Der Streik der Hafenarbeiter hat die Rolle dur kleinen Der Spntaneismus entspricht jedoch einem elementaren politischen Formationen, die sich zur Arbeiterbewegung Arbeiterbewußtsein, das heißt dem Mißtrauen gegenüber rechnen, während dieses Kampfes in den Vordergrund "von außen kommenden" politischen Gruppe, obgerückt. Das ist so offensichtlich, wohl "Pouvoir Ouvrier" selbst nur ein Grüppchen unter .- sei sie noch so unbedeutend und was für eine "Farbung" anderen ist. In diesem Sinne stimmen zahreiche Hafensie auch immer haben mag -- mindestens einen Leitartikel arbeiter mit den Vorstellungen dieser Gruppe überein, die dieser Erscheinung gewidmet hat. jedoch auf den Kampf wegen ihrer politischen und organisatorischen Schwäche keinen Eintlus hatte.
Und die Sache ist auch wichtig.
Jeder weiß, daß sich bei Arbeiterkampten nichts völlig 2. DIE KOMMUNISTISCHE PARTEI ereignet. Nach 150 Jahren einer modernen Arbeiterbewegung ist es sogar absurd, im Klassenkampf von a.) Die KP ist die einzige dieser Formationen, die wirk- "Spontaneität" zu sprechen, lich in diesem Milieu der Hafenarbeiter, insbesondere in Antwerpen, "verwurzelt" ist. In den ersten Nachkriegs- Für den bewußten Arbeiter, den kämpferischen Gewerk- jahren, zur Zeit, als sich die KP an der bürgerlichen Reschafter ist es von Bedeutung, das Verhalten der poltischer gierung beteiligte, führten die Trotzkisten die spontanen Organisationen zu verfolgen. Denn selbst wenn die von ihren Massenorganisationen (Gewerkschatt, Streikkomitee Streiks. Von 1947 an jedoch errang die KP die Hegemonie geleiteten Arbeitermassen ihren Kampf selbst führen und ent- bei den kämpferischsten Hafenarbeitern, die sie in einem scheiden, so werden doch in engeren Kreisen die Ideen ge- Aktionskomitee organisierte, um zu versuchen, eine Einboren und ausgearbeitet, die Programm, Taktik und Stra- heitsgewerkschaft zu schaffen. tegie betreffen, Trotz dieses kläglichen Mißerfolgs, den sie einer sektie- Vier "Linksradikale" Gruppen haben beim Hafenarbeiter- rerischen Politik zu verdanken hat, hat sie einen gewissen streik eine gewisse Bedeutung gehabt: die Kommunistische Partei, die Ligue Révolutionnaire des Travailleurs" rat sein etwa zehn Jahren beträchtlich eingeschränkt worden Eintluß bewahrt, obwohl er durch den Gewerkschaftsappa- (LRT), belgische Sektion der IV. Internationale, ist.
AMADA (= 'Alle Macht den Arbeitern") und "Pouvoir
Ouvrier" (Arbeitermacht). In Gent ist die KP erst seit kurzer Zeit verwurzelt (seit kaum einem Jahr, aber sie zählt mehrere hundert Mitglieder unter Wir wollen untersuchen, wie diese Gruppen interveniert den 900 Hafenarbeitern. haben, was ihre Bedeutung war, ihre Haltung gegenüber dem Streikkomitee, gegenüber der Gewerkschaftsfrage, b.) Die KP hat eine beträchtliche Rolle im Streik gespielt, ihre allgemeine Perspektive und ihre wirkliche Rolle. einmal wegen ihrer bestehenden Verwurzelung, ihrem An- 1, "POUVOIR OUVRIER" sehen als einzige wirkliche linksradikale Partei (selbst wenn sie ihren revolutionären Nimbus zugunsten der LRT und der AMADA verloren hat), wegen ihrer Arbeitermitglieder vor Diese Gruppe ist aus einer früheren Spaltung der AMADA allem in anderen Betrieben und Bezirken, und wegen ihrer entstanden. Stark antistalinistisch, antibtirokratisch und zusammenhängenden Strategie (selbst wenn sie linksreformisantizentralistisch hat sie sich immer mehr zum "Sponta- ti sch ist). neismus" hin entwickelt (sie ist dagegen, eine revolutionäre Partei aufzubauen) und zum OUVRIERIS TISCHEN
