Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Peru

Vor dem Bergarbeiterstreik

Inprekorr Nr. 92, 15. Oktober 1978 · S. 15-18 · 2.725 Wörter

Bolivien, Peru und Anden Großbritannien Trotzki und Geschichte Gewerkschaften und Streiks

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

Das folgende Interview wurde am 29.Juli von Fred einen lateinamerikanischen Staatenbund - was eine anti- Murphy in Lima aufgenommen, am Tage nach der imperialistische Forderung darstellt. Man kann sagen, daß die offiziellen Eröffnung der Konstituierenden Ver- APRA als eine Art lateinamerikanische Sozialdemokratie sammlung Perus. Blanco ist auf der Liste der Ar- auftritt.

beiter Abgeordneten dieser Versammlung gewählt Bauern- und Studentenfront (FOCEP) Aber als die APRA nach rechts abdriftete, kombinierte worden. sich dies mit dem Entstehen von Methoden, wie sie Faschisten ähneln. Einige Leute zogen daraus die falsche Schlußfolgerung, Du bist nun zwei Wochen zurück in Peru; bevor Du de- wenn sie einfach die APRA als faschistisch abstempeln. portiert wurdest, warst Du zwei Monate im Land. Was ist Dein Sicherlich, es gibt dort faschistische Tendenzen, und sie wird Eindruck von der Änderung der Situation seit dem General- sich vielleicht einmal in einen sozialdemokratischen Flügel streik vom Mai und den Wahlen? auf der einen und in faschistische Banden auf der anderen Seite spalten. Aber dies hat sich heute noch nicht ereignet, Sogar schon vor den jüngsten Ereignissen gab es einen An- und wir haben sicherzustellen, daß der Hauptteil der Massen, stieg des Bewußtseins der Massen, aber heute ist dieser Anstieg die der APRA folgen, sich politisch vorwärts entwickelt. bei weitem größer und ausgebildeter. Denn es ist ein viel grösserer Willen zum Kampf hinzugekommen, und das ist die wich- Wir müssen verstehen, warum die APRA bei den Wahlen tigste Veränderung. die stärkste Kraft war. Sie ist die älteste Partei Perus und die am besten organisierte. Sie hat die längste Tradition im Kampf

Die APRA (Alianza Popular Revolucionaria Americana) und viele Ermordete, Deportierte und Gefolterte zu beklagen. hat die meisten Sitze in der Verfassungsgebenden Versamm- Sie wurde von vielen Diktaturen unterdrückt. All dies ist Teil lung. Obwohl sie eine bürgerliche Partei darstellt mit einer ihrer Tradition.

langen Geschichte des Verrats, hat sich die APRA selbst als die 'demokratische Linke' präsentiert und sogar den Lehrerstreik Was ist nun die Politik der KP gegenüber der APRA? sowie den Hungerstreik der Bergarbeiter unterstützt. Welche Die KP hat die APRA immer als faschistisch bezeichnet, d.h. Politik ist notwendig, um die Massen zu gewinnen, die heute eine sektiererische Haltung ihr gegenüber eingenommen. Was noch die 'Apristas' unterstützen? Ist nicht mehr notwendig als die KP allerdings nicht davon abhielt, in vielen Fragen Posinur Propaganda über den bisherigen Verrat der APRA? tionen rechts von der APRA eingenommen zu haben, etwa während der Prado-Regierung 1939-45.

