BISHOP ABEL MUZOREWA zeichnet hat: die Illusion, daß Vorzimmerpolitik für die Ausarbeitung einer Verfassung. das Einsetzen von Druckmitteln dazu und "friedliche" Aktionen den Überkanntzu einer schwarzen Mehrheitsherrschaft herbeiführen Den Illusionen der Nationalistenführer sind zum großen Teil die Ereignisse zuzuschreiben, die zur Niederlage der nationalistischen Bewegung in den 60er Jahren reführt haben. Relativ leicht konnte das Regime der Rhodesischen Front Massenverhaft ungen und Repressalien anordnen. (In der Tat wurden alle Nationalistenführer, die heute auf der Genfer Konferenz sind, damals verhaftet).
Wie um dies zu bestätigen haben die schwarzen Nationalisten führer heute während dieser Verfassungskon ferenz einen anderen empfindlichen Rückschlag einstecken müssen, von dem sich zu erholen sie einige Zeit brauchen werden. Es ist kein Zufall, daß die rhodesische Offensive zu Beginn der Regenzeit eingesetzt hat; der rhodesische Arnie Woche, die rhodesischen Streitkrafte seien fast anle Generalleutnant Walls, erklärte erst mobil gemacht und die "Sicherheitskräfte" seien nicht in der Lage. die Guerillas zurückzuhalten. Der anhaltende Regen werde, so meinte er, die Lage noch komplizierter machen.
stehen die Angriffe auf Mozambique dazu INPREKORR Nr. 67.
Trotz der Rhetorik einiger Nationalistenführer ist sehr deutlich geworden, daß die einzige Kraft in der nationa- Verhanen neee der Hand hielt, de Zept-Guerillas wa- die irgendein Unterpfand für die ren. Während der Vorbereitungen auf die Konferenz bemühte sich jeder Nationalisten führer, eine breite Massenbasis vorzuweisen und die Guerillas zu beeinflussen. Es wird sogar berichtet, Nkomo habe behauptet ein Mitg lied der ZIPAs zu sein, was aber von der bürgerlichen Presse nicht emst genommen wurde. Muzorewa konnte ein "triumphales come back" aus seinem freiwilligen Exil feiem: 100.000 Schwarze empfingen ihn in seiner Heimat stadt in Highfields. Diese Demonstration der Stärke wurde ihm dadurch möglich, daß der außere Flügel des ANC (African National Council) nicht so direkt in die kollaborationistische Praxis verwickelt war wie der Nkomo-Flügel. Dieses Manöver sicherte Muzorewa einen Sitz in der Konferenz. Sithole wurde vor allem auf Veranlassung der "Frontstaaten" in den Konferenzsessel gehoben, vor allem von Tansanias Staatschef Nyerere, obwohl Mugabe die Führung der ZIPAs für sich beanspruchte. Der wirkliche Günstling der Imperialisten ist jedoch Josua Nkomo (das wird noch dadurch bestätigt, daß er der sinnen schleiese semen hat er sieht dreh seinen der jüngst mit Kissinger zu-
beharrlichen Willen verdient, "Verfassungsverhandlungen" zu führen, wie schon letztes Jahr das Gespräch mit Vorster bei den Victoria Falls. Begierig danach strebend seine Zustimmung zum Kissinger/Callaghan-Plan zu beweisen, hat er gefordert, daß Garfield Todd als "Berater" zur Konferenz hinzugezogen werde. Das Manöver erhalt seine Bedeutung dadurch, daß Todd, der von 1953 bis 1958 Premierminister war, in den 50er Jahren den imperialistischen "Kampf" für "Reformen" selben siedler Rodesiens gefühlt hatte. Diese "Reformen" die erzreaktionären waren damals, als der Sektor der verarbeitenden Industrie expandierte, im imperialistischen Streben begrindet, das Potential an Facharbeitem zu erhöhen, auch die schwarzen Arbeiter darin einzuschließen und eine afrikanische Mittelklasse zu schaffen, die letzten Endes die Grundlage für eine neokoloniale Lösung in Rhodesien darstellen konnte. Diese "Reform"versuche scheiterten klaglich, gerade weil sie direkt die Interessen der weißen Arbeiter, <leinbürger und der Siedlerbourgeoisie bedrohten. Sie stellten daher eher einen Kristallisationspol für die Solidarität der Weißen dar und ermöglichten den Sieg der Rhodesischen Front. Dennoch erschien das Unterfangen Todds als glaubwürdid flausarrest" und dies noch mehr, als er vom smith-Regime unter gesetzt (d.h. auf seiner 100 Morgen-Farm eingesperrt) wurde.
