Im Laufe der letzten sechs Monate führte die Diktatur der syrischen Baath-Partei eine großangelegte Repressionsoperation gegen unsere Genoss/inn/en von der Parti d'Action Communiste (PAC) durch. Dutzende von Mitgliedern wurden verhaftet, vor allem in Damaskus, sodaß inzwischen mehr als 170 im Gefängnis sitzen. Der Schlag traf umso empfindlicher, als die Mehrheit der führenden Kader dabei gefaßt wurde, insbesondere die meisten Delegierten des Gründungskongresses, der 1981 im Libanon stattgefunden hatte. Die Verhafteten Genoss/inn/en wurden, wie das für das syrische Regime üblich ist, verschiedenen Foltern unterworfen. Sicheren Quellen zufolge soll diese neue Verhaftungswelle gegen die PAC auf den obersten Diktator persönlich, Hafez el-Assad, zurückgehen, der diese für Syrien einzigartige Organisation eliminieren will. Ist die PAC doch der einzige Ausdruck einer radikalen Opposition gegen das baathistische Regime, nachdem es den Machthabern gelungen ist, die Bewegung der Moslembrüder auf der äußersten Rechten zu eliminieren.
Obwohl die PAC seit drei Jahren Zielscheibe pausenloser Verfolgung ist, agiert sie unermüdlich weiter. Nach wie vor gibt sie im Untergrund verschiedene Publikationen heraus, die im ganzen Lande zirkulieren: den „ Volksruf" ", eine regelmäßige Agitationszeitung in einer Autlage von mehreren tausend; die „Rote Fahne" ", das zweimal im Monat erscheinende politische Organ der Partei; „Der Kommunist" als theoretische Zeitschrift; „Der Proletarier" als internes Diskussionsbulletin für die Beiträge der Parteimitglieder.
Die PAC ist keine trotzkistische Organisation im engeren Sinne, aber sie unterhält solidarische Beziehungen zur IV. Internationale vermittels ihrer libanesischen Sektion, die ihr mit allen Mitteln behilflich ist. Entstanden ist die PAC aus dem Zusammenschluß mehrerer marxistischer Zirkel, die in Syrien zu Beginn der siebziger Jahre existierten. Die Fusion fand 1976 nach drei Jahren der Diskussion und Erarbeitung gemeinsamer Texte statt, Die neue Organisation wurde Alliance d'Action Communiste genannt, auf dem Kongreß von 1981 dann „Partei"
Heute, wo das syrische Regime beschlossen hat, diese Organisation zu zerschlagen, ist es Pflicht aller revolutionären Marxist/inn/en sowohl in den imperialistischen als auch den abhängigen kapitalistischen Ländern, Solidaritätsaktionen für die PAC zu unternehmen. Diese Solidarität öffentlich kundzutun (z.B. für Protesterklärungen Unterschritten sammeln und in Zeitungen zu veröffentlichen), ist besonders notwendig. Im übrigen hat auch Amnesty International kürzlich eine Kampagne zur Freilassung der Mitglieder der PAC ingang gesetzt. Umso größeren Effekt wird dann unsere Kampagne haben.