Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Krise des Marxismus

· Inprekorr Nr. 91, 15. April 1978 · S. 9-14 · 4.709 Wörter

Jugoslawien und Balkan China Trotzki und Geschichte Sowjetunion

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DEBAT Krise des Maoismus

DIE ALBANISCHE HERAUSFORDERUNG

Vom Gesichtspunkt der Interessenwahrung der albanischen Führer besteht eine sehr große Konstanz und eine sehr große Kohärenz in der Linie, von der Albanien seit seinem Bruch mit Jugoslawien 1948 niemals abgewichen ist.

Der ideologische Konflikt zwischen Tirana und Peking hat Lager, das eine zeitlang nach dem 2. Weltkrieg existiert hatte, im letzten Sommer einen spektakulären Charakter angenom- hat mit dem Auftreten des Sozialimperialismus zu Bestehen men mit der Publikation des Anklage-Leitartikels in Zeri i aufgehört. Unter der Einwirkung des Gesetzes der ungleichen Popullit (der Tageszeitung der albanischen Partei der Arbeit), Entwicklung hat sich der westliche imperialistische Block der sich gegen die von Peking verteidigte „Drei-Welten- gleichfalls aufgelöst. Von den Veränderungen in den inter- Theorie" richtete (1). Der Konflikt zwischen Tirana und Pe- nationalen Beziehungen her zu urteilen, trägt unsere Erde nun king ist dennoch nicht neu oder besonders jungen Datums. in der Tat drei Teile, drei Welten, die zugleich wechselseitig Schon seit mehreren Jahren (genauer seit 1971) enthüllten die und widersprüchlich untereinander verbunden sind. Die Veraufmerksamsten Beobachter, was zunächst nur Nuancen und einigten Staaten und die Sowjetunion bilden die 1. Welt; die Akzentunterschiede zwischen den außenpolitischen Positio- Länder auf dem Wege der Entwicklung in Asien, Afrika und nen der chinesischen Kommunistischen Partei (KPCh) und Lateinamerika die 3. Welt; und die entwickelten Länder, die der Partei der Arbeit Alabaniens (PAA) waren. sich zwischen den beiden befinden, die 2. Welt." (2) Seit damals haben sich diese Divergenzen ständig vertieft Diese Theorie ist in Wirklichkeit nur die Rationalisierung bis Anfang 1976 (neuer Peking-Besuch Nixons, diesmal als der Außenpolitik, die China seit einer Reihe von Jahren ver- Ex-Präsident der USA), um zwischen März-April 1976 (Zwi- folgt Seit dem Ende der „Kulturrevolution" ', seit die Sowjetschenfalle auf dem Tien An Men -Platz und Ausschaltung von union zunehmend als die „gefährlichste Supermacht" hinge- Teng Thsiao-ping) und dem Ende desselben Jahres (Aus- stellt wird und seit der Einleitung der Ping-Pong-Diplomatie" schaltung der „Viererbande" in China) eine Beruhigung zu durch Tschou En-lai handelt es sich darum, auf der theoretierfahren. Die zurückhaltenden albanischen Glückwünsche für schen Ebene zu rechtfertigen, daß der wichtigste Kampf für Hua Kuo-feng zu seiner Ernennung zum Vorsitzenden des die Völker und die Arbeiterklassen der Welt der Kampf gegen Zentralkomitees der KPCh und das Schweigen über die Aus- den Hegemonismus, an 1. Stelle den sowjetischen, sei und daß schaltung der „Viererbande" zeigten bereits an, daß der Macht- die 1. Kraft in diesem Kampf die der Länder der 3. Welt sei. kampf in China Auswirkungen auf die chinesisch-albanischen Es handelt sich gleichermaßen um die Rechtfertigung der Su- Beziehungen haben würde. Die Attacken, die Enver Hoxha che nach Allianzen mit der „2. Welt" , die „gewonnen werden von der Tribüne des 7. Kongresses der PAA gegen die „Drei- kann", ", einschließlich mittels Druck, den in ihr ihre politische Welten-Theorie" richtete. bestätigten dies nur noch. Rechte ausübt (Beispiele: die Besuche von Franz-Josef Strauß und Edward Heath in China). Die Bedeutung dieser „2. Welt"

DIE „DREI-WELTEN-THEORIE" (Westeuropa, Kanada, Japan) ist umso größer, als Westeuropa der bevorzugte Ort des sowjetisch-amerikanischen Zusammenpralls ist, und von wo - nach den chinesischen Führern- der Da es sich heute vor allem um sie handelt, erinnern wir dritte Weltkrieg entstehen wird. uns kurz an das Wesentliche der sog. Drei-Welten-Theorie. Nach den albanischen Angriffen gegen diese Theorie wurde Diese „Theorie" wurde zum ersten Mal offiziell" von Teng diese von den chinesischen Führern mit Nachdruck bestätigt, Hsiao-ping als Chef der chinesischen Delegation bei der 6. insbesondere im Leitartikel von Renmin Ribao vom 1.11.77. außerordentlichen Sitzung der UN-Vollversammlung über Um sich nicht durch den „ideologischen' Aspekt der Dinge, Rohstoffprobleme am 10.4.1974 formuliert. Folgendes ist d.h. durch das, was die chinesischen Führer heute zu ihren die wesentliche Passage seines Beitrages: Als Folge einer lan- Theoretisierungen sagen, beirren zu lassen, muß man davon gen Konfrontation und eines langen Kampfes haben die ver- Kenntnis nehmen, daß die „Drei-Welten-Theorie" sich schon schiedenen politischen Kräfte in der Welt intensive Spaltun- embryonal im Bericht Lin Piaos auf dem IX. Kongreß der gen und Umgruppierungen erlebt. Eine Reihe. von Ländern KPCh (April 1969) fand, wo er feststellt, daß von den beiden Asiens, Afrikas und Lateinamerikas haben nacheinander die „Papiertigern" (amerikanischer Imperialismus und sowjetischer Unabhängigkeit erreicht. Sie spielen eine wachsende Rolle in den internationalen Angelegenheiten. Das sozialistische Sozialimperialismus) der erstere einen „beschleunigten Nieder- gang" erfahre. (1) "Theorie und Praxis der Re- herausgegeben.

volution", Zeri i Popullit v. 7.

Juli 1977. Die albanische Führung hat dem Text seitdem breite Publi- (2) "Intervention Teng Hsiao-pings, Leiter der Delegation der VR Chinas" zität eingeräunt und ihn in Form in: Peking Information v. 15.4.1974, einer Broschüre mit hoher Auflage S. 7 - 8.

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ww wwww 10 wwww DIE ALBANISCHE ANTWORT

Der erste Punkt, der zu der albanischen Antwort auf die „Drei-Welten-Theorie" zu bemerken ist, lautet wie folgt: diese Antwort ging der langen Attacke, die in dem Artikel des Zeri i Popullit vom 7.7.1977 enthalten war, voraus. Anläßlich des VII. Kongresses der PAA im November 1976 hatte Enver Hoxha bereits bestätigt, daß „die Bezeichnungen ,Dritte Welt', ,unabhängige' Länder oder Entwicklungsländer' Illusionen in den breiten Massen erwecken, die für die nationale und soziale Befreiung kämpfen, daß sie dort so etwas wie einen Schutz gegen die Bedrohung der Supermächte finden könnten. Aber diese Bezeichnungen vertuschen die reale Situation der Mehrheit dieser Länder, die - in der einen oder anderen Weise - politische, ideologische und ökonomische Abhängigkeitsbeziehungen sowohl mit den Supermächten als auch mit den alten Kolonialmetropolen haben" und daß , der amerikanische Imperialismus und der sowjetische Sozialimperialismus, diese zwei Supermachte heute die mächtigsten und gefährlichsten Feinde der Völker sind und in dieser Beziehung die gleiche Gefahr darstellen." (4) seither dasselbe Thema erörtert; auf dem VII.Kongreß der In ihren wichtigen Reden haben die albanischen Führer Berufsverbände (Gewerkschaften) Albaniens, der im Juni 1977 in Korca stattfand, hat Rita Marko, Präsident des Zentralrates der Berufsverbände noch einmal die Drei-Welten-Theo- rie' widerlegt (5). zu bemerken ist, ist: der Artikel des Zeri i Popullit vom Die zweite Sache, die anläßlich der albanischen Antwort 7. Juli der das Vergessen des Kampfes gegen Suharto und Pinochet, Geisel und Mobutu durch die Partisanen der „Drei- Welten-Theorie" geißelte und sagte, daß derjenige, „der ver- gißt daß genauso der Warschauer Pakt wie die NATO zu bekämpfen ist, daß sowohl der Comecon wie die EG abzuehnen sind, derjenige verbündet sich mit ihnen und wird ihr Sklave " (6), ist nichts als ein weiterer Schritt in der Eskalierung der Polemik zwischen Tirana und Peking. Das Problem besteht also darin, zu wissen, „warum diesen weiteren Schritt zu diesem Augenblick?"

