Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Ein 'Gendarm': Saudi-Arabien

Inprekorr Nr. 18, 15. August 1972 · S. 26-27 · 447 Wörter

Arabische Welt und Golf

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EIN "GENDARM"': SAUDI-ARABIEN "Es sieht gerade so aus, als hätten unsere Feinde Saudi-Arabien, dem Zentrum des unnachgiebigen Islam, freihe Hand gegeben, um mit den atheistischen Kommunisten, die wir in hren Augen sind, Schluß zu machen" , behauptet Abdel Aziz Abdel Wali, Staatsminister beif

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Präsidenten. Und Abdel Fattah Ismail, der Generalsekretär der Nationalen Front, fügt hinzus "Dieser internationale Komplott hat nichts mit Religion zu tun. Das wahabitische Königreich Faysals, wissensfeindlich und unterdrückerisch, die Bastion der arabischen Reaktion, den Erdölmonopolen und den Vereinigten Staaten unterworfen, wurde einfach zum Gendarmen der Halbinsel ernannt, um unser Land, diesen Herd nationaler und sozialer Befreiung, zu unterdrücken.

Die Demokratische Volksrepublik Jemen beunruhigt nach der Meinung ihrer Führer die "Imperialisten mehr als Kuba, da sie eine äußerst wichtige strategische Position einnimmt. Sie verfügt in der Tat mit der Meeresenge von Bab-el- Mandeb über einen der Zugänge zum Rofe: Meer - der andere ist der Suezkanal - und kontrolliert daher die traditionelle Seeroute vom Fernen Osten zum Mittelmeer - der natürliche, vorübergehend durch die Schließung des Suez" kanals unterbrochene Seeweg für den Erdöltransport nach Europa. Andererseits gibt die Nähe der fabelhaft reichen Emirate des Persischen Golfes, wo 60 % der Welterdö/vorkommen liegen, denen Anlaß zur Unruhe, die die Ansteckung des revolutionären Fiebers fürchten. Umso mehr, als Aden nach dem hier gängigen Ausdruck "das Hanoi des marxistisch-leninistischen Guerillakampfes™ ist, der im benachbarten Dhofar tobt, sowie der Sitz verschiedener nationalistischer Bewegungen der Halbinsel und Ostafrikas ( insbesondere der Separatistenbewegung von Erythrea) und eine der gastfreundlichsten Hauptstädte für die palästinensischen Organisationen. Die Strategie der Nationalen Front sieht außerdem die Zusammenfassung aller revolutionären arabischen Organisationen in einer "breiten progressistischen Front" und als prioritäre Aufgabe "die Befreiung der arabischen Halbinse/" vor.

Ist es da verwunderlich, wenn die benachbarten Länder die Feinde des Regimes von Südjemen aufnehmen und versuchen, dieses Regime zu stürzen? ""Wir werden von allen Seiten belagers", erklärt uns der Premierminister Ali Nasser, der ebenfalls das Verteidigungsministerium innehat. "Im Westen intrigieren die Äthiopier und ihre israelischen Verbündeten, indem sie die Inseln der Meerenge von Bab-el- Mandeb ausbauen; im Osten bombardiert die britische Luftwaffe un ter dem Vorwand, die Guerilleros von Dhofar zu verfolgen, unsere Grenzorte; im Norden haben die Konterrevolutionäre aus unserem Land, geführt von revolutionären, von uns ausgeboo teten Offizieren, bei unseren nordjemenitischen Brüdern in Taez, Hodeida, Sanaa etc. Zu- Flucht gefunden und nehmen Teil an den andauernden Angriffen der von Saudi-Arabien bezahl ten Stämme gegen unsere Nordgrenzen, wo auch der König Faysal seine eigenen Truppen kon zentriert hat." Wenn man ihm Glauben schenken darf, steht eine großangelegte Intervention bevor. "Diese Söldner" , setzt der Premierminister hinzu, "werden ganuso zerschlagen wer den wie die, die in Kuba zu landen versuchten.