von Salah Jaber
Am 15. Mai begann der Rückzug der sowjetischen Truppen aus Afghanistan. Der sowjetische Generalstab hat kürzlich erklärt, daß die Hälfte der 100.300 Soldaten vor dem 15.August zurückgezogen wird. Die Evakuierung soll innerhalb von neun Monaten abgeschlossen sein, d.h. vor dem 15.Februar 1989. Dies sind die Bedingungen des Genfer Abkommens das am 14.April von den Regierungen Afghanistans, der UdSSR und der USA unterzeichnet wurde. Indirekte Verhandlungen zwischen den Repräsentanten Kabuls und Islamabads begannen 1982. Lange Zeit konzentrierten sie sich auf den Fahrplan für den Rückzug sowjetischer Truppen. Der ursprüngliche sowjetisch-afghanische Vorschlag war, den Rückzug über vier Jahre auszudehnen. Die pakistanisch-amerikanische Seite forderte dagegen eine Begrenzung auf drei Monate.
AL KARAMAH
Zeitschrift für die Solidarität mit dem Kampf der arabischen Völker und dem der Drei
Kontinente
Nr. 9 / Jg. 1988:
AL KARAMAH 49 Jahre
Beistischy Man • Apanbrid laerie mir Erich Fried
Schwerpunktthema: 40 Jahre:
Zionistischer Staat - Apartheid. Parallelen und organische Zusammenhänge zweier Siedlergesellschaften. Zionismus: Zusammenarbeit von Zionismus und deutschem Faschismus, Klaus Polkehn.
Antizionismus: Interview mit Erich Fried.
Volksaufstand: Interview mit dem Deportierten Abd al-Aziz. Kommunique Nr. 18 und 19 der Vereinigten Nationalen Führung/PLO. Chronologie: Aus den Tagen des Volksaufstands. Außerordentliche Arabische Gipfelkonferenz zum Volksaufstand vom 7.6.-9.6.88 in Algier.
BRD-Berichterstattung: Die Herstellung des perfekten geistigen Notstands-Der Volksaufstand in der BRD-Presse.
Türkei: Interview mit Dursun Karatas (Dev Sol).
El Salvador: Der Volksbefreiungskrieg gegen die US-Aufstandsbekämpfung.
Kultur: Die südkoreanische Minjung Kulturbewegung im Aufstand: Interview mit HONG Song-Dam.
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Schließlich gab es eine schweigende Übereinkunft zwischen den USA und der UdSSR über eine „positive Symmetrie" der Hilfeleistung der beiden Großmächte an ihre jeweiligen Schützlinge. Mit anderen Worten, Washington versprach, den Mudschaheddin soviel Hilfe zu geben wie Moskau Kabul. Pakistan würde weiter als Brücke zwischen ausländischer Hilfe und den afghanischen Rebellen dienen, aber die Rebellen würden ihre militärische Ausrüstung und ihre Truppenausbildung auf afghanisches Gebiet verlegen. Die Übereinkunft von Genf konnte schließlich unterzeichnet werden, obwohl sie unausgesprochen einen erheblichen Substanzverlust aufwies.
Die Entschiedenheit, mit der Moskau den Truppenabzug anging, bestätigt unsere Annahme von vor einem Jahr, daß Gorbatschow „ehrlich um einen Rückzug" aus dem afghanischen Sumpf bemüht sei und daß es deswegen, falls die USA einem Abkommen im Wege stünden, „nicht unmöglich sei, daß Moskau seine Strategie eines Rückzugs in voller Form auch ohne eine Übereinkunft durchziehen würde."1 Dieses Urteil war zu der Zeit, als es abgegeben wurde, durchaus nicht einhellig. Viele Kommentatoren sahen in Gorbatschows Haltung nur ein ,politisches Manöver* und betonten sehr stark den militärischen Wert, den das „afghanische Laboratorium* für die sowjetischen Streitkräfte bedeute.?
Für diejenigen, die die Auffassung von einem „russischen Expansionismus" vertreten, muß Gorbatschows Entscheidung als völlig außergewöhnlich erscheinen. Auf der anderen Seite können, wie kürzlich von einem CIA-Experten gesagt wurde, „nur die, die vielleicht 1979 argumentiert haben, daß die Sowjetunion in Wirklichkeit gar nicht einmarschieren wollte, jetzt sagen, daß sie von den Implikationen dieses Rückzugs nicht so tief beeindruckt sind. "3 Der Rückzug ist nicht Ergebnis einer militärischen Niederlage Die beunruhigten Befürworter der Theorie eines sowjetischen Expansionismus sagen jetzt, um ihr Gesicht zu wahren, daß die Entscheidung des Kremls das Resultat ciner militärischen Niederlage sei. Aber wenn es eine „Niederlage" gegeben hat, war sie seit langer Zeit offensichtlich. Wie wir vor einem Jahr sagten, war es seit mehreren Jahren so, daß „die Bilanz der Intervention sowjetischer Truppen einen schlimmen Bankrott anzeigt." Die Tatsache bleibt jedoch, daß die Strategie, die Gorbatschow seit 1985 in Afghanistan verfolgt, ohne Frage Frucht getragen hat, auch wenn sie weit davon entfernt ist, das Kräfteverhältnis entscheidend verändert zu haben. Außerdem, kann irgendjemand ernsthaft glauben, daß die UdSSR nicht die Mittel hat, mehr als 100.000 Soldaten zu schicken, um ein Gebiet von 650.000 qkm an seinen Grenzen unter Kontrolle zu halten, obwohl Israel genau so viele Soldaten ausschickte, um 1982 6000 qkm libanesischen Territoriums zu besetzen, und die USA 1973 fünfmal so viele Soldaten für 170.000 qkm in Vietnam einsetzten? Außerdem erweckte die sowjetische Intervention in Afghanistan nie eine vergleichbare heimische und ausländische Opposition wie in den erwähnten Fällen der USA und Israels.
Es ist in der Tat die wirtschaftliche und nicht die militärische Verwundbarkeit der UdSSR, die den Kurs Michail Gorbatschows bestimmt. Für die USA stellte Vietnam einen bedeutenden Einsatz für ihre Politik dar, den Weltmarkt zu beherrschen. Zur gleichen Zeit war es ein Glücksfall für ihren „militärisch-industriellen Komplex" . Für eine Sowjetbürokratie dagegen, die sich vor der Ausdehnung des islamischen Fundamentalismus an ihren Grenzen nach Khomeinis Sieg 1979 fürchtete, war das Interesse an Afghanistan wesentlich „defensiv" und politisch.
Die Absicht war nicht, Afghanistan zu „mongolisieren" oder eine „strukturelle Assimilation" herbeizuführen, sondern die Entwicklung eines fundamentalistischen Regimes in Kabul, die 1979 als sicher galt, zu verhindern. Die Begrenzung des sowjetischen Einsatzes in Afghanistan wurde weiterhin durch diese Absicht diktiert. Sogar mit diesen Einschränkungen war die Intervention eine ernsthafte Belastung für Moskau. Sie verstärkte die allgemeine Last militärischer Ausgaben in einer schwankenden, nicht auf dem Wettbewerb begründeten Wirtschaft, in dem die Rüstungsindustrie keine speziellen privaten Interessen repräsentiert. Darüber hinaus schien die Lösung des Afghanistan-Konflikts eine der wesentlichen Vorbedingungen für die Entspannung mit den USA zu sein, ein Ziel, das Gorbatschow wieder auf die Tagesord-
nung gesetzt hatte, um die äußeren Bedingungen für seine Perestroika herzustellen. Eine zweitrangige, aber gleichwohl wichtige Überlegung war die, daß, weit entfernt, die islamische Ansteckung in den islamischen Republiken verhindert zu haben, die afghanische Intervention dieser Auftrieb gegeben hatte.
Daß die sowjetische Entscheidung, sich aus Afghanistan zurückzuziehen, ein integraler Bestandteil von Gorbatschows allgemeiner Außenpolitik ist, wird durch die Art ausgewiesen, wie sie durch die Kreml-Führer selbst dargestellt wird, sowie durch ihren afghanischen Schützling. Seit der Einführung der Politik der „nationalen Versöhnung" in Afghanistan hat der neue Präsident der Republik, Najibullah, nicht eine Gelegenheit ausgelassen, ob in Ho-Chi-Minh-Stadt oder Havanna oder in den internationalen Veröffentlichungen, die von Moskau unterstützt werden, anzumerken, daß diese Politik ,Interesse bei vielen Leuten im Ausland, besonders in Kampuchea und den fünf mittelamerikanischen Ländern erregt hat. Der Gedanke der Versöhnung trägt einen wesentlich universalen Charakter in sich. "4 „Brandige Infektionen am Körper der Menschheit"
Im Januar teilte Außenminister Schewardnadse der afghanischen Presseagentur mit, daß diese Politik eine ,,Widerspiegelung großer, weltweiter Trends" sei und „eine wohltuende Wirkung auf das internationale Klima habe." Er sagte weiter ganz deutlich, daß, , da sie in Afghanistan getestet worden sei, sie mehr und mehr als Modell für die Lösung von Konflikten in anderen Regionen angewandt würde. "5 Schließlich sagte es Gorbatschow am 8. Februar noch deutlicher - in den chirurgischen Bildern, die er zu mögen scheint: „Wenn das Wettrüsten ... ein wahnsinniges Drängen der Menschheit zum Abgrund ist, sind lokale Konflikte blutige Wunden, die brandige Infektionen am Körper der Menschheit hervorrufen können. Die Erde ist buchstäblich übersät mit Geschwüren infolge dieser gefährlichen Infektion, von denen jedes nicht nur den Völkern Leid bringt, die direkt beteiligt sind, sondern auch allen anderen, ob mit Bezug auf Afghanistan, den Nahen Osten, den Golfkrieg, Südafrika, Kampuchea oder Mittelamerika. ... Eine politische Lösung in Afghanistan würde einen Durchbruch in der Kette der örtlichen Konflikte bedeuten ... und es ermöglichen, die Frage zu stellen: welches ist der nächste Konflikt, der beendet werden muß? Denn dazu würde sie notwendigerweise führen."
Dies ist die Sprache eines zukünftigen Nobelpreisträgers, dem selbst der Papst zustimmen könnte. Auf dem Gebiet der ,friedlichen Koexistenz" wurde Chruschtschow in den Schatten gestellt. Die universelle Politik der „nationalen Versöhnung** und des Rückzugs ausländischer Truppen, die Gorbatschow vorschlägt, hat bereits die praktischen Konsequenzen gehabt, die wir in den erwähnten Regionen sehen. Was auf der anderen Seite im allgemeinen vergessen wird, ist, daß diese Politik direkt auf einen unrühmlichen Präzedenzfall, den amerikanischen Rückzug aus Vietnam, wie auch auf die Außenpolitik des ersten Jahrzehnts der Breshnew-Ära zurückgeht, das vor der amerikanischen Katastrophe in Indochina lag. Das „interventionistische"* Jahrzehnt in der sowjetischen Politik, das folgte, hat das weitgehend vergessen gemacht. Von diesem Standpunkt aus ist Gorbatschows Außenpolitik viel weniger originell, als sie auf den ersten Blick erscheinen mag, wenn sie auch ein gut Teil aufsehenerregender ist.
Die wesentlichen Züge der Afghanistanpolitik Gorbatschows scheinen in jeder Hinsicht nach dem amerikanischen Präzedenzfall in Vietnam modelliert zu sein. Die Afghanisierung des sowjetischen Krieges kam nach der Vietnamisierung des amerikanischen Krieges auf einem Hintergrund des Rückzugs der Interventionstruppen in beiden Fällen. Die „nationale Versöhnung" *, die von Gorbatschow und Najibullah angepriesen wird, ist ein Echo des „Nationalen Rats für Versöhnung und nationale Harmonie", der mit der Übereinkunft zwischen den USA und Nordvietnam in Paris 1973 geschaffen wurde.
Maßnahmen für eine „nationale Versöhnung"
Es gibt sogar einige Ähnlichkeiten in den Texten der Abkommen, vor allem die Besonderheit, nicht eine der Parteien des Konflikts direkt zu benennen - die Provisorische Regierung von 1973 und die Islamische Allianz 1988. Henry Kissinger schrieb darüber in seinen Memoiren: „Meines Wissens ist dies das einzige Dokument in der Geschichte der Diplomatie, das nicht alle beteiligten Parteien nennt. Das Pariser Abkommen ist nun nicht mehr länger das einzige. Ein Hauptunterschied ist allerdings das Verhalten der Streitkräfte des jeweiligen Landes. In AFGHANISTAN dieser Hinsicht sind die Gefahren gegensätzlicher Natur. Die amerikanische Strategie des Rückzugs aus Vietnam sah sich der widerspenstigen Haltung Thieus in Saigon gegenüber, die in Kissingers Memoiren ausführlich beschrieben ist® während ihre Feinde eine große taktische Flexibilität zeigten. In Afghanistan, auf der anderen Seite, sind die Mudschaheddin die Unnachgiebigen, während Najibullah peinlich genau der strategischen Linie Gorbatschows folgt, wenn ihm auch gelegentlich ein bißchen gut zugeredet werden muß.
Seit er im Mai 1986 mit dem Segen Moskaus an die Macht kam, war Najibullah der Vorreiter der „nationalen Versöhnung". Auf der Linie dieses Kurses wurden aufsehenerregende Maßnahmen ergriffen. Die wichtigsten bis März 1987 wurden in einem vorangegangenen Artikel beschrieben. Die nachfolgenden Schritte gingen weiter in dieselbe Richtung. In den folgenden Monaten verabschiedete das Regime ein neues Gesetz über Investitionen im Privatsektor. Die Steuerbefreiungen und andere Erleichterungen, die darin eingeschlossen sind, machen Afghanistan zu einem der Länder, das die besten Bedingungen für Privatunternehmen anbietet, gäbe es nicht die Unsicherheiten über seine politische Zukunft!
Reale und Scheinmaßnahmen für Demokratie
Ein neues Agrargesetz hat die maximale Größe von Landbesitz von 6 auf 20 Hektar des fruchtbarsten Landes erhöht. Zur selben Zeit bestätigte Najibullah, daß die Größe des Landbesitzes derjenigen, die eine große Rolle bei der Verwirklichung der Politik der 'nationalen Versöhnung' gespielt haben, " — d.h. die kollaborationistischen Großgrundbesitzer - „nicht begrenzt wird! Die islamischen Erbgesetze wurden wieder eingeführt und sogar durch die neue Verfassung legitimiert, die dem Islam und traditionellen Praktiken eine viel größere juristische und legislative Rolle zuerkennt, als die vorige. Diese neue Verfassung wurde Ende November 1987 durch ein Ad-hoc-Treffen der Loya jirgah angenommen, einer regimeeigenen Form der traditionellen Honoratiorenversammlung, die es unter den Institutionen der afghanischen Monarchie gab. Das offizielle Ziel des Staates wurde in eine gemäßigte Richtung gelenkt, die Bezeichnung „demokratisch" weggelassen. Sogar das Wappen und die Staatsflagge sind islamisiert worden! Mehr als tausend Mullahs und Ulemas (Theologen) wurden in verschiedene Positionen in den Institutionen des Regimes "gewählt"
AFGHANISTAN
Einige wirkliche politische Demokratisierungsmaßnahmen wurden zusammen mit eher symbolischen angenommen. Insbesondere sind mehrere tausend politische Gefangene entlassen worden. Der Wunsch des Regimes nach einer politischen Öffnung ist kein Vorwand. Najibullah faßte dies in der Formel ,,wer nicht gegen uns ist, ist für uns" zusammen. Er bot jedem einen Anteil an der legalen Macht, der mit seiner Regierung zusammenarbeiten wolle.
Die Demokratische Volkspartei (PDPA) besitzt nicht mehr das Monopol auf führende Posten. Nach Angaben von Najibullah sind die einzigen zivilen Posten, die ausschließlich von der Partei besetzt sind, die Präsidentschaft der Republik und die Ministerien für Verteidigung, Inneres und Finanzen - mit einem Wort, die Schlüsselpositionen. In der Tat sind einige Ministerien an Nichtparteimitglieder gegeben worden, die bereits in den dem April 1978, dem Zeitpunkt der Machteroberung durch die PDPA, vorausgegangenen Regimen vertreten waren.
Die aufsehenerregendste Maßnahme in dieser Hinsicht war die Ernennung von Hassan Sharq zum Premier. Er war Prinz Dauds Stabschef, als letzterer unter König Zaher Shah von 1953 bis 1963 Premier war. Er wurde dann Vizepremier, als Prinz Daud die Macht übernahm, seinen Vetter, den König, absetzte und 1973 die Republik ausrief, bevor er selbst fünf Jahre später durch die PDPA abgesetzt wurde. Von 1980 bis 1986 genoß Sharq das vergoldete Exil, das der Job eines Botschafters so oft bedeutet. Er wurde im Zusammenhang mit der neuen Politik der „nationalen Versöhnung" ins Land zurückgerufen.
Kann das Regime überleben?
Dem so bereitwillig von Moskau gegebenen Rat folgend, verstärkte Najibullah nach Dezember 1986 seine Appelle an alle Tendenzen, die in Opposition zu seinem Regime standen, besonders an die monarchistischen Gruppen der in Peshawar stationierten Teile der Islamischen Allianz, und bot ihnen einen Anteil an der Macht im Rahmen einer Koalition an. Bis jetzt gab es auf diese Appelle wenig Antwort. Keine wichtige Persönlichkeit oder Tendenz in der Opposition, besonders in der bewaffneten Opposition, hat die ausgestreckte Hand des Regimes ergriffen. Ohne Zweifel waren aber einige in der Versuchung, das zu tun, und sind es noch. Doch warum tun sie es nicht?
Der erste Grund ist die Unsicherheit über die Fähigkeit des Regimes, den Rückzug der sowjetischen Truppen zu überleben. Sollte das Regime zusammenbrechen, würde jeder, der das Angebot Kabuls angenommen hätte, sein Schicksal teilen. Der zweite Grund hat etwas mit der Zusammensetzung, der Heterogenität der Opposition selbst zu tun. Während der sehr homogene, wenn nicht gar monolithische vietnamesische Widerstand es sich leisten konnte, politisch zu manövrieren, so ist die afghanische Islamische Allianz ein Konglomerat rivalisierender Organisationen, die durch nichts anderes zusammengehalten werden als durch den Kampf gegen den gemeinsamen Feind.° Die bedeutendsten Teile der Islamischen Allianz, die fundamentalistischen Organisationen, haben aufgrund ihrer fanatischen ideologischen Unnachgiebigkeit wenig Neigung zu taktischer Flexibilität. Die daraus sich ergebende Atmosphäre in Peshawar ist die von verschiedenen Gruppen, die sich gegenseitig auszustechen versuchen, und von großer Spannung zwischen den Einzelteilen der Islamischen Allianz, die immerwährend Gefahr läuft, auseinanderzubrechen.
Die Heterogenität der Opposition gegenüber dem Regime der PDPA ist ein Hauptpunkt der Strategie Gorbatschows in Afghanistan. Tatsächlich verlassen sich Moskau und Kabul auf die Uneinigkeiten ihrer afghanischen Feinde, um ihre Politik der „nationalen Versöhnung" schmackhafter zu machen. Sie wissen, daß die Organisationen in Peshawar, abgesehen von der Verteilung der Hunderte von Millionen Dollar an Hilfeleistungen aller Art, die sie von den USA und reaktionären Moslemstaaten bekommen, wenig populär sind.
