250.000 Textilarbeiter seit Jahresanfang in Streik!
Wenn dieser Streik zu den wichtigsten in der Geschichte Indiens gehört, so ist er doch nicht der erste Generalstreik in der Textilindustrie, deren Arbeiterklasse in diesem Land besonders kämpferisch ist. Indes hat heute diese Auseinandersetzung regelrecht nationale Aussmaße angenommen, einerseits weil sie einen so starken Widerhall in der städtischen und ländlichen Bevölkerung von Bombay hat, andererseits weil es die streikenden so gut gelernt haben, sich selbst zu organisieren. Die Unternehmer lehnen deshalb so hartnăckig die Forderungen der Arbeiter ab, weil der Textilsektor mitten in der Umstrukturierung steckt. Etliche grosse Betriebe entschieden sich schon dafür, die Produktion zu automatisieren, was sich zweifelsohne auf die Beschäftigung auswirken wird. Wenn man kurz davor steht, solche Projekte in die Wirklichkeit umzusetzen, ist es für die Unternehmer nicht tunlich, auch nur einen Fingerbreit gegenüber der Arbeiter-Mobilisierung nachzugeben. Also beschlossen die Textilbosse, die vorübergehend eingestellten Arbeiter zu entlassen, und sie drohen, ihre Fabriken in andere Gegenden des Landes zu verlegen.
Ausserdem geniesst der Streik der Textilarbeiter wirklich breite Unterstützung bei den Massen und wird so zu einem Beispiel und zum Kristallisationspunkt für alle Protestbewegungen gegen die Regierung. Als am 18. August dieses Jahres anlasslich eines Streiks der Polizisten Strassenunruhen in Bombay ausbrachen, waren die Textilarbeiter Hauptzielscheibe der Repressionskräfte, und 24 von ihnen wurden bei dieser Gelegenheit verhaftet. Heute stehen diese Arbeiter vor einem zweifachen Problem: sie müssen der Repression standhalten und gleichzeitig ihre Führer dahin bringen, in der Aktion und der Mobilisierung weiter zu gehen. Unsere Genossen von der »Kommunistischen Liga« (CL = Communist League, indische Sektion der Vierten Internationale) tragen mit ihren bescheidenen Kraften zur Mobilisierung in Solidarität mit den streikenden Textilarbeitern bei; sie schlossen sich mit der »Bolschewistisch-Leninistischen Gruppe« (BLG = Am 20. Oktober 198l traten an die 25.000 Arbeiter von mehreren Textilfabriken vom Bombay (Indien) in Kampf um Lohnforderungen. Am darauffolgenden 18. Januar beschlossen die Beschaftigten dieser Industriebranche in Bombay den unbefristeten Generalstreik von 250.00 Arbeitern in 60 verschiedenen Betrieben. Jetzt 10 Monate danach kann man bereits feststellen, dass dies einer der wichtigsten Streiks in der ganzen Geschichte der internationalen Arbeiterbewegung ist.
Die Textilarbeiter von Bombay verlangen eine Lohnerhöhung um 50 %, damit ihre Löhne so hoch sind wie die der übrigen Industriearbeiter, sowie bezahlten Urlaub von mindestens einem Monat, die Verteilung der anfallenden Arbeit auf das ganze Jahr, gleiche Arbeitsbedingungen für alle Textilarbeiter, die Aufhebung des ausserst reaktionären Gesetzes »Bombay industrial Relations Act« (bezüglich der Rechte und Pflichten der Arbeiter) und die Anerkennung ihrer Gewerkschaft, der »Maharashtra Girni Kamgar Union«. Damit ihre Lohnforderungen durchgesetzt und dieser Streik überhaupt geführt werden konnte, waren die Textilarbeiter nämlich gezwungen, aus der vom »Bombay Industrial Relations Act« anerkannten Gewerkschaft, der »Rashtriya Mill Mazuoor Sangh«, die mit einem von der regierenden Kongresspartei (D) kontrollierten Gewerkschaftsbund liiert ist. auszutreten, weil sie mit den Textilunternehmern und der Regierung zusammenarbeitet. Sie organisierten sich in einer Gewerkschaft, die von Dr. Datta Samant geführt wird, einem ehemaligen Mitglied der Kongresspartei von Indira Ghandi, einer Gewerkschaft, die vor allem bei den jungen Industriearbeitern dieser Stadt als sehr radikal gilt. Die von der reformistischen Linken geführten Gewerkschaften hatten diesen Arbeitern keine Alternative bieten können; vor dieser Konkurrenz bekamen sie Angst und denunzierten den «reinen Ökonomismus« der Gewerkschaft von Datta Samant - aber jedenfalls muss man feststellen, dass die Arbeiter sich ihm zugewandt haben, um einen der grössten Streiks in der Geschichte der Arbeiterbewegung durchzustehen.
Bolchevik-Leninist Group), einer anderen trotzkistischen Gruppe, sowie zwei weiteren Formationen der extremen Linken zusammen, um eine Front zur Verteidigung des Streiks zu bilden. Diese Front veröffentlichte schon mehrere Zehntausend Broschüren und Flugblätter und klebte schon Tausende von Plakaten zur Unterstützung des Streiks. Sie führten auch etliche öffentliche Initiativen durch Die Solidarität ist nämlich von ausschlaggebender Bedeutung dafür, wie dieser Kampf der Arbeiter von Bombay, der das künftige Kri verhaltnis zwischen den Klassen bestin wird, ausgeht. Dazu schrieb »Proletarian tics«, das zweimonatlich erscheinende Z‹ lorgan der »Kommunistischen Liga«, im tartikel der Ausgabe vom Mai 1982: » Wol interessanteste Aspekt bei diesem Streik steht darin, dass er bei verschiedenen Sekt der arbeitenden Klasse in den städtischer. in den ländlichen Gebieten des Staates M. rashtra Unterstützung findet. Die Mehrheit Textilarbeiter hat beschlossen, in den Doi zu bleiben, solange der Streik andauert. i werden sie von ihren Verwandten und Bekanı. ten versorgt. Auf den Rundreisen der Streikfuhrer, die aus den ländlichen Gebieten von Maharashtra stammen, wurden enorme Mengen von Getreide zur Stützung des Streiks gespendet. Die streikenden Arbeiter wurden von ihren Brüdern vom Lande aufgefordert, ausführlich über ihren Klassenkampf in Bombay zu berichten, wodurch eine feste Solidaritat zwischen dem industriellen und dem ländlichen Proletariat entstand. Allein im Monat April wurden 6 Tonnen Weizen auf dem Land von Maharashtra gesammelt.«
Seit Anfang April gab es keine einzige Solidaritätsinitiative der Arbeiterbewegung der Region Bombay, wo nicht mindestens 50.000 Leute zusammenkamen. In der zweiten Märzwoche nahmen 300.000 Personen an einem Marsch zur Unterstützung des Textilstreiks teil. Im April unternahmen die Textilarbeiter von Neu Delhi einen Solidaritätsstreik. Diese Arbeiter-Mobilisierungen sind die bedeutendsten, die seit langem in Bombay, diesem Industriezentrum Indiens, stattfinden. Nach der Niederlage im Eisenbahnerstreik von 1974 wurden alle grossen Arbeiterstreiks verloren. Daran kann man ermessen, wie wichtig es ist für das ganze Land, wenn die Textilarbeiter jetzt siegen.