Unserer Meinung nach muß die Antwort in der Ausrichtung der albanischen Führer auf eine bewußte Steigerung ihrer ideologischen Offensive gesucht werden, einer Steigerung, in deren Rahmen verschiedene Etappen zu unterscheiden sind, die sich um die Vereinigung der verschiedenen „marxistischenleninistischen" Bewegungen in der Welt, ihre Koordination und die voranschreitende Herausbildung einer „marxistischleninistischen" pro-albanischen Bewegung zentrieren. Es ist festzustellen, daß die Eskalation, die der Polemik seit Juli 1977 innewohnt, immer von einem Schweigen über die Identität der Verteidiger der „Drei-Welten-Theorie" von Seiten der Albaner begleitet war, was diese nicht daran gehindert hat, Tex- te der verschiedenen „marxistisch-leninistischen" Parteien zu veröffentlichen, die diese Theorie mit einer noch viel größeren Heftigkeit attackieren (z.B. das Telegramm des II. Kongresses der Kommunistischen Partei Spaniens (Marxisten-Leninisten - PCE/ML), das an das Zentralkomitee der PAA gerichtet war und das die zur Frage stehende Theorie als eine „verfaulte Theorie" erne und den Bruch zwischen den Vertretern der Drei- Welten-Theorie" mit dem Bruch mit dem Revisionismus von Chruschtschow vergleichen (eine von der Kommunistischen Partei Brasiliens vorgetragene Position). Die Kommunistische (4) E. Hodscha, "Bericht auf dem VII. Kongreß der albani schen Partei der Arbeit, Tirana 1976, S. 204 und 219 (5) "Puna", Organ des Zentralrats der www Partei Italiens (Marxisten-Leninisten - PCI/ML), die die Wo. chenzeitung Nuova Unita herausgibt, hat in einer Ausgabe gleichzeitig den Artikel von Zeri i Popullit und einen Artikel der offen die innere Entwicklung in China kritisierte und Teng Hsiao-ping attackierte, veröffentlicht. Dieser letztere Artikel, der genau zum Zeitpunkt der offiziellen Rehabilitierung von Teng Hsiao-ping erschien, wurde nicht in der albanischen Presse veröffentlicht - aber Albanien unterstützt offiziell die PCI/ML DIE ALBANISCHE RESPEKTLOSIGKEIT

Man muß allerdings sagen, daß wenn die sino-albanische Es. kalation für manche so schwer zu „entschlüsseln" war, dies da ran liegt, daß die Albaner „chinesische" Techniken, d.h. relativ sophistische, benutzt haben, um ihre Meinungsverschiedenhei ten auszudrücken. Was die Chinesen betrifft, so sind sie lange gegenüber den Attacken aus Tirana gleichgültig geblieben (bis zur Antwort des Renmin Ribao vom 1.11.77, und auch diese erwähnte nicht, worauf sie antwortete, ebenso wenig wie die al. banischen Führer bis heute in expliziten Worten gesagt haben, auf wen sie abzielten).

Die „chinesischen Techniken", die von den Albanern be nutzt werden, können als , schräge Techniken" bezeichnet werden in dem Sinn wie 1958, als die chinesischen Führer die jugoslawische Führung zu attackieren begannen und dabei auf Chruschtschow und die sowjetische Führung abzielten... so wie heute die Albaner die Theorie der „3 Welten" angreifen, ohne deren Urheberschaft explizit den chinesischen Autoren zuzuschreiben. So wie die chinesischen Attacken gegen die UdSSR vor 1961 waren die albanischen Attacken dafür be stimmt „zu schlagen" und , zu schaden", ohne den wirklichen Gegner schon zu nennen.

Diese „chinesische' anti-chinesische Respektlosigkeit drückte sich in der Rede von Shehu aus, der ,den Druck, die Erpressung die Blockade und Intrigen", die in jüngster Zeit gegen Albanien gerichtet worden seien, mit ins Spiel brachte und dabei den „Putschversuch von Beqir Lallaku" mit einschloß (Verteidigungsminister, der 1974 aus dem Politischen Büro der PAA ausgeschlossen und als , pro chinesisch" betrachtet wurde). Aber sie erreichte ihren Höhepunkt, als Präsident Tito China besuchte Genau zu diesem Zeitpunkt brachten die Albaner wieder einen Leitartikel von Zeri i Popullit heraus, der veröffentlicht wurde, als die Attacken der Chinesen gegem die Jugo. slawen auf vollen Touren liefen, unter dem Titel „die Ergeb. nisse des Besuchs von N. Chruschtschow in Jugoslawien". Um ihn noch brisanter zu machen, änderten sie den Titel in „Chruschtschow auf Knien vor Tito" ; enthüllten den Namen des Aurors: Enver Hodscha persönlich, und verteilten das Ganze als Broschüre in diplomatischen Kreisen in Peking. Die Veröffentlichung dieses Dokuments in für Hua wie für Tito beleidigender Form bestätigte die Verschlechterung in den Beziehungen zwischen China und Albanien und machte zugleich deutlich daß die Verbesserung derjenigen von China und Jugosla wien hierfür ein bedeutender Faktor gewesen war. Die heftigsten Attacken des Artikels (,,Tito hat das größere Interessse von beiden an einem Treffen und an der Veröffentlichung eines offiziellen Dokuments" ... „Chruschtschow darf die Maske noch nicht abnehmen** ... „Chruschtschow hat nun beschlossen, das sozialistische Lager mit einem Federstrich zu beseitigen* ... , die Annäherung und die Vereinigung mit dem Lakaien und Agenten des Imperislismus, diesem mit amerikanischen Dollars bezahlten und ernährten Lakaien, sind ein großer Schritt vorwärts in Richtung einer Annäherung und Vereinigung Berufsverbände", frz. Ausgabe, Nr. 2 1977, S. 23.

(6) "Theorie und Praxis der Revolution", Tirana 1977, S. 35.

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mit dem Herren selbst: dem amerikanischen Imperialismus") waren direkt übertragbar, indem man Chruschtschow durch Hua Kuo-feng ersetzte. Überdies stellten sie der chinesischen Führung gegenüber eine klare Erinnerung an deren eigene Vergangenheit dar.

ALBANIEN UND DIE INTERNATIONALEN BEZIEHUNGEN

Selbst während die albanischen Führer ihre chinesischen Kollegen schonungslos angriffen und sie an ihre feindselige Haltung Jugoslawien gegenüber erinnerten, haben sich die Beziehungen zwischen Albanern und Jugoslawen, die sich seit 1968 (Invasion der Tschechoslowakei) angesichts der gemeinsamen Gefahr (der Sowjetunion) erheblich verbessert haben, ihrerseits nicht verschlechtert.

Auf albanischer Seite hat sich die 1974 von Enver Hodscha formulierte Doktrin nicht geändert: „Die albanischen, jugoslawischen und griechischen Völker konnten vom äußeren Feind nie in die Knie gezwungen werden. Diese Völker haben keine Sklavenseele, und das haben sie während ihrer gesamten jahrhundertealten Geschichte klargemacht. Die Albaner, Jugoslawen und Griechen gehören nicht zu denjenigen, die die Pistole umsonst tragen, wenn entweder die Amerikaner oder die Sowjets oder sonst irgendwer sie angrieft und ihnen ihre Freiheit und ihre Souveränität zu rauben versucht. Deshalb mögen die beiden Supermächte oder die Flugzeugträgerstatten unter ihrem Kommando getrost mit offenen Augen träumen, aber weder das jugoslawische noch das griechische noch das albanische Volk werden je erlauben, daß ihr Boden vom Sowjetrussen, vom Amerikaner, vom deutschen oder vom italienischen Faschisten niedergetreten wird.* (9)

Genauso unterstreichen umgekehrt die jugoslawischen Führer die Notwendigkeit einer erweiterten Zusammenarbeit mit Albanien und erklären, daß dies den langfristigen Interessen Jugoslawiens entspricht (10). Die jugoslawischen Rekationen, die nicht mehr auf alle ideologischen Angriffe seitens Albaniens eingehen, äußern die Meinung, es handle sich hierbei um den Ausdruck interner Spannungen in der albanischen Führung, und erklären ihre Weigerung Stellung zu nehmen als Weigerung, sich in die inneren Angelegnheiten dieses Landes einzumischen. Diese Interpretation der jugoslawischen Politiker scheint sich im übrigen zu bestätigen, nachdem bestimmten albanischen Führer die aus der Leitung entfernt worden sind, pro-jugoslawische oder „Selbstverwaltungs-"Positionen nachgesagt wurden. So ergriff Omer Haschorva in einer jüngeren Ausgabe der theoretischen Zeitschrift der albanischen Partei der Arbeit erneut die jugoslawische Selbstverwaltung an sowie die, Opportunisten" ', die sie (in Albanien) unterstützen. Der Stand der Beziehungen zwischen Albanien und Jugoslawien sowie ihre Entwicklung müssen uns eine konkrete Einschätzung nicht nur der tieferen Gründe der Auseinandersetzungen zwischen beiden Ländern ermöglichen, sondern auch der Stellung Albaniens in den internationalen Beziehungen, die, wie bei jedem kleinen Land, „überlagert" sind von den Beziehungen mit den unmittelbaren Nachbarn.

Ebenso muß die Rolle des Nationalismus und die Bedeutung des nationalen Faktors berücksichtigt werden. Albanien ist ein kleines Land, dem es gelungen ist, sich ein nationales Geschick (9) Enver Hodscha "Unsere Politik ist eine offene Politik, die Politik proletarischer Prinzipien" - Rede vor den Wählern des Wahlkreises 209 in Tirana am 3. Oktober 1974, Reihe "8 Nentori"

1974, S. 74 - 75 (10) Rede des Vorsitzenden der Provinzversammlung von Kossovo (Jugoslawien), 11www zu schmieden, gegen alle Umstände und alle Prophezeiungen einschließlich der Marx'schen Sarkasmen, die den Angehörigen dieser „groben Rasse alter Bergbewohner" gefühllos ein Schicksal von Wasserträgern oder Holzfällern in serbischen oder griechischen Diensten vorhersagten, oder auch gegen die Skepsis Lenins, der in ihnen nur das passive Objekt der Streitigkeiten anderer Staaten im Balkankrieg sah.

