Die bonapartistischen Regimes von Laureano Gomez und Rojas Pinilla von 1950 bis 1957 haben den ausländischen Industriein vestitionen den Weg geebner. da sie ihnen hervorragende Bedingungen bereitgestellt haben. Dies geschah vor allem dank der staatlichen Gewerkschaften UTC (Union de Trabajadores de Colombia - Union der Arbeiter Kolumbiens) und CTC (Confederacion de Trabajadores de Colombia - Konföderation der Arbeiter Kolumbiens), die darauf abzielten, das Lohnniveau extrem niedrig zu halten.
Unter diesen Bedingungen sanken die Produktionskosten in der Industrie. um eine größere Konkurrenzfahigkeit auf dem ausländischen Markt zu ermöglichen. Diese Situation begünstigte nicht nur die ausländischen Industriekapitalisten, sondern auch die kolumbischen Textilindustriellen, die Kapitalisten in der Nahrungsmittelproduktion, der Produktion von kohlesäurehaltigen Getränken, Bier und Kleidung. Ausländisches Kapital drang vor allem in die Sektoren Chemie. a. Phanie gesame Produkte, Papier und Plastik, Zwischenindustrie. In diesem Sektor hat sich die größte Produktionskapazität der ganzen industrie conzentriert: kolumbisches und ausländisches Ka- CARLOS RODRIGUEZ pitalsindmiteinander verflochten.
Doch standen die bonapartistischen Regimes im Jahrzehnt 1950-60 vor allem im Zeichen des Aufschwungs der Kaffeeproduktion, was ihnen die Unterstützung der Bergbauern sicherte. Durch den Kaffeexport konnten Devisen renortet werden. die fie Kassen einer mächtigen Finanzboungeoisie füllte und die Bedürfnisse der kleinen und mittleren Industrie zufriedenstellte.
Das Grundproblem der kolumbischen Bourgecisie war die Agrarfrage. Ihre Rückständigkeit und die Bedeutung agrarischer Produkte und der agrarischen Produktion überhaupt in der Entwicklung einer neokolonialen kapitalistischen Wirtschaft gefährden die Entscheidungen der Bourgeoisie sowohl in ihrem inneren Herrschaftsbereich, als auch in ihren Beziehungen zum Imperialismus. Das liberale Finanzkapital, das vor allem an ausiandische Kapitalanleger gebunden ist, dem es als Transmissionsriemen dient auf der Suche nach verfügbarem nationalen Kapital, konnte seine Beziehungen zur Landwirtschalt nicht aufgeben. In den 50er Jahren duldeten liberale Grundbesitzer stillschweigend die liberale
KOLUMBIEN
Guerilla der östlichen Ebenen, von Tolima und dem Cauca-Tal, zumindest solange diese nicht die Eiliberale Bourgeoisie Verhandlungsbedingungen durchsetzen, die den Sturz des Rojas-Regimes und die Errichtung einer Nationalen Front einschlossen, in der sich zwei Parteien in der Besetzung des Prăsidentenamtes abwechselten und die Regierungs- 74 einen konservativen; 1974 schließlich wieder einen liberalen.
Das Abkommen wurde auf der Basis der Interessen der Finanzbourgeoisie geschl ossen, die durch den Aufschwung im Kaffeexport die Konservativen und Intensivwirtschaft auf dem Land und die Viehzucht die Liberalen an sich band. Im ersten Sektor findet man die Bank von Bogota mit der Ospina-Familie an ihrer Spitze; im andern Sektor die Bank von Kolumbien mit der Familie Lopez. Auf politischer Ebene beinhaltete das Abkommen, daß die Liberalen die Guerilla-Gruppen fallen lie- Ben und die Konservativen in den Kaffeeanbaugezu gestalten. Aber die Agrarfrage litt nicht nur weiterhin an den traditionellen Mißständen, der Widerspruch zwischen der Landwirtschaft und der Industrie wuchs auch ständig. Im Lauf der 60er Jahre betrug die Wachstumsrate in der Landwirtschaft nur 3%0; der durchschnittliche Anteil der Investitionen in Maschinen und Ausrüstungsgüter ander gesamten Brutto-Investition in der ganzen Industrie betrug dagegen 33, 6% und das industrielle Wachstum hielt sich bei 6%.
Nach jüngsten Angaben wurden "in der kolumbischen Manufakturindustrie die größten Wachstumsraten in den Industrien erzielt, in denen die ausländischen Firmen vorherrschen, was darauf schließen läßt, daß der industrielle Expansionsprozeß von >JUD IHKATO DE DRIN ADOS
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AFAI das die Rückkehr zur reprasenengen System, das keine ander Wahl ließ als die zwischen Konservatismus oder Liberalismus und gleichzeitig zurückgriff auf die Stirkung der Repressionsorgane während der Rojas-Periode. Die kolumbi sche KP verstand nicht, was die liberale Bourgeoisie wirklich darstellte, sie stand verwirrt einer Situation gegenüber, die den Kämpfen der Arbeiter und Bauer Auftrieb hätte geben und soweit gehen können, thre politische Unabhängiglang ihr gerade, eine Fraktion der ländlichen Que- lang ihr gerade, eine Fraktion der ländlichen rillabewegung in den FARC (Revolutionäre Kolumbische Streitkräfte) für sich zu gewinnen. Die Arbeiterklasse, die aus diesem Industrialisierungsprozeß unter strenger Kontrolle hervorging. war Gefangene ihrer Unerfahrenheit, ihres Mangels an einer revolutionären Führung und der Fuhrung einer Bürokratie, die offen vom bürgerlichen Staat gekauft war, um die Radikalisierung der Arbeiter unter Kontrolle zu halten. Seit den Anfängen der Nationalen Front mit Lieras Camargo laben die Arbeiter einen Großteil der Errungenschaften verloren, die ihnen vomRegime Lopez Pumare jo zugestanden worden waren. Die Arbeierklasse nat Rechte verloren, die sie noch nicht einmal auszuüben begonnen hatte, so das unein• geschränkte Streikrecht und sogar das minimale Streikrecht, wie es im Bankensektor existierte Die Nationale Front wurde um drei Achsen herum aufgebaut: die Konsolidierung des Finanzkapitals, das den hegemonialen Sektor der kolumbianischen Bourgeoisie zusammenfaßte, die Entwicklung einer industriellen Basis für die Produktion von Zwischengütem in Zusammenarbeit mit dem imperialistischen Kapital (da dieses die Tendenz zeigte, sich mit dem Fertigungssektor in Lateinamerika zu verinden), und schließlich die Eindammung der Po larisierung der Landwirtschaft zwischen der Kaffee• produktion und der Produktion von Handelsgütern wie Baumwolle und Reis und andere profitträchtioe Erzeugnisse. Diese drei Achsen waren eng miteinander verbunden; von daner die Notwendigkeit, die staatliche Intervention in die Wirtschaft durch. entsprechende allgemeine Programme rationeller DEL GARA AF 4 TA TEXIGIMOS ME
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Arbeiter streiken für höhere Löhne einer Entnationalisierung der Industrie begleitet war. Im Zeitraum zwischen 1958 bis 1968 ist der Anteil der ausländischen Firmen im Brutto- Inlandsprodukt der Fertigungsindustrie gewachsen" (Gabriel Misas, "Grados de concentracion en la industria manufacturera"- DANE).
Trotzdem das nationale Kapital pro Betriebseinheit quantitativ vorherrscht, übertreffen die ausländischen Gesellschaften die nationalen Unternehmen in der Intensität des Kapitals. In der Zwischengüterindustrie gibt es einen allgemeinen Konzentrationsprozeß. Der Industriesektor, der sich am schnellsten entwickelt hat, ist der Bausektor gewesen --hier ist hauptsächlich das nationale Kapital konzentriert--: Investitionen in Maschinen und Ausrüstungsgüter machen hier 60% aus gegenüber 33,6% in der Gesamtindustrie. Untersucht man das Verhältnis zwischen dem Industrie - und dem Finanzsektor. fallen zwei Dinge ins Auge. Der Kapitalmarkt wickelte sich nicht um die Aktienbörse ab, welches den Mechanismus darstellt, durch den die Industrie die öffentliche Ersparnis auffängt, um sie in Investitionskapital zu verwandeln. Die Börsenkurse telen standig und die Industrie mußte zu Bankanleihen grei fen, um sich zu erhalten. Im Rahmen des Programms der Ersetzung der Importe und der Proteklion der Industrie setzte der Staat dennoch eine Obergrenze für den Zinssatz durch, der sich bei 24% jährlich hielt. Die Schwierigkeiten der Industrie, über den Aktienmarkt einen Kredit zu erhalten, wurden in den Finanzsektor verlagert, der eine Politik des billigen Kredits beibehalten mußte und sich daher in Bezug aut die Gewinnuns von Spareinlagen in einer Zwangssituation befand.
Durch eine Politik der Konsumsteigerung konnte die Industrie ein gewisses Niveau anStabilität beibehalten und selbst auf Kosten der Akkumulation von Finanzkapital ein Wachstum verzeichnen. Die niedrigen Zinssätze boten den Industriellen gute Möglichkeiten, den Kapitalanteil in ihren Betrieben zu steiger und damit auch die Produktivitat, ohne das Beschäftigtenniveau erhöhen zu müssen. Andererseits profitierten die Industriellen von der Inflation, da sie ihre Kredite nun mit entnanzkapitals gegenüber dem Industriekapital tendenziell abnahm, wobei jedoch zu berücksichtigen ist, daß letzteres weiterhin im Schatten des ersteren stand und ein Wechsel in der Finanzpolitik ausreichte, um die Waage endgültig zugunsten des Finanzkapitals zu neigen.
Der Staat seinerseits spielte klar die Rolle des Verteidigers der Industrie mittels der Arbeitsgesetzgebung, dem Lohnstopp, der Beibehaltung starre Zinssätze und der Subventionierung der Exportindustrie durch die Rückvergütung eines Teils der Steuern der Industrie. Sicher hatte das Finanzkapital mit den größten Vorteil von der Lohnpolitik des Staates, indem z. B. die Löhne im Bankensektor extrem niedrig POLITISCHE FOLGEN DER
NATIONALEN FRONT
In den Anfangen der Nationalen Front war die Liberale Partei die politisch am besten gerüstete. Sie vertrat die Grundbesitzer und das Finanzkapital, die in einem Block zusammengeschlossen wa- , und stützte sich auf einen großen Teil der städtischen Arbeiter, die von den konservativen Regimes hart getroffen wurden und mit ihren Unternehmern unzufrieden waren. Die Konservativen, Vertreter der vorherrschenden Sektoren der Wirtschaft (das mit der Industrie verbundene Finanzkapital), hatten die Bergbaiem aur ihrer seite, einen großen Teil, aber nicht die Mehrheit de Wählerschaft darstellen.
Die liberalen Regimes setzten in der Landwirtschaft eine Scheinreform durch, die vor allem die Grundbesitzer begünstigte; die Konservativen unterstützten sie , da sie die Interessen der Industrie nicht antastete und ein niederes Entwicklungsniveau auf dem Land beibehielt. Hinter der Agrarreform der Liberalen verbarg sich die Absich die den Kaffee auf dem Land eine Exportwirtschatt zu schatten, durch die Erzeugnisse der Grundbesitzer ersetzen sollte, die die Liberalen unterstützten. Grundelemente der Periode von 1966 bis 1970 sind die Förderung des Exports von Reis, Baumwolle und Sesam sowie der Anstoß zur Produktion von Fleisch tur den Verkauf; dies geschah unter der Regierung Lieras Restrepo.
Die Reform der staatlichen Strukturen 1968 hatte nicht nur eine relative stabilisierung der Beziehungen zwischen diesem und dem Privatsektor zum Ziel; damit sollten dem Staat auch durch ein erhöhtes Steueraufkommen politische und wirtschaftliche Quellen zur Verfügung gestellt werden. Durch die Schaffung eines Nationalen Sparfonds mit den Renten der Angestellten im Öffentlichen Dienst und den gescheiterten Versuch der Schaffung regionaler Investitionsfonds mit den Renten der Arbelter im Öffentlichen Dienst sollte ein Staat gert- schaffen werden, der in der Lage war, in die schaft zu intervenieren. So konnte der Liberalismus in Sektoren des mittleren Bauerntums und der städtischen Kleinbourgeoisie Fuß fassen; letztere fühlte sich durch die staatsinterventionistische" Politik ermutigt, die sie kurzsichtigerweise für eine Schwächung der kapitalistischen Sektoren hielt.
Während der Regierungszeit ihres repräsentativsten Vertreters, Misael Pastrana Borrero, schwenkten die Konservativen zu einer Politik des Protektionismus gegenüber der Grundindustrie um. Die Rückkehr zur Konzeption der "Operation Kolumbien" vollzog sich unter optimalen Bedingungen tür Investitionen im Bausektor, Die Familie Ospina, die auch Interessen auf dem städtischen Grundstücksmarkt verteidigt, verhalf der Bauindustrie zu einem bedeutenden Aufschwung: es wurden die durch die das tin akapital schizem Verminen machte zwischen Spareinlagen, deren Zinssätze in die Inflationsrate angeglichen wurden, und del Investition in den Wohnungsbau, deren Kosten die Verbraucher übemahmen.
DIE WELTKRISE
Der kolumbische Kapitalismus ist ständig in der Krise. Die Bilanz der Nationalen Front ist das, was in einer völlig abhängigen Gesellschaft erreicht werden kann, deren 'nationale" Bourgeoisie nicht selbständig handelt, sondern Hand in Hand mit dem Imperialismus geht. So sehr die "Patrizier" auch López Michelsen versuchen, den Massen eine anziehende Fassade zu präsentieren: diese können darauf nur angewidert reagieren.
Der Pro-Kopf-Export ist mit der niedrigste auf dem ganzen Kontinent, was der Bourgeoisie nicht gefällt; lie Löhne sind die niedrigsten auf dem Kontinent das gefällt den Arbeitem nicht. Die Industrialisierung. die die Grundlage für den Aufschwung onzen- Zwischengütersektors schaffte, hat Kapital triert, aber nur wenig Arbeitskräfte aufgesaugt, da die technischen Erneuerungen die Produktivität steigerten und Arbeitskräfte verringerten. Der Industrialisierungsplan erreichte sein Ziel nicht.
KOLUMBIEN
Trotz seines langsamen Wachstums bleibt der Agrarsektor an der Spitze des Exports; dazu die folgenden Zahlen:
Agrarexport in % des Kaffeexport in % Gesamtexports des Gesamtexports 1970 80.1 63.8 1971 76.5 56.5 1972 69.2 49.3 1973 64.4 48.5 (Quelle: Bank der Republik - ANIF-Berechnungen) In der Tat hat das Industriewachstum das in der Landwirtschaft nur relativ übertroffen, und absolut gesehen ist der Anteil des Agrarsektors im Brutto-inlandsprodukt zwischen 1950 und 1973 von 37,8% auf 26% Die Analyse zeigt auch, welche Auswirkungen die Stärkung des Zwischengütersektors aul die gehabt hat, da er trotz der hohen Produktivitätssteiverung keine Arbeitsplätze geschatten hat und er zudem eine große Menge an Rohstoffen und anderen Importgütern verbraucht. Andererseits schafft der Konsumgütersektor viele Arbeitsplätze (die organische Zusammensetzung des Kapitals in diesem Sektor ist viel niedriger) und verbraucht weniger Importguter.
Die Weltwirtschaftskrise, die die charakteristischer Merkmale der Rezession in den fortgeschrittenen kapıtalıstischen Ländern trägt, verschärft die Unreichheit im Außenhandel, in kommens aus dem Export von Rohstoffen und -• wegen der protektionistischen Politik der imperialistischen Länder-- zur Schließung von Außenmarkten, In dieser Situation hat sich die kolumbische Bourgeoisie zu folgenden Schritten entschlossen: 1) Die Abkehr vom Industrialisierungsplan für den Zwischengütersektor
Die Propaganda von Lopez Michelsen gründete sich darauf, daß die Statistiken negative Aspekte der Zwischengüterindustrie aufdeckten, die mit ihrer Schwierigkeit zusammenhingen, sich angesichts der Schließung der Außenmärkte weiterzuentwickeln: das war eine objektive Situation.
Aber Lopez Michelsen nutztedie Lage, um einen Fraktionskampf gegen die Industriebourgeoisie zu entfachen. Als erstes startete er eine Kampagne gegen die Fördereinrichtungen, die die Industrie schützten und schaltete einige von ihnen, so die Steuervergütungsregelungen aus; er erweiterte Basis für die Steuern der Industrie und startete auch eine ideologische Kampagne gegen die "Monopolisierung" der Industrie.
Es geht natürlich nicht um die Liquidierung der Industriebourgeoisie, sondern um ihre Unterwertung unter die Interessen der Finanztraktion. Die Regierung schützt die Industriellen in ihren Beziehungen zu den Lohnabhängigen, indem sie aut sozialem Gebiet eine eiserne Gesetzgebung aufrechterhält, die verschleierte Entlassungen erlaubt. 2) Die Bestimmung einer "realistischen " Politik für Industrie und Landwirtschaft Der soziale. wirtschaftliche und regionale Entwicklungsplan, der paradoxerweise den Titel trägt: "Die Bresche schließen" haft, unter dem verwand, dir allem auf die Landwirtschaft, Bende schar cas% des inlandsprodukts ausmacht, zur Sphäre der Bourgeoisie: daß die daß 80% des gesamten Exportwerts aus der Landwirtschaft undder Viehzucht kommen und daß aus diesem Sektor ebenfalls ca. 50% der in der Industrie benötigten Rohstoffe kommen ("Para cerrar la brecha" • Planeacion nacional, S,27).
Für den Agrarsektor geht der Plan davon aus von der frennung der Landwirtschatt in einen "traditionellen" Sektor, der die Mehrzahl der bäuerlichen Bevölkerung umfaßt, die in rückständigen und elenden Bedingungen lebt, und einen "modernen" Sektor, der die Produktion von Baumwolle, Sesam, Soja usw. besorgt. Der Plan unterstreicht die Notwendigkeit dem traditionellen Sektor Kredite und Markterleichterungen bereitzustellen und die Produktion für den Export stark anzukurbeln. Es geht also darum, zwei komplementäre Wirtschaftszweige auf dem Land zu schatten, von denen der eine Konsumgüter für den inneren, der andere Konsumgüter für den äußeren Markt produzieren würde. Der Plan soll von der Weltbank und ihren Agenturen finanziert werden; ca. 200 Mio. Dollar, um die Produktivitat der armen Bauern auf dem Land zu steigern und die technischen Mittel im Agrar- Exportsektor weiterzuentwickeln. Es versteht sich, daß die Weltbank, deren Direktor Mac Namara ist, an der Entwicklung solcher Plane in der ganzen unterentwickelten Welt sehr interessiert ist, zum Teil um wirklich eine ergänzende Grundlage für die Industrieproduktion der imperialistischen Länder zu schaffen, zum Teil um zu verhindern, daß die Bauernrevolte nicht eine "neues Vietnam" schafft, das den nord-amerikanischen Imperialismus so teuer zu stehen gekommen ist. Die Pläne für den traditionellen Sektor der Landwirtschaft werden von der DRI (Integrierte Agrarische Entwicklung) übernommen, die alle finanziellen, technischen und Ausbildungsmittel des Sektors der Agrarproduktion konzentriert, der für den inneren Konsum arbeitet; man versucht auch, die Bauem in Kooperativen und Gemeindeverbänden zu organisieren, die von der Regierung mit klaren Absichten geschaffen werden. Die Priorität des Plans liegt nur scheinbar auf der armen Bauernschaft: der wirtschaftliche Gewinn fließt in Wahrheit den Untemeh mer zu , die die für den Handel bestimmten Erzeugnisse kontrollieren und sich in einer besseren Position befinden, um die Vorteile abzuschöpfen, die sich nicht nur aus dem größeren Exporteinkomnen ergeben, sondern auch aus der Preissteigerung auf dem Innenmarkt - ein Resultat des staatlich garantier ten Monopols auf diese Erzeugnisse. Für die Industrie liegt das Schwergewicht auf der Kleinen und mittleren Industrie, der durch Kredite und staatliche Unterstiitzung bei technologischen Emeuerungen geholfen wird. Durch Kredit und Technik soll die Konsumgüter- und Nahrungsmittelindustrie entwickelt werden.
Daneben soll die monopolistische Industrie auf besondere Produktionssektoren orientiert werden wie Automobilproduktion, Petrochemie, Stahlproduktion. Das wird die Ungleichheit in der Industrie verschärfen: enorme Fabriken (die schon existieren) in den drei genannten Sektoren werden die dynamischsten Branchen vorantreiben und somit wird ein beschränkter Kreis den größten Teil der Proluktionskapazitäten kontrollieren: Nahrungsmittel -. Getränke - und Textilindustrie dagegen werden die Grundlage für die Entwicklung der kleinen und mitteleren Industrie sein.
3) Konzentration der Staatsmacht
Die Stärkung der Staatsmacht mittels der Exekutive ist eine kontinentale Strategie mit Besonderheiten in jedem Land, Im Rahmen der kolumbischen Nation stellen diese Besonderheiten ein Grundelement dar: die Stärkung der Finanzfraktion der Bourgeoisie. Innerhalb der Finanzfraktion gibt es Unterfraktionen: die erste entspricht den Interessen, die stark an das rivate nanonale Industriekapital gebunden sind -• ie hat eine Politik der niederen Zinssätze für Indu strielle beibehalten. Diese Fraktion hat auch die Schaffung der UPAC begrüßt als Verbindungsglied zwischen dem Sparaufkommen und den Investitionen im Bausektor. Im Finanzsektor herrschen gegenwärtig die Interessen vor, die für die Stärkung des Bankensystems in der gesamten Wirtschaft eintreten durch díe Schaffung von kurzfristigen Zertitikateinlagen zu "realistischen" (d. h. profitablen) Zinssätzen, deren Höchstgrenze nicht über die der UPAC hinausgehen kann, damit diese für das Spargeld genauso anziehend sind wie die von den Banken kontrollierten Konten, durch die Erhöhung der Zinssätze eben dieser Sparkonten und durch die Plazierungvon halbjährlichen Dringlichkeitsanle!hen und Entwicklungsbons. Die beiden letzten Anleihen gehen auts Konto der Regierung, die ander dagegen auf das der Banken.
Es ist kein Zufall, wenn die Finanzpolitik im Plan den ersten Platz einnimmt und die Bourgeoisie zu einer eindrucksvollen Übereinstimmung kommt, nicht nur im Bankensystem, sondern auch gegenüber den Plänen der Regierung.
Mit den genannten Kreditmechanismen will man die industrielle Entwicklung auf einem sehr hohen Niveau der Konzentration von Kapital und Technik, d.h. auf einem monopolistischen Niveau voranbringen. Einem sehr großen Teil der Sektoren der Zwischenindustrie werden die Kreditquellen gekürzt werden, und da es unmöglich ist, sich über die Aktienbörse Mittel zu verschaffen, werden sie zurückbleiben. LIBERALE POLITIK AN DER MACHT
Dies wirtschaftliche Panorama zeigt das Bild einer klaren Hegemonie der Liberalen, die auf der Grundlage der Interessen des Finanzkapitals in Verbindung mit den Agrarkapitalisten und der Großindustrie berunt. was den Konservativen bleibt, ist das Wählerpotential, das sie bisher in den Kaffeeanbauzonen an sich ziehen konnten; aber die Bauem in diesem Gebiet, die in die DRI integriert bleiben, drohen, sich den Liberalen zuzuwenden. Das liberale Projekt kann insgesamt so gekennzeichnet werden: etwas an die Landwirtschaft und die Industrie denken " "sehr viel" an die führende Rolle denken, die die Bankiers, Grundbesitzer und Großindustriellen in diesem Prozeß spielen müssen. Die Polarisierung der Industrie in genau voneinander abgegrenzte Teile ist in den Augen der Bourgeoisie das um die Wirkungen der Weltwirtschaftskrise aufzufangen und dem kritischen Prozeß einen festeren Rahmen zu verleihen. Teil der Neuorientierung der Bourgeoisie gegenüber der Krise sind die Appelle der Bank zur Kolumbianisierung" und das Beharren auf dem Andenkapital, das die ausländische Intervention einschränken soll.
