Die Kanaken stellen 42 % der Bevölkerung Neuverschartten ihre Kampagne der Besetzung weiler kaledoniens, das zur Zeit eine französische Kolonie Ländereien, der Blockade von Landstraßen und ist. Die meisten leben in Eingeborenenreservatioschnappten sich den Unterpratekten Jean Claude nen, während die herrschende weiße Klasse sich am Demar. Alle Versuche der Kegierung in Paris, mit den Kanaken zu verhandeln, sind gescheitert, und ehemaligen Stammesland bereichert. in der französischen Führung ist Uneinigkeit zuta- Drei Tage nach der Wahl der neuen Regierung am gegetreten, wie das Problem gelöst werden kann, 18. November, die von Weisen beherrscht wird, ohne dabei die imperialistischen Interessen Frankverkündeten Kanaken, die unter Führung der Front de Libération National Kanake et Socialiste (FLNKS) reichs zu stören.
Im nachstehenden Artikel analysierte Rouge, Zeifür die Unabhängigkeit kämpfen, die Einrichtung tung der französischen Sektion der IV. Internatioeiner provisorischen Regierung, um „die Grundlage für einen zukünftigen Staat Kanakyzulegen." Sie nale, die Ereignisse der letzten Wochen. Die Entschlossenheit der Kanaken wurde durch ihren Erfolg mit der Boykottierung der Territorialwahlen verstärkt. Etwa 80 % der kanakischen Bevölkerung ging nicht zu den Wahlurnen. Dahinter war die FLNKS gestanden. Diese behielt die Initiative. Die Front entfaltet ihre Aktivität um zwei Achsen: eine Kampagne zur Freilassung aller während der Wahlzeit verhafteten Aktivist/inn/en und eine Kampagne, die Regierung zu zwingen, die Wahlen für null und nichtig zu erklären. Einen Ertolg konnte die FLNKS schon verbuchen dabei. Ihre Mobilisierung zwang die Regierung schon zu ersten Rückzügen. Sie anerkannte die Möglichkeit, die Territorialversammlung aufzulösen und 1986 eine Volksabstimmung abzuhalten.
Die Kanaken brachten der Regierung eine schwere Niederlage nur mit den watten bei, dıe ihnen das holonialsystem noch gelassen hat. Die meisten Kanaken leben auf dem Lande, beschränkt auf Reservationen. Daher richteten sich ihre Aktionen gegen die Besetzung des Landes durch die. weißen Siedler, die Caldoches. Die Straßen wurden blockiert, um die weißen Städtchen von ihrer Umgebung abzuschneiden.
Die Entwicklungsgeschichte der französischen neukaledonischen Gesellschaft war ein andauernder Angriff auf die kanakische Bevölkerung: Landraub, wüster Rassismus, sogar Morde, darunter am Führer der Unabhängigkeitskräfte, Pierre Declercą, im September 1981.
Entgegen allen Versuchen der Presse, sie als eine Horde Wilder auf dem Kriegspfad hinzustellen, haben die Aktivist/inn/en der FLNKS ein hohes Verantwortungsgetühl an den Tag gelegt, indem sie Ausschreitunbei den Landbesetzungen
Grenzen hielten und die Beamten in Schutzhaft nahmen.
Die Lage ist zwar nicht die eines Aufstandes im wahrsten Sinne des Wortes, aber dennoch kann nicht mehr davon die Rede sein, daß die Behörden alle Landgebiete kontrollieren. Andererseits wird die Frage der politischen Macht in der Hauptstadt Nouméa entschieden, die auch die größte Ortschaft ist.
Das beliebteste Argument, dem dem kanakischen Volk sein Recht verweigert wird, die Zukunft seines Landes selbst zu bestimmen, ist, daß es eine Minderheit darstellt. Dies stimmt, aber es ist das Ergebnis einer forcierten Siedlungspolitik seit Aum dem ist das Aigument schliche. dem Beginn der siebziger formalistisch und ändert nichts am „ererbten Recht der Kanaken auf ihr Land."
Die Auffassungen der FLNKS sind absichtlich überall verschwiegen worden, um verbreiten zu können, sie sei rassistisch. Der Gründungskongreß der FLNKS stellt deutlich fest, daß ,das Land all denen ottenstehen wird, lie die kanakısche Souveranıtat anerkennen." Außerdem umfaßt die FLNKS weiße Aktivist/inn/en. Pierre Declercq selber war ein Weiler. Der Kern des Problems sowohl für die Regierung als auch für die Rechte, ist, dais dıe Unabhängigkeitskrätte die von der Caldoche-Bevölkerung vertretenen imperialistischen Interessen angreifen. Das ist es, was die Herrschenden als rassistisch hinstellen. Wenn die FLNKS verlangt, daß nur Kanaken an einer Abstimmung über die Unabhängigkeit teilnehmen dürfen, bedingt sie sich nur ihr elementares Recht heraus, allerdings eines, das die Berechtigung französischer Anwesenheit in allen Kolonien in Zweifel zieht.
Die Kolonialverwaltung hat immer Religion und örtliche Bräuche genutzt, um die Kanaken dazu zu bringen, den Rahmen ihrer Institutionen und ihre Autorität anzuerkennen. Seit einigen Monaten versucht die Regierung: die Einheit der für die Unabhängigkeit eintretenden Kräfte zu brechen. Sie glaubte, einen Treffer gelandet zu haben, als die Liberation Kanake Socialiste (LKS) letzten Juli die Unabhängigkeitsfront verließ, und sich zustimmend zum Plan Lemoines äußerte, sich gar entschloß, an den Wahlen teilzunehmen. Aber
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InPreKorr Nr. 166, 12 1984 - NOUVELLE-CALEDONIE oubatche Koumac hinghene @ Voh
Poya 100 km.
( aledonie das Resultat war nicht so zufriedenstellend. Die LKS schaffte es nur, eine kleine Minderheit zuihrer Unterstützung zu gewinnen, und zog dann auch noch ihre sechs Vertreter in der Territorialversammlung zurück, um sich nicht völlig zu diskreditieren. Dagegen verbreiterte die FLNKS sich durch den Beitritt der Parti de Libération Kanake (PaLiKa), einer vor allem bei der Jugend verankerten Gruppe, der die Front zu gemäßigt gewesen war. Lemoines jüngste Vorschläge hatten wieder das Ziel, die Unabhängigkeitskräfte zu spalten und den Boden für eine neokoloniale Lösung zu bereiten, die die französischen Interessen wahren würde. Anfang Dezember übermittelte er einen Entwurf zu einem Regierungskommunique an die FLNKS, das „insbesondere die Vertreter der FLNKS" einlud, „die Bedingungen zu besprechen, unter denen das kanakische Volk sein Recht auf Selbstbestimmung ausüben kann." Am 25. November schnappte die FLNKS den Ball und lief mit ihm davon: „Offentliche Verbreitung des Kommuniques von Mr. Lemoine ist eine Vorbedingung für die sofortige Freilassung Mr. Demars, des Chefs der Unterabteilung Iles Loyaute." Das Kommunique blieb daraufhin in der Schreibtischschublade, höchstwahrscheinlich auf Entscheidung von Paris. Die Regierung will Neukaledonien den Status der Unabhängigkeit ver- Entführung des Unterpräfekten
Jean-Claude Demar I
ILE OUVEA
LE LIFOU
ILE TIGA
LE MARI
OCEAN PACIFIQUE
QUEN MILE DES PINS leihen. Aber eine Unabhängigkeit, die die Kontrolle Frankreichs über die Rohstoffe wie Nickel und seine Position im Pazifikhandel, der einen Angelpunkt im Welthandel darstellt, garantiert.
Lemoines Vorschläge waren ein Versuch, in die Offensive zu kommen, bevor die Radikalisierung der kanakischen Massen dies verunmöglichen würden. Sie laufen auf die Operation hinaus, die in den fünfziger Jahren in Afrika stattfand — die Einrichtung eines zweideutigen Zwischenstatus als Vorläufer der förmlichen Unabhängigkeit.
Zwei Hindernisse stehen dem entgegen. Einerseits die Forderungen der Kolonisten und der bürgerlichen Oppositionsparteien in Frankreich. Die gaullistische RPR bleibt die heftigste politische Verteidigerin kolonialer Interessen. Andererseits das Programm dar FLNKS, das als zentralen Punkt enthält, nur die Kanaken selber sollten über die Zukunft ihres Landes entscheiden.
So bleibt der Regierung nur ein schmaler begehbarer Pfad. Aber bislang fiel ihr nichts besseres ein, als einen Unterhändler rüberzuschikken, der früher leitender Polizeigeneral gewesen ist. Das war symbolisch genug!
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