Das zweite wichtige Manöver Nkomos war die Bildung der "Patriotischen Front" zusammen mit Robert Mugabe von der ZANU. Von letzterer sagt man, sie habe groiser influß auf die ZIPA. Durch dieses Bündnis sucht sict Nkomo einen linken Flankenschutz zu sichem und auf diese Weise etwas von seinem früheren Einfluß auf diese Kader zurückzugewinnen. Dies Bündnis ist eine Neuauflage der früheren Allianz zwischen Nkomo und Mugabe innerhalb der National Democratic Party (NDP) in den frühen s0er Jahren. Es bestätigt auch den Willen Mugabes, sich trotz aller wohlklingenden "linken "Rhetorik direkt in die "Entspannungs"bemühungen einzuschalten, Das wird allein schon daran ganz deutlich, daß Mugabe vor der Konferenz Bedingungen für seine Teilnahme an ihr fornuliert hatte; dazu gehörten die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen und die Forderung, die "als Teil der Smith-Delegation könne nur anerkannt werden, wenn sie britischen Delegation auftrete. Obwohl keine dieser Forderungen erfüllt wurde, machte sich Mugabe auf den Weg nach Genf. Mugabes Einfluß in der ZIPA ist schwer einzuschätzen. Er hat sich selbst zum Sprecher der ZIPA befördert, doch ist dies von D. Machinguara, dem stellvertretenden politischen Komissar der ZIPA, enreischaft, ani der koreren teileine bedin inse Bereitschaft, an der Konferenz teilzunehmen, etwas zu vertuschen, erklärte Mugabe: "Wir werden in Un- Genf verhandeln und in Zimbabwe Krieg führen... ser Vorbild ist Vietnam.
Wie sich die "Programme" der verschiedenen Nationali- in einem stenführer auch immer unterse sich einig enas die entscheidenden Punkt sind sie sich einig: "britische Regierung die volle Verantwortung filr die Verfassungskon ferenz übemehmen, sie einberufen und den Vorsitz in ihr führen muf Daß Großbritannien, das jahrelang für die Gewalttaten, die Unterdrückung un‹ Ausbeutung der schwarzen afrikanischen Massen verantwortlich war, irgendeinen Anspruch darauf haben soll, über die Zukunfi Zimbabwes zü bestimmen, verrät deutlich ihren Willen, die Bedingungen der Imperialisten zu akzeptieren.
DIE KRISE DES SMITH-REGIMES
Die Verhängung internationaler Sanktionen gegen Rhodesien hattebedeutendeFolgen für die Entwicklung der rhodesischen Wirtschaft. Das schlägt sich darin nieder, dai sischer Dollar R$ = sie her bellar en porte 55 19 all con 40 ode 973 gestiegen sind: ein Ergebnis der steigenden Welllachfrage nach Chrom und Asbest (das Byrd-Amendmen zu den beschlossenen Sanktionen stellte hierbei in den USA das beste Instrument dar, diese zu umgehen): der Bergwerkssektor konnte somit stark expandieren. Die verarbeitende Industrie zog den größten Nutzen aus den verrängten Sanktionen, denn sie wirkten auf die rhodesische indüstrie wie ein allgemeiner Zollschutz und förderter die Ersetzung der Warenimporte durch Eigenproduktion. 430,6 Mill.
den sich die Sanktionen zu Anfang nachteilig auswirkten, aber selbst sie konnte sich infolge der internctionalen Nachfrage nach Tabak wieder erholen. Durch die Sanktionen wurde die landwirtschaftliche Produktion zudem weiter aufgefächert und besonders die Maisproduktion gefördert, die vor allem auf dem japanischen Markt abgenommen wurde.
