Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Peru

Generalstreik am 10. März

Inprekorr Nr. 4 (154), 15. April 1983 · S. 14 · 506 Wörter

Gewerkschaften und Streiks Bolivien, Peru und Anden

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Der Generalstreik vom 10. März bedeutet einen großen Erfolg, auch wenn die Mobilisierung und Kampfbereitschaft des Generalstreiks vom 19. Juli 1977 nicht erreicht wurden. In der Hauptstadt Lima waren die wichtigsten Sektoren der industriellen Produktion vollkommen stillgelegt; insgesamt folgten etwa 60 % der Beschäftigten dem Streikaufruf. Fast kein Transportmittel funktionierte. In Cuzco im Südosten des Landes gipfelte die Mobilisierung in einer Kundgebung auf dem Marktplatz, an der an die 10000 Leute teilnahmen. Auch in Puno standen alle Räder still, und 15000 Leute versammelten sich, einem Aufruf der FOP (Frente de las Organizaciones Populasche Homogenität die Vereinigung in einer Organisation erlaubt - umso besser. Wir vertrauen darauf, daß die revolutionäre Entwicklung zu einer Übereinstimmung, ciner Konvergenz zahlreicher Organisationen führen wird.

Erklarung vom 16. Dezember 1982 verpflichtet sich der Parlamentarische Sozialistische Block, nim Parlament die Stimme der Ausgebeuletenu laut werden zu lassen und »von diesem Schürzengraben ous die revolutionăre Mobilisierung der ausgebeuteten Massen« voranzutreiben.

res - Front der Massenorganisationen) folgend, auf dem Zentralplatz der Stadt. Ahnlich starke Mobilisierungen gab es in anderen Städten wie Ayacucho, Tacna, Huancayo, Chimbote usw. Erwähnenswert ist, daß die Gruppe Sendero Luminoso nicht aktiv am Streik teilnahm und keinerlei Initiative ergriff, um ihn in irgendeiner Gegend des Landes vorzubereiten und zu unterstützen. Das erinnert an 1977, als Sendero Luminoso sich dem ersten Generalstreik gegen die Diktatur widersetzte, weil dies ein »sozial-imperialistischer« und »stadtischer« Streik sei.

Nach Ansicht der PRT, der peruanischen Sektion der Vierten Internationale, hat die Regierung mit diesem Streik einen schweren Schlag bekommen. Ihre Isolierung von der Gesellschaft nahm noch zu. Die repressive Haltung der Behörden führte in verschiedenen Städten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten. In Lima gab es vier Tote und Hunderte von Verhafteten. In den Tagen nach dem Streik sind die meisten Verhafteten wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Aber zu der Zeit, wo diese Zeilen geschrieben werden (Mitte April). sind noch über ein Dutzend, darunter Mitglieder der PRT, in Haft.

Unter den Gefangenen sind fünf, denen PRT-Mitgliedschaft vorgeworfen wird. Es sind dies Oscar Wong Ortigas, Handwerker und Organisationssekretär im Departement Callao, der festgenommen wurde, als er heimkehrte nach den Mobilisierungen (dieser Genosse war schon 1980 45 Tage in Haft); Pedro Espinoza Garcia, ein Elektriker und Generalsekretär der Arbeitergewerkschaft von Transervice, der derzeit arbeitslos ist; er wurde in der Hauptstraße festgenommen, und sein Haus wurde durchsucht; Fredy Joo Gonzales, selbständiger Werktätiger von Villa el Salvador, der nach seiner Verhaftung mißhandelt wurde; und um Marco Mantilla, ein Oberschullehrer, der auch in Villa el Salvador wohnt und von den Bullen sehr schwer mißhandelt wurde.

In Peru läuft die Mobilisierung an, um die Freilassung aller noch verhafteten Kollegen zu erreichen. Diese Mobilisierung muß in der Einheit über die politischen Meinungsverschiedenheiten zwischen den Organisationen der Arbeiterbewegung hinaus organisiert werden. Wenn die verhafteten Kollegen nicht bald freigelassen wer- den, muß eine internationale Kampagne in Bewegung gesetzt werden.

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