In den Monaten August und September machte die Organi- Sklassee, Zum einen fand der "Kongress der arbeitenden sierung der brasilianischen Arbeiterklasse wichtige Fort- (CONCLAT) statt, und zum anderen wurde eime Konvent zur Legalisierung der Arbeiterpartei (PT)=Partido das Frabalhadores abgehalten.
CONCLAT kam Ende August in Praia nahe Sao Paolo zusammen. Es versammelten sich dort 5200 Gewerkschaftslelegierte aus Stadt und Land. die Tausende von Gewerk schaltsmitgliedern vertraten. Da dieser Kongreß auf Initiative der Tendenz "Gewerkschaftseinheit" stattfand. die sich vor allem aus der KP und einer Fraktion der "gelben" (unternehmerfreundlichen) Bürokratie zusammensetzt, war er auch dergestalt vorb reitet worden. daß diese Strömung dort eine große Mehrheit sicher hatte. So waren zwei Drittel der Delegierten nicht gewählt, sondern hatten aufrund ihrer Funktionen als Mitglieder der Gewerkschaftsührungen, automatisch Recht auf Sitz und Stimme: nu ein Drittel der Delegi: rten war speziell zum Kongress gewählt worden.
litante Strömung İtanze Stede sollte in Koaland den Genossen der PT und den Genossen der PT zum Ausdruck kam faktisch die Mehrheit auf dem Kongress innehatte. obwohl sie sich so schlecht vorbereitet und sich überhaupt nicht organisiert hatte. Die Resolutionen von CONCLAT tragen den Stempel dieses Dralls nach links. Die Parole "Für cine konstituierend‹ Versammlung" wurde zwar angenommen aber mit der Bedingung des Sturzes der Diktatur verknüpft, von der KP vertretene "Verfassung mit Figuereido" ausschließt. Der Kongreß lehnt jeden Sozialpakt strikt ab und sprach sich für die Lösung "Generalstreik" aus. Es wurde ein Zeitplan des Kampfes für den Generalstreik auftien 1 korne wir die bian der kionen Oktober nationaler Aktionstag. um der ron Regierungsseite g. zogen und, falls erforderlich. nächsten Schritte in Richtung zum Generalstreik testgechließlich wurde beschlossen, für den August 1982 den •run dungskongreß der Einheitsgewerkschaft CUT (Centra Union de Tnabalhadores) vorzubereiten. Die Abhaltung des CONCLAT allein stellt schon eine Herausforderung an das Gewerkschaftsgesetz dar, denn nach diesem Gesetz sind die uckerkschaften nach Sparten g• teilt dem Arbeitsministerium unterordnet. und jeder Zusammenschluß über die einzelnen Sparten hinaus, ob auf städtischer, r gionaler oder nationaler Ebene ist verboten. Um den Kongress im nachsten jahr vorzubereiten wurde eine "Pro-CUT-Kommission" von 52 Mitglieder aufgestellt.
Die Stromung "Gewerkschaftseinheit" wurde auf dem CONCLAT praktisch in allen Punkten geschlagen. wo es um die generelle Orientierung der Kämpfe und der Losungin ging. Doch für die KP sind diese Beschlüsse nicht mehr nit als das Papier auf dem sie geschrieben sind. Wichtig lur Sic ist. wir den aulzubauenden Gewerkschaltsappara kontrolliert. Nun wußte sich aber die KP durch ein reines Manöver hinter den Kulissen. wobei sie die Naivität und den guten Glauben der Kümpferischen Führer ausnutzte eine faktische Mehrheit in der "Pro-CUT-Kommission " zu verschaffen, was nun sämtliche Beschlüsse der CONCLAT unwirksam zu machen droht, und zu ciner Spaltung der Ge- Keindungssongres nichsten August begehalten wirt. bevor überhaupt der Des weiteren hielt die Arbeite partei im August einen Konvent ab, um die Bilanz der Kampagne zu ihrer Legalisierung zu ziehen. Das von der Regiening erlassene Gesetz schreibt für die Anerkennung einer Partei tatsächlich sehr Nomen messen in mindestens 9 cn 21 inzest aaren dies Und diese Landes erfüllt werden.
Der Konvent konnte einen Sieg verbuchen: mit momentan über 220 000 Mitgliedern erfüllte die PT die Be dingungen eine 90köpfige Führung, in der die verschieden‹ n Strömungen und Regionen weitgehen d repräsentiert sind.
Nach diesem Realen Konvent mußte die PT noch einen formellen Konvent abhalten. der den gesetzlichen Regelungen entsprach, da dort nicht die Kamptkratt, sondern ein- Dieser Konvent
Brasilia in den Räumen des Senats zusammen.
und Ungarn, Delegierten der italienischen KP, der spanischen Sozialdemokratie, der palästinensischen PLO etc.). und als Fest um den Sieg. den die Legalisierung darstellt, zu feiern Die Abschiussrede von "Lula" . dem Präsidenten der PT, anlässlich dieses Konvents, stellt eines der interessantesten wir geben hier die wichtigsten Auszüge wieder. Dokumente zum derzeitigen Selbstverständnis der PT dar; Daniel JEBRAC
Luis Inacio DA SILVA, « LULA »
Genossen, ich möchte Euch im Namen der Nationalen Exekutivkommission der Arbeiterpartel unsere grobe treude ausdrücken, die wir anlässlich der Abhaltung unseres ersten Nationalkonvents empfinden. (...) Dieser Nationalkon vent hat allen Zögemden, allen Angstlichen und allen Defätisten bewiesen, daß die Arbeiterpartei voll und ganz lebensfähig ist und es immer war. Genossen, es lohnt sich, daß wir uns einige tatsachen ins Gedächtnis rufen. Als wir im Juni letzten Jahres anfingen unsere Gemeinde-Kommissionen zu organisieren, sagten uns die Skeptiker:"Die PT wird scheitem !" Uns gelang es, 627 solcher Kommissionen im ranzen Lande zu bilden. Als wir Anfang diesen Jahres die Kampagne zur Mitgliederwerbung starteten, sagten die Miesmacher: "Die PT ist nicht lebensfähigt! " Wir sind inzwischen fast 300 000 im ganzen Land. Heute, wo wir unseren ersten Konvent abhalten, gibt es immer noch welche, die am nächsten Schritt zweiteln. ES gibt immer noch welche, die glauben daß die AP bei den Wahlen 1981 nicht die von der Regierung vorgeschriebenen 8% erreichen wird, daß sie nicht die in neun Ländem geforderten 3% erreichen wird.
Wir, Genossen der AP sind sicher, daß die Wahlen kein Problem darstellen werden, da wir jetzt schon eine Massenpartei sind.
Doch stellt sich uns nun die le rausforderung, nicht so zu werden, wie die die vorgeben, im Namen der Arbeiterklasse zu sprechen, ohne auch nur zugehört zu haben, was sie zu sagen hat. Die Arbciterpartei ist eine historische Neuheit in diesem Land. Sie ist auch eine Neuheit im politischen Leben und in der Geschíchte der brasilianischen Linken. Sie ist eine Partei, die aus den Massenbewegungen entstand, aus den Streiks und Kämpfen der Massen in ganz Braislien. Síe ist aus dem Bewußtsein der Arbeiter entstanden, nachdem diese jahrzehntelang von den bürgerlichen Politikern als Handlanger mißbraucht wurden und sich die Al bernheiten der Parteien anhören mußten, die sich als Vorhut der Arbeiterschaft bezeichnen.
"WIR FORDERN, DASS DIE ARBEITER DIE HERRSCHAFT ÜBER DIE PRODUK- TIONSMITTEL UND ÜBER IHRE ARBETT ERLANGEN...
Unsere Partei entstand als politischer Ausdruck des gewerkschaftlichen Kampfes, Die Mehrheit unserer Deletische Aktionen beziehen, Dennoch hat die PT von Anfang an Parteipolitik und de hakale zugelasen, dale man die Gewerkschaftsbewegung zum Transmissionsriemen der Partei macht, Wir werden uns immer für die Unabhängigkelt der Gewerkschaften gegenüber den Parteien einsetzen.(....)
Man hat uns verdächtigt die Gewerkunserem Land reicht die von der Regie rung kontrollierte Gewerkschaftsbewegung nicht aus, um die Gesellschaft zu erändern. Die Gewerkschaft ist das adaquate Mittel, um die Beziehungen zwischen Kapital und Arbeit zu verbessern, doch wir wollen uns damit nicht begnügen. Wir wollen nicht nur die Situation des Arbeiters verbesser, wobri er immer noch vom Kapitalismus ausgebeutet wird. Wir wollen die Beziehung zwischen Kapital und Ardeit verändem. Wir wollen, daß die Arbeiter Herren sind über die Produktionsmittel und die Produkte ihrer Arbeit. Und dies läßt sich nur durch den politischen Kampf erreichen. Die Partei ist das Mittel, mithilfe dessen wir aktiv werden können um die Herrschaftsverhältnisse in diesem Lanz zu verändern. Bei unserem Kampf muß die Parteiarbeit die Gewerkschaftsarbeit erganzen, ohne daß die eine die andere ausschließen oder ersetzen kann. FÜR EINE EINHEITSGEWERKSCHAFT ALLER WERKSTATIGEN
In all den Jahren während die Arbeiterpartei langsam Form annahm, haben wir uns nie von den Gewerkschafter entfemt. Und keine Aufhebung des Mandats, keine Verhaftung und keine Verurteilung wird uns vom gewerkschaftlichen Kampf abspalten können. Einige Genossesn behaupten, daß wir nun als Parteiführer nicht mehr soviel Zeit vor den Toren der Fabriken : erlieren dürfen" . Wir wollen eines klar stell n: An dem Tag. wo die Führer der PT nicht mehr an die Fabriktore oderan die Arbeitsstätten oder dorthin, wo für Land gekämpft wird, gean diesem Tag löste man die PT besser auf. Wir sind keine Partei die im Vorzimmern und Teppichbehangenen Räum. n einh• rgeht und Ihre Politik ausmauschelt.(....) Im Augenblick steht die Gewerkschaftsbewegung vor einem ganz entscheidenden Punkt: der Bildung der Einheitsgewerkschaft (CUT). Wir sind Mitglieder Ihrer Vorbereitungskommission. Wenn wir nun für den Aufbau der CUT kämpfen, bezichtigen uns denen Strömungen, die unter den Arbeitern cxistieren, ihren Ausdruck in der Gewerkschaftsbewegung finden können. Doch dies kann und soll nicht bedeuten daß wir für eine zweite Gewerkschaft oder für mehrere Gewerkschaften der verschiedenen Strömungen sind. Die Freiheit und den Vertretungsanspruch, die wir für die brasilianische Gewerkschaft fordern, erlaubt nicht, daß sich eine Richtung als einziger Vertreter der Einheit aufspielt. Eine Einheit, der wir alle tr u ergeben sein müssen. sonst g Iten wir als Ketzer oder werden politisch exkommuniziert. Wir wollen die Einh‹ it der Gewerkschafts- Betreure ien) ereten, sondern im Kampf in den Kampagnen und den Streiks. Wer an diesem Kampf nicht teilnimmt, hat kein Recht, im Namen der Einheit zu sprechen, da er auf das Spiel der Unternehmen eingeht, die brasilianischen Gewerkschaften zu domistizieren und zu spalten. Und wer kann uns vorwerfen, nicht mit der Arbeiterklasse zu kämpfen > DER KAMPF UM EINE
AGRARREEORM
Brasilien ist sicher eines der wenigen Länder dieses Kontinents, das noch nie eine Agrarreform kannte. Hier gibt es so viel Land und so wenig Besitzer, obwohl die Regi rung vorgib den Besitz besonders zu schützen... Die einzige Agrarreform, die in unserem Land jemals stattfand, war wissen die besitzlosen Landarbeiter nicht mehr, wo sie bleiben sollen. Es gibt für sie nur eine Lösung- der Kampf!
Die PT wird auch weiterhin den Kampf um eine Agrarreform unterstützen; für das Recht auf Land für den der es bearbeitet, für einen besseren Preis für Agrarprodukte, für die Ausschaltung der Zwischenhändler. Im Amazonien werden wir deshalb von der Justiz verfolgt.(....) Nachdem wir alle Gegenden dieses Landes besucht hatten, kamen wir zu der Auffassung, daß die Frage der Landverteilung ohne Zweifel das derzeit größte Problem darstellt. Hiergungen, das Anwachsen der aus resultieren die Wanderungsbewe- favelas" (Slums) in den Städten, die ständige Verteuerung vieler wichtiger Gebrauchsgüter, der Improt von Produkten, die eigentlich typisch für unseren Boden sind.(....)
Die PT weiß, daß die Bauern dabei sind, die Landreform selbst anzupacken. Aus diesem Kampf wollen wir als Partei die konkreten und praktischen Elemente sammeln, um eine präzise Politik zur Frage der Landverteilung zu definieren. Wir als S adtbewohner haben nicht das Recht, den Genossen auf dem Land zu sagen, was gut für sie ist. ES ISt eure Aufgabe, Genossen aus dem Agraisektor, uns zu lehren, was wir tun müssen, wie wir handeln mussen, wie wir euch unterstützen können. Wir sind eine Patri der Arbeiter in Stadt und Land. Auf diesem Bündnis wächst unsere Art von Partei. Der Mangel an gewerkschaftlichen Rechten und das fehlen einer Landreform beeinträchtigt das Leben der brasilianischen Arbeiter sehr: heut‹ zeigt sich die Arbeitslosigkeit als unmittelbare Folge der verfehlten Wirtschaftspolitik des derzeitger Regimes. Die Wirtschaft wird vor Schwankungen des Marktes bestimmt und nicht von den Bedürfnissen der Be.- DER KAMPF DERFRAUEN
In den letzten Jahren hat sich auf derpolitischen Szene vieles verändert. Früher glaubte man, daß nur die Parteien und politischen Gruppen in der ege sind de orance and V der Volksnehmen. Heute jedoch erkennen wir, daß - wie auch in unserer Partei die besten Ergebnisse aus vielfältigen
Organisationstormen kommen - auf. dem Lande in den Stadtteilen, in den Randbezirken der Städte. an den Arbeits- und Lernstätten und bei den Sektoren. die besondere Interessen zu vertreten haben, wie zum Beispiel die Frauen und die Schwarzen. Dank dieser Volksbewegung hat sich die Gewerkschaftsbewegung in den letzten Jahren viel schneller ausgedehnt. Diebrasilianischen Ger okschaftee glauben, die stützten sich ausschließlich auf die Fabriken, täuschen sich. In Ihrem in den Wohnstätten haben die Arbeiter mehr Freiheit, sich zu treffen, zu versammeln, sich zu orranisieren und ihre gewerkschaftlicher <ämpfe weiterzutreiben, gemeinsan mit Ihren Ehegatten ihren Kindern und ihren Nachbarn. Dank dieser breiten Volksbewegung versteht sich die PT als der Ausdruck einer Politik, die von unten nach oben geht.(...) Politik betreibt man ja nicht nur, wenn man in Parteien arbeitet. Politik macht man auch, wenn man an den Kämpfen in den Stadtvierteln für eine Kanalisation oder für eine bessere Verteilung der Ernte mitmacht. Politik machen ist sich überall im Land daran zu beteiligen, wenn die sozialen Verhältnisse und die Produktionsbedingungen verändert werden sollen, damit unser Volk sie eines Tages im ganzen Land verändert und den Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit auflöst.
Es ist wichtig, daß hier ein Wort zur Frauenbewegung gesagt wird, die sich in ihrer besonderen Organisationsform im Lande auszudehnen be- Kuntur in der wir eingebettet sindhen angesichts der Gesellschaftsstrukturen, die einzig als Werk von Männern bestehen erkennen wir das R.cht und die Pflicht der Frauen, für ihre Befreiung zu kämpfen. Sie müssen sich on ihrer Objektstellung befreien in der sie einzig der Zeugung und der Befriedigung ihrer Männer dienen. Sklaven des Haushalts, doppelt ausgebeutete Arbeiterinnen. Der Kampf der Frauen wird den Männern helfen, umzudenken im Sinne der • galitären Gesellschaft, die wir gemeinsam aufbauen wollen. Dennoch sind wir davon überzeugt. daß dieser Kampf sich nicht vom Kampf aller Brasilianer für thre Befreiung lösen kann. Die Frage des Feminisnus geht nicht nur die Frauen an und reduziert sich auch nicht auf die Erlangung individueller Freiheiten, lie sich oft nur als bürgerliche Trostpflaser herausstellen.(...). FÜR DIE RECHTE ALLER
MINDERHEITEN
Es besteht in unserem Land eine Rassen diskriminierung, die besonders verschleiert wird. Doch ein Schwartiefgreifend.
Man fühlt sie mit der Haut, Deshalb müssen wir die Organisierung der Schwarzen unterstützte n, Ihrer Wir sind für das Recht jeder Minderheit sich zu organisieren und sich ihren Platz in unserer Gesellschaft zu erkämpfen. Wir nehmen in unserr Partei nicht hin daß die Homosexualität als eine Krankheit, oder noch schlimmer, als einen Fall für die Justiz, behandelt wird. Wir verteidigen die Würde aller Menschen und rufen sie auf, sich noch stärker für den Aufbau einer neuen Gesellschaft einzusetzen. Wir werfen der FUNAI (1) vor, daß sie die Rechte der indianischen Nationen in unserem Land nicht anerkennt. Wir halten die INCRA (2) und den Groß rundbesitz für schuldig an der Invasion in die indianischen Reservate und Parks, die diesen Gemeinschaften aufgrund von Recht und Tradition gehören. Wir erklären uns solidarisch mit der Sache der Indianer mit der Bewegung "Einheit der indianischen Nationen" , mit Ihrem Recht, ihre eigene Sprache zu sprechen(...).
(1) FUNAI ist die offizielle Behörde zur Verwaltung der Inidianervölker, zum Vertrieb Ihrer handwerklichen Produkte usw. Im Verlauf der letzten Jahre wurden Unterdrückunsmaßnahmen und Rassismus Genossen, auf uns wie auf allen die tur Gerechtigkeit und Freiheit kampten, lastet das verhasste "Gesetz zur nationalen Sicherheit". Solange dieses Gesetz besteht das den Repressionsapparat legitimiert, solange dürfen wir nicht aufgeben, dem autokratischen Regime. , das mit dem Staatsstreich von 1964 aufgestellt wurde. zu widerstehen. Die gesamte Nation muß ihre Ablehung gegenüber einer solchen Gesetzgebung ausdrücken(...). Wir begang nichols ehe schung des Himmels. Wir getrachten sie zunächst als Errungenschaft aus den Volksbewegungen, des gewerkschaftlichen Kampfes, den Kampagnen für Amnestie und den Protesbewegungen der Kirche und anderer Teile unserer Gesellschaft. Nun ist der Zeitpunkt gekommen, wo es die Herren des Reintemationale Lage ertordert es, dais Brasilien einen etwas demokratisch eren Aspekt verliehen bekommt, Dennoch machen wir uns keine Illusionen. Die "Öffnunf" findet nur an der Spitze statt; an der Basis hat sich im Leben der unterdrückten Arbeiterklasse noch nichts geändert(...).
Eines muß klargestellt werden. Wir der FUNAI immer wieder denunziert. Kampf um Rechte innerhalb unser erGeselischaft; nur auf diese Weise können wir den Rassismus. auch den in unseren eigenen Herzen, ans Tageslicht bringen(...).
(2) INCRA: Nationales Institut für die Agrarre form.
sind eine legale Partei, eine Massenpartel, die allen Brasilianern offensteht, die unser politisches Programm unterstützten und es in ihren sozialen
Aktivitäten verwirklichen. Wir sind nicht gekommen die Opposition zu spalten, da wir nicht der Ansicht sind, daß die vom Regime beschlossenen Reglementierungen der Parteien ein Kriterium für deren Einheit darstellen(...).
Wir wissen,, daß in unserer Gesellschaft verschiedene politische Stömungen existieren. Wir erkennen das Recht dieser Genossen an, sich nach ihren Konzeptionen und Richtlinien zu organisieren. Wir bedauern, daß diese Strömungen aufgrund des repressiven Regimes, in dem wir leben, jezwungen sind, in der Illegalitat zu arbeiten, obwohl ihr: Bestreben richtig und legitim sind. Wir kämpfen für die Legalisierung all dieser Stromungen, damit ihre Aktivitäten der Entscheidung des Volkes unterliegen. Wir sind trotzdem besorgt, wenn ein Genosseunter unserem Hemd noch ein anderes Hemd verbirgt. Wir haben noch nie von jemandem eine Bescheinigung seiner Ideologie verlangt. ind werden dies auch nie verlangen. Wir haben ein Interesse daran, dal alle Mitglieder dem Programm und den Statuen der PT treu sind. Wir wollen nicht daß die Genossen un serer Partei für Ihre Ziele manipulieren. Wie lassen niemals zu. daß die Interessen der verschiedenen Tendenzen die Oberhand über die Belange der Partei gewinnen. Wir werden auch, soofet es erforderlich ist gewisse Abweichungen vermeiden, denen wir alle ausgesetzt sein konnen, wie z.B. dem Okonomismus. den den Kampf der Arbeiter auf die Erlangung des unmittelbar Lebensnotwendigen reduziert, oder dem Politismus, der seine revolutionäre Sprache von oben des Basis aufzwingen will, als sei eine revolutionäre Rede gleichbedeutend mit dem Kolontalismus jener, selbst zur Avantgarde des Proletariats emennen, ohne daß die Arbeiter sie überhaupt kenncn, oder dem Linksradikalismus der von der Partei Deklarationen und Positionen verlangt, die un vereinbar mit ihrer legalen stellung und ihrer Natur als Massenpartei sind, oder dem Volontrismus derjenigen, die schneller als die soziale Bewegung sein wollen, oder dem Elektroralismus, der in der PT nur ein Sprungbrett für Wahlmandate sieht, oder dem Bürokratismus derjenigen, die uns verurteilen, weil wir an die Fabriktore gehen, ind die eine gut organisierte Partei vollen, doch ohne Massenbasis, ode dem Opportunismus jener, die nur einen Fuß in die PT setzen und ganz schnell wieder verschwunden sind, wenn sie sehen, daß die Arbeiter ihre Ziele nicht übemehmen.
Wir werden an den nächsten Wahlen tellnehmen, und wir werden Kandidaten für jedes Mandat aufstellen, in jedem Tell des Landes. Dennoch glauben Wir nicht, daß die Wahlen das Wichtigste für unsere Partei sein können. Gewiß haben sie ihre Bedeutung, und wir müssen dauemd mehr Raum im Parlament und den Exekutivorganen gewinnen, damit wir uns zum Sprachrohr der Forderungen der Werktätigen machen (...).
Ich möchte hier noch unsere Wertschätzungen für die Genosses ausdrükken, die in allen Teilen des Landes sich effektiv den Interessen des Volkes hingeben, die allen Arten von Verfolgung. Verleumdung. Verhattung und Verbannung standhielten: die Mitglieder der Kirchengemeinschaften der Basis und die Priester und Bischöfe, die mit ihnen arbeiten. Wir sind keine konfessionelle Partei, und wir werden es nicht dulden, daß die Kirche sich in unsere Arbeit einmischt, genausowenig wie wir uns in die Angelegenheiten der Kirche einmischen werden. Zwischen der Kirche und der Partei muß der Unterschied der Funktionen klar sein. Dennoch sind wir oft vereint im unterdrückten Leben unseres Volkes im selben Streben nach Befreiung(....). Doch wir werden niemals eine Partei der Gläubigen oder der Atheisten sein. Für uns liegt die Trennung woanders. Sie verläuft zwischen denen, die tür die Befreiung sind, und denen, die für die Unterdrückung sind. Die Arbeiterpartei kann niemals die interessen des Kapitals vertreten..».
