Frankreich: V. Kongreß der LCR
Communiste Revolutionnaire" (LCR) ihren V. und die Perspektiven der LCR zu nachdem schaftswahlen vom 10. Mai 1981 und den der Sozialistischen und der Kommunistischen Partei bei den Parlamentswahlen vom 21. Juni 1981 eine neue Lage entstanden war.
Einmütigkeit wurde auf dem Kongress darüber erzielt, welche Perspektiven sich aus diesem Sieg ergeben: es kann sich keinestalls darum handeln, dass die Institutionen der V. Republik stabilisiert worden wären und dass eine neue Aera sozialdemokratischer Stabilität ausgebrochen sei. Durch den Sieg der Parteien, die sich auf die Arbeiterklasse berufen, entstand eine neue, nie dagewesene Situation im Lande. Die neue Mehrheit verfügt dber die Präsidentschaft der Republik und über die absolute Mehrheit in der Nation al versammlung, so dass sie nicht darauf angewiesen st, ein Bündnis mit den bürgerlichen Partelen einzugehen. Sie hat also keine Ausrede, cein Alibi, um sich nicht der Forderungen der Arbeiterklasse zu stellen, die damit rechnet, dass der Wechsel bei den Wahlen jetzt auch zu einer wirklichen sozialen Veränderung angesichts der Krise führt. die sich aus sozialistischen und kommu- - darüber kann es keinen Zweifel geben.
tätigen betrachten diese Regierung derzeit als die Ihrige. während die Bourgeoisie zwar auf vielfältige Art Druck auf sie ausübt, um in Verhandlungen mit ihr zu kommen. aber nicht das geringste Vertrauen in sie setzt. Nicht etwa, das fe an der Loyalität von PS und PC gegenüber der bestehenden Ordnung Zweifel hätte: sondem weil sie sich nicht sicher ist. dass diese die Arbeiterklasse so gut im Zaum halten könne wie während der Volksfront von 1936 oder der Befrefung von 1944.
Aber mit dem Sieg vom 10. Mai und heute mit dem milítär-bürokratischen Staatsstreich von Polen wird sich der Prozess der Neustrukturierung innerhalb der französischen Arbeiterbewegung. der schon einige Zeit imgang ist. noch beschleunigen. Im Unterschied zu 1936 kamen jetzt die reformistischen und stalinistischen Parteien nach drei Jahren ler politischen und gewerkschaftlichen Spaltung an die Regierung. In diesen drei Jahren verlor die stärkste Gewerkschaft, die "Confede ration Generale du Travail" (CGT). die Halfte ihrer Mitglieder. Und der Wahlsieg bewirkte nicht nen Gewinner-Parteien entstand.
Man erlebt im Gegenteil, dass sich Opposition strömunger in den Gewerkschaften, insbesondere in der CGT. wicken und zwar sowohl in der Frage der gewerkschaft lichen Einheit und der innergewerksc aftlichen Demokratie als auch darüber, welche Linie gegenüber der Krise einzuschlagen ist, oder über Polen. Gleichzeitig werden die Differenzierungen innerhalb der Kommunistischen Par tei immer schärfer und erfassen bereits den Parteienapparat. Die unmittelbare Aufgabe ist nicht, frontal Opposition zur Regierung zu machen, um sie zu stürzen, sondem systematisch dafür zu kämpfen, dass die Mehrheitsparteien der Arbeiterklasse alle Bande, die sie an die Bougeoisie ketten, lösen und entsprechend den Forderungen der Arbeiterklasse handeln. Was bedeutet, dass u. a. denunziert werden müssen: jegliche Verbindung mit dem Imperialismus (die französische Regierung unterstützt die Errichtung. Yor Binhaltung der in souten und die Verta sung der publik, die Geschenke, welche die militärische Hierarchie erhielt, und die Teilnahme von bürgerlichen Ministern an der Regierung.
Derzett konzentriert sich dieser Kampf auf die Kraftprobe mit den Untemehmem, dass dies den Preis für die Krise bezahlen müssen. Insbesondere ist die LCR voll in einer Kampagne fur die 35-Stundenwoche sofort ohne Lohneinbussen und mit entsprechenden Neueinstellungen engagiert. Dazu kommt. dass die Frage der Kampfeinheit der Arbeitergelose ist. Zwischen Ps und Pc gibt es keine Aktionseinheit. der Koalitionsregierung keineswegs und vor allem wirkt die gewerkschaftliche Spaltung al: grosstes Hindemis für die Mobilisierung Die Arbeitereinleit die Gewerkschaftseinheit, die Einheitsfront - das sinc die Hauptpfeiler, um die der Kampf gegen die Koalitionsund Kollaborationspolitik mit der Bourgeoisie zusammen mit der weiter bestehenden Spaltung der Arbeiterklasse geführt werden muss.
Die politischen und organisatorischen Thesen, welche von der Mehrheit des alten Zentralkomitees vorgelegt worden Monie hatte die Disk in acier Mit 1 a ren erhielten 77 % der Delegiertemstimmen auf dem Kon- Diskussionsbulletin erschienen. Jede Position wurde auf den Konferenzen und Kongressen der Ortsgruppen vertreten. Das neue Zentralkomitee wurde proportionell zu den Stimmen. die für die Liniendokumente abgegeben wurden, gewählt. P000
Die Nr. 1 000 von "rouge"
der Wochenzeitung der LCR, erschien am 22. Jan, 1982.
Der bekannte Karikaturist
WIAZ schickte zu diesem Jubläum diese Zeichnung.