EL SALVADOR
Roberto Diaz
Die Wirtschaftspolitik der Regierung von Honduras, die auch die Handschrift des Internationalen Währungsfonds (IWF) trägt, hat eine Reihe von Massenprotesten in Honduras provoziert, auf DE TAL MXP die das Regime mit verschärfter Repression gegen die Gewerkschattsbewegung geantwortet hat. Diese ist stärker und politischer geworden.
Honduras ist heute praktisch ein besetztes Land. Auf dem Schachbrett der kon- seit vielen Jahren von den größten Geterrevolutionären Politik Ronald Rea- werkschaftsorganisationen zusammen gans nimmt es einen zentralen Platz ein. gefeiert: der Confederacion de los Traba- Mehrere tausend US-Marines sind hier jadores de Honduras (CT H-regierungsstationiert; dadurch wird die traditio- freundlich), der Central General de los nelle Wirtschaftsstruktur zerstört, Kor- Trabajadores (CGT - sozialchristlich) ruption breitet sich aus. Auch die 20.000 und der Federación Unitaria de los Tranicaraguanischen Contras, die sich im bajadores de Honduras(FUTH), die sich Süden des Landes eingenistet und die hauptsächlich aus den radikalen Gewerkschaften zusammensetzt, die die reben haben, soin bei der 1 zer buchstäblich von ihrem Boden ver- Regierung sich weigert anzuerkennen. Diese drei Organisationen sind im Conrung von Honduras auf immer heftigere sejo Nacional Obrero y Campesino de Ablehnung. Honduras (CONOCH) vertreten; er ist Ausdruck des Willens zur Einheit Die Entwicklung eines nationalen Be- heute. Die Arbeiter und Arbeiterinnen wußtseins wird dadurch beschleunigt; trugen Transparente mit eindeutig poli bisher galt Honduras als das Land Mit- tischen Forderungen: „Nein zum Krieg. telamerikas, in dem dieses am wenigsten ja zum Frieden"; „Yankees, raus aus ausgeprägt war. Honduras, Nein zum Militärabkommen mit den USA"; „Contras raus aus Honduras"; „Die Regierung Azcona ist Zusammenschluß vaterlandslos, Azcona Hoyo, du bist ein der Gewerkschaften Verräter"'. Die honduranische Arbeiterbewegung macht zur Zeit eine entscheidende Ent- Die Regierung Cordova wicklung durch. Von rein wirtschaftlichen Forderungen ist sie zu politischen Von 1982 bis 1985 hat die Regierung Forderungen und Kämpfen übergegan- Roberto Suazo Cordova eine Wirtgen. Das gilt nicht nurfürden oppositio- schaftspolitik betrieben, die weitgehend nellen Teil der honduranischen Gewerk- diese Reaktionen herbeigeführt hat. Als schaften, sondern auch für die der Regie- guter Schüler seiner amerikanischen Be rung nahestehenden Gewerkschaften. rater und des IWFhater die wirtschaftli- Dér 1. Mai 1986 wurde zum ersten Mal chen Maßnahmen durchgesetzt, die be- Missio camps bases camps Аль actons US
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C R A G U A
COSTA RICA kanntlich vom IWF empfohlen werden. Offiziell hatte er versichert, nur solche Teile der Bevölkerung würden von den Maßnahmen betroffen werden, die nicht in die Produktion integriert sind: die unrentablen Betriebe, die neu einzustellenden Arbeiter, die nicht stabilisierten Mittelklassen und vorallem die marginalisierte und arbeitslose Bevölkerung in den Städten; solche, die keine Steuern zahlten oder solche, die erst kurzzeitig in die Produktion integriert waren. Der geschlossen sein. Aber die tiefe Wirtschaftskrise hat die Regierung Suazo Cordova dazu geführt, diese Politik auch auf die organisierten Teile der Bevölkerung auszudehnen, auf andere Schichten der Arbeiter, selbst auf die Mittelklassen, die über politischen Einfluß verfügen und Widerstand organisieren können.
Repression, manchmal systematische, war die einzige Antwort der Regierung. Ihr Ziel war nicht nur, die Berufsorganisation zu lähmen oder zu neutralisieren, sie wollte sie auch zerschlagen. Die Unterdrückung der Gewerkschaften war nur ein Element im Projekt des Aufbaus eines „Staates der nationalen Sicherheit" , auf das sich das Bündnis Suazo Cordovas mit der Reagan-Administration und dem extrem rechten Flügel der honduranischen Armee stützte. Er
= Honduras wurde von 1982 bis 1984 von Gustavo Alvarez Martinez geführt, der Vertrauensmann Washingtons in Mittelamerika.
Unterdrückung der Gewerkschaften
Das Projekt von Suazo Cordova und Alvarez Martinez diente offen der Counterinsurgency. Das Militär besetzte die Gewerkschaftsburos, die Regierung setzte willkürlich ihrgenehme Leute an die Spitze der Gewerkschaften, die Gewerkschaften und Gewerkschaftsverbände wurden gespalten, streikende Betriebe unter militärisches Kommando gestellt, Arbeiterführer, die Streiksführten, entlassen - all dies um die Gewerkschaftsbewegung zu enthaupten. Gewerkschaftsführer werden ermordet, entführt, paramilitärische Gruppen lassen sie „ verschwinden". . Diese Aktionen fallen oft mit Verhandlungen über Tarifverträge zusammen.
Im März 1983 haben zwei Armeeangehörige auf eine Gruppe von Gewerkschaftsführern geschossen. Unter ihnen war Dagoberto Padilla, der Präsident der Gewerkschaften des Landwirtschaftsbetriebs von Sula (SITRACOAS) in der Nähe der Stadt El Progreso im Departement Yoro, im Norden von Honduras. Vier Gewerkschafter wurden ermordet, darunter Padilla, drei andere wurden schwer verletzt.
Im März 1984 wurde der Vorsitzende der Gewerkschaft des nationalen Elektrizitätsunternehmens STENEE, Rolando Vindel Gonzalez, im Zentrum von Tegucigalpa im Beisein von Zeugen von Agenten der Geheimpolizei Dirección Nacional de Investigacion (DNI) verhaftet. Die DNI hat jede Verantwortung von sich gewiesen. Seither ist unbekannt, wo sich der Gewerkschaftsführer aufhält. Als er entführt wurde, stand er an der Spitze einer Gewerkschaftskommission, die mit dem Elektrizitätsunternehmen einen neuen Tarifvertrag auszuhandeln hatte.
Am 9. Mai 1986 schossen nicht identifizierte Individuen mit großkalibrigen Waffen auf den Vorsitzenden der Gewerkschaft des Unternehmens für industrielle Verpackung STELSA, Cristobal Perez Diaz, während er vor seiner Haustür in San Pedro Sula, im Norden von Honduras, aus dem Auto stieg. Eine Woche vorher hatte Perez Diaz, der bei Arbeitskonflikten die FUTH vertrat, deren stellvertretender Vorsitzender an der Nordküste er zuvor gewesen war, die 1. Mai-Demonstration in seiner Stadt angeführt. Vor über 100.000 Arbeitern hatte er die Regierung Hoyo beschul- O INIDOC 107 digt, keine konkrete Antwort auf die Forderungen der FUTH gegeben zu haben, und er hatte die Außenpolitik Honduras gegeißelt, die Präsenz der USamerikanischen Truppen und der nicaraguanischen Contra auf honduranischem Boden. Zum Zeitpunkt seiner Ermordung war er Mitgliedeiner Kommission, die mit den regionalen Sozialversicherungsstellen einen neuen Tarifvertrag aushandeln sollte.
Anders als die Verantwortlichen hofften, führte die gewerkschaftliche Unterdrückung jedoch zu einer Politisierung der Arbeiterbewegung. Diese hat bei ihrer Organisierung bedeutende Fortschritte gemacht. Sie stellt nicht mehr nur wirtschaftliche Forderungen auf, sie U.S.A kämpft für die Verteidigung der gewerkschattlichen Rechte, für die Freigabe der Verschwundenen, für die Freilassung der politischen Gefangenen. Sie hat die Gründung neuer humanitärer Organisationen unterstützt: zur Verteidigung der Menschenrechte, Zusammenführung der Familien der Verschwundenen, für den Kampf für Frieden, usw.; diese verstärken den gewerkschaftlichen Kampf und geben Anlaß zur Hoffnung, daß sich neue Formen des politischen Kampfs entwickeln.
Besatzung und Nationalbewußtsein
Eine der Formen der Politisierung der honduranischen Arbeiterbewegung ist die Entwicklung eines Nationalbewußtseins im Zusammenhang mit der US-amerikanischen Besatzung und der Präsenz der nicaraguanischen Contra. Beide ausländischen Armeen haben sich in Honduras eingenistet, nachdem dieses Land zum wichtigsten Verbündeten der USA in Mittelamerika geworden ist, mit dem Segen der honduranischen Regierung.
Die honduranische Arbeiterbewegung hat sich entwickelt ausgehend von Kämpfen gegen nordamerikanische Unternehmen, die Ende des vorigen Jahrhunderts die unfähige honduranische Bourgeoisie verdrängt hatten. Heute weiß sie genau, daß die Präsenz ausländischer Truppen das Risiko eines Kriegs gegen Nicaragua bedeutet, nicht zur Verteidigung der nationalen Interessen, sondern zur Verteidigung der Interessen der Vereinigten Staaten.
Die die Merkenhoisi on bendera de, Grundsätzen der Nichteinmischung und der Selbstbestimmung der Völker widerspricht. Viele von ihnen denken, in dem Maße, wie die Gewerkschaftskämpfe sich politisieren, wächst die Einheit der Bewegung und die Bevölkerung beteiligt sich stärker am Kampf. Die Gründung einer Koordination wie der CONOCH, in der Gewerkschaftsverbände unterschiedlicher ideologischer Strömungen zusammengeschlossen sind, ist ein Beispiel für diesen qualitativen Fortschritt.
Ein anderer bedeutender Fortschritt ist die Gründung des Koordinationskomitees der Massenorganisationen, CCOP, das eng mit der FUTH verbunden ist; es unterstützt die Ausweitung der Mobilisierungen auf andere Teile der Bevölkerung. Das CCOP umfaßt Arbeiter-, Bauern-, Frauen-, Studenten-, Stadtteil-, Menschenrechtsorganisationen und Organisationen zur Verteidigung der politischen Getangenen. Schon trüher hatten Gewerkschaftsverbände versucht, solche Organisationen zusammenzuführen, aber die Ansätze wurden durch die Repression wieder zerstört. Die Frage der Verteidigung der nationalen Souveränität hat der Entwicklung der Gewerkschaftsbewegung in den letz- Ermordung von Cristobal Perez Diaz, die kein isolierter Akt war, eine neue Repressionswelle einläutet. Roberto Diaz, aus: Pensamiento Proprio, Managua, Juni 1986.
Anmerkung / José Simon Azcona Hoyo hat als einer der vier Kandidaten der regierenden Liberalen Partei am 24. November 1985 mit 51,5% der Stimmen die Präsidentschaftswahlen gewonnen. Er war gegen Oscar Mejia Areliano angetreten, ein anderer Kandidat der Liberalen Partei, der von Ex-Präsident Robert Suazo Cordova unterstützt worden war.