Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Südafrika

Frauenbewegung in Südafrika

· Inprekorr Nr. 248/249, Juni/Juli 1992 · S. 65-71 · 5.146 Wörter

Frauen Südafrika Gewerkschaften und Streiks

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Frauenbewegung in Südafrika wenig Fortschritte dabei erzielt worden, Frauen aus den Zwängen des Hauses zu befreien und ihnen Leitungspositionen in Südafrika Arbeitsplatz gibt es einige Errungenschaften, politischen Organisationen zu geben. Am wie z.B. Vaterschaftsurlaub etc.. Doch dies betrifft nur einen kleinen Prozentsatz der Frauen.

Wie groß ist der Anteil von Mercia Andrews ist Mitglied des Sekretariats der Worker's Frauen, die lohnabhängig sind? Organisation for Socialist Action (WOSA), einer revolutionären 1989 waren 48% der städtischen Frauen südafrikanischen Organisation. Sie spricht in dem folgenden Inter- (vor den beiden letzten Jahren der Rezession view, das zuerst in der französischsprachigen Zeitschrift Cahiers du und Entlassungen)) lohnabhängig. Doch diese Zahlen sind nicht akkurat, da Feminisme erschien, spricht sie über die heutige Situation südafrika- sie Frauen aus den sog. Bantustans und die nischer Frauen. Das Interview führte Catherine Rosehill. gesamte Unterbeschäftigung nicht miteinbeziehen. Hunderttausende von Frauen arbeiten im informellen Sektor (z.B. Straßenhandel, private Dienstleistungen etc.).

Wie sieht das Leben schwarzer In welchen Sektoren sind die Frauen in Südafrika aus, was die Arbeitsplatz erkämpft hat -, wo nur wenige meisten Frauen angestellt? Situation in der Familie und am dieser Frauen auch in den Leitungen zu Arbeitsplatz betrifft? finden sind. Lebensmittelindustrie, Heimarbeit und Ein anderes Beispiel ist die LehrerInnen- textilverarbeitende Industrien - die traditio- Ich glaube, daß die Idee der Frauenbefrei- gewerkschaft, die zu 70% aus Frauen besteht, nellen weiblichen Sektoren. In der Metallung von der Unterdrückung zuhause und von denen wiederum nur wenige in der und Elektroindustric gibt es nur wenig Fraugleichzeitig von der Ausbeutung am Arbeits- Leitung repräsentiert sind. en. In den Gruben arbeiten überhaupt keine platz verschieden weit verbreitet ist. Es gibt Das Erbe dieser Organisationen war die schwarzen Frauen. Diskussionen über diese Frage, die aber Idee, daß wir zuerst die Organisation aufbau- So sind die Frauen in den traditionellen hauptsächlich in politischen Organisationen en müssen und dann erst über Geschlechter- Sektoren des Gesundheitswesens und der stattfinden. Sie hat sicher noch nicht die fragen diskutieren können. Dienstleistungen konzentriert. townships oder die ländlichen Dörfer er- Ich denke, daß die Frauen zuhause immer reicht, wo alles noch in den Kinderschuhen noch in der traditionellen Frauenrolle sind. Welche Rolle haben Frauen in steckt. Sogar für junge Frauen hat sich dies wenig den großen Auseinandersetzun- In diesem Land hat es noch nie eine geändert. Die Frauen spielen die Rolle, die sie gen der jüngsten Zeit gespielt? unabhängige Frauenbewegung der unter- schon immer gespielt haben, indem sie ihrem drückten Frauen gegeben. Frauenorganisa- Mann oder ihren Kindern dienen. Diese Frage läßt sich nur auf verschiedetionen waren meist an politische Organisatio- Die Kirche hat eine bedeutende Rolle nen Ebenen beantworten. nen gebunden. beim Abwürgen von Fraueninteressen ge- Betrachten wir die Stadtteilkämpfe, öko- Daher konnten sie auch nie eine unabhän- spielt. In vielen schwarzen Gemeinden ist es nomische Fragen, Wohnungsfragen usw.: in gige Politik entwickeln. Die Frauenorganisa- z.B. ein Tabu, daß Frauen Jeans tragen. den Nachbarschaftsorganisationen und Bürtionen haben sich weder um die Geschlech- Die meisten Frauen finden es immer noch gerinnenverbänden haben normale Frauen erfrage noch um die Stellung der Frauen in nicht richtig, daß Frauen Jeans tragen - dies eine wichtige Rolle gespielt. unserer Gesellschaft gekümmert. Sie fungier- gilt auch für gewerkschaftlich organisierte Sie haben Kämpfe gegen die Gemeindeien vor allem als Unterstützerinnen der poli- Frauen oder Frauen in gewerkschaftlichen verwaltungen, die Polizei und den Staat tischen Organisationen. Leitungspositionen. geführt. Sie mußten oft an der Spitze klimp- Daher ließe sich sagen, daß es - wie im Wenn Du eine so einfache Frage wie die fen, weil sie cinfach von ihrer wirtschaftli- Rest Afrikas - keine Basisbewegung von der Abtreibung betrachtest, wirst Du feststel- chen Lage dazu gedrängt wurden. Frauen gibt. len, daß alle Angst davor haben, sie auf die So wurde der Kampf um bessere Woh- In den letzten zehn Jahren sind viele Tagesordnung zu setzen - politische Organi- nungen, für Elektrizität oder Bildung vor Frauen in den Gewerkschaften gegangen, sationen und die Frauenbewegung. So ist es allem von Frauen ausgetragen. In der Gemußten dort aber auch um Leitungspositionen eine ziemliche Ironie der Geschichte, daß die werkschaftsbewegung haben sich sowohl in der Gewerkschaft kämpfen. Frauen der [regierenden weißen] National- Männer als auch Frauen an den Kämpfen Ein klassisches Beispiel ist die South partei sic vor der Befreiungsbewegung aufge- beteiligt. Hier waren die Frauen oft etwas African Catering and Commercial Union griffen haben. zurückhaltender, wenn es darum ging, sich an (SACCU) - eine der Gewerkschaften, die die Um es zusammenzufassen: wie in den die Spitze der Kämpfe zu setzen. meisten Errungenschaften für Frauen am anderen afrikanischen Staaten sind auch in Ich glaube hier spielt der Mutterinstinkt eine Rolle, der sich fragt: wenn ich meine 6 5

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Arbeit verliere, wer wird dann die Familie ernähren? Doch in vielen Fällen, wie dem SACCU Streik oder dem Schwesternstreik vom letzten Jahr, haben sie eine führende Rolle gespielt.

So läßt sich sagen, daß die Frauen in den letzten zehn Jahren eine bedeutende Rolle im Befreiungskampf dieses Landes gespielt haben. Doch leider hat dies nicht dazu geführt, daß Frauen Organisationen leiten.

Meistens fechten sie die Schlachten aus und kehren dann zur Unterdrückung in der Familie zurück, wo ihnen der Mann verbietet, zu politischen Treffen zu gehen.

Am Tag, wenn die Männer zur Arbeit sind, führen die Frauen die sozialen Kämpfe und abends gehen die Männer dann auf die Treffen und die Frauen bleiben zuhause. In vielen Organisationen wie der Bürgerbewegung oder der Stadtteilbewegung sind mehrheitlich Frauen, was auch für die Arbeitslosen- und Kooperativenbewegungen zutrifft.

Auch in den Kirchen stellen Frauen die Mehrheit der Mitgliedschaft. Alles in allem haben Frauen eine wichtige und führende Rolle beim Aufbau der Organisationen und dem Kampf für ein neues Südafrika gespielt.

In diesem Land gibt es zwei verschiedene Spaltungslinien: die Apartheidtrennung zwischen ethnischen Gruppen und die Trennung zwischen sozialen Gruppen. Welchen Einfluß hatten diese beiden Spaltungslinien auf die Möglichkeit des Aufbaus einer wirklichen feministischen Basisbewegung, auf die Bildung feministischen Bewußtseins und die Mobilisierung von Frauen?

Zuerst cinmal ist es so, daß wegen des Erbesder Apartheid und der Traditionen viele schwarze Arbeiterinnen nicht annähernd so gut ausgebildet sind wie weißen Geschlechtsgenossinnen oder jene aus der Mittelschicht. Daher werden in vielen Organisationen die Debatten um Geschlechterfragen nicht auf der Basisebene diskutiert, weil die Leute mit diesen Fragestellungen nicht konfrontiert worden sind. Eine Debatte um den Sexismus wird sicher schwer zu führen sein. 6 6 SÜDAFRIKA

Das merke ich in meiner eigenen Arbeit. re vorgelegt. Am zweiten Tag stoppten jene Es wird lage dauern, bis wir den Frauen 20% schwarzer und aus ländlichen Gegenden deutlich machen können, daß sie eine andere kommender Frauen die Konferenz. Sie sag- Rolle in der Gesellschaft haben. Wir müssen ten: "Es reicht uns, daß ihr Akademikerinnen nach Mitteln und Wegen suchen, um diese und weiße Feministinnen und schwarzen Debatten an einfache Frauen heranzutragen. Frauen mit Papieren überhäuft. Ihr forscht zu Ein Beispiel ist die große Konferenz zur schwarzen Frauen in den ländlichen Gebieten, schwarzen Frauen in den Fabriken, habt uns aber nie beigebracht, wie solche Forschung zu betreiben ist.

OMO: Ihr habt uns nie beigebracht, wie wir über unser eigenes Leben reden können, wie wir unser eigenes Leben bestimmen können. Ihr wollt auf unseren Rücken schreiben, und oft geschicht das nicht, um einen Beitragzu unserem Befreiungskampf zu leisten, sondern um Eure akademische Laufbahn zu befördern und das nehmen wir nicht hin". So haben sie die IWE Konferenz gestoppt.

Dies war der Beginn einer Revolte gegen jene Kreise, die die Entschei- STAR VER dungen fällen und die Debatten um arbeitende Frauen führen. Damit will ich deutlich machen, daß wir Politicos IN RURAL neue Wege finden müssen, um einige dieser Themen den ländlichen Frauen und Arbeiterinnen näherzubringen. AREAS Wenn uns dies nicht gelingt, wird es in diesem Land keine richtige feministische Bewegung geben, oder eine Bewegung, die wirklich über die Interessen der arbeitenden Frauen reden kann.

Wir werden eine kleinbürgerliche feministische Bewegung haben, die irrelevante Fragen anspricht. Damit müssen wir uns auseinandersetzen. Wir wissen noch nicht, wie das geschehen soll. Viele von uns politischen Aktivistinnen haben diese Fragen überschen und haben Wir verhungern auf dem Land... stattdessen politische Organisationen aufgebaut, wobei der Aufbau einer Geschlechterfrage, die Mitte 1991 stattfand. Frauenbewegung in diesem Land unter den Eingeladen waren feministische Akademike- Tisch gefallen ist. rinnen, Aktivistinnen aus politischen und anderen Organisationen, cinige Frauen aus Wo sind die besonderen Anlie- Basisstrukturen und einige internationale gen junger schwarzer Frauen, die Gäste. sich an den sozialen Kämpfen Auf dieser Konferenz waren 80% der beteiligen? Teilnehmerinnen entweder weiße Intellektuelle oder farbige und indische Frauen aus der Es gibt eine Reihe von Themen, die Mittelschicht. Zehn Prozent waren Frauen aufkommen. aus politischen Organisationen und es gab Eines ist die Frage, daß Frauen oft die einen kleinen Prozentsatz von Frauen aus Mehrheit in einer Organisation ausmachen, Basisorganisationen. aber nicht in der Leitung vertreten sind. All diese Akademikerinnen hatten Papic- Es gibt auch das Verlangen, die politischen Fragen zu verstehen. Frauen haben oft

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Lieder gesungen und Parolen gerufen, ohne wirklich zu wissen, worum es geht. In unserer eigenen Organisation gibt es das Verlangen, Studiengruppen aufzubauen und die politischen Themen zu diskutieren, die von der internationalen feministischen Bewegung debattiert werden.

Es gibt ebenfalls die Forderung nach einem anderen Herangehen an die Erziehung und Bildung. Die Leute wollen zur Schule gehen, um sich selbst zu bilden. So wollen die Leute all jene Dinge im neuen Südafrika, die ihnen bisher vorenthalten worden sind. Sie wollen die Früchte ihres Kampfes ernten, zur Schule gehen und Arbeit haben.

Abgesehen von der Frage der Gewalt gegen Frauen gibt es keine Debatte über Forderungen von Frauen als Frauen. 1991 gab es viele Protestaktionen gegen diese Form der Gewalt und Frauen sagen, daß dies eine politische Frage ist und daß sie größere Sicherheit fordern.

Es gibt auch eine starke und weiterverbreitete Stimmung gegen das Labola. Dabei handelt es sich um den traditionellen Kauf ciner Braut - eine zwischen zwei Familien arrangierte Heirat.

Die Frauen sagen, daß sie nicht wie Vieh ver- und gekauft werden wollen. Arbeitende Frauen in den Gewerkschaften haben dieses Thema aufgegriffen.

In einem Land, wo man denkt, daß die Leute gegen ihre Unterdrücker kämpfen - wie steht es da mit der Gewalt gegen Frauen? Sie findet sehr oft statt. Sogar einige Männer, die in politischen Organisationen sind, schlagen ihre Frauen.

Es gibt kein Bewußtsein darüber, daß wir gleich sind und daß man seine Macht gegenüber körperlich Schwächeren nicht mißbrauchen sollte.

Frauen werden in politischen Organisationen ausgenutzt und werden in Gewerkschaften sexuell mißbraucht. Einige Gewerkschaftsführer versuchen, mit allen Frauen in ihrem Umfeld zu schlafen. Es gibt eine Menge sexuellen Mißbrauchs dieser Art. Vergewaltigungen sind zu einem zentralen Problem geworden. Statistiken zeigen, daß es in unseren Gemeinden und Städten alle zwanzig Minuten eine Vergewaltigung gibt. Frauen können nicht cinmal daran denken, nachts alleine in einen Zug zu steigen. Wir können in unseren Städten und Straßen nicht einmal alleine spazierengehen.

Gewalt und Inzest sind cbenfalls an der Tagesordnung. Ich glaube, daß sich dies auf der soziologischen Ebene zum Teil durch die SÜDAFRIKA schnelle Verstädterung, das Auseinanderbrechen ländlicher Gemeinden und der Unfähigkeit mit der Gesellschaft klarzukommen erklären läßt.

Inzest nimmt immer mehr zu, der für sogenannte afrikanische Familien ein eher ungewöhnliches Phänomen ist, weil dort die Familic, die Kinder und die Großfamilie sehr wichtig sind. Diese Strukturen zersetzen sich aber. Wir müssen diese Themen behandeln. Ich weiß allerdings auch noch nicht genau, wie dies geschehen soll.

In Bezug auf die Gewalt - gibt es da von Seiten des Staates oder der politischen und Massenorganisationen irgendwelche Vorschläge, Zentren für geschlagene Frauen zu schaffen? Langsam werden solche Zentren aufgebaut. Dabei gibt es sowohl Gruppen wie "rape crisis", "lifeline" oder "childline" als auch Zentren für geschlagene Frauen. doch nur wenige Frauen kommen wirklich in solche Zentren. Ich kenne eine Genossin, deren Mann auch politisch aktiv ist. Er schlägt sie jedes Wochenende. Sie hat eine gebrochene Nase und einen gebrochenen Arm.

Es ist schwierig, in einem solchen Fall zu intervenieren, auch wenn wir es als politische Angelegenheit behandeln. Es ist schwer herauszufinden, was wir tun sollen, da sie in der nächsten Woche dann schon wieder zusammen sind. Nur wenige Arbeiterinnen suchen solche Zentren auf. Es sind vor allem Studentinnen und kleinbürgerliche Frauen, die in die Zentren kommen.

Die Arbeiterinnen schen es als Teil ihres Lebens und auch wenn sie sich wehren, gibt es wenig politisches Bewußtsein in der Frage. Bin anderes Beispiel ist der Umstand, daß in vielen Gemeinden Frauen, die mit Häuptlingen verheiratet sind, es hinnehmen müssen, daß ihr Mann noch drei oder vier andere Frauen heiratet.

Dieser Teil der Tradition und Kultur wird von Moslems und Zulus gleichermaßen praktiziert. In den letzten beiden Jahren hat sich eine Schwulen- und Lesbenbewegung entwickelt. 1990 gab es von Seiten dieser Bewegung einen Marsch in Johannesburg, wobei allerdings die meisten Teilnehmerinnen eine Tüte über den Kopf gezogen hatten, da Schwul- und Lesbisch sein per Gesetz verboten ist. Zusätzlich noch in einem afrikanischen township Schwul oder Lesbisch zu sein, ist noch schlimmer, da es hier als Krankheit angeschen wird.

Viele der Frauen im Frauenverband des ANC haben behauptet, daß Schwule und Lesben Ergebnisse des Kapitalismus und der Apartheid sein und daß wenn diese abgeschafit würden, auch die Schwulen und Lesben verschwänden. In dieser Frage gibt es einen starken Konservatismus.

Wie ist die Lage auf den Gebieten Mutterschaft und Verhütung? In diesem Land gibt es zwei Probleme mit der Verhütung. Das größte Problem kam anfang der 80er Jahre auf, als die Nationalpartei versuchte, den Gebrauch von Verhütungsmitteln zu steigern, da sie vor einer Bevölkerungsexplosion warnte.

Doch in den schwarzen Gemeinden wurde dies als Versuch der Apartheidregierung gesehen, um die Schwarzen im Land zu unterdrücken.

Diese Sicht der Dinge war z.T. Ergebnis der Art und Weise, wie die Regierung ihre Kampagne durchführte. Sie ermunterten Weiße, drei bis vier Kinder zu bekommen, sagten aber gleichzeitig, daß die Schwarzen Verhütungsmittel benutzen sollten und dies brachte alle politischen Vorstellungen darüber durcheinander, was Verhütung wirklich für eine Frau bedeuten kann - all die Freiheit, die sie ihr bringt.

So gibt es also viele Probleme und ich glaube, daß politische Organisationen oder Feministinnen genug getan haben, um das Thema Abtreibung zu politisieren. Wir haben nur versucht, in einigen Fallen darauf hinzuweisen, wie Verhütung in diesem Land benutzt wird. So begeben sich Frauen zur Geburt in eine Klinik und bekommen dann ohne Nachfrage oder gar Erlaubnis Injektionen oder ihnen wird cinfach die Gebärmutter entfernt. Dies geschah in vielen Kliniken und die Leute haben erst nachher gemerkt, was los war.

Also haben wir auf diese Fehler des Systems hingewiesen und versucht, die Leute darüber aufzuklären und ihnen ihre Rechte zu erklären.

Doch wir haben nicht genug getan, um deutlich zu machen, wie wichtig Abtreibung für Frauen in Bezug auf ökonomische Unabhängigkeit, soziale Unabhängigkeit usw. ist. Ich glaube, daß wir hier noch viel mehr tun müssen.

In vielen ländlichen Gemeinden ist Verhütung ein Tabuthema. Ich denke, daß vicle Frauen noch nicht gemerkt haben, wie radikal sich ihr Leben verändern kann, wenn sie alle Möglichkeiten in Betracht zichen. Hinzu kommt, daß die Verhütungsmittel, die Frauen und besonders Arbeiterinnen bekommen, die billigsten sind.

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SÜDAFRIKA rInnen haben in dieser alle 14-Tage Hinsicht keine Rechte. Was haben Frauen von den heutigen Veränderungen in Südafrika zu erwarten?

Wie der Rest der Wo informieren sich Bevölkerung haben sie internaticnalistische Linke über gar nichts zu erwarten In diesem Land wurde Widerstand in Österreich gegen ein Bündnis zwischen den ANC-Frauen und EG-Beitritt, die Festung Europa, den Frauen der Natio nalpartei hergestellt.

gegen Haider und andere Faschos Andere organisierte Frauen wurden ebenін der Alpenrepublik falls zu diesem Bündnis eingeladen.

Doch das ist schr gemischt und reicht von Die LINKE der Chefredakteurin von Cosmopolitan über Geschäftsfrauen bishin Jahresabo DM 70,-/Sfr 68 Probeexemplor gralis. zu Frauen aus politi- Bestellungen on Die LINKE, Postfach 395, 1070 Wien schen Organisationen. zum Kennenlernen Ich sche nicht, daß solch ein Bündnis irgendweleine Probenummer bestellen che Veränderungen für Arbeiterinnen erreichen kann. Und es ist schließ- Die Frauen sind als Versuchskaninchen lich dieses Bündnis, das über die Verfasmißbraucht worden und hatten nie die Mög- sungsänderungen debattieren soll. lichkeit für diese oder jene Methode zu Die Mehrheit der Arbeiterinnen interesentscheiden. siert sich nicht besonders für diese Vorgänge, Mutterschaftshilfen sind immer noch ein da sie in ihren Gemeinden nicht entsprechend großes Problem in diesem Land. Das Gesetz debattiert werden. Ich bezweifle, daß es sicht vor, daß eine Frau drei Monate Mutter- irgendwelche größeren Veränderungen für schaftsurlaub nehmen kann. Der Staat be- Frauen geben wird. Eine Neuerung besteht zahlt ihr dann 40% des vorherigen Gehalts darin, daß die Frauengesetzgebung geändert und der Unternehmer muß ihr auch eine wurde. Frauen werden nicht mehr wie Minkleine Summe zahlen. Auf jeden Fall gibt es derjährige behandelt. keinen vollen Lohnausgleich, wenn Frauen Vorher konnte Frauen weder Konten er- Mutterschaftsurlaub nehmen. Das Gesetz ist öffnen, noch einen Scheck ohne Zustimmung also dringend änderungsbedürftig. ihres Mannes unterschreiben. Jetzt können Einige Gewerkschaften konnten bestimm- Frauen wirtschaftlich unabhängig handeln. te Vergünstigungen erkämpfen, darunter auch Doch ich glaube, daß dies cher daher SACCU, deren Erfolge schr weit gingen: der kommt, daß sie ihren Markt ausdehnen wol- Unternehmer muß über sechs Monate hinweg len, als daß sie Frauen für fähig halten. So den vollen Lohn zahlen und die Frau be- kann ich keine größeren Veränderungen zukommt bei ihrer Rückkehr den gleichen gunsten der Frauen schen. Arbeitsplatz wieder.

Sie haben auch das Recht erkämpft, ihre Welche Art von internationaler Kinder einmal im Monat in eine Klinik Solidarität brauchen wir zwischen der südafrikanischen und bringen zu können. So haben einige Gewerkschaften sehr gute Vergünstigungen erreicht europäischen feministischen und andere nicht. Bewegung?

Bin großer Teil der Arbeiterinnenschaft, Ich denke, daß wir Kontakte knüpfen wie z.B. Hausangestellte oder Landarbeite- müssen, aber Kontakte auf gleicher Basis, so 6 8 daß wir voneinander lernen können. Die curopäische feministische Bewegung soll nicht glauben, daß wir ihren Feminismus nach Südafrika oder ein anderes Land der "Dritten Welt" importieren müssen. Hierzulande ist die soziale und kulturelle Situation vollkommen anders und stützt sich auf andere Traditionen. So müssen sie von uns und wir von ihnen lernen.

Ich glaube, daß sie viele Jahre kämpfen mußten, um in ihren Ländern eine feministische Bewegung aufzubauen und sie sollten diese vielleicht erst bilanzieren, bevor sie kommen und uns erzählen, was wir zu tun haben.

Wir wissen auch, daß die feministische Bewegung hier noch sehr jung ist. Gleichzeitig sind sich viele Aktivistinnen darüber im Klaren, daß sie keinen bürgerlichen Feminismus in unseren Kampf hereintragen wollen.

Vielleicht wird es lange dauern, aber wir werden eine unserer Situation angemessene Art von Arbeiterinnenpolitik in diesem Land aufbauen. Ich denke, daß dies unsere Aufgabe ist.

Sicher gibt es viele Dinge, die wir lernen müssen, doch dies Lernen muß auf einer gleichberechtigten Ebene stattfinden und nicht wie in einer kleine Schwestergroße Schwester Beziehung.

Ich denke auch, daß die Frauen in diesem Land über eine reiche Geschichte von Mobilisierungen und Kämpfen verfügen, die weit über alle Erfahrungen in der "Ersten Welt" hinausgeht. Wenn wir also wirklich zusammenkommen, können wir eine starke feministische Bewegungschaf- Ich denke auch, daß wir viel von ähnlichen Gesellschaften in Asien und auch von Frauen aus Lateinamerika lernen können.

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Internationale Arbeiterinnenbewegung Spenden für den Aufbau der GRS

Die Mitglieder der 4. Internationale in der ehemaligen DDR, die sich in der Gruppe Revolutionäre Sozialistinnen zusammengeschlossen haben, arbeiten unter schwierigen Bedingungen am Aufbau ihrer Organisation. Durch öffentliche Veranstaltungen wie die Streitgespräche von Ernest Mandel mit Gregor Gysi oder Andre Brie und ihre Zeitung Avanti tragen sie dazu bei, daß revolutionäre Positionen wieder diskutiert werden. Durch politische Initiativen wie Aktionen zum Golfkrieg oder Aktionseinheiten gegen Arbeitslosigkeit und Sozialabbau sind sic bemüht, ihren Möglichkeiten entsprechend zur Organisierung des Widerstandes beizutragen. Diese Arbeit wird von sehr jungen Genossinnen und Genossen geleistet, die ihr Engagement, aber kaum Gelder einbringen können. Sie kann darum auf längere Zeit in diesem Umfange nur durch Spenden aufrechterhalten werden. Spendet auf das Konto: Hans-Jürgen Schulz, Hamburger Sparkasse, Kontonr.:1278466279, BLZ. 20050SS0. Stichwort GRS.

Folgende Spenden gingen seit der letzten Nummer der Inprekorr ein (Eingänge bis 8.4. berücksichtigt): Klaus B., Franz, Seminar Neetze je 100 DM, Klaus S. 75 DM, Axel, Georg, Willy, Friedrich, Michael, Silvia, Bernhard je 50 DM, Gerlinde 40 DM, Evelyn 3SDM, Gerald 25DM, Beate 20 DM, Alfred 10 DM.

Alter Spendenstand: 25.142,66 DM

Neuer Spendenstand: 25.992,66 DM

Spenden für Inprekorr

Für den Ausbau und besseren Vertrieb der Inprekorr sind wir auf Zuschüsse angewiesen. Nur aus Abonnements und Beiträgen der Mitglieder der 4. Internationale ist die Zeitschrift nicht zu halten. Wer an einer lebensfähigen Inprekorr interessiert ist, spende auf das Konto: Hans Jürgen Schulz, Hamburger Sparkasse, Kontonr.:1278466279, BL.Z. 200S0SS0. Stichwort:Inprekorr.

Seit der letzten Nummer gingen ein: Heiko 800 DM, Eberhard 120 DM (Jugendlager), Klaus B. 100 DM, Willy 50 DM.

Alter Spendenstand: 5400 DM

Neuer Spendenstand: 6.470 DM

Spenden für Osteuropa und die ehemalige Sowjetunion

Der Weltkongreß der 4.Internationale beschloß im Februar einen Spendenaufruf zur Unterstützung revolutionärer Organisationen in Osteuropa und der ehemaligen Sowjetunion. Spendenziel sind 100 000 Dollar. Mit diesem Beitrag soll vor allem die Arbeit in Polen, der CSFR (tschechische Inprekorr) und der chemaligen Sowjetunion unterstützt werden, wo "Inter-Vzegliad (Internationaler Standpunkt) erscheint. Wir beteiligen uns an diesem Vorhaben und bitten um Spenden auf das Konto Hans-Jürgen Schulz, Hamburger Sparkasse, Kontonr: 1278466279, BLZ: 20050550. Stichwort: Osteuropa.

Seit der letzten Nummer gingen cin: Willy 50 Alter Spendenstand: 2.070DM Neuer Spendenstand: 2.120 DM ausgeschlossen. Gleichzeitig wurden 4 Be- CUBA zirksgruppen aufgelöst.

Den Betroffenen wurde vorgeworfen, im Jugendkongreß auf Cuba der SJ aufzubauen. "Beweis" war ein Papier, geheimen eine revolutionäre Organisation in das aber weder Datum noch Unterschrift Der 6. Kongreß des Verbandes Junger trägt, und dessen Echtheit ein Zeuge behaup- Kommunisten Kubas fand vom 31.3.-4.4 in tete, der nicht genannt wurde. Havanna statt. 1.500 Delegierte vertraten 600.000 Mitglieder. Als 1. Sekretär wurde Roberto Robaina wieder gewählt. FRANKREICH Der Kongreß stand im Zeichen der Notlage auf der Insel. Anders als bisher üblich wurde er nicht durch die Regierung, sondern "Arbeiterfestung" fällt über eine Spendenkampagne finanziert. Die Delegierten wohnten in Privatunterkünften und radelten demonstrativ zum Kongreß. Am 27.März schloß das große Renault- Bröffnet wurde er von den Delegierten durch werk von Billancourt in der Nähe bei Paris. das Ausheben von Luftschutzbunkern. Billancourt war ein Symbol: für die BefürworterInnen des Kapitalismus ein Vorbild für modernste Produktion; für seine Widersacherinnen ein Beispiel für inhumane Arbeitsbe- PERU dingungen aber auch für Arbeiterinnenwiderstand.

Seit das Werk 1929 eröffnet wurde, sind Sendero auf dem Vormarsch insgesamt über eine Million Männer und Frauen durch die Werkstore gegangen. Auf Sendero Luminoso (Leuchtender Pfad), seinem Höhepunkt 1939 beschäftigte Billandie Guerillaorganisation der maoistischen court 37.000 ArbeiterInnen und war damit Kommunistischen Partei Perus hat vor dem eine der größten Fabriken in Europa. Fujimori-Putsch ihre Titigkeit faktisch auf Doch Renault war auch ein frühes Beidas ganze Land ausgedehnt (19 von 24 spiel für die Übernahme amerikanischer Tech- Provinzen) und sich vor allem in den Elends- nik. So führte Louis Renault das Fordsche vierteln von Lima (ein Drittel der Bevölke- Fließband 1930 ein, womit 53.000 Autos pro rung des Landes lebt in dieser Stadt) festge- Jahr hergestellt werden konnten. Bis 1969 setzt. Die Zahl der Klimpfer bleibt mit 3.500 konnte der Tagesausstoß sogar auf 1.100 - 5.000 freilich relativ begrenzt (Stärke der Autos gesteigert werden. Armee: 120.000 Mann). Doch nicht nur das Fließband machte Die Erfolge wurden dadurch erleichtert, Billancourt zu einem hervorragenden Beidaß die meisten linken Parteien zur Wahl von spiel für die zweite industrielle Revolution, Fujimori als angeblich kleineres Ubel aufge- die sich auf die Stahl-, Chemie- und Elektrorufen hatten und teils auch die "antiterroristi- industrie stützte. Billancourt war ein Vorsche" Offensive der Regierung unterstützten. reiter in Sachen "vertikale Integration", d.h., Sendero Luminoso kann in ihrem Vorge- daß Renault als eine der ersten Firmen damit hen mit den "roten Khmer" in Kampuchea begann, sämtliche Zulieferarbeiten selber verglichen werden. Führende Kräfte der Lin- auszuführen. ken und der Gewerkschaften wurden von Die Vereinfachung der Produktionsproihnen ermordet (siehe Inprekorr Nr. 247). zesse durch die zweite industrielle Revolution wirkte sich auch auf die ArbeiterInnen aus: durch die voranschreitende Arbeitsteilung ÖSTERREICH und die Einführung neuer Maschinen konnten mehr halb- oder ungelernte ArbeiterInnen angestellt werden, was den Druck auf den Ausschlüsse Arbeitsmarkt erhöhte. Doch nicht nur das. Diese "Gleichmacherei" riß auch viele Schranken innerhalb der Arbeiterinnenklasse nie- Am 19. März wurden fünf leitende Mit- der. So waren es in den 30ern gerade Betriebe glieder der Sozialistischen Jugend Öster- wie Renault, die geschlossene Massenaktioreichs (SJ) als Anhänger der Zeitschrift "Vor- nen der überwältigenden Mehrheit der Belegwärts" ("Zeitung der Marxisten in SJ, SPÖ schaft sahen. Mit der fast 2,5 Millionen und Gewerkschaften") aus dem Verband Arbeiterinnen erfassenden Streikwelle von

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Internationale Arbeiterinnenbewegung 1936 trat dann auch der neue Arbeiterinnentypus, die angelernten Arbeiterinnen (im Französischen die sog. "O.S.") auf die politische Bühne. hier ist eine weitere Parallele zu den USA: auch dort hatten diese angelernten Arbeiterinnen eine bedeutende Rolle gespielt, als sie den "Congress of Industrial Unions" (CIO) aufbauten.

Natürlich war sich auch das Management von Renault der sozialen Brisanz seiner Firmenpolitik bewußt und schon 1930 gab es 1.500 bezahlte InformantInnen unter den Angestellten. Der Widerstand wurde so allerdings nicht gebrochen: von 1915-35 waren 1% aller Streikenden in Frankreich Angehörige von Renault und schon 1912 wurde gegen die Einführung des Chronometers zur Messung der Arbeitsgeschwindigkeit gcstreikt.

Die Kommunistische Partei Frankreichs kümmerte sich besonders um Billancourt. Schon 1921 hatte sie eine Zelle bei Renault und 1936 traten 7.000 (von 30.000) ArbeiterInnen im Zuge der großen Streikwelle in die KPF ein. Ein ähnlicher Anstieg der Mitgliedszahlen war bei der Gewerkschaft zu beobachten: von 700 auf 25.000 im Jahre 1936.

Doch in den folgenden Jahren wurde Billancourt weniger wichtig für die Produktion von Renault: 1951 wurde ein neues Werk in Flins gebaut, wo 68% der Renaultarbeiterinnen waren; 1958 öffnete das Motorenwerk in Cleon; 1975 arbeiteten in Billancourt noch 17.000, 1987 nur noch 5.800 Arbeiterinnen. Auch die Zusammensetzung der Arbeiterinnen änderte sich, als seit 1966 massiv Immigrantinnen angeworben wurden - allerdings vorwiegend für ungelernte Tätigkeiten. Die Schließung von Billancourt wird von vielen Ideologen der Herrschenden als Zeichen für das Verschwinden der Arbeiterinnenklasse gedeutet. Doch die Umstrukturierungen im Produktionsprozeß und in der ArbeiterInnenklasse selber - die oft nur in neuen Formen des Taylorismus bestehen werden nicht zu glücklichen Mittelschichtsbürgerinnen führen, sondern zu einer ArbeiterInnenklasse, die sich verschärfter Ausbeutung und Entfremdung ausgesetzt sicht. Dic gesellschaftlichen Widersprüche nehmen dadurch zu und nicht ab.

EINZELMELDUNGEN

Bei den britischen Unterhauswahlen am 9. April haben die für die Militant-Tendency kandidierenden Terry Fields (5.952 Stimmen), Dave Nellist (10.551) und in Glasgow Tommy Sheridan (über 6.000) respektabel abgeschnitten. Der Stimmenanteil lag zwischen 20 und 30%.

Die als legale Vertretung der IRA geltende Sinn Fein hat bei den britischen Wahlen am 9. April enttäuschend abgeschnit- Ihr Stimmenanteil in Nordirland sank von 11.7 auf 10%, der Sitz in West Belfast ging verloren. Sinn Fein war im Wahlkampf durch Schikanen und Terror jedoch massiv behindert. Die Entscheidung in West Belfast fiel zugunsten der Socialdemocratic and Labour Party aus, weil sie Stimmen der Loyalisten erhielt.

Die PRC (Partei der Kommunistischen Wiedergründung) hat bei den italienischen Parlamentswahlen am 9. April 5.6% der Stimmen erreicht. In Hochburgen der Arbeiterbewegung waren es deutlich mehr: 11.1% in Livorno, 7.7% in Genua und 7.3% in Turin. Die SWP (Socialist Workers Party; früher mit der 4. Internationale verbunden) dürfte die einzige sozialistische Organisation sein, die bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen in den USA kandidiert. Sie stellte den farbigen Stahlarbeiter James Warren und die Textilarbeiterin Estelle DeBates auf. Die Kandidatur hat nur propagandistische Bedeutung, weil für das Aufführen auf dem Wahlzettel in einzelnen Bundesstaaten teils hunderttausende Unterschriften zu erbringen sind.

Im Alter von 86 Jahren starb Harry De Boer, einer der Führer des legendären Teamster-Streiks von Minneapolis (1934), der den Weg zur Bildung der Gewerkschaft CIO ebnete. Damals wurde er am "bloody Friday" (die Polizei schoß auf Streikende; 50 wurden getötet oder verletzt) schwer verwundet. 1942 wurde er wegen "Konspiration zum Sturzder Regierung" verurteilt und saß 18 Monate ab. Harry blieb sein Leben lang den Ideen des Sozialismus treu und wurde 1982 wegen Verteidigung der 4. Internationale aus der SWP ausgeschlossen.

Die teils aus der Partei ausgeschlossene Minderheit der KP der USA organisiert sich gegenwärtig in Committees of Correspondence. Als Info hat sie den "The New York Party Mobilizer" übernommen. Sie vertritt Positionen, die denen der "Erneuerer" anderswo ähneln. Eine revolutionäre Partei wird nicht angestrebt. Ziel ist eine breite Umgruppierung linker und liberaler Kräfte auf der Grundlage eines vagen Programms. Sie unterstützt die Regenbogenkoalition der Demokraten.

Von der fast schon sozialdemokratisch orientierten Führung der kanadischen KP (im Herbst 1990 war sie mit schwacher Mehrheit gewählt worden) hat Ende 1991 eine Reihe altstalinistischer Mitglieder ausgeschlossen. Die haben nun die Parteieinrichtungen und Zeitungsredaktion (Pacific Tribune) in Vancouver besetzt und übernommen. Nun prozessiert die Parteiführung vor bürgerlichen Gerichten.

Martha Philips, die für die IKL (Internationale Kommunistische Liga; in Deutschland durch die Spartakist Arbeiterpartei vertreten) in Moskau arbeitete, wurde am 9. Februar ermordet. Sie war zuvor von Pamjat- Leuten bedroht worden, so daß ein politischer Hintergrund zumindest nicht ausgeschlossen werden kann. Die Behörden machen jedoch kaum Anstrengungen, den Fall, zu klären. Gegen die chauvinistische Welle in Griechenland (siehe inprekorr Nr. 247) hat sich vor einigen Monaten eine "Antikriegsund Antinationalistische Kampagne" als Aktionseinheit gebildet. Sie besteht aus revolutionären Organisationen, Studentengruppen, Antiautoritären und Teilen der Umweltbewegung. Von ihr werden Demos und Aktionen durchgeführt. Verschiedene Aktive stehen darum vor Gericht (Informationen und Kontakt: Antiwar - Antinationalistic Campaign, Valtetsiou Str. 35, GR-10681 Athens, Greece, Tel.: 361 39 28).

In der Internationalen Arbeiterliga (IAL) werden seit etwa zwei Jahren grundlegende politische Fragen debattiert, die zu Spannungen führten. Das hat sich besonders auf die MAS in Argentinien ausgewirkt, der bei weitem bedeutendsten Sektion der IAL. Faktisch sind zwei öffentliche Fraktionen entstanden, als am 1. Mai beide Gruppierungen getrennte Aktionen in Buenos Aires durchführten.

Der "morenistischen" Tendenz in der PT Brasiliens wurde von der Parteiführung Anfang Mai ein Ultimatum gestellt, den Mißbrauch des Tendenzrechtes einzustellen. Die Strömung hat eine starke Position in einigen Gewerkschaften. Ihr wird vorgeworfen, das zur Finanzierung ihrer Parteiarbeit auszunutzen (die Strömung unterhält etwa 100 Parteibüros).

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Internationale Arbeiterinnenbewegung BUCHBESPRECHUNG mitarbeitete, heute Führer der PKK. Viele ihrer Gründer sprachen übrigens nur türkisch. In-