Eine neue Epoche • von M. JAFAR
Die Entwicklung der arbaischen Bourgeoi- wurden. Die ERdöleinkommen wurden sien - wovon hier spektakuläre materielle auf der arabischen Halbinsel traditioneller- Zeugnisse gebracht werden - führte diese weise unter den führenden Familien wie dazu, eine "Lösung des arabisch-israeli- folgt verteilt: schen Konflikts zu suchen.
a.) Regelmäßige Zahlungen an die Mitglieder und Verwandten der herrschenden Fa- In den Golfländern, insbesondere in Ku- milie. Hier folgten die Verteilungskanäle weit und Saudi-Arabien schritt der Heraus- und die Normen, wieviel wem zuteil wird, bildungsprozeß einer regelrechten arabi- strikt dem Verwandtschaftsgrad. In Saudischen Bourgeoisie • sehr viel weiter, im Un- Arabien zum Beispiel soll es mehr als terschied zu Irak, wo ja nur die Grundla- 5 000 Prinzen der Familie Al Saud geben, gen für die spätere Herausformung einer die in den 50er und 60er Jahren auf diese Bourgeoisie auf breiterer Ebene gelegt Weise regelmäßig Geld bekamen und die "Großen Sprung nach Vorn" 1958 wurde nach Maos Tod in der chinesischen Presse neben der Kulterrevoltion als zweites Beispiel aufgegriffen, das zeige, wie politischer Fanatismus und scharfe Unterdrückung seitens der herrschenden Fraktion in der chinesischen KP zu schweren wirtschaftlichen Schäden führte.
(4) Dies bezieht sich auf Dengs neuerliche Benutzung des Slogans "Die Praxis ist das einzige Kriterium der Wahrbeit!" IP/I (5) Die Theorie der "Drei Welten", die offizielle Erklärung der Pekinger Au- Benpolitik, wurde von Deng Xiaoping in einer Rede vor den Vereinten Nationen im Jahre 1974 zum erstenmal öffentlich dargelegt (sie wurde Mao zugeschrieben). Sie teilte die Länder der Welt in drei Kategorien ein: die erste Welt bestand aus den beiden "Supermächten", den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion; die zweite Welt setzte sich aus allen anderen industriell entwickelten kapitalistischen Ländern zusammen; die Definition der Dritten Welt umfaßte zunächst die kapitalistischen Kolonien und Hlabkolonien, wurde inzwischen aber um die industriell rückständigen Arbeiterstaaten wie Chinaund Nordkorea erweitert. - IP/I ihrerseits den jüngeren Zweigen ihrer Familie Unterstützung leisten mußten, und so weiter. Dies wurde indes mit der Inthronisierung des Königs Feisal 1964 eingestellt, als die allgemeine Tendenz in den Golfländer sich durchsetzte, die Einkommen der herrschenden Familie von denen des Staates zu trennen. In Kuweit legte der Herrscher Scheich Abdallah offiziell 1961 die Summe von 10 Millionen Kd beiseite, mit der er die Zuwendungen fir die von der Familie Al Sabah abhängigen Mitglieder aufbrachte.
b.) Die Bodenspekulation wurde von den Bürgermeisterämtem oder den Bauämtern der verschiedenen Golfländer aktiv gefördert.
Der Anteil der einheimischen führenden Klassen am Erdöleinkommen nahm erst nach 1952 im Gefolge der Nationalisierungen von Mossadegh im Iran und der neuen Verträge, die mit den Ölgesellschaften abgeschlossen wurden, substantielle Ausmaße an. In Kuweit stiegen die Einnahmen aus dem Erdöl in den Jahren 1951, 1952 und 1953 von 18 Millionen auf 58 Millionen und dann auf 168 Millionen Dol-
Lar. Dem entsprach eine Bodenpreissteigerung von einer lächerlichen halben indischen Rupie für den Quadratfuß auf 500 Rupien Mitte der S0er Jahre. Mitte der 60er Jahre erreichte er 55 Kd pro Qua- • dratfuß, was den Preis für einen Parkplatz in der Stadtmitte auf 20 000 Dollar hochtrieb (1).
tuation anders. Mitglieder der Familien, deren Vermögen ursprünglich auf diese Weise zusammenkam, sitzen jetzt in den Korporationen der Regierung, im Bankenund Investitionssektor, im Bausektor und sogar in der Industrie. Sie sind Kader einer neuen, modernen und viel komplizierteren führenden Klasse, deren Einfluß erst jetzt beginnt, sich bemerkbar zumachen, und zwar nicht nur in den arabischen Geschäften, sondern auf Weltebene. SO WIRD MAN MILLIONAR
Der Verteilungsmechanismus war nicht feingleidrig, aber dafür sehr wirksam. Er führte zum Beispiel dazu, daß die Behörden für öffentliche Bauarbeiten von Kuweit Grundstücke zu hohen Preisen aufkauften und billig abgaben. Wer anfangs einen Eigentumstitel auf Land wollte, der brauchte nur seine Parzelle mit Öltonnen zu umgrenzen und seinen Namen draufschreiben! So sind einige der ersten nichtkommerziellen Reichtümer am Golf entstanden, und aus diesem Grund sind auch die Bürgermeisterämter und die Behörden für öffentliche Bauarbeiten so wichtige Branchen im Staatsapparat der Golfstaaten.
c.) Der Handel basiert auf Importagenturen, die ein Monopol auf westliche Konsumtionsgüter haben. Auf diese Art und Weise hat zum Beispiel die Familie Ali Reza in Saudi-Arabien enorme Gewinne erzielt; sie besaß das Monopol auf den Verkauf von Ford und Westinghouse. Abgesehen von der herrschenden Familie stellte sie die ersten Millionäre in Saudi-Arabien. Später assoziierten sich die Ali Reza mit der britischen Firma "Winpey and Laing' und agierten als deren "Garanten". Dadurch bekamen sie eine große Anzahl bedeutender Regierungsaufträge. Ein weiteres interessantes Beispiel ist das von Abdul Aziz Sulaiman, dessen Vater Abdallah Finanzminister gewesen war und die Zementproduktion von Hijaz bekommen hatte. Sein Sohn, der in die Fußstapfen des Vaters trat, besitzt heute einen bedeutenden Anteil an der "Arabien Cement" - Gesellschaft. Gleichzeitig kontrolliert er eine gewisse Anzahl von Importagenturen einschließlich der von Datsun, abgesehen davon, daß er ein Unternehmen zur Verteilung von Ausschreibungen und zwei der größten Hotels von Djeddah besitzt. Weitere Beispiele könnten für die Familie Olayan und den Yateems (Bahrein) gegeben werden sowie aus den Familien, die dem traditionellen Seehandel entstammen, die Sharbatly, die Brüder Bahji und viele andere.
Mi: diesen Methoden wurde schon lange vor Con Erdöl-Preiserhöhungen von 1973 der Reichtum "ursprünglich" in Privathän den akkunuliert, und zwar nicht nur in den Golfländern, sondern auch in Syrien, Ägypten und im Irak vor den Nationalisierungen der oOer Jahre. Heute ist die Si- Wir möchten zwei Beispiele anführen, um dieses Phänomen deutlich zu machen. Adnan Khashoggi ist ein saudischer Geschäftsmann, der in weniger als 10 Jahren einen Privatbesitz anghäuft hat, der auf 400 Millionen Dollar geschätzt wird (2). Er begann, wie er selbst erzählt, als "Vertreter/Verkäufer" bei einer Auschreibung von Lastwagen durch die saudische Regierung. In einem Bericht, den Khashoggi hohen amerikanischen Beamten über das Thema "Wie man Geschäfte in Saudi-Arabien macht" hielt, führt er aus, daß "in den Handelsbeziehungen mit der Regierung von Saudi-Arabien Zwischenagenten von praktischer Notwendigkeit sind, wenn man will, daß sich im Lande bei der derzeitigen wirtschaftlichen Infrastruktur sovile unabhängige Geschäfte entwickeln, wie sie in einem System der freien Unternehmen notwendig sind " (3).
Das illustriert er dann mit zahlreichen Beispielen, aus denen deutlich wird, daß der Bereicherungsprozeß, der in den 70er Jahren stattfindet, qualitativ neue Ausma- Be hat gegenüber den 50er und 60er Jahren. Das erste Beispiel betrifft den Verkauf von Panzern, bei dem er die französische Regierung vertrat. Der Gesamtumsatz in diesem Geschäft betrug 600 Millionen Dollar, und seine Gesellschaft bekam eine Provision von 7,516 %, das sind ungefähr 45 Millionen Dollar. Das darauffolgende Geschäft war eine Hubschrauber-Transaktion, bei der er eine britische Firma vertrat... Dieser Verkauf belief sich auf etwa 115 Millionen Dollar, und sein Provision belief sich auf 5 %. Das dritte Beispiel: Eine belgische Firma tätigte einen Verkauf in direkter Konkurrenz zur amerikanischen Regierung. Die Summe betrug 75 Millionen Dollar, und sein Provision 6 % (4). Nach diesen ersten Geschäften wurden die Investitionen von Khashoggi in einem "Holding" zusammengefaßt mit Sitz in Lumemburg, der "Triad Investment Holding Corporation" heißt. Die ungefähr 50 Gesllschaften, die in der "Triod" zusammengeschlossen sind, kontrollieren einen großen Teil der Erzeugung elektrischer Energie und der Baustoffe in Saudi-Arabien; sie kontrolieren aber auch Versicherungen in London, Immobilien in Frankreich und Deutschland, Fleischverpakkungsunternehmen in Brasilien, Möbelfabriken im Libanon, Banken in Kalifornien, Transportunternehmen im Staate Washington und Farmen in Arizona (5). Khashoggi hat die Ambition, das erste arabische multinationale Konglomerat zu schaffen. 1974 brachte er einen Kredit von 200 Millionen Dollar aus einem interatio. nalen Bankenkonsortium zusammen, um wirtschaftliche Investitionen im Sudan zu tätigen. Es war Khashoggi, der in Assoziation mit der '"Southern Pacific Properties" und der persönlichen Unterstützung des Präsidenten Sadat das bekannte Vorhaben einer Touristenstation bei den Pyramiden in der Nähe Kairos initiierte. Für die ägyptische Regierung war dieses• Projekt so wichtig, weil es den Erfoig ihrer "Infitah". Politik zeigen und arabische und ausländische Kapitale nach Ägypten lokken sollte. Doch geriet das Projekt in den folgenden Jahren ins Schußfeld scharfer Kritik, und das Regime multe die Versprechungen, die es Khashoggi gemacht hatte, wieder zurücknehmen.
