FRANKKEICH: ERKLÄRUNG DER 47 GENOSSEN AUS DER P.S. U., DER LIGUE COMMUNISTE BEITRATEN ++++++++++++++++++++++++++++++++++ +++++ +++++++ *+++++ Ende Oktober 1972 traten 47 Genossen der PSU aus ihrer Organisation aus und beantragten die Aufnahme in den Zellen, 'comités rouges' oder 'Taupe' - Gruppen der Ligue. Von diesen Genossen waren - 8 Mitglieder nationaler Gremien der PSU ( Nationale Betriebsarbeitskommission usw. ), 2 waren Mitglieder des nationalen Büros und 3 der nationalen politischen Führung) - 15 Mitglieder regionaler Gremien, darunter 4 Regionalsekretäre; - 19 Mitglieder von Sektionsbüros, darunter 12 Sektionssekretäre.
Zum Verständnis, welche Sektoren der PSU jetzt von der Krise erfaßt werden, ist es interes sant zu wissen, daß mehr als ein Drittel dieser Genossen im Sektor "Betriebsarbeit" der PSU tätig waren. Etliche unter ihnen haben in letzter Zeit sehr harte Arbeiterkämpfe geführt, wie bei SCPC-Cournon, Michelin oder dem Pariser Postschekcamt. Schließlich sind auch zwei Studenten und 2 Oberschüler darunter. Im folgenden drucken wir Auszüge aus ihrer Erklärung, Die Ligue Communiste ist gewachsen: sie ist eine jetzt annähernd 5000 Mitglieder starke Organisation, die national verbreitet ist und sich von dem universitären Milieu, in dem sie entstanden ist, korrekt loslösen konnte. İnnerhalb der revolutionären Linken kann heute nichts Entscheidendes ohne die Ligue gemacht werden... Wenn man die Aktion der Mitglieder der VI. Internationale seit 1960 mit unseren Aktivitäten in der PSU seit Anfang an vergleicht, so muß man im großen und ganzen sagen, daß diese Genossen im allgemeinen recht hatten und wir unrecht.
DIE REVOLUTIONARE MASSENINTERNATIONALE
Wir sind der Auffassung, daß der Aufbau einer Revolutionären Masseninternationale eine aktuelle und dringende Aufgabe ist. Für Revolutionäre, die das Konzept der permanenten Revolution vertreten und die gegenseitige Abhängigkeit der Kampffronten erkenne, ist es einfach unmöglich, eine Situation zu tolerieren, in der jeder in seiner Ecke sein bestes tut. ... Dieser Schrift führt uns heute dazu, unsere Aufnahme in die französische Sektion der IV. Internationale zu beantragen. Wir erkennen nämlich der IV. Internationale eine ganze Reihe von Verdiensten an: nicht nur das, den neuen Generationen den Faden des Leninismus und die Erfahrungen aus dem Kampf der Linksopposition überbracht zu haben, sondern auch das, beizeiten die entscheidende Bedeutung der Entwicklung der Produktivkräfte und deren Konsequenzen für die Arbeiterkämpfe, die historische Rolle der indochinesischen Revo lution und das Auftauchen neuer Avantgarden außerhalb der stalinistischen Zwangsjacke erkannt zu haben.
Aber die IV. Internationale ist für uns nicht die revolutionäre Masseninternationale... Die Regruppierungsprozesse sind vielfältig, einschließlich der Kräfte, die außerhalb des Ein- Flusses der IV. Internationale entstanden sind und sich zum revolutionären Marxismus hinentwickeln. Das ist im übrigen die Haltung, die die IV. sowohl gegenüber der 'Groupe von Martinique (Antilleninsel unter französischer Herrschaft) als auch gegenüber der baskischen ETA eingenommen hat. Wir sind der Auffassung, daß die IV. Inter nationale ein gutes Instrument - das beste, das einzige - ist, um die Revolutionäre Masseninternationale zu schaffen.
FÜR REVOLUTIONÄRE BETRIEBSARBEIT
Gegen die Ultralinken hat die Ligue immer die Notwendigkeit einer kohärenten Gewerkschaftsarbeit betont. Das heute ganz offensichtlich gewordene Scheitern der "Kampfkomitees und anderer Komitees aus Gewerkschaftern und Nicht-Gewerkschaftern als permanente organisatorische Struktur für Arbeiter zeigt zur Genüge, wie richtig die damals bezogenen Posi-
tionen waren und sind. Es reicht nicht aus, "in den Gewerkschaften zu arbeiten". Man muß auch darauf hinarbeiten, daß gegenüber der Gewerkschaftsbürokratie eine starke revolutionäre Tendenz entsteht. Aber wer kümmert sich darum, wenn nicht die Ligue? Die Art, wie sie heute das Problem angeht, scheint uns im großen und ganzen korrekt zu sein. In der Tat ist es wichtig zu verstehen, daß es fortgeschrittene Arbeiter, Revolutionäre gibt, die die Bedeutung einer Partei nicht spüren oder verstehen. Man kann ihnen nicht ein Ultimatum stellen, sondern man muß mit ihnen auf der Grundlage von Ideen und Zielen arbeiten, die wir mit ihnen aufgrund einer gemeinsamen Erfahrung teilen.
...So ist es der Ligue gelungen, die politische Praxis ihrer Arbeitergenossen zu vereinheitlichen innerhalb der Gewerkschaftsorganisationen und gleichzeitig Wirtschaftszweig für Wirtschaftszweig einen Arbeitersektor in der Organisation aufzubauen. So ist sie als einzige unter den revolutionären Organisationen in der Lage, die Dialektik zwischen ihren zentralen politischen Interventionen und ihrer tagtäglichen Arbeit zu bewältigen... Was die in den Kämpfen vorgebrachten Parolen sowie die Führung dieser Kämpfe ( Betriebsvollversammlungen, Streik- und Unterstützungskomitees) betrifft, so scheint uns hier die allgemeine von der Ligue verfolgte Linie völlig korrekt zu sein.... Schließlich hat die Ligue ihre Fähigkeit bewiesen, die gesamte Organisation für Kampagnen zu mobilisieren, die hauptsachlich auf die Betriebe hin ausgerichtet sind und vermittels derer der Klassenkampf auf ein höheres Niveau der Politisierung und Vereinheitlichung gehoben werden kann.
PARTEIAUFBAU UND STALINISMUS
Die Ligue Communiste ist noch nicht die revolutionäre Partei. Jene wird nicht einfach aufgrund wachsender kontinuierlicher Starkung der Ligue entstehen, sondern dazu sind qualitative Veränderungen notwendig... Die Intervention einer ideologisch festgeschweißten Organisation in diesem Prozeß ist eine Notwendigkeit. Allein die Ligue scheint uns in der Lage zu sein, diese Rolle zu erfüllen. Denn dazu bracht man einerseits eine Organisation, in der sich alle Mitglieder auf gemeinsame Errungenschaften berufen - die des revolutionären Marxismus, und die fähig ist, von dieser Grundlage aus ihre Strategie ohne Dogmatismus den Gegebenheiten des Klassenkampfes anzupassen...
Die Art, wie die Ligue Communiste die Taktik der Einheitsfront anwendet, zeigt, daß diese Taktik ständig dem Ziel - Aufbau der revolutionären Partei - untergeordnet ist: es geht darum, sich die Mittel zu verschaffen, um der KPF auf den wichtigsten Feldern ihrer politischen Intervention entgegenzutreten. Eines der hervorstehendsten Elemente dieser Taktik ist die Teilnahme an zentralen Aktionen der KPF. Sicher kann man darüber diskutieren, ob die Teilnahme an dieser oder jener Aktion richtig war. Nichtsdestoweniger sind die allgemeinen Prinzipien der Ligue zu diesen Gelegenheiten und ihre Anwendung im großen und ganzen richtig. ••. Man muß heute die Konsequenzen der von der Ligue auf dieser Ebene systematisch verfolgten Politik voll erkennen: in der gegenwartigen Situation der revolutionären Linken ist sie als einzige in der Lage, die Aufgaben der zentralen Auseinandersetzung mit dem Stalinismus zu übernehmen.
WELCHE ART VON INTERVENTION?
Von der Guiot-Kampagne bis zu Courbain über die Burgos-Kampagne und die Unterstüzungskomitees für Joint-Français hat die Ligue ihre Fähigkeit bewiesen, in den Massenbewegungen zu intervenieren, ja sogar sie anzukurbeln. Im gegenwärtigen Stand ihrer Entwicklung wird sich ihr Aktionsfeld noch erweitern. Wir sind nämlich der Ansicht, daß eine revolutionäre Organisation auf sämtlichen Fronten, wo sich die Arbeiterklasse ihrer Ausbeutung bewußt wird, Aktivitäten entfalten muß...
Die Ligue ihrerseits hat eine Reihe von wichtigen Interventionsfeldern vernachlässigt. In etlichen Fallen sind wir der Meinung, daß sie das zu Unrecht getan hat, insbesondere was die Frauenbewegung angeht. Aber sie hat nie diese Situation theoretisiert; sie ist nie dem primitiven Ökonomismus gewisser revolutionärer Gruppen verfallen...
... u or mernung, dals die Ligue in der Lage ist, Antworten zu geben. Unter dem Ke doskop der revolutionären Organisationen ist die Ligue für uns nicht eine unter vielen: er die einzige, die fähig ist, in der Verbindung mit den Massen und der Verwurzelung im K senkampf Fortschritte zu machen. Sicher, man kann sich mit den Pauschalurteilen über den "Triumphalismus" der Ligue zufriedengeben... Aber die Ligue hat angefangen, die Festsie lung, daß auch andere organisierte Kräfte am Aufbauprozeß der revolutionären Partei teil. haben, in die Praxis umzustzen durch die Eröffnung ihrer Diskussionen mit "Lutte Ouvrien Daraus sind schon gemeinsame Kampagne hervorgegangen wie für lineare Lohnerhöhung... Schließlich müssen wir das Problem der revolutionären Strömung, wie wir sie definiert hal ansprechen. Gegenüber den radikalisierten Sektoren der Massenbewegungen ist die Aktivi. tätenbilanz der Ligue bisher am schwächstén. Diese Situation läßt sich aus der Entwicklung geschichte der Ligue selbst herleiten. Sie ist auch zu rechtfertigen durch die Priorität, dien der Auseinandersetzung mit dem Stalinismus gibt. Aber der gegenwärtig von der Ligue errei te Stand und der Einfluß der Revolutionäre ermöglicht es, die Arbeit gegenüber diesen Schi ten ernsthaft in Angriff zu nehmen: der Widerhall, den seit einiger Zeit die Positionen der Ligue in der CFDT Finden, ist ein erstes Anzeichen.
... Heutzutage erscheint der Aufbau der revolutionären Partei nicht mehr als Sisyphusarbeit, die man dauernd wieder von neuem beginnen muß. Wir haben uns entschlossen, in der Ligu an diesem Aufbau zu arbeiten. Denn wir sind zur Überzeugung gekommen, daß man heute, um die revolutionäre Partei zu schaffen, die Ligue Communiste schaffen muß. ( Diese Erklärung ist u. a. von Jacques Kergoat, Christian Leucate und Jean-Marie Vincent unterschrieben. Dem Aufnahmeantrag der 47 Genossen hat das Zentralkomitee entsprochen.] LITERMATIONALE 2000 SOZIALISTISCHE HAMBURG
JULIUS-LEB
PUBUKATIONEN -STR.32
ANKUENDIGUNG NEUAUFLAGEN
DENISE AVENAS ERSCHEINT NOV.72 ERNEST MANDEL
Ökonomie und Politik in der Friedliche Koexistenz und Theorie Trotzkis DA 3,20 Weltrevolution 2 Über die Bürokratie DM 2 GEORG JUNGCLAS ERSCHEINT NOV.72
Aus der Geschichte der deutschen Lenin und das Problem des Sektion der IV. Internationale DM 2,30 proleturischen Klassenbewußtseins/ Die Strategie der Ubergangs- ERICH WOLLENBERG ERSCHEINT DEZ•72 forderungen DM 4 Als Rotarmist vor München ISAAC DEUTSCHER / ERNEST MANDEL Reportage aus der Münchner Der Maoismus DM 3 Räte republik DM 8,50 ISAAC DEUTSCHER
PIERRE FRANK ERSCHEINT JAN.73 Die sozialistische Konzeption Die Geschichte der vom Menschen DM 2 IV. Internationale
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