dem Imperialismus entwickeln. Im ( dreht sich darum, den Sektor, der mit dem Imperialismus verhandeln kann, zu verkleinern aut Kosten der Massen und sogar einiger Sektoren der kann. Dieser Sektor ist der letzte, der in der Konservativen Partei bleibt; diese spaltet sich nun an der Frage, ob man das Industriekapital im <Wischengütersektor unterstützen soll, oder die Politik der liberalen Regierung. Das ist der Grund tur die Spaltung von 1. Emilio Valderrama von der konservativen Fortscrittsfraktion und die Differenzen, die innerhalb der Fraktion der Familie Ospina auftauchen.
Auf dem Land wird die Bauernschaft sich spalten in die Minifundistas, die in die DRI einbezogen sind und eine abwartende Haltung einnenmen und die Grundbesitzer und Viehzüchter, die die Maßnahmen der Regierung voll unterstützen. Selbst wenn diese sich irgendwann vom Liberalismus lösten, um die ANAPO zu unterstlitzen( was das Anschwellen dieser Bewegung in den ländlichen Gebieten mit intensiver Bewirtschaftung erklärt), so sind sie gegenwärtig doch Anhänger von Lopez Michelsen.
PERSPEKTIVEN
Der Plan der Fraktion um Lopez Michelsen würde zu einer "rationellen" kapitålistischen Expansion führen, wenn sich alle Faktoren der kapitalistischen Entwicklung im Land selbst befänden und die innere Entwicklung des Landes selbst widerspruchsfrei wäre. Eine der Grundlagen der kapitalistischen Entwicklung ist die Ungleichheit zwischen dem kapitalistischen Prozeß in den entwickelten Ländern und dem in den sog. unterentwickelten Ländern. zwischen der Landwirtschaft und der Industrie und zwischen den verschiedenen Sektoren der Industrie. Der Schwerpunkt, den die kolumbische Bourgeoisie auf die agrarische Subsistenzwirtschaft und auf die Produktion direkter industrieller Konsumgülter legt, bedeutet nur das Eingestandnis der Rückständigkeit und der tiefen Kluft, die zwischen Kolumbien und den fortgeschrittenen kapitalistischen Landern hegt. Das heist nicht, daß man zu einer halb-feudalen Konzeption der Entwicklung der kolumbischen Gesellschaft zurückkehrt. Der Kapitalismus wird sich auf dem Land und selbst in den Städten ausdehnen, aber er wird beschränkt sein durch die monopolistischen Interessen der Kapitalisten auf dem Land, der Großindustriellen und vor allem der Finanzriesen.
Die Arbeitslosigkeit in den Städten liegt bei den Männern schon über 12%, bei den Frauen über 19%. Massive Entlassungen fanden statt in der Industrie, bei den Banken und auch in der öffentlichen Verwaltung; sie dienen der Rationalisierung der wirtschaftlichen Aktivitäten. Man will die Arbeiter zwingen, zu einem niedrigeren Lohnniveau zurückzukehren, sowohl in der Konsumgüterindustrie, als auch in der agrarischen Subsistenzwirtschalt. Es ist klar, daß das ein typischer Mechnismus des Kapitalismus in der Krise ist: sie soll auf die Arbeiter abgewälzt werden. Der Staat schützt sich vor einem Finanzdefizit durch die Ausgabe von ungedeckter Währung: TIPAC und profitable Zinssätze Die Bank schützt sich vor de Die Industrie schützt sich vor der Rezession durch Preissteigerungen und massive Entlassungen. Die ganze Last der Inflation und der andern Auswirkungen der Krise liegt auf den Schultern der Arbeiter in den Stadten und auf dem Land.
ANTI
ZIONISMUS
UND
ANTI- SEMITISMUS
NATHAN WEINSTOCK 1) Wenige Resolutionen der UNO haben im Westen soviel Erregung hervorgerufen, wie die Resolution zum Zionismus am 11. November 1975. Es wäre zu einfach, darin nur das Ergebnis des Drucks einer pro-zionistischen Lobby auf die Massenmedien zu sehen, obwohl deren Einfluß nicht zu unterschätzen ist, besonders in den USA. Diese Entscheidung -oder beate breite Teile der Seenoticselt und beson - ist-- hat breite Teile der ders der Arbeiterbewegung. vor allem --aber nicht ausschließlich-- ihrer sozialdemokratischen Teile aufgerührt. Das bietet eine gute Gelegenheit, um die Haltung der westlichen öffentlichen Meinung" zur zionistischen Frage zu untersuchen. 2) Vorneweg sei gesagt, daß die Mehrheit der Bevölkerung im Westen die zionistische Frage mit der Juden frage zusammenwirft. Zunächst einmal, weil es eines Minimums an politischer Bildung bedart, um zu wissen, daß nicht alle Juden Zionisten sind, daß Israelis und "Israeliten" zwei verschiedene Dinge sind, und noch mehr, um den Prozeß der zionistische Kolonisation zu verstehen. Schließlich weil die israelische Propaganda und die Führer der jüdischen Gemeinschatten sich bemühen, der Idee, daß juden gleich Zionisten sind, Anerkennung zu verschatten und sie darin von einer arabischen Regierungspropaganda unterstützt werden, die rassistische Untertöne hat.
