Es war vorauszusehen, daß der Ausbruch einer weltweiten ten, zu denen es gehört, auch wenn die herrschende Klasse dort Krise der kapitalistischen Wirtschaft dramatische Auswirkungen auf die zerbrechlichen Strukturen in Afrika haben würde. Einige Südafrika beherrscht nach wie vor das südliche Afrika wirtdieser Auswirkungen beginnen schon die internationale öffentliche schaftlich. Es ist außerdem eines der wichtigsten Besitzer von stra- Meinung zu schockieren. In den letzten Wochen ist die Masse der tegisch bedeutenden Rohstoffen. Daher behält es nicht nur in Afri- Flüchtlinge in Schwarzafrika durch hunderttausende Arbeiter und ka einen bedeutenden strategischen Platz, sondern im weltweiten ihre Familien angeschwollen, die wegen der fallenden Preise für Öl imperialistischen System als ganzem. aus Nigeria vertrieben wurden. Diese Massenflucht führt überdies Die besonderen Strukturen, welche Südafrika zu einem Parazwangsläufig in einer Kettenreaktion zum wirtschaftlichen und so- dies für Kapitalisten und zu einem zuverlässigen Verbündeten des Imperialismus gemacht haben, machen überdies eine friedliche In den letzten Tagen tauchten Nachrichten über ein schweres Entwicklung und deshalb eine längerfristige Stabilisierung unmög- Massaker in einer Region Zimbabwes auf, in einem Land also, das lich. Sie führen zu einer Anhäufung explosiver Widersprüche, die als großes Erfolgsbeispiel einer zwischen Imperialisten, weißen Ko- Südafrika zu einer der größten Zeitbomben im weltweiten kapitalilonialisten und Vertretern schwarzafrikanischer Organisationen stischen und imperialistischen System machen. abgeschlossenen Vereinbarungen galt. Es stellt sich heraus, daß die In der in dieser Ausgabe veröffentlichten Resolution der IV. Hoffnungen der Völker Zimbabwes nicht erfüllt wurden und das Internationale werden alle diese Punkte im Detail erklärt. Sie ist die Land nicht von Neokolonialismus befreit ist. Es ist nicht ausge- Frucht jahrelanger Arbeit und des Denken von Revolutionären, die schlossen, daß sich dort unter ethnischen Vorzeichen ein neuer an der Revolution in Schwarzafrika beteiligt sind. Bürgerkrieg entwickelt. Dieses Dokument läßt bemerkenswert konkrete Informatio- In der internationalen Presse gibt es in Zusammenhang mit nen erkennen. Es ist auch ein Wegweiser für die Anwendung des diesem Konflikt in Zimbabwe bereits Vermutungen, dan das sudal- revolutionären Marxismus auf Schlüsselfragen der sozialen Revorikanische Regime seinen langen Arm in das Land strecken könnte, lution in Schwarzafrika. Als solche wird es ein Bezugspunkt für um die Flammen zu schüren. Die südafrikanischen Rassisten sind Revolutionäre sein, die sich mit den entstehenden Explosionen in schon in Mozambique und Angola tief verstrickt. Tatsächlich ha- Schwarzafrika im Zeitalter der weltweiten ökonomischen Krise des ben es die mozambiquanischen Rebellen fertiggebracht, die Erdöl- Forts von S. 16 (Namibia)
Während Mozambique nicht direkt vom Konflikt um Namibia betroffen ist, ne besonder Allianz mit Südafrika, einem Der Überfall auf Maseru stellte aber leidet es jedoch unter einerähnlichen Poli- Verbündeten, keineswegs für Südafrika ein Hindernis tik, die von Pretoria mithilfe einer ganz an- zwar nicht abzuleugnen ist, der aber den dar, seine Kontakte mit Luanda fortzusetderen Sorte Rebellen ausgeführt wird. Es Nachteil eines miesen plitischen Images we- zen. Pretoria konnte sich sogar die Unverhandelt sich hierbei um den Nationalen Wi- gen seiner Apartheid-Politik hat. schämtheit leisten, anzudeuten, daß die derstand Mozambique, der die Verantwor- Südafrika hat sich sowohl bei seinen SWAPO den Preis für einen Waffenstilltung für die Sabotage der Öltanks Dezem- eigenen als auch bei den von ihm unter- stand mit Angola zahlen müsse. In der Antber 1982 im Hafen von Beira, der zweit- stützten Operationen bemüht, militärische wort auf Fragen der ausländischen Presse größten Stadt des Landes, übernommen Stärke vorzuführen. Ganz besonders dreist sagte Pik Botha am 27.1.: »Luanda bietet hat. Zusätzlich unterstützte Pretoria in Le- drekt nach den Gesprächen von Cabo Ver- ihnen (den SWAPO-Kämpfern, die Red.) sotho die Lesotho-Befreiungsarmee, die de. In einem mörderischen Überfall auf Unterschlupf und Unterstützung, obwohl dem Basuto Volkskongress im Exil nahe- Maseru, der Haupstadt von Lesotho, mit- es weiß, daß sie von dort aus ihre schmutzisteht. Die wachsende Aktivität des Natio- ten in der Nacht, töteten südafrikanische ge Arbeit im Nachbarland verrichten. Folgnalen Widerstands hat die Armee Mozam- Streitkräfte dreißig Mitglieder des ANC lich ist der Standpunkt der SWAPO nicht biques schon gezwungen, militärische Ope- und sieben normale Einwohner, fünf Frau- geeignet, bei einem Abkommen zwischen rationen durchzuführen, damit nicht die en und zwei Kinder ( Vor kurzem wurde Angola und uns in Betracht gezogen zu Hauptstadt Maputo von den Agrarregio- dies mit einem Luftangriff auf ein soge- werden.«
nen des Südens abgeschnitten wird. nanntes ANC-Camp in Mozambique fort- Der künftige Ablauf der Verhandlungesetzt, die Red.). Diese Überfälle nach der gen und die Entwicklungen in Namibia sel- EIN CAMP DAVID FÜR SÜDAFRIKA Art Israels stellen nicht die einzige Ähnlich- ber werden uns zeigen, wie wahrscheinlich keit zwischen beiden Ländern dar, die beide es ist, daß. die Imperialisten ihre Pläne
Es wird immer deutlicher, daß die US- dauernd zwischen militärischem Feuer- durchziehen können. Diplomatie nicht nur eine Regelung der spucken und diplomatischem Sirenenge- Namibia-Frage anstrebt, sondern für die sang hin- und herwechseln.
gesamte Region, und zwar gestützt auf ei :- *
Seite 4
Südafrika: