Die Geschäfte des BRD - Kapitals mit der Apartheid von Wolfgang Weitz. 20. November 1981 Seit September 1981 veröffentlichte die französischspra- stärkt wird, und schließlich soll in diesem Artikel. der als chil Analyse der wirtschaftlichen politischen und diplo- 'Inprecor" eine Reihe von Artikeln zur Denunzierung einziger dieser Serie auch in der deutschsprachigen "Inpreerscheint, aufgezeigt werden, welche guten Geschafmatischen Beziehungen der wichtigsten imperialistischen te die westdeutschen Kapitalisten in der Südafrikanischen Länder mit dem Regime von Pretoria. Republik tätigen.
Nacheinander wurden behandelt, wie die Regierung Mitter- Auf die Bedeutung einer langfristigen anti-imperialistischen rand - Mauroy mit der französischen imperialistischen Erb- Solidaritätskampagne gegen die südafrikanische Apartheid schaft in Südafrika fertig wird, welche besonderen Bezie- und für das Recht der unterdrückten schwarzen Massen aut hungen die belgische Bourgeoisie mit Pretoria pflegt, wel- Emanzipation braucht hier nicht hingewiesen zu werden: Verantwortung die Schweizer Geldgeber für die Apart- umso mehr bedauern wir es, daß es nicht möglich war, die heid tragen, wie ertragreich die britischen Investitionen zanze Artikelserie auf Deutsch erscheinen zu lassen (Foto• in Südafrika sind, wie seit der Wahl von Ronald Reagan ropien der Texte auf Französisch werden Interessenten gerdie Komplizenschaft der US-Regierung mit Pretoria ver- ne zugeschickt).
In einer Entschließung der Jahreskonfe• ergehen der schwarzen Bevölkerung. - Der Aufstand in Soweto 1976 und die renz der Menschenrechtskommission denn "nach ihrer Meinung würden sol- nachfolgenden Massenaktionen der der Vereinten Nationen wurde Südafri- che Sanktionen der schwarzen Bevöl- chwarzen Bevolkerung gegen ihre po ka zu Beginn des Jahres 1981 mit 35 kerung des Landes und den Nachbar- litische und ökonomische Interdrüf Stimmen bei 6 Enthaltungen als ver- staaten Südafrikas schaden" ! (1) kung hatten Südafrika zu einem Land antwortlich für das Scheitern der jüng- mit einem hohen Investitionsrisiko sten Verhandlungsrunde in der Nami- Doch daß die Haltung der oben er- werden lassen. bia-Frage und wegen der Apartheids- wähnten Staaten nicht von Menschenpolitik verurteilt. kamen von den Vertretern der USA. freundlichkeit bestimmt wird, konnte - Auch in der BRD kam es zu vermehrman schon während der Debatte erfah- ten Aktivitäten gegen die wirtschaft- Frankreichs Großbritanniens, der ren. Dort wies der Vertreter der BRD lichen und politischen Beziehungen, BRD. Kanadas und Portugals. Begrün- Angriffe auf die BRD wegen des Han- die private Unterehmen und die Bun det wurde sie mit der Ablehnung der dels privater Firmen mit Südafrika desregierung zu Südafrika unterhielten. in der Entschließung enthaltenen For- mit dem Argument zurück: "Glückliderungen nach wirtschaftlichen Sank- cherweise ist die BRD kein totalitäres Dieser Beschluß hatte allerdings eher tionen. Das Motiv für die Ablehnung Land, in dem der Handel befohlen symbolischen Charakter. Die Hermesist - glaubt man den vorgetragenen und verboten werden kann. " (2) bürgschaften steigen von ca. 3.8 Mil- Argumenten - die Sorge um das Wohl- Milliarden DM. Einen großen Sprung
DIE BUNDESREGIERUNG: FÖRDERUNG VON INVESTITIONEN hatten sie nach dem Aufstand von oweto gemacht, als sie von 656 Mil
UND HANDEL JM (1975) auf 2.3 Milliarde
DM (1976) kletterten. Von politischer Bedeutung war insbesondere die Über- Dieses Verhalten steht vollkommen allein im 'laissez-faire" , wie man nahme von Hermesgarantien für den in der Tradition westdeutscher Außen - aufgrund der obigen Bemerkung in der deutschen Lieferanteil des Kohleverolitik gegenüber Südatrika seit Ende Menschenrechtskommission vermuten flüssigungsprojekts SASOL II. Dieses 1973. Diese Tradition wird von dem könnte. sondern beinhaltet eine akti- Projekt ist von strategischer Bedeutung. Afrika-Wissenschaftler Reinhard Rode ve Förderung des Handels mit und Südafrika von Öleinfuhren folgendermaßen beschrieben: "Die der Investitionen in Südafrika. unabhängiger macht und insbesondere Apartheid-Schelte Wurde jetzt auch sicherstellen soll, daß die südafrikanivon Bonn mitgetragen; bei Entschlies- Ein Beispiel dafür sind die Hermes- sche Armee auch im Fall von Boykotsungen zugunsten wirtschaftlicher Sank- bürgschaften. Es handelt sich dabei ten manövrierfähig bleibt. tionen zog die westdeutsche Delega- um Staatsgarantien für Investitionen tion (zu den Gremien der Vereinten bundesdeutscher Unternehmer im Anfang Jull 1981 durchbrach die Bun- Nationen, W. W.) jedoch nicht mit Ausland, Ende 1977 hatte die Bundes- Sie stimmte dagegen oder übte sich regierung beschlossen, diese Risikoin Enthaltungen. versicherungen für Investitionen in Deckunge n jeweils zwischen 200 und Südafrika auf Exportgeschäfte mit 700 Miflionen DM für die Betelligung
Gegenüber dem Verhalten früherer einem Umfang bis zu 50 Millionen am Kraftwerksprojekt Matimba geneh- Regierungen hatte sich nur eines ge- OM zu beschränken: zudem sollten migte. Schon 1980 hatte sie deutschen ändert: Die verbalen Verurteilungen nur Kredite mit einer Laufzeit bis zu Jntemehmen langfristige Garantien • waren schärfer geworden. Nicht ver- 5 Jahren versichert werden. Zu die- nit einer Laufzeit von achteinhalt Wirtschaft beziehenden ma solene sem Schritt sah sich die Bundesregie- Jahren - fur den Bau von zwei Kohle- Virtschaftsbeziehungen n rung wohl weniger durch moralische kraftwerken in Tutuka und Lethabo be- Sie ist bei allen Regierungen seit Be- Gründe als vielmehr durch die polí- willigt. Dabef wurde die Gesamtsumme stehen der Bundesrepublik konstant tische Situation veranlaßt: von einigen Hundert Millionen DM auf gewesen. Sie erschöpft sich nicht mehrere Firmen verteilt. (4)
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Eine weitere zusatzliche Begunstigung privater Investitionen in Südafrika stellt das Doppelbesteuerungsabkommen dar. Es trat 1975 rückwirkend fur 10 Jahre in Kraft und stellt in Südafrika investiertes BRD-Kapital von der Steuerschuld in der Bundesrepublik frei. und zwar in der Höhe der Steuem, die die betreffenden Firmen in Südafrika zahlen mußten.
Die BRD-Untemehmen tragen mit an deren Worten zur Festigung des Apartheidregimes in Südafrika bei. Die Heleere Phrase "Wandel durch Handel" (u. a. vom jetzigen SPD-Vorsitzen den Brandr gepragn entpuppt sich als untauglicher Versuch, den bundesdeut- INVESTITIONEN, ANLEIHEN, PROFITE Mit der oben geschilderten Politik fördert die Bundesregierung Investitionen. die bundesdeutschen Untemehmern hohe und höchste Profite bringen. Bei Direktinvestitionen deutscher Firmen werden durchschnittliche Profite von 18 % erzielt. Siegfried Brunnenmiller von der Deutschen Bank in Johannes- Dort em de beriche einsame Gewinnsumme die Investitionen übersteigt" . (5) Kein Wunder, daß die deutsch-südafrikanische Handelskammer einen "an Dynamik noch zunehmenden Investitionsboom" (6) erwartet Und dabel ist die BRD heute schon der drittgroßte Investor - nach Großbritannien und den USA. Im jahr 1976 kam der BDI für 1974 bereits auf eine Gesamtsumme von 3 5 Milliarden DM. Im Juli 1977 schätzte die südafrikanische Botschaft in Bonn die Summe der indirekten Investitionen bundesdeutscher Konzeme auf 4 Milliarden DM Der Sprecher des BDI Seelig ging va einer Gesamtsumme von etwa 6 Mil liarden DM aus, während der ehemalige südafrikanische Botschafter in • Bonn. Sole. 1976 das in Südafrika investierte BRD-Kapital gar auf 12 MIlliarden schätzte (7'.
Der Kapitalexport nach Sudafrika setzte erst um 1965 richtig ein (vergl. Beginn des Doppelsteuerabkommens' Südafrika war seit diesem Zeitpunk ein bevorzugtes Ziel für Auslandsinvestitionen des BRD-Kapitals, Es verzeichnete auch die höchsten steigerungsraten aller imperialistischen Lăn der (8). An diesen Investitionen sind etwa 300 deutsche Konzeme beteiligt:, weitere 6 000 indirekt. Zu den Direktinvestoren gehören u. a. so bekannte Firmen wie Daimler Benz, Lufthansa, Bayer, KruBASF, MAN, Siemens. Volkwagen, Hoechst.
Rhe instahl AG. Die westdeutschen Konzeme investieren insbesondere im gewerblichen Sektor des südafrikanischen Industrieapparats, Volkswagen z. B. überholte Ford und General Motors im Jalır 1973 und wurde der großte Hersteller von Personen kraltw agen in Südafrika. Ende 1976 gab der VW- Konzem bekannt, daß er weitere 35 Millionen Dollar investieren wolle. Darüberhinaus ist die Bundesrepublik inzwischen Südafrikas größter Kapitalgeber. Schätzungweise die Hälfte aller ausländischen Kredite an Südafrika kommen aus der BRD. Allein zwischen 1970 und 1976 erhielt Südafrika nach Angaben des Siemens- Sprechers Entges (Ende 1976) rund 6 Milliarden DM an Bankkrediten. Emissionen usw. Insgesamt 60 bundesdeutsche Banken betelligten sich zwischen 1958 und 1980 an 104 Bankanleihen in Ste Deutsche Bankehdie Dresdner Bank . die Dresdner Bank, die Commerzbank. die Westdeutsche Landesbank Girozentrale und die Bayrische Vereinsbank (9).
Mit diesen Investitionen spielt der westdeutsche Kapitalismus eine wichtige Rolle bei der Entwicklung und Festigung des südafrikanischen Apartheidregimes. Denn trotz der wachsenden Stärke des einheimischen südafrikanischen Kapitals - der Anteil ansländischer Direktinvestitionen an der Neukapitalbildung fiel von 19% zu Beginn der 50er Jahre auf 11 % zu Beginn der 60er Jahre - spielen ausıandische Investoren eine wichtige, manchmal ausschlaggebende Rollle. Schatzungsweise 80% der südafrikanischen Privatindustrieproduktion befinden sich unter ausländischer Kontrolle oder sind von ausländischem Kapital beeinflußt. Das schließt jedoch nicht die Produktion der staatlichen Konzeme ein, die solche Schlüsselsektoren wie Stahl, Eisenbahnen und Energie kontrollieren und eine richtungsweisenden Einflus auf die Gesamtwirtschalt ausüben (10), Allerdings erhielten sie den größten Teil der Gelder, die in Form von Anlethen ins Land flossen.
schen Profithaien ein humanistisches Mäntelchen umzuhängen. Denn die bundesdeutschen Untemehmen haben sich in jeder Hinsicht den Gegebenheiten in Südafrika angepaßt Das er gaben Untersuchungen über die Belolgung des EG - Kodexes durch deut sche Firmen. Dieser Kodex war im Herbst 1977 verabschiedet worden und sieht unter anderem folgende Richtlinien für das Verhalten europäischer Firmen vor:
- Gewährung uneingeschränkter Gewerkschaftsrechte:
- Zahlung eines Mindestlohnes, der das Existenzminimum um 50 % übersteigt; - Beseitigung der Rassentrennung am Arbeitsplatz und in sozialen Einrichtungen (11).
