiter in der Industrie beschäftigt und lieferten 85 % der Arbeitskraft in diesem Sektor. Zur selben Zeit waren 36% der wirtschaftlich tätigen Bevölkerung in den vier Hauptzentren der Industrie konzentriert (davon 23,3 % im Gebiet Pretoria- Witwatersrand). Die Zusammenballung von 9 Millionen Schwarzen (von insgesamt 20 Millionen) in den »town-ships«, riesigen Barackenstädten am Rand der großen Industriestädte, hat diese Entwicklung noch explosiver gemacht.
Die südafrikanische Revolution wird bei der nationalen Frage beginnen. Der Kampf in den Fabriken drückt vor allem den Willen der Schwarzen aus, sich als schwarze Arbeiter zu organisieren, um ihre Befreiung zu erreichen. Ihre Mobilisierungen verbinden unmittelbare Forderungen (Löhne, Arbeitsbedingungen, Aufenthaltsrechte, Solidarität gegen Repression) mit dem Kampf um nationale, demokratische Forderungen, um nationale Befreiung (gleiche Rechte, Meinungs- und Organisationsfreiheit). Die Entwicklung des revolutionären Prozesses von einem Kampf um nationale, demokratische Forderungen zu einem Kampf um antikapitalistische Ziele wird daher kontinuierlich voranschreiten. Mit dem Ansteigen der Massenbewegung werden einerseits lokale und nationale Vereinigungen der schwarzen Gemeinschaften entstehen, die zur Einheit der
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schwarzen Massen gegen das rassistische Regime führen; auf der anderen Seite werden Gewerkschaften und andere eigentliche Organisationen des Proletariats gebildet. Dabei ist es bis heute nicht möglich, genau vorauszusagen, wie sich diese zwei Organisationen aneinanderfügen.
Auf dem Land begünstigt die allgemeine Entwicklung des agrarischen Kapitalismus und die Verallgemeinerung der Lohnarbeit eine kollektive Aneignung des grossen landwirtschaftlichen Grundbesitzes in irgendeiner Form im Zuge eines revolutionären Sieges der schwarzen Massen. Es ist heute nicht möglich, die genauen Ansprüche der Massen auf dem Lande und unter den halbproletarisierten Schichten vorherzusagen. Die Zerstörung des Systems der Bantustans wird eine radikale Landreform notwendig machen, da die Bevölkerung dieser Gebiete zusammen mit einem Teil der Arbeitslosen aus den townships dazu neigt, sich zu den großen landwirtschaftlichen Kapitalisten hin auszubreiten, die das beste Land besitzen. Es ist daher in diesem Stadium unmöglich, die Beziehung zwischen einer Landreform, die den armen Bauern und den Halbproletarisierten Land gibt, und der Verstaatlichung eines Sektors großkapitalistischen Landwirtschaft vorherzusehen.
Die Mobilisierungen selbst und Rolle der Organisationen des Proletariats werden schließlich bestimmen, welche Forderungen die ländlichen Massen erheben. Die Agrarfrage ist unauflösbar mit der nationalen Frage verknüpft, besonders soweit sie die Zerstörung der Bantustans betrifft. Der Kampf für das Recht auf Land (das Land denen, die es bearbeiten) wird sich mit dem Kampf gegen alle Aspekte einer »getrennten Entwicklung« verbinden. Die nationale Frage in Südafrika bedeutet vor allem, im Kampf alle Unterdrückten und Ausgebeuteten zu vereinigen und ihr Recht auf Bildung einer einzigen Nation durchzusetzen. Die treibenden Kräfte dieses Kampfes sind das Industrieproletariat, das um sich die Jugend der townships vereinigt, das Bergbau- und Landproletariat und die arme Bauernschaft. Es ist bereits bezeichnend, daß Mobilisierungen in den townships mit Arbeiterkämpfen verknüpft sind (Busboykotte, Fleischboykott am Kap während Streiks in den Schlachthöfen) und daß von jungen Indern und Farbigen geführte Aktionen ähnliche Formen wie die der afrikanischen Jugend annehmen Die weiße Arbeiteraristokratie, mehr und mehr dem produktiven Bereich enthoben ist, bildet eine »privilegierte und arrogante Kaste der Weißen« (Trotzki), die nur ihre Privilegien zu verteidigen sucht. Der Pakt von 1924 bewirkte durch die Unterstützungsfunktion, die er den Gewerkschaften der weißen Arbeiterklasse gab, daß sie als autonome politische Kraft verschwanden. Verstärkt wurde diese Erscheinung durch ihre vermehrte Zusammensetzung aus afrikanischen (burischen) Arbeitern und nicht nur englich-sprechenden (die in den 20er und 30er Jahren den Labour-Gewerkschaften nahe standen). Angesichts der neuen Lohn- und Arbeitspolitik der Botharegierung besteht bereits ein Teil der Unterstützer der Parteien Gewerkschaften (lederation of rechts von den Nationalisten (HNP und Fa- South African Trade Unions FOSATU) schisten) aus weißen Arbeitern und Ange- und der Rat der südafrikanischen Gewerk. stellten. schaften (Council of Unions of South Afri- Es ist jedoch möglich, daß die Krise, ca, CUSA), als auch eine Reihe von weiteder sich Südafrika gegenübersieht, einen ren Gewerkschaften (General W'orkers Unikleinen Teil der Weißen aufrütteln wird on, GWU; African Food und Cunning und sie dazu bringt, vom Kampf der Workers Union; South Afrikan Allied schwarzen Massen Kenntnis zu nehmen. Workers Union, SAAWU, Motor Assem- Die südafrikanischen revolutionären Mar- bles and Components Workers Union, xisten werden diese Elemente vor eine klare MACWUSA;...) teilen sich die Masse der Wahl stellen: entweder mit den schwarzen Gewerkschaftsmitglieder der schwarzen Unterdrückten gegen den Imperialismus Arbeiter. Die unabhängige Gewerkschaftsund die weißen rassistischen Bonzen, oder bewegung erklärt sich als »nichtrassistisch« mit den weißen Ausbeutern gegen die Un- (ausgenommen COSU), was unter den Geterdrückten. gebenheiten Südafrikas eine pädagogische Formulierung für klassenbewußtes werkschaftertum ist, weil es rassisch geführten Gewerkschaften entgegengestellt ist, auch solchen, die »farbig« oder »indisch« beeinflußt sind, oder Bewegungen wie die Zulu Inkatha. Die Probleme tauchen nach und nach auf und werfen zwischen und innerhalb der Organisationen Debatten und Differenzen auf. Die Fragen der Registrierung, der »Industrieräte«, als auch direkt politische Forderungen haben in diesen Diskussionen bereits einen großen eingenommen.
»Nichtzusammenarbeit« mit den Institutionen des rassistischen Staates sollte mit jeder neuen Kampferfahrung und durch jede Konfrontation mit dem Regime oder den Bossen klarer werden.
Die Frage der »Registrierung« stellt die Gewerkschaften vor ein politisches Problem. Die Auswirkungen dieser von der Wiehahn-Kommission festgesetzten ordnung erlauben eine gute und genaue re- Kapital pressive Kontrolle durch die Regierung. Ein Kampf gegen diesen Grundsatz ist deshalb notwendig. Jedoch erlaubt uns die komplizierte Geschichte der südafrikanischen Gewerkschatten nicht, jene, die bereits reglstriert sind, unzweifelhaft als kollaboratio- UNABHÄNGIGE GEWERKSCHAFTEN nistisch oder kompromißlerisch einzuschät- ENTWICKELN SICH NEU zen. Das trifft besonders für die »registrierten« Gewerkschaften der FOSATU zu, die 9. sich in früheren Streiks und Auseinandersetzungen als auffallend kämpferische Ge- In den 70er Jahren erwachte eine Mas- werkschaften erwiesen haben. senbewegung nach den Niederlagen, die sie werkschaftsbewegung betrachten einige die in den frühen 60er Jahren durchgemacht Registrierung als eine taktische Frage und hatte, zu neuem Leben. Insbesondere einige als prinzipielle Sache. brachten sie als dauerhaftes Merkmal Der erste Einheitskongreß aller unab- Kämpfe der Arbeiter, der Jugend und allge- hängigen Gewerkschaften 1981 in Langa mein der städtischen Massen hervor. verabschiedete eine Resolution, die das Zuerst waren es die Kämpfe der Arbei- Prinzip der Registrierung, wie es der Staat ter 1972-73, dann der Aufstand in Soweto geplant hat, verurteilt und daran erinnert, 1976, die durch neue Formen der Radikali- daß alle Teilnehmer es »ablehnen, sich irsierung unter den Arbeitern und der Jugend gendeiner Kontrolle außer ihren eigenen gekennzeichnet waren. Die Kämpfe im Mitgliedern zu unterwerfen«. Nach diesem Winter 1980 zeigten, daß der Schwerpunkt ersten Schritt in Richtung Einheit trafen die des Kampfes gegen die Apartheid heute die unabhängigen Gewerkschaften bei zwei an- Arbeiterklasse ist. Das fordert jetzt die wei- deren Gelegenheiten zusammen. Strategi- Be Machtstruktur auf zwei Gebieten her- sche Meinungsunterschiede scheinen die aus. Zum einen dreht es sich um ökonomi- verschiedenen Gewerkschaften in sche Forderungen, zum anderen um Richtungen getrennt zu haben. Die einen, Recht, gewerkschaftliche Anerkennung FOSATU, FCWU und GWU, wollen zudurchzusetzen. Das ist ein Kampf, der Leh- erst Klarheit darüber, was für eine Einheit ren und Anregungen für die gesamte Mas- und was für ein Verband geschaffen wersenbewegung, gemeinschaftliche Vereini- den soll, die anderen, SAAWU und MACgung etc. beinhaltet. WUSA, erhaben die Frage der Nichtregi- Die unabhängige Gewerkschaftsbewe- strierung zur Schlüsselfrage und machen gung ist noch jung und gespalten. Zwei zur Vorbedingung. Verbände, der Verband der südafrikani- wenn diese Situation noch einige Zeit an-
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NEUE ETAPPE AUF DEM WEG ZUR GEWERKSCHAFTSEINHEIT dauern sollte, würde dic Einheit im Ansatz, auch wenn sie unvollständig ist, trotzdem Am 9. und 10. April fand in Athlone (Kap-Provinz) wieder ein Führungstrefdie von den mehr und mehr organisierten fen der wichtigsten unabhängigen Gewerkschaften der schwarzen Arbeiter Süda- Arbeitern erreichten Schritte ausdrücken. frikas statt. Die erste Konferenz für die Gewerkschaftseinheit war in Langa im Dieser hohe und zunehmende Bewußtseins- August 1981 abgehalten worden. Auf dem jetzigen Treffen von Athlone, das von grad drängt stark in Richtung einer wachder GWU einberufen worden war, konnte man die Grundlagen für einen neuen senden Einheit der Gewerkschaften, die am unabhängigen Verband setzen. Sieben Gewerkschaften nahmen daran teil: FOSAfestesten in der Arbeiterklasse verankert TU, GWU, FCWU, AFCWU, CCWUSA, CMWU und SAA WU. Einige unter ihnen sind offiziell registriert, andere weigern sich, sich dieser Prozedur zu unter- Aber die Schlüsselfrage heute ist letztwerfen. Für die offizielle Registrierung werden zahlreiche Bedingungen an die Geendlich, dem Kampf um Gewerkschaftseinwerkschaften gestellt, um legal anerkannt zu werden. Diese Frage wirdd also in heit einen politischen Inhalt zu geben. Dieder Gewerkschaftsbewegung heiß diskutiert. Die MACWUSA z.B. hat aus diesem ser Punkt sollte nicht nur an der Spitze, Grunde nicht am Treffen von Athlone teilgenommen, sondern zur bildung eines sondern auch am Arbeitsplatz, wo manch- Verbandes, aus dem die registrierten Gewerkschaften ausgeschlossen sind, aufgezwei verschiedene unabhängige Gerufen. Zudem erklärten drei Gewerkschaften, CUSA, OVGWU und MGWUSA, werkschaften bestehen, aufgeworfen werdaß sie zur Frage eines neuen Gewerkschaftsbundes noch nicht Stellung nehmen den. Dieser Kampf um Gewerkschaftseinkönnen, weil sie dazu kein Mandat erhalten hätten. Die sieben zusammengeschlosheit wird eine Etappe auf dem Weg zur Gesenen Gewerkschaften bildeten ein Komitee, welches den Aufbau des neuen Bunwerkschaftsvereinigung sein. Nur unter diedes überwachen soll und in dem Vertreter aus jeder dieser Gewerkschaften sitzen. sen Bedingungen wird die Arbeiterbewegung in sein, jedes FOSATU, die beiden FCWU und die GWU, welche zusammen mit der CU- Problem, das auftaucht, jede neue Falle der SA und der CCWUSA nach Angaben der südafrikanischen Zeitung Daily Mail Regierung, der Liberalen, der multinatiovom 22. März 1983 90 % der Mitglieder unabhängiger Gewerkschaften organisienalen Bosse und des Imperialismus zu disren, hatten schon nach einem Führungstreffen vom April 1982 begonnen, die Verkutieren und einzuordnen. Die gegenwärtibindungen untereinander enger zu gestalten. Auf diesem Treffen hatten sich zwei ge Trennung ist kein Mittel der Klärung Pole herauskristallisiert: der ihre und ein anderer um MACWUSA und SAWU. zwischen den verschiedenen Organisatio- Es scheint, daß die SAAWU, durch fortwährende Repression geschwächt, unter nen. Im Gegenteil, durch die Unterschiede dem Druck des Strebens nach Einheit und vielleicht auch aus Angst davor, an den der lokalen Erfahrungen und der Veranke- Rand gedrückt zu werden, dazu gebracht wurde, sich dem mächtigeren Pol anzurung nährt sie die Verwirrung und manchschließen. Was MACWUSA angeht, so scheint sie unverrückbar gegen FOSATU mal das Sektierertum.
eingestellt zu sein, und in den Presse Kommuniqués der beiden Konkurrenten läßt Eine vereinigte Gewerkschaftsbewesich keinerlei Perspektive auf eine baldige Annäherung ablesen. gung wird die Mittel besitzen, allen Arten des Drucks zu widerstehen, die bereits von Der Annäherungsprozeß unter den Gewerkschaften des Einheitspols, der umeinigen Imperialisten, von liberalen so notwendiger geworden ist, als Südafrika seit etwa eineinhalb Jahren voll von sozialdemokratischen Organen angewandt der Wirtschaftsrezession getroffen wird, hat sich in der Praxis schon dahingehend werden, um den Gewerkschaften zu »helausgewirkt, daß die GWU ihre Absicht kundtat, insbesondere mit den Gewerkfen«. Ebenso wird die Einheit ein Weg sein, schaften der FOSATU nicht konkurrieren zu wollen in den Wirtschaftszweigen, die Eingriffsmöglichkeiten unter den Arwo letztere bereits verankert sind. Noch hoffnungsvoller ist die Versammlung, beitslosen, der arbeitslosen Jugend, den welche von der MAWU als »historisch« bezeichnet wird, zwischen ihren Delegier- Frauen und der enteigneten Bevölkerung ten und denen der GWU vom Industriekonzern Dorbyl am 13. und 14. März 1983, der Bantustans zu erweitern.
um zu einer gemeinsamen Position für die Verhandlungen um die Entschädigungszahlungen bei Entlassungen zu kommen. Die Arbeitervorhut wird sich selbst sehr schnell an einem Scheidepurkt finden. Das Regime wird die gegenwärtige Ent- Die Einheit, welche auf dem Spitzentreffen von Athlone in einem Schritt hin wicklung der Bewegung sicher nicht mehr zu einem neuen Gewerkschaftsverband konkretisiert wurde, ist also nicht einfach lange tolerieren. Sie kann der schwarzen eine Gipfel-Vereinbarung oder ein Nichtangriffspakt, sondern basiert sehr wohl Arbeiterklasse nicht erlauben, ihre Autoriauf dem festen Willen, eine disziplinierte Einheit aufzubauen. Der künftige Vertät andauernd herauszufordern.
band stellt einen erheblichen Fortschritt zur Einigung der gewerkschaftlichen Es sollte keine Illusion über die Mög Kräfte dar, und er wird ein erhebliches politisches Gewicht als Massenorganisation der schwarzen Arbeiter haben.
lichkeiten geben, daß das Regime einen Status quo mit der bereits existierenden Bewegung erlaubt. Um der unvermeidlich anwachsenden Repression zu begegnen, ist FOSATU (Federation of South African Trade Unions): die wichtigste der Verbän- Vorbereitung notwendig. Zur Verstärkung de mit etwa 100.000 Anhängern. Unter den größten Mitgliedsgewerkschaften sind der Betriebsorgane auf Fabrikebene, für MAWU (Metall) und NAAWU (Automobile). die Verbesserung der Gewerkschaftsdemo- GWU (General Workers Union): Vor allem bei den Hafenarbeitern verankert. kratie und zur Erweiterung der Gewerk- FCWU und AFCWU (Food and Canning sowie African Food and Canning Wor schaftsaktivitäten und Mobilisierungen kers Union): Zwillingsgewerkschften in der Nahrungsmittel- und Konservenindustrie.
müssen sofortige Schritte unternommen werden. Die Gewerkschaftsführungen wer- CCWUSA (Commercial and Catering Workers Union of South Africa): Handel. den wenigstens teilweise die Rolle einer po- CMWU (Cape Municipal Workers Union): Städtische Angestellte der Kap litischen Führung spielen müssen. Ein entscheidender Schritt zur Förderung dieses Prozesses wird das Entstehen einer einzi- SAAWU (South African Allied Workers Union): allgemein. gen, nationalen Arbeitervereinigung CUSA (Council of Unions of South Africa): Ein Verband, der seine Anhänger in nichtrassistischer und demokratischer Basis der Bekleidungs- und Lebensmittelindustrie und seit kurzem auch in den Berkwersein, die innerhalb der Organisation das Tendenzrecht und die Freiheit der Diskus- MACWUSA (Moter Assemblers and Component Workers Union of South Afrision anerkennt.
OVGWU (Orange Vaal General Workers Union): auf Provinzen beschränkt. MGWUSA (Municipal General Workers Union of South Africa): die ehemalige Black Municipal Workers Union, mit der Black-Consciousnes-Bewegung verbun-
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Sudafrika im Weltvergleich v. H. • KIMBERLEY, 50355 qui Homelanda Bevölkerung qkm Rohstottvorkommen | Rohstofforderung BLOEMFONTEN G A MAŞERU WA MASHI de facto de jure 73.4 464 LESOTHO DURBAN Transkel 2821700 4 157 269 44830 Chrom 72 33,8 ca 1.2 Mo Enw Bophuthatswana 1285675 2082741 Vanadıum 42,3 SÜDAFRIKA Venda 522446 7410 Gold 57,9 Ciakel 830353 7700 Mangen 44 23,2 KwaZulu 3177569 5495294 31443 Uran 15.1 11,7 1221042 0m Beisei einiger Jownsnips 1658126 2350303 Diamanten 20,5 18820000 Schwarze QuaQua 1837828 483 453000 wardo Gazankulu 476694 985070 7410 Quelle: Die wirtschaftliche und rohstoff- KaNgwane 3720 polnische bedeulung Atrikas und KwaNdebele 678237 seiner einzeinen Regionen (Sud- EAST LONDON (North atrika Schwarzafrika ROBBEN für die Bundesrepublik Deutsch- ISLAND • isabrange 4.12.81 and Land. Hotmeier, Susanne KAPSTADT MITCHELLS PLAIN ORT ELIZABETH South Stand: Mai 1980 für Atrika-Kunde 1981. Stand: 1978. Quelle:
Quelle: Statistical survey of Black development 1980. Munzinger Pretoria: BENSO um 1981. Archiv
SAR/Anhang
Zusammengestellt von: G. Wellmann homeiands Hamburg 1982 18/81 EINE UNABHÄNGIGE MASSENPAR- Nach den Massakern 1960 orientierten das solche Aktionen unter den Massen er- TEI DER ARBEITER FEHLT sich ANC und PAC auf die Strategie des zeugen, kaum ihr Selbstorganisation. Sie ländlichen Guerillakrieges. Die Bilanz die- lenken die Aufmerksamkeit auf den ANC 10. ser Linie kann nur negativ ausfallen. Heute und können seine Popularität vergrößern, scheinen sich ANC und KP, ohne öffent- aber sie bringen die Kämpfe der Massen Die eigentliche Schwäche der Massenbewe- lich Bilanz zu ziehen, einer städtischen nicht zusammen. Sie neigen dazu, spektagung ist nicht das Ergebnis eines Mangels Guerillataktik zugewandt zu hahen. kuläre Aktionen an die Stelle langsamer an Entschlossenheit auf der Seite der Un- Dieser Wandel ist nicht nur ei Anzei- Arbeit zur Vorbereitung der Selbstverteiditerdrückten, sondern das Fehlen einer revo- chen für den Rückschlag der ländlichen gung der Massen zu setzen. Die nachfolgenlutionären Führung und einer klaren Per- Guerilla, sondern auch für den Druck der de Repression des Regimes gegen nationalispektive für schwarze politische Organisie- sozialen Zusammensetzung Südafrikas und stische Kämpfer, die sich an solchen Aktiorung. Das Wachstum der Massenbewegung das entscheidende Gewicht der städtischen nen beteiligten, war von konsequenter Brunach dem Krieg trieb den Afrikanischen Massen. Der ANC hat diese Entwicklung talität. Aber es ist ziemlich schwer, auszu- Nationalkongreß (ANC) in den Vorder- wegen seinem Programm und seinen inter- machen, welche Vorteile den Massen ihr grund. Nachdem seine ursprüngliche Füh- nationalen Verbindungen verspätet begrif- heldenhaftes Opfer gebracht hat. rung durch Aktivisten aus der radikaleren fen. Am 6. August 1976 stellte Olivier Tam- Eine Guerilla, die von den »Frontstaa- Jugendliga ersetzt wurde, erkannte diese bo, der Präsident der Bewegung, in einer ten« abhängig ist und von einem Teil der Organisation die führende Rolle der afrika- algerischen Zeitung (El Moujahid) fest, daß OAU (Organisation Afrikanischer Staaten) nischen Massen. Nichtsdestoweniger blieb »die Ereignisse in Soweto auch der Aus- unterstützt wird, paßt ohne Zweifel in das Schwäche das druck der gegenwärtigen Etappe der Ent- diplomatische Konzept des ANC und -der Klassenperspektive und ihre Strategie der wicklung des Kampfes in Südafrika, der KP. Auf kurze Sicht kann es eine Antwort Revolution in Etappen. Dominiert von der Vorbereitung des Volkes für den Kampf ge- auf den Kampfeswunsch sein, der sich in Kommunistischen gen das rassistische Regime und seiner Fä- den Flüchtlingsgemeinden der Frontstaaten Führung die Perspektive einer bürgerlich- higkeit, ähnliche Aktionen wie die FRELI- äußert. Aber auf lange Sicht gesehen wird demokratischen Etappe und orientierte sich MO, die MPLA, oder die Befreiungsbewe- sich dieser gegen den militärischen und poauf die Zusammenarbeit mit Sektoren der gung in Zimbabwe zu entwickeln, sind.« litischen Apparat des Rassistenregimes geliberalen weißen Bevölkerung. Diese Poli- Solch ein Vergleich hat in der sozialen und zeigte Kampfgeist erschöpfen, wenn er so tik führte zur Abspaltung eines Teils und politischen Wirklichkeit Südafrikas noch wenig mit den in den Fabriken und townszum Entstehen des Panafrikanischen Kon- überhaupt keine materielle Grundlage. hips entstehenden Kämpfen in Verbindung gresses (PAC). Darüberhinaus begünstigt das Echo, steht. - 11
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Inzwischen ist es nicht ausgeschlossen, Orientierungskrise erlebt, die noch durch daß der ANC in der jetzigen Periode eine die Unterdrückung, die sie erlitt, verschärft Entwicklung durchmachen wird, vor allem wurde. Die AZAPO, eine kleine Organisadank der internationalen Hilfe, die er von tion, die im Moment eine ihrer politischen verschiedenen Staaten in Afrika und der Nachkommen ist, scheint sich in Richtung UdSSR erhält. Er hat einen Außenapparat einer Anerkennung der Rolle der Arbeiterund Kader im Inneren, die ihn in die Lage klasse entwickelt zu haben. versetzen, teilweise aus der gegenwärtigen Nichtsdestoweniger wirkt diese sehr Radikalisierung einen Vorteil zu heterogene Strömung auf die heutige junge Ebenso kann er versuchen, seine Politik Generation bestimmend und wird ihr ihre dem Aufschwung der Kämpfe durch ein politischen Erfahrungen sehr lange aufprätaktisches Herangehen an die schwarze Ge- gen. Versagt hat sie vor allem dadurch, daß werkschaftsbewegung sie nicht verstand, wie notwendig es ist, die würde bedeuten, daß der ANC sich nicht ganze Massenbewegung zu vereinigen (und länger darauf beschränkt, für SACTU, den nicht nur »Afrikaner«) und den Kampf Gewerkschaftsapparat im Exil, mit dem er durch eiwas wirklich Dringendes zu zentraverbunden ist, aufzurufen. Aber entspre- lisieren: den Aufbau einer revolutionären chend der Linie, die auf der stalinistischen Konzeption der KP beruht, behält der Obwohl die Trotzkisten im Land ein ANC bis heute eine sektiererische Haltung, klares Verständnis von den Aufgaben der nach der die Massen sich nur hinter ihm