DIE ÖLKRISE: EIN NEUER TREIBS TOFF FÜR DEN UNTER- NEHMERANGRIFF!
Am Öl"mangel" profitieren nicht nur die Ölkonzerne. Der bürgerliche Staat und alle an der Nuklearenergie interessierten Kreise (gemischte und private Elektrizitätsgesellschaften, Fabrikbesitzer und auch Erdölkonzerne) schicken sich an, mit allen Kräften die Ölkrise auszunutzen, umdie Widerstände hinwegzufegen, die ihr teures Programm von Atomkraftwerken belästigen und verzögern. Die Hausbesitzer machen ein gutes Geschäft, Sie sparen Heizöl, indem sie die Temperaturen in den Wohnungen heruntersetzen und gleichzeitig die Heizkosten erhöhen und zwar mehr als das Heizöl wirklich teuerer geworden ist. Zusätzlich profitieren sie noch von einer Aufwertung ihrer Lagerbestände, denn die Heizölder meisten Häuser wurden im Ser ember, also vor dem Embargo, aufgefüllt Um dem Öl"mangel" entgegenzutreten, hat der Bundesrat drei Maßnahmen getroffen, die den Verbrauch von Erdölprodukten verringern sollen: Geschwindigkeitsbegrenzung auf 100km/Std. für die Autobahnen, Kontingentierung des Verbrauchs von Erdölprodukten und das berühmte Sonntagsfahrverbot, das dreimal zur Anwendung kam. Er hat ebenfalls Maßnahmen getroffen, umeine eventuelle Rationierung vorzubereiten.
DIESE MASSNAHMEN SIND EIN BETRUG:
1. Für sich gesehen verringern sie den Gesamtverbrauch von Erdölprodukten nur in sehr geringem Maße, denn die Kontingentierung ist so locker, daß sie den Erdölverkäufern jede Freiheit beläßt, und vor allem: die Automobilbesitzer verbrauchen nur einen sehr kleinen Teil des Gesamtverbrauchs an Erdölprodukten. 2. Sie sind einfach ein Ettikett seitens der Regierung, das auf eine bereits vorher durch die Erdölkonzerne eingeführte und von ihnen völlig kontrollierte Rationierung aufgeklebt wird: "Die Gesellschaften sind dem also zuvorgekommen, indem sie ihre Verkäufe in dem schweizerischen Verteilerden et eigenräch nu bie beste benede sichern fegetsitet... (TLM, 22.11,73).
3. Da diese Maßnahmen vor allem gegen den Benzinverbrauch durch die Personenkraftwagen gerichtet sind, zielen sie darauf ab, vor allem den privaten Verbrauch einzuschränken. Das trifft einen nicht geringen Teil der Lohnabhängigen, und nicht den der Industriekapitalisten, Händler usw.
Damit stoßen wir auf eine der wesentlichen Funktionen dieser Maßnahmen und der Politik des Bundesrats in der Erdölkrise: die Unternehmeroffensive soll mit der Schaffung einer Krisenatmosphäre intensiviert werden, damit die Arbeiterklasse die Herabsetzung des privaten Verbrauchs akzeptiert. Die Ölkrise kommt für die Bourgeoisie zu einem günstigen Moment. Sie ermöglicht es ihr, eine breite ideologische Kampagne durchzuführen, die auf Katastrophe macht, um • den Lohnstop im Namen der Einheit aller gegen die ge-
meinsame Gefahr schlucken zu lassen: "Nur mit einer Mangel und erwarten eine Hinwendung zu anderen Energiegemeinsamen Anstrengung können die Schwierigkeiten quellen wie Erdöl oder Kohle: im allgemeinen Erdgas unc gemeistert werden, die unsere Energieversorgung vorüber- Atomenergie. Wenn es darum geht, sich "an alle" zu wenfeli. d reffen könnten". (Erklärung des Bundesrates vom den, um Opfer zu bringen, d, h. fen, Lohnstop und Arbeitslosigkeit hinzunehmen, dann bestehen sie mehr auf der endgültigen Erschöpfung der Energie- Die Erdöl"knappheit" trifft die Arbeiterklasse bereits quellen. Alle diese Vorstellungen werden mit größter Kondurch die Erhöhung der Preise für Benzin und Heizung. fusion vorgebracht. Es ist nicht unnütz, dieses Problem zu Darüer hinaus wird sie benutzt, um eine Politik des klären.
Gürtel-Engerschnallens durch Lohnstop zu rechtfertigen.
MANGEL AN ENERGIEQUELLEN?