Inprecor, November 1982
*Kolumblen: IV. Kongre B der PSR
An den Straßen in dem Stadtteil Cario Kongreßteilnehmer, für 1983 einen weite- Cano in Cartagena hingen auf dem Weg ren Kongreß einzuberufen, auf dem die hın zu dem Ort, wo am 20., 21. und 22 praktsiche Linie der PSR zu diesem August dieses Jahres der IV. Kongress Punkt festgelegt werden soll. Dort wird der Partido Socialista Revolucionario es auch um das Problem der Frauen und (PSR - Revolutionär-Sozialistische Par- ihrer besonderen Forderungen gehen. tei), die kolumbianische Sektion der IV. Desweiteren stimmte der Kongreß dem Internationale, stattfand, rote Fahnen. Start einer zentralen Kampagne zu, um Und bei der Eröffnung des Kongresses ein regelmäßiges Erscheinen von »Comwaren eine ganze Reihe von Anwohnern bate Socialista« zu gewährleisten, die eine zugegen und stimmten mit in die »Inter- Spendensammlung von einer halben Milnationale« ein. lion Pesos (umgerechnet knapp Dm Unter Anwesenheit von 24 Delegier- 20.000. dU) zum Ziel hat. Es wurden ten aus dem gesamten Land, eines Repra- mehrere Anträge zu internationalen Frasentanten der Socialist Workers Party gen verabschiedet, darunter ein solidari- (SWP - Sozialistische Arbeiterpartei) aus scher Gruß an die Wahlkampagne der den USA und von Beobachtern aus der »Partido Revolutionario de los Trabaja- Umgegend wurde der seit einem Jahr vor- dores. (PRT - Revolutionare Arbeiterbereitete Kongreß eröffnet. Die jüng- partei). der mexikanischen Sektion der sten politischen Ereignisse hatten dazu IV. Internationale, die von Combate Sogeführt, daß zwei zusătzliche Punkte auf cialista als »beispielloser Vorgang in der die Tagesordnung gesetzt werden muß- Geschichte dieses I undes und Lateinameten: der Aufbau einer revolutionären Ju- rikas bezeichnet wurde. gendorganisation und die Haltung der PSR zur neuen Regierung von Belisario Betancour, die aus den Präsidentschaftswahlen vom 30. Mai dieses Jahres hervor- Anmerkungen* gegangen ist. (1) Der I1l. Kongrel der 1978 gegründeten PSR fand Es bildeten sich zwei Tendenzn zu Mitte April 1980 stat (sg) »Inprekot- Nr. 9/1981, zentralen Fragen: der nationalen politi- 1.10 1981. S 29) - Zu der Wahikampagne son Frühschen Situation und orgnisatorischen jahr wiche - Inprchorr- Nr. 4. 1983. 25.3.1982, S. 15 17. (AdL»
Frgen. »Combate Socialista«, die Zeitung der PSR. schreibt (in Nr. 43, Oktober 1982) bei der Berichterstattung über den Kongreß: »dies hat es natürlich ermöglicht, daß die Diskussion reicher war und daß zugleich die Differenzen klarer zu Tage traten.« Peru:
Ein wesentlicher Aspekt der organi- Eine eigenartige Schweigeminute satorischen Diskussion drehte sich um die Bedeutung des »Ergreifens der Maßnahmen, die für den Beginn der Wende zur In der zweiten Septemberhälfte mußte Industrie notwendig sind«. Bei der politi- das Kabinett des Präsidenten Belaunde schen Diskussion wurden die Bilanz der Terry vor das Parlament treten, um über Beteiligung der PSR an den Wahlen, ihre seine katastrophale Wirtschaftspolitik kritische Unterstützung der Kandidatur Rechenschaft zu geben. Die Alianza Povon Gerardo Molina und der Haltung an- pular Revolucionaria Americana (APRA geschnitten, die es gegenüber der Regie- = Amerikanisches Revolutionăres rung von Belisario Betancour einzuneh- Volksbündnis), eine bürgerliche Mittemen gilt. Für den Dezember ist eine Ge- rechts-Partei, und die Izquierda Unida werkschaftskonferenz einberufen wor- (IU - Vereinigte Linke) hatten eine parladen. mentarische Anfrage an die Regierung Eine weitere wichtige Debatte bezog gerichtet. sie