CEYLON : STREIK TROTZ AUSNAHMEZUSTAND!
*+++++++++++++++++++++++++++++++++++++ +++ Die Erdölraffinerie von Sapugaskande, die einzige von Ceylon, wird seit dem 31. August von den Operatoren bestreikt. Es handelt sich um einen Solidaritätsstreik mit dem Gewerkschaftsführer der Raffinerieoperatoren, der am 22. April beurlaubt und am 9. Juli fristlos entlassen wurde, weil er in der März-Ausgabe seiner Gewerkschaftszeitung "Flare" geschrieben hatte: "Der Ausnahmezustand und die damit verbundenen Anordnungen werden die Beziehungen zwischen den Unternehmern und den Arbeitern weiter verschlechtern." In einem Protestschreiben an Regierung und Parlament schrieb Bala Tampoe als Sekretär der CMU, einer der wichtigsten Gewerkschaften der Insel, unter anderem: "Die Entlassung ist nicht nur völlig ungerechtfertigt; sie ist eine Repressalie gegen eine völlig legale Meinungsäußerung. Das Exekutivkomitee unserer Gewerkschaft ist der Meinung, daß der Streik sofort durch Verhandlungen mit der Gewerkschaft der Raffinerieoperatoren beendet werden muß, und daß jeglicher Versuch, den Streik zu brechen, indem man raffiniertes Erdöl importiert oder versucht, Operatoren aus dem Ausland als Streikbrecher in die Raffinerie zu bringen, nicht zu vertreten wäre und den Interessen der Arbeiterklasse und dem übrigen Volk direkt zuwiderlaufen würde, da diese die Kosten für diese Bemühungen, den Streik zu brechen, tragen müßten." Es ist dies der erste Streik, der unter dem Ausnahmezustand und unter seiner Verletzung stattfindet. Die Produktion der Raffinerie ist völlig eingestellt worden. Eine direkte Folge des Streiks ist, daß alle Techniker, Angestellte und Arbeiter der Raffinerie, die nicht in Streik sind und die in den anderen Gewerkschaften, die von den Koalitionsparteien an der Regierung kontroldrei liert werden, aus diesen Gewerkschaften ausgetreten und der CMU beigetreten sind, damit sie von ihren Führern nicht als Streikbrecher benutzt werden können! Die Tageszeitung "Sun" meldete Mitte September: "Eine Mannschaft erstklassiger -ngenieure sollen von Ägypten hergeflogen werden, um die Raffinerie der Ceylon Petroleum Corporation in Gang zu bringen. Das ist die Antwort auf eine entsprechende Bitte Frau Bandaranaikes an Präsident Sadat von letzter Woche. Vier ägyptische Ingenieure sind schon angekommen, um den Bedarf an Personal festzustellen." Auch die Shell Company, die ihre Niederlassung in Ceylon aufgegeben hat, "hat angeboten, aus dem Ausland Techniker herbeizuschaffen". Die CMU appelliert an die Solidarität aller Organisationen der Raffineriearbeiter, keine Streikbrecher zur Verfügung zu stellen!