Erst die Schließung der Grenze nach Sambia 1971 und die Entwicklung in den portugiesischen Kolonien, lers in Mozambique, wirkten sich nachhaltig ne lie wirtschaftliche und nolitische Situation Paegativ auf 1975 verzeichnete die rhodesische Eisenbahn ein Defizit von ca. 21,2 Mill. R$ als Resultat der Schließung der sambischen Grenze, und durch gemeinsame Anstren rungen wurde die Fertigstellung der Eisenbalnlinie vor eita Bridge beschleunigt, um die für den Export be stimmten Güter über Südafrika umleiten zu können. Mozambique seine Grenze zu Rhodesien schloß, schon 70% des Güterverkehrs über Südafrika umgeleitet. Dennoch bedeutete dies eine emste Einschränkung des Exports, da die Häfen Südafrikas verstopft waren und den Erfordemissen der Umleitung der rhodesischen Güter nicht gerecht werden konnten. Vorster erlaubte dies jedoch, eine selektive Kontrolle über den rhodesischen Warenversie Verne sont en ungen en uten sera und ma - auszuüben. uto verlor Rhodesien etwa ein Drittel seines rollenden Materials und der Transitverkehr durch Südatrika stanc unter schwerem Druck. Zudem beeinträchtigten die strategischen Angriffe der Guerillas auf die Straßen und Schienen von Beita Bridge den Gebrauch dieser Route sehr stark.
Die Eskalation der Guerillatätigkeit seit 1972 trug das ihrige zur Zuspitzung der alleemeinen Krise des Smith- Regimes bei. Von 1972 bis 1975 stiegen die Verteidigungs ausgaben der rhodesischen Regierung von 20 Mill. R$ auf 84 Mill. R$ , die Ausgaben für die Polizei von 16 Mill. 28 auf 44 Mill R$. Hinzu kamen noch 6 Mill. R$ tür "Spezialdienste"
Eine schwere Belastung für die Wirtschaft stellte die Einziehung aller voll tauglichen Männer zwischen 20 und 38 zum Wehrdienst dar. Der akute Mangel an qualifizierter Arbeitskraft infolge der industriellen Expansion wurde durch den sprunghaften Anstieg der Auswanderungswelle noch verschärft. Hinzu kommt daß ein bedeutender reil der Bevölkerung aus dem Produktionsprozeß herausgenommen und zum Dienst in den eingezogen worden ist. Dabei sind von 270.000 Weißen in Rhodesien nur 80.000 Männer über das Schulalter hinaus und davon wieder ist nur knaple Guerilla gefallenen Sol- die Halfte tauglich. Die Anzahl der im Kampf gegen daten hat beträchtlich zugenommen; laut einer zynischwarzen zu geteten Weisen angibt, ist dietere ten schen Statistik, die das Verhältnis 10:1 auf 7:1 gefallen.
Das internationale Kapital braucht dringend eine Regelung für das Zimbabwe-Problem. Gegenwärtig sind seine Möglichkeiten, aus dem Land Profite herauszuholen, emsthaft beeinträchtigt und es drängt danach, daß wieder stabile (kapitalistische) Verhältnisse zurückkehren. Unternehmen wie Lonrho, deren Interessen vom Bergbau, Immo bilien, Industrie bis zur Öl-Pipeline von Beira nach Feruka reichen, haben am nachhaltigsten die Forderung nach einer "Regelung" erhoben. Zu diesem Zweck haben ie auch lange Zeit Nkomo unterstützt einschließlich Der unmittelbare Nutzen einer solchen Regelung sollteein sicheres Klima für Kapitalinvestitionen, die Senkung der Verteidigungs- und Waffenausgaben, die Rückkehr qualifizierter Arbeitskraft in den Produktionsprozeß, die Öffnung der Öl-Pipeline aus Beira und der frèie Zugang zu den Rafen von Beira und Maputo und damit zum intemationalen Markt sein. In einem erweiterten die Bastion des Imperialismus, auf Südafrika, lockem. DIE FRONTSTAATEN
Auch die Frontstaaten Tansania, Botswana, Sambia, Mozambique und Angola gehörten zu den ersten, die eine Verfassungskonferenz (und ihre Einberufung durch Großbritannien, das zugleich den Vorsitz darin übemehmen
Babwe fege de der Grad hires aschaltals hingen davon ab, wie stark ein jeder von ihnen von einer solchen "Regelung" betroffen ist.