dachten, es wäre möglich, sich auf die Analyse der laufenden Bewe- hierdurch das Kabinett ins Wanken zu gung für den Aufbau einer Sozialisti- bringen. Aber diese Hypothese hat sich schen Partei, wie Gerardo Molina bei den sehr rasch als ein Irrtum herausgestellt. Wahlen im Frühjahr vorgeschlagen hatte. Die Accion Popular (AP - Volksaktion), Hierzu erklärte Combate Socialista die die Partei an der Macht, solidarisiert sich Positionen der PSR: » Wir sind für eine mit ihrer Regierung und verteidigt sie mit Sozialistische Partei, die weder reformi- allen Mitteln, wodurch die Izquierda Unistisch noch sozialdemokratisch ist, d.h. da de facto in die Defensive geriet. für eine leninistische Partei, eine Arbei- Einer der wichtigsten Punkte in dieterpartei von der Zusammenserzung her, ser parlamentarischen Debatte, die mehr eine Partei mit einem revolutionären Pro- als 36 Stunden dauerte, war die Diskusgramm, die für die Errichtung der Dikta- sion über die Menschenrechte in Peru. tur des Proletariats in Kolumbien Unter dem Vorwand des Kampfs gegen kampft.« die Gruppe Sendero Luminoso (Leuch- Da sie sich der Bedeutung der Grün- tender Pfad)'", einer Guerillaorganisadung einer revolutionären Jugendorgatı- tion maoistischen Urspruns, hat die pesation bewußt waren, beschlossen die ruanische Regierung über mehrere Regio- - 26 nen des Landes den Ausnahmezustand verhängt, durch den sämtliche verfassungsmäßigen Rechte eingeschränkt werden. So ist es verboten, Versammlungen abzuhalten, Demonstrationen zu organisieren usw. Jeder kann ohne Untersuchung festgenommen werden.. Der Ausnahmezustand ist am 20. August dekretiert worden(2); bis zum September wurden mehr als 250 Personen verhaftet darunter Manuel Curotto, Generalsekretär der Gewerkschaft der Bankangestellten, Lazo Tovar, Präsident des Peruanischen Studentenverbandes, und José Perez Ollivares, ein Bauernführer. Außerdem wurden zwei Führer der Oberschülerbewegung von einem Armecoffizier mißhandelt, und es ist bekannt, daß in dem Gefangnis auf der Insel El Frontón 300 Menschen gefangen gehalten werden. All dies ist - zu Recht - von den Abgeordneten der Izquierda Unida und von unseren Genossen der Partido Revolucionaria de los Trabajadores (PRT - Revolutionăre Arbeiterpartei), der peruanischen Sektion der IV. Internationale®3), angeprangert worden. Problematisch wurde es. als Diaz Canseco, ein Abgeordneter der IU, eine Liste der vom Regime ermordeten und inhaftierten Personen vortrug. Daraufhin erklärte Manuel Ulloa, der Premierminister, demagogischerweise, dieser Liste müßten 50 getötete Polizisten hinzugefügt werden. Umgehend verlangte er eine Schweigeminute für diese Polizeibeamten. Sämtliche Abgeordneten der APRA, der IU und auch Fernandez Chacón von der Partido Socialista de los Trahajadores (PST - Sozialistische Arbeiterpartei). der morenistischen Organisation in Peru, standen auf und hielten eine Anmerkungen (l) Unter dieser Bezeichnung ist eine Organisation bekannt, die sich selbst Partido Comunista del Peni (PCdelP) nennt: sie beschloß 1979, oder nach anderen Quellen Anfang 1980, den bewaffneten Kampf zu beginnen, und zwar gemaß der klassischen Konzep. tion Mao Zedongs (langandauernder Volkskricg. Einkreisung der Stadte durch das Land, Neue Demokratie)
Vgl. den Artikel in »/ aleinameriku- Nochrichten» Nr. 107, Oktober 1982. S. 48-54; sowie die Zuschrift Jer Madrider Auslandsabıeilung der PCdelP an die Wochenzeitung des KBW und die (sehr informanne) Antwort cines Kedakteurs (politisch sind heide Tene şkichermaßen kritikwürdig). in: -Aommunistache Volkszeitung, 10. Jg.. Nr. 45. 12.11.19K3. S 9. (Adt')