Von den Jugoslawen verachtet, von Stalin über den Bruch zwischen dem Kominform (Kommunistisches Informationsbüro - Nachfolgeorganisation der 1943 von Stalin aufgelösten Komintern, der Dritten Internationale) und Jugoslawien nicht informiert (Albanien war als einziges osteuropäisches Land kein Kominform-Mitglied), gerngehalten von den Kreml-Entscheidungen zur Aussöhnung zwischen Tito und Chruschtschow, uninformiert über die Zwischenfälle, die zum chinesisch-sowjetischen Bruch führten, blieb Albaniens Führung auch uninformiert über die Beschlüsse der chinesischen Führung und deren Wende, die sich seit 1974 in der Drei-Welten-Theorie" niedergeschlagen hat.

DIE ABLEHNUNG WIRTSCHAFTLICHER ABHÄNGIGKEIT

Soll das heißen, daß die albanischen Führer zum Bruch mit China auf allen Ebenen entschlossen sind? Korrekter wäre es wohl zu sagen, daß sie kalkulierte Risiken auf sich genommen haben (in Erwartung einer chinesischen Erpressung), sie gleichzeitig aber sorgfältig im voraus abgesichert und gegengesteuert haben.

So stellte eine trotzkistische Genossin nach einer Studienreise durch Albanien fest: „Wenn man sich einmal mit dem Land etwas vertraut gemacht hat, dann stellt man sehr schnell fest, daß es die große Sorge der Albaner ist, sich von dieser Abhängigkeit (von den Chinesen, G.D.) zu befreien, die ihre Wirtschaft sehr verwundbar macht sowohl unter dem Gesichtspunkt der Wartung vorhandener Ausrüstung wie auch unter dem der Erweiterung. Sie wenden ihre Parole „Auf die eigenen Kräfte bauen" an und errichten so Fabriken für den Ersatzteilbau, orientieren die berufliche Ausbildung auf Wartung und Reparatur, um anschließend so schnell wie möglich zum Aufbau von Fabriken übergehen zu können, die rein albanisches technisches Material herstellen (das ist das Schema, das in der Traktorenfabrik Mao Tse-tung' in Tirana befolgt wird)." (14) Und es ist kein Zufall, daß zum selben Zeitpunkt, da Enver Hodscha Albaniens Opposition gegen die , Drei-Welten-Theorie" verkündete, nämlich während des 7. Parteitags der albanischen Partei der Arbeit, auch bekanntgegeben wurde, daß Albaniens Getreideanbau die Selbstversorgung des Landes künftig gewährleiste Es ist nicht sicher, ob China seine Hilfe für das Eisenkombinat von Elbasan zurückgezogen hat. Aber das Dementi der albanischen Führung gegen entsprechende Gerüchte stammt trotz allem aus der Zeit, wo diese Führung unsicher über die chinesische Außenpolitik war (zwischen den Vorfällen auf dem Platz Tien An Men und der Ausschaltung der Viererbande). Dagegen ist so gut wie sicher, daß die chineische Hilfe beim Bau des Stauwerks von Fierza (das der bedeutendste hydroelektirsche Komplex im Lande werden soll) erheblich gekürzt worden ist, sofern man der Rede des Präsidenten des Gewerk- Ili jaz kurteshi, in "Rilindja" (Tageszeitung von Prichtina, Jugoslawien, in albanischer Sprache) vom 22.11.76 nach dem Kongress der albanischen Partei der Arbeit (Quelle: Radio Free Europe Research v. 10.12.1976).

(14) Eine Trotzkistin in Albanien, in: "La

Breche" (Brüsse1) Nr. 16/17, S. 17 u. 18-

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wwww12 wwwww wwww schaftskomitees an der Universität Tirana beim letzten albanischen Gewerkschaftskongreß glauben kann, in der er die Anstrengungen unterstrich, die unternommen worden seien, um Maschinen zu entwerfen und zu bauen, die bisher importiert worden seien (15). Und was die berühmten albanischen Studenten anbelangt, deren Abreise aus China im Sommer 77 als schlichte Ferienreise dargestellt worden war, so scheinen sie nach dem Sommer nicht nach China zurückgekehrt zu sein. ALBANIEN UND DIE ,MARXISTISCH-LENINISTISCHEN

GRUPPEN * Die An- und Abwesenheit ausländischer Delegationen auf albanischen Kongressen der letzten Monate sind ein gutes Indiz für den Stand der Beziehungen zwischen der albanischen Führung und den marxistisch-leninistischen Bewegungen oder Parteien in der Welt. Erinnern wir hier an den 7. Kongreß der Partei (November 1976), den 8. Kongreß der Gewerkschaften (Juni 1977) und den 7. Kongreß der Union der arbeitenden Jugend (September 1977).