Ein zweites interessantea Beispiel ist das von Mahdi Al Tajir, der aus einer Familie, die sich traditionell dem Sechandel auf Bahrein hingab, stammt. Tajir bogann damit, Goldbarren in London zu kaufen und nach Indien zu schmuggeln. Als Brdöl entdeckt wurde, war es Tajir, der die Konzessionen aushandelte, und er bekam dafür seinen Teil. Sein Ruf als kosmopolitischer Investor verschaffte ihm Zugang zum Reichtum vieler lokaler Scheichs. • Heute schätzt man das gesamtvermögen von Tajir auf fantastische 4 Milliarden Dollar; er ist damit einer der reichsten Männer der Welt. Seine Investitionsgeschäfte gehen über die ganze Welt, vom Golf bis zu bedeutenden Anteilen in Bergwerken von Afrika, Immobilien in Westeuropa und Lateinamerika und dem Großhandel von Diamanten und kostbaren Steinen. Mehr als 30 Banken beschäftigen sich ausschließlcih mit seinen Geldanlagen, und nach einem Bericht des "Business Observer" würde er in einem Tag übers Telefon einen Kredit von einer Milliarde Dollar zusammenbekommen (6).
Wenige Regierungenerreichenein Niveau, das damit vergleichbar wäre. Schließlich ist
auch interessant, daß Tajir, Botschafter der arabischen Emirate in Großbritannien, eine der Hauptpersonen beim Zustandekommen der kulturellen Phantasie • "Welt des Islams" in London war, die britische Museen, Film- und Schallplattengesellschaften sowie das Fernsehen betraf. Mit der Abhaltung eines solchen Ereignisses bezweckte man, den führenden arabischen Klassen den Nimbus von Tradition und Kultur zu geben. Was deutlich macht, daß eine modernisierte Elite im Entstehen ist, die auf raffnierte Art und Weise Ansehen sucht.
FRIEDEN MIT ISRAEL
Die Beispiele von Khashoggi und Tajir weisen auf einen für die Region völlig neuen Aspekt in der herausbildung von arabischen Ausbeutern in den 70er Jahren hin. Dieser Aspekt kann wichtige Konsequenzen nach sich ziehen. Wenn das arabische Kapital, wie das im letzten Jahrzehnt geschehen ist, sehr hohe Summen , erreicht, dann kann es nur noch im internationalen Markt angelegt werden und akkumulieren. Die Grenzen jedes einzelnen der arabischen Länder, vor allem der Golfstaaten, sind zu eng, um eine permanente Akkumulation solcher Summen zu gewährleisten. Selbst die arabischen Länder als Gesamtheit stellen heute bei der herrschenden poltischen Labilität des Maschraq (arabische Länder der aufgehenden Sonne, im Gegensatz zum Maghreb) eine zu beschränkte wirtschaftliche Arena dar.
Natürlich kann sich diese Situation ändern. Aber eine Vorbedingung für je de einschneidende Änderung in diesem Sinne ist, daß die Antagonismen unter den führenden Klassen dieser Region ausgemerzt und vor allem der arabisch-israelische Konflikt, der die ganze Geschichte dieser Region seit Ende des Zweiten Weltkriegs bestimmt hat, beendet wird. Das ist ein wichtiger Ausgangspunkt, will man verstehen, warum die arabischen führenden Klassen im Allgemeinen doch zu einer Vereinbarung mit dem zionistischen Staat gelangen wollten, angefangen von der Annahme des Friedensplanes von Rogers durch Nasser 1970 bis zu den Initiativen Sadats vom November 1977 und den Abkommen von Camp David. Mit anderen Worten: im Sinne der Interessen der arabischen Bourgeoisien, die ihre eigene Entwicklung als Klassen fortführen wollen, muß eine "Lösung" im arabisch-israelischen Konflikt gefunden werden.
Man kann das Problem des Mehrwerts aus den Eröleinkommen und dem Transfert der Kapitalien, die in arabischer - öffentlicher oder privater - Hand bleiben, in zwei Fragen aufteilen, wenn man berücksichtigt, was alles in den arabischen Ländern verbraucht, eingeführt, investiert und zur Schatzbildung angelegt wird: a) Wie groß sind die fraglichen Summen quantitativ?
b) Wie werden sie jetzt qualitativ verwendet?
WIEVIEL PETRODOLLARS?
a) Der von den OPEP-Ländern zwischen 1974 und 1977 für Investitionen zur Verfügung stehende Gesamtüberschuß ist sicher höher als 150 Milliarden Dollar. Diese Summe ist höher als die gesamten Reserven aller entwickelten kapitalistischen Länder 1977 (7) ! Sie liegt mehrheitlich in den Händen der Regierungen von Saudi- Arabien und der Golfländer.
Die Wachstumsrate des Überschusses aus Petrodollar ist in den letzten Jahren zurickgegenagen, was zunächst zeigt, daß die erdölprodzierenden Länder eben doch ganz schön gewaltige Einfuhrmengen aufnehmen können, was man 1974 nicht erwartet hatte:
(Tabelle) ÜBERSCHUSS in Milliarden Dollar) (8)
1974.....1975...1976...1977.(Schätzun- 57,0 .35,2...35,8 30,35 gen)
Aber in diesem Rückgang der Akkumulationsrate der Petrodollar im Besitz der arabischen Regierungen kommt nicht genau zum Ausdruck, welche Gesamtsumme an Geld, das für Investitionen zur Verfügung steht, außerhalb der arabischen Welt steckt und entweder sofort oder in 5 oder 10 Jahren eingesetzt werden kann. Drei Gründe gibt es dafür:
1) Erhöhen sich die Regierungsausgaben, erhöhen sich auch die Einfuhren, um die Nachfrage der Regierungsaufträge und der Entwicklungspläne zu befriedigen; damit wächst aber auch die Akkumulation von Privatkapital, wie die Beispiele von Khashoggi und Tajir zeigten. Und da ja die Möglichkeiten profitbringender Investitionen vor allem in den Überschußländern beschränkt sind, heißt das unweigerlich, daß der Transfert von Privatkapital außerhalb der Region zunimmt.
Aus offensichtlichen Gründen ist es sehr schwer, das Ausmaß dieser privaten Transferts abzuschätzen. Nach Überzeugung der Bankiers vom Nahen Osten sind sie jedenfalls riesig: Field hat für 1973 (also bevor sich die Erdöl-Preisexplosion auswirkte)
Berechnungen angestellt, wobei er sehr vorsichtige Hypothesen zugrunde legte und zu einer Zeit, wo die Auslandsinvestitionen von Saudi-Arabien noch nicht die von Kuweit erreichten. ERschätzte die gesamten asulländischen Investitionen der vier Wichtigsten Golfländer (Kuweit, Saudi- Arabien, Qatar und Abu Dhabi) auf 6,2 Milliarden Dollar im Dezember 1973. Diese Zahl muf mit der Tatsache verglichen werden, daß seit Beginn der Erdölproduktion die vier angführten Staaten eine Gesamteinnahme aus dem Erdöl von 40 Milliarden Dollar hatten, von denen 8 Milliarden zu den regierungsreserven zählten (9). 2) Obwohl die Akkumulationsrate zurückging, stellen die Überschüsse von Petrodollar in absoluten Zahlen riesige Summen dar ( und werden das auch noch eine ganze Weile tun), deren Bewegungen auf den internationalen Geldmärkten ziemlich bedeutend sind. Sie werden von denen, die Geldhandel betreiben, den Bankiers und Wechselhändiner, auf internationaler Ebene genau beobachtet. Man schätzt zum Beispiel, daß die Geldagentur von Saudi- Arabien, die den Überschuß des Landes anlegt, gegen Ende dieses Jahrzehnts unfähr 8 Milliarden Dollar allein als Zinszahlungen ihrer im Ausland angelegten Liquiditaten einnimmt (vorausgesetzt natürlich diese Guthaben bleiben auch liquide). 3) Ein Teil des Rückgangs kann darauf zurückgeführt werden, daß die reale Kaufkraft des Preises von einem Barrel Rohöls seit 1974 gesunken ist. Zwischen 1974 und 1978 ist dieser Preis um 17,3 % gestiegen, nämlich von 10,83 auf 12,70 Dollar. Aber aufgrund der inflation bedeutet das einen realen Kaufkraftverlust von 60%. Interessanterweise stieg in derselben Periode der Preis für ein Barrel raffinierten Erdöls um 55,6 %, nämlich von 25,7 Dollar 1974 auf 40 Dollar 1978. Was bedeutet, daß die Preiserhöhung beim Erdöl für den westlichen Konsumenten in den letzten 5 Jahren immer mehr durch die Profite der Erdölgesellschaften und die von den imperialistischen Regierungen erhobenen Steuern verursacht wurden, nicht aber durch den Preis, der den Erzeugerregimen für den Rohstoff bezahlt wird (10).
Dieser Kaufkraftrückgang beim Rohöl spiegelt wieder, daß die Weltnachfrage nach Erdöl sinkt aufgrund der allgemeinen Rezession von 1974-76, daß Oberproduktion von Erdöl durch die Eröffnung neuer Versorgungsquellen wie die Nordsee und Alaska entstanden ist, und schließlich daß bestimmte Regierungen erölproduzierender Länder bewußt den Preis von Rohöl zurückhalten und damit die Bildung von Überschuß bremsen, weil es langfristig für sie günstiger ist, ihre Vorräte zu erhalten.