(2) Über das Departement -fracucho in den Hochanden. die »Hochburg. von Senilero Lumineso sinohi in hezug auf Ruckhalt unter Jen Arnisten als auch auf Aktionen, war der Ausnahmezustand hereits im Oktober 19KI und wiederum in Mai d.J. verhängt worden. Das Dekret vom Auguss beriht sch auf die Departements der Hauptstadt 1 Ima und der Kusenstadı Callao, hier war der Ausnalimezustand auf N Tage hetraset (•gl. -kv2o, 10. Jg., Nr 14.27 %.1VK. S. 9). Dagegen besteht er in Jen /catalandinlien Departements Ayacudo und Apuruna seiler (-Surfeuische Zeitung-, 22.10.1982 (Ad0) (3) Bei den Wahlen vom IR.S. IX0 wurden aul den Listen der PRT jeweils 2 Abgeordnete in die Depu tiertenkammer und den Senat gewahh (vgl die aus. fahrliche Wahlbilanz der PKT in: «Ingrekurz», Nr. 128, 13.12.1980, S. 16 - 22) (AdL)
Schweigeminute zum Gedenken an die Schlächter des peruanischen Volkes ein. Ein einziger Abgeordneter blieb auf seinem Platz sitzen und erhob sich nicht: Das war unser Genosse Hugo Blanco, der während der ganzen Schweigeminute mit verschränkten Armen sitzen blieb. Als die Farce zu Ende war, bescheinigte Manuel Ulloa der Linken Opportunismus und Inkonsequenz, und zu Hugo Blanco und der PRT erklärte er, sie seien der legale Arm der Guerillaorganisation »Sendero Luminoso«.
Es ist klar, daß weder die peruanische PRT noch der Genosse Hugo Blanco mit der Organisation »Sendero Luminoso« etwas zu tun haben. Sie verteidigen allerdings diese Genoss(inn)en gegen die staatliche Repression, aber sie kritisieren sich und grenzen sich von ihnen ab, das sie der Auffassung sind, daß die konkrete Politik dieser Gruppe und ihre Strategie in keinem Verhältnis zu den Bedingungen des Klassenkampfs in diesem Land steht. Die Regierung will ein Amalgam zwischen PRT und »Sendero Luminoso« machen, um die öffentliche Meinung auf die Repression gegen unsere Genoss(inn)en vorzubereiten und dafür auf einen gewissen Konsens zählen zu können.
Dies wird die Aktivitäten unserer peruanischen Genoss(inn)en nicht stoppen. Die PRT wird fortfahren, den repressiven Charakter der betehenden Regierung anzuprangern.
der sechziger Jahre und Anfang der siebziger jahre spielte er beim Wiederaufbau der Houstoner Ortsgruppe der SWP eine zentrale Rolle.
Seine Aktivitäten trugen ihm den Haß der techten Aktivisten und des Klu Klux Klan ein. Mehrere Male wurde auf sein Haus geschossen. 1970 sammelte ein verteidigungskomitee Spenden für die Errichtung einer Mauer aus Sandsäcken zum Schutz gegen Gewehrkugeln. Eine Be oder die ere ten hile- Schranken verwiesen wurden. Brode trennte sich Mitte der siebziger Jahre im Verlaufe politischer Ause in andersetzungen von der SWP (2): aber bis zu seinem Tode trat er weiter für den revolutionären MarxIsmus und die IV. Intemationale ein und trug zur Verbreitung der Presse der Intem ationale bei.
Er war ein gewitzter, hartäckig un abhängiger und mutiger Mann. Etwa 100 Freunde kamen zu seinem Gedenken am 26. Oktober zusammen: darunter waren Yvonne Nicolette, eine USA: FRED BRODE - EIN ALTER KÄMPFER GESTORBEN Fred Brode ist am 6. Oktober in Houston, Texas, gestorben, Er ist 75 Jahre alt geworden. Brode war sein ganzes Leben als Erwachsener lang Sozialist und Arbeiter und war lange Jahre hin durch Mitglied der Socialist Workers Party (SWP) in den USA.
Fred Brode wurde in Deutschland geboren, 1929 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. Freunde erinnem sich Braunhemden bekämpfte, bevor er sein daß er davon erzähite wie er Hitlers Heimatland verließ.
