ZUM ZEHNJÄHRIGEN BESTEHEN VON MATZPEN +++++++++++ +++++++++ +*++++++++*+++++++*++*+++++ "Matzpen' entstand 1962 aus der Fusion zweier Gruppen: ausgeschlossener Mitglieder der fredle der kis in prozionistischen' KP Israels (Maki) und palästinensischer Trotzkisten. Seit dieser Zeit hat Matzpen im Laufe eines permanenten Diskussionsprozesses einen Klärungsprozeß durchgemacht, der diese Gruppe zum revolutionären Marxismus geführt hat. Alle extrem-linken antizionistischen Strömungen sind aus 'Matzpen' hervorgegangen. Während ihrer 10-jährigen Geschichte ist Matzpen zu einer Zielscheibe zionistischer Hysterie geworden. Aus diesem Grunde sind die Genossen von Matzpen die einzige politische Kraft in Israel, die mit dem Zionismus total gebrochen hat. Sie kämpfen gegen den Strom und sind deshalb Schikanen einer chauvinistischen Umgebung ausgesetzt, so daß sie ständig auf der Hut sein müssen vor individuellen Aktionen ( wie Angriffe auf ihre Wohnungen), die sie zu liquidieren zum Ziel haben.
Bis 1969 war Matzpen eine Front von radikalen Antizionisten. Die "Israelische Sozialistische Organisation" (ISO, mit der Zeitschrift "Matzpen') wurde wie die Gesamtheit der übrigen Avantgardeorganisationen in der Welt, die im wesentlichen aus Studenten bestanden und keine kohärente Linie entwickelten, durch den Mai 1968 in Frankreich vor eine neue Situation gestellt. Die Folgen waren auch für Israel vielfältig. Die ISO mußte eine Strategie für die Arbeiterklasse entwickeln und sich nicht nur mit der Unterstützung der Kolonialrevolution begnügen, sie mußte Kader bilden, die organisatorisch fähig sind, um gegen die bürgerliche Machf vorzugehen, und sie mußren eine internationale Strategie für den antikapitalisfischen und antistalinistischen Kampf entwickeln.
Zwischen 1970 und 1972 spielten sich in der ISO Diskussionen und Spaltungen ab, die die divergierenden und unversöhnlichen Antworten auf die durch die revolutionäre Entwicklung objektiv gestellten Probleme ausdrückten. September 1970 ereigneten sich zwei Spaltungen. Eine abgespaltene Gruppe, die eine klar maoistische Orientierung hatte und nur in der Kolonialrevolution einen Weg zur sozialistischen Revolution sah, gründete mit wenigen Genos sen die "Revolutionäre Kommunistische Allianz", diese Gruppe ist keine leninistische Orga nisation, sondern nur ein loser Zusammenschluß. Aus dieser Gruppe traten einige aus und gründeten die "Rote Front" . Letztere wurde im Rahmen der "Spionageaffäre"" als erste betroffen, und ihre verhafteten Mitglieder wurden gefoltert.
Die andere abgespaltene Gruppe nahm für sich das Prinzip einer demokratisch- zentralistischen Organisation in Anspruch. Diese Organisation, die sich "Avantgarde von Israel" nennt, und mit den Lambertisten in Frankreich (AJS) verbunden ist, betrachtet die Unter stützung der Palästinenser und den Kampf um die Verteidigung der arabischen Revolution als zweitrangig. Sie entwickelte die Vorstellung, daß der zionistische Staat ein "nonesler" kapitalistischer Staat sei. Diese Konzeption führt dazu, den bestehenden Rahmen des Zia
nismus zu akzeptieren. Die völlig logische Folgerung ist, Moshe Dayan und Yasser Arafat aus gleichen Gründen abzulehnen, was eine Leugnung des antiimperialistischen Charakters des palästinensiachen Widerstands ist, da er auf die gleiche Stufe mit dem unterdrückenden und pro-imperialistischen Nationalismus eines Moshe Dayan gestellt wird. Eine zweite Diskussionsphase führte 1972 zu einer Spaltung wegen der Organisationsfrage. Diese Diskussion ähnelt der, die sich in Frankreich nach dem Mai 1968 und in der BRD seit 1969 abspielt: Leninismus oder ultralinken Spontaneismus. Die abgespaltenen Genossen, die der jetzigen Repression völlig hilflos ausgeliefert sind, vertraten anarcho-spontaneistische Auffassungen zur Organisationsfrage. Heute ist Matzpen (die marxistische ISO) homogen: sie basiert auf der leninistischen Organisationstheorie und sympathisiert mit der IV. Internationale.
(Zusammengestellt aus ROUGE Nr. 187 vom 13. 1.73. Vergl zu diesem Thema auch: "Interview zur Entwicklung des Trotzkismus" , in INPREKORR Nr. 19 vom 15.9.72)