Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Angola

Welcher Art von Unabhängigkeit entgegen?

· Inprekorr Nr. 32, 1. Mai 1975 · S. 11-19 · 5.281 Wörter

Afrika Portugal Gewerkschaften und Streiks Südafrika

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E.CAZALS- Sicher, seit letztem Juni wurde bereits ein langer Weg den Befreiungsbewegungen, der Unterzeichnung der zurückgelegt. Damals konnte Spinola noch tönen: Verträge von Alvor mit der portugiesischen Regierung "Wir werden alles dafür tun, daß in die portugiesi- und der Errichtung einer vierteiligen Übergangsregiedem haben die Mobilisierungen der Massen in Angola schen Überseegebiete wieder Frieden eintritt. Seit- rung (bestehend aus den Repräsentanten der drei nationalistischen Befreiungsbewegungen und Portugals), die und Mozambique seinen Plan einer neokolonialen damit beauftragt wurde, das Land bis zur für November Föderation hinweggefegt. 1975 vorgeschenen Unabhängigkeit zu verwalten.

Während der Prozess der "Entkolonialisierung" aufgrund Aber unabhängig von den "öffentlichen" Erklärungen der des großen Umfangs der auf dem Spiel stehenden impe- portugiesischen Führer über ihren "wirklichen Willer rialistischen Interessen, aufgrund der Spaltung zwischen was die Entkolonialisierung angeht" werden die Garanden verschiedenen nationalistischen Bewegungen und tien stärker, die es dem Imperialismus erlauben, seine aufgrund der Putschversuche der wei ßen Kolonisten Herrschaft über das südliche Afrika aufrechtzuerhalten. in Angola blockiert zu sein schien, wurde man dort Die Bedeutung der Kämpfe in Angola jedoch reicht weit rasch Zeuge einer spektakulären "Versöhnung" zwischen über die Grenzen dieses Landes allein hinaus. Und wenn

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ANGOLA der "Sozial-Realist" Soares wünscht, daß die Aufnahme von "freundschaftlichen und normalen Beziehungen zwischen Lissabon und Kinshasa" in Angriff genommen wird, "weil es eine zweitausend Kilometer lange gemeinsame Grenze zwischen Angola und Zaire gibt" bei zweifellos um die Verteidigung der allgemeinen so geht es da- Interessen des Imperialismus in dieser Region. Dies nennt gen fur die Durchsetzung des neokolialen Programms "sich die Hand reichen", um die besten Bedingunschaffen. Und die Außenpolitik der VR China, die auf der Basis der Theorie des "Kampfes gegen die beiden Supermächte" die Sowjetunion zu ihrem Hauptfeind macht und deswegen das dunkle Spiel von Mobutu unterstützt, indem sie Militärberater zur Ausbildung der FNLA (Nationale Befreiungsfront von Angola) schickt, trägt dazu ebenso bei wie die komplizenhafte Stummheit der Die "großen Manöver" des Imperialismus

Die kürzliche Beschleunigung des " Entkolonialisierungsprozesses" in Angola und Mozambique hat die Anderung der menschen Politik in der ganzen Region unterstrichen. So nimmt die kapitalistische Bastion Südafrika heute eine "wohlwollende" Haltung gegenüber den neuen "Nachbam" in Mozambique ein, während in Rhodesien Verhandlungen beginnen zwischen Ian Smith und den im Rahmen der ANC (African National Congress) vereinigten Nationalisten.

Wenn man den Kommentaren der bürgerlichen Presse glauben schenken würde, wäre demnach für das südliche Afrika die Stunde der "Entspannung" und des "Friedens" herangerückt. Und die neokolonialen afrikanischen Marionetten freuen sich, daß endlich der Diale tran be ersetzen wird, WeRde am deaniso nialen Frage" tischer vorgeht und das Interesse Südafrikas (und rak- Staatssekretär für"afrikanische Angelegenheiten" USA, die dort viel investiert haben!) hervorhebt, das darin bestünde "eine rasche und geordnete Operation zu ermutigen, um zu Regelungen in Rhodesien und Namibien zu gelangen".

Die Unmöglichkeit, die Bedingungen selbst der kapitalistischen Ausbeutung angesichts des Aufschwungs der Befreiungskämpfe zu verewigen, die Gefahren einer regionalen Ausweitung des Konfliktes, die fortschreitende Verschlimmerung der wirtschaftlichen und politischen Situation in Rhodesien, all dies übte in der Tat einen starken Druck aus, nach Lösungen zu suchen, die es erlauben würden einen politischen Stabilisicrungsprozess auf regionaler Ebene anzugehen mithille der Ablenkung und Kanalisierung der Massenkämpte der Afrikaner in das Bett des Neokolonialismus. Dies ist ein Ziel, das die neokolonialen afrikanischen Staaten voll unterstützen, denn sie sind gleichfalls daran interessiert, die revolutionäre Dynamik der Mobilisierung der Massen in der Region einzudämmen.

Die doppelte Bedeutung der politischen Neuorientieruns des Imperialismus im südlichen Afrika ist daher folgende die Dynamik der Kämpfe eindämmen und den Prozess der imperialistischen Ausbeutung reorganisieren durch die Absicherung eines Ubergangs zu einer neuen wirtschaftlichen und politischen Integration in der Region. Eine solche Umstrukturierung der wirtschaftlichen und politischen Physiognomie der Region birgt jedoch in sich schwerwiegende soziale Schlußfolgerungen und Widersprüche, die große soziale Konfrontationen voraussehen lassen.

In Angola wurde angesichts der Radikalisierung der Arbeiterkämpfe und angesichts der rassistischen Barbarei der weißen Kolonisten eine rasche Lösung notwendig. Unter der Oberaufsicht von Mobutu (Gendarm Numero 2 der Region) und mithilfe der portugiesischen Regierung wurde ein Annäherungsprozess zwischen Zaire und Angola (inklusive Cabinda und dessen Erdöl selbstverständlich) gefördert, in der Gestalt eines wirtschaftlichen und politischen Blockes (und vielleicht einer Föderation?), der zugleich Ausgangspunkt und Mittelsmann für eine zukünftige Wirtschaftsgemeinschatt in Zentralafrika werden könnte, was eine ausreichende politische wandlung der Regiee Von Podesien, Namhze und Um Namibia und ir geringerem Maße von Südafrika.

Wird Angola zu einer Neokolonie?

Obwohl dies oft durch die Analysen der portugiesischen Reformisten und durch die scheinheiligen Apologeten des "Entkolonialisierungsprozesses" verdunkelt wird, sind die strategische Position Angolas zwischen Zentralafrika und dem südlichen Afrika, die Bedeutung seiner wirtschaftlichen Reichtümer, sowie die massive Anwesenheit von imperialistischen Investitionen Schlüsselelemente, die eine neo-koloniale Lösung nahelegen. Denn trotz des Bestehens eines vorkapitalistischen landwirtschaftlichen Sektors und trotz der Anwesenheit bedeuten• Die Anwesenheit des Imperialismus reicht, zumindestens teilweise, zurück auf die Gewährung der ersten Konzessionen zur Ausbeutung von Minen durch die Portugiesen im 19. Jahrhundert, So konnte die englisch-südafrikanische DIAMANG-Company auf drei Vierteln des angolesischen Territoriums seit 1920 nach Diamanten schürfen. erst infolge der Auslösung des bewaffneten Kampfes durch die MPLA (Movimento Popular de Libertaçao de Angola) Bakensektor. Heute kaufen die USA, die der wichtigste Abnehmer und der drittwichtigste Lieferant für Angola sind, 54, 9% des Kaffees und 40, 9% des angolesischen Erdöls auf. Dies übt einen schweren Druck auf die wirtschaftliche und politische Zukunft des zukünftigen unabhängigen Staates aus, wie man das schon beobachten kann anhand der Tatsache, daß die Gulf Oil Corporation die reaktionären separatistischen Manöver der "Béfreiungsfront" von Cabinda (FLEC) unterstützt. Diese Gesellschaft, eine der mächtigsten US-Trusts, machte 1971 durch die Ausbeutung des Erdöls von Cabinda 70 Mio Dollar Gewinn. Eine Bagatelle, die jedoch eine emsthafte "Motivation" für die Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen US-Vorherrschaft darstellt! Die Gesamtheit der imperialistischen Länder sind somit ähnlich "interessiert" in dem einen oder anderen Sektor der angolesischen Wirtschaft, von den belgischen Diamantenschürfer bis zu den französischen und südafrikanischen Erdölinteressen (ELF-ERAP), ohne die englischen, westdeutschen und japanischen Interessen zu vergessen... Die Wirtschaftskarte von Angola stellt heute ein wahres Schachbrettmaster von verschiedenen imperialistischen Investitionen dar.

In diesem Wettlauf um die Profite behält das portugiesische Kapital noch einen bedeutenden Platz. Denn durch die Verbindung der ausländischen Kapitalien mit dem

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Finanzkapital gebildet, das in Symbiose steht mit den kolonialen Handelsmonopol hat sich ein portugiesisches imperialistischen Investitionen. Durch die "großen Familien" Melo (von der Compania Fabril -- CUF), Champalimaud, Espirito Santo, Borges und Irmão, deren Aktien kürzlich nationalisiert wurden, wurde die portugiesische Regierung zum "direkten Agenten" der imperialistischen Ausbeutung in Angola.

Darüberhinaus haben die numerische Größe des weißen Kolonats (600 000 im Jahre 1973) und die enorme Steigerung der aus den Kaffeeplantagen gezogenen Profite zum Entstehen einer lokalen manufakturiellen Kleinindustrie beigetragen, die auf die Befriedigung der Bedürfnisse des lokalen Marktes zugeschnitten ist und die aut ler Basis der Uberausbeutun , des angolesischen Proletariats die Akkumulationsbasis für diekoloniale Bourgeoisie darstellt.

Dieser Prozess hat zu einer sozialen Differenzierung innerhalb der Kolonialbourgeoisie selbst geführt, die doch de Angelpunkt und die solide Basis der herrschenden Klasse in Angola und die hauptsächliche Stütze für jedes reaktionäre Projekt dort ist.

--Es gibt eine Industrie- und Handelsgroßbourgeoisic, sowie Großgrundbesitzer (Besitzer von Leichtindustriebetrieben, Großhändler und Plantagenbesitzer...), die die zweitrangigen wirtschaftlichen Sektoren kontrollieren und sich um die Industrie- und Handelsvereinigung für Angola herum grippieren. Strikturell verbunden mit der portugiesischen Bourgeosie, verlugt sie uber eine schwache politische Autonomie und sie hat sich im ungen dem neokolonialen Projekt angeschlossen, mit der Perspektive, ihren Einflußbereich auszudehnen (Vergrößer" ung des Binnenmarktes durch die Integration der schwarzen Bevölkerung in diesen, sowie Investitionsprojekte un den benachbarten neokolonialen Ländern) und unterhalt enge Beziehungen zu Zaire und den rechten nationalistischen Bewegungen (FNLA und UNITA -- Nationale Befreiungsfront für Angola und Nationale Union für die vollständige Unabhängigkeit von Angola). Mobutu z. B. ist an die Kaffeeplantagenbesitzer herangetreten und hat ihnen gesicherte Profite in Zaire versprochen, wenn sie daür die FNLA unterstützen würden!

•-Es gibt eine mittlere Bourgeoisie, die mit der koloni• alen Verwaltung verbunden ist (höhere Kader und liberale Berufe).

--Es gibt eine Kleinbourgoeisie, bestehend aus Händlern und Verwaltungsbeamten. Besonders in dieser Schicht de "kleinen Weißen" finden sich die reaktionärsten Elemente, Mithilfe der portugiesischen Bourgeoisie und der rassistischen Regime von Südafrika und Rhodesien haben diese sozialen Kräfte eine gewisse Anzahl von reaktionären Organisationen aufgebaut.

Die FUA (Angolesische Einheitsfront) des Ingenieurs Fernando Falcao, Präsident der Industrie- und Handelsvereinigung von Lobito, der durch seine Nichtteilnahme gegen die Verhandlungen von Alvor protestierte. Die Christdemokratische Partei von Angola (CDPA), deren Führer Garcia Dongala in der FNLA und der Landes dient un per tin den streiks einen schas den" für die Arbeiter und die "nationale Wirtschaft" der in den Streiks einen "Schasieht!

Die "Widerstandsfront von Angola", eine paramilitarische Organisation der weißen Kolonisten, die von deren Führern selbst mit der OAS (Organisation de Parmée secrète -- eine reaktionäre Organisation der französischen Siedler in Algerien) verglichen wird. Die nicht vorhandene politische Autonomie und der daher rührende Opportunismus dieser Parteien zeigte sich darin, dai sie die verschiedenen, nacheinander von den Vertretern der portugiesischen Bourgeoisie zur Lösung des Kolonialproblems vorgetragenen Vorschläge einfach übernahmen. Nachdem sie zuerst die neokoloniale Föderation verteidigt hatten, vertraten sie später das Recht aut Selbstbestimmung, um schließlich heute ihre Unterstützung für die Unabhängigkeit im Sinne einer Annäherung an die FNLA und unter der Schutzherrschaft von Mobutu zu proklamieren. Sie zeigen damit, daß sie sich immer mehr in den Plan integriert haben , der darin besteht die Ubergangsregierung zu "destabilisieren" durch die Verstärkung der reaktionären Achse in Gestalt der rechten nationalistischen Bewegungen, in Gestalt Zaires und in Gestalt der reaktionären Kolonistenparteien.

Und diese Annäherung wird auf dem Gebiet der Kämpfe erreich durch die Auprangern den emering durch die Anwendung einer 'Strategie der Spannung" unseligen Angedenkens.

So hätte Angola beinahe seinen "Streik der Fuhrunternehmer" bekommen. Ende November kündigten die Lastwagenbesitzer an, daß sie"gegen die mangelnde Sicherheit auf den Straßen" in Streik treten wollten. Unzufrieden mit den ihnen zugestandenen Eskorten, forderten sie den Rücktritt von Rosa Coutinho (Chef der Regierungsjunta), den sie als "kommunisten" und "Roten Admiral" bezeichneten, während gleichzeitig die FNLA ihn als Pro-MPLA anprangert, Das Manöver war zu offensichtlich und der Streik fand wegen seiner Unbeliebtheit und weil die kleinen Fuhrunternehmer sich von ihm distanzierten nicht statt, aber der Imperialismus und seine Agenten stellen sich bereits auf "chilenische" Zustände ein. Vor dem Hintergrund des Bestehens solcher wirtschartlicher und sozialer Kräfte muß man die gefährlichen Illusionen der MPLA über die "Einheit der angolesischen Nation" und das kriminelle Schweigen der Reformisten über die Rolle, die die Kolonfalbourgeoisie in Angola spielt, analysieren. Das heißt auch, daß die über die Erlangung der angolesischen Nationalität keine einfache Formel ergibt, wenn man sic mit Klassenbegriffen angeht und daß es dringend notwendig ist, der wachsenden Mobilisierung der angolesischen Arbeiter eine Klar antikapitalistische Perspektive zu geben.

Die Bedeutung der Arbeiterkämpfe in Angola

In den letzten Jahren hat sich der Schwerpunkt der Massenkämpfe in Angola von den ländlischen Gebieten, wo der bewaffnete Kampf der MPLA stattfand und wo sich deren befreite Zonen bildeten, verlagert in die städtischen Zentren, wo die Arbeiter immer mehr ihre Kampfbereitschaft demonstrierten, besonders im Streik vom September 1973 in Luanda, Wähkonzentriertes und kämpferisches Proletariat direktes Produkt der kapitalistischen Ausbeutung -das ohne organische Verbindungen mit dem bewaffneten Kampf, aber stark vom Prestige der MPLA beeinflußt, auf die politische Bühne trat und das in seinen Kämpfen -- trotz der kolonialen Repression -wirtschaftliche Forderungen mit einem stark entwickelten antikolonialistischen Bewußtsein verband.

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Aber vor allem die quasi spontane Reaktion der arbeitenden Massen auf die von den weißen Kolonisten begangenen rassistischen Verbrechen wurden, angesicht der zögernden und ausweichenden Haltung der portugieischen Regierung zu diesem Problem, zu einem beleutenden Sieg für das angolesische Proletariat. It "Revoluçao Socialista", , Organ der revolutionär-marxistischen Militanten in Luanda, steht dazu: "Der hochentwickelte Kampf der arbeitenden Massen in den Vorstädten von Luanda, diedie Läden der Händler und Kaufleute anzündeten und diese vertrieben, als Reaktion auf die von den reaktionärsten Kräfte der Bourgeoisie durchgeführten Massakern, zwang die portugiesische Bourgeoisie (obwohl dieser Kampf wenig organisiert und emotional war, was darin zum Ausdruck kam, daß die geplünderten Waren nicht entsprechend auf die Bedürftigsten verteilt wurden), das Recht der Völker in den Kolonien auf Unabhängigkeit anzuerkennen. Und dies, obwohl die portugeisische Bourgeoisie anstrebte, auf der Basis eines Volksentscheids eine Föderation zu bilden, was ihr erlaubt hinter daderch dem den kolonia sins tozu bei..™ Den Reformisten, die die soziale Rolle der "kleinen Weißen" in Angola negieren und die sich darauf beschränken deren Rassismus anzuprangern, antworten vir, daß der Kampf der städtischen Massen gegen diejenigen, diein ihren Augen am direktesten die kapitalistische Ausbeutung symbolisieren (kleine Händler, Gelegenheitswucherer), die erste Stufe eines Klassenreflexes ist, und daß es von der Entstehung und Strukturierung einer revolutionären Avantgarde abhängen wird, ob diese "emotionalen" Reaktionen die Klippe des Rassismus überwinden und ihre volle antikapitalistische Bedeutung gewinnen können. Schon heute zeugen fortgeschrittene Erfahrungen der Selbstorganisation der Arbeiter, vermittelt über die Errichtung von Basiskomitees in den Stadtvierteln und in den Betrieben, von der Radikalisierung der Bewegung. So kündigte die Koordination dieser Basisorgane in Luanda -- zum Zeitpunkt als die Ubergangsregierung eingesetzt wurde -- eine "nationale Aktionswoche für die Volksmacht" an, Sie rief die "progressiven Studen tenorganisationen, die Arbeiterkommissionen und die Arbeitervereinigungen" auf, sich mit dieser Initiative zu solidarisieren und in Vollversammlungen in ihren Fabriken und Stadtvierteln über die Parole "Volksmacht' zu diskutieren. Heftig angeprangert von UNITA und FNLA, die in dieser "pseudo-Volksmacht" ein Hindemis sehen für die Aktion der Regierungskoalition, sowie den Keim "für das Auseinanderbrechen der angolesischen Nation", wurde diese Aktionswoche mit einer kämpferischen Volksversammlung von mehr als 100 000 Personen abgeschlossen (unter den Rufen "Poder Popular" -- Volksmacht!). Anschließend fand ein nationales Treffen der Basiskomitees statt. Somit ist über die Entwicklung einer sich abzeichnenden Doppelherrschaftssituation die Frage der Machtübernahme durch die Arbeiter als Lösung für die gegenwärtigen Kämpfe bereits angedeutet worden. Die MPLA jedoch, die unter den Arbeiter in den städtischen Zentren eine hegemoniale Stellung einnimmt, stützt ihre Politik im wesentlichen auf eine Politik von Spitzenübereinkünften, von "Dialogen" mit "allen Parteien" und sie setzt auf den Erfölg des "Demokratisierungsprozesses" in Portugal, was sie dazu führt, den Massenmobilisierungen lediglich die Rolle eines "Druckmittels zur Verbesserung des Kräfteverhältnisses innerhalb der Regierung zu ihren Gunsten" zuzugestehen. Angesichts des Umfangs der Mobilisierung und deren Dynamik ist die MPLA jedoch gezwungen, eine zweideutige Haltung einzunehmen. deiselbe Neto (Präsident der MPLA), der das Prinzip der "Volksmacht" in Benguela verteidigte und der in einer Volkskundgebung in Luanda die "Lakaien des Imperialismus" anprangerte, die verhindem wollen, daß das Volk "die Macht übernimmt", • innerhalb der Übergangsregierung die FNLA und die UNITA, indem er zu einem Zeitpunkt, wo die Provokationen der bewaffneten Banden der FNLA immer gewalttätiger werden, im Namen der "Einheit der angolesischen Nation" eine engere Zusammenarbeit mit diesen Kräften wünscht. In dieser Situation ist die politische Antwort der MPLA sehr ungenügend, Während sie sich "realistisch gibt, um damit den Ultras den Weg zu versperren, predigt sie die Allianz mit den demokratischen Sektoren (eine Allianz, die sie mit der MDA -- Demokratische Bewegung Angolas -- praktiziert) und weigert sich gleichzeitig, die Massen auf die unvermeidliche Konfrontation mit der Reakion vorzubereiten; dadurch deutet sie den Weg des Zurückflutens der Mobilisierung unter der Schläger der Konterrevolution an. Es genügt nicht, wenn man sich taktisch auf die "Volksmacht" beruft, will man den Weg zur Machtübernahme durch die arbeitenden Massen eröffnen, Zentrale antikapitalistische Perspektiven sind daher unbedingt notwendig, um ein Zurückfluten und eine lokalistische Zersplitterung der Kämpfe zu vermeiden. Umsomehr, als heute der durch das Abkommen von Alvor festgelegte neokoloniale Rahmen unter dem Aufschwung der Massen die ersten Sprünge bekommt, wie sich das zeigte in der Demonstration von zehntausenden von Arbeitern in Luanda gegen die Entscheidung der Regierung, die Arbeit im Hafen der Hauptstadt zu "militarisieren", und in den vielen Streiks, in denen die Arbeiter rassistische Unternehmer und höhere Kader heraussäubern wollten. Da sich die MPLA an den engen Rahmen der geschlossenen Vereinbahrungen" hält, ist sie heute zin - und hergerissen zwischen der Verbindung mit den reaktionären Kräften innerhalb der Regierung und der Mobilisierung der angolesischen Arbeiter an der Basis.

Eine Übergangsregierung zu welcher Unabhängigkeit?

Die Vereinbarungen von Alvor mit der portugiesischen Regierung, in denen kein Wort über die imperialistischen Investitionen verloren wird, sind dagegen vollkommen eindeutig in ihren regierung ist damit vorgesehen als bevorzugtes Injetzt eine Basis in den geschaffenen | strument für eine neokoloniale Lösung: ten hat. Das Fehlen von direkten Repräsentanten der Kolonialbourgeoisie, der Fraktion Chipenda der MPLA und der FLEC von Cabinda scheint eine provisori sche Maßnahme zu sein, die Integration der verschiedenen Elemente des neokolonialen Plans über einen gewissen Zeitraum hinzuziehen. Und in der Tat ist Chipenda inzwischen zur FNLA gestoßen und seine Beteiligung an der Regierungskoalition wird erwogen, während Neto (von der MPLA) vorschlägt, "mit denjenigen zu diskutieren, die die Abtrennung von Cabinda wollen, um zusammen die beste Lösung zu finden" (eine "Erdöl"-Föderation Angola-Zaire- Cabinda vielleicht?). Roberto Holden seinerseits (Präsident der FNLA) schlägt "einen Dialog" vor, der keinen ausschließt", im Namen " der höheren Interessen der angolesischen Nation"(inklusive aller

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Klassen und aller Kapitalien selbstverständlich!). Daher waren am Verhandlungstisch in Alvor alle Vertreter des neokolonialen Projekt repräsentiert, während sich dahinter bereits die kapitalistischen Interessen in Angola abzuzeichnen begannen. Die Rolle der portugiesischen Regierung beschränkte sich auf die eines Unterhändlers für die Verteidiluts den intersten der in Angsten De der kapi schon Almeida Santos (Minister für " Entkolonialisierung") konstatierte, "ist Portugal nicht reich genug, um die geringsten neokolonialen Gelüste haben zu können" (zugunsten der eigenen Kasse ist hier selbstverständlich nur gemeint!). Die kürzliche Nationalisierung der Banken verwickelt jedoch die portugiesische Regierung in direkter Weise in die wirts altliche Ausbeutung von Angola.

Die FNLA, deren Verbindungen mit dem Imperialismus aufgrund der Hilfe, die sie von Zaire's Mobutu (Bastion der imperialistischen Interessen in Zentralafrika) erhält, offensichtlich sind, ist die sicherste Säule der imperialistischen Strategie. Diese regionalistische (Bastion bakongo im Norden) und rechte Bewegung hat eine wahre Grenzarmee aufgebaut, die heute, in enger Zusammenarbeit mit den kolonialen Plantagenbesitzern, die reiche landwirtschaftliche Region Uige im Norden von Angola besetzt hält. In Dalatando, der Distrikthauptstadt von Cuanza Norte, hat die FNLA kürzlich ein "Volkshaus" errichtet, sowie ein Krankenhaus in den Nebengebäuden der Kafeefirma Sontos Dinis selbst, des edlen Spenders. Man sich jetzt im Gegensatz dazu leicht die "mäßigende" Rolle der FNLA bei den Kämpfen der landwirtschaftlichen Arbeiter auf den Plantagen der Kolonisten vorstellen. Über die CAAT (Afrikanisch-amerikanisches Zentrum für Arbeit), lie die 'Gewerkschaften" von Zaire umfasst, ist die FNLA verbunden mit der proimperialistischen gewerkband freier Gewerkschaften). Bereits 1973 fand in schaftlichen Brutstätte der CISL (Internationaler Ver- Zaire ein Seminar für gewerkschaftliche Bildung statt, das von der CGTA (Allgemeiner Verband der Arbeiter Angolas), dem allgemeinen Bund angolesischer Arbeiter und der FNLA, in Zusammenarbeit mit der CAAT organisiert wurde.

Es ist gar nicht erstaunlich, daß die FNLA heute die "Kampagne für die Volksmacht" anprangert, denn angeblich führt sie das Land "zu einer Volksdiktatur und die angolesische Bevölkerung, , die gläubig ist, weist energisch den atheistischen Kommunismus zurück". Die FNLA steht auch einer Einheitsgewerkschaft feindlich gegenüber. Angesichts der Entwick- lung der Kämpfe vervielfacht sie ihre Aufrufe zur "Einheit, Verantwortlichkeit und Disziplin aller Angolesen" und ihre wüsten Angriffe "gegen die agitationskampagnen, gegen subversive Aktionen und egen ideologische Agression im Schoße des Volkes" Die FNLA erweist sich somit als Motor der Repression, was heißt, daß sie gegen die radikalisierten Militan- ten der MPLA zu den gewalttätigsten Provokationen Zuflucht nimmt, wie in Luanda, wo etwa 50 Militante ermordet wurden, während die Grenzarmee der FNLA mehr und mehr zur zentralen Achse des reaktionären militärischen Potentials wird. So verwüstete ein be- Installationen von Radio Luanda, wobei sie die Arbei- waffnetes Kommando der FNLA im letzten Monat die der MPLA nahestand, ter drangsalierte und einen Radiosprecher folterten, der Der Grund: es sei zuviel über "die Kampagne für die Volksmacht" berichtet worden. Inzwischen hat sich eine motorisierte Kolonne von 500 Militärs der FNLA in der Hauptstadt installiert, was das militärische Kräfteverhaltnis mit der MPLA umgestürzt hat -- und dies am Vorabend der Unabhängigkeit, wo allgemein eine Verscharlung der sozialen Konflikte erwartet wird, Die UNITA von Jonas Savimbi (ein Überläufer von der FNLA) hat lange Zeit mit den portugeisischen Truppen egen die MPLA zusammengearbeitet. Obwohl sie bis 1970 (und es scheint so, als ob seit kurzem erneut) von der VR China und von den mao-stalinistischen Gruppen in Europa (wegen ihrer maoisierenden Ausdrucksweise) unterstützt worden ist, ist die UNITA, vermittelt über die Unterstützung, die sie von gewissen weißen Kolonisten bekommt, vor allem von der FUA von Falcao, ein Schlüsselelement in der Strategie des Neokolonialismus, Ihre aktuelle Abnützungstaktik für die angolesischen Massen besteht darin, daß sie die störenden Kontakte mit den weißen Kolonisten " auf Sparflamme" stellt und behauptet, "eine sozialistische Gesellschaft aufbauen" zu wollen, denn das angolesische Volk ist zur Zeit "sehr unnachgiebig" und es mißtraut denjenigen Organisationen, die unter " auswärtigem Einfluß" stehen. Diese Bewegung behauptet "eine mäßigende Rolle im Regierungsbündnis" spielen zu wollen, aber ihr rechter Nationalismus führt sie dazu, eng mit der FN LA zusammenzuarbeiten, Als "Kraft der Einheit, des Friedens und der Harmonie zwischen den Rassen und den verschiedenen Sektoren und Schichten der Bevölkerung" wie sich die UNITA selbst definiert, entfaltet sie ihre Anstrengungen "im Sinne der Aufrechterhaltung der Ordnung " (selbstverständlich der Kapitalistischen!), wie das die Haltung von Savimbi ausdrückt, der die streikenden Arbeiter in Lobito zur Wiederaufnahme der Arbeit aufforderte, indem er sich an ihrer Stelle an die Arbeit machte.

In diesem Kontext besteht die wesentliche Aufgabe der Ubergangsregierung darin, den neokolonialen juristischen und politischen Rahmen vorzubereiten, um im Augenblick der Gewährung der Unabhängigkeit eine Übernahme der Macht außerhalb jeglicher größerer antikapitalistischer Mobilisierungen der Bevölkerung sicherzustellen. ersten im letzten Februar ergriffenen Maßnahmen zeugen von einer diesbezüglichen Unruhe. Nach den Zusammenstößen von Luanda wurde jegliche "Versammlung der Bevölkerung" verboten. Gleichzeitig rief der Ministerrat"die Arbeiter und die Gewerkschaftsorgane auf, alle Streikaktionen einzustellen oder zu unterlassen bis die Übergangsregierung die notwendigen Maßnahmen für die Regelung der Bewahrung der Rechte der arbeitenden Klassen ergriffen hat".

Was die MPLA angeht, die wir nicht auf die gleiche bene mit UNITA und FNLA stellen wollen, so integriert sie sich de-facto, aufgrund ihrer politischen Schwächen und ihrer bürokratischen Degenerferung, in den neokolonialen Prozess, Die Annahme des"Kompromisses" von Alvor, die in der Tradition der von der Führung unter dem Druck der neokolonialen Staaten bürokratisch getroffenen opportunistischen Entscheidungen steht, das direkte Ergebnis von politischen Mängeln (und in zweiter Linie des stalinistischen Einflusses). Diese Schwäche erlaubt es der MPLA als Gesamtorganisation nicht, die aktuelle Politik einer taktischen Unterstützung einer Massenbewegung im Rahmen eines reformistischen Projektes von enger nationaler Dimension zu uberwinden, Umsomehr als ein beunruhigender Einigungsprozess zwischen der FNLA, der UNITA und den rechtesten Elementen innerhalb der MPLA um die Frafe der hart in ceraft bingen und eines Aufmis zaur Zusammenarbeit mit den "beim Abkommen von Alvor nicht repräsentierten politischen Formationen", was die Basis für eine Erweiterung der Übergangsregierung nach rechts schaffen soll,

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Diese Politik der Führung der MPLA ist keineswegs in der Lage, die unvermeidlichen Zusammenstöße zwischen den arbeitenden Massen und den verschiedenen Repräsentanten der kapitalistischen Interesen in Angola zu vermeiden, sie schafft im Gegenteil die Voraussetzungen für eine Kapitulation vor diesen Interessen.

Für eine revolutionäre Alternative

Die Mobilisierung, auf die sich die MPLA stützen muß, erzeugt eine Kampfdynamik, die in Gegensatz gerat mit der opportunistischen Politik ihrer Führung gegenüber der Kleinbourgeoisie und der "liberalen" Fraktion der kolonialen Bourgeoisie. Dies wiederum erhöht die inneren Widersprüche der Bewegung. Die Praxis der bürokratischen Führung und die Grenzen, die diese der Mobilisierung der Arbeiter setzt, sind Faktoren, die es im Gegentell erlauben, die Basismilitanten im direkten Kontakt mit der Bevölkerung zu radikalisieren, Die Betelligung am Staatsapparat verstärkt andererseits den neokolonialen Druck auf die MPLA, während die politische Autonomie der Führung gegenüber der militanten Basis zunimmt.

Heute ist diese Bewegung das Objekt einer doppelten Entwicklung. Einerseits hat sich die Tendenz Neto durch die Eliminierung der zwei anderen Tendenzen auf dem letzten Kongress gestärkt, andererseits hat an der Basis der MPLA eine Radikalisierung stattgefunden und eine Aufsplitterung in lokale Komitees, indenen es zahlreiche politische Strömungen gibt. Das bringen die letzten Entscheidungen des Zentralkomitees der MPLA zum Ausdruck (Februar 1975). Während eine Reorganisierung angestrebt wird, damit die MPLA "konsequenter eine Massenlinie verfolgt" und damit "eine enge Verbindung zwischen der Basis und der Führung entsteht", wird die Unterstützung der Ubergangsregierung und der Wille der MPLA, "mit ihr eng zusammenzuarbeiten" erneut bestätigt. Diese Bewegung mit Mehr-Klassen-Konzeption hat schon immer hinter zweideutigen Ausdrücken wie "wirkliche Unabhängigkeit" oder "nationale und demokratische Regierung" (und heute "Volksmacht") das Fehlen von politischen Debatten und eines demokratischen Lebens in der Organisation versteckt, was sich heute auszahlt als extreme Heterogenität und als Allmacht der politischen Führung lie eine reformistische nationalistische Strömuns repräsentiert.

Die Stärkung der Tendenz Neto, aufgrund ihres "historischen" Prestiges in den angolesischen Massen und aufgrund der Unterstützung durch lokale Reforermöglicht die Entwicklung einer Zusammenarbeit zwischen der MPLA und der MDA (einer Organisation mit "liberaler" Konzeption, die sich zusammensetzt aus Rechtsanwälten, Mitgliedem liberaler Berufe, und die der KP Portugals ziemlich nahe steht)und damit einen Neugruppierungsprozess auf der Ebene der politischen Zusammensetzung der MPLA

So scheinen die Verhandlungen zwischen der Führung Neto und den Repräsentanten der Tendenz "aktive Revolte", Pinto und Mario de Andrade, sowie Gentil Viana, darauf hinauszulaufen, diese Elemente individuell zu integrieren. Davon zeugt die Beibehaltung von Pinto de Andrade als Vizepräsident der MRLA. Diese Tendenz war, zugegebenermaßen, sehr heterogen. Aber über die "familiäre Gruppierung" um Andrade herum hinaus, organisierten sich maoisierende Elemente, die "das Eindringen Gege neokolonialist des Sozialimperialismus über Neto" anprangerten. Aufgrund ihres empirischen Verständnisses von dem Druck der stalinistischen Führungen auf Neto, scheinen diese Elemente ohne Zukunft zu sein, abgeschnitten von den Mobilisierungen der Arbeiter und ohne alternative Perspektive. Eine ziemlich große An-

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i jede ische Lösung!

ist individuell wieder in die MPLA eingetreten. zahl dieser Militanten hat sich bereits"abgesetzt", und Der Fall der Tendenz "Revolte des Ostens" von Chipenda ist davon verschieden und wurde mit sehr viel mehr Energie geregelt, Die MPLA hat eine militärische Kampagne gegen die Repräsentanten dieser Fraktion lanciert, die immer offener als Element eines reaktionären Bürgerkriegsprojekts auftrat. Diese Gruppe soll übrigens kürzlich aus Brasilien Waffen und dort ausgebildete Söldner erhalten haben, Aber diese "militärische Operation", die ohne jegliche Mobilisiering der Arbeiter durchgeführt wird, wird in einem Kommuniquee der MPLA gerechtfertigt mit der Respektierung des Abkommens von Alvor, "der politischen und konstitutionellen Basis des Entkolonialisierungsprozesses in unserem Lande"(!). Und heute kann sich Chipenda im Schoße der FNLA und bald auch der Regierung?) integrieren, "gedeckt" durch das Abkommen von Alvor, gemäß der imperialistischen Strategie.

Diese Politik der Gipfelgespräche und der Bezugnahmen auf das Abkommen von Alvor (ein grob skizzierter neokolonialer Rahmen) wird die Agressivität der reaktionären Kräfte und den Zusammenhalt der rechten Strömungen innerhalb der MPLA nur stärken. Deshalb entstehen die verschiedenen politischer Strömungen vor allem außerhalb der MPLA, innerhall von lokalen Komitees in den städtischen Zentren. Dazu gehören auch kleine revolutionär-marxistische Keme, deren Kontouren noch unklar sind, aber die ine antikapitalistische Kampistrategie auszuarbeiten versuchen, indem sie den Kampi der angolesischen Massen verbinden mit dem Kampf für die sozialistische Revolution auf internationaler Ebene. Zu diesen politischen Kräften gehören: --Die Komitees Amilcar Cabral, die eine Zeitung nit dem Namen "Revoluçao Popular" und Beilager mit dem Namen "Libertaçao Nacional" herausgeben. Bereits die doppelte Bezeichnung ihrer Presseerzeugnisse weist auf die maoistische Etappenkonzeption dieser Gruppen hin, die für die "vollständige Unabhängigkeit" Kämpfen, Ihr empirisches Verständnis von der embryonären Entwicklung einer Doppelherrschaftssituation in Angola beraubt sie der Möglichkeit, über eine allgemeine Propaganda für die "Konsolidierung der Volksmacht" und der "Volksdemokratie" hinaus alternative Perspektiven anzubieten, die den Weg zur Machtübernahme durch die Arbeiter vorzeichnen würden, --die Komitees "Einheit", hervorgegangen aus Militanten der KP Portugals, umfassen auch Mitglieder der MPLA.

--Die Komitees "Henda", nach einem Helden des bewaffneten Kampfes der MPLA benannt, regruppieren von der MRPP beeinflußte maoistische Militante und scheinen in gewissen Vorstädten von Lunada verankert zu sein.

Alle diese Gruppen befinden sich jedoch noch im Rahmen des radikalen Nationalismus, der ausgeschmückt ist mit maoistischen Etappenformulierungen und sie betreiben in Bezug auf die MPLA eine Nachtrabpolitik, die mithilfe eines "maximalprogramms" einen linken Anstrich bekommt durch die Propaganda für die "Volksdemokratie" . Gegenüber der verbalen Behauptung, daß es notwendig sei, die MPLA in der Perspektive des entschiedenen Kampfes für die sozialistische Revolution zu überwinden, abstrahierten diese Strömungen von der Aufgabe der Entwicklung der Kämpfe der arbeitenden Massen mit der Perspektive einer revolutionären Machtübernahme und klammerten sich an eine quasi "moralische" Konzeption von der Einheit der MPLA, indem sie die tiefgreifende politische Heterogenität dieser Bewegung einfach unter den Tisch fallen ließen.

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Agostinho NETO und Samora MACHEL, die Präsidenten von MPLA und FRELIMO •- Aufgrund der raschen Verbreitung der revolutionärmarxistischen Ideen in Portugal selbst und aufgrunc der durch den Staatsstreich vom 25. April neu geschaffenen Situation, hat sich in Luanda ein kleiner revolutionär-marxistischer Kern gebildet, und zwar um die Zeitung "Revoluçao Socialista", die im Editorial ihrer ersten Nummer vom September 1974 die Gründe für ihre Existenz folgendermaßen erklärte:

"Arbeiter Angolas!

Wir sind nicht eintach noch eine Partei mehr. Wir geben lediglich eine Zeitung heraus, die sich auf die Arbeiter für die Arbeiter beruft und die in ihren Kämpfen mit ihnen sein will, sowie in ihrem täglichen Leben, Eine Zeitung, die den Arbeitern helfen soll, die Hindernisse auf dem Weg zu einem wirklich freien Angola, zu einer absolut vollständigen Unabhängigkeit, wo es Ausbeutung -- durch wen auch immer -- nicht mehr geben wird, zum Sozialismus, zu überwinden.

Alle Macht den Arbeitern. Für ein unabhängiges und sozialistisches Angola.

ist, do die Stualitat des kamplesnur de sozialisti- "Revoluçao Socialista" sche Revolution in Angola betont, unterstützt die MPLA bei ihren Masseninitiativen, auf der Basis der Analyse der interen Widersprüche dieser Bewegung und. ihrer Beziehungen zur Massenbewegung und bei gleichzeitiger Beibehaltung der politischen Autonomie in der Propaganda, Daher ruft sie die Genossen der MPLA und alle Arbeiter Angolas auf, "die Phase der nationalen Demokratie zu überwinden und mit dem Aufbau einer revolutionären Partei zu beginnen, der Avantgarde für die sozialistische Revolution". des Kampfes der Arbeiter für die Eroberung der Macht, Trotz ihrer noch beschränkten theoretischen und materiellen Kräfte kämpft "Revoluçao Socialista" dafür, daß die Bedeutung der aktuellen Kämpfe der angolesischen Arbeiter begriffen wird und dafür entwickelt ie eine Propaganda für die Selbstorganisation und die Selbstverteidigung, indem sie die Erfahrungen aus den exemplarischen Arbeiterkämpfen bekanntmacht, indem sie die reaktionären Parteien und ihre Zusammenarbeit mit den rechten nationalistischen Bewegungen anprangem / indem sie zur Billung von Klassengewerkschatten der Arbeiter aufruft, der einzigen sozialen Kraft, die in der Lage ist, die Aufgabe der nationalen Befreiung durch das Hinüberwachsen in den Kampf der Arbeiter und Bauer um die Macht wirklich zu Ende zu führen, mithilfe der "revolutionären Einheit" des angolesischen Proletariats und der angolesischen Bauernschaft, indem sie schließlich ihren Kampf integriert in den Kampf der unterdrückten Massen des gesamten afrikanischen Kontinents für die sozialistische Revolution.

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