perialistische Außenpolitik und vor allem Revolution drohen. Unbeschadet unserer das sandinistische Volksheer (EPS) ver- Meinungsverschiedenheiten mit der Cateidigen. All dies ist durch die Revolu- stro-Führung ist die Verteidigung Kubas tion vom 19. Juli 1979 legitimiert und gegen eine eventuelle Aggression seitens findet weiterhin die Unterstützung bei der Regierung Bush eine weitere internader Mehrheit der Bevölkerung tionalistische Aufgabe. Das gleiche gilt Es ist wahrscheinlich, daß die Regie- für El Salvador. Der Imperialismus und rung von Violeta Chamorro nach einer die Regierung Cristiani werden einen gewissen Übergangsphase darauf abzie- fürchterlichen Druck auf die FMLN auslen wird, diese revolutionären Errungen- üben. Die salvadorianische Revolution schaften zu zerstören. Der Widerstand, ist nun ringsum von Ländern mit feindliauf den sie stoßen wird, wird viel größer chen Regierungen umgeben. Nur durch sein, als sie und ihre internationalen Un- eine Aktivierung der Solidarität können terstützer sich vorstellen. Die Revolution diese reaktionären Pläne zum Scheitern hat unmittelbar nach ihrer Wahlnieder- gebracht werden. lage richtigerweise den Weg zur Volks- Die mittelamerikanische Revolution mobilisierung eingeschlagen. braucht unsere volle Solidarität. Weg ist mehr denn je der beste. Unter Die IV. Internationale verpflichtet diesen Umständen können auch die Feh- sich, mit allen ihren Kräften hierzu beiler der Vergangenheit korrigiert werden. zutragen.
Wir erklären erneut unsere Unterstüt- Vereinigtes Sekretariat der zung für das nicaraguanische Volk und IV. Internationale seine Avantgarde, die FSLN. Wenngleich die Revolution nicht zerschlagen ist, so bereiten sich der Imperialismus und diejenigen, die das Land verkaufen möchten, darauf vor, sie endgültig zu Aus dem Inhalt: Schwerpunkt des nächsten Hefts:
Das Bild Südostasiens in der BRD - Auslandschinesen in Südostasien - Vietnam: Die Vertreibung der Chinesen Schwerpunkte vergangener Hefte: - Malaysia: Das "Chinesen-Problem" 3/89 Ende der Blockkonfrontation 2/89 Staat und Herrschaft - Die Entstehung des "Chinesen- 1/89 Region der Vielvölkerstaaten Problems" In Indonesien 4/88 Tourismus - Sozlaler Wandel der chinesischen südostasien informationen Bevölkerung in den Philippinen erscheint vierteljährlich Sidostasien
Außerdem: Umfang: 64 Seiten Informationsstelle
Kirche in Asien - Kambodscha: ... zurück Einzelpreis: DM 6,- Josephinenstraße 71 D. 4630 Bochum 1 zum Schlachtfeld - 8 Buchbesprechungen • Jahresabonnement: Tel.: 0234 / 50 27 48 3 Tagungsberichte: aktuelle Nachrichten zu DM 24.- für Einzelpersonen Electronic-Mailing: Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, DM 48.- für Institutionen Geonet GEO3:SEAINFO Osttimor, Philippinen, Singapur, Thailand, Konten: Sparkasse Bochum (BLZ 430 500 01) Nr. 30302491. Vietnam: Termine: Literaturhinweise. Postgiroamt Dortmund (BLZ 440 100 46) Nr. 1748-460
PERU
Präsidentschaftswahlen:
Kampf zwischen FREDEMO und Izquierda Unida
Interview mit JAVIER DIEZ CANSECO Während seines Aufenthalts in Paris, einer der letzten Stationen seiner Europareise, die den Zweck hatte, die aktuelle Situation in Peru darzulegen und auf verschiedenen internationalen Foren Initiativen vorzuschlagen, gab Javier Diez Canseco, führender Vertreter der Vereinigten Mariategistischen Partei (PUM — Partido Unificado Mariateguista), das folgende Interview, das zuerst in Inprecor — Correspondencia de Prensa Internacional para América Latina, Nr. 1, Februar 1990, erschienen ist. • Wie ist heute die Lage in Peru? mehr als zwei Drittel der ökonomisch aktiven Bevölkerung arbeitslos oder un- • Peru sicht sich heute der wahrschein- terbeschäftigt waren, heißt Unmögliches lich schwersten Krise seiner modernen verlangen. republikanischen Geschichte gegenüber. Die ökonomischen Kennziffern enthüllen • Wie stellt sich diese Situation auf eine Krise von großer Tiefe. Von Sep- dem Gebiet der Menschenrechte dar? tember 1988 bis September 1989 gab es eine akkumulierte Inflation von 6000%, • Das Schwerwiegende an dieser Situaund der Reallohn verlor 50% seiner tion ist, daß in ihrem Windschatten ein Kaufkraft. Heute macht der nationale Rahmen von zunehmender Gewalt und Haushalt kaum 6% des Bruttoinlandspro- Militarisierung entsteht. Heute ist mehr dukts (BIP) aus, die Gesamtheit der ein- als die Hälfte der Bevölkerung einem gezogenen Steuern 4.5%. Die grundle- Ausnahmezustand unterworfen. genden Dienstleistungen für die Bevölke- wachsende Anzahl von Provinzen wird rung sind so gut wie lahmgelegt: Den unter die Kontrolle politisch-militäri- Krankenhäusern des Gesundheitsministe- scher Kommandos gestellt, denen die riums fehlt es an Arzneimitteln, und die zivilen Behörden untergeordnet werden. zentralen Krankenhäuser sind nicht in Zahl der Todesopfer politischer Röntgenuntersuchungen Gewalt nähert sich bereits der 20 000 durchzuführen oder die Kranken zu ope- Laut der UNO hat Peru in den letzten rieren, denn es fehlt ihnen an grundle- beiden Jahren den traurigen zweiten genden Hilfsmitteln wie Anästhesie und Platz in der Welt hinsichtlich der Zahl Operationsgarn. Andererseits ist der Pro- der verschwundenen oder festgenommezeß der Hyperinflation Hand in Hand nen Personen eingenommen. Die Folter gegangen mit einem Prozeß der Hyperre- ist eine „Methode" , auf die die Polizei zession. Das BIP des ersten Halbjahres ständig zurückgreift. Seit etwa andertvon 1989 hat um 25% im Vergleich zum halb Jahren tauchen auch Todesschwa- BIP des ersten Halbjahres 1988 abge- dronen auf. nommen. Heute denunziert die gesamte politi- Trotz dieser Situation üben die großen sche Opposition das Treiben dieser internationalen Finanzagenturen weiter Gruppen, die auf direktem Befehl des Druck aus, damit Peru eine materiell Innenministers, Agustín Mantilla, hanunbezahlbare und moralisch nicht ein- deln. Ich habe hier ein Gutachten, das treibbare Auslandsschuld begleicht. Dies von der Izquierda Unida (IU - Vereivon einem Land zu fordern, in dem, laut nigte Linke) und der Frente Democrático der UNO, mehr als 46% der Kinder un- (FREDEMO - Demokratische Front). terernährt sind und wo bereits vor 1988 die an der Untersuchungskommission über die paramilitärischen Gruppen in Peru beteiligt sind, unterzeichnet ist. In dem Gutachten heißt es abschließend: .,Es ist bewiesen worden, daß die Organisation Comando Democrático Rodrigo Franco mit Personen in Verbindung steht, die politische Ämter bekleiden. Dabei handelt es sich um Innenminister Máximo Agustín Mantilla Campos, General Fernando Reyes Roca, General Raúl Juarez Gago, General Edgard Luque Freire. " Die formelle Minderheit im Parlament, die die wirkliche Mehrheit im Lande repräsentiert, macht den Innenminister verantwortlich für die Morde an verschiedenen Journalisten, Anwälten, Parlamentariern und Gewerkschaftsführern, unter ihnen der Genosse Saúl Cantoral, Generalsekretär der Bergarbeitergewerkschaft und Abgeordneter der IU.
nstanzen.
Einhaltung der Menschenrechte achten, nicht übergangen werden.
• Was ist angesichts dieses ökonomischen und sozialen Panoramas das Programm der FREDEMO?
• Ihr Vorschlag besteht in einem deutlichen neoliberalen Einschnitt. Sie will ein Wirtschaftsmodell einführen, das, wie einer ihrer Berater ausgedrückt hat, die Entlassung von fast 500 000 Regierungsangestellten und die Privatisierung öffentlicher Unternehmen vorsicht sowie die vollständige Abschaffung der Mechanismen staatlicher Subventionen für Artikel des Grundbedarfs und die Durchsetzung eines Mechanismus von Angebot und Nachfrage, welcher schwerwiegende Auswirkungen in einem Land hätte, das von einer derartig zugespitzten Krise heimgesucht ist.
Unserer Auffassung nach zielen die von Mario Vargas Llosa gemachten Vorschläge auf ein autoritäreres Regime und auf die Verallgemeinerung der Gewalt. Wir wissen, daß die FREDEMO die Möglichkeit diskutiert hat, das politische Gewicht, das sie durch einen eventuellen Triumph bei den Wahlen erhielte, dazu zu benutzen, um eine politisch-militärische Offensive großen Ausmaßes nicht nur gegen die bewaffneten Organisationen, sondern auch gegen die Linke, die Gewerkschaftsbewegung und die fortgeschrittensten Sektoren des Landes zu lancieren.
Wir sehen mit großer Sorge, daß Vargas Llosa mit starker finanzieller Unterstützung aus den Ausland handelt, sowohl seitens unternehmerischer als auch
politischer Gremien. Wir meinen, daß diese Finanzierung eine eindeutige und skandalöse Intervention in die internen Angelegenheiten Perus durch Kräfte und Mächte bedeutet, die sich über nationale Interessen hinwegsetzen wollen. • Wofür steht die Izquierda Unida? 4 Von ihrer Entstehung an gab die IU klar die Achsen ihrer Position an. Erstens handelt es sich um eine sozialistische Position. In diesem Sinne sind wir zum Beispiel nicht bereit, den modernen Mythos in einigen Ländern Westeuropas vom freien Spiel von Angebot und Nachfrage, den sogenannten freien Markt. anzubeten. Aber andererseits setzen wir kein Gleichheitszeichen zwischen Sozialismus und Etatismus und erst recht nicht zwischen Sozialismus und bürokratischer Planung. Deshalb ist die IU für eine Gesellschaft, die auf Mechanismen direkter und aktiver Beteiligung der Bevölkerung beim Treffen von Entscheidungen auf allen Gebieten beruht und sich gleichzeitig auf eigene Traditionen stützt: die Bauerngemeinden, die Organisation in den Wohnvierteln usw.
Wir sind der Meinung, daß der Staat eine bedeutende Rolle im nationalen Projekt spielt. Dabei denken wir an einen in hohem Maße dezentralisierten und zuanderen Staat.
Wir sind auch der Auffassung, daß die Gewalt eine politische Lösung erfordert. Angesichts der Schärfe der Widersprüche, des Charakters der sich bekämpfenden Kräfte und des Grades des herrschenden Dogmatismus und Sektierertums glauben wir nicht, daß eine kurzfristige Lösung möglich ist. In der Zwischenzeit verfechten wir offen das Recht der Werktätigen und des peruanischen Volkes auf Selbstverteidigung. das Recht, sich gegenüber den verschiedenen Formen der Gewalt, die aus dem Staatsapparat selbst oder aus anderen Strukturen hervorgeht, zu schützen. Nach unserer Meinung bedeutet eine politische Kraft zu sein auch eine organisierte Kraft zu sein, die dazu in der Lage ist, auf die Aggressionen zu antworten, mit denen man ihr entgegentritt.
• Welche Perspektiven bieten sich auf der Grundlage der Ergebnisse der letzten Kommunalwahlen für die kom-