Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Erklärung der 'Homafar'

Inprekorr Nr. 99, 15. März 1979 · S. 8-9 · 734 Wörter

Iran

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Folgende Erklärung mit dem Titel "Um gegen die Ernennung der Kommandierenden der Streitkräfte zu protestieren* ist auf den Kundgebungen und Demonstrationen der "Homafar" und anderer Soldaten verteilt worden. Diese Resolution, die von " einer Gruppe von Homafar, die für die Demokratie in der Armee eintreten" unterzeichnet ist, ist per Akklamation auf einer Kundgebung der Homafar in der Technischen Universität von Teheran am 16. Februar beschlossen worden. Genossen Homafar, Der Kampf um die demokratischen Rechte und soziale Gerechtigkeit, der in unserer Gesellschaft vor einem Jahr anfing, hat auch in der Armee seinen Widerhall gefunden. Soldaten, Homafar und andere, die tagtäglich von ihren Kommandanten beleidigt wurden, Individuen, denen die bescheidensten Menschenrechte wie Freiheit der Rede, der Presse, der Versammlung und das Recht zu wählen vorenthalten wurden, diese Leute reihten sich in die große Masse des iranischen Volkes ein, um diese korrupte Ordnung umzustürzen. Wir Homafar sahen, daß unser. Interesse darin lag, unsere Hände auszustrecken, um uns mit dem Volk zu vereinen, das koruppte Regime zu stürzen und es durch eine Ordnung im Interesse aller Unterdrückten zu ersetzen, eine Ordnung, die des Elends und den Exzessen der Vergangenheit Herr wird.

Wir und andere Soldaten machten bei der riesigen Demonstration von Ara'in (am 8. März zur Unterstützung Basargans gegen Bakhtiar) mit. Dann nahmen wir an den Tagen des Aufstandes teil und bekämpften in den Reihen des Volkes die Garde des Schah und die Generäle.

Aber leider gingen die Ereignisse: der letzten paar Tage in genau die entgegengesetzte Richtung zu diesen Zielen. Das veranlaßt uns, unseren Kampf fortzusetzen. Diesselben Figuren des alten Regimes - die nicht nur dem Schah die Treue geschworen haben, sondern auch niemals mit uns hinter den Barrikaden gekämpft haben • sind jetzt zu unseren Kommandanten ernannt worden, und das, ohne uns auch nur im geringsten zu fragen.

Wir fragen uns selbst: Warum gab es so viele Märtyrer unter den Homafar und Soldaten? Haben unsere Genossen Soldaten ihr Leben riskiert, um wieder dieselben Gesichter auf ihren Posten zu sehen?

Nein, wenn wir entschlossen auf der Seite des Volkes im Kampf um soziale Gerechtigkeit und Demokratie den Kugeln des Feindes getrotzt haben, dann nicht, um die gleichen alten Badingungen wieder zurückzukehren sehen. Wo ist die Demokratie in der Armee, für die wir gekämpft haben? Wo sind unsere Rechte auf freie Rede und freie Presse? Wo unser Recht, uns frei versammeln und einer politischen Partei anzugehören? Wo unser Recht, zu wählen und unsere Stimme abzugeben? Wo ist unser Recht, unsere Befehlshaber zu wählen? Und schließlich: Wo ist unser Recht, uns in der Armee zu organisieren, unsere eigenen Komitees zu schaffen; wo können wir diskutieren und unsere eigenen Entscheidungen treffen?

Die Generäle des Schah haben uns immer angewiesen, uns nicht in die Politik einzumischen. Aber das war eine Falle. Es wurde benutzt, um uns davor abzuhalten, wegen ihrer Verbrechen gegen das Volk und weil sie • die Reichtümer der Nation ausplünderten zu protestieren.

Wir müssen das Recht haben, an der Politik teilzunehmen; dann werden wir und die Soldaten nicht benutzt, um Freiheitskämpfer zu massakrieren und zu unterdrücken. Wir müssen das Recht haben, die zu Befehlshabern zu wählen, denen wir trauen, und nicht daß Individuen über unsere Köpfe hinweg ernannt werden.- Jetzt ist klar geworden, daß wir diese Rechte nicht gesichert bekommen, wenn wir nicht hartnäckig dafür kämpfen und uns selbst organisieren. Deshalb hat sich eine Gruppe von uns um folgende Forderungen organisiert:

1. Volle demokratische Rechte in den Streikräften: freie Rede, Presse, Versammlungsfreiheit, das Recht sich zu organisieren, politischen Parteien beizutreten, in Wahlen abzustimmen; Aufhebung des Verbots für Homafar, Vorlesungen an Universitäten zu besuchen.

2. Homafar müssen selbst ihre eigenen Befehlshaber wählen. Die Wahlen sollen mehrheitlich erfolgen, wobei jeder das Recht haben soll, für einen Posten zu kandidieren. 3. Das Recht, Homafar-Komitees in jeder Kaserne zu bilden, um für diese • Forderungen zu kämpfen.

4. . Ausweitung all der oben angeführten Rechte auf alle Teile der Streitkräfte.

Die Soldaten der Armee bilden die immense bewaffnete Masse für die revolutionäre Bewegung. Freiheit für sie zu erreichen, heißt. Freiheit für alle • Streitkräfte zu erreichen. Wir fordern alle Homafar und andere Militärs auf, mit uns zusammenzugehen, um diese Forderungen durchzusetzen. Wir fordern auch die zivilen Genossen und Freiheitskämpfer auf, mit uns zusammenzugehen. Das wird ein weiterer Schritt zur Stärkung der Bande zwischen uns sein.

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Der Eurokommunismus auf Teufel-komm-raus der KPI Eurokommunismus: