Inprekorr 1971–1992

Archiv der Internationalen Pressekorrespondenz der IV. Internationale

Die italienischen Gewerkschaften

Inprekorr Nr. 2 (141), 11. Februar 1982 · S. 28-31 · 3.684 Wörter

Gewerkschaften und Streiks Italien

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DIE ITALIENISCHEN GEWERKSCHAFTEN den Projekten zur Umstruktur ierung keine Beschränkungen mehr geben: die Arbeitskraft soll nach ihrem Gut- Die CGIl ist die bedeutendste der drel Zentralen (4 582 000 Mitglieder). dünken eingesetzt werden können. Sie Die Kommunisten haben in ihr die absolute Mehrheit. teilen sich aber die wollen also emeut das Recht auf Entder unken den challe, Verte der arter proletarische enthe. Vertreter der "Partel für proletarische Einheit" lassungen durchdrücken.

(PDUP) und der "Democrazia Proletaria" (DP). Auf dem Kongreß und in den Gegenwärtig versuchen die Untemehmer Führungsorganen sind die Anteile wie folgt verteilt: 60% PCI, vor allem, die Arbeiter daran zu hindem. anläßlich der anstehenden Tarifverhandlungen auf die Straße zu gehen. Die CISL (3 059 845 Mitglieder) ist eine Zentrale katholischen Ursprungs. Bisher waren diese Termine Gelegen strie verbände werden von linken Strömungen geführt, vor allemige Metall- Viele ihrer Führer sind mit der Christdemokratie verbunden. heiten zu regelrechten politischen Ausein an dersetzungen, in deren Verlauf die Arbeiter einheitliche Mobilisierungen zustande brachten. Es gelang ihnen Bei der UIL (1 346 900 Mitglieder) hält die Sozialistische Partei (PSI) die zumeist, den Untemehmem bedeuten - Mehrheit, natürlich auch in der Führung: die anderen Bestandteile der Fuhde wirtschaftliche Zugeständnisse zu rung kommen von zwei kleinen bürgerlichen Partelen, der Republikanientreißen oder den Klassengegner daschen Partel (PR) und der Sozialdemokratischen Partel (PSDI). ran zu hindem, in die Initíative zu Sahes bei den Arberem einen enen Seit 1968 haben die drel Verbände eine Politik der Aktionseinheit durchge- Willen gibt, für die Verhandlungen führt, Nachdem die Gründung einer Einheitsgewerkschaft Anfang der 70er wieder zu Kampimaßnahmen zu grei- Jahre gescheitert war, bildeten sie einen Einheitsverband der drei Gewerken, um die Löhne und Arbeitsplätze schaften. Die Führung dieses Verbands wird von den Sekretariaten der drei zu verteidigen. Deshalb beantragten Zentralen gestellt, Entscheidungen werden einstimmig gefällt, nicht nach le eine Verlängerung der Lautzeil Mehrheitsbeschluß. So hat jede der drei Zentralen faktísch ein Vetorecht, und kündigten entschlossenen Wider. stand gegen alle Arbeiterkample an Bei der Ansteuerung dieses Zieles konn- Die FLM (Verband der Metallarbeiter) ist mit ca. 1, 5 Millionen Mirgliedem ce die Organisation der Untemehmer die stärkste Einzelgewerkschaft, Dieser Ein heitsverband besteht aus die Confindustria, von der Rolle de republikanischen Regierung Spadolini *lieder) von der CISt und der UILM (144 000° Mitolleder) in der Un. (Zahlen nach den offiziellen Gewerkschaftsangaben für das Jahr 1980). ren als eine "positive" Emeuerung hinstellten, well sie nicht mehr vor einem christdemokratischen Politiker geführt wird.