Nun ist seit dem Fall des III. Reichs der Rassismus als eingestandene Ideologie in Mißkredit gebracht und der Antisemitismus ist tabu. Diese "Immunidas dem der Erfolg der Kampagnen von Enoch Powell oder James Schwartzenbach zeigt zur Genüge, wie real die Gefahr ist, daß ausländische Arbeiter zur Zielscheibe einer faschistischen Kampagne werden. Das ändert nichts daran, daß die Juden gewissermaßen das schlechte Gewissen des Westens in der Frage des Rassismus darstellen. Manch einer mag sagen, daß er die Araber oder die Schwarzen "nicht ausstehen" kann, er würde nicht wagen, dasselbe von den Juden zu sagen. Zudem war der Kampf gegen den Anti-Semitismus oft Ausgangspunkt für die Entwicklung von anti-rassistischem Bewußtsein (die beiden anti-rassistischen Bewegungen in Frankreich Tradition. Die Diskreditierung des offenen Anti- Semitismus erklärt, warum nach 1967 die in Wirklichkeit anti-jüdische Säuberung in Polen im Namen des "Anti-Zionismus" durchgeführt wurde, Anti- Semitismus verbarg.
3) Das pro-israelische Vorurteil, das in der öffentlíchen Meinung des Westens und in den westlichen Massenmedien so wach ist, des an sich sehr blichen willens, den antifaschistiere in de ur des emotionale klima. gile noch andere Gründe für dies emotionale Klima. lehnung des Anti-Semitismus ist als antirassistische Haltung auch sehr nützlich und dient manchmal einem wahrhaften Rassismus als Alibi, insofern als
nach dem Zweiten Weltkrieg die Kolonialvölker und die Gastarbeiter viel eher Opfer des Rassismus waren, als die Juden.
Der "Philo-Semitismus" hat sogar als Rechtfertigung für den anti-arabischen Rassismus oder die koloniale Repression gedient, besonders während des Algerienkriegs. Dies erhellt einen weiteren Aspekt des Pro- Zionismus, mit dem die Massenmedien hausieren gehen: pr o-Israeli zu sein heißt, eine kolonialistisch angehaichte Bastion unterstützen, was sich ganz logisch aus kolonialistischen und euro-zentristischen Traditionen ergibt. Es beinhaltet auch eine emotionale Identifikation, die schließlich eine Entscheidung zugunsten des Imperialismus bedeutet und gegen die Unterdrückten (das wurde besonders deutlich, als die zionistischen Führer gewisse Kritiken am Vietnam-Krieg dämpften aus Furcht, die amerikanische Hilfe an Israel zu kompromittieren). Der Pro harmonieht mit liem de aesmus Sozialdemokra- 4) Die Bastion des Pro-Zionismus sind natürlich die organisierten jüdischen Gemeinden. In ihrer Struktur haben sie eine gewisse Anderung erfahren. Zuerst ist der polnische Judaismus, der mehrheitlich dem reformistischen, aber anti-zionistischen Bund anhing, durch die Nazis ausgerottet worden und der Bund mit ihm. In zwei anderen großen Zentren, den USA und der UdSSR, ist die jüdische Arbeiterbewegung ebenfalls verschwunden: die jüdischen Arbeiter haben ihre kollektive besonderheit eingebüßt und sind schrittweise in der Masse des Proletariats aufgegangen (in der UdSSR hat die stalinistische Repression diesen Prozeß "beschleunigt" durch die physische Liquidierung der jüdischen Arbeiterführer und die Unterdrückung ihrer Presse) In den wichtigsten kapitalistischen Staaten hat die jüdische Gemeinde gleichzeitig einen Prozeß des sozialen Aufschwungs durchgemacht, durch den die jüdischen Arbeiter rasch von der Klein-Bourgeoisie und die jüdische Klein-Bourgeoisie von der mittleden von Positionen der linken Mitte nach rechts. ber auch hier bedeutet die Orientierung auf Israel-lie durch die Auflösung der ildischen Arbeiterbe. wegungerleichtert wurde, welche Grundlage war für einen organisierten Antizionismus-- logischerweise die offene Unterstützung des Imperialismus. Bezeichnend dafür ist das Auftreten von halbfaschistischen jüdischen Grüppchen (so die Jewish Defense League - Liga der Verteidigung der Juden in den USA). Das spiegelt natürličh auch ebenso wie die Anhängerschaft an Frustrationen und Ängste des jüdischen Kleinbürger- die zionistische Ideologie, die tums wider.
5) Nun zur Frage die von der UNO-Resolution aufgeworfen wurde. Ist der Zionismus ein Rassismus? Es ist nicht richtig, die Frage so zu stellen. Der Zionismus ist eine späte expansive koloniale Bewegung, eine sogar anachronistische koloniale Beweder palastinenser zum Ziel hat, als ihre Ausbeutung. generis, die eher die Verschleppung Wie jede Art von Kolonialismus herrscht er durch das implizite Postulat. daß die Rechte des Siedlers die des Eingeborenen brechen. Wenn die zionistischen Führer sich auf "das historische Recht des jüeinfach ihre kolonialistische Praxis, die Errichtung dischen Volkes'berufen, rationalisieren sie ganz eines ausschließlich jüdischen Staates auf Kosten der Palästinenser. Anders gesagt: der Zionismus ist rassistisch, nicht weil die israelischen Machthaber offen eine Ideologie vertreten, die die Araber als Untermenschen abstempelt (aus offensichtlichen Grünfreiheit für alle), sondern weil feder Kolonialismus Freiheit für alle). eine rassistische Praxis voraussetzt. Es genügt, klar die Ereignisse in Israel zu analysieren um sich davor zu überzeugen, daß in diesem Sinn der Zionismus natürlich rassistisch ist. Wenn die Regierung davon spricht, die Regionen Galiläas, in denen díe palăvölkern oder ehrlicher davon, Galiläa zu sieren" ist das kein Rassismus? (Wer würde es wagen. die "Arianisierung" Schottlands oder Frieslands vor- Wenn Premierminister Golda Meir
Shrer eigenen Mitburger also!) ihr den Schlaf raubte ist das nicht eine rassistische Sprache (man stelle sich Franç ois Mitterand vor, der in dieser Weise von der Geburtenrate der algerischen Gastarbeiter spricht?). Man weiß, daß 90% des israelischen Bodens vom Jewish National Fund verwaltet werden, der aus Prinzip fordert, daß sich darauf einzig und allein Juden niederlassen, die alle auf dasselbe Solcher Beispiele könnte man viele aufzählen, hinauslaufen: das ganze zionistische Projekt besteht darin, einen rein jüdischen Staat auf arabischem Boden zu errichten.
6) Das ist es, was die Resolution der UNO-Vollversammlung im Grunde aussagt, von der im allgemeinen nur der letzte Satz zitiert wird. " ...erklärt, daß der Zionismus eine Form des Rassismus und der rassischen Diskriminierung ist" . Dabei wird aber vergessen, daß diese Schlußfolgerung vor allem durch den Bezug auf die Resolution der Regierungs- und Staatschefs der Organisation für Afrikanische Einheit gerechtfertigt wird, die im Juli 1975 in Kampala verabschiedet wurde. Diese Resolution erklärte, daß "das rassistische Regime im besetzer Palästina und die răssistischen Regimes in Zimbabwe und Süd-Afrika einen gemeinsamen imperialistischen Urspruns haben. la sie ein Ganzes bilden, dal sie dieselbe rassistische Struktur aufweisen und in ihrer Politik organisch miteinander verbunden sind Es ist verständlich, daß die zionistische Lobby sich eher darüber entrüstet, als rassistisch bezeichnet zu werden, als daß sie erklärt, worin Israel, besonders in seinen aktuellen de-facto-Grenzen, sich von Rhodesien unterscheidet...
Die UNO-Abstimmung erklärt sich nicht allein aus den "Petro-Dollars" wie manche sagen. Sie entspricht einer allmählichen Wandlung der UNO-Vollversammlung, in der die "Dritte Welt" mehrheitlich vertreten ist und der Imperialismus seine tomatische Mehrheit" verloren hat. Diese Staaten empfinden den westlichen Pro-Zionismus gereizt als logische Fortsetzung eines Kolonialismus, unter dem sie lange genug gelitten haben, der vom imperialistischen Westen gestem in Algerien, Angola und Mozambique und heute noch in Rhodesien, Sud-Afrika und Israel unterstützt wird.
Die Dritte Welt hat sich keine anti-jüdischen Massaker zu vergeben, sondern hat selbst unter demKolonialismus gelitten; sie versteht daher nur schwer, warum sich die westliche öffentliche Meinung hartnackig weigert anzuerkennen, was wirklich innerhalb der israelischen Grenzen passiert. In diesem Sinn ist die Resolution der Vollversammlung der logische Schlußpunkt der Konferenz von Bandung 1955, die Symbol des Erwachens der alten Kolonialvölker war. Schon damals war Israel aus dem Kreis ausgeschlossen, während die Palästinenser mit einem Beobachter vertreten waren. Und schon damals forderte die Konferenz das Selbstbestimmungsrecht für das palästinensische Volk.