Insgesamt wohnten dem Parteikongreß 32 ausländische Delegationen bei, 22 dem Gewerkschaftskongreß und 19 dem Jugendkongreß, die meisten jeweils von marxistisch-leninistischen Parteien Gruppen oder Organisationen (neben Vertretern von offiziellen Gewerkschaften aus Entwicklungsländern wie Syrien auf dem Gewerkschaftskongreß).

Die Begegnungen anläßlich dieser Kongresse und außerhalb haben Bemühungen der Albaner erkennen lassen, einen Anfang von überregionaler, kontinentaler und sogar internationaler Koordinierung mit Vertretern dieser „marxistisch-leninistischen" Gruppen zu schaffen. Die Berichte, die auf den drei Kongressen gehalten wurden, griffen die , Drei-Welten-Theorie" an, und die verschiedenen Gruppierungen und Koordinationen sind unter Bezug auf eben diese zentrale Achse gebildet worden. In dieser Hinsicht ist die „Erklärung der acht authentisch marxistisch-leninistischen Parteien Lateinamerikas" (Nov. 76) und die „Gemeinsame Erklärung von fünf europäischen marxistisch-leninistischen Parteien" (Okt. 77) zu erwähnen.

Die erste dieser beiden Erklärungen wurde in Tirana selbst herausgegeben. Wenn die zweite auch auf einer Pressekonferenz in Paris vorgestellt wurde, so besteht doch kein Zweifel daran, daß sie in Tirana (wo Vertreter all dieser Parteien mit Ausnahme der griechischen Marxisten-Leninisten in den vorausgegangenen Wochen empfangen worden waren) in enger Beratung mit den albanischenFührern erarbeitet wordenist. Die letzteren haben im übrigen begonnen, sich ganz offiziell zu internationalen Treffen oder Veranstaltungen zu begeben und so ihrer Unterstützung für diese oder jene marxistisch-leninistische Partei öffentlichen und demonstrativen Charakter zu verleihen. Mit diesen Kontakten betonen die albanischen Führer demonstrativ ihre Solidarität mit einer kleinen Anzahl von Parteien, denen sie große Bedeutung zuzumessen scheinen: der PCP (R) von Portugal, der bedeutendsten ML-Partei in Westeuropa, der von den Brüdern Dinucci geleiteten PCI/ML, der PCE/ML, deren Kongreß der erste einer ML-Gruppe war. (trotz ihres unbedeutenden Gewichts im Vergleich mit PTE oder ORT, die ihrerseits beide die Drei-Welten-Theorie gutheißen), der eine persönliche Botschaft von Enver Hodscha erhielt; oder aber auch der Kommunistischen Partei Brasiliens (erste „historische" „antirevisionistische" Partei, 1962 gegründet), der KP yon Neu- Seeland, oder auch jüngeren ML-Organisationen, insbesondere (15) Intervention von Edmund Luci, "Puna"

v. 24.6.7.

(16) Rruga e Partise, März 1977, zitiert nach Radio Free Europe Research v. 12.7.7, S. 10 aus Ländern, mit denen China gute Beziehungen unterhält, wie z. B. dem Iran.

Die albanische Doktrin bzeüglich der internationalen Bezieh. ungen ist in der theoretischen Zeitschrift der Partei der Arbeit vom Parteitheoretiker Sotir Manushi dargelegt worden: „Unse. re Partei ist der Ansicht daß multilaterale Kontakte und breit. angelegte Treffen marxistisch-leninistischer Parteien bilateralen Treffen vorzuziehen sind, weil sie den Zielen der marxistisch. leninistischen Bewegung dienlicher sind" (16). Dies ist sicher eine neue Sprache und eine Neuerung im Vergleich mit den früheren Praktiken der albanischen (und chinesischen) Führun. gen.

EINE PRO-ALBANISCHE INTERNATIONALE?

