Wenn man unter zentristische Führung eine Führung versteht, die mit dem Stalinismus gebrochei hat, diesen Bruch aber nicht theoretisch verarbeitet und politisch gemeistert hat und folglich auch nicht auf den Positionen des revolutionären Marxismus steht und zwischen dem Stalinismus und dem revolutionären Marxismus auf Kosten von zahlreichen Irrtümern, Konfusionen und opportunistischen Abweichungen aller Art hin- und herschwankt, so ist die maoistische Führung sehr wohl eine zentristische Führung. Sie ist eine pragmatische revolutionäre Führung, eklektisch auf dem Gebiet der Strategie und inkonsistent auf dem Gebiet der Theorie. Diese Inkonsistenz und dieser Eklektizismus lassen die ideologische Leere des Maoismus erklären, der nicht in der Lage ist, seinen Anhängern ein zusammenhängendes Gerippe zum Verständnis der weltweiten Dialektik der Revolution zu liefern, um so weniger eine weltweite revolutionäre Strategie. Das zeigt sich insbesondere in seiner Unfähigkeit, Elemente der Analyse und der Orientierung für die Klassenkämpfe in den fortgeschrittenen kapitalistischen Ländern zu geben ( nach den französischen Maoisten VLR läßt sich alles, was man in den Schriften Maos über die Revolution in Frankreich findet, in den Worten zusammenfassen: "Helft euch selber!"'). Dasselbe gilt für die degenerierten Arbeiterstaaten. Diese wesentliche politische Lücke erklärt die Unfähigkeit der Maoisten, sich auf internationaler, ja selbst auf nationaler und lokaler Ebene zusammenzuschließen, erklärt ihre dauernden Spaltungen.
Nein, der Maoismus ist nicht der Leninismus unserer Epoche. Und nicht von Peking kann man die Regenerierung der Arbeiterbewegung erwarten.