Das sind jedoch nur moralische Appelle: es gibt keine Mittel, um ihre Ein- Trotzdem hat keiner Weise an diese Richtlinien. Jen Wolf stellt in seinem Rechenschaftsbericht fest:
"Unter den untersuchten Unternehmen Sehr viele Firmen bleiben in ihrem Mindestlohn sogar unter dem Existenzminimum. " (13)
Im Juli erklärte das BMW-Management offiziell, daß "Gewerkschaftsarbeit schwarzer Arbeiter innerhalb des Betriebes nicht gestattet würde" *. Ein Pressesprecher von Siemens (dem größten Bundesdeutschen Konzer) erklärte: "Siemens ist nicht bereit, sich durch einen von außen verordne ten Verhaltenskodex Sans ins Getriebe seiner guten Beziehungen zu Sudafrika werten zu lassen. (14) Und angesichts all dieser Berichte hat die Bundesregierung noch den Nerv, die oben erwähnten Bundesbürgschaften für Kredite an Südafrika damit zu berunden. "der EG-Kodex gewährleiste, daß bel diesem Geschaft Schwarze nicht benachteiligt werden". (15) informationsdienst 2 21913 E südliches afrika Informationsstelle Südliches Afrika e.V. (ISSA)
5300 Bonn 1, Blücherstr. 14 Telefon: 0228/ 21 32 88 Postscheck Köln 281210-504 Spk Bonn 119 000 222 Anti-Apartheid-Bewegung in der BRD und Westberlin e.V. (AAB) 5300 Bonn 1, Blücherstr. 14 Telefon: 0228/ 21 13 55 Postscheck Köln 12979-501 BfG Bonn Nr. 101 9894500 Preise:
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HANDEL MIT SÜDAFRIKA
Die Beschreibung bundesdeutscher Interessen in Südafrika wäre unvollständig ohne die Erwähnung der umfan greichen Handelsbeziehungen zwischen beiden Landem. Schließlich hat sich die BRD zum wichtigsten Lieferanten Südafrikas entwickelt; ihr Importantell beträgt 22,8 %. Diesen spitzenlatz hatte sie schon 1978 und 1979. 1978 war sie außerdem der drittgrößte Abnehmer südafrikanischer Waren (unter anderem ein bedeutender Tell der Krügerran dmünzen, von denen die BRD seit 1967 etwa ein Drittel abgenommen hat) (16). Der Umfang des bundesdeutsch - südafrikanischen Warenhandels hat sich von 4, 17 Milliarden DM (1978' auf 6, 78 Milliarden DM (1979) erhöht und betrug im ersten Halb jahr 1980 3,6 Milliraden DM. (17)
Wie auch im Handel mit den übrigen imperialistischen Ländern sind die südafrikanischen Importe aus der BRD klar von Enderzeugnissen dominiert. Bei den südatrikanischen Exporten in die BRD sind Halbwaren, Rohstotte und Nahrungsmittel pflanzlichen Ursprungs die Schwerpunkte. Zwischen 1968 und 1972 stellten die Enderzeugnisse jeweils . 80 % der deutschen Ausfuhr nach Südatrika. Maschinen, Kraftfahrzeuge und elektrotechnische Erzeugnisse ran glerten an der Spitze. Im Maschinenbau stellten die Werkzeugmaschinen den größten Posten, im Bereich der elektrotechnischen Erzeugnisse lag der Schwerpunkt der Lieferungen bei de Nachrichten- und Meßtechnik ein - BRD liefen einen wesentreien fell des südafriaknischen Bedarfs an Fertig- Prodekren ne energie Das hat sich auch in den folgenden Jahren nicht geandert. Rode stellt test, daß die "Abhängigkeit der RSA von solchen Importen (Produkten von hohem technologischen Standard, insbesondere Investitionsgüter) evident ist" (19'. Ein Ergebnis dieser intensiven Wirtschaftsbeziehungen der BRD zu Sudafrika wird in der Abschlußresolution des Kongresses gegen atomare Zusammenarbeit Bundesrepublik - Südafrika folgender maßen beschrieben: "Erst durch diese intensive Unterstützung der südatrikanischen Wirtschaft wird die logistische Grundlage für die Hochrüstung und den Bau von Atomwatten geschaffen. Wenn durch die Tätigkeit von über 400 deutschen Unternehmen in Südafrika Pretoria einc standig wachsenden Teil seines RUstungsbedart selbst produzieren kann, dann bekommt die wirtschaftliche Zusammenarbeit mit dem rassistischen System eine unmittelbare militärische Bedeutung" (20).
issa edition südliches afrika Alan Baldwin
WOHNRECHT AUF WIDERRUF
Zur Lage der schwarzen Mehrheit in Südafrikas Städten esa 2 Bonn 1976, 40 Seiten, DM 1,50 ISBN 3-921614-31-7 Peter Ripken (Hrsg.)