Bedeutet dies, daß die albanische Führung sich auf den Auf. bau einer Internationale aus pro-albanischen Gruppen, die gegen die Drei-Welten-Theorie sind, orientiert? Unserer Ansicht nach wäre es voreilig, diese Schlußfolgerung zu ziehen. Die albanischen Führer sind zu sehr auf ihre vollständige Unabhängigkeit bedacht um sich auf den Weg eines solchen Abenteuers zu be. geben. Es scheint auch, als seien sie sich des abenteuerlichen Charakters einiger Gruppen nicht unbewußt, mit denen sie sich zusammengetan haben. Aber trotzdem sollte - bei der Krise und Ratlosigkeit der maoistischen Bewegung - die Neuerung nicht unterschätzt werden, die die albanischen Führung mit die. sen Beziehungen zu schaffen versucht. Sicher kann man zweifeln, ob sie je um sich eine Bewegung werden scharen können, die der Unterstützung gleichkommt, die die chinesische KP ge. nießen konnte. Aber im Rahmen der marxistisch-leninistischen Bewegung wie sie heute ist, und in der der Maoismus einen gu. ten Teil seiner Glaubwürdigkeit verloren hat, sichert ihnen der neue Stil der Albaner einige Aussichten auf einen kleinen Durchbruch und die Loslösung bedeutenderer Gruppen aus dem chinesischen Umfeld. (17)

Allein die Tatsache, daß die albanischen Führer sich nicht scheuen, sich mit den Chinesen auf diesem Terrain zu konfrontieren, zeigt, daß sie in ihren Beziehungen mit ihnen kein Blatt mehr vor den Mund nehmen und vermutlich damit rechnen, daf selbst unabhängig von ihren Bemühungen die Beziehungen, zwischen dem großen China und dem kleinen Albanien sich weiter verschlechtern werden. Dies zeigt auch, daß Enver Hodscha und die albanische Führung sich kaum Illusionen über den „selbstlosen Charakter* der chinesischen Hilfe machen, die sie in der Vergangenheit so gerühmt haben. Zu Beginn des Jahrhunderts beschrieb ein britischer Autor Albanien als „das Irland des ottomanischen Reiches". Heute könnte man von Albanien als dem „Irland des Marxismus-Leninismus" sprechen. Jeder Vergleich hinkt, aber er gilt zumindest für die Hartnäckigkeit, mit der die ,rohen Bergbewohner' (Marx) ihre Unabhängigkeit behaupten. DIE GRUNDE DES CHINESISCH-ALBANISCHEN

KONFLIKTS

Die Gründe für diese heftigen Attacken sind natürlich nicht darin zu suchen, daß Enver Hodscha und die albanischen Führer sowie ihre Freunde in der Welt plötzlich entdeckt hätten, dab die chinesische Außenpolitik konterrevolutionär geworden ist. Sie sind auch nicht darin zu suchen, daß sie sich darüber ärgem daß Teng Hsiao-ping (den Enver Hodscha noch auf dem 7. Par teikongreß zusammen mit Lin Piao heftig angegriffen hatte (17) Gewisse Demarchen der albanischen Füh rung, wie die an die chinesischen Führer gerichtete Aufforderung, im vietnamesi schkambodschanischen Konflikt eine Vermittler rolle zu spielen, anstatt Öl ins Feuer zu giessen, sind geeignet, inre Glaubwürdigkei zu steigern.

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wwww13www www während er die , Viererbande" nicht erwähnte) einer der Auto- desgrenzen, des Verzichts auf gegenseitigen Angriff, der nichtren der Drei-Welten-Theorie ist. Sie sind vielmehr in der Ein- Einmischung in die inneren Angelegenheiten, der Gleichberechschätzung der albanischen Führung zu suchen, was die prakti- tigung und gegenseitigen Unterstützung, der friedlichen Koexischen Folgen der chinesischen Diplomatie für Albanien sein stenz bauen müssen." (21)

können.

