Die revolutionären, demokratischen und Volksparteien erklären ihre folgenden Positionen: 3. Angesichts der jüngsten Ereignisse ist es offensichtlich dringend, Volksräte zu organisieren, auf dem Lande, in den 1. Sie unterstützen einstimmig, entschlossen und aktiv die Siedlungen der Armen, in den Gewerkschaften — Räte, Ziele der Mobilisierung und den Ruf nach unbegrenztem deren Aufgabe darin bestünde, die Problemeder Lebensmit- Generalstreik, der von den Bergarbeitern ausgeht. telversorgung anzugehen, die Massenmobilisierung zu or- 2. Sie verurteilen aufs schärfste und mit Empörung die ganisieren und die demokratischen Freiheiten gegen jeden polizeiliche Repression und den Schießbefehl gegenüber Versuch zu verteidigen, uns zurückzuwerfen. friedlich demonstrierenden Bergarbeitern durch das Regi- Unterzeichnet: PRIN, PS-1 (Palacios), PCB, POR-Unificame von Dr. Siles Suazo, das Hortung von und Spekulation do, MIR (Masas), PCB-ML, PI, PS-1 (Cortes), MPLN, MIR mit lebensnotwendigen Gütern durch den privaten Sektor geduldet hat.
Reinvestitionen geht inzwischen in die privaten Minen, nicht mehr in die verstaatlichten. Somit bedeutet die Schwächung der Argarbeiter zugleich die Schwächung der Gegenmacht des COB. Das ist eine tradierte Leidenschaft der bolivianischen Bourgeoisie.
ropagandalarm. paganda mam, um ein Poetisit vier UDP-Regierung als des Bonkrotts einer Volksregierung zu verbreiten, und schiebt den Arbeitenden für etwas die Verantwortung für eine Politik zu, die nie die ihre war. Denn das „Volk" war niemals durch die UDP an der Regierung, auch wenn einige der Parteien, die von ihm viele Stimmen bekommen hatten, an dieser Regierung beteiligt gewesen waren.
Kadikalisierung und Verzweiflung
Jetzt, wo die UDP in der Krise sich befindet undauseinn nderbricht, ist die Rechte - die MNR-H von Paz Estenssoro, die ADN von Hugo Banzer, die MIR von Paz Zamora - deutlich in die Offensive gegangen. Die Regierung stützt sich mehr und mehr auf die Armee, die in den letzten zwei Jahren langsam reorganisiert wurde und die als Mittel verbleibt, eine Regierung einzusetzen , die stark genug ist, gegen den aktiven Teil der Arbeiterbewegung loszuschlagen und die Pläne des IWF umzusetzen. Dem stehen als Hindernisse der weiter starke Widerstand der Massenbewegung und die Konflikte im bürgerlichen Lager selber entgegen. Die Wahlen werden nun am 14. Juli stattfinden. Sie sollen der Rechten die Durchsetzung ihres Projekts beschleunigen helfen, der Staatsmacht eine verfassungsrechtlich bessere Deckung bieten und den Rahmen für neue Bündnisse auf der Rechten geben.
Der extreme Ernst der Krise läßt einen verstehen, warum die echte Radikalisierung unter den Massen von Elementen der Verzweiflung begleitet wird. Dieses Element von Verzweiflung plus (Aranibar), BPP, FRI (MD), PS (Aponte), PST. La Paz, 7. März 1985 die überkommenen Methoden mus", manchmal schon mit sezessioni- Staatsapparats, in den Wahlprozeß ein- stischem Unterton. Die Arbeiter- und zugreifen, können der Rechten Wahler- Volksbewegung ist um einiges schwäfolge bei den Bauern, deren Kämpfe nur cher dort, dafür die Rechte und die exzum Teil in der letzten Periode mit de- treme Rechte um einiges stärker, dazu nen der Arbeiter zusammenliefen, und kommen noch die paramilitärischen der verelendeten Stadtbevölkerung, die Gangs im Umfeld des Drogenhandels. durch Chaos und Enteignung ausgepo- Die Spaltung zwischen der Bourgeoisie wert ist, einbringen. Solcheine Entwick- des Westens und der des Ostens hält die lung entbehrt nicht der Wahrscheinlich- Strukturkrise der politischen Führung keit, wenn selbst die entschlossensten innerhalb der herrschenden Klasse am Kämpfe nicht zu bleibenden Resultaten Kochen. führen und die organisatorische Zers- Abschließend sei noch auf die auffälliplitterung auf der Linken vorherrschend ge Gemeinsamkeit hingewiesen, daß die bleibt. zentralen politischen und gewerkschaftlichen Führer — Paz Estenssoro, Le- Die Kräfte der Linken müssen deshalb chin, Siles Suazo, Banzer — alle aus der auf dem Felde der Verteidigung der de- politischen Generation der Revolution mokratischen Rechte gegenüber der von 1952 stammen, die heute an die Bourgeoisie zur Gegenoffensive überge- Grenzen ihrer Lebenszeit stößt. Auch hen, indem sie aufzeigen, daß das formel- dies können wir als ein Symbol für das le Wahlrecht noch nicht die ganze De- Ende einer Ära ansehen, sowie als einen mokratie ausmacht, wenn ein guter Teil Grund dafür, daß sich Bourgeoisie wie der Bevölkerung vor dem Hunger steht. COB schwertun, ihre Führungen neu zu Zweitens wird es auch bei der Entlar- gruppieren.[8] vung der Wahlmanöver nötig sein, eine „wirksame linke Einheitsfront" stellen, die ihre Autorität aus ihrem Engagement in den Kämpfen ableitet. Die Konvulsionen des Landes lassen das Ende des Zyklus der bolivianischen Geschichte erahnen, der mit der Revolution von 1952 begonnen hatte.(7) Bei der Wirtschaft liegt der Schlüssel zur Zukunft inzwischen im Osten des Landes, in Santa Cruz. Dort sind die dynamischen Bereiche der Wirtschaft konzentriert: Öl, Gas, Viehzucht — ja, und Kokain; die Einkünfte daraus werden nicht vom Staat gehandhabt, die wenn nicht gar rößer. so doch zumindest gleich- mit denen aus den traditionellen Erzausfuhren sind.
Jedoch hat sich diese entscheidende Region von den Tälern und Hochebenen abgeseilt, in denen Cochabamba, La Paz und Oruro liegen. Die Bourgeoisie [8)m Lager des Volkes brachte der kaltblütig geplante Mord an Quiroga Santa Cruz, dem Führer der Sozialisti von Santa Cruz pflegt den Regionalis- schen Partei Nr. I, wäbrend des Putsches von 1980 einen schweren Schlag. Damit wurde einer der wenigen Fuhrer ausgelöscht, der die Chance hatte, die gewerkschafelichen und politischen Kräfte zusammenzubringen, da er sich 17) 1952 brachte eine Erhebung der Massen die MNR an sowie der besondere Haß der Herrschenden auf ihn grün- großen persönlichen Prestiges erfreute. Seine Autorität die Macht. D.mais war sie noch nicht gespalten. Ihre den sich beide unter anderem in der dreitägigen Parla zentrale Gestalt war Paz Estenssoro. Die Zinnminen mentsrede, in der er en detail die Untaten des Militärs wurden nationalisiert und eine Landreform angegangen. während der Diktatur angeführt hatte.
IV. INTERNATIONALE