Widerstand gegen Zugeständnisse in US-Gewerkschaften
George Cranston
Hochstimmung über das Ausmaß der Zustimmung unter den Ford-Arbeitern schlug die UAW auch die Neuverhandlung des GM- Vertrags vor. Am 4. März stimmte die Tarifkommission in diesem Sinne ab. Diesmal wollte GM nur das, was Ford schon hatte, und schon nach drei Wochen wurde ein entsprechender Vertrag vorgelegt. Die Ortspräsidenten bejahten ihn 299 zu 25, die Mitglieder viel knapper: 114 468 zu 105 090.
Der Abwehrkampf beginnt in der Autoindustrie Auch dieses knappe Ergebnis von 52% 48% wurde kämpferischen lokalen Füherern infragegestellt. Beim Ortsverband Linden, New Jersey, zweifelte das Mitglied der Tarifkommission, Martin Cid, das Wahlergebnis an: „Wir verlangen eine Untersuchung Stimmauszählung."
Vorsitzende dortigen Vertrauensleute deutete an, notfalls eine Neuauszählung in eigener Regie vorzunehmen. „Im ganzen Lande werden 10 000 Kollegen aus den Montagehallen als Ergebnis dieses Vertrags entlassen. Wir wollen also ganz sicher sein, daß die Auszählung auch stimmte."
Die Opposition gegen die Verträge bei Ford und GM kam von einer Gruppe, die unter dem Namen Locals Opposed to Concessions (LOC) bekannt ist und während des ersten Verhandlungsschubs mit GM im Januar gebildet wurde. LOC zeichnete für die beinahige Ablehnung der Fortsetzung der Verhandlungen mit GM im Januar und die beinahige Ablehnung des Vertrags im April verantwortlich. Während der Verhandlungen bei Ford organisierten sie 300 Kollegen morgens um acht zu einer picket line gegen den vorgeschlagenen Vertrag. Der Vorreiter von LOC ist das Independent Skilled Trades Council (ISTC), eine kämpferische Basisgruppe aus allen qualifizierten Bereichen.
Vor diesem Hintergrund wachsender Opposition unter den Autoarbeitern gegen weitere Konzessionen näherte sich Chryslers erneuerter Vertrag seinem Auslaufdatum. Im August 1982 befürworteten 92% der Chrysler-Arbeiter in einer Abstimmung, die traditionell Ergebnisse mit überwältigenden Mehrheiten erzielt, einen Streik, wenn es zu keiner Übereinkunft käme. Als ihnen am 18. Oktober ein Vertrag vorgelegt wurde, der ihnen Teil Il aus / a Batalla, April/Mai. Mexiko keine Gleichstellung mit den Kollegen bei Ford und GM verschaffte, lehnten die Arbeiter ihn ab und stimmten damit für einen Streik.
Da dies normalerweise sofortigen Ausrufung des Streiks hätte führen müssen, setzte die UA W-Führung rasch eine zweite Abstimmung an. Diese stellte die Alternative zwischen einem Streik sofort oder einer Verschiebung des Beschlusses auf Januar. Diesmal stimmten die Arbeiter für eine Verschiebung.
Die Kollegen in Kanada geben ein Beispiel
In Kanada aber rief auch die UAW-Führung zum Streik. Die kanadischen Autoarbeiter haben einen ähnlichen Vertrag wie ihre amerikanischen Kollegen und waren wütend über Chryslers Rücklagen von 1,1 Mrd. $ und seiner gleichzeitigen Weigerung, auch nur die geringste Lohnerhöhung zu gewähren. Daher verlangten sie, daß ihnen die 1,15 $ wieder zugesprochen würden, die sie mit dem vorigen Vertrag verloren hatten. Als Chrysler hier nachgab, mußte es auch der amerikanischen