Es wäre natürlich absurd, anzunehmen, daß Albanien ein Pekings Außenpolitik hat sich radikal geändert zwischen der Land unter Führung einer revolutionären „Super-Partei" wäre, Zeit, als es sich über das Scheitern der Verhandlungen zwischen das allein und gegen alle in einer ganz und gar feindseligen Welt Großbritannien und der EWG freute (1963) und der Zeit, wo dasteht, in der es für die einen sich „in der vollständigen Isoliees sich befriedigt zeigt über den Erfolg dieser Verhandlungen rung" befindet, oder für die anderen „Leuchtfeuer des Sozialisund über das positive Ergebnis des EG-Referendums in Groß- mus" ist. Und dies nicht nur, weil das Konzept eines „Leuchtbritannien. (19) feuers des Sozialismus" aus marxistischer Sicht ein Widersinn ist und eher religiösem Denken entspringt, sondern auch weil die These von der angeblichen Isolation Albaniens genauso ab- Die chinesische Führung legt großen Wert auf die Verstär- surd ist - so absurd wie die in Jugoslawien vertretene These, kung ihrer Verbindungen mit dem Europa der „Neun", und derzufolge „Albanien gegen seine eigenen Interessen handelt" dies auf politischer wie auf wirtschaftlicher Ebene. Außerdem wenn es auf internationaler Ebene solche Positionen einnimmt ermutigt sie in gleicher Weise die Stärkung der europäischen Wie die Führer aller Länder, so handeln auch die von Alba- NATO-Partner, bzw. sogar der NATO selbst in ihrer Gesamt- nien unter Berücksichtigung ihrer Interessen und deren Aufheit (einschließlich der USA) gegenüber dem, was sie als „Haupt- rechterhaltung. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, gibt es feind" betrachtet, nämlich dem „sowjetischen Sozialimperialis- eine sehr große Kohärenz in Albaniens Linie, die es seit seinem mus" (20). Dies muß die albanische Führung unweigerlich be- Bruch mit Jugoslawien 1948 nie mehr aufgegeben hat. Tatsächlich liegt eine große Beständigkeit in der Ablehnung der „gemischten Gesellschaften" (die „gemischten Gesellschaften" in Außerdem haben die zunehmend engeren Beziehungen zwi- Albanien waren nicht sowjetisch-albanisch, sondern jugoslaschen China und Jugoslawien seit 1971 ebenfalls den Ärger Ti- wisch-albanisch) und in der Weigerung der Albaner, ihr Land ranas zur Folge gehabt. Erinnern wir im übrigen auch daran, daß nach Chruschtschows Vorstellungen in eine große Zitronenkuldie jugoslawische Frage einer der Kempunkte war, auf Grund tur für den sowjetischen Konsumenten verwandeln zu lassen, derer sich die chinesisch-albanische Allianz gegen Cruschtschow ebenso in ihrer Furcht, es könnte sich in den Betrieben eine Ende der fünfziger Jahre gebildet hat, nachdem die Albaner die Schicht von Spezialisten und Technokraten herausbilden (eine Aussöhnung Chruschtschow-Tito nie akzeptiert hatten und die Gefahr, gegen die die Arbeiterpartei seit 1966 Formen der „Ar- Chinesen ihrerseits die Jugoslawen während des Kongresses des beiterkontrolle" in den Betrieben entwickelt hat), und in ihrer Bundes der Kommunisten 1958 (erneut) heftig angegriffen hat- Ablehnung der jugoslawischen Selbstverwaltung. ten (nach einer vorübergehenden Verbesserung der Beziehungen, die zwei Jahre gedauert hatte). Nun haben sich aber schon seit Mitte1971 die chinesisch-ju- Die albanische Führung fürchtet, die Annäherung zwischen goslawischen Beziehungen erheblich verbessert - nach längerer Peking einerseits und Belgrad und der EG andererseits könne „Ping-Pong-Diplomatie" wie sie auch Amerika gegenüber da- das labile politisch-militärische Gleichgewicht im Mittelraum mals auf der Tagesordnung stand. Seit jener Zeit hat die chine- verändern oder seine Veränderung zumindest im voraus legitisische Presse unermüdlich große Elogen auf die jugoslawische mieren Eine solche Veränderung könnte die reale Unabhängig- Armee und ihre großen Manöver gesungen. Und vor allem gab keit Albaniens bedrohen, die eben dadurch aufrechterhalten es jenes seltsame Kommunique anläßlich des China-Besuchs von Mirko Tepavac, dem jugoslawischen Außenminister, das den künftigen Verzicht auf jede Grundsatzkritik der Chinesen am jugoslawischen Revisionismus bekanntgab, und in dem eine Faktoren unterschätzen zu wollen, muß man doch den Schlüssubtile Mischung vom Schwung der jugoslawischen Diplomaten sel des ganzen Konflikts an dieser Stelle suchen. und fernöstlicher Feinheit eine Übergangsformulierung" ermoglicht hatte, die eine Interpretation ,ganz nach Geschmack"

jenes rätselhaften Satzes über den gesellschaftlichen Charakter der beiden Staaten erlauben würde: Im Verlauf der Gespräche haben die beiden Seiten nachdrücklich unterstrichen, daß alle Länder ob sie identische oder verschiedene Gesellschaftssystemehaben oder ob sie klein seien oder groß, ihre Beziehungen auf die Grundlage der Prinzipien von gegenseitigem Respekt der Unabhängigkeit, der Souveränität und Integrität der Lan- (Der Artikel wurde von der Redaktion gekürzt.) 9) Peking Information v. 13.5.63, S. 31; S. 36 dem Titel "Die Notwendigkeit der ständigen Juli 1971, S. 36 und v. 30.6.1975, S. 12 Verbesserung der Streitkräfte" der NATO, id 13. s. 23.

0) Peking Information v. 24.12.73, unter (21) Peking Information v. 21.6.1971, S. 18 f.

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www 14ww FRANKREICH: VOn JEAN-CLAUDE BERNAR