Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Von Maos Paternalismus zur Diktatur Dengs

Inprekorr Nr. 224, Februar 1990 · S. 29-33 · 2.606 Wörter

China Stalinismus und Bürokratie Trotzki und Geschichte IV. Internationale

Unkorrigierter maschineller Text (OCR). Jede Seite verweist auf ihren Scan; vor dem Zitieren bitte dort prüfen.

Die Umwälzungen, die Osteuropa erschüttern, haben die Hoffnung auf einen demokratischen, pluralistischen und selbstverwalteten Sozialismus geweckt. Doch sie können die tragische und blutige Repression. die Anfang Juni die demokratische Bewegung der chinesischen Arbeiter und Studenten zerschlagen hat, nicht vergessen machen. Diese Repression ist umso verheerender, als die Volksrepublik China lange Zeit, insbesondere für die Völker der „Dritten Welt" die Hoffnung auf Befreiung verkörpert hat. Eine Hoffnung, die von den maoistischen" Erfolgen auf dem Gebiet der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung, aber auch von einem gewissen Egalitarismus, dessen Symbolfigur Mao Zedong war, genährt wurde. In China hat wie in Rußland, Jugoslawien und Albanien, im Gegensatz zu den übrigen Ländern Osteuropas, eine authentische Volksrevolution stattgefunden, eine Revolution, die sich gegen das verhaßte Guomindang-Regime richtete.

Zu einer Zeit, in der der US-Imperialismus die antikommunistische Propaganda in bezug auf China dämpft und seine Beziehungen zur Pekinger Regierung in spektakulärer Weise erneuert, ist es nützlich, auf die Quellen des Maoismus zurückzugehen, seinen Beitrag und seine Grenzen aufzuzeigen und zu versuchen zu erklären, wie er einen Deng Xiaoping oder Li Peng hat hervorbringen können. Zu diesem Zweck hat La Gauche, die Zeitung der belgischen Sektion der IV. Internationale, das folgende Interview mit Pierre Rousset, einem Spezialisten für die Geschichte der chinesischen Revolution, geführt. • Manche setzen Maoismus und Stalinismus gleich. Andere sehen im Maoismus den revolutionären Weg, der an die Bedingungen der „Dritten Welt" angepaßt ist. Wie beurteilt unsere Strömung den Maoismus?

• Von Seiten der verschiedenen Bestandteile der IV. Internationale hat es unterschiedliche Analysen gegeben, und es gibt sie noch heute. Die Mehrheit der Internationale hat sich geweigert. in der chinesischen Revolution ein Modell zu schen. das auf alle unterentwickelten" Länder. unabhängig von der betreffenden Gesellschaft, Periode oder Situation. anwendbar ist. Ansonsten werde ich mich. angesichts der Komplexität der Frage. hier darauf beschränken, das Terrain abzustecken.

Die Tatsache. daß wir es als unerläßlich betrachtet haben. eine spezifische Analyse des Maoismus zu leisten und ihn nicht mit dem Stalinismus gleichzusetzen, hat ihre Ursache in der Rolle, die die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) im revolutionären Prozeß gespielt hat. Tatsächlich hat die KPCh keine unmittelbar konterrevolutionäre Rolle gespielt. wie dies stalinistische Parteien tun. Des weiteren haben wir uns geweigert. die chinesische Revolution zu einem exportierbarem Modell zu machen, weil diese Revolution durch sehr spezifische Bedingungen gekennzeichnet war. China ist eine extrem weite Landmasse, mit ciner hohen Bevölkerungsdichte in den Ebenen. Die KPCh war von den Erfahrungen der zweiten chinesischen Revolution von 1925-27 geprägt. Die Rote Armee war nicht das Produkt einer Guerilla. sondern derErhebungen von 1927. Von daher rührt ein Prozeß besonderen Typs. den die chinesischen Führer auch selbst des öfteren als solchen anerkannten. Zu Beginn haben sie keinesfalls den chinesischen Weg als ein Exportmodell betrachtet, denn sie waren sich der besonderen historischen Umstände. in denen ihre Partei und ihre Armee geboren wurden. bewußt. Erst viel später. besonders im Rahmen des Personenkults" . wurde der chinesische Weg zu einem Modell für die gesamte ..Dritte Welt" erhoben. Dies sind die ersten Elemente einer Antwort, die unsere Analyse des Maoismus betrifft. Man müßte nun andere Probleme angehen, wie die positive Definition des Maoismus und die Lehren. die aus der chinesischen Revolution gezogen werden können. Denn wenn diese auch kein Modell abgibt, so können und müssen die Revolutionäre dennoch Lehren aus ihr zichen.

• Kann man sagen, daß Mao eine bes-

Seite 30

ere Einschätzung der revolutionären Rolle der Bauernschaft hatte als Trotzki? Hat Trotzki nicht die Fähig- ‹eit der KPCh unterschätzt, im Verlauf der Periode 1934 bis 1949 das proletarische Programm an der Spitze der Bauernschaft anzunehmen?

• Es ist klar. daß die KPCh unter maoistischer Führung. und Mao selbst ganz besonders. in die kommunistische Weltbewegung Neuerungen eingeführt hat. insofern sie verstand. daß es möglich war. die Partei und Armee sowie ihren Kampf während eines ziemlich langen Zeitraums in der Bauernschaft mehr oder weniger zurückgebliebener Regionen aufzubauen. Dieses Konzept war damals neu. Und weder die Trotzkisten noch die eigentlichen Stalinisten haben es vertreten. Außerdem ist einer der interessanten Aspekte der chinesischen Revolution. daß sie ermöglicht hat, die Mannigfaltigkeit des Prozesses der permanenten Revolution zu verdeutlichen.

Zu Beginn gab es ein Modell. Die Bewegung geht von den Städten aus und von dort auf's Land. Dieses Modell war jedoch auch auf Rußland nicht anwendbar. Der Prozeß der städtischen Kämpfe und der Kämpfe der Bauernschaft ist tatsächlich viel gleichzeitiger und viel dialektischer. Aber erst ausgehend von der chinesischen Revolution stellte sich diese Frage der sozialen Kräfte eines Prozesses der permanenten Revolution in neuen Begriffen.

Nun. es sind eine Menge Dummheiten über die trotzkistische Position in bezug auf die Bauernschaft gesagt worden. Man hat gesagt, daß Trotzki gegen das Arbeiter- und Bauernbündnis gewesen sei. was ganz und gar nicht stimmt. Trotzki war vielmehr davon überzeugt. dal ohne die Bauernschaft in cinem Land vom Typ Rußlands oder Chinas die Revolution unmoglich sein würde. Für ihn war das Bündnis zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft cine wesentliche Bedingung fur den realen revolutionären ProzeB.

Aber in dieser Epoche dachte die trotzkistische Bewegung wie die stalinistische Bewegung. daß die Bauernschaft nur eine revolutionäre Rolle spielen könne. wenn sie direkt von den städtischen Massen und aktiven Arbeitern mitgerissen würde. die nicht einfach nur in Form einer politischen Partei. sondern als kämpfende Klasse massiv präsent sein müßten. Sie dachten. daß im Falle der Unfähigkeit des Proletariats. die Rolle der Avantgarde der Revolution zu spielen. die Bauernschaft sich unausbleiblich gegen die Arbeiter wenden würde. Die chinesische Revolution hat gezeigt. daß das alles viel komplizierter war.

• Mao ist in dem Maße, wie er mit seiner Partei eine Revolution angeführt hat, kein Stalinist. Aber kann man ihn in dem Maße, wie er die sozialistische Demokratie zurückgewiesen hat. als Stalinisten einschätzen?

• Alles hängt offensichtlich von der Definition ab. die man dem Begriff ..stalini stisch" gibt.

Stalinismus und Bürokratie nicht dasselbe Man gebraucht manchmal das Wort …stalinistisch" als Synonym für ..bürokratisch". denn die stalinistische Politik ist eine bürokratische Politik. Ich ziche es meinerseits vor. das Wort ..stalinistisch" in einem engeren Sinne zu gebrauchen. d.h. im Sinne der Herauskristallisierung einer bürokratischen Kaste. mit einem direkten Bezug auf den Prozeß der Bürokratisierung. der sich in der UdSSR vollzogen hat und ein gesellschaftliches Phänomen war.

Die politischen Charakteristika einer Strömung reichen also nicht aus. Wir stellen des weiteren fest. daß eine Anzahl revolutionärer Strömungen zur Frage der sozialistischen Demokratie Auffassungen vertritt. die sehr verschieden von den unsrigen sind. z.B. halbcastristische Guerillabewegungen in Lateinamerika oder diverse nichtstalinistische Strömungen anderswo. Viele haben außerdem eine Funktionsweise. die mehr einen bürokratischen Zentralismus als einen demokrati-

Seite 31

schen Zentralismus. wie wir ihn befürworten. zu Tage treten lallt Kurz. ich ziche es vor. den Begriff …stalinistisch" im engen Sinne zu gebrauchen. So wie auch der Begriff der Sozialdemokratie nicht bloß politische Charak teristika umfalt. sondern Parteien definiert. die von einer Arbeiterbürokratie gefuhrt werden und eine Politik der Klassenzusammenarbeit praktizieren. weshalb wir im übrigen auch den leninistischen Begriff der ..bürgerlichen Arbeiterpartei" verwenden. Wir wollen also. wenn wir eine Partei als sozialdemokratisch bezeichnen. damit sagen, daß dies eine reformistische Strömung ist. die ihren Ursprung in der Arbeiterklasse hat. aber ihre Bourgeoisie in einem Kolonialkrieg. Elemente der nordamerikanischen Politik in Lateinamerika unterstützt u.dgl.m.

Eine stalinistische Partei ist cine Partei. die sich mit ihrer Politik. ihrer Funktionsweise und ihrer Orientierung der Politik der Bürokratie der UdSSR oder einer entsprechenden Bürokratie unterordnet. Eine sozialdemokratische Partei ist eine Partei. die der Bourgeoisie ihres Landes und imperialistischer Länder untergeordnet ist.

Kehren wir zur sozialistischen Demokratie zurück. Ist sie nicht ein unerreichbarer Luxus in einem armen Land wie China? War es nicht unvermeidlich, daß eine Partei, die sich an die Stelle einer 1927 atomisierten Arbeiterklasse setzen mußte und die der Bauernschaft ein Programm aufgezwungen hat, das über den Horizont letzterer hinausging, eine autoritäre Beziehung zu den Massen herstellte?

• Dies ist eine weitere sehr komplexe Frage. Die sozialistische Demokratie ist kein Luxus. Sie wird von der chinesischen Bevölkerung als ein Bedürfnis empfunden. Regelmäßig haben bedeutende Sektoren der Bevölkerung ihren Wunsch nach mehr Demokratie zum Ausdruck gebracht. Und die politischen. wirtschaftlichen und sozialen Hemnisse erklären sich durch das Fehlen der Demokratie.

Die sozialistische Demokratie in einer Übergangsgesellschaft muß die gesellschaftlichen Verhältnisse verdeutlichen. was eine Bevölkerung tun kann und was nicht. In einem ..zurückgebliebenen Land" ist das Bedürfnis nach Demokratie noch größer, weil der Entwicklungsprozeß noch komplizierter. noch widersprüchlicher ist usw... Also ist die sozialistische Demokratie nicht nur kein Luxus. sondern in gewisser Weise ist sic noch notwendiger als in einem entwickelten kapitalistischen Land. Aber sie ist auch viel schwieriger. Und darin liegt der Widerspruch.

Wenn wir über die erforderlichen Bedingungen für die Entwicklung einer Rätedemokratie reflektieren. so sprechen wir oft von der Notwendigkeit des halben Arbeitstages. damit alle an der Politik teilnehmen können, von der Notwendigkeit einer ausreichend entwickelten Wirtschaftsstruktur. damit das demokratische Hin und Her der Debatten sich in wirksamer Weise entfalten kann. usw. In Frankreich oder in Belgien ist dies vielleicht unmittelbar möglich. Aber dies war 1949 in einem China mit 500 Millionen Einwohnern sicher nicht der Fall. Dort war es viel komplizierter. Ich denke nicht. daß es in China. welchen Charakter die Führung der Kommunistische Partet auch immer gehabt hatte. möglich gewesen wäre. cine Pyramide von Arbeiter- und Bauernräten, von der Basis bis zur Spitze der Gesellschaft. im Handumdrehen zu errichten.

Mit diesem Problem konfrontiert. das widersprüchliche Aspekte darbietet. muß man betonen. daß das politische Programm und die politische Erziehung einer revolutionären Partei im Hinblick auf diese Fragen sehr wichtig sind. angesichts der Schwierigkeiten bei der Errichtung der sozialistischen Demokratie. Leider hat sich die KPCh in einem revolutionären Prozeß entwickelt. der diese Erziehung über eine gewisse Grenze hinaus — nämlich das geltende stalinistische Modell. das offensichtlich weit davon entfernt war. demokratisch zu sein nicht erlaubte. Darüber hinaus verhärtet

Seite 32

der Prozel ciner bewaffneten Revolution von langer Dauer die Parteien und begünstigt nicht die Demokratic. Unmittelbar nach dem Sieg waren die Probleme enorm. besonders aufgrund des imperialistischen Drucks. Vergessen wir nicht. daß kurz nach dem Sieg der chinesischen Revolution der Koreakrieg ausbrach. Wir müssen also die Mängel und die unzureichenden und irrtümlichen Konzepte dieser Parteien in bezug auf die sozialistische Demokratie kritisieren. und gleichzeitig müssen wir begreifen. dal sie Ausdruck gegebener historischer Prozesse sind. Die KPCh ist zutiefst von den Charakteristika Chinas in einem gegebenen Kontext und einer gegebenen Epoche geprägt. Es gibt eine dialektische Verbindung• Das Problem liegt darin, eine klare Perspektive zur sozialistischen Demokratie zu haben und zu sehen, wie diese Perspektive in einem gegebenen Land konkretisiert werden kann: China 1949 oder Nicaragua heute zum Beispiel. Da die Länder von unterschiedlichen politischen Strukturen und Traditionen ausgehen. wird die Form. die die sozialistische Demokratie annehmen wird. von einem zum anderen Land variieren.

Kontinuität und Bruch

Folglich ist für uns als IV. Internationale die wichtigste Frage. nachdem die programmatische Frage cinmal geregelt ist. zu versuchen. in sehr konkreter Weise zu analysieren. wie in Gesellschalten. die einen spezifischen Charakter haben. Schritte in Richtung auf mehr Demokratie zu unternchmen sind. Inwieweit verkörpert Deng Xiaoping in bezug auf Mao Zedong eine Kontinuität? Inwieweit repräsentiert er einen Bruch?

• Zunächst die Kontinuität. Deng Xiaoping ist praktisch seit ihren Anfängen Mitglied der Kommunistischen Partei. Er ist seit langem Maoist. Er gehört zu diesen Führern. die. auch wenn sie zutiefst davon getrennt sind. nicht bereit sind. die maoistische Vergangenheit zu leugnen. denn sie verkörpern sie chenfalls. was erklärt. daß es in bezug auf den Großen Steuermann. für China typisch. keine Abkehr gegeben hat. In bezug auf Mao hat Deng Sorge getragen. eine nuancierte Analyse zu entwickeln. indem er den vergangenen maoistischen Beitrag seit dem Sieg anerkannte und zugab. dall er in der ersten Zeit sehr wirksam gewesen sei. hevor er katastrophal wurde. Dies ist wichtig. denn es entspricht einem realen Prozeß. Mao. und mit ihm die Führung der KPCh. hat es vermocht. die Wege der chinesischen Revolution zu verstehen. aber niemals wirklich die des Übrgangs. was der Revolution teuer zustehen kam und im wesentlichen auf den Prozeß der Bürokratisierung zurückzuführen war. der manchen Kadern. die auf wirtschaftlichem oder außenpolitischem Gebiet besser ausgebildet waren als Mao. nicht erlaubt hat. ihre Stimme zu erheben. Der Beginn der Kulturrevolution läutet für Mao das Ende ein. Von diesem Moment an spielt er eine immer weniger deutliche Rolle. Er scheint die Geisel der Viererbande" zu sein. Vor allem hat er nicht mehr den starken Einfluß. den er vorher bei den Avantgardesektoren der Gesellschaft. wie z.B. den Arbeitern oder der Jugend. hatte. Somit geht der politische Tod Maos seinem physischen einige Jahre voraus.

Allerdings ist er während der Kulturrevolution und unmittelbar danach physisch noch am Leben. Er ist also mitverantwortlich für das. was geschicht. Und dies ist nicht wenig. denn in diesem Moment geschicht eine große Wende. die die Art der politischen und sozialen Beziehungen. die die Partei mit wichtigen Teilen der Bevölkerung unterhielt. verändert. Der Bruch Dengs mit der ..Viererbande" sollte sehr heftig sein. denn er war der von dieser Führungsgruppe inszenierten und von Mao gedeckten (wenn auch nicht direkt in Bewegung gesetzten) Repression ausgesetzt. Mao wird also zum Teil als verantwortlich angeschen für das. was geschehen ist.

Die Elemente des Bruchs sind schr wichtig. und man mul seine Tragweite diskutieren. Die charakteristischen Züge des Maoismus werden jetzt nicht blol verleugnet. sondern sie werden sogar ins Gegenteil verkehrt.

Der Maoismus war eine Ideologie und ein egalitäres Projekt. Offensichtlich haben die Bürokraten immer außerordentlich bedeutende Privilegien besessen. es gab immer Chinesen. die gleicher waren als andere" . Aber wenn die Bürokratie auch Privilegien hatte. so waren diese doch im Vergleich zu anderen bürokratisierten Arbeiterstaaten relativ cingeschränkt. denn es gab politische Mechanismen. um ein Minimum an Gleichheit zu garantieren. Zum Beispiel gab es keine individuellen Prämien in den Betrieben und daher keine Konkurrenz zwischen den Arbeiterinnen und Arbeitern der Staatsbetriebe.

Jetzt hat sich das geändert. Es gibt viel Konkurrenz und eine Menge Ungleichheit. Ein Beispiel: während vorher Me chanismen für den Zugang von Arbeiteroder Bauernkindern zur Universität existierten. hat Deng heute erfolgreich ein Auswahlkonzept eingeführt. wie es auch bei uns im Westen üblich ist. Die egalitäre Dimension. die real existierte und nicht nur cine verbale oder demagogische Dimension war. ist also vollständig umgekehrt worden. Die Argumentationsweise. die heute in China triumphiert. ist die. daß es die Besseren — oder die besser Gestellten — sind. die Erfolg haben. Es entwickelt sich also cine schr elitäre Ideologie. Und das ist ein klarer ideologischer Bruch.

Deng hat zweimal einen Bruch herbeigeführt. Den ersten gegenüber der ..maoistischen* Phase der Kulturrevolution. der unangenehmsten und scheußlichsten. die in schändlicher Weise von der ..Viererbande"* propagiert worden war und in der der Maoismus sich verändert hatte. Denn war er ursprünglich eher paternalistisch als autoritär. so wurde er in diesem Moment autoritär.

Der zweite Bruch. der später erfolgte. war ideologischer Natur. An die Reformpolitik sich anschließend etablierte sich nach und nach eine neue Perspektive. die zutiefst elitär ist und konträr zu den egalitären Traditionen der Kommunistischen Partei Chinas steht.

Das Interview führte Luc Gérard.

Seite 33

RUMÄNIEN