POPULARISMUS; von der richtigen Vorstellung her, daß Die KP hat eine Linie eingeschlagen, die von der die Arbeiter selbst ihren Kampf entscheiden müssen, sind sie zu dem verhängnisvollen Schluß gekommen, sich der Einfürhung jedes programmatischen Elements in den Kampf zu widersetzen, wenn es nicht "spontan" aus dem Kampf selbst hervorgeht. NUTZEN, UM EIN KRÄFTEVERHALTNIS ZU SCHAFFEN, DAS IHR GESTATTET, MIT DER PSB (Sozialistische Partei
Diese Gruppe, zu der von Anfang an einige Hafenarbeiter Belgien) ZU VERHANDELN (DURCH DIE VERMITTLUNG zählten, ist nur an einem Ort, in Antwerpen, verankert; DES FGTB (des belgischen Gewerkschaftsbundes). sie hat als erste ein Flugblatt verteilt, das zur Solidarität aufrief und die Forderungen von Gent popularisierte. Da sie Das bedingt einen wilden Kampf gegen die revolutionäre keine andere Perspektive besitzt, als den Kampf zu unter- Linke, um die radikalisierte Arbeiterlinke zu monopolifes zu bleiben und sich auf eine Arbeit finanzieller Unter- lazu gezwungen, im Schlepptau des Kampstützung zu beschränken, Ihr durch und durch antigewerk- In dieser Weise/hat die KP während des Streiks ein Auge schaftliches Konzept hindert sie an einer der wichtigsten auf die Arbeiter und das andere auf die PSB gerichtet Arbeitsaufgaben: den Sturz der Gewerkschaftsbürokratie. Und,.. geschossen wird nach links gegen IRT und AMADA,
In Gent hat dieser Opportunismus der KP ein skandalöses Cpportunismus: sie versteckt sich hinter den Streikkomitees, Ausmaß erreicht. Hier hat die KP tatsächlich die Wieder- die sie kontrolliert, und versucht stets, sie fir die von ihr aufnahme der Arbeit organisiert, beabsichtigten Manöver zu benutzen. Auf ihr Anstiften hat die BSR Mitglieder der IRT und der Aber die KP ist durch das Auftreten dynamischer revolu- AMADA verhaftet (und mit Handfessein abgeführt), die tionärer Kräfte links von ihr offensichtlich verunsichert. bei der letzten Versammlung Flugblätter verteilten. Da sie sie nicht durch die politische Auseinandersetzung zu bekämpfen weiß, verbleibt ihr nichts als die stalinis- Nach mehreren vergeblichen Versuchen (hinter den Ku- tischen (etwas abgemilderten) Praktiken: die Zusammenlissen) ist es der KP gelungen, linke Bürokraten in den arbeit mit der Polizei, physische Gewalt und das Erstik- Streik hineinzubringen, die "in Versammlungen, ohne ken der Arbeiterdemokratie. Diskussion und ohne Abstimmung, den Vorsitz fuhrten".
Dieser"Rückzug" der KP geht mit der strategischen Linie
In Antwerpen ist die KP gegen den Vorschlag einer natio- Wahlmaschine. tele cinst in den schonen Zeiten der s nalen solidaritatskundgebung gewesen, das einzige, was Wie einst in den schönen Zeiten der sozialden Streik hätte aus der Sackgasse heraushelfen können.
Die beiden Mitglieder der KP im Streikkomitee mußten zu ler Erpressung der Drohung mit ihrem Rücktritt greifen, um 3. DIE REVOLUTIONÄRE LINKE: IRT UND AMADA die Mehrheit des Komitees zu einem öffentlichen Kommuniqué zu bewegen, in dem dieser Vorschlag verurteilt a.) Keine dieser beiden "linksradikalen" Organisationen Kader bei den Hatenarbeitern. Das hat sie daran genindert, DIREKT ım Nervenzentrum des Streiks zu in- Man könnte die Liste mehr oder weniger bedeutender "Falle" dieser Art verlängern: sie haben sich nicht zuf allig zugetragen!
Diet Kam den Reformieren die Konzentation der aul- Der Zuhörerkreis von beiden ist dennoch (allein in Antdie Konzentration der KP auf werpen) beträchtlich angewachsen, in dem Maße, Wahlen und Parlament zwingen einer Partei OPPORTUNIS- der Streik verhärtet hat: das förderte politische Differen- TISCHE KONZESSIONEN IN JEDER ETAPPE DES KAMPFES zierungen gegenüber der KP. Auf diese Weise gelang es ler IRT und der AMADA, echte proletarische Kräfte im Kampf um sich zu sammeln.
