Polarisierung schen 11. September zeigt eine wachsende Polarisierung der norwegischen Politik.
Die rechtsextreme Fortschrittspartei (FrP - Fremskrittsparti) erhielt 13% der Stimmen und 22 Abgeordnete (1985: 3,7% und 2 Mandate). Auf der Linken erreichte die Sozialistische Linkspartei (SV - Sosialistisk Venstreparti), eine linkssozialdemokratische Gruppierung ähnlich der dänischen Sozialistischen Volkspartei (SF), 10% und 17 Mandate (1985: 5,4%; 6 Abgeordnete). Die Verlierer dieser Wahl sind die traditionellen großen Parteien der beiden „Lager": die konservative Høyre („Rechte"*) und die sozialdemokratische Norwegische Arbeiterpartei (DNA — Det Norske Arbeiderparti), die 8,2 bzw. 6,5 Prozentpunkte einbüßten. Internationale Arbeiterbewegung Die passive Haltung der sozialdemokratisch geführten Regierung gegenüber den wachsenden gesellschaftlichen Problemen in den Städten und ihre direkte Verantwortung für die Arbeitslosigkeit erschwerte der DNA, sich weiterhin als die Partei traditioneller Werte der Arbeiterklasse darzustellen und der rechten, fremdenfeindlichen Propaganda der FrP wirksam entgegenzutreten. Dies erklärt wesentlich das starke Wachstum der ihr nächststehenden linken Konkurrentin, der SV.
Außer durch ihre Selbstdarstellung als Verteidigerin traditioneller sozialdemokratischer Tugenden gewann die SV auch durch ihre starke Betonung "grüner" Fragen. Die SV ist traditionell in der Umweltbewegung stark verankert, und Umweltfragen haben auch in Norwegen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen, vor allem bei jungen Leuten. Außerdem trat die SV in einer Reihe von Fragen, wie Rassismus und soziale Sicherheit, den arbeiterund frauenfeindlichen Konzepten der FrP entgegen. In diesem allgemeinen Klima der Polarisierung hat sich diese Politik der deutlichen Abgrenzung nach rechts entsprechend im Wahlresultat niedergeschlagen. Links von der SV kandidierte das Wahlbündnis FMS (Fylkesliste for Milje og Solidaritet - Bezirksliste für Umwelt und Solidarität). Die Hauptkräfte in der FMS waren die prosowjetische Kommunistische Partei Norwegens (NKP) und vor allem die Kommunistische Arbeiterpartei (Marxisten-Leninisten) (AKP [m-I]). Das offizielle Ziel dieses Bündnisses war es, all den verschiedenen Protestbewegungen und oppositionellen Tendenzen bei den Wahlen eine Ausdrucksmöglichkeit zu schaffen. Ihr Programm war recht unklar und nicht wesentlich verschieden von
Kurzmeldungen
Über den Slowo-Verlag können die „Verratene Revolution" von Trotzki auf Tschechisch sowie auf Russisch die folgenden Bücher bezogen werden: L. Trotzki, „Verratene Revolution"; B. Kagarlitzki, ,Dialektik der Hoffnung"; A. Simin, .,Über den Ursprung des 'Stalinismus: ,Trotzki für Anfänger"*; Dokumente aus dem Bulletin Opposizii, der Zeitschrift der Internationa- Linken Opposition; E. Mandel, „Über Bucharin"
Internationale Arbeiterbewegung (Anfragen und Bezug über die Inprekorr-Redaktion.)
Für die Präsidentschaftswahlen in Peru im April 1990 hat das linke Parteienbündnis Vereinigte Linke (IU - Izquierda Unida) am 1. Oktober seine Kandidaten gewählt: eine von der UNIR (Unión de Izquierda Revolucionaria, mit der maoistischen Partido Comunista del Perú [Patria Roja] verbunden) und der Vereinigten Mariategistischen Partei (PUM - Partido Unificado Mariateguista) vorgeschlagene Liste erhielt die meisten Stimmen, zum Präsidentschaftskandidaten wurde Augustin Haya de la Torre, ein Mitglied der PUM-Abspaltung PMR (Partido Mariateguista Revolucionario), gewählt. Die reformistische PCP (Par tido Comunista Peruano) , die ebenfalls der IU angehört, hatte versucht, Alfonso Barrantes, der mittlerweile die IU verlassen hat, als Kandidaten durchzusetzen, doch dieser hatte es abgelehnt, sich den internen Wahlen zu stellen, und nun seine Kandidatur außerhalb der IU in Aussicht gestellt.
Am 31. Mai wurde in Sri Lanka der Gewerkschafter M. K. Mettananda, ein Mitglied der United Socialists, einer sympathisierenden Organisation der IV. Internationale, von Mitgliedern der rechtsextremen singhalesisch-chauvinistischen JVP (Volksbefreiungsfront) ermordet. * dem der SV. Die Absicht der AKP, der stärksten Kraft in diesem Bündnis, war es vor allem, eines ihrer Mitglieder ins Parlament zu bringen, um die nationale Verankerung , der Partei zu stärken.
Dieses Projekt ist gescheitert. Das Ergebnis (0,8%; 21 223 Stimmen) war nur wenig besser, als das Resultat von 1985 von NKP und AKP zusammen. Dies hat in der AKP, die derzeit eine interessante Entwicklung durchmacht — so hat sie, die bisher die chinesische Politik unterstützt hatte, das Massaker auf dem Tienanmen-Platz im Juni scharf verurteilt und alle Beziehungen zur KP Chinas abgebrochen - zu selbstkritischen Diskussionen geführt. (Zur generellen Entwicklung der AKP siehe die Beiträge in Inprekorr, Nr. 212, Fe- * NIEDERLANDE