Viele fragen: welche Ideologie hat die "T7 Was denkt die PT über die zukünftige Gesellschaft? Wer solche Fragen stellt, oibt im gleichen Augenblick schon seine eigenen Antworten, die pr gewissen Fällen eine Kritik an der beinhalten. Ist die PT nicht nut ine zusatzliche Arbeiterpartei › Ist sie nicht nur eine sozialdemokratische Partel, die versucht Linderungsmittel zu finden tür die Ungerechuigkeiten des kapitaistischen Systems? Wir wissen woher diese Zweifel in Interpretationen kommen. Wir wissen es, weil sie von einigen Genossen unsrer Partei getellt werden, die sich eine seltsame Theorie zurechtgelegt haben, nach der die Partei nur eine Front oder eine taktische Partei sei(... • WIR WISSEN DASS DIE
WELT AUF DEN SOZIAL- ISMUSZUSTREBT
Wir von der PT wisse, daß die Welt auf den Sozialismus zustrebt. Die Arbeiter, die die historische Initiative ergriffen, die Gründung der PT zu betreiben, wußten dies schon lange bevor sie eine Vorstellung von der Norwendigkeit der Partei hatten. Deshalb halten wir es auch für falsch, anzunehmen, daß die Arbeiter noch nicht bereit sind, spontan das Gebiet des Parteikampfes zu betreten, und daß sie dazu verdammt sind, sich auf rein ökonomische Forderungen zu beschränken, Wir wissen auch, daß es gleichermaßen falsch ist, anzunehmen, daß die brasilianischen Arbeiter fähig wären, sich selbst uberlassen eine gerechte freie und gleichheitliche Gesellschaft aufzubauen. Die Arbeiter sind die am meisten Ausgebeuteten in der heutigen Gesellschaft. Deshalb fühlen wir in uns. rem Herzen und wollen es mit all uns rer Kraft, daß eine Gesellschaft wie es unsr Programm besagt, eine Gcsellschaft ohne Unterdrücker und ohne Unterdrückte sein wird, Was soll diese Gesellschaft sonst sein, wenn nicht eine sozialistische› Doch das Problem liegt nicht nur hier. Es genügt nicht, zu sagen, man sei Sozialist. Die große Frage ist: welcher Sozialismus? Sind wir gezwungen, diesem oder jenem Modell zu folgen, das in diesem oder jenem Land verwirklicht wird? Wir in der Arbeiterpartei wollen mit allen Parteien, die für Demokratie und Sozialismus auf ler Welt kämpfen, die besten freundchaftlichen Beziehungen unterhalten. Dies ist das Kriterium, nach dem wir unsere internationalen Kontakte ausrichten wollen(....
Wir wissen daß dem Sozialismus entgegengehen, der Art von Sozialismus der uns angemessen ist. Wir wissen, daß es uns nicht paßt, daß wir dagegen sind, eine Auffassung von Sozialismus zu vertreten, nach der an den sozialen Mißständen, die der Kapitalismus verursacht hat, einige Verbesserungen vorzunehmen sind, oder es darum gehe, die Krise, in der sich das ökonomische System derzeit befindet, zu lindern. Wir wissen auch, daß uns ein bürokratischer Sozialismus nicht paßt, der mehr den neuen Kasten der Technokraten und Privili- Werten dient, als den Arbeitem und dem Der Sozialismus den wir wollen, soll vom ganzen volk bestimmt werden, als konkretes Bedürfnis aus den Massenbewegungen, als ökonomisch und poliisch globale Antwort auf alle Bestrebungen, die die PT auszudrucken in der Lage ist. Es wäre hier in den bequemen Sesseln der Senatsräume, sehr einfach. sich auf die eine oder andere Definition festzulegen. Es wäre ehr einfach und sehr falsch. Der Sozialismus, den wir wollen, wird nicht durch einen Beschluß aufgebaut, nicht von uns und nicht von einem anderen.
Der Sozialismus, den wir wollen, wird in den täglichen Kämpfen Gestalt annehmen, aut die selbe Art, wir wir gerade die PT aufbauen. Der Sozialis mus, den wir wollen, muß die Befrei- Allen vielen Dank
Luis Inacio DA SILVA, "LULA" 28. September 1981 *
Bolivien: