GRIECHENLAND: PSARADELLIS AUS DEM GEFÄNGNIS ENTKOMMEN I +41++++ +++++++++++++++ •+++ #+++ ++++ Die griechische Sektion der IV. Internationale, die Internationalistische Kommunistische Partei, hat dem Repressionsapparat der Athener Junta einen wichtigen Schlag versetzt: Sie organisierte die Flucht des Genossen Theologos Psaradellis, eines der wichtigsten Arbeiter kader der griechischen revolutionären Linken und Mitglied der IV. Internationale. Nachstehend veröffentlichen wir ein Interview, das er bei seiner Ankunft in Paris gab. Der Genosse Psaradellis, etwa 30 Jahre alt, ist Mitglied unserer griechischen Sektion seit 10 Jahren. Zum ersten Mal wurde er 1967 mit dem Ausbruch der Diktatur gefangengenom menı damals verbrachte er drei Monate in Vorbeugehaft. Die Beschuldigungen, die man gegen ihn vorbrachte, erwiesen sich als unhaltbar, und er wurde freigesprochen. Im Mai 1969 wurde er von neuem verhaftet, weil ein in die Lambrakis-Jugend eingeschleuster Spitzel ihn denunzierte (damals arbeiteten wir mit dieser Organisation eng zusammen). Im Juni gelang ihm die Flucht, und er erreichte nach 12-stündiger Fahrt auf einem Ruder boot die türkische Küste. Dort bat er um politisches Asyl, wurde aber in ein Gefangenenlager in Anatolien eingesperrt. Wieder entkam er, aber einige hundert Meter vor der bulgarischen Grenze wurde er wieder festgenommen und ins Gefangenenlager zurückgeschickt. Er brach von neuem aus, und diesmal gelang es ihm, nach Bulgarien zu entkommen Dort beantragte er, daß ihm entweder politisches Asyl gewährt werde oder man ihn an die Grenze eines westeuropäischen Landes geleite. Aber die bulgarischen Stalinisten stellten Nachforschungen über ihn an, erfuhren, daß es sich um einen trotzkistischen Führer handelt und geleiteten ihn wieder zur Grenze zurück - zur türkischen, wie sie ihm sagten. Als der Zug halten wollte, wurde er gewahr, daß man ihn nach Griechenland gebracht hatte. Er sprang vom Zug, Floh und versuchte, griechische trotzkistische Genossen aufzufin den. Nach 24 Stunden brach er erschöpft zusammen und wurde von griechischen Patrouillen, die mit Schäferhunden nach ihm gesucht hatten, gefaßt Vor dem Athener Militärgericht bekannte er sich offen zum Trotzkismus. Er wurde im Juli 1970 zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt. Mehrere Male wurde er gefoltert, wobei er sich eine dauernde Mißbildung am Fuß und eine Herzkrankheit zuzog. Wegen seines schlechten Gesundheitszustands kam er ins Krankenhaus, von wo aus ihm die Flucht nach Westeuropa gelang.
INTERVIEW MIT DEM GENOSSEN PSARADELLIS:
Welcher Art von Repression sind die Gegner der Junta ausgesetzt?
Houte gibt es in den Gefängnissen ungefähr 200 politische Häftlinge, die als "Kommuniste bezeichnet werden, zum Teil Mitglieder der griechischen KP, zum Teil Mitglieder revolu tionärer Gruppen, unter ihnen Genossen der Sektion der IV. Internationale. Dazu kommen etwa Hundert Gefangene, die zu den verschiedenen Tendenzen der liberal-demokratischen Opposition gehören, sowie etliche Opponenten, die unter Hausarrest stehen. In den ersten Jahren der Junta waren die Urteile sehr hart, heute nicht mehr. Das Militärregime ist heute viel mehr darauf aus, die organisierten Widerstandskerne zu vernichten und die Militan ten physisch zu liquidieren, als seine Repressionsmacht offen zu zeigen. Was die Folter am geht, so wird sie noch angewendet, aber nicht so perfektioniert wie in Brasilien, mehr psychisch als physisch (man läßt dem Gefangenen Schreie hören und sagt ihm, daß seine Tochter im Nebenzimmer gerade vergewaltigt wird, oder man schlägt einen Genossen syste matisch, um einen anderen, der zugegen sein muß, zum sprechen zu bringen), trotzdem ist die Folter in manchen Fällen von unerhörter Gewalt und unmenschlicher Grausamkeit. Welche Haltung nimmt die Öffentliche Meinung gegenüber einer so repressiven Situati einf Die Arbeiter sind gegen die Diktatur, aber es gibt noch keine Organisation mit genügend