Das ist ein komplexes Problem. Die APRA ist unter dem Einfluß der Oktoberrevolution entstanden. Die Oktoberrevolu- Die APRA hat mehr Unterdrückung in ihrer Geschichte tion hat generell zur Entstehung von Arbeiterparteien, von erlebt als die KP. Das erklärt ein bißchen den Haß der KP gekommunistischen Parteien geführt. Aber in Lateinamerika, wo genüber der APRA. Und der Rest der Linken hat die Vorureine starke Arbeiterpartei fehlt, war die Oktoberrevolution teile der KP gegenüber der APRA übemommen. Aber wir dürauch Ursprung von kleinbürgerlichen anti-imperialistischen fen uns nicht fehlleiten lassen. In der Wahlkampagne und bis Bewegungen, Wie z.B. der "Accion Democratica' in Venezue- heute hat die APRA wieder einiges von ihrer klassischen sola, des Movimiento Nacional Revolucionario' in Bolivien, der zialdemokratischen Ideologie ausgegraben. So z.B. viele Radikalen Parteien in Argentinien und Chile, der Febreristas Forderungen aus ihrer ersten anti-imperialistischen Phase. in Paraguay und so weiter. Seit langer Zeit sind diese Kräfte Natürlich ist das alles verbal, aber es ist wichtig, daß man es nach rechts gerückt, die APRA bildet keine Ausnahme! erst einmal zur Kenntnis nimmt. Sobald die Konstituierende Versammlung eröffnet wurde, begannen wir damit, die Forde- Aber die APRA hat einen Vorteil: sie war niemals an rungen für die akuten Probleme zu erheben, mit denen die peder Regierung. Trotz ihrer ganzen Tradition des Verrats hof- ruanischen Masen konfrontiert sind - der Lehrer- und Bergfen so die Volksmassen, daß bei einer APRA-Regierung Ver- arbeiterstreik usw. Die APRA schloß sich dem an. Sie besuchänderungen herausspringen werden. ten mit uns gemeinsam die Bergarbeiter im Hungerstreik, solidarisierten sich mit den Kämpfenden und forderten eine Wie Du sehen konntest, benutzt die APRA rote Flaggen Lösung des Lehrerstreiks.

und Fahnen mit der Landkarte Lateinamerikas, tritt ein für

Seite 16

AUCH IM PARLAMENT DIE APRA-FÜHRUNG KONKRET VOR IHREN ANHÄNGERN ENTLARVEN

Die APRA kontrolliert heute nicht die Regierung. Die ben diese Forderung, um die APRA und die PPC (1) zu ent- Regierung liegt in der Hand der Militärs. In dieser Situation larven. Diese Herren redeten in ihrer Wahlkampagne ständig ist es nicht unsere Aufgabe, eine KOnfrontation mit den Mas- davon, daß sie gegen die Militärs sind. Aber jetzt möchten sie sen, die der APRA folgen, zu suchen, sondern vielmehr die nichts Konkretes zur Beendigung der Militärdiktatur tun. Heuchelei ihrer Führer zu enthüllen. Das war z.B. der Grund für eine Resolution, die wir gestern in die Konstituierende Das ist also die Politik, die wir brauchen: Gegenüber der Versammlung einbrachten. APRA-Basis greifen wir einige der Forderungen auf, die die Führung der APRA selbst demagogisch erhoben hat während APRA-Führer Haya de la Torre sagte gester in seiner der Wahlkampagne. Die Basis wird sehen, daß wir die bewuß- Rede, daß die Konstituierende Versammlung souverän sei, testen Kämpfer für die Forderungen sind, die sie unterstützen. daß sie sich keiner anderen Macht unterordnen werde usw. Dadurch können wir am erfolgreichsten die APRA-Führung Die Argumentation ging direkt gegen die Regierung. Aber in als Kapitulanten vor der Militärregierung entlarven! seinen Schlußfolgerungen sagte er genau das, was vorher Präsident Morales am gleichen Morgen in seiner Rede feststellte: Das ist eine sehr wichtige Frage. Gestern noch gab es die Versammlung wird eine Verfassung ausarbeiten, dann wird physische Auseinandersetzungen zwischen der APRA und es allgemeine Wahlen geben, und erst dann wird es eine neue der Linken. Wenn das nicht aufhört, dann können wir es bald, Regierung geben. angesichts der Schärfe des Klassenkampfes und der Widersprüche in Peru, nicht nur mit dem ganzen Repressionsapparat

So war es unsere Aufgabe, zu beantragen, daß sich die der Regierung zu tun kriegen, sondern auch mit weiten Teilen Konstituierende Versammlung sofort alle legislativen und exe- der APRA-Massen, die dann faschistische Banden organisieren kutiven Rechte zuerkennensollte und daß die Militärregierung würden. Deshalb müssen wir so vorgehen. Auch in der Aufsofort abzutreten haben. Natürlich wissen wir auch, daß nur regung der physischen Auseinandersetzungen, wenn die APRAeine Arbeiterregierung wirklich die Probleme des Landes lösen Leute uns angreifen, müssen unsere Genossen versuchen, mit und einen Notplan aufstellen kann, wie er in unserem Antrag ihnen zu diskutieren. Wir sollten nicht rufen Nieder mit der beinhaltet ist: „vollständige demokratische Freiheiten, Wieder- APRA", während sie rufen „Es lebe die APRA". Im Gegeneinstellung der entlassenen Arbeiter, Notmaßnahmen zur Lö- teil, wir müssen rufen „Nieder mit der Militärdiktatur". Dann sung der Wirtschaftskrise, von denen die zentralen wären: müssen es sich die Apristen zweimal überlegen, auf wen sie Kündigung der Schulden ans Ausland, allgemeine Lohn- und einschlagen, und sie müssen sich fragen, wen sie verteidigen, Gehaltserhöhung und die Verteilung von freiem Land an die wenn sie uns angreifen.