Es ist wenig wahrscheinlich, daß diese stens die Auswirkungen der Inflation auf Situation so andauert. Die Nachfrage nach ihre Einkommen ausgleichen, wenn nicht Erdöl von Seiten der Großverbraucher hat noch mehr. kürzlich zugenommen, und gewisse neue Versorgungsquellen wie die Nordsee erwie- Kurz, man kann wohl annehmen, daß sen sich als teurer und weniger produktiv, der Überschuß an Petrodollar in den Hänals man ursprünglich angenommen hatte. den arabischer Regierungen von heute bis Außerdem läßt die iranische politische Krise die westlichen Hauptstädte in Unge- 1980 auf mindestens 250 Milliarden Dolwißheit über dieses wichtige VErsorger- lar steigen wird. Diese riesige Summe wird, land. Selbst die Position Saudi-Arabiens um das in einem Vergleich zu verdeutinnerhalb der OPEP kann nicht als Garan- lichen, höher sein als die Geldreserven tie gegen Preiserhöhungen beim Erdöl in der ganzen Welt 1976. den nächsten Jahren genommen werden. Sicher ist es ausgeschlossen, daß die Preise WO GEHEN DIE PETRODOLLARS HIN? noch einmal wie 1973 steigen, aber man kann sich darauf gefaßt machen, daß in b) Die zusätzlichen Einkommen, die den nächsten drei Jahren die Erdölprodu- den Regierungen der erdölprodzierenden zenten Druck ausüben werden, damit die Länder im Ausland aufbewahrt werden, Preise so erhöht werden, damit sie wenig- verteilen sich seit 1974 wie folgt (11): VERTEILUNG DER UBERSCHUSSE DER REGIERUNGEN IM AUSLAND (in Milliarden US Dollar)
1974 1975 1976 1971 (erste Halfte) GROSSBRITANNIEN:
a) britische Staatsfonds 0,9 0,4 0,2 0,2 b) Schatzanleihen 2,7 -0.9 -1,2 0,1 c) Einlagen in Pfund Sterling ,7 0,2 -1,4 d) aridere Anlagen in Pfund Sterling* 0,7 0,3 0,5 o) Schuldscheine der britischen Regierung in Devisen• f) Einlagen in Devisen 13,8 4,1 g) aridere Anleihen in Devisen' 1,2 0,2 21,0 4,3 4,5 4,0 VEREINIGTE STAATEN:
b) Schatzanweisungen und Schatzbriefe 0,2 2,0 4,2 2,0 i) Schatzanleihen 0,4 -1,0 0.5 ) Bankeinlageı -0,1 1 ander 3.9 11,6 9,5 12,0 6,3 ANDERE LÄNDER:
I) Bankeinlagen 9,0 5,0 7,0 3,0 m) spezielle bilaterale Darlehen und andere Investitionenxx 11,9 12,4 10,3 4,9 20,9 17,4 17,3 7,9 INTERNATIONALE ORGANISA- TIONEN 3,5 4,0 2,0 0,1 Gesamtsummen 57,0 35,2 35,8 18,3 einschließlich Vermögen in Aktien, Besitztümer us ‹ einschließlich Krediten an Entwicklungsländer, Aktien, Besitztümer usv
Leider ist es aufgrund mangelnder Information unmöglich, diese Tabelle direkt mit den Privatinvestitionen arabischer Kapitale wie denen von Khashoggi oder Tajir im Ausland zu vergleichen. Dennoch kann man wohl annehmen, daß die Privatinvestitionen viel weniger konservativ sind, der Anteil an Liquidem also viel geringer und der Anteil an Aktienpaketen in Form vom Ankauf ganzer Teile von Finanz-, Handels- und Industriegesellschaften viel größer sein wird, daß sogar, was noch wichtiger ist, neue Gesellschaften und Konglomerate mit oder ohne Beteiligung westlicher Firmen gegründet werden (12). SIE GEHEN INS AUSLAND ZURUCK!
Wenn man in Rechnung stellt, daß derzeit der Strom arabischer Privatkapitale in die imperialistischen Länder, um dort langfristig gesicherte Profite und Investitionen zu realisieren, mit der Zunahme von Regierungsaufträgen und Einfuhren der erdölprodzierenden länder anwächst, zumindest in der Anfangsphase (wodurch also der relative Überschuß an Petrodollar in den Händen der Regierung zurückgeht), dann kann man hinsichtlich eines aHgemei. nen Modells arabischer Investitionen im Ausland zwei Feststellungen treffen: 1) Derzeit zeichnet sich deutlich eine Tendenz stetigen Anwachsens der langfristig angelegten Investitionen ab, nämlich im Kauf von Unternehmensaktien und von Immobilien. Das zeigt sich jetzt deutlicher im Privatsektor, tritt aber auch in der Verteilung des überschüssigen Kapitals duetlkch hervor.
3 Win Tabelle racint, da roter. daß die Investitionen der im finanziellen Gebahren konservativen Staaten in amerikanischen Aktien, in Immobilienbesitz und andere langfristige Vorhaben zwischen 1974 und 1976 in absoluten Zahlen sich mehr als verdreifacht haben, und das trotz des Rückgangs an jährlichem Gesamtüberschuß. Zählt man die Kategorien (d), (k) und (m) zusammen, dann kann man foststellen, daß ihr Jahresanteil am Jahresüberschuß von 24'% im Jahr 1974 auf 50 % im Jahr 1976 angewachsen ist. Darin sind natürlich auch erheblich Kredite enthalten, die asiatischen und afrikanischen Ländern gewährt wurden und die zum größten Teil in produktive Investitionen in der Form von "joint ventures" angelegt wurden. Ein interessantes Beispiel sind die Investitionen Kuweits im Sudan, deren Höhe auf 1 Milliarde geschätzt wird und wovon der größte Teil in das Zucker-Produktionsprojekt von Kenana geht, einem der größten dieser Art auf der ganzen Welt. Dieses: gigantische, Projekt wurde von der (tore hat, ausgeatie tot und abiche Gruppe "Lonito" (13) • Zu beachten ist, daß einige dieser Kredite, die in der Kategorie (m) enthalten sind, nicht direkt einen Übertrag von Bankoder Goldkapital in die produktiven Branchen der Weltwirtschaft darstellen. Die Abnahme der Kategorie (d), der nicht-flüssigen Investitionen in die britische Wirtschaft, ist völlig verständlich, da der britische Kapitalismus ja in einer besonders scharfen Krise steckt (auch die Einlagen in Pfund Sterling - (c) - nehmen ab) und die britische Industrie nicht in der Lage ist, es mit der westdeutschen, japanischen oder amerikanischen Konkurrenz aufzunehmen. Und dennoch ist Kuweit einer der größten Investoren in Großbritannien und besaß 1977 Anteile von insgesamt mehr als 0,8 Milliarden Dollar, darunter die "St. Martins Property Corporation", die Kuweit 1974 kaufte (13). Die Regierung von Kuweit ist auch dafür bekannt, beträchtliche Aktienpakete in den USA und in Westdeutschland gekauft zu haben (zum Beispiel einen Anteil von 14 % an Daimler-Benz), wobei sie Unternehmen der Mechanik, der Chemie und des Finanzwesens bevorzugte.
Schließlich ist die Tatsache, daß der Ankauf von Aktien nicht so zunahm, wie man es hätte erwarten können, in erster Linie auf die kapitalistische Welt-Rezession von 1974-76 zurückzuführen. Es waren die Jahre, die für Investitionen in die imperialistischen Industrien seit der Depression der 30er Jahre am wenisten geeignet waren. Die arabischen Bourgeoisien gingen nur korrekt wie ihre westlichen Kollegen ihren Geschäften nach, wenn sie sich hüteten, hier bedeutende Summen zu investieren.
In dieser Hinsicht glauben wir, daß Ernest Mandels Analyse schon vor dem Oktober 1974 hinsichtlich der "Bildung eines neuen arabischen und iranischen autonomen Finanzkapitals" seither weitgehend bestätigt worden ist. Was sich damals als Tendenz erst im Ansatz bemerkbar machte, ist heute ziemlich gut entwicklet, auch wenn es noch nicht völlig zur Reife gediehen ist (Siche INPRECOR in der französischen Ausgabe NR'10 vom 17. Oktober 1974 sowie "Critique de l'économie politique" Nr. 22 von 1974). 2) Trotz dieser Tendenz gibt die tabelle mit der Verteilung des Überschusses in der Regierungen den Bindruck, daß hier die Müssige Form vorherrscht, und zwar auch in Form größerer Deviseneinlagen in Großbritannien, in wachsenden Käufen von Schatzanleihen in den Vereinigten Staaten und von amerikanischen Devisen sowie in Form hoher Bankeinlagen. Das zeigt uns, im Grunde, daß die politischen Führer der Golfstaaten über die endgültige Verteilung noch nicht entschieden haben. Viele Fragen sind für sie noch nicht beantwortet, nämlich wie stark der Aufschwung der imperialistischen und vor allem der amerikanischen Volkswirtschaft ausfällt, wie hoch die Rentabilität der amerikani. schen Industrie ist und ob die protektionistischen Barrieren fallen werden, damit sie überhaupt zugänglich wird, ob im Nahen Osten selbst Industrien errichtet werden sollen und welche Auswirkungen das auf die Wirtschaft haben wird, wie der reale Wert des Überschusses angesichts der Inflation erhalten werden kann, wie eine langfristige "Reserve" geschaffer. werden kann für die Zeit, wo die Erdölquelle versiegen, und last but not least wie dem dringenden Bedarf nach Finanz- und Wirtschaftsexperten abgehoffen werden kann, die in der Lage sind, wirklich den Überschuß zu verwalten, was heißt, daß auch eine gewisse Zeit nötig sein wird, wo sämtliche Möglichkeiten des Weltmarktes ausprobiert und "beschnuppert" werden können. Letzteres wird sicher gerade zu einem der wichtigsten Entwicklungsgebiete für die neuauftauchenden arabischen Bourgeos: 1.
DIE ARABISCHEN BANKIERS
Daß in den imperialistischen Ländern jetzt große Uberschüsse aus den Erdöleinnahmen existieren, die den arabischen Regierungen gehören, und daß eine neue, äußerst ksomoplolitische Klasse von arabischen Geschäftskeuten, Unternehmern und Individuen heranwächst, die über gro- Be Mengen von Geldkapital verfügen, das führte zu einer Expansion arabischer Bank- und Finanzuntersehmen, deren Entwicklung in den nächsten Jahren genau verfolgt werden muß. Das Geld als solchos ist völlig unnütz, wenn man es nicht professionell nützt, und das Problem, rentable Anlege-Möglichkeiten für die Überschüsse von dem Ausmaß, wie wir es gesehen haben, zu finden, ist sicher kein leichtes. Wir werden also diesen Teil mit einer Übersicht über die Entwicklung der arabischen Banken und Tinanzen abschließen, worunter wir die Ansammlung arabischer Kapitale innerhalb wie außerhalb der arabischen Länder verstehen, sowie ihrer Verwendung insofern, als diese Teil einer organisierten langfristigen Investitionsstrategie ist.