Demgegenüber erklären wir, daß nicht die Arbeiter für das Unvermögen der Bourgeoisie, eine harmonische Ener- Es gibt keine Verknappung nutzbarer Energiequellen, mi ieversorgung zu sichern der unmittelbar oder kurzfristig (in 5 bis 10 Jahren) verlie keineswegs Mangelware ist -- wie wir sehen werden: fügbaren Technologie, noch eine Erschöpfung der Energie• es ist auch nicht ihre Aufgabe, die Profite und Manöver uellen und noch nicht einmal eine bevorstehende Verknap• der Erdölkonzerne zu finanzieren. pung an Erdöl, Die heute nachgewiesenen Erdölreserven be laufen sich auf 90 Milliarden Tonnen, was nach dem Außer den Forderungen nach linearen Lohnerhöhungen jetzigen Stand des Verbrauchs füretwa 36 Jahre reichen würund einer gleitenden Lohn- und Rentenskala, was die de (siehe das Buch von Chevalier: "Le nouvel enjeu petroeinzig vertretbaren Sofortlösungen für die Erdöl"knapp- lier", Verlag Calman-Levy). und ihre Konsequenzen für die Lohnabhängigen sind, sollte die Arbeiterbewegung folgende Forderungen
Folgendes jedoch muß man hierbei noch hinzufügen:
'Die Suche nach Erdöl verstärkt sich zugleich mit den --Öffnung der Rechnungsbücher aller Ölkonzer- Verbrauch der Reserven. So betrugen Ende 1970 die ne, um ihnen das Monopol genauer Informationen über die Reserven an Rohöl 84 Milliarden Tonnen. Hierbei geht e Reserven, die Vorräte, díe Lagerungs- und Raffinierungskapa- um nachgewiesene Reserven, und man entdeckt diese zitäten und die im Umlauf befindlichen Ölmengen zu ent- Reserven fortschreitend im rascher werdenden Rythmus reißen, ein Monopol, das ihnen eine breite Operationsskala der sich entfaltenden Produktion, So betrugen im Januar ermöglicht, von der wir nur einen winzigen Teil beschreiben 1950 die bekannten Reserven nur 10 Milliarden Tonnen; konnten, die Welt hat seitdem bereits 25 Milliarden Tonnen verbracht und im Januar 1971 erreichten sie, wie wir bereits --entschädigungslose Verstaatlichung der gesehen haben, 84 Milliarden Tonnen. Im Laufe dieser Erdölkonzerne und ihrer Einrichtungen, um Periode sind also 25 Milliarden Tonnen verbraucht worden eine staatliche Verwaltung zu bilden, die das Monopol der während man 99 Milliarden Tonnen entdeckt hat (F. Cal- Versorgung, des Raffinierens und der Verteilung der Erdöl- lot, "Annales des Mines", Dezember 1971). produkte besitzt. Einer solchen Staatsregie wäre, wenn sie sich auf dem Weltmarkt versorgt, nicht über die Konzer- Gewiss, man kann mit Sicherheit annehmen, daß es Rohöl ne, sondern direkt bei dén Erzeugerstaaten, es möglich, die unter der Erdkruste nur in begrenzten Mengen gibt, aber Spekulationsmanöver der Konzerne auszuschalten. den gewaltige Gebiete des Erdballs sind kaum Verkaufspreis zu senken und dabei den Preis erforscht worden, oder beginnen erst mit für die Erzeugerstaaten zu erhöhen, der Rohölförderung (Sibirien, China, dadurch daß die Superprofite und Profite der Konzerne Amazonien, Schwarzafrika, Australien, die Nordsee).