DAS SCHWARZE WORT
Eine Anthologie zeitgenössischer Literatur aus Südafrika esa 3 Bonn 1977, 101 Seiten, DM 6,00 ISBN 3-921014-34-1 Max Koranyi/Frank Overhoff
WEIHNACHTEN IN SOWETO esa 4 2. Auflage, Bonn 1980, 120 Seiten, DM 9,00 ISBN 3-921614-38-4 Gottfried Wellmer (Hrsg.)
FRAUEN IM BEFREIUNGSKAMPF
Aussagen afrikanischer Frauen und Frauenorganisationen
MILITÄRLIE FE RUNGEN UND ATOMARE ZUSAMMENARBEIT Ihren Beitrag zur Hochrüstung Sudafrikas - dieses Land vetfügt immerhin schon über die schlagkräftigste Armee Afrikas und setzt sie auch gegen die Bevölkerung vor allem in Namibia und auch in Angola ein - leistet die BRD auf verschiede Weise:
1. Derartig hohe Ausgaben, wie sie das Apartheidregime für Militär und Polizei vorsieht (rund 4 Milliarden DM oder 20% des Regierungsbudgets für 1979/1980) (21) kann nur eine starke Wirtschaft verkraften. In welchem Maße deutsche Firmen und die Bundesregierung dazu beitragen, wurde schon oben dargelegt.
2. Die Filialen westdeutscher Firmen in Südafrika können gesetzlich verpflichtet werden. militärische Güter zu produzieren.
3. Durch die Lieferung von militärischen Gütem. Zwar ist ihr Export nach südafrika verboten, aber "die Exportber (22) Exportiert werden Lastkraft- bar" (22). wagen (allein seit 1978 exportierte Daimler-Benz 2 000 Unímogs, Magirus-Deutz exportierte seit 1977 ca. 5 000 Exemplare eines Unimog-Konkurrenzmodells usw.). zum Tell über Drittländer Schiffe und Flugzeuge, sorüberhinaus sind auch Einzelheiten aber wie Motoren und Ersatzteile (23) Waffengeschäfte bekanntgeworden, "die mit Unterstützung des Bundesnachrichtendienstes in den 60er Jahren auch mit Südafrika insgeheim getätigt worden waren " (24).
Ein anderes Kapitel ist die Lizenzproduktion von Kriegsmaterial in Sudafrika, Im November 1977 verhinderten die BRD und Kanada durch ihre Gegenstimme, die USA. Frankreich und Britannien durch ihr Veto. daß die Lizenzproduktion von Militärmaterialien in Sudafrika von den Vereinten Nationen verboten wurde (25). Der Weltergabe bundesdeutscher Lizenzen stand jedenfalls bis März 1978 nicht einmal ein Genehmigungsverfahren im Wege (26). Nach wie vor werden z. B. Magirus- LKWs in Südafrika hergestellt, und zwar mit Bestandteilen aus der BRD. Die Firma "Truckmakers" ", die den Betrieb im Frühjahr 1980 von Magirus-Deutz kaufte, ist einer der wichtigsten LKW-Zulieferer der sudafrikanischen Armee. (27)
Zu erwähnen ist noch die Zusammen arbeit der BRD mit Südafrika auf atomarem Gebiet. Die BRD leistete damit eine wichtigen beitrag zur Konstrukttion einer südafrikanischen Atombombe, die vermutlich im letzten Jahr getester wurde. Zwar bestritt die Bundesregierung dementsprechende Angriff (u. a, seitens des Entkolonisierungsausschusses der Vereinten Nationen Ende 1978 und des Kongresses regen atomare Zusammenarbeit BRD- Südafrika ebenfalls Ende 1978); unbe stritten sind allerdings Kontakte zwi schen Fachleuten und verantwortlicher Dienststellen bei der Länder, Unbesstritten ist auch, daß bundesdeutsche Firmen das Know-how und die Technik ur die Urananreicherung lielerten (28) sie machten damit den Bau einer südafrikanischen Atombombe möglich. esa 5 Bonn 1979, 188 Seiten, DM 12,80 ISBN 3 921614-45-7 Peter Ripken (Hrsg.)
KINDER VON SOWETO esa 6 Neuauflage Bonn, 1981, 32 Seiten, DM 6,50 ISBN 3-921614-46-5 Henning Melber (Hrsg.)