südafrikanischen Revolution hatten, waren vereinigen müssen. Diese Selbstproklama- sie in den 30er und 40er Jahren beim Auftion als »wahre« revolutionäre Führung bau einer alternativen Führung zu den Naträgt nicht zur Vereinigung von Kämpfen tionalisten und Stalinisten nicht erfolgreich und Organisationen, die doch objektiv so (damals existierte in Südafrika eine Sektion notwendig ist, bei. der IV. Internationale). Sie waren jedoch in Der ANC genießt jedoch in der Bevöl- der Lage, das Verhältnis zwischen der nakerung hohes Ansehen. Tausende Jugendli- tionalen Frage und den antikapitalistischen cher und Arbeiter schöpfen aus ihm ihre Zielen zu analysieren. Danach sollte sich Begeisterung, nicht auf der Basis seines die Klassenunabhängigkeit der Emanzipa- Programms, sondern konfus als Symbol. tionsbewegung in der Losung »Nichtzu- Dieser Einfluß kann auch durch die intensi- sammenarbeit« mit dem Staat und den rasve Kampagne eines liberalen Milieus erklärt sistischen Institutionen ausdrücken. werden, das diese politische Bewegung breit Aber der Aufbau einer revolutionären in der Presse herbeibeschwört, um sich ein Partei hängt ebenso von der organisatoribesseres Image als »einzig representativer schen Fähigkeit ab, Kader heranzubilden, Vertreter« zu schaffen. eine Führung zu festigen und verschiedene Es ist jedoch gewiß, daß es in den Rei- Interventionen in die Massenbewegung zuhen der Unterstützer und Kämpfer des sammenzufassen. Sie haben diesen Fragen ANC Kader und Aktivisten gibt, die für ein genügend Aufmerksamkeit revolutionäres Programm der Klassenunab- Die Unterdrückung verschärfte hängigkeit gewonnen werden müssen. die Situation. Die trotzkistische Bewegung Der Einfluß des ANC erlaubt es ihm, allgemein und die NEUM im Besondern aus sozialen Bewegungen einen Nutzen zu (die sich selbst nie offiziell als trotzkistisch ziehen, die er in keiner Weise eingeleitet bezeichnete) konnten ihren Einfluß in der und noch weniger geführt hat. Er ist heute Massenbewegung nicht vergrößern und undie Hauptsorge all derer, die in Südafrika terschätzten die Aufgaben der Einheitsum jeden Preis eine sozialistische Revolu- front in Bezug auf die anderen Bestandteile tion verhindern wollen. Moskau, die Front- der politischen Bewegung. Das isolierte sie staaten, einige sozialdemokratische Partei- in der Zeit der größten Radikalisierung in en, gewisse Liberale und einige imperialisti- den 40er und 50er Jahren, obwohl sie einige schen Gruppierungen würden aus verschie- sehr wichtige Erfolge, vor allem in der Gedenen Gründen gerne an der Spitze des werkschaftsbewegung hatten. ANC eine Führung sehen, die eine Art Als 1943 die »Nichteuropäische Ein- »Lancaster House«-Pakt akzeptieren wür- heitsbewegung« entstand, gab es dennoch de. Aber die Klassenkämpfe in Südafrika eine radikale Massenströsind so gewaltsam, daß eine solche Lösung mung sich entwickeln zu sehen, in der die nicht leicht in Frage kommt. Wenn der Revolutionäre einen Vorhutkern aufbauen ANC einerseits seinen ideologischen Einfuß verstärkt, können andererseits durch Aber nach dem 2. Weltkrieg wurde die die Vielfalt des jetzigen Kampfes an der Ba- Situation in Südafrika schwieriger. Die Resis Risse aufbrechen und tiefe Meinungsun- pression verschärfte sich, und auf alle opterschiede zwischen verschiedenen Bestand- positionellen Strömungen wurde teilen der Bewegung auftauchen. Es gibt Druck ausgeübt. Das Programm für natiobereits einen Widerspruch zwischen den Be- nale Emanzipation konnte nicht als Miniziehungen, die der ANC mit den kiberalen malprogramm von anderen revolutionären hat, und dem Druck, den die unabhängi- abgetrennt werden. Es war gen, nichtrassistischen Gewerkschaften mehr als früher notwendig, die Ausbildung ausüben. von Kadern und die politische Vorberei- Der PAC seinerseits ist heute sehr tung auf die Repression fortzusetzen. Der schwach, macht Schwankungen und Wen- Zusammenhalt der Vorhut rund um ein dungen durch vom bewaffneten Kampf bis klares Programm der permanenten Revoluhin zum Reformismus, und er hängt einem tion war eine lebenswichtige Notwendigkeit mit Maoismus gefärbten radikalen Natio- der Selbsterhaltung, ohne dem Traum einer nalismus an. Die »Black Consciousness ländlichen Guerilla oder den Illusionen in Movement« hat ebenfalls eine schwere internationalen Druck auf das Rassistenregime nachzugeben. Die politische und organisatorische Verwundbarkeit einer Sirdmung links von den Nationalisten und Stalinisten erlaubte daher den Aufbau einer alfernativen Führung nicht, als Ende der 50er Jahre die Massenbewegung einen neuen Aufschwung erlebte. Die NEUM erlebte in den 60er Jahren wie der ANC und der PAC eine Niederlage, nachdem sie in eine Krise geraten war und sich aufgespalten hatte. Die zentrale Aufgabe heute ist der Aufbau einer vereinigten Massenbewegung, die in der Lage ist, das System der Apartheid zu zerstören. Die Krise des rassistischen Staates beruht darauf, daß die schwarzen Massen es zunehmend ablehnen, sich der nationalen und sozialen Unterdrückung zu unterwerfen. Dafür ist der Aufbau von Massenorganisationen (Gewerkschaften, Studenten-, Nachbarschaftsoder Bauernvereinigungen) entscheidend. Im Moment spielen die Nachbarschaftsvereinigungen gegen Lebens- und Mietverhältnisse wie die nichtrassistischen Sportverbände in den Organisationen der Unterdrückten eine wichtige Rolle. Die Einheit all dieser Verbände und Organisationen in einer breiten, zentralisierten, nationalen Bewegung wird in der Lage sein, das rassistische System zu stürzen. Diese Aufgabe, den Kampf zu vereinigen, wird ohne die Herausbildung eines Programms und einer Führung, die zur Zentralisierung der Kämpfe in verschiedenen Bereichen fähig ist, unvollständig sein. Gemeinsam mit diesem Ziel muß gesehen weren, daß die Selbstverteidigung schwarzen Gemeinschaft notwendig ist. Das muß einer der Aspekte zur Bildung einer Massenbewegung gegen Apartheid sein. Es gibt tatsächlich eine direkte Verbindung zwischen dem Gefühl der Stärke und Entschlossenheit, die eine das ganze Land erfassende Vereinigung der schwarzen Massenbewegung erzeugen würde, und der Möglichkeit der Massen, selbst Schutz ihrer Mobilisierungen zu organisieren und ihre Umgebung und ihre Organisation zu verteidigen. Die revolutionäre Vorhut in diesem Land muß dazu fähig sein, dieses Problem, die Entwicklung der Massenbewegung mit der Organisation der bewaffneten Selbstverteidigung zu verbinden, zu lösen.
Die Massenbewegung muß sich entschieden von der gutsituierten farbigen und indischen Kleinbourgeoisie und den reaktionären Stammesbewegungen loslösen. Das wurde in einigen Gebieten bereits weitgehend gemacht. Eines der zentralen Ziele des Regimes, welches es mit der Aufrechterhaltung der Trennung zwischen »Afrikanern«, »Farbigen«, und »Indern«
zweckt, ist es, eine führende Schicht, künstlich bereicherte Persönlichkeiten, Manager, Verwalter oder Freiberufler mit hohem Einkommen zu fördern. Aus diesem Grund gibt es einige kleine Industrien und große Unternehmen, die Indern gehören. In Natal gibt es sogar eine sogenannte indische Bank, die New Republic Bank. Parteien wie die Labour Party (Farbige), die Reform Party und die Natal Indian Congress
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(indisch) sind eine Spiegelung dieser Klas- Gesichtspunkt der Interessen der Massen ist seninteressen. ein solcher Erfolg viel wichtiger als jede Art Weiters spielen Bewegungen wie die von militärischen Operationen. Die vereini- Inkaha, eine von Buthelezi, Chef des K'wa- genden Bemühungen der Massenbewegung Zul: Homelands geschaffene Organisation mit 200.000 Mitgliedern, in einem größeren - Abschaffung aller Apartheidgesetze und Malstab eine ähnliche Rolle bei der Kon- des Systems der Bantustans; trolie und Einschüchterung der Zuluarbei- - Abschaffung aller Gesetze, die auf der te:. Das erlaubt der Führung mit Hilfe vom Grundlage rassistischer Kriterien das Recht Rassistenregime und Korruption, reicher zu auf Landbesitz einschränken; verden. Dieses Verfahren wird durch die - das Recht auf Bildung unabhängiger Ge- Kontrolle des Apparates der Bantustans er- werkschaften, die ohne Einschränkungen, Kontrolle oder Einschüchterung Afrikaner, Die Stärkung der demokratischen Mischlinge und Inder vereint; Strukturen der Gemein- - die Verweigerung der Zusammenarbeit schaftsorganisationen und die Schulungsar- mit den Institutionen der Apartheid; beit der Gewerkschaften sollte zu einer Re- - Abschaffung aller unterdrückenden Geduzierung des Einflusses dieser reaktionă- setze (das Gesetz zur Unterdrückung des ren Organisationen führen. Kommunismus, Pressezensur etc. und die Wenn man anerkennt, daß das Prole- Freilassung aller politischen Gefangenen); tariat den Kampf gegen Apartheid erfolg- - Einberufung einer Konstituierenden Nareich führen und zentralisieren, die natio- tionalversammlung, die auf der Grundlage nalen und demokratischen Rechte durch- eine Person-eine Stimme demokratsich gesetzen und alle Unterdrückten für sich ge- wählt wurde. winnen kann, dann sagt man damit, daß Unter solchen Bedingungen würde die dieser Prozeß zur Bildung einer Arbeiter- Republik Südafrika in der Praxis eine und Bauern Regierung führen kann, die »schwarze« Republik werden. Natürlich den Kampf um die proletarische Revolu- schließt das weder komplette Gleichheit für tion und den Sozialismus vorantreibt. Ein alle noch brüderliche Beziehungen zwiwichtiger Schritt dafür muß in der Arbei- schen den Rassen aus (das hängt besonders terbewegung erkämpft werden: der Aufbau vom Verhalten der Weißen ab). Es ist völlig einer Arbeiterpartei, die sich der Verteidi-. klar, daß die prägenden Merkmale des gung der Interessen der ganzen Arbeiter- Staates von der großen Mehrheit der Bevölklasse und der unterdrückten Bevölkerung kerung gegeben würden - »befreit von ihrer und der totalen Zerstörung des Apartheid- sklavischen Abhängigkeit« (Trotzki). systems widmet. In der Praxis bedeutet das Diese Ziele unterstreichen, wie wichtig eine Partei, die sich auf die schwarzen Ar- die Solidarität ist mit den Kämpfen, die im beiter und ihre Organisationen stützt. Die ganzen Land, in den Städten wie in den Bildung einer solchen Partei würde einen ländlichen Gebieten, in den townships wie bedeutenden Fortschritt im Bewußtsein in den Bantustans entstehen. Die Bewegunund im Niveau der Organisierung der Ar- gen, die in letzterem auftauchen könnten, beiter bedeuten. als ein Teil des Die bestehenden Organisationen sind schwarzen Bevölkerung Südafrikas gegen mehr oder weniger von Sektierertum be- das Regime und seine Marionetten betrachstimmt. Das macht es jedoch nur umso not- tet werden. Gleichzeitig ist es gewiß, daß wendiger, alle tatsächlichen Initiativen zu der nationale Befreiungskampf früher oder unterstützen, die heute Fortschritte in Rich- anti-imperialistische tung einer Vereinigung der Massenbewe- gegen die Komplizen der Apartheid, gung machen, besonders bei der Entwick- multinationalen Konzerne und die kapitalilung des Gewerkschaftsverbandes. Vom stischen Mächte, erzeugen wird. Intorme sudliches afrika lionsdiens ABONNEMENT
DM 10.00 Einzelpersonen In u. Ausland DM 60.00 Institutionen und Förderer DM 55.00 Luftpost
ANTI-APARTHEID-BEWEGUNG in der Bundesrepublik Deutschland und in West-Berlin e.V. (AAB)
Geschaftsstelle: Blücherstr. 14 5300 Bonn 1 Tel. 21 13 55 - 13 Dieser Kampf zur Überwindung der Apartheid, für nationale Befreiung und für demokratische Rechte öffnet in Südafrika den Weg zur sozialistischen Revolution. In dieser Hinsicht ist Südafrika keine Ausnahme der Theorie der permanenten Revolution. Der Versuch, die Apartheid ahzuschaffen, ohne den Kapitalismus anzugreifen, ist unmöglich (nämlich das kapitalistische Eigentum an Bergwerken, Fabriken, Banken und Land), weil dessen Entwicklung der Ursprung des gesamten rassistischen Systems war. Dieses System kann nicht einfach verschwinden. Es muß gestürzt werden. Eine solche revolutionäre Umwälzung wird die Grundlage für eine Zusammenarbeit zwischen den Völkern des ganzen südlichen Afrika gegen Imperialismus und Kapitalismus bilden. Das wird eine entscheidende Entwicklung der sozialistischen Revolution am afrikanischen Kontinent sein.
INTERNATIONALE SOLIDARITÄT 12.
Notwendig ist der Aufbau einer revolutionären Organisation, die im Herzen des Massenkampfes eingreift, um das Bewußtsein zu heben und eine revolutionäre Führung zu schaffen, die fähig ist, auf die aktuellen Probleme und auf diejenigen, die morgen auftauchen werden, eine Antwort zu geben. Diese Organisation muß versuchen, alle, die mit den zentralen Fragen der südafrikanischen Revolution übereinstimmen, zu vereinigen:
- für die Einheitsfront aller schwarzen Organisationen und Vereinigungen, die kompromißlos gegen die Apartheid kämpfen; - für einen Massenkampf gegen das rassistische Regime, für eine Arbeiter- und Bauernregierung; - für die Einheit und Unabhängigkeit der schwarzen Arbeiterklasse und die Anerkennung ihrer führenden Rolle in der Einheitsfront gegen die Apartheid. Für eine einzige, vereinte, unabhängige und nichtrassische Gewerkschaft; - für den Bruch mit stellvertretenden Guerillaorientierungen; - für die sozialistische Revolution in Südafrika und ihre Ausweitung auf das ganze südliche Afrika durch den Kampf gegen Imperialismus und Neokolonialismus. Diese Positionen sind nicht spezifisch für Südafrika, sondern den lebendigen Erfahrungen der Arbeiterklasse weltweit entnommen. Diese Aufgaben und Ziele der südafrikanischen Revolution sind eine Tatsache in den antiimperialistischen Kämpfen in Indochina und Kuba, die nur deshalb erfolgreich zu Ende geführt wurden, weil sie antikapitalistische Revolutionen und den Aufbau eines Arbeiterstaates hervorbrachten. Im Vergleich dazu zeigen die Lehren von Angola und Mozambique, wo imperialistische Interessen die Oberhand behalten und wo die Massen elementarische demokratische Rechte noch nicht errungen haben, was geschieht, wenn die Bewegungen der nationalen Befreiung auf halbem Wege stehenbleiben. In Zimbabwe, wo durch das
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Lancaster House-Abkommen eine neokoloniale Situation aufrechterhalten bleibt, haben trotz der Übernahme der Macht durch Mugabe weder die Landfrage, noch die Fragen der demokratischen Rechte oder des Elends der Masse der Schwarzen irgendeine glaubwürdige Antwort erhalten. Die proletarische Revolution erfordert eine Organisation, die aus solchen Erfahrungen Lehren zieht und sich in den Aufbau einer internationalen revolutionären Führung eingliedert. Um dieses Bemühen zu unterstützen, setzt sich die IV. Internationale den Aufbau einer Sektion in Südafrika zum Ziel.
Aber die IV. Internationale fördert die größtmögliche Einheit in bestimmten Punkten, die das Vorantreiben des Kampfes erleichtert. In diesem Land ist die Stärkung und Entwicklung der Debatte zwischen verschiedenen Bestandteilen der Befreiungsbewegung notwendig. Die Bildung einer revolutionären Massenbewegung in Südafrika ist erst an ihrem frühesten Stadium angelangt. Das ist noch ein weiterer Grund, die politische Debatte nicht nur zu akzeptieren, sondern sie zu suchen und politische Annäherungen auf der Basis teilweiser Übereinkommen zu fördern. 13.
Da es notwendig ist, den Kampf gegen Apartheid in Südafrika zu unterstützen, muß die IV. Internationale am Aufbau einer breiten, kontinuierlichen, internationalen Solidaritätsbewegung teilnehmen. Das erfordert zu ein und der selben Zeit spezielle Aktivitäten der IV. Internationale und die Teilnahme ihrer Mitglieder an den Aktivitäten der Anti-Apartheidbewegung in ihren Ländern.
a) Spezielle Aktivitäten der IV. Internatio. nale Es ist notwendig, den sich ausbreitenden Kampf in Südafrika bekannt zu machen und die Ziele und Forderungen der schwarzen Massen in ihrem Kampf gegen das rassistische Regime zu unterstreichen. Die Presse der Sektionen der Internationale sollte regelmäßig über die Situation in diesem Land berichten. Immer wenn die Kämpfe in Südafrika maßgebliche Ereignisse des Tages werden, wird unsere Bewegung auf das Bedürfnis nach Solidarität mit der Initiierung zentralisierter Weltkampagnen antworten, die starke, punktuelle Mobilisierungen gegen das Apartheidregime erzeugen können. Mitglieder unserer Bewegung werden den Gewerkschaften, denen sie angehören, vorschlagen, daß sie Stellung beziehen und Initiativen für eine konkrete Unterstützung des Kampfes in Südaf-rika ergreifen. Mitglieder der IV. Internationale, die in Gesellschaften arbeiten, welche Tochtergesellschaften oder Geschäftsinteressen in Südafrika besitzen, schlagen den Gewerkschaften und Arbeitern vor, daß sie von den Bossen die Respektierung der gleichen Löhne und der gewerkschaftlichen Rechte der schwarzen Arbeiter, die sie beschäftigen, fordern. Sie fordern die Gliederungen der Gewerkschaften auf, die von den schwarzen Arbeitern in diesem Land aufgebauten Gewerkschaftsstrukturen zu unterstützen und sich mit ihnen zu verbinden. Auf diese Weise heben trotzkistische Aktivisten die notwendige Solidarität zwischen den Arbeitern ihres Landes und ihren schwarzen Kollegen in Südafrika hervor. Wann immer es geht, machen sie das Bedürfnis ihrer Arbeitskollegen, die in Afrika in den selben Multis oder Gesellschaften arbeiten, nach finanzieller Hilfe, Solidaritätsresolutionen und gewerkschaftlicher Hilfe geltend.
gen der Kampf in Namibia. Seit 1977 stand die Gruppe der fünf westlichen Länder (USA, Großbritannien, BRD, Kanada und Frankreich) im Zentrum ausgedehnter und andauernd hingehaltener Verhandlungen mit der südafrikanischen Regierung, ihren Marionetten der Turnhallenallianz, den Frontstaaten und der wichtigsten Befreiungsbewegung SWAPO. Irgendwelche Übereinkünfte kamen nie zustande, weil das die Südafrikaner vereitelten, besonders als sie aus der Konferenz Anfang 1981 in Genf einfach auszogen. Inzwischen betreiben sie einen weitläufigen und anhaltenden Krieg gegen benachbarte Frontstaaten, besonders Angola. Sie bezwecken mit diesem Krieg, die Rückzugsbasen der SWAPO zu zerstören und das Regime in Luanda zu destabilisieren, vielleicht um in den südlichen Gebieten Raum für eine Regierung der UNITA unter Savimbi zu schaffen. Die Antwort der Imperialisten auf diese Aktionen war auf gelegentliche verbale Verurteilungen beschränkt. In Wirklichkeit haben die südafrikanischen Aktionen ihren Zweck perfekt erfüllt. Die Attacken gegen Angola haben die Möglichkeit geschaffen, die Aufmerksamkeit auf die fortdauernde Anwesenheit der kubanischen Streitkräfte in diesem Land zu lenken - etwas, das als der südafrikanischen Präsenz in Namibia Vergleichbares in die Diskussion geworfen wurde und im selben Aufwasch verkauft wird. In der Zwischenzeit geht der Raub am Wohlstand Namibias in steigendem Tempo weiter. Beide Länder, nämlich Südafrika, das sein Waffen- und Rüstungsprogramm vorantreibt, und Großbritannien, das mehr als die Hälfte seines Urans von dort erhält, sind bestrebt, eine Unabhängigkeit hinauszuschieben, die diese Lieferungen bedrohen könnte (das Uran für Großbritannien kommt aus der Rossing Mine, die die größte vom britischen Rio Tinto Zinc Unternehmen ausgebeutete Mine ist, in der Lord Carrington, der die neokolonialen Vereinbarungen von Lancaster House über Zimbabwe führte, Interessen hat.) Als zweite Verteidigungslinie wollen sie in jede ausgehandelte Vereinbarung eine Reihe von Garantien für die Fortsetzung ihrer Ausbeutung einbauen. Sie haben nun die wichtigsten UNO-Resolutionen umgearbeitet, um den »Schutz vor eigenmächtiger Beraubung von Privateigentum ohne sofortige und gerechte Entschädigung« zu sichern. Sie werden ebenfalls versuchen, institutionelle Garantien für die Weißen nach der Art des Lancaster House-Abkommens hineinzubekommen sowie eine ähnliche Friedensstreitmacht, um jede Vereinbarung zu überwachen.
Revolutionäre Marxisten werden dieses imperialistische Komplott mit der klaren Linie der uneingeschränkten Selbstbestimmung des namibischen Volkes bekämpfen. Wir erkennen das Recht der fünf imperialistischen Mächte auf Einbeziehung in irgendeine Vereinbarung nicht an. »Imperialisten raus aus Namibia, sofort!« Wir verteidigen konsequent das Recht Namibia's auf sofortige Unabhängigkeit, den Rückzug aller südafrikanischen Truppen von seinem Territorium einschließlich des Hafens Walvis Bay und das Recht aller Bewohner dieses Landes, an freie Wahlen auf der Basis »eine Person, eine Stimme« teilzunehmen. Wir fordern, daß sich die SWAPO in Namibia frei organisieren kann, ohne Bedrohungen und Einschränkungen - wir behalten uns das Recht vor, das Programm der SWAPO zu kritisieren. Schließlich unterstützt die IV. Internationale alle Bewegungen in Südafrika, die gegen das rassistische Regime kämpfen, um die Apartheid abzuschaffen und volle nationale und demokratische Rechte für die Afrikaner, Mischlinge und Inder zu erreib) Die Anti-Apartheidbewegungen Trotzkistische Aktivisten beteiligen sich an der Tätigkeit dieser Solidaritätsorganisationen, um aus ihnen Massenorganisationen auf Einheitsfrontbasis zu machen, die aktiv sind und Kampagnen in Gang setzen und aufrecht erhalten können:
- Gegen Beziehungen oder Verbindungen aller Art mit dem rassistischen Regime oder dem südafrikanischen Markt, um die politische und wirtschaftliche Isolation der Republik Südafrika zu vergrößern. - Für die Unterstützung der Kämpfe, besonders für die Unterstützung der Gewerkschaftsorganisationen in Südafrika. Für die Entwicklung einer aktiven Solidarität innerhalb der Gewerkschaften mit der schwarzen Arbeiterklasse in Südafrika. - Für die Freilassung aller politischer Gefangener. Für den Stop oder den Abbruch südafrikanischer Sporttourneen, die vom rassistischen Regime als diplomatische »Repräsentanten« benutzt werden.
- Für die uneingeschränkte Unterstützung aller politischen Kräfte, die in Südafrika gegen Rassismus und Apartheid kämpfen. Somit kämpfen wir durch unsere Aktivitäten in diesen Vereinigungen gegen jedes Sektierertum - das gewöhnlich in privilegierter Unterstützung nur für den ANC (wie es die Mitglieder der Kommunistischen Partei oft beantragen) oder nur für den PAC endet. Solidaritätsverbände im Exil sollten ihre Hilfe ohne Diskriminierung a!len Kämpfern und Opfern zukommen lassen. Eine solche Ausrichtung von Solidaritätsverbänden oder einer politischen Richtung kann nur die Spaltung wieder nach Südafrika zurücktragen.
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Namibia: