Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Sambia

Schluss mit dem Ausnahmezustand

· Inprekorr Nr. 52, 26. Februar 1976 · S. 23-25 · 894 Wörter

Afrika Jugend und Studenten

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I. NKOLE

Wissenschaften an der Universität Sambia, von der Polizei aus seiner Wohnung auf dem Campus ge- :errt und verhaftet. Keine Gründe wurden dafür geohne Verurteilung die Haftzeit so lange auszudehnen, währenddessen eine "Untersuchung" geführt wird und festgestellt wird, ob ein Verlängerungsbefehl erfolgt oder nicht. Die Frau von Cliffe, Doris, hat dem sunda 1. Fe- Times von Sambia in dessen Ausgabe vom bruar gegenüber erklärt, daß das Haus nach "Literatur über Angola" durchsucht worden war. Nach den Ereignissen der letzten Woche waren solche Verhaftungen wahrscheinlich. Am letzten Sonntag, dem 25. Januar, sprach Präsident Kaunda zu demonstrierenden Schülern von Lusaka ihre Unterstützung die auf seine Residenz zumarschiert waren, um sonesen anda entene der eine breite - von Sambias Position daß eine breite Kam- ›agne im Gang war um "den Kurs unserer Revoution zu andern Ihre Anführer wollen die Revolution stürzen. Ich kenne die Großmächte, die sich hinter dieser Kampagne verbergen, wir werden sie bald denunzieren er sagte auch, daß "Konterrevolutionăre eine große Zahl von Institutionen und Betrieben infiltriert hatten, um Unruhe zu schaffen". Am selben Tag sagte Frank Chitambala, Mitglied des Zentralkomitees der Regierungspartei, der Vereinigten Nationalen Unabhängigkeitspartei (United National Independence Party UNIP), vor einer ähnlichen Demonstration in Ndola, daß "einige falsch geleitete marxistische Professoren" an der Universität Sambia die Studenten dazu anstachelten, sich der Haltung der Regierung zu Angola zu widersetzen. In seiner Rede machte er auch die erste Andeutung an die Demonstration auf dem Campus der Kaunda Universität am 15. Januar, die in den sambischen

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SAMBIA

Massenmedien bisher erschienen ist. Die Studenten Wach die Been hungen des fundes eines sein einen hatten den Campus einen ganzen Tag lang besetzt und forderten das Ende der neutralistischen Haltung Teils der afrikanischen Bevölkerung in Rhodesien, Sambias zu Angola und die vollständige Unterstützung Nkomo, unterstützt, die darauf hinauslaufen, mit ous von der Polizei umstellt und der Verkehr auf - der MPLA. An diesem Tag wurde der Smith zu einer verfassungsmäßigen Vereinbarung zu kommen, von der undenkbar ist, daß sie der der Great East Road, die gerade vor der Universi- zentralen nationalistischen Forderung Rechnung tät verläuft, wurde umgeleitet, damit die Verkehrs- trägt: "ein Mann, eine Stimme". teilnehmer nicht die Plakate an den Toren bemerkten, die zur Solidaritat mit der MPLA aufriefen. Gegenüber Angola hat die sambische Regierung systematisch eine Politik betrieben, die das süd- Am Mittwoch, dem 28. Januar, rief Kaunda dann afrikanische Engagement in Angola und die Hilfe im Radio und Femsehen den "totalen Ausnahme- der USA an Zaire zuerst verschwieg und jetzt rezustand" aus, der unmittelbar in Kraft trete. Da lativiert. Dagegen wird die Unterstützung der MPLA das Land seit der einseitigen Unabhängigkeitser- durch die Sowjetunion und durch Kuba immer stär- Klärung Rhodesiens 1965 unter einem 'partiellen" ker angegriffen.

Asunahmezustand lebt, war es schwer, die legalen Folgen der veränderten Situation zu ermessen. Cliffe ist nicht das erste Opfer der Säuberungen, Aber die vollständige Aufhebung des 3. Teils der die Ausländer in Sambia tretten (s, dazu insbeson- Verfassung setzt in der Tat die Bürgerrechte außer dere den Artikel von Tony Hodges in "Interconti- Kraft und einzudringen, nach jeder personze Tal den alle in alle Häuser nental Press" vom 12. Januar 1976 über die Haltung Sambias gegenüber den Betreiungskamptem, die Zirkulation von Literatur zu untersagen, usw. sich jedem Kompromiß widersetzen). falls darauf hingewiesen, daß zwei Korresponden- Die Erklärung war wiederum indirekt an die Uni- ten der britischen Presse, des "Daily Telegraph" versität gerichtet: "Es gibt Saboteure und subversi - und der "Financial Times" am Vorabend in Lusave Elemente unter uns, die Zwietracht säen. Es ka unter Berufung auf den Ausnahmezustand versind Ausländer oder Sambier, die entweder außer- haftet worden waren.

halb oder in Zusammenarbeit mit infiltrierten Institutionen arbeiten... einige unserer Erziehungs- Es ist eine bittere Ironie, daß Cliffe --wie die institute sind infiltriert. Studentische Gruppen englischen Genossen sehr wohl wissen-- sich in agieren wie ein Orchester zusammen mit einem den letzten 15 Jahren für die Befreiung Afrikas vom unsichtbaren Führer, der von einer sozialimperia- kolonialen Joch eingesetzt hat und ein Führer des listischen Macht bezahlt ist" (wie zufällig ist dies Komitees für die Befreiung von Angola, Mozamdaß Kaunda die Sowjetunion so cha- bique und Guinea war. Die Dringlichkeit einer rakterisiert; dies Wort gehört seit kurzem zum massiven intemationalen Kampagne für die Befreiung Grundbestand des Vokabulars von Holden Roberto aller politischen Gefangenen in Sambia wird noch und Mobutu, dem Präsidenten von Zaire). durch die düsteren Implikationen unterstrichen, \ İMPERiALiSM ELP

ANGOLAN

Obwohl sich die Rede gleichzeitig gegen zahlrei- sind der Rede Kar edes in teufische renviten • wenn ihr euch in teuflische Aktivitäten che Wirtschaftsdelikte wandte, darunter die Hortung von seltenen Waren zu Lasten der Konsumenten, die Sambier verderbt und war klar, daß Kaunda sein Gift gegen den kleinen Teil der Bevölkerung verspritzte, ler seiner Gegnerschaft gegen die gesamte Entspannungspoltik Sam- los um euch kümmern werde. Die Deportation wird bias gegenüber Süd-Afrika in den letzten beiden nur ein Teil der entschlossenen Aktion sein... Jahren offenen Ausdruck verliehen hatte. Diese hatte zu einer immer offeneren Zusammenarbeit mit dem Apartheid-Regime in Süd-Afrika geführt, SCHLUß MIT DEM AUSNAHMEZUSTAND IN SAMBIA ! sowohl in wirtschaltlicher als auch in politischer Hinsicht. Diese Linie hat sich deutlich in der Hal- FREIHEIT FÜR LIONEL CLIFFE UND ALLE POLITIzung gegenüber den Kampten in Rhodesien und in SCHEN GEFANGENEN !

Angola gezeigt 1. Februar 1976

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COLUMBIEN