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Jahr einen Rückgang der Mitgliedschaft DEN LOHNFORDERUNGEN EINEN DÄMPFER VERPASSEN Vor einigen Monaten begannen Regierung, Con findustria und Gewerkschäftsführungen mit Verhandlungen, um einen sozialpakt abzuschließen. Die Regierung, will sich verpflichten, die Inflation 1982 unter 16 % zu halten, und im Austausch hierfür sollen die Gewerkschaften akzeptieren, daß die Lohn forderungen diese Grenze nicht überschreiten. Aber alle erwarten, daß gen wird undalle wis Ma es eel- Regierung hierfür die meiste Verantwortung trägt. Dies bedeutet, daß die Gewerkschattstührungen in der Praxis eine neuerliche Verminderung der Löhne der Arbeiter anstreben.

Allgemeiner will man mit dem Sozialpakt mit Gewalt den Plattformen für die Lohnforderungen einen Riegel vorschieben und die Autonomie der kămpferischsten Gewerkschaftsbranchen abschaffen, Diese schwierige Situation hat aber nicht zu einer Demoralisierung und einem Rückfluß der Arbeiterbewegung gerührt. Im Verlauf des Herbstes gab es wie auch schon im Frühjahr zahlreiche Stellungnahmen der Arbeitenden zugunsten ska und tue de ersteig von tarikämpfen. Im Verlauf derselben Periode fanden sehr harte Kämpfe in solchen Betrieben und Bereichen statt, die am stärksten von den Entlassungen bedroht wurden (wie in der Textilbranche). Malland und Genua standen an der Spitze gegen das Zudrehen der wirtschaftlichen Daumenschrauben durch die Regierung. Große Mobilisierungen fan den auch Ende November in den vom Erdbeben zerstörten Gebieten statt.

Als die Führer der Gewerkschaftsverbande im Oktober zu einem ganz und gar symbolischen und schlecht vorbereiteten Generalstreik in der Industrie aufriefen, war die Beteiligung trotzdem massiv. In Turin gab es nach dem Irai ma vom letzten Jahr einen Wiederbeginn der Mobilisierungen: Anfang Dezember organisierten die sich in "technischer' Arbeitslosigkeit befindlichen Arbeiter und diejenigen in krisengeschüttelten Betrieben eine Demonstration von etwa 30 000 Telinehmer. in bestimmten Industriesparten gegeben hat, besonders bei den beiden Metallarbeiterge werkschatte, der FM und der FIM. Dabei handelt es sich um eine fast unvermeidliche Erscheinung angesichts des Arbeitsplätzeabbaus, der Nichtvermittlung vieler Jukeit der Gewerkschaftsführungen. Arbeitem und Jugendlichen eine Perspektive zu weisen.

Der Rückgang der Kamptbereitschaft bei den Arbeiterkadem ist ein zweites Element der Krise; die besten Kader sind noch weniger als in der Vergangenheit bereit, Gewerkschaftstunktionäre zu werden. Denn es wird tür einen untergeordneten Gewerkschaftsführer immer schwieriger, sich bel der Durchsetzung einer Linie zu engagleren, die den Erwartungen der Arbeiter entgegenläuft.

Das dritte Element der Krise schließlich besteht darin, daß die Gewerkschaft dabei ist, in weiten Bereichen ihre Glaubwürdigkeit und Ihre Anziehungskraft bel sozialen Gruppen wie den Arbeiten eden ben tor sie in der Vergangenheit als Instrument erschient, die Gesellschaft zu verăndern.

Das zweite Merkmal der Gewerk- EINE KRISE DER GANZEN GEWERKSCHAFTSBEWEGUNG Das erste Merkmal der jüngsten Gewerkschaftskongresse war die Anerkennung der Krise, die die Gewerkschaften durchzieht.

Diese Krise stand im Mittelpunkt der Redebeiträge der Basismitglieder, die gegen Entlassungen und Umstrukturierungen an kämpten und die die ganzen Senen die Polen der fuhrungen, 24 aber auch die der gewerkschaftlichen Ver- . antwortlichen auf allen Ebenen, führt. Auf einma, sprachen auch die Gewerkschaftsfunktionäre von der internen Krise, vom Fehlen innergewerkschaftlicher Demokratie und vom schwindenden Vertrauen der Arbeiter. Dabei handelte es sich natürlich um eine sehr allgemeine Selbstkritik, die darauf abzielte, ihre eigene Verantwortung in Nebel zu tauchen, sie von den jeweils anderen Gewerkschaften oder Konkurrenzverbänden tragen zu lassen oder - schlimmer noch - in den Fabrikräten die Sündenböcke zu suchen. Und ill dies, um den Hauptgrund der Krise licht zur Sprache zu bringen: daß man die Sparpolitik, die Opfer, also die Politík der Industriellen und der Regierung akzeptiert.

Die Krise zeigt sich in erster Linie bel ler geworben werden sollen. Aber e handelt sich nicht um einen Zusam menbruch, wie das womöglich bei der sewerkschaltsbewegung in spanien der all war, sondem um einen fortlaufen. den Mitgliederschwund in einigen Sparten. Denn die durch die Gewerkschaften bis vor kurzem noch erkämpften Errungenschaften haben bei den Arbeiter das Bewußtsein, daß es nötig ist, ein gemeinsames Kamptinstrument zu erhalten, verankert. Etwas Make-up bei den Zahlen hat es den drei Gewerkschaftsverbänden noch einmal ermöglicht, einen Tell Ihrer Schwierigkeiten zu verhüllen. Aber es gelingt den Gewerkschaften, eine gleiche Zahl von Mitgliedem wie fm verganden Fabriken mehr dar.

Die Zahlen der CGIL der Lombardei von 1981 zeigen dieses Phänomen: dem Minus von 23 000 beschäftigt en nur 8 000 neue Mitglieder, Arbeiten stehen als Tellen gleiten ner sind, gegenüber, Und die FLM hat 1981 in Piemont wie in der Lombardel 20 000 Mitglieder verloren. Auf dem Kongreß der CGIL stellten die 138 Delegierten der Rentner eine grössere Gruppe als die mächtigen Organisationen der Metallarbeiter, die mít ihren 560 000 Mitgliedem die stärkste Branchengewerkschaft des Landes darstellen, aber nur über 75 Mandate verfügten. Die Zunahme der Mitgliederzahl der CISL kommt vor allem von den Beamten, unter denen sich die rechtesten Telle dieser Zentrale finden; diese machen eine richtige Einschätzung des Mitgliederzuw achses wegen .der üblichen Cliquenwirtschaft sehr schwierig.

Aber die Gesamtzahlen können die Tatsache nicht verbergen, daß es dieses aber es stimmt ebenso, daß die Arbeiter mittels der Vollversammlungen und des guten Funktionierens der Fabrikräte immer aktiv am Leben der Gewerkschaft Anteil nahmen.

Wir müssen hier eine "Anomalie" der Situation der italienischen Gewerkschaft herausstellen: Die Industriearbeiter werden zwar Mitglied der Einheitsgewerkschaft (etwa der FLM bel den Metallarbeitern); aber gleichzeitig existiert keine organische Gewerknur de lile en einemen, metie auch noch einer der drei Zentralen (bei den Metallarbeitem FIOM, FIM oder UILM) beigetreten sind; wer nur Mitglied der Einheitsgewerkschaft ist, kann an der Diskussion überhaupt nicht teilnehmen. Um das Ausmaß des Problems zu erfassen, genügt es zu wissen, daß in den beiden wichtigsten industriellen Zentren, in Turin und Brescia, 70 % der Metallarbeiter nur der Einheitsgewerkschaft angehören. Die schwache Betelligung der Basis war in allen Industriebereichen und allen drei Verbänden feststellbar. Auf allen Arbeiter zu organisieren aus Furcht, daß eine breite demokratische Diskussion dazu geführt hätte, daß sie über thre vergangenen Entscheidungen Rechenschäft ablegen müssen.

Der dritte charakteristische Zug war die scharfe Debatte, die auf den höheren (regionalen und nationalen) Ebenen abgelaufen Ist. Diese Diskus-

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kussion in ihren Reihen die größten Schwiesionen förderten einen wichtigen Prozeß des Nachdenkens von Seiten der Arbeiterkader und der mittleren Gewerkschaftskader zu Tage und eine Polltik der natlonalen Lestungen. Ihre Tiete Beunruhigung Opposition machte sich an besonderen Punkten test wie der Verteidigung der gleitenden Lohnskala, der Ablehnung einer Einkommenspolitik, der Ablehnung einer Obergrenze für die Tarifverhandlungen und des "Solidaritätsfonds" (3) und der Beibehaltung der Forderung nach Arbeitszeitverkürzung. Diese Linksopposition zeigte sich in allen drei Verbanden.

Die lebhafteste Debatte gab es aber in ir größten Organisation, der CGIL. welche wegen ihrer kommunistischer Mehrheit immer als die monolithischste angesehen wurde. Dieser Gewerkschalt ist es wegen ihrer Tradition und thre Image als Klassengewerkschaft kempienschen und kämpfenden Arbei- den wichtigsten Tell der tervorhut für sich zu gewinnen, wie ste in den Kampten der vergangenen zehn Jahre entstanden ist.

Das Vierte Merkmal der Kongresse bestand in der Verschärfung der Spaltung zwischen den drei Verbänden: deren unne gleicheren em einer En - Demokratie und der Kamptesinitiativen. Die Spannungen verschärften sich, obwohl im Verlauf der vergangenen Monate, etwa bei Flat, die Verbände immer einheitlich vorgegangen waren, um Kompromisse mit den Untemehmem, die tür *le Azen. Je de der der ver, nde ver- durchsuchte im Verlauf des vergangener Jahres und vor allem während der Kon - Markenzeichen en de ancren hochzuhalten, um so einen Aufschwung für dic eigene Organisation zu erreichen. Die CGIL hatte wegen der Breite der Dis- Runden zu bringen.

Die Ditterenzierung zwischen den drei Verbänden entsprechen den besonderen Interessen der drei bürokratischen Apparate, die sie kontrollieren, und nicht politischen oder strategischen Meinungsverschiedenheiten. Alle drei haben sie fesselbe Orientierung und unterscheiden sich nur in der Art ihrer Durchsetzung oder in Einzelpun kten, Natürlich hangen die verschiedener Aspekte der Politik der CGIL, der CISL oder der UIL auch von ihrer Geschichte, Ihrer Zusammensetzung, threr Größe und der starke der Arbeitervorhut in ihren Reihen ab. Die allen drei Verbänden gemeinsame strategische Orientierung ist im Augenblick folgend: sie sagen, daß der in den letzten sechs Jahren beschrittene Weg nicht mehr gangbar sei (radikale Kam- Politik heute insgesamt in der Krise heute ebenfalls in einer Krise steckt; die CGIL und die CISL gebrauchen diesbezüglich weniger scharte Wendun- Schwere der Krise gerecht wird. Um diese zu überwinden, müsse man mit den kapitalistischen Kräften den Umstrukturierungsprozeß lenken und eine Vise dai die Abeliereinen Tel. Haltung einnehmen. Man der Krise bezahlen müßten. Weiter meinen die Führer der drei Verbände, daß bei einer solchen Politik der Schaden begrenzt und Bedingungen für einen Wiederaufschwung der kapitalistischen Wirtschaft geschaffen werden könnten, welcher dann seinerseits wiederum Wohlstand und Vollbeschäftigung brächte.

DIE UIL

Die UIL ist die Organisation, welche in Verbindung mit dem Projekt der PSI-Führung, dem Wiederaufbau der italienischen Sozialdemokratie, die Arbeiter am deutlichsten auf "Realismus" einschwört, auf die Zusammen- arbeit mit den Untemehmem. Dabei versucht sie, sich auf die Erfolge der von Sozialdemokraten geleiteten grossen Gewerkschaftszentralen in Europa zu stützen, und sie schlägt eine "Institutionalisierung" der Gewerkschaft vor. Diese soll bei der Leitung der Untemehmen durch die Mitbestimmung eine aktive Rolle spielen, welche es der Arbeiterklasse ermöglichen soll, ihr Gewicht bei der kapitalistischen Akkumulation und der Wirtschaftsentwicklung einzubringen, Die UlL steht, erster Stelle bei dem Versuch, um dieses Projekt durchzusetze die Gewerkschaft im Sinne der Bürokratie zu "normalisieren". Da sie die schwächste der drei Zentralen ist, könnte eine solche Normalisierung ihr einen grosseren Spielraum für Manöver verschaffen.