c.) Und trotzdem hat der Streik etwas für die KP ungewöhniches gebracht. Denn das ist der erste spontane Streik von ›) Aber die politische Linie ist in beiden Fallen völlig lieser Dauer und dieser Bedeutung, in der die KP die Fuh- verschieden. AMADA hat eine naiv sektiererische rung übernehmen und zu Kampfmitteln greifen mußte: das Orientierung. Ohne eine Strategie für die verschiehat sie praktisch in eine Einheitsfront mit der revolutionären denen Phasen des Klassenkampfes und ihrer Erfordernisse Linken, speziell mit der IRT gebracht, (Parolen, Programm, Organisationsformen, Rolle der Gewerkschaften...) auszuarbeiten, besitzt die AMADA
Hierzu gehört auch die Bildung von Streikkomitees. Dank indessen ein Ziel: die sozialistische Revolution. Da sich der Intervention der IRT bei den Arbeitermitguedern der dieses Ziel jedoch nicht unmittelbar stellt, muß man KP in Gent ist ein Streikkomitee demokratisch gewählt trotzdem eine politische "Linie" anpreisen: die besteht worden. aus Sofortforderungen und dem Aufbau einer "echten"
Kommunistischen Partei...!
In Antwerpen war eine Wahl schwer durchzuführen, Die
KP hat davon profitiert, um vor den versammelten Strei- Genau wie die stalinistische KP in den Jahren 1927-1935, kenden an den ersten Streiktagen anzukündigen, daß sich und wie die SPD Kautskys vor 1914, hat die AMADA also ein Streikkomitee gebildet hätte und daß man seinen zwei Programme: ein Sofortprogramm und ein Programm Anordnungen folgen solle, Dieser Uberrumpelungsversuch tur die ferne Zukunft! kam bei den kämpferischen Arbeitern schlecht an. So wurde eine erste Erweiterung beschlossen, Aber die KP Trotz der "revolutionären" Gefühle ihrer Kader und der war durch die eine Erfahrung nicht geheilt. flammenden Reden ihrer Führer über den bewaffneten die Gewalt, ebenso wie über die (in der Ferne lie- Es bedurfte eines scharfen Flugblattes der IRT (dessen Verteilung morgens von der KP verhindert wurde), damit am Nachmittag ein echtes Streikkomitee gebildet wurde !
mus garniert.
In Gent hat die KP ihr absolutes Monopol benutzt, um "in aller Demokratie" ihre opportunistische Linie durch- Das läßt sich an zwei Beispielen zeigen: an ihrer Kapitulation vor der Gewerkschaftsbürokratie und ihren cusetzen.
Versuchen, das Streikkomitee zu manipulieren.
In Antwerpen verhielt es sich anders: die Verbindung von c.) Der Vorsitzende Mao hat die Genossen der AMADA avantgardistischen, von der KP unabhängigen Hafenar- elenrt, dan die Massen alles entscheiden. Leider sind beitern und Kadern der IRT hat bei mehreren Gelegenhei- åie Massen nicht spontan maoistisch: und der Zeitraum. ten auf den Ablauf des Kampfes Druck ausgeübt. in der es der AMADA -- nicht ungeschickt -- ge Verganunter der Hand Kämpfe zu dirigieren, gehören d.) Die Stunde der Wahrheit jedoch wird auf der Gewerk- genheit an. schattsebene schlagen. In Gent hat die KP bereits zum Rückzug getrommelt: es sollen Delegierte gewahit werden; aber der verräterische Sekretär soll nicht beunruhigt wer- Die revolutionär-marxistische ehrliche Schlußfolgerung von all dem kann man mit den Händen greifen: wenn die Massen in den Kampf eintreten, schaffen sie sich Kampf- In Antwerpen wird der Kampf um eine demokratische und organisationen, wo alle politischen Konzeptionen verkämpferische Gewerkschaft beginnen. Wie man aus den treten sind und jede von ihnen in einem gegebenen Moschueßen kann, scheint eine sehr weitgehende Übereinstim- ment die Mehrheit erringen kann. Erklärungen der verschiedenen politischen Formationen mung zwischen der KP und der LRT und anderen Kräften In diesem speziellen Fall herrschte die KP vor. möglich zu sein. Allein die Praxis wird zeigen, wie weit die KP in einem Kampf gegen den sozialdemokratischen AMADA ist in dreierlei Hinsicht vorgegangen: Apparat gehen will, --um einer echten politischen Diskussion über die konkree.) Das Erstaunlichste jedoch ist die VÖLLIGE ABWESEN- te Wirklichkeit des Streiks auszuweichen, haben sie eine HEIT der KP als Partei gewesen, systematische Verleumdungskampagne gegen die KP geführt. Das war die zentrale Achse ihres Kampfes in ei- Das ist zweifellos der deutlichste Ausdruck ihres nem Augenblick, wo tausende von Hafenarbeitern, die
seit mehreren Wochen im Streik standen, nach größtmög- Licher Aktionseinheit verlangten.
--im Hafen selbst unterstützten sie das Streikkomitee, sehr häufig jedoch bestimmte Mitglieder des Komitees, und trieben einen wahren Personenkult, um zu versuchen, diese Mitglieder für sich zu rekrutieren. --anderswo im Lande waren alle Tiefschläge erlaubt: systematische Angriffe gegen das Komitee, ein Versuch, Sammlungen im Namen des Komitees zu organisieren usw... Sie haben sogar ein Flugblatt mit ihrer eigenen Linie unter dem Namen des Streikkomitees (einschließlich verantwortlicher Redakteur!) verteilt. In dieser Sache sind sie verpflichtet worden, öffentlich Selbstkritik zu üben. Ob sie sich über die schwerwiegende Bedeutung dieser Sache Rechenschaft ablegen? Das Verhalten einer revolutio nären Organisation gegenüber einem demokratisch von der Gesamtheit der streikenden gewählten Streikkomitee ist ein entscheidendes Kriterium, der wichtigste Test: diese politische Unfähigkeit der AMADA, ihre Weigerung, die Arbeiterdemokratie zu respektieren, trägt einen Namen: Stalinismus! d.) Das andere Beispiel ist noch gravierender, denn es handelt sich -- hart formuliert -- um eine völlige Kapitulation vor der Gewerkschaftsbürokratie, welche die AMADA angreift... in Worten, die sie aber keineswegs zu vertreiben sucht.
Zwei Jahre lang (1970 und 1971) hat die AMADA die Parole immer katastrophaleren Ergebnissen dieser leeren Ankündi- der "Zerstörung der Gewerkschaften" gungen, machten sie beim Streik von Boel (Tamise) innerhalb von 24 Stunden eine Wendung von 180 Grad, als sie die Unterscheidung zwischen "guten" und "schlechten" Delegierten entdeckten (November 1971). Ihre Analyse der Gewerkschaftsbewegung blieb unverändert; vielmehr hatte einer ihrer genialen Theoretiker die Theorie des "Sozialfaschismus" (=Sosche und fache Wiederen nicht die gerlin te Aussie er dari- sche und falsche Wendung nicht die geringste Aussicht, Problem Nr. 1 des Klassenkampfes (um tatsächlich für den Sozialismus zu kämpfen) zu lösen: wie man die Gewerkschaftsbürokratie besiegen kann.
In diesem Sinne ist die AMADA -- unter dem die allgemeine Neuwahl des Gewerkschafen- Vorwand, den Kampf fortzusetzen delegierten!
e.) Alle kämpferischen Anstrengungen der Amada konzentrieren sich seitdem auf ein zentrales Ziel hin: die "echte" Kommunistische Partei - - die AMADA--aufzubauen.
Nur mit dem Ziel, für ihre Kirche zu werben, und ohne irgendwelche Rücksicht auf die Streikenden und ihre Forderungen interveniert die AMADA im Streik. --in keiner Weise, in irgendeinem Augenblick des Streiks ist der wirkliche Feind, die Schiffahrtsunternehmer, angegriffen worden. Keine Informationen über ihre Gewinne, über ihre Manöver, über ihre politischen Verbindungen, Ein merkwürdiges "Vergessen" oder ein merkwür diger Mangel für eine Organisation, die sich als einzige Verkünder des Marxismus-Leninismus betrachtet! *-die Auslösung harter Aktionen (die von einigen durch die Dauer des Streiks entnervten Hafenarbeitern gutgeheißen wurden) -- ohne Berücksichtigung der Kräfteverhältnisse, eines taktischen Zieles, einer politischen Orientierung -spiegelt nur das Ziel wieder, einige Arbeiterelemente zu isolieren, um sie an ihre Organisation zu fessein. --die systematischen Lügen über die KP und die IRT, ihre Verweigerung und ihr Unvermögen der politischen Diskussion haben allein zum Ziel, ihr eigenes Heiligtum onne Rücksicht auf die Arbeiterbewegung in ihrer Gesamtheit zu festigen, Dieses Sektierertum hat im übrigen die AMADA teuer bezahlt: trotz eines beträchtlichen militanten Einsatzes, wurde ihr Einfluß in dem Maße, wie der Kampf komplizierter wurde, immer geringer. Denn man muß, um in einem Kampf wie diesem bis ans Ende intervenieren zu kön- - 65• nen, einen Weg für die Massen haben!
4. DIE IRT a.) Im Gegensatz zur KP und zur kleinen Gruppe " Pouvoir Ouvrier" war die LRT - - wie die AMADA - - eben nicht bei den Hafenarbeitern verankert. Die Intervention beschränkte sich auf den wöchentlichen Verkauf von "ROOD" und auf die Verteilung von Informationsblättern, Wir haben an diesem Streik gezeigt, wie eine kleine revolutionäre Organisation -- wenn sie eine politisch richtige Linie hat -- eine wichtige Rolle spielen kann, einmal, um zur Entwicklung des Kampfes beizutragen, zum anderen für die Herausbildung einer Arbeiteravantgarde in enger Verbindung mit den revolutionăren Kadern. b.) Der Schwerpunkt des Streiks lag bei dem beträchtlichen und dauerhaften Selbstorganisationsvermögen der Hafenarbeiter. Das war der Grundpfeiler und die hauptsächliche Errungenschaft des Kampfes. Die LRT entwickelt in dieser Beziehung eine doppelte Linie: Unterstützung für das Streikkomitee in dem Maße, wie es den Streik demokratisch leitet.
Die IRT hat bei zwei Gelegenheiten entscheidend interveniert:
--infolge einer Aufklärungsarbeit unter den aktivsten Hafenarbeitern in Gent haben durch die Aktivität der IRT Nitglieder der KP die Wahl eines Streikkomitees vorangetrieben.
--eine energische öffentliche Intervention der LRT hat verhindert, daß ein hinter den Kulissen gebildetes Streikkomitee, in der Hand der KP, sich des Streiks bemächtigt.
Neben der Unterstützung der Streikkomitees, über das jede materielle und politische Unterstützung laufen muß, sollen die politischen Tendenzen eine DEMOKRATI- SCHE DISKUSSION führen, damit sich eine adäquate Taktik und eine echte Arbeiteravantgarde herausbilden, die für den revolutionären Marxismus und für den Kommunismus gewonnen wird.
c.) Diese Taktik ist für eine revolutionäre Avantgarde der Arbeiterklasse von entscheidender Wichtigkeit. Man mul verstehen, in jeder Etappe des Kampfes die entsprechenden Losungen zu finden.
Und das Schlüsselproblem ist hierbei wieder einmal die Gewerkschaftsbürokratie gewesen. Sie hat diesen lang• andauernden "wilden" Streik provoziert. Sie wird weiterhin eine Belastung aller Arbeiterkämpfe darstellen. Die Losung "ANERKENNUNG DES STREIKS DURCH DIE GEWERKSCHAFTEN" war lebenswichtig -- während und nach dem Streik. Das ist die echte kurzfristige Perspektive , seitdem der Streik beendet ist. Die IRT setzt sich für eine kämpferische Gewerkschaft und für die innergewerkschaftliche Demokratie im Dienste der Arbeiterkämpfe ein. Man muß also die politischen Bedingungen für den Beginn dieses Kampfes schaffen: die Existenz des Streikkomitees weitererhalten, es umfassend nach den verschiedenen Kategorien der Hafenarbeiter strukturieren und es dahin bringen, daß es unversöhn- Wah fen ein Deose ren und Sekretäten -- eintritt. "Reinisung" in der UBOT - - mit d.) Aber diese Taktik kann nur adäquat angewandt werden, wenn sie von einer Organisation mit einer revolutionären Strategie unterstutzt wird, Und gerade in diesem Punkt unterscheidet sich die IRT von der AMADA. die ein völliges Unverständnis von der heutigen Arbeiterbewegung offenbart, und von der KP. die sie zwar versteht, eich aher dem herrschenden Reformismus der PSB und des FGTB anpasst, Die politische Perspektive der IRT ist die sozialistische Revolution, mit drei Vorbedingungen:
-- Aufbau der revolutionären Partel, die sich in fortschreitendem Maße in der Arbeiterklasse verankert.
--ein antikapitalistisches Kampfprogramm, das den Erfor- Mit dieser Perspektive kämpft die LRT für eine Einheitsdernissen des Kampfes und dem Bewußtsein der Arbeiter front mit anderen Strömungen der Arbeiterbewegung und gerecht wird zuerst für die Verstärkung einer antikapitalistischen --Kampf für den Aufbau demokratischer Massenorganisa- klassenkämpferischen Linken in den Gewerkschaften. tionen: Gewerkschaften, Streikkomitees, Arbeiterräte (aus LA GAUCHE vom 15. Juni 1973)