In den paar Jahren, die den Erdölpreiserhöhungen von 1973-1974 folgten, fanden sich die Erdölproduzenten mit ihren Überschüssen völlig abhängig von den westlichen Bank- und Finanzexperten.
Gleichzeitig konnte man einen Ansturm der Finanzinstitutionen und Banken zum Golf hin beobachten, wo sie sich einrichteten. In weniger als zwei Jahren wurde die Eröffnung von 48 Banken in den Emiraten erlaubt, und 1976 hatten diese 349 Zweigstellen. Und alles für eine Bevölkerung von weniger als eine drei. viertel Million Menschen! Wichtiger noch ist, daß 1976 auf Bahrein eine extra-territoriale Bankenzone eingerichtet wurde, mit saudischer Unterstützung, deren Ziel es war, einen einheimischen Geldmarkt zu schaffen. Die Politik Bahreins bestand darin, die großen Namen unter den internationalen Banken zu ermutigen (Chase Manhattan, Citybank, Bank of America, Nat. West., Midland, Banque Nationale de Paris, Algemene Bank Nederland usw:) die schon die Masse der zusätzlichen Einkommen aufnahmen, sowie einige der wichtigsten arabischen Banken/United Bank of Kuweit und die Gulf International Bank), während die Anfanger und die weniger bekannten Namen entmutigt wurden. Mindestens dreißig bedeutende Banken erhielten in den wenigen Monaten nach der Schaffung der extra-territorialen Bankenzone die Lizenz. Außerhalb des Golfes haben auch Kairo un! Amman eine beträchtliche Menge von westlichen Bankenoperationen an sich gezogen (14). Was man als das Problem der "Wiedereingliederung" benannte, war einfach, daß man in den ersten chaotischen Jahren den Regierungen der erdölproduzierenden Länder sowie dem Privatsektor billige Kredite gab, aber für Kredite außerhalb der arabischen Länder hohe Zinsen verlangte (und manchmal sogar innerhalb dieser Region, wie das wahrend des Baubooms zwischen 1974 und 1976 vorgekommen ist), wobei die westlichen Finanzinstitutionen, die schon vor Ort installiert waren, als Vermittler von der Differenz profitierten. Angesichts dieser Tatsachen ist es nicht verwunderlich. wenn, wie die "Financial Times" sich ausdrückt, "die Schockwirkung auf das (internationale Banken-) System durch das Anschnellen des Uberschusses, über den die erdölproduzierenden Länder verfügten... nicht den damaligen Befürchtungen entsprach" (15).
Dennoch hat sich seit 1977 eine feine, aber entscheidende Wende in der Akzentuierung bemerkbar gemacht. Der Strom der finanziellen Geschäfte wechselte die Richtung. Jetzt sind es nicht mehr die internationalen Banken, die sich in den Nahen Osten begeben, sondern neue arabische Finanzinstitutionen und ein blühender privater, von den Arabern kontrollierter Finanzsektor, die sich auf den Weg nach Europa und Amerika machen. Die Zahl der arabischen Finanzorganisationen, die sich in den Hochburgen der westlichen Finanzwelt einnisten - London, Paris, Zürich, in den Vereinigten Staaten und selbst im Fernen Osten - wächst rapid an.
Man kann als Beispiel London nehmen, das wahrscheinlich zum größten Zentrum arabischer Banken in der ganzen Welt wurde. Jede wichtige arabische Bank hat zumindest eine, wenn nicht mehrere Zweigstellen in London: die Afro-Arab Company for Investment and International Trade of Kuweit, die Arab Bank of Jordan, die Ntional Bank of Abu Dhabi, die Refidain Bank (Irak), die Oatar Nati onal Bank, die United Bank of Kuweit, die Gulf International Bank, die Ajman Arab Bank, die Gulf Bank of Kuweit, die Tamal Investment Bank vom Libanon, die Khalij Comercial Bank der arabischen Emirate, die Saudi Arabian Investment Company usw. Zu dieser unvollständigen Liste kommen noch die "joint ventures" • hinzu wie die Union des Bankes Arabes et Francaises (UBAF), ein arabisch-europäisches Konsortium für internationale Operationen, die Bank of Credit and Commerce International (die von Arabern besessen und geführt wird) sowie die Arab and Morgan Grenfell Finance. Es gibt auch neue, mehr finanzielle Firmen wie die Arab International Finance Company (Arinfi) aus der Schweiz, die American Express Middle East Developement Company vom Libanon und natürlich all die Offiziellen Investitionsagenturen der Golfstaaten wie die Saudi Arabian Investment Company, der Kuweit Investment Office und die Abu Dhabi Investment Authority. Eine interessante Entwicklung geschah im Dezember 1977, als in London die Allied Arab Bank gegründet wurde aus den Überbleibseln der Londoner Handelsbankiers Edward Bates and Sons. Die neue, von Arabern geführte Bank erhielt eine komplette Bankenlizenz von der Bank of England, ein Privileg, das derzeit selten gewährt wird; sie übernahm das Passiv der Edward Bates. 15 % der Bank ist im Besitz von Mehdi Al Tajir vermittels eines extra-territorialen Familienunternehmens, der Al Tajir Bank (16). Die jetzt klar zu tage tretende Tendenz der OPEP-Regierungen, ihre Finanzgeschäfte selbst zu führen und die Entstehung eines blühenden privaten arabischen Finanzsektors in engem Kontakt mit seinen westlichen Brüdern und noch engerem Kontakt mit dem arabischen Markt, das sind zwei wesentliche Grundlagen für die volle Entwicklung einer wirklich autonomen und unabhängigen Investitionsstrategie und für die Fähigkeit der arabischen führenden Klassen, den Überschuß an Petrodollars ganz anders zu verteilen, als man das auf der Tabelle für die Jahre 1974 bis 1977 sehen konnte. Wir sind der Meinung, daß sich diese Entwicklung schon heute klar abzeichnet und in einigen Jahren noch festere Konturen annehmen wird. Es sind schon erhebliche Anstrengungen unternommen im Golf zu schaffen, wie der Erfolg der extra-territorialen Bankenzone von Bahrein zeigt. Außerdem darf die Ernsthaftigkeit von Projekten, die jetzt noch im Stadium der Diskussionen stecken, wie die Schaffung eines arabischen Währungsfonds nach dem Vorbild des Internationalen Währungsfonds und auf der Grundlage einer einzigen Währung - den Dinar - nicht in Frage gestellt werden. Es gibt eine unwiderstehliche Logik in solchen Projekten, deren Wurzeln im grundlegend neuen Größenverhältnis der Reichtümer liegt, welche die arabischen führenden Klassen seit 1973 zu kontrollieren beginnen. Ihre Umwandlung von einfachen passiven Empfängern von Geldreichtum - von glorifizierten Großgrundbesitzern - in internationale Geldanleger auf der Suche nach einer sicheren und permanenten Profitgrundlage, diese Umwandlung drückt einen Prozeß aus, der in einem gewissen Sinne gerade erst beginnt. Aus diesem Grund ist es noch schwierig die Richtung, in der er sich bewegt, exakt zu bestimmen. Viele Faktoren und Ereignisse auf wirtschaftlicher und politischer Ebene zugleich können in der kommenden Periode das sauber und klar herauskristallisieren, was jetzt erst als Reihe von lose • miteinander zusammenhängenden Tendenzen existiert. (Ende des ersten Teils)
ANMERKUNGEN 1) Siehe M.Field: "100 Millionen Dollar täglich".
2) . Siehe die "Sunday Times" vom 14. März 1976.
3) Protokoll einer Sitzung mit amerikanischen Beamten des DOD, der USAF und des Außenministeriums. Es wurde in "MEROP" Nr. 46. vom April 1976 veröffentlicht. Nach "Foreign Assitance Authorisation Hearings before the Senate Foreign Relations Subcomittee on Foreign Assistence", 94. . Kongreß, erste Sitzung. S. 795, S. 854, S. 1816, S. 2662 und S. Con. Res. 21.
4) Ibid. Es wird berichtet, daß Khashoggi weiter gesagt habe: "Zwei Faktoren haben die Saudi-Araber dazu gebracht,
sich für die belgische Firma zu entscheden: 1. - es gab keinen "Katalysator" oder Verkäufer als Vertreter der USA, und 2. - die administrativenDetails und Prozeduren der US-Regierung ließen die ganze Transaktion als zu kompliziert erscheinen (dieser Punkt wurde offensichtlich von David Alne, einem Beamten des Pentagon, zugegeben; er machte einige Notizen auf der Grundlage von Khashoggis Kommentaren, wobei im wesentlichen herauskam, daß die US-Regierung, wenn sie im Ausland verkaufte, keine Vertreter einsetzte und "gegenüber den Problemen des eventuellen Klienten nicht Siehe die "Sunday Times" vom 14. März 1976.
6) Siehe den "Business Observer" vom 16. April 1975.
7) MEED Band 21, Nr. 41 .vom 14. Oktober 1977.
11) Tabelle aus MEED, Band 21, Nr. 41 vom 14, Oktober 1977.
12) Hier einige Beispiele neuer Geseltschaften und "joint ventures": die "Saudi Arabian Maritime Company", eine "joint venture" aus "Alireza and Co", "Mobil Oil Corporation" und "Fairfields Internationele", dann die "Triad Holding Corporation", die "First Arabian Corporation", eine Finanz- und Investitionsgesellschaft, die "Sojex" und die "CCC", zwei große arabische Gesellschaften, der Anteil von 21 % von Mehdi Al Tajir in der multinationalen Gruppe "Costain Construction Group", der bedeutende Anteil von Shaik Nasser Sabeh in der "Lonrho", einer Industrie. und Handelsgruppe mit wichtigen afrikani- Handelsgruppe mit wichtigen afrikanischen Interessen, die "Banque Arabe et Internationale d'Investissement", ein (halb und halb) arabisch-europäisches Konsortium mit einem libanesischen Direktor, der Kauf von 7 bis 8 % der freien Aktien der "Occidental Petroleum" durch Ghaith Pharaon, einem einflußreichen saudi-arabischen Multimillionär, USW.
13) Siehe die "Financial Times" . vom 26. Mai 1977.
14) - Siehe die "Financial Times". vom 3. Mai 1976.(2.. Studie über das Bankwesen in der Welt).
15) Siehe die "Financial Times" vom 26. April 1976 (erste• Studie über das Bankwesen in der Welt).
16) Siehe MEED, Sonderbericht über das Banken- und Finanzwesen, Dezember 1977.
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