Endpreises betragen, zusätzlich zu dem'hormalen" Profit (von mindestens 10%) in jedem Stadium (Produktion, Trans- Außerdem werden die meisten Zahlen über Reserport, Raffinerien, Verteilung). ven von Erdölkonzernen gelietert, dieein Monopol auf die Nachprüfung der Wahrheit ihrer Behauptungen besitzen. Sie haben jedoch ein Interesse daran weniger anzugeben, Die sich daraus ergaren ut, hat die merice riscourise, um die Idee des Man fördern. der für sie so gedie sich daraus ergeben hat, hat Wir vom 1i. November 1973 bringt ein ersta chis Bon Die "Washington Thema Nr. gemacht. Das Thema wird in der bürgerlichen Welt endlos diskutiert -- in zahllosen Arti- spiel: "Nach einem langen Kampf, den die Wettbewerbskeln, Konferenzen, Zusammenkünften usw. In der Tages- behörde des Bundesausschusses für Handel mit den Rohölpropresse bedeutet die Energiekrise: "Energieverknappung in duzenten auf Bundes besitz im Süden von Louisiana führte, einigen Jahren, Schluß der fetten Jahre"! In eklektischer um Einblick in ihre Unterlagen zu erhalten, wurde festge- Form wird das Problem der Umweltverschmutzung mit der stellt, daß die Reserven, die bestimmte Gesellschaften in "Energiekrise" verflochten, Die theoretischen Systematisie- ihren Büchern führten, auf einigen Terrains bis zu zehnmal rungen über die Krise stammen von der Strömung'-Null- größer waren als sie der amerikanischen Gasgesellschaft als Okologen bezeichnen kann (die Anhänger des gemeldet hatten, Wachstums"). Ihre Konzeption der Energiekrise 1aßt sich in zwei Thesen zusammenfassen: Nach der Zeitschrift "IEEE Spectrum" vom Juli 1973 (S. 29) "haben allein die USA unter Tage Rohölreserven, die für 1. Die kommende Energieverknappung leitet sich von der 65 Jahre reichen, Naturgas für 50 Jahre, Kohlereserven für 300 ahre, Reserven an bituminösen Schiefer, der die Rohölreserven 35 Jahre lang verlängern kann, Insgesamt haben stehenden Erschöpfung aller mineralischen Rohstoffe. unsere potentiellen Energiequellen einen thermischen Wert der ausreicht, unsere Bedürfnisse mindestens 200 Jahre lang 2. Zwei der hauptsächlichen Energiequellen, Erdöl und zu befriedigen, wenn man vom jetzigen Stand des Verbrauchs Atomenergie, gefährden sogar das Überleben der Mensch- ausgeht, "
heit, wegen der Umweltverschmutzung, die sie unvermeidbar verursachen. Gewiss, dieser Verbrauch wächst. Aber zusätzlich zu diesen mineralischen Erdölquellen, die natürlich "endlich" sind, Je nach den Bedürfnissen des Augenblicks schöpfen die gibt es eine Reihe "natürlicher" quellen, die praktisch noch nicht verwendet wurden, außer "unendlicher" Energieverschiedenen Wortführer der Bourgeoisie aus diesen beiden Thesen. Die zweite wird allgemein von den offiziel- der atomaren Kernspaltungsenergie, Aufzählen kann man len Vertretern der Bourgeoisie (den Regierungen) verwor- hier: die Sonnenenergie, die geothermische Energie (unterfen oder in einem sehr optimistischen Sinn interpretiert, irdjsche , heiße Gewässer; siehe "LE MONDE" vom 11. 7, 73), obwohl sie die "richtigere" ist! die Energie des Meeres durch Ausnutzung der Tmeperaturunterschiede der verschiedenen übereinanderlagernden Die erste These hingegen wird reichlich benutzt und weit Wasserschichten ("IEEE Spectrum" Oktober 1973)... und so in die Bevölkerung hineinverbreitet, Wenn es sich darum Ser universiğit von Massachusets that Berechnet, das, wend dreht, das kapitalistische System zu verteidigen, dann sprechen die bürgerlichen Ideologen von vorübergehendem man auch nur etwa 1% der Energie des Windes im Staate -52-
vermont eintangen wurde, man das doppelte der zusätzlihen Energie produzieren Könnte, die Vermont bis zum ahre 1990 braucht. Seiner Ansicht nach müßte Vermont hierfür nur 957 Windmühlen, die 370 Fuß hoch sind und die Anwendung der modernsten Technologie auf dem Gebiet der Luftschrauben und Generatoren einsetzen ("Chemical & Engineering News", News", 73)
EINE IDEE MIT SOLIDER GRUNDLAGE...
Die Vorstellung von der Erschöpfung der Energiequellen, insbesondere des Erdöls, entspricht also nicht der Wirk- Lichkeit.
Bleibt noch festzustellen, woher diese Idee kommt und von wem sie verbreitet wird. Ist sie reine Lügeż Ist die Phergiekrise nur eine Ertindung der Konzerne, damit ihre pline Zustimmung finden und bezahlt werden? In Wirklichkeit bedeutet die Energiekrise, der latente Mangel an Energie, nicht dal es natürlichen Energiemangel gibt, sondern echt vorhandene Schwierigkeiten des Kapitalismus, das weitere Wachstum der Energieroduktion sicherzustellen. Es geht hierbei weniger um atürliche Schwierigkeiten, auch nicht um die Schwierigkeit, eine neue Technologie zu schalten, sondern um wirtschaftliche Schwierigkeiten: im kapitalistischen System wird keine Produktion fortgesetzt und keine neue inganggesetzt, wenn sie nicht verspricht, zumindest einen gleich hohen Gewinn abzuwerfen wie der, den man mithilfe einer anderen Investition erzielen kann, Seit 1970 jedoch stiessen die Erdölkapitalisten auf eine Reihe von Hindernissen, die ihren Profit zu beeinträchtigen drohten: 1. Die verstärkte Luftverschmutzung und die hierdurch hervorgerufene stärkere Sensibilisierung der Bevölkerung, führte zu einer Verschärfung der gesetzlichen Bestimmungen: die Maßnahmen, die von den Konzernengegen die aftverschmutzung ergriffen werden müssen, sind zwar völlig unzureichend -- ihnen jedoch erscheint bereits dies als eine unzumutbare Belastung.
2. Die neuen Lager (Alaska, Nordsee) werden in der Ausbeutung teurer sein als die alten, umso mehr als die Preise als die Rohstoffpreise, wie z.
3. Seit der Verengung des Marktes im Jahre 1970 ist der Weltmarkt ein "Verkäufermarkt" geworden: die Produktionsländer konnten Preiserhöhungen und einen wachsenden Antell am Kapital der Gesellschaften durchsetzen. Konzerne konnten kein Produktionsland mehr boykottieren 4. Die Nationalisierungen sind zahlreicher geworden. Die wie es noch nach den Nationalisierungen 1950 bis 1952 durch Massadegh im Iran geschehen ist.
5. Die erdölproduzierenden Länder begannen den Konzernen für sie unangenehme Forderungen zu stellen, wie z. B. die Indexbindung des Erdölpreises an die Preise der industriellen Waren aus imperialistischen Staaten, um Verluste aufgrund der "Terms of Trade" (Anm. Verhältnis zwischen den Preisen für Industriegüter und Rohstoffe) zu vermeiden. Außerdem fordern sie die Reinvestierung der Gewinne an Die anti-inflationistischen Maßnahmen, die in zahlreichen Ländern ergriffen wurden, beschränkten die Möglichkeiten früher auf die Endpreise aufzuschlagen. Und die historisch der Konzerne, diese Erhöhung der Kosten ebenso scharf wie eingetreten Rezessionsphase macht ihre Gewinn aussischten tendenziell zur Verringerung des Gewinns führenden Ent- tendenziell noch düsterer. Diese erhöhten Kosten und die wicklungen, bremsen auch tendenziell die Steigerung der Produktion, obwohl der Verbrauch unaufhörlich steigt. Die wachsenden Forderungen der erdölproduzierenden Länder und die allgemeine politische Instabilität der fahrdet und vor weiteren investitionen abschreckt, haben Dritten Welt, welche die Sícherheit der Investitionen gedie Konzerne zu einem beginnenden Rückzug aus diesen als einfache Käufer im Handel mit staatlichen Gesellschaf- Ländern veranlaßt. Mittelfristig wollen sie dort nur noch ten auftreten und nicht mehr als produzierende Gesellschaf- Das Steigen der Produktionskosten -- infolge der Forderungen der erdölproduzierenden Länder -- hat, wenn diese Entwicklung sich fortsetzt, die Aussicht eröffnet, daß Energiequellen wie der bituminhaltige Schiefer, oder asphalthaltiger Sand für die Ausbeutung rentabel werden, was sie bisher nie waren. oder auch Kohle, die es nicht mehr war.
Diese Energiequellen, die es in vielen imperialistischen Ländern gibt, erlauben es also diesen Ländern, sich von der Dritten Welt auf diesem Gebiet unabhängig zu machen. DAS KAPITALISTISCHE SYSTEM FÜHRT ZU EINER GI- GANTISCHEN VERGEUDUNG VON ENERGIEN, MAN
KANN NICHT ERNSTHAFT VON DER ERSCHOPFUNG DE ENERGIEQUELLEN REDEN, WENN MAN ES UNTERLASST, VON DIESER VERSCHWENDUNG ZU REDEN.
DIE KRISE DER ENERGIEPRODUKTION
Diese genannten Faktoren sind es, die die Erdölkonzerne veranlaßten, den politischen Plan auszuarbeiten und zu verwirklichen, der bereits beschrieben wurde. Dieser politische Plar bedeutet in der Tat eine gigantische Wende, die ebenso gi- Schuierigkeit, die notwendigen Kapitallen zu finden, so die notwendigen Kapitalien zu finden, sowie die Profitrate zuerhalten (wenn nicht gar zu erhöhen), tendiert ebenfalls dahin, die Produktion zu bremsen. Außerdem kann eine solche Wende im kapitalistischen System nur ruckweise, nur chaotisch vollzogen werden, und zwar weger ler Anarchie des Systems: plötzlich stürzen sich die Kapitali en auf diejenigen Wirtschaftszweige mit den höchsten Profitraten -- ganz gleich um welchen Sektor der Wirtschaft e ich handelt; die Investitionsentscheidungen sind nicht geplant, Unvermeidlich entsteht hierdurch in manchen Sektoren ein Flaschenhals, der die Produktion, oder die Raffinierung, oder die Verteilung bremst, So haben seit dem Weltkrieg die Oltrust zu wenig in die Raffinerien der USA investiert, weil die Profitrate in Europa oder Japan höher war.
