ERSTE ERKLÄRUNGEN DER ÜBERLEBENDEN DES MASSAKERS YON
TRELEW +++++ +++++ +++++ ++++ Zum ersten Mal seit dem Massaker erhielten die Familien der zwei Überlebenden, Alberto Campos und Ricardo Haidar, Besuchserlaubnis. Sie konnten nur 15 Minuten bei den Verletzten bleiben, die von mehreren bis an die Zähne bewaffneten Militärs bewachtwurden. Ein dickes Gitter trennte Campos und Haidar voneinander. Beide sagten ihren Eltern, daß sie die offizielle Version des Massakers kennen würden und daß diese nichts mit der Realität zu tun habe. "Sie haben uns aus unseren Zellen herausgeholt und ließen uns in einer Reihe in einem kleinen Innenhof antreten. Bis zu diesem Augenblick glaubten wir noch, daß es sich um ein neues Verhör über den Ausbruch handeln würde, ein Verhör, dem wir täglich unterzogen wurden. Etwas machte uns dennoch stutzig: warum hatte man uns alle versammelt ?" , berichtete Campos seinem Vater. Als sie nebeneinander aufgereiht dastanden er öffneten die Militärs das Feuer, ohne Vorwarnung und ohne daß es den geringsten Zwischenfall gegeben hätte. Die Gefangenen versuchten dann dem Ort des Massakers zu entflie- . Dort ging das Morden weiter.
Dieser kurze Bericht, der in der argentinischen Presse abgedruckt wurde, wurde von der Regierung nicht dementiert.
Alberto Campos und Ricardo Haidar machen in ihrer Genesung große Fortschritte. Das heißt nicht, daß sie außer Gefahr sind. Ihr Zeugnis ist eine schreckliche Waffe gegen die Diktatur. Nur die Angst vor neuen Mobilisierungen hindert die Regierung im Augenblick noch daran, das Verbrechen zu vollenden.
(aus ROUGE 170 vom 9. September 1972