Diese Organisationen sind nicht einmal unter den drei Millionen afghanischen Flüchtlingen in Pakistan besonders gut angesehen, die sie unter allen Umständen daran hindern wollen, zurückzukehren, wozu das Regime in Kabul sie eingeladen hat. Nach der Unterzeichnung des Genfer Abkommens wird auf diese Einladungen wahrscheinlich mehr gehört werden.1° Die Unbeliebtheit der Führer in Peshawar ist aus Quellen bezeugt worden, denen man kaum Sympathien für Kabul nachsagen kann. Z.B. wurde ein westlicher Diplomat, der in Islamabad stationiert ist, in Newsweek (9.Mai 1988) zitiert: Die Führer sind bei den Flüchtlingen nicht beliebt. Im Lager wird darüber gemurrt. daß sie reich werden und den Krieg in aller Bequemlichkeit in Peshawar verbringen, weit entfernt von der Front und den armseligen Hütten der Flüchtlinge." Kürzlich wurde unter den afghanischen Flüchtlingen in Pakistan eine Umfrage gemacht, die in der internationalen Presse zitiert wurde. Der amerikanische Afghanistan-Spezialist Selig Harrison sagte dazu in der Aprilausgabe von Le Monde diplomatique: „Alle Exilführer sind durch ständige Gerüchte über Drogenhandel und Schwarzmarkthandel mit amerikanischen Hilfsgütern diskreditiert. Von 2287 Flüchtlingen, die in 106 von 249 Lagern befragt wurden, wollten 71,65% den ehemaligen König zurück, der eine Periode relativer Stabilität und gute nachbarliche Beziehungen zur Sowjetunion symbolisiert. Kaum 1% wollte, daß einer der Führer des Widerstands die Rolle des Regierungspräsidenten einnimmt."
Spaltungen in der Islamischen Allianz
Diese Umfrage bestätigt, was ein paar Monate vor seiner Ermordung in Peshawar von einem der hervorragendsten Intellektuellen in der afghanischen Opposition, Professor Majruh, gesagt wurde: „Die Sowjets wissen, daß die Führer in Peshawar niemals ein ernsthaftes Hindernis sein werden, und zwar, weil sie politisch schwach sind; deshalb kann die einzige Gefahr nur in der Person des Königs liegen. Ihre Absicht war, diese Möglichkeit auszuschließen, indem sie sie als eine Lösung der sowjetischen Seite darstellten. Sie hofften auch, daß dieses Manöver die Wirkung einer vertieften Spaltung der Allianz haben würde."11 Was immer die Absicht der Sowjets ist, dies war die Wirkung. Die Herzlichkeit der Beziehungen in der Islamischen Allianz wurde kürzlich durch eine Episode, von der von westlichen Reportern in Peshawar berichtet wurde, illustriert. 12 Als bei einem Treffen der Mudschaheddin der Führer einer der drei traditionellen (monarchistischen) Gruppen der Allianz beschuldigt wurde, die Ermordung Professor Majruhs befohlen zu haben, zog Hektmatyar, das Haupt der mächtigsten und fanatischsten der vier fundamentalistischen Organisationen in der Allianz, seine Waffe und schoß beinahe seinen Ankläger nieder.
Die Unstimmigkeiten zwischen den Organisationen in Peshawar sind seit der Unterzeichnung des Genfer Abkommens gewachsen - die Unstimmigkeit darüber, welche Haltung zu dem Abkommen ein-
genommen werden soll13 , die Unstimmigkeit darüber, was mit den sowjetischen Truppen zu tun sei, während sie abziehen usw. Aber der grundsätzliche Unterschied zwischen den sieben Gruppen in Peshawar, um den sich alle anderen drehen, ist der, welche Haltung zu dem früheren König Zaher Shah im Exil in Rom eingenommen werden soll.
„Wahlen im Widerspruch zum Islam"
Was könnte natürlicher sein, wenn man überlegt, daß die drei - sämtlich fundamentalistischen - Hauptorganisationen in der Allianz unter der Monarchie und in Opposition zu ihr gebildet wurden. Zaher Shah wurde eine Marionette Moskaus und ein antiislamischer Modernist genannt. Dieser fundamentale Unterschied spiegelt sich auch in den unterschiedlichen Vorschlägen zu der Frage, wie man die politischen Repräsentanten der Allianz wählen soll, wider.
Z.B. Hektmatyar, der in Peshawar einen Vorteil hat, weil er die meiste ausländische Hilfe erhält und die beste Organisation hat, schlug allgemeine Wahlen fur die Flüchtlinge in Pakistan vor (natürlich nur für Männer). Das Oberhaupt einer anderen fundamentalistischen Gruppe, die sich von Hektmatyar abgespalten hat, lehnte laut B.Delpuech in einer Veröffentlichung zur Unterstützung der Mudschaheddin14 diese Überlegung ab.