Dies führte dazu, dåß die Raffineriekapazitäten heute in den USA nicht ausreichen, um die Bedürfnisse abzudecken, Das verursacht gewisse Mangelerscheinunger in deisem Land. Außerdem wird der Bau der notwendiger Raffinerien -- ohne Verringerung der Profitrate -- gebremst durch die Umweltschutzgesetze und die gestiegene Wachsamkeit breiter Schichten der Bevölkerung, die durch die Luftverschmutzung sensibilisiert wurde. Dieser Engpass wird noch verschärit durch die vErschöpfung natürlicher much die Erschspens der hydroelektri- nämlich die Erschöpfung der schen Quellen: und das zu einem Zeitpunkt, wo der Verbrauch an Elektrizität stark wächst und wo den. thermoelektrischen Zentralen eine ernstliche Umweltverschmutzung vorgeworfen wird.
Der Mythos (denn so muß man ihn nennen)
von der Erschöpfungieser wirklichen Schwierig- der natürlichen Quellen ist nur der Reflex keit des Kapitalis mus, er hangt der produktion weiterhin zu erhöhen. Er hängt Eigenschaften an, die einen nicht-natürlichen Ursprung haben, sondern einen wirtschaftlichen und sozialen. In der. bürgerlichen Ideologie ist dies durchaus üblich. Das hängt ursprünglich damit zusammen, daß die Gesetze des Kapitalismus unabhängig vom Willen und Bewußtsein der Menschen funktionieren, als eine Art zweiter Natur. Der Mythos von der Erschöpfung der Energiequellen und die Ausnutzung des The mas Energiekrise sollen der Arbeiterklasse die wahren Ursachen der wirklichen Probleme verbergen, damit sie bereit ist, die Rechnung zu bezahlen.
KOHLE, LUFTVERSCHMUTZUNG...
Wir sehen also, daß hinter der "Energiekrise" die Unfähigkeit des Kapitalismus steckt, eine harmonische Entwicklung der Energieproduktion und der Befriedigung der Bedürfnisse der Bevölkerung zu gewährleisten. Das ist nur einer der Aspekte der Unfähigkeit des Kapitalismus, die Produktivkräfte harmonisch zu entwickeln, ohne sie in Form
von Mangelerscheinungen, von Rezessionen, von Arbeits- Das Erdöl lagert sich als feiner Film über das Meer, was losigkeit und anderen Ubeln" gegen die Menschheit zu also auch die Lichtmenge, die den Meeresalgen zur Verfügung steht, Diese jedoch produzieren den größten Teil des Sauerstoffs in der Ein typisches Beispiel für diese Unfähigkeit Atmosphäre. Dieser Film verstärkt die Wiederspiegelungsder Kohle. In den letzten Jahrzehnten hat das kraft des Meeres, das den größten Teil der Oberfläche des Rohöl die Kohle bei Haushalts- und industrieller Heizung Erdballs ausmacht. Das aber kann teuflische klimatische immer mehr ersetzt, ebenso in der chemischen Industrie, Veränderungen hervorrufen ("Scientific American" Sept. und zwar dank seiner niedrigeren Kosten, Die Erdölkon- •des Kohlekon- 1970, S. 122). zerne haben die Ausschaltung kurrenten durch eine Niedrigpreispolitik Alle technischen Mittel sind vorhanden, für Rohöl organisiert, wobei Erdöl ohne Verschmutzung zu produzieren, den Benzinpreisen wieder hereinholten. Un- zu transportieren und zu raffinieren. Sie ternehmen wurden liquidiert, Gruben wurden geschlossen, werden jedoch nicht angewandt, tausende Arbeiter wurden entlassen, wurden arbeitslos, oder würden Geld kosten und den Profit verminzu einem schwierigen Umschulungsprozeß gezwungen, der oft mit Wohnungswechsel und Lohnverlust verbunden war.
levorkommen keineswegs erschöpft waren und sie in Wirklich- Ganze Regionen gingen zugrunde. Und das, obwohl die Koh- M, die man nur mugebenen kostedalwan Bergiequelle großen Kostenaufwand "umweltfreundkeit reichlicher vorhanden sind als das Erdöl. lich" machen könnte... Immer größere Erdölmengen werlen durch Bohrungen auf dem Meeresgrund gefördert. Diese
Jetzt aber macht die Erdölkrise die Kohbe wieder rentabel. Technik ist vollkommen unverantwortlich, denn die Unter- Die Gruben werden wieder aufgemacht, neue Vorkommen Meeresströmungen und Stürme können den schmalen Brunnenerschlossen. Welch ein Symbol für die unmensch eingang unter Wasser oder auf der Meeresoberfläche zerstöliche Anarchie im Kapitalismus! ren. Die Sonnenenergie, die geothermische Energie, die Meeres-Energie bergen viel Das gleiche gilt für die erdölproduzierenden Verschmutzungsgefahren
Länder der Dritten Welt. Heute erhalten sie gigan- Aber diese Quellen sind unterentwickelt tische Summen für ihr Erdöl, die aber -- dank des imperia- und sie werden es so lange bleiben wie listischen Systems -- offensichtlich nicht dazu dienen, sie nicht rentabel sind, auch dann, zusammenhängende und organische Industrialisierung dieser das Erdöl die Menschheit in "die Luft zu Länder zu fördern. Die Abhängigkeit der imperialistischen Staaten von diesem Erdöl wird sich jetzt verschärfen, aber jagen" droht. Die Kapitalisten haben kein Interesse daran, diese Quellen nutzbar zu machen, solange Erdöl die Konzerne organisieren bereits die Beendigung dieser und Kohle mit geringeren Kosten ausgebeutet werden kön- Abhängigkeit. Morgen werden die Erdölländer noch mehr nen, und zwar mit einer bereits vorhandenen technischen das ebenso schlecht eingesetzt wird, investieren sie so wenig wie möglich, Die forgenden Zah- Übermorgen wird die weltweite Rezession und die wachsende Konkurrenz durch Kohle und bituminösen Schiefer, len zeigen, was für sie Vorrang hat: 1970 haben die USdas Erdöl von Alaska, den Preis "ihres" Erdöls fallen lassen. Elektrizitätsgesellschaften 395 Mio Dollar (rund 1 200 Mio Und in 15 bis 30 Jahren wird ihr Erdöl erschöpft sein und der DM) für Reklame ausgegeben und nur 46 Mio Dollar (132 Imperialismus wird sie fallen lassen wie eine ausgequetschte Mio DM) für Forschung und Entwicklung. Seit Anfang die- Zitrone, ohne daß sie ihre Unterentwicklung überwunden ha- ses Jahrhunderts sind nur zwei neue Energiequellen nutzbar ben werden, In der Zwischenzeit wird die imperialistische gemacht worden, und beide erst nach dem zweiten Welt- Bourgeoisie sie gehörig ausgequetscht haben. Nach dem Die erste ist bituminöser Schiefer und teerhaltiger statistischen Jahrbuch der USA gehen weniger als zwei Sand aus denen man Erdöl gewinnen kann, was in einem Prozent der US-Investitionen im Ausland in zweiten Arbeitsstadium erlaubt, die Erdölförderung des Vorderen Orients, Erdöltechnologie anzuwenden, Das erste Stadium ist mitaber die Einkünfte aus diesen Investitionen hilfe von enormen staatlichen Subventionen finanziert machen 20 Prozent der Gesamteinkünfte worden. Die zweite Energiequelle ist die den Auslandsinvestitionen aus. Wenn in abso- atomare Energie, die auf Kosten des Steuerzahlers lutem Wert die Einkünfte der erdölproduzierenden Länder entwickelt wurde und zwar für militärische Zwecke, Die auch groß sind, so sind sie noch nichts im Vergleich zum Kapitalisten hat sie relativ wenig gekostet. Darum be- Profit der imperialistischen Staaten, denn der Produk- stehen sie so sehr darauf, lieber diese Energiequelle zu tionspreis machtnur ein Prozent des Gesamt- nutzen als neue zu entwickein, preises der Erdölprodukte aus. (Chevalier: "Le nouvel enjeu pétrolier") SOZIALISMUS ODER BARBAREI
Ein anderes Phänomen tritt den Beweis für die Tatsache an, Schließlich führt das kapitalistische System zu einer laß sich im Kapitalismus die Entwicklung der Produktiv- gigantischen Verschwendung von Energie. kräfte, insbesondere der Energie, gegen die Menschen Man kann nicht ernstlich von Erschöpfung der Queller richtet: die Luftverschmutzung. Das ist unserer sprechen, ohne diese Vergeudung zu erwähnen. Aber ge- Meinung nach das furchtbarste, denn es gefährdet die Ge- nau das tun die "Ökologen", die Anhänger des NULLsundheit, ja das Überleben der gesamten Menschheit. Wachstums sind! Ihr Glaube daran, es sei en die Grenzen der Natur, des Wirtschaftswachstums und der Techno- Einige Fakten über die Verschmutzung der Meere durch logie an sich (und nicht die Form, die ihnen die kapitalistilas Erdöl können eine Idee von der Verschmutzung geben. sche Struktur der Gesellschaft gibt), die die Verschmutzung zu der die Energiekrise im kapitalistischen System führt: und andere Übel verursachen, macht sie offensichtlich unfähig, die Vergeudnung zu sehen, die ein reines Pro- "Heute bereits dringen etwa 2 Millionen Tonnen dieser dukt dieser kapitalistischen Organisation ist, Kohlew asserstoffverbindungen jährlich in den Ozean ein; hiervon nur 10% infolge von Unfällen. Die restlichen Man möge nur an die Vergeudung der Energie in gesell- 90% sind Folge von Manipulationen, die entweder Nach- schaftlich so sinnlosen Aktivitäten denken wieder Prolässigkeit oder Unverantwortlichkeit als Ursache haben" duktion von Autos, deren Lebensdauer bewußt auf drei (R.C. Clement, IEEE Spectrum, August 1973). Und Cos- Jahre begrenzt wird, oder auch an die Reklame (Leuchtteau hat in seinem Bericht an den Europarat vom September reklame, Fernsehen, die Papierverschwendung usw) Aber ... insgesamt hat sich in den letzten diese Aktivitäten bringen großen Gewinn, Der Straßen- 20 Jahren die Intensität des Lebens in den Meeren um transport verbraucht fünfmal mehr an Energie als der mehr als 30 Prozent und weniger als 50 Prozent vermindert". auf der Eisenbahn. Aber die Eisenbahn ist im Vergleich Er beschreibt -- welch ein Zufall -- vor allem die Verküm- zum Straßentransport unterentwickelt, Und diese merung des Roten Meeres und zitiert Thor Heyerdahl, der an Arbeitsstunden. Eine nach seiner Überquerung des atlantischen Ozeans in einem gute thermische Isolierung der Häuser würde es gestat- Boot erklärte, der Atlantik sei ein Erdöl-Meer. ("G. d.L., en, den Verbrauch von Heizenergie um 30 bis 40% zu 24.10.70) senken (LE MONDE vom 18.12. 73). Aber der Profit der Wohnungsbauunternehmen macht Bauten zu den geringstmöglichen Kosten erforderlich.
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Nur eine sozialistische Wirtschaft könnte eine harmonische Entwicklung der Energie-Ptoduktion und Versorgung garantieren, Die Aufhebung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und der Protitgesetze, sowie die Planung --heben die Anarchie auf, die dadurch verursacht wird, ordiniert gefällt werden, daß das Kapital in die rentabels- daß Investitionsentscheidungen ungeordnet und nicht koten Sektoren fliest, ganz gleich, ob diese gesellschartlich von Nutzen sind oder nicht.
--räumen die Hindernisse beiseite, Technologien zu entwickeln, die Produktion ohne Verschmutzung ermöglichen. Die Planwirtschaft gestattet eine wirkliche Lenkung vor nergiequellen und ohne größere Schwierigkeiten unc Schäden Umstellungen von einer Energiequelle zu einer anderen durchzuführen.
Die Aufhebung des Privateigentums und des Profitgesetzes ermöglicht es, mit der Verschwendung Schluß zu machen, die Anzahl der Arbeitsstunden zu verringern(30- oder 20- Stunden-Woche), und gleichzeitig den Reichtum der Geellschaft zu vermehren, also auch das Lebensniveau der Arbeiter zu erhöhen.
Gigantische Investitionen könnten für die Forschung freigemacht werden, nach einem Plan, der es erlaubt, eine Technologie ohne große Schwierigkeiten planmäßig durch eine andere zu ersetzen, Die sozialistische Revolution ermöglicht es einem entwickelten Land, durch die Aufhebung der Marktgesetze den in Entwicklung befindlichen Ländern wirklich zu helfen, ohne sie auszurauben.
Und sie verspricht ihnen, dank dem Außenhandelsmonopol, eine Industrie auch dann zu entwickeln, wenn das Niveau der Produktivität dort niedriger ist als in der entsprechenden Industrie entwickelter Staaten. Das ist die einzige realistische Antwort auf die kapitalistische Energiekrise.
22. 12. 73 R.L.
(Fortsetzung von S, 44)
FLUGBLATT, DAS IN BEYRUTH VERTEILT WURDE Gestern kam es am Ende der gegen die Rundreise Kissingers, Handelsreisender des amerikanischen Imperialismus in Sachen Kapitulation, organisierten Demonstration zu bedauerlichen Zwischenfällen. Einige Elemente haben unsere Genossen angegriffen, die eine gemeinsame Erklärung verteilten, die von unseren Organisationen Revolutionär-Kommunistische Gruppe und Israelische Sozialistische Organisation (Matzpen-Marxisten) gezeichnet war: die Angreifer nahmen als Vorwand, daß das Flugblatt "israelisch" sei, um Hetzsprüche loszulassen und unsere Genossen anzugreifen. Ais eine gewisse Anzahl von Genossen aus verschiedenen politischen Tendenzen Wir haben beschlossen folgendes zu präzisieren: 1.) Es ist höchst bedauerlich zu sehen, wie gewisse Grup- Pachen autre eines flugblats, das isradiche gezeic das "israelisch" gezeichnet ist. Es ist sehr bedauerlich, daß diese Gruppen zu rassistischen Parolen in Form und Inhalt Zuflucht nehmen, um unsere Genossen zu beschimpfen. Gibt es immer noch Gruppen, die nicht wissen, daß es revolutionäre Anti-Zionisten innerhalb des zionistischen Staates gibt? Glauben sie, dais jeder, der innerhalb der Grenzen des zionistischen Staates lebt, sei er nun Araber oder Jude ›enbeigesagt gehören unsere Genossen von Matzpen-Markisten beiden Nationalitäten an) deshalb notwendigerweise Zionist ist Vertreten sie immer noch die rassistische Idee nach der "jeder Jude ein Zionist ist", eine von El Fatah selbst seit mehreren Jahren überholte Idee? evor sie sich aufregen, sollten sie unsere Erklärung sie unterstreicht sehr deutlich unsere Unterstützung für "den Kampf der arabischen Völker gegen den zionistischen Staat, Kolonialstaat und Bastion Nr. 1 des Imperialismus im arabischen Orient... " und sie ver teidigt ohne Abstriche "die nationale Sache des palästinensischen arabischen Volkes, das heißt sein Recht auf die Wiedergewinnung des Territoriums, von dem es vertreiben worden ist und sein Recht, frei von jeder Form nationaler Unterdrückung zu leben, was notwendigerweise die Zerstörung des zionistischen Staates impliziert". WIR BEHAUP- TEN, DASS DIE HALTUNG UNSERER GENOSSEN VON MATZPEN-MARXISTEN DEN INTERESSEN DER ARABISCHEN REVOLUTION TAUSEND MAL MEHR ENTSPRICHT ALS DIEJENIGE DER MEISTER DER RASSIS TISCHEN AUFHETZUNG. Und wir fragen uns was letztere unter einem "demokratischen" palästinensischen Staat verstehen mögen, wo sie doch schon unfähig sind, die Ausdrucksfreiheit der antizionistischen Revolutionäre zu respektieren, mögen sie nun Araber oder Juden sein. Mehr noch: wir stellen mit lebhafter Verwunderung fest, daß die "heißesten Nationalisten", die gegen unsere Genossen hetzen, genau dieselben sind, die sich anschicken die Liquidierungslösungen der Palästinensischen Sache zu akzeptieren.
Diese Positionen sind schändlich.
2.) Unabhängig davon, was einige aus Irrtum von unserer Erklärung glauben konnten (die Verantwortlichkeit für deren Kurzsichtigkeit fällt den mit ihrer Erziehung beauftragten die Gelen zeit der verteilung unseres Fleglattes ausen- Führungen zu), haben wir gemerkt, daß nutzt haben, um in der Demonstration Unordnung und Panik zu säen, wobei ihre Aktion so aussah, als ob sie vorausgeplant gewesen ist. Wir können nur die Verbindung herstellen zwischen dem , was während der Demonstration geschehen ist und den Provokationen , zu denen es kam anläßlich einer Veranstaltung an der arabischen Universität von Beyruth, als ein Repräsentant einer Tendenz auftrat, die die liquidatorischen Lösungen ablehnte. Gewisse Kreise sind in diesem Fall nur ein verlängerter Arm der kapitulationistischen arabischen Regime. WIR PROTES TIEREN ENERGISCH GEGEN DIESE BRUTA- LEN HANDLUNGEN, DIE IM WIDERSPRUCH ZU DEN ELEMENTARSTEN DEMOKRATISCHEN PRINZIPIEN
STEHEN, SOWIE GEGEN DIE VERSUCHE VON SEITEN GEWISSER GRUPPEN, UNSERE GENOSSEN ZU VERFOL- GEN UND DIESE DANN FESTZUHALTEN. DIESE RE- (Fortsetzung auf S. 57)
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ТАШИ- 312 AUSWIRKUNGEN DES DIE