A langend de Fax ad sen m Il. November 1989 haben das - Avantgarde, die FMLN (Frente Farabundo Marti de Liberación Nacional) eine Offensive im ganzen Lande begonnen, die die von Alfredo Cristiani geführte Regierung der Todesschwadrone in Bedrängnis brachte. Über ihre taktischen Aspekte hinaus bestätigt sich, daß die Politik der FMLN zutiefst revolutionär und auf den Sturz der Herrschaft der Oligarchie gerichtet ist.
Kaum einige Monate an der Macht ist die Regierung Cristiani dermaßen geschwächt, daß sie, um ihre Macht zu bewahren, zunehmend auf ihren Hauptverbündeten setzen muß: die imperialistische Regierung der USA. Die Bush-Administration und die in der Tandona-Gruppe organisierten Militärs, die Anhänger der Low-intensity-Kriegführung der USA sind, sind die einzigen Rettungsanker dieser Diktatur. Ohne die materielle Unterstützung und ohne die Dollarmillionen, die der nordamerikanische Imperialismus der salvadorianischen Regierung zukommen läßt, um die Bevölkerung zu massakrieren, wäre dies der Moment gewesen, in dem das Volk von El Salvador sein Schicksal in die eigenen Hände genommen hätte.
Die am 11. November begonnene Offensive, die mehr als zehn Tage dauerte, hat die von der Regierung Cristiani und dem Oberkommando der salvadorianischen Streitkräfte verbreiteten absurden Behauptungen, nach denen die FMLN einen Prozeß der politisch-militärischen Schwächung durchmachte, Lügen gestraft. Im Gegenteil, wenn die FMLN sich mehrfach an den Verhandlungstisch setzen konnte, um eine politische Lösung des langen Krieges, der das Land verblutet, zu suchen, dann dank ihrer Stärke und Festigkeit sowie ihrer Fähigkeit, sich als unbestrittene Vertreterin des salvadorianischen Volkes aufzubauen. Gerade am Verhandlungstisch hat die FMLN der Cristiani-Diktatur die erste Niederlage beigebracht, indem sie deutlich zeigte. daß die ARENA-Diktatur keinerlei anderen Vorschlag zu machen hatte, als die Politik der Ermordung Tausender von Salvadorianern und Salvadorianerinnen fortzusetzen und die Zukunft des Landes an die Interessen des nordamerikanischen Imperialismus auszuliefern.
Die FMLN hat deutlich gemacht, daß es sich um die Schlußoffensive handelte, es sei denn. daß Cristiani sich an den Verhandlungstisch setzt und man einen Vorschlag findet, der das Land aus der Krisen- und Kriegssituation hinausführt. Ihrerseits haben Cristiani und die Tandona mit der Bombardierung der Zivilbevölkerung geantwortet, einem wirklichen Massaker, das den Tod von mehr als 3000 Personen zur Folge hatte. Auf politischem Terrain zurückgeworfen, versucht die salvadorianische Regierung ihre Isolation mit verzweifelten und schändlichen militärischen Aktionen zu Konterkarieren. So folgte der Ermordung von Führern der Gewerkschaftszentrale FENASTRAS das Massaker an den Jesuiten der José-Simeón-Canas- Universität und zwei ihrer weiblichen Angestellten. Mit dieser brutalen Aktion hat die Regierung Cristiani ihre zivilisierte Maske fallengelassen und gezeigt bis wohin sie zu gehen bereit ist - an der Seite der Todesschwadrone, die die Regierung und die höheren Ränge der Armee kontrollieren. Auch für sie handelt es sich um das letzte Gefecht. Diese Lage ist vom nordamerikanischen Imperialismus klar begriffen worden. Die Regierung Bush hat entschieden, alle ihre Karten gegen das salvadorianische Volk auszuspielen. Deshalb versucht sie, trotz der Morde, Cristiani zu entschuldigen, und hat einer Erhöhung der Militärhilfe für die Regierung der Todesschwadrone zugestimmt.
Auf diesem Gebiet ist es dem salvadorianischen Volk und seiner Avantgarde, der FMLN, gleichfalls gelungen, einen Sieg zu erzielen, indem sie die heuchlerische Propaganda des Imperialismus demaskieren konnten, der sich in bezug auf Osteuropa als Bannerträger der Demokratie aufspielt, während seine Hände vom Blut Tausender ermordeter Salvadorianerinnen und Salvadorianer befleckt sind.
Einmischung und Verantwortung der Regierung Bush nehmen gigantische Ausmaße an. Man weiß zum Beispiel, daß nordamerikanische Bomberpiloten der Militärbasis in Honduras den Auftrag erhielten, nächtliche Bombenangriffe in San Salvador, der Hauptstadt El Salvadors, zu fliegen. Gleichzeitig sind fünf US-Kriegsschiffe vor der salvadorianischen Küste aufgefahren. Möglicherweise versuchen die USA den Konflikt zu regionalisieren - cin Manöver, das angeprangert und bekämpft werden muß.
Die Truppen der FMLN haben ihre Macht gezeigt: nicht nur hinsichtlich der Verluste, die sie einer besser ausgerüsteten und zahlreicheren Streitmacht beibringen konnten, sondern auch hinsichtlich der Auflösungserscheinungen, die sich im Inneren dieser Armee zu zeigen beginnen. Die Lage in El Salvador erfordert die Solidarität der revolutionären und demokratischen Kräfte in der ganzen Welt, besonders in den USA. Das salvadorianische Volk und die FMLN sind dabei, alles zu tun, was in ihrer Macht steht, um den Sieg zu sichern. Sie benötigen mehr als je zuvor, die Mobilisierung aller Völker, um zu verhindern, daß eine nordamerikanische Intervention nicht die Hoffnung vereitelt, daß El Salvador zu Gerechtigkeit, Souveränität und Demokratie findet. Nur die Mobilisierung und die größtmögliche internationalistische Solidarität werden die Respektierung des Rechts des salvadorianischen Volkes auf freie Selbstbestimmung möglich machen. Die IV. Internationale ruft dazu auf, die Anstrengungen für den Aufbau einer breiten und vereinten Massenbewegung zu verdoppeln, damit dem Imperialismus eine direkte und massive Intervention seinerseits teuer zu stehen kommt. Gleichzeitig muß diese Massenbewegung die Einstellung der Militärhilfe an die Cristiani-Regierung sowie den sofortigen Abzug aller nordamerikanischen Berater fordern.
Unsere internationale Organisation ruft alle Arbeiterinnen und Arbeiter und alle demokratisch Gesinnten zur Solidarität mit der salvadorianischen Revolution auf. In El Salvador steht auch die Zukunft aller Unterdrückten und Ausgebeuteten Lateinamerikas auf dem Spiel. Das salvadorianische Volk benötigt medizinische, finanzielle und Nahrungsmittelhilfe, vor allem aber unsere Mobilisierung und unsere Solidarität. Der Kampf des salvadorianischen Volkes zeigt, daß die Revolution mehr als je zuvor auf der Tagesordnung steht.
Es kann keine regionalen Regelungen zwischen Ost und West geben außerhalb der freien Entscheidung der Völker. Die Revolution in El Salvador zeigt den unerschütterlichen Willen der Massen, ihr Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.
• Für das Selbstbestimmungsrecht des salvadorianischen Volkes!
• US-Imperialismus 'raus aus El Salvador!
• Es lebe die salvadorianische Revolution!
KRISE DES STALINISMUS