SPAN I EN : WICHTIGER ERFOLG DER ARBEITERKLASSE +++++++++++++ + + + + + + ++++++++++++++++++++++++++++++++++++ ++++++ Mitte Mai fanden in Spanien die Delegiertenwahlen für die faschistischen ständestaatlichen "Gewerkschaften" statt, Gewerkschaften, die Arbeiter und Unternehmer vereinigen.
Der im Laufe der letzten 10 Jahre von ein en Oppositionsgruppen - vor al) : von der KP Spaniens - unternommene Versuch, innerhalb dieser Gewerkschaften zu arbeiten, zahlt sich mit einer harten Repressionsbilanz aus. Zwar konnte; Oppositionsruppen die "gesetzlichen Möglichkeiten" ausnutzen und sich sogar in den Räumen der faschistischen Gewerkschaften versammeln. Aber sie taten das unter der diskreten Kontrolle der faschistischen Polizei, die schließlich jedesmal in den ihr am günstigsten erscheinenden Momenten oppositionelle Arbeitergenossen verhaftete, nachdem die Linforderungen in legale Bel.nen gelenkt worden waren. So sind die mühsam aufgebauten Arbeiterzellen pe riodisch wieder zerschlagen worden.
Die meisten Gruppen links von der KP haben dieses Jahr zum Boykott der Gewer*• schaftswahlen aufgerufen, weil sie die Bilanz aus dieser Erfahrung zogen ura von dem innerhalb der Arbeiterklasse merklich geänderten Kräfteverhältnis zwischen reformistischen Strömungen und Avantgardegruppen profitierten. Dic spanische KP dagegen lint wie die offizielle Regierungspropaganda versucht, eine höchstmögliche Wahlbeteiligung zu sichern die KP, um oppositionelle Delegierte durchzubringen, die Regierung, um die offiziellen Kandidaten zu unterstützen.
Die uns zur Zeit bekannten Resultate zeigen eine bemerkenswerten Sieg des Boykotts, der eine Niederlage des Franquismus bedeutet und die wachsende Politisierung der spanischen Arbeiterklasse wiederspiegelt, die sich schon während der Streiks für die Verteidigung der baskischen politischen Häftlinge zeigte beim Prozeß von Burgos.
Für das Baskenland mußte selbst die franquistische Presse 50 %ige Wahlenthaltung eingestehen. Die Wirklichkeit sieht anders aus: In den Industrielag die Wahlenthaltung bei über 70 %, in den größten Werzentren wie Bilbao ken wie der Naval (Werften) sogar 80 %; sie betrug 80 % bei Altos Hornos, mehr als 80 % bei Firestone und General Electric, mei. als 95 % Edessa. In Madrid haben in den zwei wichtigsten Fabriken, bei Pegaso (Lastkraftwagen) beinahe die Hälfte der Arbeiter die Wahlen boykottiert, und Standard Electric, obwohl es sich um Hochburgen der KP handelt und der Druck der Regierung usserordentlich war.
In Katalonien überschritt die Wahlenthaltung 66 % und erreicht manchmal 70 % und mehr: bei Harry Walker 70 %, beim Werk Nr. 5 von Seat (Fiat) 100 %, ebenso bei der Telefonica, 90 % bei Indo, 80 % bei Faema.
In vielen Städten haben sich "Boykottkomitees" in den Betrieben gebildet. die die Verteter der meisten Gruppen links von der KP verin einer Ernheitsfront der "LIGA COMUNISTA REVOLUCIONARIA" (LCR, die frühere einigten. Die Genossen
Gruppe "Comunismo "), einer mit der IV. Internationale sympathisierende Grupe, haben an diesen Komite s mitgewirkt und die anderen linken Gruppen aufgerufen, während der Wahlen durch Straßendemonstrationen aufzumuntern, indem sie zeigen sollten, daß die Franquisten nicht mehr die Straße beherrschen. Obwohl mehrere Gruppen diesen Aufruf po itiv beantworteten, gingen nur die Genossen der LCR am 18. Mai auf die Straße. Der Erfolg ist um so bemerkenswerter. Sie konnten in Madrid eine Demonstration von 500, in Barcelona von 400, in Valencia von 200 und in Bilbao von 100 Personen organisieren. Es waren enthusiastische Demonstrationen mit roten Fahnen, die von Selbstverteidigungsgruppen geschützt wurden und alle Verhaftungen verhindern konnten. Das ist das erste Mal seit dem Sieg des Franquismus, daß es den Trotzkisten gelang, eine Demonstration in nationalem Maßstab in Spanien zu organisieren. den Bedingungen der Illegalität bedeutet eine Demonstration von mehr als 1000 Revolutionären ein bedeutender Erfolg für unsere Genossen der LCR.
IN PR E KORR 15.7.71 S. 16