In New York gelandet, stieß er auf die Communist League of America (CLA), in der sich Trotzkis Anhänger in den staaten zusammengeschlossen hatten. em en Stalins katastrophale Politi 1935 folgte Fred Brode Hugo Oehler In die Gegnerschaft zum Beschluß der trotzkistischen Organisation, sich mit nach links entwickelnden Kräften in der Socialist Party durch den Eintritt in diese Organisation zu verbinden. Aber als 1938 die Socialist Worken Party gebildet und diese die Amerikanische Sektion der IV. Intemationale wurde, trat Brode wieder ein (1), 1939 trampte er mit seiner Frau, Laura, die er in der Arbeitslosenbewegung rennengelemt hatte, nach Houston. Dort arbeitete er im Hafen und for die Eisenbahnen.
Während des Kriegs trat er in der Gewerkschaft für eine Longlettklause! für Eisenbahner ein. Hieffür und aufzund seiner übrigen politischen An» ichten wurde er wegen seiner deut. schen Staatsbürgerschaft ale "enemy alien" (feindlicher Ausländer) verfolgt. Eine zeitlang gab es für ihn keine Stelle, Er schaffte es dann, In einem Chemiebetrieb eine Anstellune au finden, In dem er in der Zeit der antikommunistischen Hysterie unter McCarthy zu einer gewerkschaftlichen Organisationskampagne beitrug. Die Geschättsleitung antwortete mit einer unbefristeten Aussperrung aller Arbeiter.
Als die ansteigen de Bürgerrechtsbewegung und später die wachsende Oppoition gegen den Krieg in Vietnam die Ruhe im vorausgegangenen Jahrzehnt durchbrach, war Fred Brode rasch dabei und packte mit an. Ende (1) Gegen die Fusion der CLA mit der American Workers Party von A.J. Muste und vor allem gegen die Anwendung des sog. "French tum * auf die USA bildete sich in der trotzkistischen Organ!sation im Oktober 1934 eine sektiere rische Fraktion gegen die Mehrheit der Führung um James P. Cannon und Max Shachtmann. Die Anhänger dieser relativ bedeutenden Minderheit wurden nach dem führenden Kopf der "Oehlerites" genannt. Nachdem diese dete die Revolutionary Workers League, die bis in die fünfziger Jahre bestand, Der Kongreß der Workers Party beschloß Im Marz 1936, die Partel aufzulösen und in die Sozialistische Partei einzutreten. Dieser "Entrismus" dauerte vom Juni 1936 bis Mitte 1937: er wurde durch den Ausschluß der Trotzkisten beendet, die sich zahlenmäßig verdoppelt und die Mehrheit in der Young organisation, wonnen hatten, Vom 31.12, 1937 bis 3.1.1938 fand in Chicago ein Kongreß der ausgeschlossenen Ortsvereine der 27• führende Aktivistin des Houston Committee to End the War in Vietnam. Freund, und andere, die Ihn im Rahmen seiner vielfältigen Aktivitäten für die Unterdrückten kennengelemt hatten.
Socialist Party statt, auf dem die Socialist Workers Party gegründet wurde (A. d. (.).
(2) Nach dem IX. Weltkongreß der IV. Interationale (3. nach der Wiedervereinigung) tm April 1969, auf dem eine - der Veränderung in den intemationalen Bedingungen entsprechende - Wender es zuerst um die Bedeutung des 1ärer Parteien in Lateinamerika ging Ils die Diskussion sich 1972 auf af Perspektiven für den Aufbau revolutionärer Parteien in Westeuropa und zahlreiche weitere methodische und taktísche Fragen ausdelnte, bildeten sich innerhalb der Intemationale zwet grossere Tendenzen und Fraktionen. Fred Brode gehörte zusammen mit einer kleinen Minderheit der SWP zur IEK - Mehrheitstendenz bzw. Internationalen Mehrheitstendenz (IMT): die SWP-Führung bildete die Hauptkraft der Lentnistisch-Trotzkistischen Tendenz bzw. Fraktion. Der größere Tell der IMT- Anhänger in der SWP hatte sich in der Internationalist Tendency organisiert, die im Jull 1974 ausgeschlossen wurde (A. d. 0.)