Das ist nicht die Politik der KP, und auch nicht die der Wir erwarten keine Annahme des Antrages, da die Ver- Maoisten von der UDP (Union Democratica del Pueblo = sammlung über eine bürgerliche Mehrheit verfügt. Nur eine Ar- Demokratische Volksunion). Es liegt in der Verantwortung beiterregierung könnte das tun; das wissen wir. Aber wir erho- der Trotzkisten, eine solche Politik voranzutreiben. ARBEITEREINHEIT IM PARLAMENT

Die Arbeiter-Deputierten haben seit der Eröffnung der Als die Wahlen gelaufen waren, wurde es Zeit, den Exe- Konstituierenden Versammlung eng zusammengearbeitet, kutivrat der Konstituierenden Versammlung zu wählen. Wir im besonderen die von FOCEP, UDP und der PSR (2) von Trotzkisten erklärten wiederum, daß wir keinen Wahlvor. Aragon. Bedeutet dies, daß gute Aussichten dafür bestehen, schlag unterstützen werden, der Repräsentanten der proeine neue Arbeiterpartei auf der Grundlage eines •Klassen- gressiven Bourgeoisie' umfaßt. Anderthalb Tage lang diskukämpferischen Programms zu bilden, wie Du es vor deiner tierten die Abgeordneten der Linken unter sich. Wir sagten, Rückkehr nach Peru fordertest? daß es gegen unsere Prinzipien verstößt, einen Block mit bürgerlichen Kräften einzugehen. Wir machten unseren Nun, heute ist es nicht möglich, schon von einer Partei eigenen Vorschlag, der zuerst nur von den zwei Abgeordnezu sprechen. Eine Sache ist, Erklärungen in Europa zu ma- ten der PST (3) unterstützt wurde. Dann folgten uns die chen - eine andere, die konkrete Realität hier in Peru zu Genossen der POMR (4), die erst sich enthalten wollten, sehen. Fürs erste haben wir heute hier eine Einheitsfront dann aber unsere positive Alternative unterstützten. Dann von FOCEP, UDP und PSR-Aragon. Manschmal erweitert folgten die Unabhängigen Abgeordneten der FOCEP und sie sich auf die KP, und manchmal können wir in einigen die der PSR-Aragon ebenfalls. Endlich die Abgeordneten konkreten Punkten sogar zu Absprachen mit den Parteien der UDP, die am längsten zögerten. der sogenannten progressiven Bourgeoisie gelangen.

So zusammen präsentierten wir eine Arbeiter- und Es gibt ein interessantes Beispiel, wie das Kräfteverhält- Bauernliste für die Wahl des Exekutivrats der Versammlung. nis auf der Linken sich verändert hat. Während der Wahlkam- Aber die KP wollte uns nicht unterstützen. Sie verließ vor pagne waren es nur die Trotzkisten, die die Forderung nach der Abstimmung den Saal, ebenfalls die Christdemokraten Klassenunabhängigkeit der Arbeiter erhoben haben. Wir wa- und die PSR-Rodriguez.

ren die einzigen, die mit einer Volksfrontpolitik nicht einverstanden waren. D.h. wir und die Unabhängigen in der Das war ein großer Erfolg für uns. Es gab nur zwei Li- FOCEP, wie Genaro Ledesma und Juan Cornejo. sten: die Liste der bürgerlichen Parteien und die klassenkämpferische. Es gab keine Volksfront-Liste.

Anmerkungen:

1) Partido Popular Christiano (Christliche Volkspartei), rechtsbürgerliche Partei, die nach der Anzahl der Sitze in der Ver sammlung am zweitstärksten ist.