„Seit Yunos Khales ausdrücklicher Meinung, daß demokratische Wahlen im Widerspruch zu den Prinzipien des Islam stehen, hat sich ein theologisch-exegetischer Disput über den Weg, den der Koran vorschreibt, entwickelt. Mullahs wurden sogar zu Versammlungen gerufen, um eine Entscheidung zu finden, die für alle akzeptabel ist."
Auf ihrer Seite sind die Royalisten für die Idee einer Loya jirgah, einer Versammlung von Honoratioren, Stammeshäuptlingen und religiösen Würdenträgern, die sich auf Traditionen des alten Regimes berufen. Laut Delpuech schlug Mujadeddi ursprünglich vor, „ein Wahlgremium zu bilden, für das jede der Organisationen 15 Abgeordnete benennen sollte (zehn Theologen und fünf "Laien')", nach dem Modell des Systems der Kooptation, das unter dem zweiten und dritten Kalifen des Islam benutzt wurde.
Schließlich entschieden sich die sieben Organisationen in Peshawar dafür, jetzt einfach die Mitglieder der Regierung * dieser Regierung einigen können, einen gewissen Ahmed Shah, dessen Haupttugend wahrscheinlich darin besteht, daß er farblos genug ist, um von den sieben Organisationen akzeptiert zu werden. Diese Auswahl rief einen sauren Kommentar eines der royalistischen Mitglieder der Allianz hervor: „Jemand, der nicht von allen Afghanen gewählt worden ist, wird vom afghanischen Volk nicht unterstützt werden.**15 Also war Gorbatschow, indem er dem Exkönig im Exil in Rom seit 1986 öffentliche Angebote machte und dessen Linie von Najibullah übernommen wurde, auf der Ziellinie. Von ihren Diensten informiert, wissen sie beide, daß Zaher Shah, wie Sihanouk in Kampuchea, größte Beliebtheit unter den Afghanen genießt, besonders unter den Pathanenstämmen, die die große Mehrheit der Flüchtlinge in Pakistan ausmachen. Ist dies nur ein „machiavellistisches** Manöver Moskaus und Kabuls? Das ist sehr unsicher, besonders was Moskau angeht, das von einer Zusammenarbeit mit dem Exkönig wenig zu verlieren und alles zu gewinnen hat. Im April 1987 schrieben wir: „Die minimalste Beziehung, die Moskau zu Afghanistan akzeptieren kann, ist eine des finnischen Typs. Innerhalb dieser eng definierten Grenzen ist der Kreml bereit, jede Art eines soziopolitischen Kompromisses anzunehmen, sogar die Rückkehr des früheren Königs Zaher Shah aus dem Exil, vorausgesetzt, er spielt das Spiel mit." Diese letztere Bedingung bedeutet jedoch, daß im Augenblick das, was Moskau dem Monarchen anzubieten bereit ist, nicht über eine Ehrenrolle hinausgeht, vielleicht die Präsidentschaft der Republik ohne die jetzigen Machtbefugnisse im Rahmen eines Regimes, dessen wirkliche Macht weiter von der PDPA ausgeübt wird. Da dieses Regime heute unter einem großen Fragezeichen steht, hat Zaher Shah durch die Annahme des Angebots nichts zu gewinnen. Er zieht es vor, abzuwarten und auf eine Erosion des Regimes in Kabul zu warten, das die UdSSR zwingen würde, ihn als „Retter" anzurufen, wodurch sie ihn in eine starke Position bringen würde. Er hat eindeutig nicht die Hoffnung verloren, erneut den Thron zu besteigen.
Alles wird also davon abhängen, was dem Regime in Kabul in den nächsten Monaten geschicht. Wird es fallen oder nicht? Das ist die Frage, die heute jeder stellt. Viele AFGHANISTAN in den westlichen Medien denken, daß sie endgültig sagen können, daß Kabul unvermeidlich, früher oder später, dasselbe Schicksal erfahren wird wie Saigon, d.h. natürlich von den Oppositionskräften aus geschen. Najibullah auf der anderen Seite erwidert, daß seine Verleumder versuchen, ihre Küken zu zählen, bevor sie ausgekrochen sind.
Halbfeudales Mosaik der Territorien
Eins ist sicher: ein großer Teil der ländlichen afghanischen Regionen und wahrscheinlich auch einige Städte, besonders die, die der pakistanischen Grenze am nächsten liegen, werden sich vollständig der Kontrolle der PDPA entziehen. Zu einem erheblichen Teil ist das schon geschehen. Selbst wenn diese Regionen unter eine einzige politische Autorität gestellt werden, wird diese Autorität rein theoretisch bleiben. Die Aufsplitterung durch die Stämme wird mit einem halbfeudalen Mosaik der Territorien der örtlichen militärischen Oberen kombiniert sein, die buchstäblich Kriegsherren sind. Darüber hinaus erscheint es sehr gut möglich, daß die usbekischen und tadschikischen Gebiete im Norden fest in Moskaus Hand bleiben. Was wird aus dem Territorium werden, das von Kabul kontrolliert wird? Kabul behauptet, es habe die Herrschaft über zwei Drittel der Provinzen des Landes, von denen gesagt wird, daß eineinhalb Millionen der dort lebenden zur Wahl gegangen seien, um zwischen dem S. und 15.April die 299 Abgeordneten für die beiden Häuser der afghanischen Legislative zu wählen. Tatsächlich ist der Eckpfeiler die Hauptstadt selbst, Groß- Kabul, das heute nach übereinstimmenden Schätzungen 3 Millionen Menschen beherbergt, d.h. ungefähr ein Drittel der Bevölkerung, die innerhalb der Grenzen des Landes lebt.
Zahlenmäßig und technisch haben die Truppen der PDPA sicher die Mittel, dem unausweichlichen Vorstoß der Rebellenkräfte zu widerstehen. Aber alles wird auf ihren inneren Zusammenhang ankommen, der durchaus nicht gesichert ist. Nachdem er aus Kabul zurückgekehrt war, faßte Alain Gresh in Le Monde diplomatique vom Juni 1988 die Situation so zusammen: Auf eine Anfrage antwortete ein bedeutender Kader im Zentralkomitee ohne Zögern: Wir müssen uns auf das Schlimmste vorbereiten. Zuerst müssen wir die Truppen verstärken, deren Potential in den letzten Jahren erheblich verstärkt wurde. Wir haben fast 130.000
AFGHANISTAN
Mann in den regulären Streitkräften, die Armee und die Tsarandoy (bewaffnete Polizei), und 60% der 200.000 Parteimitglieder sind in der Armee oder den Milizen.' Der Sold in der Armee ist siebenbis 25mal erhöht worden, und es hat eine Menge Beförderungen gegeben, um die Loyalität der Soldaten und Kader zu garantieren. Zehntausende sind in den letzten zehn Jahren in der UdSSR ausgebildet worden. Von ihnen wird weitgehend die Zukunft abhängen. Die Mudschaheddin haben weder die schweren Waffen noch die Einheitlichkeit des Kommandos, die für die Einnahme von Kabul nötig wären. Nur ein Umschwung in der Armee könnte ihnen zu einem entscheidenden Sieg verhelfen. Wenn dagegen die Offiziere und Soldaten loyal bleiben, kann die PDPA sich auf ihre städtischen Bastionen zurückzichen und den Ansturm überstehen."
Wenn die PDPA durchhalten kann, ist es möglich, daß ein Bruch in der Islamischen Allianz stattfinden könnte, indem eine Gruppe - die Traditionalisten - sich für eine positive Antwort auf Kabuls Angebot entscheidet. Das könnte das Kräfteverhältnis im ganzen Land entscheidend verändern. Eine andere Gruppe - die Fundamentalisten - würde den Kampf unermüdlich weiterführen. Ihre Ansichten machen es ihnen unmöglich, einen wie immer gearteten Kompromiß einzugehen, und sie können eine Basis für ihre Aktivitäten in einer großen Anzahl von Männern finden, die am Guerillakrieg Geschmack gefunden haben, besonders in der Generation, die sich an nichts anderes erinnert. Mit anderen Worten, es gibt keine Aussicht, daß der Krieg in Afghanistan zu Ende geht.
Das Schicksal der Frauen
Zwei Faktoren werden für die Zukunft des Regimes in Kabul von großer Wichtigkeit sein, d.h. für seinen inneren Zusammenhang. Der erste und wichtigste ist die Haltung Moskaus. Sollte die UdSSR den Eindruck erwecken, daß sie die PDPA aufgäbe, würde das für letztere sicher eine Katastrophe bedeuten. Aber es gibt weder heute noch gab es in der Vergangenheit Anzeichen dafür, daß dies Gorbatschows Absicht ist. Wie wir in International Viewpoint bereits im April 1987 geschrieben haben, glauben wir auch jetzt, daß die UdSSR in Afghanistan eine Streitmacht halten könnte, die quantitativ näher an dem ist, was sie vor Dezember 1979 dort hatte (5000 militärische 'Ratgeber'), als die massive militärische Präsenz der letzten Jahre." Der zweite Faktor sind die Gefühle der afghanischen Bevölkerung. Wir schrieben ebenfalls 1987, daß die „Mudschaheddin sicher weniger Rekruten für einen Jihad für ihren islamischen Staat finden, als sie bisher für den Kampf zur Befreiung Afghanistans von sowjetischen Truppen gefunden haben". In der Ausgabe vom 30. Mai 1988 drückte Newsweek denselben Gedanken aus. Melinda Liu, Autorin des Artikels, erwähnte besonders die Abneigung gegenüber den Mudschaheddin in einer Sektion der städtischen Bevölkerung: Die Furcht trat besonders deutlich unter gebildeten Frauen zutage, die ein gewisses Maß an Freiheit von der Purdah (völlige Abgeschlossenheit der Frauen, d.Ubers.) erreicht haben. 'Diese Leute in den Bergen, mit ihren langen Haaren und Bärten, nach zehn Jahren befürchten wir, daß sie wild sind,' sagte eine junge Bewohnerin Kabuls, deren modische westliche Kleidung in scharfem Kontrast zu dem von den radikalen Fundamentalisten geforderten, vom Kopf bis zu den Füßen reichenden Schador stand." Diese Bewohnerin Kabuls hat in der Tat gute Gründe, sich zu sorgen, wenn es nach dem Schicksal geht, dem die Frauen in den Flüchtlingslagern von Peshawar unterworfen sind. In Newsweek vom 1.Februar 1988 wurde das so beschrieben: „Die Bedingungen sind besonders hart für die Frauen, die letzten Endes wie Gefangene behandelt werden. Da ihnen von ihren Männern verboten wird, unter den Tausenden von Fremden im Lager herumzuwandern, müssen sie im Haus bleiben, auch wenn sie den Schleier der frommen Moslemfrauen tragen."
Die verschiedenen Schicksale der Frauen in den beiden Lagern, die sich seit 1978 in Afghanistan gegenüberstehen, sind ein Element unter vielen anderen, das bestätigt, wenn der soziopolitische Anschein nicht schon genügte, daß es sich hier um die Konfrontation zwischen einem progressiven und einem reaktionären Lager handelt. ' Der Ursprung der afghanischen Rebellion, daran sollte man sich erinnern, war eine Rebellion des klassischen Vendée-Typs gegen ein Regime, das Züge trug, die an das Jakobinertum erinnerten. Die Rebellenkräfte repräsentierten und repräsentieren noch immer ein Konglomerat der traditionellen Kräfte, die die PDPA, nachdem diese im April 1978 an die Macht gekommen war, sehr unbeholfen aufzuschütteln oder auszuhebeln versuchte und mit denen sich die Fundamentalisten zusammentaten. Die PDPA schlug vor, das Analphabetentum auszumerzen sowie die Säkularisierung, die Emanzipation der Frauen, die Auflösung der Stämme, eine radikale Agrarreform und Industrialisierung voranzutreiben, und zwar mit diktatorischen und bürokratischen Methoden. Auf der anderen Seite verteidigten die Rebellenkräfte eine Weiterführung der alten mittelalterlichen, obskurantistischen Gesellschaft, die Rolle der Mullahs, den untergeordneten Status der Frauen, die Herrschaft der Großgrundbesitzer und die Verewigung der sozialen und wirtschaftlichen Rückständigkeit, oder sie kämpften sogar für eine totalitäre islamische Diktatur. Die Intervention der Kreml-Truppen nach Ende 1979 mußte verurteilt und deren Rückzug gefordert werden, nicht weil sie konterrevolutionär war wie in Ungarn 1956 oder in der CSSR 1968, aber auch nicht, weil wir unter allen Umständen gegen eine In der Tat riefen wir sie auf, zur Verteidigung Vietnams zu intervenieren, genau wie wir für die Intervention der kubanischen Truppen in Angola waren, die mit Moskaus Hilfe stattfand. Das Problem war, daß der Einmarsch in Afghanistan in der Form keine andere Wirkung haben konnte, als das Lager bedeutend zu stärken, das Moskau erdrücken zu können glaubte.
Der Burgerk sta findet, hat seeen der hat wegen der sowjetischen Intervention seine Natur nicht geändert. Wenn er auch seit acht Jahren den Anschein eines nationalen Krieges gegen die sowjetischen Invasoren erweckt, und zwar zugunsten des reaktionären Lagers, besteht letzteres aus im wesentlichen denselben politischen und sozialen Kräften, die vor Dezember 1979 die PDPA bekämpften.
Für eine Niederlage der reaktionären Kräfte
Obwohl die PDPA ihr Programm seit 1986 erheblich verwässert hat und mehr als je ein Söldner Moskaus ist, ist ihre soziale politische Natur seit 1978 grundsätzlich die gleiche geblieben. Sie kann als progressiv kleinbürgerlich-,demokratisch", in der gesellschaftlichen Bedeutung des Begriffs, beschrieben werden. In diesem Krieg, der mit dem Rückzug der sowjetischen Truppen wieder die Dimensionen eines Bürgerkrieges annimmt, können wir nicht neutral sein und noch weniger das reaktionäre Lager unterstützen. Wir sind entschieden für die Niederlage der reaktionären Kräfte, ohne uns im min desten mit dem Regime in Kabul zu identifizieren. Wir wollen es durch eine au thentische Revolution gestürzt sehen. Die
Nr.31/1 - 3/88 die Internationale