Bei einer Demonstration von 15 000 Personen in Beyruth an- Der Grund für diese traurige Initiative ist sehr klar, Die läßlich der Rundreise Kissingers in den Vorderen Orient Führer des Fath (das heißt der palästinensischen Befreiungswurde von der Revolutionär-Kommunistischen Gruppe im organisation, die als einzige Repräsentantin der Palästinen- Libanon und von Matzpen aus Israel eine gemeinsame Er- ser auf dem Gipfeltreffen der arabischen Staaten in Algier Klärung in arabischer Sprache als Flugblatt verteilt. anerkannt worden ist) zeigen immer deutlicher, daß sie die "friedliche Lösung" akzeptieren und vor allem, daß sie Im Verlauf dieser Demonstration kam es infolge der Ver- den palästiensischen Staat akzeptieren (Cisjordanien und teilung dieser gemeinsamen Erklärung zu einem bedeutendem Gaza), was eine Variante von mehreren genauso möglichen Vorkommnis. Als unsere Genossen schon einige Minuten lang Liquidierungsprojekten der palästinensischen Sache diese Erklärung verteilt hatten, wurden sie am Ende der De- monstration von einigen Elementen angegriffen. als revolutionäre Sache ist. Die politische Avantgarde dieses Nachhutgefechtes ist niemand anderes als die sehr agierten nicht nur unsere Genossen, sondern auch die Militan- auf den Hund gekommene FDPLP, die buchstäblich von ten von anderen palästinensischen und arabischen Organisa- der Extremen Linken (vor 1970) zur Extremen Rechten gedie ihnen zuhilfe kamen. Die Militanten derverschie- worden ist. Die FDPLP ist sogar in brutalster Weise zu denen revolutionären Organisationen und der palästinensischen Handgreiflichkeiten gegen die Opponenten der "Friedlichen Linken entsicherten ihre Maschinenpistolen und begannen in Lösung" übergegangen. Diejenigen, die die FDPLP bedie Luft zu schießen, was einen Überraschungseffekt auf die kämpft sind in erster Linie die Linkstendenzen innerhalb Angreifer hatte, die einen Moment brauchten, um zu reagie- von El Fatah. Letztere sind in einer sehr kritischen Situaren und ihrerseits zu schießen. Auf die Panik und die Schläge- tion, denn es gelingt ihnen nicht die unbestreitbare Symreien folgte ein allgemeiner Auflösungsprozess. pathie von breiten Massen zu kapitalisieren und sie müssen daher der FDPLP mit nackten Händen entgegentreten Durch Fußtritte wurde ein Genosse gefährlich im Geisicht ver- und andererseits müssen sie vor allem gegen die Führung letzt, einen anderen erwischte eine Kugel am Kopt, Sechs von El Fatah kämpfen und gegen deren repressive Apparate, Genossen wurden verhaltet, aber dank der sehr energischen von denen der "Rasd" einer ist, und zwar der zentrale. Intervention der palästinensischen Linken sofort wieder frei Die politische Klärung, die begonnen hat, ist sehr positiv, Linken, , Dank der Intervention einer palästinensichen aber für alle Linksströmungen, die sich der "friedlichen die sich dem durch die arabischen Bourgeoisien Lösung" wiedersetzen, bringt sie eine wachsende Gefahr mit und mit dem stillschweigenden Einverständnis des rechten sıcii, im Klartext: die Gefahr der Liquidierung der palăsti- Flügels des palästinensisehen Widerstandes vorbereiteten nensischen sache • Fath, FDPLP und auch die Arabische Befreiungsfront von Palästina, die vom Irak abhängig ist, sind Ausgangspunkt für Gruppierungen, die die Haut der Die Initiative zu diesen Zusammenstößen ging aus von Opponenten haben wollen, um zu verhindern, daß sich Elementen des Fath, und genauer vom "Rasd", Nachrichten- eine wichtige Opposition herauskristallisiert, dienst oder innere Polizei von Fath, sowie von Elementen ist ihre Kapitulationspolitik zu denunzieren. der FDPLP, die seit September 1970 unaufhörlich nach gerutscht ist, nachdem sie die äußerst positive Rolle Das Flugblatt, das wir im folgenden wiedergeben, wurde als Radikalisator der palästinensischen Linken in eine re- von unseren Genossen nach diesen Vorfällen verteilt. volutionäre Richtung gespielt hatte.
-44- (Fortsetzung mit Text des Flugblattes auf S, 55)
„ÖLKRISE"
Die Tatsache, daß die arabischen Länder Die arabischen Länder wollten selektive Restriktionsmaßdie "Waffe des Erdöls" anwenden und die nahmen durchführen. Diese Selektivität ist von den gros- Folgen, die sich daraus für die Erdölver- sen Erdöltrusts in entscheidender Weise verhindert worden. sorgung der imperialistischen Länder er- Diese kontrollieren de facto den gesamten Welt-Erdöl-Han- Bas Thema der Energiekrise Sed atzellen, del und bemühen sich, auch die Knappheit zu verteilen, indem sie sehr viel größere Mengen nícht-arabischen Problem Nummer eins "unserer Zivilisation" Erdöls als normalerweise in diejenigen Länder dirigieren, mehr oder weniger apokalyptisch diskutiert. die vom arabischen Embargo besonders betroffen sind, Die Bourgeoisie und ihre Wortführer haben hier ein Argument gefunden, um "jedermann"
aufzufordern, seinen Verbrauch einzuschrän- DIE "ERDÖL-WAFFE"
ken; die 'Ökologen", erklären lautstark, tark, das sich hre ach-tums, Die reaktionären bürgerlichen Kreise stellen diese Einlyse bestätigt habe: die natürlichen Quellen schränkungen als den Höhepunkt des arabischen antisind infolge der industriellen Entwicklung westlichen Radikalismus hin, In Wirklichkeit trifft gerade erschöpft; nur ein "Zurück zu einem Leben das Gegenteil zu: die Anwendung der "Erdöl-Waffe mit weniger Überfluß" kann die Katastrophe nicht ein Zeichen für eine Radikalisierung der Politik verhindern. der arabischen Länder, sondern Zeichen eines Rechts- In diesem ersten Artikel analysieren wir ded walte durch die arabischen Lander, Sinn der Anwendung der Dieser Rechtsruck wurde stimuliert durch die Zerschlagung des palästinensischen Widerstandes im Jahre 1970 die Politik der Erdöltrusts und wir werden mit der Komplizenschaft aller arabischen Regime, und sehen, wie diese beiden Faktoren zusam - durch den Tod Nassers, der in der arabischen Führung Wir analysieren die Auswirkun- eine Leere hinterlassen hat, die Feisal als wichtigster Beschen beiden: Voe lem der Schweiz: Gläubiger der arabischen Länder und treuer Freund der vor allem der Schweiz, USA zunehmend zu erfüllen vermochte, was die Entwickund behandeln die vom Bundesrat beschlos- lung nach rechts noch beschleunigte. senen Maßnahmen.
In einem zweiten Artikel gehen wir auf das Problem der "Energiekrise" ein und Die Verwendung der "Erdölwaffe" ist das Zeichen für die antworten den Verfechtern des "Null-Wachs- Führung Feisals und wird diese noch verstärken: Sauditums" • wobei wir zeigen, daß hinter dieser Arabienist der wichtigste Erdölproduzent der arabischen "Energiekrise" die Alternative "Sozialismus Welt. Da dieses Land schwach bevölkert ist, benötigt es oder Barbarei'steht. keine Devisen für Entwicklungspläne wie Algerien oder der Irak. Es kann also, ohne schwere Folgen, künfte aus dem Erdöl verringern, Die arabischen Regime
DIE EINSCHRÄNKUNGEN DER ARABER um ihre Verluste aus der verminderten Erdölproduktion verdanken ihm bereits einen Großteil ihrer Ressourcen; zu kompensieren, werden sie ihn gewiss um weitere Am 16. Oktober setzten sechs arabische Länder des persi- Kredite bitten: Feisal wird somit seine Druckmittel schen Golfs den Preis für ihr Erdöl einseitig um 70% herauf. auf diese Länder sowie auf den palästinensischen Wider- Am 17. Oktober beschließt die Organisation erdölexportieren- stand verstärken, der ebenfalls sein Schuldner ist. Die "Erdöl-Waffe" ist wie der Oktoberkrieg ein diploum sie dazu zu zwingen, von ihrer Politik der intensifen matisches Druckmittel, Sie erlaubt es, die arabischen Unterstützung Israels abzukommen. Mapernalistische zund nationalistische offensive gefunt daß eine entschlossene anti- Israel Druck auszuüben, die imperialistischen Länder zu zwingen, damit es alle besetzten arabischen wird und verschleiert die bedeutenden Konzessionen, Gebiete zurückerstattet und die nationalen Rechte des pa- zu denen man auf der Genfer Konferenz bereit ist, damit ein "gerechter Friede" zustandekommt. Sie ist verhärtet die OPEC ihre Haltung und beschließt, ihre Pro- lästinensischen Volkes wiederherstellt, Am 4. November ein letztes Druckmittel, damit der Imperialismus diese duktion sofort um 25% zu senken, Gleichzeitig beschließt Konzessionen belohnt und damit eine Mobilisierung daß die "befreundeten" Länder Frankreich, England der arabischen Massen überflüssig macht, Der "gerechte Friede" wird als ein Sieg hingestellt werden und die arabiliefert werden wie vorher, Am 18. November, nach der und Spanien mit der gleichen Menge arabischen Erdöls be- schen Länder werden sich aus der Lage des ""Weder Krieg noch Frieden" herauslavieren, proarabischen Erklärung der EWG und Japans beschließt aus einer Lage, in weldie OPEC, diese Länder, ausgenommen Holland, von der cher das Palästina- Problem nicht gelöst wurde, klammern. für Dezember vorgesehenen 5%-igen Herabsetzung auszu- menden Maße untergrub. Feisal wird als der Held der Popularität, selbst der "progressivsten" Regime in zuneharabischen Nation erscheinen und seine Position wird Trotz dieser Erleichterungen treffen diese Einschränkungen auf Kosten des Imperialismus gestärkt werden. Ländern bezieht und mehr noch Japan, das von dort mehr vor allem Europa, das 65% seines Erdöls aus den arabischen Das Gipteltreffen von Algier (siehe "LE MONDE" vom als 90% bezieht, Die Hauptzielscheibe USA sind weniger 30.11.73) gab Ägypten und Syrien grünes Licht zur Un- terzeichnung eines Friedensabkommens mit Israel Zurückerstaltung der besetzten Gebiete, während das"
Verminderung des auf dem Weltmarkt verfügbaren Erdöls und jede Anerkennung Israels ablehnte, Die Anerkennung Gipfeltreffen von Khartum im Jahre 1967 jede Verhandlung um 20%. der palästinensischen Befreiungsorganisation als einzigen Vertreter des palästinensischen Volkes "tönt" radikal -45-
wie die Erklärung von Ayad, dem Führer der palästinensischen Befreiungsorganisation, dai das befreite Cisjorda: nien und Gaza nicht mehr unter die Herrschaft Husseins fallen sollten, Aber in Wirklichkeit zeigt all dies, daß die arabischen Länder und die palästinensische Befreiungsorganisation von ihrer alten Forderung nach Zerstörung des israelischen Staates abgehen und sich mit einem kleinen palästinensischen Staat zufriedengeben, der sich auf Cis-Jordanien und Gaza beschränkt (Le Monde, 30. 11, 73).
ölminister, einsetzen :
"Nach der dänischen Finanzzeitung "Boersen" hat der saudi-arabische Erdöl-Minister Yamani, in Koperlagen aufhalt, bevor er sich Montag nach Paris begibt, erklärt, daß die arabischen Länder überhaupt kein Interesse daran hätten, die Wirtschaft de r westlichen welt zu ruinieren, denn aus ihr zögen sie den größten Teil ihrer Einkünfte" ("LE MONDE", 23,11. 73). Hier liegt die Grenze der "Erdöl-Waffe". Die arabischen Länder werden ihr Embargo nicht lange aufrechterhalten können, Saudi-Arabien und die Emirate am Persischen Golf könnten das Embargo am längsten durchhalten; sie können die Entschlossenheit der anderen Länder jedoch nicht unendlich lange mit Unterstützungsgeldern aufrechterhalten, Der "Nouvel Observateur" vom 26, 11. 73 schrieb: "Algerien, dessen Finanzreserven beschränkt sind, soll beabsichtigen, seine Partner zu bitten, es von den Boykottverpflichtungen teilweise zu entbinden". Und "Le Monde" vom 25. /26.11. 73 zitiert eine agyptische Zeitung, die schrieb, daß lybisches Erdöl durch Vermittlung von Ländern des karibischen Raums nach den Vereinigten Staaten transportiert würde. Die arabischen Regierungen wollen sich so rasch wie möglich an den Verhandlungstisch setzen, mit Israel ein Abkommen schließen und ihr Embargo aufheben: "Wir wollen hoffen, daß dies alles bald zu Ende sein wird" , erklärte Yamani bei seiner Ankunft in Brüssel ("Tribune le Matin", 1,12, 73).
"Wenn ein fester Zeitplan für den Rückzug aus den besetzten Gebieten festgelegt wird, würde parallel dazu ein anderer Kalender die Rückkehr zur normalen Erdölproduktion "programmieren". Yamani hat dies im Fernsehen bestätigt. " ("LE MONDE", 28,11, 73). Die imperialistischen Regicrungen, mit Nixon an der Spitze, täuschen sich diesbezüglich nicht. Dies beweist die Tatsache, daß sie keine einzige Repressalie beschlossen haben. Die amerikanische Regierung hat erklärt, daß das einzige Druckmittel ein Embargo der Lebensmittellieferungen wäre, was unwirksam geblie- KLASSEN
KAMPF
ZENTRALORGAN DER LIGUE COMMUNISTE REVOLUTIONNAIRE (LCR) Erscheint wenigstens einmal im Monat.
Eigendruck im Selbstverlag
Presserechtlich verantwortlich: R.MERTZIG 22,2 o/o Profit der Trusts 50,6 o/o Steueranteil (Frankreich)
Steuer des erdölpro- 11,2 o/o duzierenden Landes 6,7 o/0 Distribution 4.8 o/o Raffinierung 3,4 o/o Transport 1,1 o/o Produktion
ZUSAMMENSETZUNG DES PREISES eines Erdölproduktes in Frankreich 1973, (nach J-M. Chevalier, a, a. O. S. 15)
ben wäre, da die arabischen Länder in den USA wenig einkaufen und sie diese Lebensmittel von anderswo beziehen könnten. Und die hunderte von Millionen Dollars, die amerikanische Regierung Saudi-Arabien als Hilfe ausgezahlt hat, und die Flugzeuge und anderen Waffen, die die USA Saudi-Arabien nach Beginn der arabischen Lieferungsbeschränkungen geliefert haben?
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Die imperialistischen Regierungen wissen wohl, daß die Diese Spannungen auf dem Markt bewirkten, daß die OPEC- "Öl-Waffe" für eine begrenzte Zeit eingesetzt wird, im Länder (Anm. : OPEC=Organisation erdölexportierender Län- Rahmen eines diplomatischen Spiels, bei welchem die der, welche en gros die arabischen Länder und Venezuel arabischen Staaten große Zugeständnisse machen und bei umfaßt) von den Gesellschaften immer bedeutendere Preis• welchem die Interessen des Imperialismus von niemanden berührt werden, Sie sind allzu glücklich darüber, daß siech en Imperialismus abhängig ist, von ihm finanziert, bewaff- we Feuerstespos dass Sit langer stark vom amerikanisch - sicht auf eine zunehmende Abhängigkeit der USA von den Erdölimporten aus Ländern der Dritten Welt (die USA impornet und vor der arabischen Revolution beschützt wird und tierten 1959 18% ihres Erdölbedarfs und 1969 22% vielleicht einmal Israel als Polizisten der imperialistischen allein aus den Staaten am Persischen Golf und sollten von Interessen in dieser Gegend ablösen wird, dort (laut EX PRESSvom 30, 7. 73) 1980 40% beziehen, Zu all dem kommt hinzu die Perspektive der endgültigen Er- Ein weiteres Element erklärt, weshalb die imperialisti- schöptung der Erdölquellen (die bekannten Reserven reichen schen Regierungen keine Repressalien beschlossen haben: noch für 15 Jahre).
die Erdöl-Trusts können in einem gewissen Ausmaß vom arabischen Embargo profitieren.
DER PLAN DER TRUSTS: DAS ENDE DES ERDÖLZEIT- DIE HERREN DER ENERGIE ALTERS VORBEREITEN
Der Erdöl-Weltmarkt wird von sieben riesigen Trusts in Worin besteht der strategische Plan der Erdöltrusts, Vor folgender Reihenfolge beherrscht: EXXON (ehemaliger allem der amerikanischen, angesichts dieses Zusammen- Esso-Standard Oil of New Jersey, zweitgrößtes amerikani- treffens verschiedener Faktoren? sches Unternehmen); ROYAL-DUTCH-SHELL (erstes nichtamerikanisches Unternehmen); MOBIL OIL (siebtgrößtes Langfristig (30-50 Jahre) versuchen sie, die anderen amerikanisches Unternehmen); TEXACO (achtgrößtes Energiequellen zu monopolisieren: merikanisches Unternehmen);GULF OIL (elf größte merikanisches Unternehmen); SOCAL (Standard Oil ol --in den USA kontrollieren die Erdöltrusts bereits die California, zwölftgrößtes amerikanisches Unternehmen) Hälfte der Atomindustrie. Aber fir die Atomenergie ist und BP (British Petroleum, viertgrößtes nicht-amerikani- der Weg nícht hindernisfrei, weil breite Schichten der Bevölkerung durch die Wissenschattler vor den Gefahren von Seiten der Atomreaktoren gewarnt worden sind, Drei von ihnen, nämlich EXXON, MOBIL, und SOCAL zehören der Rockefeller-Gruppe der Chase Manhattan Bank, --andere, "klassischere" Energiequellen können ausge- Im Jahre 1970 waren die sieben "Größten" im Besitze von beutet werden, Die USA verfügen über riesige Kohlen- 77% der Produktion, von 57% der Raffinerien und 56% der vorräte, 1970 kontrollierten die Erdölgesellschaften 32% Verteilung in der kapitalistischen Welt außerhalb der USA. der amerikanischen Kohleproduktion. Diese Gesellschaf- Diese sieben Trusts beherrschen den Erdöl-Weltmarkt weit- ten stehen an erster Stelle bei der Vorbereitung der Ausbeugehend, auch wenn sie kleinere Konkurrenten besitzen, die tung von Bitumen-Schiefer in den Rocky Mountains und nicht unbedeutend sind. Diese sieben Trusts bestimmen de des asphalthaltigen Sandes von Athabaska, aus dem Erdfacto die Haltung aller Erdöl-Trusts gegenüber den erdölpro- öl gewonnen werden kann. duzierenden Länder.
Mittelfristig (10-20 Jahre) wollen sich die Erdöl-Trust:
Von Jean-Marie Chevalier, einem jungen französischen aus den politisch allzu unsicheren Ländern der Dritten Welt Wirtschaftswissenschaftler, ist beiCalman-Levy vor kurzem stellen, ve a. die arabischen Lender. Dieser Wille e zurückziehen, die zudem immer ein Buch erschienen, das erstaunlich fortschrittliche Positionen enthält: "LE NOUVEL ENJEU PETROLIER" , das die Disengagement ist Teil eines allgemeinen Rückzugs de Politik der Erdöl-Trusts analysiert, Was wir hier über die imperialistischen Investitionen aus der Dritten Welt"infol- Wende auf dem Erdölmarkt und über die Pläne der Trusts ge des Aufschwungs der Kolonialrevolution. sagen, entstammt weitgehend diesem Buch, dessen Lektüre wir nur empfehlen können. Dierschait des imperialismus sehr sicher ist die Kusten DIE WENDE AUF DEM ERDÖLMARKT der imperialistischen Lander, Nordsee, Alaska, Amazonas. Das Jahr 1970 markiert auf dem Erdöl-Weltmarkt eine Wende, Schließlich wollen die amerikanischen Gesellschaften mit- Es enstand plötzlich eine angespannte Marktlage, was die telfristig die Unabhängigkeit der USA im Enerduzierenden Länder gegenüber den Erdöl-Konzernen, die Erdölverkäufer gegenüber den Käufern stärkte, die erdölpro- giesektor wiedergewinnen. Mit dem Bitumen- Schiefer, der Kohle und dem Sand von Athabaska wäre onzerne gegenüber den Importeuren, Einsinkendes Angebot sie gesichert.
tel mit einem plötzlichen Anstieg der Nachfrage und de Kosten zusammen: EIN GROSSES MANÖVER UND WIE MAN ES VON ANDEREN
BEZAHLEN LÄSST...
*die TAPLINE (Trans Arabic Pipe Line), in welcher 17% des saudi-arabischen Erdöls zu einem libanesischen Hafen Auf dem Weg zu diesen Zielen gibt es für die Trusts zwei flossen, wurde stillgelegt, da sich Syrien weigerte, sie nach Probleme: einerseits können diese neuen Ener einem Unfall im Mai 1970 reparieren zu lassen, ohne daß glequellen mit dem Erdöl nicht konkurrieren, es mehr Zollgebühren als bisher erhält. denn ihre Gewinnung verursacht höhere Kosten, --die neuen Führer Lybiens erhöhten die Steuern für Erdöl- Andererseits erfordern sie riesige Investitionen, die auf gesellschaften und forderten eine Einschränkung der Erd- 1 000 Milliarden Dollar geschätzt werden. bIförderung, die von zweitrangigen Trusts wie der Occidental
Petroleum seit 1960 mit rasendem Tempo betrieben wurde, Aus diesen Gründen lancieren die Erdöl-Trusts seit 1971 eine Offensive an drei Fronten:
sellschaften, --Die Schifffahrtsfrachtkosten stiegen stark an, die mit einer schnellen Wiedereröttnung , des Suez 1, Massive Preiserhöhungesen Preis kurzfristig auf auf das Erdöl aus der seit 1967 geschlossen ist, mit den OPEC-Ländern, um wartet hatten, Die Bestellung von Riesentankern ließ dann ler Bestellung zusätzlich benötigter Schiffe zu lange ge- das Niveau des amerikanischen Erdölpreises anzuheben, die Nachfrage für Erdöl von Seiten der Eisen- und Stahl- um so den Nachteil der US-Industriellen gegenüber den industrie anwachsen. weil sie für ihr Erdöl mehr bezahlen müssen; europäischen und japanischen Industriellen auszuschalten, Alaska, Golf von Guinea, "-Die Ausbeutung neu entdeckter Erdölfelder (Nordsee, Amazonas, Ostarabien, chinesi- --um die Gewinnmarge erhöhen zu können, indem sie ihre Verkaufspreise noch weiter erhöhen; sches Meer) wäre sehr teuer gekommen und es schien, dals die Ausbeutung aus Gründen des Umweltschutzes von den -- um eine Preissteigerung des Erdöls zu bewirken, die Regierungen verschoben werden mußte. die neuen Energiequellen rentabler macht.
"Aus wahltaktischen und aus strategischen Gründen waren die USA gezwungen, den Preis für einheimisches Rohöl auf einem hohen Niveau zu halten, und sie versuchen sogar die Forschung und die Inlandproduktion zu ermutigen.
Unter diesen Umständen hatten sie großes Interesse daran, 1970 eine starke Preiserhöhung für nicht-amerikanisches Rohöl hervorzurufen, Eine solche Preiserhöhung würde den Handelsvorteil ihrer europaischen und japanischen Konkurrenten abbauen und darüber hinaus die Wettbewerbsfähigkeit des amerikanischen Erdöls verbessern. Diese Lösung war leicht durchzusetzen, denn dafür mußte man nur eine allgemeine Bewegung nach höheren Erdölpreisen unter den erdölfördernden Ländern fördern. E ist sicher kein Zufall, wenn es gerade der Schah von Persien gewesen ist , der sich zum Wortführer der erdölproduzierenden Länder in diesem von den USA gewünschten Sinne machte und eine Preiserhöhung des nicht-amerikanischen lohöls provozierte, die in wunderbarer Weise genau dem Unterschied zwischen dem Rohölpreis des mittleren Orient: und dem Preis für amerikanisches Erdöl entsprach, (Chevalier, "Le nouvel enjeu petrolier", S. 94). Folglich waren die den OPEC-Staaten , mit den Abkommen seitens der Konzerne, sondern entsprachen deren Plänen, 2. Ihre Pläne von den Regierungen finanzieren lassen. Die Erdöltrusts, die in den USA beseit im erordende habe giseit des tandes im Energiesektor), fordern lautstark Staatsbeiträge zur Erschließung neuer Erdölvorkommen (Nordsee, Alaska), des Bitumen- Schiefers oder des asphalthaltigen Sandes und erhalten sie, Ihr Meisterstreich besteht jedoch darin, daß sie sich dabei von den erdölproduzierenden Ländern finanzieren wobei sie das Ganze als zugestandene "Mitbestimhieser Länder hinstellen:
"So nimmt der Iran teil an der Erforschung der Nordsee und engagiert sich an der Seite der Mitglieder des Konsortiums bei Aktivitäten in den Industrieländern (Raffinierung, Distribution, Petrochemie), Saudi-Arabien seinerseits investiert in der amerikanischen Erdölindus-, trie. " (Chevalier, S. 232)
"Saudi-Arabien veranschlagte seinen Anteil von 25% in der ARAMCO mit 200 Mio Dollar (Aramco: Saudi-Arabien 25%, SOCAL 22,5%, EXXON 22,5%, Texaco 22,5%, Mobil 7,5%: d, h, Rockefeller 52,5%). Man hat sich über die Zahl von 500 Mio Dollar geeinigt.
3. Erhöhung ihres Anteils bei der Verteilung der Erdölprodukte, um ihre Gewinne bei der Erdölweitervera beitungsproduktion zu erhöhen und eventielle Gewinnsenkerigen bei der Rohölgewinnung zu kompensieren, In de USA kontrollieren die ersten f Un" Erdöltrusts 32, 5% de, Verteilerma ktes der Erdölproduk- Um an ihr Ziel zu gelangen, haben die Erdöltrusts die Idee erfunden und aufgebaut, indem sie durch ihre Erklärungen und Veröffetnlichungen eine Energieknappheitspsychose hervorriefen, ja die Psychose, daß die Erdölquellen sich erschöpfen würden, um dadurch ihre Preiserhöhungen wehrlos schlucken zu lassen, um sich dadurch der Umweltschutzmaßnahmen zu entledigen, die ihnen hinderlich sind, um mehr Staatssubventionen zu erhalten. DIE SCHAFFUNG DER ENERGIEKRISE
So haben sie in den USA, im Frühjahr 1973, lange vor dem arabischen Embargo, eine künstliche Erdölverknappung hervorgerufen.
No 9.10 «'Spécial France » : la dissolution de l'ex-Ligue communiste.
- 21 juin 1973 : le contexte politique les premieres reactions a la dissolution de l'ex Ligue le PCF et la uéiense des lila campagne mondiale de soli.
darite des sections de la IVeme
Internationale 72 pages, sortie le 15 janvier, 7 F quatrième internationale NO 11.12 Dossier Chili déclaration du SU de la IVéme
Inter - déclaration du CC du PRS chilien - Interview d'Hugo Blanco un article de la revue du MIR publié au printemps 73 Dossier URSS - un inédıt intégral de Grigorenko - sur la nature de l'opposition en URSS - critique du livre de Jean
Fllenstein « Histoire de l'URSS »
Sur la situation politique en France
La crise du dollar (Ernest Mandel)
80 pages, sortie le 15 janvier, 8 F
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Nuatrième Internationale 10, Impasse Guéménée 75004 PARIS
Am 28. März beginnt Texaco in Los Angeles das Benzin zu rationieren. Anfang Mai rationiert SOCÅL das Benzin in den Weststaaten, Im April stiegen die Benzinpreise für Einzelabnehmer um 1,5%. Sie verminderten ihre Lieferungen an unabhängige Raffinerien und Verteilergesellschaften, um sie vom Markt zu vertreiben, Ungefähr tausend unabhängi- Schließung bedroht.
Die Erdölindustrie erklärte diese Verknappung, indem sie daß die Raffinierungskapazitäten in den USA ungenügend seien (Erklärung des Präsidenten des amerikanischen Erdölinstituts vor der Senatskommission im Mai). Aber am 6. April erklärte das amerikanische Büro für wirtschaftlifinerien nur 88.
•platt's Oilgram News Service" vom 15, September 1972: Allan Hamilton, Schatzmeister von EXXON schrieb in wird und solange die Profite nicht so hoch sind, daß die "Solange die wirkliche Natur der Krise nicht verstanden hat, solange wird die Energieversorgung sich nicht ent- Industrie Vertrauen in die Rentersorgini sich nicht enten wickeln.
Somit erklärt dieser Herr ganz offen, daß der Grund fur die Krise nicht eine Erdölverknappung ist, sondern eine rofit" verknappung • Zwischen dem ersten Drittel des ahres 1972 und 1973 haben sich die Profite der und sind auf zwei Milliarden Dollar gestiegen, Die Pro- fünf großen amerikanischen Erdollarts um 20 Die t fite von EXXON haben sich um 43% erhöht.
Es wird hier klar, daß der bürgerliche Staat vor den Trusts buckelt. In seiner Erklärung über die Energiekrise am 18. April vor dem amerikanischen Kongreß, kündigt Nixon an, dâß man mit neuen Preiserhöhungen rechnen müsse und er verspricht den Erdölkonzernen neue Subsidien. Er schlägt vor, daß die Regierung die nicht von Erfolg gekrönten Probebohrungen entschädigt und kündigt an, daß größere Teile des Kontinentalsockels für Meeresbohrungen vermietet werden können, obwohl gerade diese Meeresbohrungen eine Hauptquelle der Verschmutzung des Meeres sind.
DIE VORTEILHAFTEN AUSWIRKUNGEN DES ARABISCH- EN EMBARGOS
Angesichts dieser Politik versteht man, daß das arabische haben o für die Erdöl-Trusts vorteilhafte Auswirkungen Das Embargo laßt die Preise ansteigen, liefert den Trusts eine ausgezeichnete Rechtfertigung für ihre Preiserhöhungen (die Araber sind ja dran Schuld), verstärkt die Angstpsychose vor einer Energiekrise, was den Erdöltrusts wiederum erlaubt mehr Subventionen zu verlangen, sowie eine Dispensierung von den Umweltschutzmaßnahmen, Ihre Kontrolle über den Erdöl-Weltmarkt wird dabei in keiner Weise in Frage gestellt.
So hat die Botschaft Nixons an die Nation vom 7. Nov. 1973 über die Erdölkrise den Erdöl-Trusts nur Vorteile gebracht:
"Ich will eine Umweltschutzagentur, die die Anweisungen zum Schutz der Umwelt von Fall zu Fall weniger streng faßt, "
"Ich werde die Atomenergiekommission bitten, die Bewilligungen und den Bau von Atomkraftwerken zu beschleu= nigen. "Wir brauchen ein Gesetz, das den Bau einer Pipeline nach Alaska erlaubt, Und am 16. November unterzeichnete er das Gesetz, das den Bau dieser Pipeline bewilligte, der seit drei Jahren (die Röhren befinden sich seit Mai 1971 an Ort und Stelle) unter dem Druck breiter Kreise blockiert wurde, die die Gebietsansprüche der ihres Landes beraubten Indianerstämme unterstützen, weil sie die Ansicht vertreten, daß eine Pipeline, durch welche das Erdöl in einer Hitze von Grad durch vereisten Boden fließt, der oft von Erdbeben stellt, Dank dem arabischen Embargo können diese wohl- erschüttert wird, eine große Gefahr für die Umwelt darbegründeten Einwände unter den Tisch gewischt werden. Diese "wohltätigen" Auswirkungen erklären vielleicht auch die auf den ersten Blick überraschende Tatsache, daß die Erdöl-Trusts bei ihrer Zusammenkunft mit den Meinung"hatten. OPEP-Ländern am 17, November zur aktuellen Krise"keine rotfront Monatszeitung der Gruppe Revolutionäre Marxisten REVOLUTION
ARABISCHE 4/5 "STABILITÄT" AUF DEM RÜCKEN DER ARBEITER
STERNWARTEWIRBEL • ZAHNARZTE • LINKE IN
SALZBURG • ARGENTINIEN • SCHWEIZ • ITA rotfront MONATSZEITUNG DER GR M
Doppelnummer 4/5, Juni/Juli 73 öS 8. -- (DM/Sfr 1.50 + Porto)
Einzelheft S 5,-- (DM/Sfr 1, --+Porto), Jahresabonne ment (inkl. Sondernummern) S 60, -- (DM/Sfr 10, --+Porto), Fördererabonnement S 150, -- (DM/Sfr 30, --); Abonnementseinzahlungen und Spenden an Erste Österr. Sparcasse, Konto Brigitte Gronner 049-28o40 . Eigentümer, Herausgeber, Verleger: Gruppe Revolutionäre Marxisten (GRM). Für den Inhalt verantwortlich: Herrmann Dworezak. Alle: Lustkandigasse 4, 109o Wien. Druck: J. H. Pospisil, V. Hauschka-Gasse 5, 1224 Wien. Erscheinungsort Wien, Verlagspostamt 1090, P. b. b. BESTELLKARTE
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Im ersten Teil dieses Artikels haben wir gezeigt, daß der Gebrauch der Erdölwaffe seitens der arabischen Länder nicht das Zeichen einer Radikalisierung der Politik dieser Länder ist, sondern im Gegenteil Zeichen einer Wendung nach rechts, unter der neuen Führung eines traditionellen Freundes des Imperialismus -- unter der Führung des saudi-arabischen Königs Feisal, Die Erdölwaffe ist ein sorgfältig dosiertes Druckmittel, im Rahmen der Genfer Konferenz, wo die arabischen Regime -- in Verbindung mit der UdSSR und dem amerikanischen Imperialismus -- vor allem eine Lösung suchen werden, die es erlaubt, den revolutionären Prozess einzudämmen, innerhalb dessen das Streitobjekt Palästina einen Katalysator darstellt, Im Austausch gegen einige Mini-Konzessionen seitens Israel -- dessen Militärpotential potent al Berate seedo arden de lager der egime, unter dem Protektorat Saudi-Arabiens, darauf vor, den zionistischen Staat de facto anzuerkennen und im Einverständnis mit ihm den Aufschwung der arabischen sozialistischen Revolution einzudämmen. Wir haben ebenfalls aufgezeigt, daß die arabischen Regierungen ihr Embargo weder sehr lange aufrechterhalten können noch wollen, Die fünf Achsen, um die sich die Politik der Erdölkonzerne seit der Wende des Jahres 1970 dreht, seitdem sich die Lage auf dem Welterdölmarkt zugespitzt hat und seitdem die Verkäufer, unter anderem die arabischen Länder, sich in einer Position der Stärke befinden, sind folgende:
1. Monopolisierung von Energiequellen, die eine Alternative zum Erdöl darstellen: Kohle, Ölschiefer, Asphaltsände, Nuklearenergie.
2. Fortschreitende Loslösung von einer zu starken Abhängigkeit von der Dritten Welt, die langfristig ungenüende politische Garantien für imperialistische Investiionen bietet.
3. Auslösung eines Prozesses, der zu Erdölpreiserhöhungen führte, um ihre Investitionen zu finanzieren und die anderen Energiequellen konkurrenzfähig zu machen, 4. Die Regierungen dazu zu bewegen, ihre Investitionen zu finanzieren.
5. Die Erhöhung ihres Anteils bei der Verteilung der Erdölprodukte, um die Gewinnschmälerungen in der Produktion auszugleichen, die immer mehr von den Produktionsländern kontrolliert zu werden droht (Zunahme der Beteiligungen, Nationalisierungen).
Schließlich haben wir aufgezeigt, wie das arabische Embargo, durch seinen Zusammenhang mit dieser Politik, günstige Rückwirungen für die Konzerne hatte: Die Preiserhöhungen wurden beschleunigt durchgeführt: das bot eine leichte Rechtfertigung für zusätzliche Erhöhungen ("daran sind die Araber schuld"), es erlaubte ihnen, im Namer von Notmaßnahmen gegen den Erdölmangel, Umweltschutzmaßnahmen, die sie störten, zu umgehen. DAS ARABISCHE ERDÖLEMBARGO: EIN MANÖVER DER KONZERNE?
Dieses Zusammenfallen zwischen dem arabischen Embargo und den Interessen der Erdölkonzerne hat den Verdacht eines Riesenkomplottes zwischen den Konzernen und den arabischen Regierungen hervorgerufen. Dieser Verdacht ist offensichtlich durch die wohlbekannte Tatsache verstärkt worden, daß Feisal und die Emire am Persischen Golf mit den Erdölkonzernen eng liiert sind, Bestimmte Kreise zögern nicht, das Embargo als die Ausführung vor Anordnungen der imperialistischen Konzerne durch Feisal und die Emire hinzustellen.
Dies wäre jedoch, im wesentlichen aus zwei Gründen, eine vereinfachende und falsche Analyse:
Erstens läßt sie völlig den politischen Rahmen der Krise im Vorderen Orient außer Acht, aus der das Embargo hervorgegangen ist und dessen Funktion mit dieser Krise verbunden ist. Sicherlich steht das Embargo unter der Führung von Feisal, der -- zusammen mit den Emiren -den größten Teil des arabischen Erdöls kontrolliert und der deshalb den größten Teil des Embargos durchführt, Aber Regierungen wie die von Algerien, Syrien oder Lybien nehmen gleichfalls an ihm teil und stehen politisch in relativer Opposition zu den Erdölkonzernen, Vor allem überschätzt eine solche Analyse die Unterwürfigkeit sogar eines Feisal gegenüber den Olkonzernen und läßt ir ewisser Hinsicht die Rolle der arabischen Massen völlis außer Acht, die nicht des geheimen Einverständnisses mit den Konzernen verdächtigt werden können, Die Politik von Feisal entwickelt sich jedoch in einem politischen Kontext, der ihn einerseits verpflichtet, sich bei bestimmten Aktionen mit nationalistischen Charakter zu beteiligen, wenn er die Führung der arabischen Welt erobern will, und zum anderen kann ihm eine "antiimperialistische" Demagogie immer dazu dienen, vorübergehend den Druck der araischen Massen einzudämmen, um sein äußerst gebrechliches Feudalregime zu retten.
Zweitens unterschätzt diese Analyse die Gesamtheit der politisch-wirtschaftlichen Probleme, die mit der Energiepolitik im kapitalistischen System verknüpft sind, und laßt an einen viel zu großen Handlungsspielraum der Politik der Erdölkonzerne denken, wenn sie Entscheidungen treffen, die wirkliche Rückwirkungen - - obwohl sie nicht das Ausmaß haben und obwohl sie von anderem Charakter sind als das in der "Informationspresse zu lesen ist -- auf die Wirtschaftskonjunktur haben.
Daß die Konzerne vom Embargo profitieren können, das ist sicher. Das aber dart uns nicht dazu verführen, Krise in der Optik eines Riesenkomplotts der Konzerne und ihrer Marionetten in der arabischen Welt zu sehen. Das wäre eine vollkommen beschränkte Optik, Die günstigen Rückwirkungen für die Konzerne bestehen nur, solange sich das Embargo in bescheidenen Grenzen hält, was der Fall ist. Aber die imperialistischen Länder hängen zu sehr von arabischem Erdöl ab, um ein eventuelles sehr schrfes Embargo, geschweige denn ein totales Embargo zu tolerieren. Sicherlich wäre ein derartiges Embargo mit der Natur der gegenwärtigen arabischen Regime unvereinbar. Aber der Imperialismus bereitet sich auf jede Eventualität vor.
"The Economist" zitierte eine Erklärung des Senators Fulbright, die augenscheinlich dazu bestimmt war, Grenzen des Spiels abzustecken: "(Die arabischen Länder) müssen den Druck und die Versuchungen in Betracht ziehen, denen die groisen industrielander ausgesetzt sind, falls ihre Wirtschaften durch eine lange und schwere Industriekrise bedroht würden (...) (Die USA) sind eine Supermacht, die sich ohne die Anwendung wirtschaftlicher Druckmittel behelfen kann, so unvernünftig das auch sein könnte. Die arabischen Ölproduzenten sind wie militärisch unbedeutende Gazellen inmitten einer Welt von Löwen". (17,11, 73)
Die Suezexpedition des Jahres 1956 hatte zum Ziel gehabt, die Versorgung Europas mit Erdöl sicherzustellen, In den vergangenen Jahren übte die US-Armee in den subropischen Waldern im Südosten der Vereinigten Staaten, um sich auf Vietnam vorzubereiten. Seit kurzem übt sie in den Wüsten Kaliforniens und Nevadas!
"Die USA haben ihren Marinesoldaten eine neue Aufgabe zugeteilt: talls nötig müssen sie zum Kampt in der Wüste bereit sein, möglicherweise in Nordafrika oder im östlichen Mittelmeerraum, Dort liegen die amerikanischen Erdölinteressen" ("US News and World Report, 27.8. 73). Bei der gegenwärtigen Weltlage würde deramerikanische Imperialismus erst im allerletzten Notfall mit seinen eigenen Truppen eingreifen. Er wird zuvor seine lokalen, von ihm mächtig aufgerüsteten Gendarmen, benutzen. Die Zeitung "LE MONDE" (8.12. 73) berichtete über eine kürzliche Erklärung der Regierung Süd-Jemens, der "linkesten" der arabischen Welt, die auf eine starke Konzentration iranischer Truppen an ihren Grenzen hinwies. Bevor der Imperialismus direkt intervenieren würde, würde er ganz sicher seine Stützpunkte im Vorderen und Mittleren Orient, Israel und Iran, benutzen.
BIN GUT KALKULIER TES 'EMBARGO"...
Gehen wir jetzt etwas naher auf die Auswirkungen des Arabischen Embargos auf die imperialistischen Länder, und insbesondere auf die Schweiz, ein.
Eine Feststellung drangt sich aul: diese Lander sind -wie die Gesamtheit der erdölimportierenden kapitalistischen Länder (die wirtschaftliche Lage der erdölimportie- renden unterentwickelten Länder hat sich übrigens sehr verschlechtert) -- in sehr großem Umfang den multinatioalen Erdölkonzernen ausgeliefert, die souverän den Markt ler Erdölprodukte kontrollieren und das arabische smbargo "organisieren" • um die günstigen rückwirkungen für sich maximal abzuschöpfen.
Erstens verteilen sie das insgesamt verfügbare Erdöl, rationieren es, um keinen Kunden zu verlieren. Auf diese Weise durchlöchern sie das Auswahlverfahren, das die arabischen Regierungen ihrem Embargo zugedacht hatten, ratsächlich dirigieren sie sehr große Mengen nichtarabischen Erdöls (iranisches, nigerianisches, venezuelanisches) nach den von den arabischen Ländern boykottierten Ländern ("feindliche" Länder: Holland, die USA; "neutrale" Länder: der (Großbritannien, Frankreich) der Vorteile, die sich aus threr "pro-arabischen" Politik zu ziehen hofften! Zweitens verschärfen sie den "Mangel" durch Anhäufung, von Vorräten, damit sich die günstigen Auswirkungen der Krise wirklich lohnen. "The Economist" behauptet, daß zahlreiche volle Öltanker in britischen Häfen herumliegen würden, Er schreibt: "Die Ölkonzerne benutzen sie als schwimmende Reservoirs, in gleicher Weise wie sie die Tankstellenbesitzer dafür bezahlen, daß sie ihre Reservetanks gefullt halten" (15,12, 73). Es scheint, daß sie in der Schweiz das gleiche tun: "Ein aargauischer Nationalrat meldete, daß sich im Hafen von Basel eine Reihe von nicht entladenen Öltransportern befinden und fragt nach den Gründen dafür" (8,12,73).
DIE ERDÖLKONZERNE UND DAS EMBARGO IN DER
SCHWEIZ...
Seit Beginn des arabischen Embargos nützen es die Ölkonzerne in der Schweiz wie in den anderen importierenden Ländern aus, um daraus einen Maximalprofit zu ziehen:
1. Die Preise der Erdölprodukte sind in schwindelerregende Höhen gestiegen. Der Preis des leichten Heizöls hat sich mehr als verdoppelt, obwohl er bereits vom Juli bis Oktober 1973 um 53, 7% gestiegen war! Man muß hinzufügen, daß sich der Benzinpreis weniger als die anderen Erdölprodukte erhöht hat, denn eine zu starke Benzinpreiserhöhung würde ein zu starkes Absinken des Personenwagenabsatzes bewirken, Da aber die Automobilindustrie einer der "Schlüsselsektoren" des Wirtschaftswachstums ist, würde ein zu plötzlicher Verkaufsrückgang die kommende Rezession verschärfen!
2. Die Preiserhöhung bringt den Konzernen einen gewaltigen Sonder-Netto-Überprofit, indem sie den Wert ihrer Vorräte erhöht, die zwar zu den alten Preisen eingekauft wurden, die aber selbstverständlich zu den neuen Preisen verkauft werden.
In der Schweiz sind die Konzerne durch Gesetz -- außerhalb ihrer normalen Vorratshaltung -- verpflichtet, zur Sicherung der "wirtschaftlichen Verteidigung" des Landes ständig einen Vorrat anzulegen, der der Hälfte des im Vorjahr verbrauchten Öls entspricht, also etwas weniger als eine Sechs-Monate-Reserve, wenn man die regelmäßige Verbrauchssteigerung in Betracht zieht, Diese Proportionen an. Sonder - Überprofit nimmt also gewaltige tiv schlechter als ihre eigenen Verteilerketten, um diese 3. Die Konzerne versorgen die unabhängigen Verteiler rela- Konkurrenten zu beseitigen, indem sie gezwungen werden, ihre Preise zu erhöhen, oder indem es ihnen unmöglich gemacht wird, ihre Kunden zu beliefern! "Bereits am Montag -51haben zahlreiche freie Tankstellen den Benzinpreis um ungefähr 5 Centimes pro Liter erhöht. Andere Tankstellen folgten gestern nach. Dagegen halten die Tankstellen der sogenannten integrierten Gesellschatten -- ESSO, Shell, BP usw. -- noch ihre alten Preise" (TLM, 28.11. 73). 4. Das arabische Embargo liefert dem stets verständnisvollen bürgerlichen Staat den Vorwand, die Konzerne von den so unangenehmen und kostspielitern, hat er beschlossen, die für den kommenden 1. Januar beschlossene Herabsetzung des Bleigehalts auf 0,40 g hinauszuschieben. " (TLM, 2,12, 73)