Seite 17

DIE SCHWIERIGKEITEN DER KOMMUNISTISCHEN PARTEI

Es scheint, daß die KP durch die Wahlen durcheinander der PSR-Rodriguez - fünf Vertretern der 'progressiven gebracht worden ist. Vor den Wahlen bezeichnete sie die Bourgeoisie' - und nicht mit den neunzehn Abgeordneten FOCEP und UDP lediglich als „winzige Grüppchen", aber der FOCEP und der UDP, die wirkliche Kräfte repräsentieheute scheinen sie überhaupt keine politische Linie zu haben. ren. Es wird eine schwierige Zeit für die KP werden. Was meinst Du, was sie tun werden?

Es scheint, daß auch noch heute eine tiefe Kluft zwi- Nun, sie müssen erstmal mehr tun als bei der Wahl des schen der Kampfbereitschaft der Massen und dem Stand der Exekutivrats rausgehen und den Mund halten. Organisierung und Zentralisierung auf nationaler Ebene besteht. Was glaubst Du, wie dies überwunden werden kann?

Es ist schwierig zu sagen, was ihre Politik sein wird. Sie werden nicht mehr länger als die große Kraft auf der Linken Vor allem werden wir unseren Kampf für die organisaangesehen - das sind wir jetzt. Wenn wir nun eine Positions der peruanischen Arbeiterklasse forteinnehmen, dann bringt das der KP Schwierigkeiten. Sie setzen. (5) Das ist in erster Linie ein Problem der Gewerkmüssen schon sagen, warum sie einen Vorschlag von uns un- schaften. Aber es ist natürlich auch ein Problem der Kämpfe terstützen oder ablehnen. Bin Beispiel ware die Frage der 4 ng in Man den boli selbst. Am 2.August wird der Bergarbeiterstreik beginnen. Volksfront-Liste zur Wahl der Exekutive. Sie konnten unse- Wir werden versuchen, die größtmögliche Unterstützung ren Vorschlag nicht unterstützen, konnten sie nur für den Kampf zu organisieren und die CGTP unter Druck . garnichts tun. zu setzen, damit diese zu einem Generalstreik zur Unterstützung des Bergarbeiterstreiks aufruft.

Von Zeit zu Zeit werden sie wohl Absprachen mit den Christdemokraten und der PSR-Rodriguez treffen. Aber Des weiteren wird bald ein CGTP-Kongreß stattfinden. dann müssen sie ihrer Basis erstmal erklären, warum sie Wir tun alles, daß dort eine große Mehrheit von Delegierten Allianzen mit den Bürgerlichen eingehen und eine Zusam- vertreten ist, die eine Vereinigung der Arbeiterbewegung unmenarbeit mit den Kräften der Linken ablehnen. Selbst in terstützt. Dies wird für die KP zu einem Problem werden. der Konstituierenden Versammlung sind die bürgerlichen Denn bei einer wirklichen Vereinigung sind sie gegenüber den Kräfte viel schwächer als wir. Die KP sucht ein Bündnis mit klassenkämpferischen Kräften in der Minderheit. den beiden Christdemokraten® und den drei Abgeordneten

VOLKSVERSAMMLUNGEN

Während des Generalstreiks kam es zur Herausbildung gabe aufzurufen. Wir propagieren diese Formen des Kamvon Organisationsstrukturen, die über die rein-gewerkschaft- pfes trotzdem heute schon und versuchen da, wo sie entsteliche Organisierung hinausgehen, wie z.B. die Volksversamm- hen, sie zu einer permanenten Organisationsform auszuweiten. Ich glaube, daß diese Organisationsformen eine wichtige erzieherische Rolle spielen. Wir zeigen sie als Beispiele wicklungen? auf, um zu erklären, welche Art von Regierung und Demokratie wir wollen.

Bine andere Sache, die wir angehen müssen, ist der Umstand, daß gestern die Regierung die Abhaltung von Kommu- Leider sind diese Organisationsformen nur konjunkturell nalwahlen ankündigte. Wir haben darüber nachzudenken, entstanden; sie sind heute noch keine permanente Erschei- *ob wir die Forderung erheben sollen nach 'Volksversammnung. Natürlich versuchen wir alles, um solche Organisations- lungen' und ein Programm für ihre Arbeit, ähnlich unserem formen auszuweiten, wo es möglich ist. Aber es ist nicht rea- Vorschlag für eine Verfassung, als Grundlage propagieren listisch, z.B. heute in Lima dazu als einer unmittelbaren Auf- 2) Partido Socialista Revolucionario (Revolutionäre Sozialistische Partei). Die PSR spaltete sich Anfang Juni. Die meisten threr Gewerkschafts- und Bauernführer bildeten eine Gruppe mit dem einst trotzkistischen peruanischen Führer Antonio Aragon an der Spitze. Die andere, von dem General leonidas Rodriguez geführte Gruppe, umfaßt die Mehrzahl der bürgerlich — nationalistischen Offiziere, die die Partei ursprünglich 1976 gegründet hatten. 3) Partido Socialista de los Trabajadores (Sozialistische Arbeiterpartei), eine peruanische Organisation, die mit der IV, Internationale sympathisiert. Die PST nimmt an der FOCEP teil; Blanco und Enrique Fernandez sind die beiden Abgeordneten, die zur PST gehören; 4) Partido Obrero Marxista Revolucionario (Revolutionär-Marxistische Arbeiterpartel) ist die peruanische Urganisation, ce dem Organisationskomitee zum Wiederaufbau der IV. Internationale 5) Die peruanische Arbeiterbewegung ist derzeit aufgespalten zwischen dem wichtigsten Gewerkschaftsbund, der CGTP (Confederacion General del Trabajo der Peru), der von der Kommunistischen Partei kontrolliert wird, und einer Reihe wichtiger unabhängiger Gewerkschaften, die von Kräften links von der KP geführt werden. Zudem haben die Bürokraten, die an der Spitze der CGTP stehen, kämpferische Gewerkschaftsführer aus der zweiten Reihe Anfang des Jahres ausgesäubert, und somit die Einheit der Arbeiterbewegung noch mehr in Gefahr gebracht

Seite 18

VEREINIGUNG ALLER TROTZKISTEN?

Wie steht es um die Perspektiven einer Vereinigung der Lima findet. Die ökonomische Krise macht den Klassentrotzkistischen Gruppen in Peru? kampf für die Lösung der Probleme der Massen immer akuter. Die Regierung ist gezwungen, mehr Arbeiter zu entlas- Die trotzkistische Bewegung in Peru macht auf dem sen und härtere ökonomische Maßnahmen zu ergreifen. Wege zur Vereinigung große Fortschritte. Wir haben schon Die Regierung verkündet zwar ständig Verbesserungen, mehrere gemeinsame Treffen auf der Ebene der Führungen aber diese Vorhersagen gründen sich auf Hoffnungen und abgehalten, und wir planen eine Vollversammlung aller nicht auf konkrete Fakten. Trotzkisten von Peru. Wir haben angefangen, gemeinsame Aktionen durchzuführen. Ihr nächstes großes Problem ist der Bergarbeiterstreik. Im Gegensatz zum Lehrerstreik wird dieser Kampf direkte Wir arbeiten auch mit den Genossen der POMR in der ökonomische Auswirkungen auf die Regierung haben. Der FOCEP. Wir sehen keine Perspektive der schnellen Fusion Bergarbeiterstreik betrifft eine der fundamentalsten wirtmit ihnen, denn es gibt da Probleme, sowohl auf internatio- schaftlichen Grundlagen des Landes. naler Ebene als auch hier in Peru. Aber wir arbeiten jetzt enger mit ihnen zusammen. Wir müssen sehen, welche Haltung die APRA und die KP dem gegenüber einnehmen werden, was die Linke zu tun Was wird sich in den kommenden Monaten in Peru er- in der Lages ist, und wie die Arbeiterklasse beim Prozeß ihrer eignen? Organisierung vorankommt. Ein wichtiger Punkt ist der Sieg im Lehrerstreik (6). Die hat ungeheuer das Selbstver- Entscheidend ist die ökonomische Situation. Für die trauen der Massen gestärkt in ihre eigene Kraft und ihren Regierung ist keine Lösung der Krise in Sicht - wenn sie eigenen Kampf. Der Klassenkampf wird sich ohne Zweifel ernicht morgen eine Uranmine auf dem Plaza de Armas' von heblich verschärfen. 6) Die 140 000 Lehrer der öffentlichen Schulen in Peru haben 80 Tage lang gestreikt. Am 21.Juli ging der Streik zu Ende mit der Erfüllung der meisten Forderungen durch die Regierung: Anerkennung der Gewerkschaften, Erhöhung der Gehälter und bessere Arbeitsbedingungen.

Spanien