Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

USA

Neue Krise im Verhältnis von Schwarzen und Juden

· Inprekorr Nr. 241, November 1991 · S. 4-8 · 3.341 Wörter

USA und Kanada Faschismus und Rassismus Nahost und Palästina Südafrika

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Dieser "Neue Feind" ist von der Rechten schon oft zuvor benutzt worden - die heute 15 Millionen Schwarzen oder aus anderen "Drittweltländern" kommenden Menschen, die seit mehr als zwei Generationen in Europa Juden"

Der folgende Artikel erschien in der US-amerikanischen leben oder die als Wanderarbeiter oder Monatszeitung "Bulletin in Defense of Marxism". Der Autor, Flüchtlinge gekommen sind.

Steve Bloom, ist leitendes Mitglied der FIT (Fourth Internationlist Das Ausmaß der Angriffe auf die Gemeinschaft der Schwarzen und Flüchtlinge in Tendency), amerikanischer Staatsbürger jüdischer Herkunft. Wir Europa steigt rasch an.

bringen den Artikel in gekürzter Form, da bestimmte Passagen, Eine wachsende Zahl von OsteuropäerInwie die angesprochene Rede von Leonard Jeffries, eine zu genaue nen kommt in den Westen, die verzweifelt der Kenntnis der Debatten in den USA voraussetzen. gewaltigen wirtschaftlichen Verarmung und Feindseligkeit gegen nationale Minderheiten entkommen wollen.

Festung Europa

Zu diesem Zeitpunkt haben die curopãischen Regierungen insgeheim eine Strategie der "Festung Europa" entwickelt, um die Immigrantinnen und Asylsuchenden aus der "Dritten" und "Zweiten Welt" draußen zu halten. So forderte John Major auf dem EG- Gipfel im Juni einen Verteidigungslinie für Europa. Seither setzen in ganz Europa die Politiker zunchmend auf die rassistische Karte.

Euro-Rassismus ist nicht neu. Sowohl die Trevi-Gruppe wie der Vertrag von Schengen haben in den achtziger Jahren die Grundregein über den Zugang von Flüchtlingen, Immigrantinnen und die Abschiebungsverfahren zwischen den curopäischen Staaten festgelegt.

Das Anwachsen der faschistischen Rechten zeigt den Fehlschlag der die Arbeiterklasse dominierenden Organisationen - der Sozialdemokraten und Stalinisten - eine Antwort auf die Nöte der durch die Krise betroffenen Millionen von Arbeitenden zu finden. Das beweist aber auch die Schwäche der sozialistischen Linken Die Sozialistinnen in ganz Europa müssen jetzt zusammenarbeiten, gemeinsam mit den Schwarzen und den antirassistischen Militanten, damit der faschistische Traum nie wieder Wirklichkeit wird.

STEVE BLOOM

Zwei Ereignisse haben in der letzten Zeit wieder die Frage des Verhältnisses zwischen der schwarzen und jüdischen Gemeinschaft in den USA - besonders in New York - aufgeworfen. Am 20 Juli hielt Leonard Jeffries, Vorsitzender der Abteilung für afro-amerikanische Studien an der Universität New York, eine Rede, die weithin als antisemitisch angegriffen wurde - auch wenn sie von vielen schwarzen Sprecherinnen und anderen gegen diesen Vorwurf in Schutz genommen wurde. Bei dem zweiten Ereignis handelt es sich um einen Unfall am 19. August, bei dem ein Auto aus dem Korso für Rabbi Menachem Schneerson (Führer der hassidischen jüdischen Sckte der Lubawitscher in dem vorwiegend von Schwarzen bewohnten New Yorker Stadtteil Crown Heights), zwei schwarze Kinder anfuhr und eines davon tötete. Dies führte zu tagelangen Protesten von Seiten der Schwarzen - wobei ein jüdischer Rabbinerstudent ermordet wurde, es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei kam und einige Geschäfte geplündert wurden - in deren Verlauf einige Schwarze "Heil Hitler" riefen und auf andere Weise Sympathie für den Nationalsozialismus bekundeten.

