Widerstand findet Echo bei Israelis von Michel Warschawsky
Tel Aviv, 20. Dez. 1991 die für die Barone von Wall Street von strate- Die Vereinbarungen von Camp David (Ende 1978/ Anfang Bi-sheat ist die Mehrheit der anschen engelsen davon 979) sind längst begraben. In Washington rabien und in Fez/ Marokko versuchen die amerikanischer dass jeder Friedensplan, soll er auch anwendund arabischen Bourgeoisien. einen neuer Rahmen zusambar sein, eine Lösung für die palästinensische Frage mit menzubastein, um die permanente Krise im Nahen Osten tinensischen Volkes undseiner filming annehmbar des palaszu entscharten und die imperialistische C Eben well die Vereinbarungen von Camp David dieser Frage auswichen, hatte es Israel so eilig gehabt, sie zu unterschreiben, well es damit einen Friedensvertrag mit dem grössten der arabischen Länder bekam, ohne sich verpflichten zu müssen, sich aus den seit 1967 besetzten palastinensischen Gebieten zurückziehen noch die palastinensische Nationalbewegung anzuerkennen. Man konnte also von vomherein damit rechnen, dass Israel gegen den saudischen Fand-Plan seir Veto einlegen würde, ganz unabhangig von seinem offen imperialistischen Charakter. Für Menahim Begin und seine Reglerung ist es ausserordentimmer noch existieren. Deshalb stellte General Ariel Sharon, der als Verteldigungsminister für die besetzten Gebiete verantwortlich ist. jetzt, nachdem die Verhandlungen über das "Autonomie"-Projekt von Cisjordanien und dem Gaza-Streifen seit zwei Jahren auf Eis liegen, eine "Zivildie Mille horden, ele die besetz- welche ten Gebiete seit 1967 verwalten, ablösen soll.
rdnung in dieser dem Befehl des Chefs der Zivilverwaltung, des Professor Milson, einem Reserveoberst, der jahrelang Mitglied der Militärregierung gewesen war. Dann gehen die verschiedenen Aufgaben der Zivilverwaltung nach und nach in die Hande unternenen nie mehe deer der Armee. Drittens ist vorgesehen, dass mittelfristig eine lokale "Fuhrung" eingesetzi wird, aus Kollaborateuren, die bereit sind, die "Autonomie "im Rahmen der israelischen Herrschaft zu akzeptieren und sich hundertprozentig von der Palästinensischen Befrelungsorganisation (OLP) zu distanzieren. Die beiden ersten Elemente andem den Besetzungscharakter um keinen Deut, und wie fiktiv sie sind, kann man an Tausend Beispielen sehen, zum Beispiel daran, dass der "Zivil-Administrator" des Gaéa- Streifens kein anderer ist als - der Oberst Militärgouvemeur der zu diesem Zweck seine Uniform hat ausziehen müssen. Das dritte Element dagegen ist bezeichnender: damit will man verwirklichen, was der zionistische Staat in den ersten vierzehn Jahren der Besetzung weder machen konnte noch wollte, nämlich Gesprächspartner nnerhalb der besetzten palastinen sischen Bevölkerung tinden, die letztere gegenüber den Besetzungstruppen vertreten" und ein Gegengewicht zur OLP darstellen. Aber was vielleicht 1968 oder auch noch 1971 möglich gewesen wäre, nămlich sich auf eine breite Schicht gemässigter, zum Beispiel projordanischer Notabeln zu stützen, das ist heute ausgeschlossen, da die Politik blinder Repression und die Opposition der Besatzungstruppen gegen Jegliche politische Organisierung und gegen jegliche Form von lokaler Führung im Laute der Jahre die OLP in den Augen der überwältigenden Mehrheit der besetzten palastinensischen Massen zur einzigen Repräsentantin des palästinensischen Volkes werden liess.
KEINE "QUISLINGE" UNTER DEN PALÄSTINENSERN Mit dieser "Zivilverwaltung", kindigte General Ariel Sharon an. ginnt eine neue Seite unserer Politik in den besetzten Gebieten" : Nămlich, so fügte er hinzu, eine humanere Haltung gegenüber der Bevolkerung. Aber seinen Gewohnheiten treu erganzte er gleich damit keine Zweifel aufkommen: "Wir sind gut denen gegenüber, die mit uns zusammenarbeiten, aber hart gegenüber denen, die gegen uns opponieren. Entweder herrscht Ruhe im Lande fur alle, oder es gibt Ruhe für niemanden. Offiziell unterscheidet sich die Zivilverwaltung von der Militarregiedie "Aufrechterhaltung von Ruhe und Orchung" verantwortlich unter Zehn Jahre zu spät versucht jetzt also die israelische Regierung um notorische Kollaborateure herum, die aber keinerlei Ansehen bei den Massen und über keinerlei Unterstützung bei den arabischen Regimen verfügen, eine Pseudo-Vertretung der besetzten Be- volkerung ater der ehrunge es korder Dörfler"
borateurs Mustafa Dudin soll heute das unterbindet heute den Transport des grössten Teils der materiellen Unterstützung aus dem Ausland (von den arabischen Staaten oder gemischten Kommission OLP-Jordanien) und ventilfert die mageren Finanzhilfen der zionistischen Regierung. die eingeschrankte Auswahl von Beihilfen aus dem Ausland, die Baugenehmigung en und die verschiedenen abrigen Genehmigungen über die "Liga der Dörfler" Diese wird so zumindest für die ich kemen, um deme anderehen Probleme zu lösen. Mit solchen Methoden hofft General Ariel Sharon ein organisationen in Verbindung stehen. zu schaffen und eine "gemässigte Vertretung der besetzten Bevölkerung hervorzuzauber.
Aber selbst in den Dörfern hat die Liga der Dötller nur bescheidenen Repression den Graben zwischen den Städten, dem Lande und den Dörfem. Was für eine Zukunft diesem Projekt blüht, das lässt die Liquidierung von Youssef Hatib, dem Führer der Dörfler-Liga der Region Ramallah vor drei Wochen, das lassen die verschiedenen Attentate und Demonstrationen gegen Leute, die zu offen den Weg der Kollaboration einschlagen wollen, vorhersehen.
Diese paar Krümel Zuckerbrot reichen wirklich nicht aus. als dass substantielle Sektoren der palastinensischen Bevölkerung in die Falle der "Zivilverwaltung gingen.
Sobald Professor Milson die Macht ubemahm, gab die paläsinensische Bevölkerung von Cisjordanien deutlich und massiv ihre Opposition gegen das Projekt der "zivilen Verwaltung kund. Generalstreiks in den meisten Städten Cisjordaniens einschliesslich in Ost-Jerusalem, Demonstrationen von Oberschülern und Studenten, Massenkundgebungen mit Teilnahme sämtlicher repräsentativer Personlichkeiten der palästinensischen Bevölkerung. Erklärungen von gewerkschaftlichen und lokalen religiösen Führem: jeder Zweifel über die wirklichen Gefühle der Einwohner der besetzten Gebiete wurde damit ausgeräumt. Wir haben keinerlei Chance, Quislin der Aktivitäten in diesen Gebieten Anständiger tiare vom ei dar. Und in einem Oktober 1981 schrieb Yehuda Litani: "KUrzlich schlug die Militärregierung gewissen Einwohnem der besetzten Gebiete vor, die Spitze der Abtellungen, wo sie(in der Militärverwaltung arbeiteten, zu übemehmen. Reaktionen von Seten der Beeleing Aber bis jetzt weigerten sie sich.. in Cisjordanien befürchten. In derselben Zeitung fasst Amos Ellon, einer der besten israelischen politischen Beobachter, die Lage folgendermassen zusammen: "Es ist noch schwieriger, die Palastinenser dazu zu kriegen, mitzumachen bei der Einsetzung der "totalen Autonomie" in Cisjordanien und im Gaza-Streifen, Und doch hat Ohne Tellnahme der Palästinenser gibt es keine Autonomle. Wer mochte heute in der Haut von Professor Milson stecken, der sich bereit erklärt hatte, sich an die Spitze diese zivilen Verwaltung zu stellen? Was vielleicht vor einigen Jahren möglich rewesen wäre, ist in der derzeitigen Situation so gut wie un vorstellbar, zu kriegen" in den besetzten Gebleten. Werden die Bevölkerung von Cisjordanien und vom Gaza-Streifen gerade dann der OLP den Rücken keh- rationen mehrere Tage lang, die ren. wo diese endgültig von den rasch zu gewalttätigen Konfrontationen Völkern der ganzen Welt anerkannt mit den Besatzungstruppen ausarteter wird?" und zum Tode eines kleinen Kindes so. wie zu Dutzenden von Verletzten führ- Bevölkerung hat Ausen asse angenoishen ten. Und alles deutet darauf hin, dass evölkerung hat die Einsetzung der zivilen Verwaltung men wie seit Jahren nicht mehr. Zum auf dem Gebiet Belspiel erlebte der Gaza-Streifen, der seit der mörderischen Befriedung besetzten Gebiete, nămlich Cisjordader siebziger Jahre als "ruhig" nien und des Gaza-Streifens, führen einen Generalstreik und Massendemons- wird. HINTER DEM ZUCKERBROT: DIE PEITSCHE "Wenn sie nicht unsere zivile Verwaltung wollen, wollen sie also die Re- der Tageszeitung "El Fajr" pression" scheint die Logik zu lauten, bekannter Führer wie des Dr. Azmi von der sich General Ariel Sharon und Shueibi. Mitglied des Gemeinderats Professor Milson bei ihren Massnahmen von El Bire, Wie von Akram Hanie, leiten lassen. Und dieses Mal zögerten chefredakteur der Tageszeitun sie nicht lange in der Wahl der Mittel. wie des Di Samir Kata- Innerhalb eines Monats gelang der zivi- be, Präsident des Arzteverbandes, solen Verwaltung in Sachen Repression, wie Hausarrest für Dutzende von Leuwozu die Milftärregierung gewöhnlich ten, insbesondere von Lehrer und ein ganzes Jahr brauchte: Schliessung studentischen Führem von Bir Zeit.