Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Mao Tsetung und die chinesische Revolution

· Inprekorr Nr. 67, 14. Oktober 1976 · S. 20-21 · 732 Wörter

China

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zu stiften"? Erstens, weil die dritte chinesische Revolution Kräfte politisch zusammenzufassen und zu zentralisieren. Hohen, war der Rest der Bourgeoisie nicht fähig, seine Nachdem die Armee der Kuomintang zerschlagen, die Kuomintang-Partei zusammengebrochen und der Staatspotsde stumment, de der est der Bourgeoi- politische struktur mehr, sie noch seine Herrschaft über die chinesischen Massen hätte ausüben können. Zweitens hatte die dritte chinesische Revolution die Imperialisten in China geschlagen. Das war für die noch übrigbleibende Bourgeoisie ein entscheidender Schlag. Die Politik der "Eindämmung die der Weltimperialismus später verfolgt hat, hat diese Bourgeoisie noch zusätzlich geschwächt thre Beziehungen zum intemationalen Kapital und zum Weltmarkt abgebrochen wurden. Drittens hatte die Bourrefoste ihre soziale Basis auf dem Land durch die Land- die Schaffung von Genossenschaften und die Kollektivierung wirtschaftlich verloren. Die direkte und nergische Intervention der neuen Regierung in das Bankund Finanzwesen, in den Außenhande in lie Beziehun gen zwischen Kapital und Arbeit, in die Beziehungen zwischen Produktion und Markt und zwischen Markt und Geldwesen brachte die Bourgeoisie in eine völlig hilflose und passive Situation, Die politische Ohnmacht und Lähmung der Bourgeoisie war schließlich nichts anderes als die Widerspiegelung ihrer sozialen und ökonomischen Schwäche.

Stellte die Generallinie der sozialistischen Transformation, wie sie die KPCh 1952 formulierte, eine Wende in der Politik der Partei von der Theorie der Revolution in Etappen hin zur Theorie der permanenten Revolution dar? Was die praktische Entwicklung betrifft, war die neue "Generallinie" nur eine Fortsetzung der vorherigen Politik. Nach der Errichtung ihrer entarteten Form der proletarischen Diktatur hatte die KPCh das Eigentum der "Kompra dorbourgeoisie beschlagnahmt, I.h. 80% des fixen Kapitals der Industrie- und Transportuntemehmen. Sie hatte mit einer Politik tester Produktionsleistungen begonnen. In einem anderen Zusammennang natte sie erste Formen der gemischten, staatlich-privaten Unternehmensleitung schon 1949 praktiziert. Ergebnis all dieser Maßnah nen war, daß das Brutto-Produkt der Privatindustrie 1949 auf 55% des gesamten Brutto-Industrieprodukts anstieg aber dieser Anteil fiel 1951 aut 28,7%. In diesen Jahren rab es mehrere Kampagnen gegen die wirtschartliche, kommerzielle. finanzielle und soziale Macht der Bourso die Kampagne der "drei Anti und Dadurch wurde der Prozeß der Verstaatlichung der Industrie beschleunigt Das war der fintergrun c vor dem die KPCh ihre Generallinie ausarbeitete und den ersten Fünfjahresplan vorbereitete, der aktiv den Prozeß der Vergesellschaftung einleitete. 1961 kommentierte Mao den Charakter der Ubergangsperiode folgendermaßen: "Wenn wir meinen, daß nach der Befreiung des ganzen Landes die Revolution in ihrer Anfangsphase hauptsächlich eine bürgerlich-demokratische war und sich erst später zu einer sozialistischen ent-

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wickelt hat, dann ist das nicht richtig. " Der empirische Mao erkannte die Form der sozialistischen Umwandlung. 1956 schrieb er: "Was die ununterbrochene Revolution an- Landreform begannen wir mit der Bildung agrarischer Genossenschaften. Darauf folgte die sozialistische Umgestalung des privaten Handels, die drei großen sozialistischen Jmwälzungen, die sozialistische Revolution bei den Produktionsmitteln und in der Eigentumsordnung. Dieser Prozeß war 1956 abgeschlossen. Im letzten Jahr kam dann die sozialistische Revolution auf der politischen und ideologischen Front.

Aber Mao war unfähig, diese Transformation in marxistischen Begriffen theoretisch zu erfassen. Die ununterbrochene Revolution stellte sich für ihn nur als Form und Reinentolge der Transformation dar, die im Lauf der dritten chinesischen Revolution stattgefunden hat. Welche Mecha nismes aber liegen dieser Form und dieser Reihenfolge zugrunde, und ist die Transformation selbst durch geschichtliche Notwendigkeit bedingt? Wenn ja, welche politi schen und strategischen Schlußfolgerungen muß die Kommunistische Partei dann für diese Periode daraus ziehen › Was ist grundsätzlich falsch an der Theorie der Neuen Demokratie? Das sind die wichtigsten Fragen, die die dritte chinesische Revolution aufgeworfen hat; Mao hat deren Bedeutung nicht erkannt. Seine Konzeption der ununterbrochenen Revolution blieb somit empirisch und erreichte nie das Niveau einer marxistischen Theorie. wird fortgesetzt Haben Sie schon ihr Abo VERLÄNGERT

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