Wie sollen sich progressive, antirassistische Weiße und Schwarze (oder Latinos und Asiaten) zu diesen Vorgängen verhalten? Sicher ist, daß wir uns gegen jedes Wiederaufleben antisemitischer Regungen, egal woher sie kommen, stellen müssen, genauso wie wir jede Form von rassischen Vorurteilen (racial prejudice) und rassisch motivierter Unterdrückung gegenüber Schwarzen, Latinos und anderen ablehnen. Und es kann nicht bezweifelt werden, daß es innerhalb der schwarzen Gemeinschaft weit verbreitete antijüdische Vorurteile gibt. Wo liegen die Gründe hierfür? Welche Lösungen kann es geben? Sind die Rede von Jeffries und die Rebellion in Crown Heights wirklich Produkte des schwarzen Antisemitismus? Oder stellen sie ctwas anderes dar?

(...) (Um eine Antwort zu finden) wollen wir sowohl die historischen Wurzeln des Antisemitismus als auch die Gründe für die spezielle Ablehnung gegenüber Juden, die in der schwarzen Gemeinschaft existiert, beleuchten - ohne den Hintergrund der Unterdrückung von Schwarzen und den legitimen Haß auf eine rassistische Gesellschaft dabei zu vergessen.

Eine Anfangsbemerkung: einer der zentralen Faktoren für eine Analyse der gegenwärtigen Vorgünge ist die Tatsache, daß die wichtigsten Führer der jüdischen Gemein-

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schaft in den USA - und speziell in New York, wo sie eine relevante politische Kraft darstellen - haben sich zumindest an der Unterdrükkung der Schwarzen beteiligt und sie in einigen Fällen selber offen ausgeübt. Daher ist es notwendig, zwischen dem legitimen Ausdruck von Wut über diese Unterstützung eines rassistischen Systems von Seiten jüdischer Organisationen auf der einen und dem eigentlichen Antisemitismus auf der anderen Seite zu unterscheiden. Es versteht sich von selbst, daß dies nicht immer leicht ist. Historische Wurzeln des Antisemitismus

Die Wurzeln des Antisemitismus lassen sich mindestens bis ins mittelalterliche Europa zurückverfolgen, das von der katholischen Kirche dominiert war. Dort gab es sowohl ideologisch/religiöse Vorurteile als auch wirtschaftliche Diskriminierung. Die Kirche verbreitete die Idee, daß die Juden - wie alle Nicht-ChristInnen - Untermenschen sein wobei die Juden und Jüdinnen besonders schuldig waren, als "Christusmörder". Die "christliche" Drang, alle anderen Völker zu missionieren schloß oft genug die physische Verfolgung von Jüdinnen und Juden mit ein, die ihrer Religion nicht abschwören wollten. Juden wurden auch wirtschaftlich eingeschränkt, indem ihnen nur bestimmte Berufe in der feudalen Gesellschaft erlaubt waren. Die Jüdinnen und Juden blieben eine unterdrückte religiös/ethnische Gruppe in Europa (wo die meisten von ihnen lebten), als sich die Wirtschaft vom Feudalismus zum Kapitalismus entwickelte, auch wenn Form und Intensität der Unterdrückung verschieden waren. Der Antisemitismus erreichte, wie wir wissen, seinen grotesken Höhepunkt mit dem Holocaust der Nazis.

Als Marxistinnen nähern wir uns allen Fragen von einem materialistischen Standpunkt aus und nicht einem idealistischen. Daher kann das hartnäckige Überleben des Antisemitismus nicht durch die bösen Ansichten von bösen Leuten erklärt werden. Wir müssen verstehen, warum diese Ideen so verbreitet und dauerhaft sind. Die materiellen Wurzeln des Antisemitismus liegen in seiner Nützlichkeit für die herrschenden Klassen (sowohl in der feudalen, als auch in der kapitalistischen Gesellschaft). Er spaltet die Beherrschten und lenkt ihre Aufmerksamkeit von den wirklichen Problemen ab. In der Tat ist es so, daß die schlimmsten Ausdrücke des offenen, gewalttätigen Antisemitismus • wenn er von einer in den Köpfen vorhande- USA nen reaktionären Idee zur Triebkraft akuter Unterdrückung wurde, der Massen von unschuldigen Jüdinnen und Juden zum Opfer fielen (von der spanischen Inquisition über die Pogrome bis hin zum Holocaust) - Resultat der Intervention und/oder Anstiftung des jeweiligen Staatsapparates waren. Der Antisemitismus in seiner "christlichen" oder weltlichen Form ist immer noch sehr lebendig und dieses historische Erbe ist im Massenbewußtsein verwurzelt. Dies gilt sogar, oder wahrscheinlich besonders für die USA, wo eine "aufgeklärte" herrschenden Klasse ihre Doppelmoral hinter einer ideologischen Fassade verbirgt, die erklärt, daß "alle Menschen gleich geschaffen sind" (wörtlich "alle Männer" (all men) A.D.Ü.). Die dünne Schicht zivilisierten Denkens kann aber nicht den überall hervorguckenden Rassismus verdecken - einen Rassismus, der die Sklaverei noch ein Jahrhundert tolerieren konnte, nachdem diese Worte in der Unabhängigkeitserklärung geschrieben worden waren.

Das Heranwachsen der USA zu einer imperialistischen Vormacht stützte sich vollkommen auf antiindianische, antischwarze, antifarbige, antiasiatische und antisemitische und sogar antisüdosteuropäische Ideologien. Dies war notwendig um die Arbeiterinnen dazu zu bringen den Völkermord "ihrer" Herrschenden an Millionen von Menschen zu akzeptieren und an ihm teilzunehmen - angefangen beim Massaker am Wounded Knee (dort wurden wehrlose, sich ergebende Indianerinnen von der US-Army niedergemetzelt) über Hiroschima und Nagasaki und vietnam bis hin zum Irak.

(...)

Heute hat sich das Verhältnis zum Antisemitismus in den USA verändert. Dies hat vornehmlich mit dem Aufbau des Staates Isracl nach dem zweiten Weltkrieg als cinem rassisch definierten Staat, dessen Interessen voll und ganz mit denen der Imperialisten übereinstimmen.(...) Aber die reaktionäre und rassistische Ideologie, die sich in den letzten tausend Jahren entwickelt hat, ist nicht so einfach zu beseitigen. Viele Nichtjuden (einschließlich jener Politikerinnen der herrschenden Klasse, die sich heute so über den "schwarzen Antisemitismus" empören) werden genauso antisemitische Witze machen, wenn sie glauben, daß keine Jüdinnen und Juden anwesend sind, wie Weiße schwarzenfeindliche Witze erzählen, wenn sie sich in sicherer Umgebung wähnen. Einige von ihnen werden sich selber noch für aufgeklärte Leute halten, für Kämpfer gegen den Rassismus.

An sich sollte es in diesem allgemeinen sozialen Kontext - einer allgegenwärtigen rassistischen Ideologie und den traditionellen antijüdischen Vorurteilen - nicht überraschen, wenn sich herausstellt, daß auch Schwarze anfällig für antisemitische Ideen sind. Auch wenn wir gerne denken würden, daß die Opfer nationaler und rassistischer Unterdrückung weniger zu rassistischen Vorstellungen über andere Ethnien neigen, so wissen wir doch aus langer und leidvoller Erfahrung, daß dem nicht so ist. Dieses allgemeine Problem wurde unter Schwarzen noch durch bestimmte direkte Erfahrungen mit Jüdinnen und Juden verstärkt. Diese reichen von individuellen jüdischen Hauseigentümern, Ladenbesitzern und Arbeitgebern, die vielen Schwarzen als sichtbarer Ausdruck der weißen Unterdrückung

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erscheinen, bis hin zum institutionellen Widerstand gegen die Bedürfnisse von Schwarzen durch Gruppen, die die jüdische Gemeinschaft repräsentieren oder von Jüdinnen und Juden geführt werden. Das auffälligste Beispiel für letzteres war der Kampf der New Yorker Lehrerinnen 1968 gegen die kommunale Kontrolle der öffentlichen Schulen durch Schwarze in jenen Distrikten, wo diese die Mehrheit der Schülerinnen stellten. Diese kommunale Kontrolle wurde von der Lehrerinnengewerkschaft als Bedrohung gesehen. Die Mitgliedschaft dieser Gewerkschaft bestand hauptsächlich aus Jüdinnen und Juden und sie wurde von Albert Shanker geführt. Die Gewerkschaft streikte sogar gegen die schwarze Gemeinschaft.

Es gab noch einen anderen Prozeß in den 60er Jahren, der zu den erschwerten Bezichungen zwischen Schwarzen, speziell revolutionären, und Jüdinnen und Juden beigetragen hat: die Entstehung der revolutionären, nationalistischen Black Power Bewegung aus der einst vollständig pazifistischen Bürgerrechtsbewegung.

Linke Teile der jüdischen Gemeinschaft hatten eine führende Rolle im Kampf gegen die Rassentrennung im Süden gespielt. An dieser Stelle soll erwähnt werden, daß zwei Juden, Goodman und Schwerner zusammen mit dem schwarzen Jugendlichen Chancy zu den Märtyrern dieses Kampfes gehören. Sie wurden in Philadelphia, Mississippi, von Rassisten ermordet wegen ihrer Tätigkeit für das Student Nonviolent Coordinating Committee (SNCC). Viele Jüdinnen und Juden gehörten zu den wichtigsten materiellen Unterstützerinnen von Organisationen wie der National Association for the Advancement of Coloured People und dem SNCC.

Alsaber einige SNCC Führer wie Stokely Carmichael und H. Rap Brown anfingen, bestimmte ideologisch Leitsätze des Kampfes gegen die Rassentrennung abzulehnen, als sie anfingen von der Notwendigkeit schwarz-geführter oder rein schwarzer Organisationen zu reden, um um die Teilhabe an politischer und ökonomischer Macht zu kämpfen und als sie anfingen, sich zu Fragen der US-amerikanischen Außenpolitik - besonders Washingtons Widerstand gegen das Selbstbestimmungsrecht der Palästinenserinnen und die Unterstützung für den Staat Israel, wobei sie diese Politik in Zusammenhang mit der Unterdrückung der Schwarzen in den USA brachten - verschwanden die meisten jüdischen Unterstützerinnen des SNCC.Jüdische Führer stimmten in den Chor mit ein, der die Black Power-Ideologie als "umgekehrten Rassismus" bezeichnete. (...) USA

Israel und Südafrika

Wie schon anhand der Probleme um das Aufkommen der Black Power Bewegung deutlich wurde, ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Beziehungen zwischen Schwarzen und Jüdinnen heute so problematisch gestalten, genau der Staat Isracl und die uneingeschränkte Unterstützung für diesen Staat von Seiten der überwältigenden Mehrheit des jüdischen Establishments. Zionismus ist Rassismus. Durch seine Unterstützung stellen sich Jüdinnen und Juden in Gegensatz zu den Forderungen antirassistischer KämpferInnen in der schwarzen Gemeinschaft der US und anderswo. Es ist unmöglich, einen jüdischen Staat auf einem Gebiet (Palästina) zu gründen, das bereits von einem anderen unterdrückten Volk bewohnt wird, ohne eine brutale und unterdrückerische Ausrottungspolitik gegen dieses Volk zu betreiben. Die Problematik läßt sich durch ein Beispiel verdeutlichen. Wenn es eine Massenströmung innerhalb der schwarzen Gemeinschaft der USA gäbe, die Land fordert, um einen unabhängigen schwarzen Staat zu gründen, würde dieses sicherlich von allen wirklichen RevolutionărInnen in den USA unterstützt werden. Angenommen, daß nun die Führung dieser Bewegung in Verhandlungen mit der Regierung der USA träte und mit folgendem Ergebnis aus den Gesprächen käme: die Schwarzen können ihren Staat auf der Insel Puerto Rico aufbauen. Wie würden wir uns wohl gegenüber einer solchen Lösung verhalten, die einen "Konflikt zwischen Schwarzen und PuertoricanerInnen" heraufbeschwören würde, der genauso hart wäre wie der gegenwärtige Krieg zwischen Juden und Arabern? Die Ubereinkunft zwischen Zionismus und Imperialismus zur Gründung des Staates Israel nach dem zweiten Weltkrieg basierte nicht auf neuen Einsichten der internationa- Ien Kapitalistenklasse über ihre Mitverantwortung im Kampf gegen den Antisemitismus und die Unterdrückung von Jüdinnen und Juden. Wäre dem so gewesen, dann hätte ein Gebiet in Europa oder den USA gefunden werden müssen - cine territoriale Konzession an das jüdische Volk von Seiten seiner wirklichen Unterdrücker. Stattdessen erreichten die zionistischen Führer, daß Israel ein Staat wurde, der die Palästinenserinnen unterdrückt und ein fester Verbündeter der Imperialisten, der ihnen half und hilft, andere Nationen zu unterdrücken - vor allem im Nahen Osten aber auch in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Der extremste Ausdruck dieser Politik und jener, der die Beziehungen zwischen Schwarzen und Jüdinnen in den USA am meisten beeinträchtigt - ist die offene militärische und politische Unterstützung der Zionisten für Südafrika. Diese Verbindung ist innerhalb der schwarzen Gemeinschaft wohlbekannt.(...)

Die tragische Ironie des ganzen sollte offensichtlich sein. Israel, das von seinen Gründerinnen als ein Mittel im Kampf gegen den Antisemitismus gedacht war, ist ein wichtiger Faktor bei der Verteidigung des Rassismus gegenüber anderen Völkern geworden. So entfremdet es die Jüdinnen und Juden von diesen Opfern, die eigentlich ihre Verbündeten im Kampf gegen den Antisemitismus sein sollten und hilft allen demagogischen Elementen, die sich als "Führer" dieser unterdrückten Gruppen aufspielen und in Wirklichkeit nur die Juden angreifen wollen. So ist die jüdische Gemeinschaft in den USA unter dem Einfluß des Zionismus und einer demographischen Verschiebung, die jüdische ArbeiterInnen in eine privilegiertere Schicht (und damit konservativere) ihrer Klasse gebracht hat, in den letzten drei oder vier Jahrzehnten nach rechts gegangen. Heute gibt es keine relevante jüdisch geführte Organisation oder Institution der jüdischen Gemeinschaft, die sich für die Schwarzenbefreiung einsetzen. Dieser generelle Kontext ist unerläßich, um die Entwicklungen in Crown Heights nachvollzichen zu können (...).

Lubawitscher und Crown Heights

Der Unfall, bei dem ein von cinem Lubawitscher gefahrenes Auto den sieben Jahre alten Gavin Cato tötet, war nur der Auslöser für eine Rebellion, in der sich der aufgestaute Ärger gegen die Rolle dieser religiösen Sekte in Crown Heights Luft machte. Sie spiegelt auch die zunehmende Wut in der schwarzen Gemeinschaft über die nachlässige Haltung der kapitalistischen Regierenden in New York, gegenüber den sich verschlechternden Bedingungen für die schwarze Gemeinschaft. Schließlich ist sie es, auf deren Rücken das Haushaltsdefizit der Stadt ausgeglichen wird, indem an der Erziehung und anderen sozialen Sicherungen gespart wird. Hätte es nicht diesen Unfall gegeben, wäre sicher etwas anderes den Aufstand in Crown Heights ausgelöst haben.

Es gibt genügend Gründe für die Wut auf die Lubawitscher. Die religiöse Lehre dieser Sekte behandelt alle anderen Menschen mit Verachtung und dies trifft auf verschiedensten Wegen die Schwarzen. Die Ausgabe vom 31.8.1991 der "Amsterdam News" (das größte linke schwarze Massenblatt in New

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York, A.d.Ü.) berichtete, wie ein schwarzer konnte - die Akzeptanz von "schnellen und York, A.d.Ü.) berichtete, wie ein schwarzer konnte - die Akzeptanz von "schnellen und sich dem Kampf für die Schwarzenbefreiung einfachen" Antworten (wie den Juden die Anwohner von Lubawitschern bedroht wurin den USA und der ganzen Welt anschließt. Schuld zu geben) bedeutend gestiegen ist. de, als er sich weigerte, seine Wohnung an Eine Stelle, wo solch eine Entwicklung be- Juden zu verkaufen. Der Pfarrer Canon Her- Daher haben aufrichtige RevolutionärInnen Juden zu verkaufen. Der Pfarrer Canon Her- Daher haben aufrichtige RevolutionärInnen ginnen könnte, ist offensichtlich die aktive on A. Sam, Rektor der St.Markus Kirche be- die Aufgabe, eine politische Herangehenson A. Sam, Rektor der St.Markus Kirche be- die Aufgabe, eine politische Herangehens- Unterstützung einer neuen Kampagne gegen richtete in dem selben Artikel, wie er 1972 weise an wirkliche Probleme zu entwickeln, richtete in dem selben Artikel, wie er 1972 weise an wirkliche Probleme zu entwickeln, die Apartheid in Südafrika, die trotz der Re- Rabbi Schneerson einen Brief schickte, in um wirkliche Lösungen durchsetzen zu könformen in diesem Land immer noch anhält. dem er um "Kooperation für eine starke und Eine andere wäre die Teilnahme von jüdinen.

gesunde Gemeinde, in der Frieden und Koc- Dafür, was getan werden kann, gab es in schen ArbeiterInnen an einem generellen xistenz in erreichbare Nähe rücken" gebeten den Tagen der Rebellion in Crown Heights hat. Die Antwort des Rabbis kam als "cine sehr unhöfliche handgeschriebene Note, in der er mitteilte, daß unsere Gemeinden nichts gemeinsam hätten und er keinen Grund für ein Treffen sähe." Die lubawitscher Organisation unterhält auch ihre eigenen Schlägertrupps, sog. "community guards", die oft schwarze Jugendliche anhalten und bedrohen.(...)

...Rabbi Schneerson behandelte den Unfall mit solcher Indifferenz, daß er sich nicht einmal die Mühe machte, sich für den Tod des Jungen zu entschuldigen oder auch nur seine Trauer auszudrücken. Dieszeigt die vollständige Verachtung, mit der die Lubawitscher ihre schwarzen Nachbarinnen behandeln. (...)

Welche Lösung?

Solange die jüdischen US-amerikanischen Institutionen sich mit dem Staat Isracl und damit mit den Imperialisten identifizieren, solange sie versuchen, ihre Interessen durch den Schutz weißer Privilegien auf Kosten der Schwarzen und anderer durchzusetzen, solange jüdisch geführte Ge- Aufschwung der ArbeiterInnenbewegung in ein gutes Beispiel, als Samori Marksman, Leiter des "African-Caribbean Resource Center" cine Veranstaltung organisierte, zu der ca.450 Anwohnerinnen kamen.

Thema waren die Beziehungen zwischen Schwarzen und Juden. Drei jüdische Linke sprachen auf der Veranstaltung und erklärten, daß die meisten Jüdinnen und Juden die Lubawitscher für Fanatiker halten und mit ihnen nichts zu tun haben wollen. Die jüdischen Sprecherinnen solidarisierten sich vollständig mit der schwarzen Gemeinschaft - gegen das jüdische Establishment in der Frage des Kampfes gegen die Rassendiskriminierung. Sie griffen ebenfalls den israelischen Waffenhandel mit Südafrika an. Elombe Brath vom Patrice Lumumba Bündnisaus Harlem erklärte, wie unsinnig es für Schwarze sei, "Heil Hitler" zuschreien, wo dieser nichts als ein wei- Ber Rassist war. Die Versammlung wurde von Don Rojas geleitet, einem Mitarbeiter des Herausgebers der "Amsterdam News". Er begrüßte sie als den Beginn eines Erziehungsprozesses in der Gemeinschaft.

Ein ähnlicher Erziewerkschaften wie die LehrerInnen in New hungsprozeß und Kampf gegen den antiwerkschaften wie die LehrerInnen in New hungsprozeß und Kampf gegen den antiden USA, die, um Erfolg haben zu können, York ihre engen, provinziellen und nur an den schwarzen Rassismus muß auch von den York ihre engen, provinziellen und nur an den schwarzen Rassismus muß auch von den die Frage der Diskriminierung und rassisti- Job gebundenen Interessen der Forderung Führerinnen der jüdischen Gemeinschaft und Job gebundenen Interessen der Forderung Führerinnen der jüdischen Gemeinschaft und schen Unterdrückung von Schwarzen am - unter Weißen im allgemeinen angegangen nach schwarzer Kontrolle über die öffentli- Arbeitsplatz und in der gesamten Gesellchen Schulen entgegenstellen, solange kann werden. Durch Aktionen dieser Art können chen Schulen entgegenstellen, solange kann werden. Durch Aktionen dieser Art können schaft auf die Tagesordnung setzen muß. mensch nur erwarten, daß sich die Bezichun- wir zu einem gemeinsamen Kampf all jener mensch nur erwarten, daß sich die Bezichun- wir zu einem gemeinsamen Kampf all jener Gleichzeitig müssen wir zur Kenntnis gen zwischen Schwarzen und Juden ver- kommen, die sich gegen die Auswirkungen gen zwischen Schwarzen und Juden ver- kommen, die sich gegen die Auswirkungen nehmen, daß in der Situation, in der sich die dieses rassistischen und unterdrückerischen schlechtern.

schwarze Gemeinschaft seit vielen Jahren Die Lösung liegt darin, daß eine bedeu- Systems stellen - von Crown Heights bis nach Die Lösung liegt darin, daß eine bedeu- Systems stellen - von Crown Heights bis nach befindet - wenig oder keine bewußte revolu- Südafrika oder Palästina und in jedem Teil tende Anzahl von Jüdinnen und Juden betionäre Führung, die Massen für ein durchginnt, sich mit den Unterdrückten zu identifigängiges Programm des Kampfes gegen den zieren - und nicht dem Unterdrücker - und kapitalistischen Staatsapparat gewinnen

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