NAMIBIA KOLONIALISMUS
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DIE KIRCHE
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Bonn 1981, 192 Seiten, DM 15,80 ISBN 3-921614-54-6 Zu beziehen uber Informationsstelle Südliches Afrika Blücherstr. 14, 5300 Bonn 1 Tel.. 0228/21 32 88 Vertrieb für den Buchhandel: CON, Postfach 106545, 280Bremen
Gemessen daran erscheinen Dinge wie das Kulturabkommen zwischen der BRD und Sudafrika vergleichsweise harmlos, Es beinhaltet u. a. den Austausch von Schülem und Studenten sowie die Finanzierung deutscher Schulen in Südafrika, Die Welgerung der Bundesregierung, es zu kündigen, ist ein weiterer Beweis datur, daß sie sich allen Maßnahmen, die das Rassistenregime treffen könnten, entschieden widersetzt.
NOCH SCHWACHER WIDERSTAND
Das kann sich die Bundesregierung erlauben, solange nicht ein wirksamer Widerstand gegen eine solche Politik in der BRD existiert. Der wäre nur zu erreichen im Rahmen einer Massenbewegung mit Beteiligung der Arbeiterbewegung. Davon sind wir in der BRD jedoch weit entfemt, Sudafrika ist zur Zeit nicht im Mittelpunkt des Interesses. Diese Tatsache kann sich zweifellos ändem; sie ist sicher abhängig von der politischen Entwicklung in Südafrika selbst, Das beste Beispiel dafür ist der Aufschwung der Solidaritätsbewegung nach dem Aulstand in Soweto 197€ und der Ermor- Falken, kirchliche Kreise) gegen die Zusammenarbeit der BRD mit Sudafriund sind dabel die Frauen der Evange- Besonders aktiv waren lischen Frauenarbeit, die nach wie vor einen Früchteboykott propagieren: gege gegen den Widerstand einflu Breichel Kräfte inn erhalb der evangelischer Kirche.
Eine wichtige Aufgabe in der augenblicklichen Situation der Solidaritätsbewegung in der BRD ist die Propaganda für einen Wirtschaftsboykott zur Unterstützung des Kamptes der schwarzen Bevölkerung. Das bedeutet auch und insbesondere die Bekämpfung der Position des Vorstandes der IG Metall, der sich die Argumen ration von Bundesregierung und Untemehmem zu eigen gemacht hat, daß ein Wirtschaftsboykott nur die Situation der schwarzen Bevölkerung verschlechtem würde.
Nur so können die Grundlagen für eine Massenbewegung gelegt werden, die einen Wirtschaftsboykott tatsächlich erzwingen kann. Gegen die Interesser ler Südafrika-Freunde wird sie e: nicht leicht haben. Und - das kann mazung für das Entstehen einer Vore- man klar sa der Revolution
AFRICA (1) Frankfurter Rundschau, 25. 2.81 (15) Stern, 5.11.81 (2) ebenda (16) Die Zeit, 11.8.78 (3) Reinhard Rode Baum and Pre ia {43) Retnhard Rode a, a. 0. a. a.0.5. . 41 in: Bley u. a.. Afrika und Bonn, . Ostrowsky, Geisser, a. a.O., S. 70 (4) vergl. Der Spiegel v. 13.7.81; Stern v. 5.11.81 (19) R. Rode, a. a. O., S. 149 (5) Stern v. 5.11.81 (20) Abschlußresolution des Kongresses (6) ebenda gegen atomare Zusammenarbeit Bun- (71 vgl. AIB 6/81, S. 41 lesrepublik - Südafrika, Nov. 1978 (8) vgL. Reinhard Rode, Die Sudafrika- (hektographiert) Pand 1968- 19725. 135 ll Deutsch- (21) It. Frankfurter Rundschau, 18.4.79 135 ff (22) Der Spiegel, 12, 10.81 9) Ostrowsky/Geissler, Sudatrika, S. CelsDer pael. s. 99 frOstrowsky 17: Rainer Falk, Die Bundesrepublik Geissler, a. a.O.. (10) Ernst Harsch, The foreign econo- und Südafrika, in AIB 6/81, (24) F.R., 14.12.78 mic role in South Africa, Interconti- 52 1 Ostrowsky. Geissler, a. a.o.. nental Press v. 11. 4. 1977 S. 390 f. (26) F.R. (27) Der Spiegel 14.12.78 (11) Frankfurter Rundschau, 29.5.79 14.12.1980 (12) Frankfurter Rundschau, 23. 9.77 (28) vgl. Ostrowsky, Geissler, a. a.o.. (14) ebenda (13) F.R. 29. 5.79 S. 89 - 97