Sambia hat am härtesten unter den gegen Rhodesien verhängten Sanktionen und unter der Rhodesienkrise zu leiden gehabt, da es in den 60er Jahren 40% seiner Importe aus Rhodesien bezog. Die sambische Industrie hat für keine der wichtigeren Importwaren Ersatzgüter hergestellt; statt dessen hat das Land in großem Umfang teure Exportgüter aus Europa und Japan bezogen. Zweitens würde Sambia ei einer Regelung der Rhodesienfrage wieder die billige Seeroute über die Victoria Falls-Brücke nach Salisbur und Umtali für seinen Kupferexport nutzen können; seit der Stillegung der Benguela-Eisenbahnlinie (die durch gagola hindurchführt)ist Sambia gezwungen, Kupfer "ille- Tansam-Eisenbahnlinie nach Norden zu benutzen. wohl die Victoria Falls-Brücke, die Rhodesien mit Sambia verbindet, offiziell seit vier Jahren geschlossen ist, ein offenes Geheimnis, daß bis zu 18 . 000 Tonnen Waren aus Zaire jede Woche auf diesem Weg über Sambia, Rhodesien und Botswana in die südafrikanischen Hafen gelandie Straße Rhodesien -Beira. Deshalb hat sich Sambias Aber die Tansam-Eisenbahnlinie ist viel teurer als Staatspräsident Kaunda als einer der ersten für "friedliche "Verhandlungen stark gemacht und bei Störangriffen auf die kämpfenden Nationalisten Zimbabwes seine Fin ger mit im Spiel gehabt.
Tansania ist weit genug von Zimbabwe entfemt, daß Nyerere eine relativ radikale Haltung einnehmen und gleichzeitig auf eine Verhandlungslösung drängen kann. Einerseits fürchtet Nyerere, daß die Entwicklung in Zimbabwe eine radikalisierende Wirkung auf die eigene Basis haben kann: da aber der "afrikanische Sozialismus" bisher für das tansanische Volk keine greifbaren Früchte hervorgebracht hat, gibt er andererseits seiner Außenpolitik wei- terhin einen "fortschrittlichen" Anstrich, un somit eine gewisse Glaubwürdigkeit zu erlangen.
Botswana hat ein handfestes Interesse an der Nutzung der 400-Meilen langen Eisenbahnlinie von Rhodesien nach Südafrika. Eine Regelung des Zimbabwe-Problems würde Botswana auch den Zugang nach Beira eröffnen und damit seine Abhängigkeit von den südafrikanischen Häfen verringem. Daher sein Wunsch nach einer raschen und "friedfi chen " Lösung.
Angola steht unter dem Druck einer sozialen Basis, unfán gst noch im bewaffneten Kampf stand. Anfänglich hatte Agostinho Neto die Verfassungskon ferenz mit Großbritannien begrüßt. Seit seinem triumphalen Einzug in Moskau iedoch hat sich die Linie des Kremls etwas geändert: er übt zwar keine konkrete Kritik an der Politik Großbritanniens und der Fronts taaten, aber seine Haltung ist "radikaler" isque vom 14 Betober 1916 eineren Neto und ehe Sowjetbürokraten: "Der Imperialismus und seine Handlanger in Afrika gewähren dem rassistischen Regime alles und suchen fieberhaft nach Mitteln und Wegen, ihre Existenz Rhodesis zu verlänger...". Das Kommunique erhob auch Einspruct regen "die Einmischung reaktionärer Kräfte im südlicher (frika". Mit keinem Wort wurde darauf verwiesen, wei diese "Handlanger" und "reaktionären Kräfte" seien. Die Wiedereröffnung der Eisenbahnlinien und des Zugangs zu den Häfen nach Mozambique würde die Wirtschaft dieses Landes natilrlich wieder in Aufschwung bringen, Zudem schafit die Anwesenheit von Guerilla-Kräften aus Zimbabwe in Mozambique eine Situation emster wirtschaltlicher und politischer Spannungen. Das Regime Samora Machels hat daher ein Interesse an einer raschen Lösung der Zimbabwe-Frage. Die Zustimmung der Frelimo zu einer Verfassungskonferenz mit Großbritannien und ihre ständige Einmischung in die Angelegenheiten der ZIPA-Kämpfer aus Zimbabwe verraten das Interesse dieses Regimes am Kissingei/Callaghan-Plan.
Dennoch muß man sagen, daß die Unterstützung. Mozambiques für die ZIPA die Wirksamkeit der Aktivitäten der Guerilla und der Kämpfe im Innern Zimbabwes entscheidend verbessert hat. Mozambique ist auch der Wucht der gemeinen Greueltaten der eindringenden rhodesischen Truppen ausgesetzt. Diese kommen einer offenen Erklärung des Smith-Regimes (und indirekt des Imperialismus, da er diese Aktionen nicht verurteilt hat) gleich, daß es gewillt ist, die Freiheitskämpfer zu vernichten, nicht nur in Zimbabwe, sonder im ganzen südlichen Afrika. Auf den Angriff der rhodesischen Truppen kann es nur eine Antwort geben: die Vorbereitung eines entscheidenden Gegenschlags gegen das Smith-Regime und seine Unterstützer.
4. November 1976 ANHANG :