Trotzdem hat diese Gewerkschaft, die nach dem Zweiten Weltkrieg aus einer vom CIA tinanzierten Spaltung entstand, in den letzten 15 Jahren eine tiefgreitende Umwaltung mitgemacht, nicht nur, well die soztalistische Strömung die Führung übemommen hat, son dem auch, well eine wichtige Erneuerung ihrer Kader stattfand, Obwohl sie einen erpresserischen Druck zu dauemder Maßigung als ihre Rolle ansieht, könnte sie dennoch in Widerspruch mit Tellen der Basis gelangen, vor allem, wenn der Druck der Kampte fühlbar wird.

DIE CISL

ANDERE WORTE FÜR DIESSELBE SPARPOLITIK Seit 1978 haben sich die Formeln ge- Andert, aber substantiell handelt es sich um die g leiche Austeritätspolitik. Auch sind die drei Zentralen einer Meinung zung der Arbeitskosten zu handeln" um die kapitalistische Akkumulation die Gesamtheit der Forderungen Arbeiter die 16 % nicht überschreiten soll, und sie verzichten von vomhe- 1978.

von do in ton angen en in . kommen zu erhalten (je nach Branche zwischen 60 und 70%), gäbe es bel den Tarifverhandlungen nichts mehr zu verlangen; höchstens könnte man eine "Abschwächung ohe Ala verlagen de am inde Tarifverhandlungen etwas verhandeln zu können. So Irre sich das anhört, so wurde doch tatsächlich in der Gewerkschaftsführung um solche Forderungen diskutiert mit dem einzigen Ztel, die Arbeiter durcheinander zu bringen. Das erklärte Ztel der Verhandlungen besteht darin, zu einer Vereinbarung mit den Untemehmem und der Regierung zu gelangen, um die Arbeitskosten einzuschränken, die Produktivitar zu erhöhen und "die Kaufkraft der Löhne zu erhalten" . Das hefmliche Ztel - welches aber von den Gewerkschaftsführungen mit allem Mitteln angestrebt wird - Ist die Verschiebung der Verträge auf den Sankt Nimmerleinstag. Die Gewerkschaftsführungen versuchen, die Arbeiterbewegung auf die Bahn einer vernangnisvollen Politik der Zusammenarbeit mit den Untemehmem zu leiten. Sie gehen dabei von einer bei den Arbeitem vorhandenen Ten denz aus sich nicht bel einfachen wirtschaftlichen Zielen aufzuhalten, sondem sich auf das Feld der Arbeiterkontrolle und der Politik zu begeben. Der Einheitsverband CGIL-CISL-UIL stu le men von Milberimung, zu kanalisieren.

In der CISL fand während der vergangenen janre die negativste Entwicklung der Führungskader statt. Während zweier Jahrzente war dieser Verband von einer teifgreifenden Opposition durch- Kampi zwischen der Rechten, die ihre und es gab einen scharfen Basis in den Gewerkschaften der Beam ten hat, und der Linken mit thren Bastionen in der Industrie. Die Leituns land sich in den Händen einer Mittelgruppe, die von der Unterstützung der Linken profitierte. Letztere hatte aber (vor allem der Metallarbeiterverband) immer eine unabhängige Position bezüglich des Gesamtverbandes behalten, (3) Im Juni 1980 schlugen die Gewerkschaftstührungen eine obligatorischen Lohnabzug von 0,5% bel allen Lohnabhängigen vor, um für die krisengeschüttelten Fabriken einen "Solidaritätsfonds" zu finanzieren. Sle mußten diesen Vorschlag aber wegen des scharfen Widerstands in den Betrieben zurücknehmen. Heute versuchen sie, Ihn hintenherum aufzutischen.

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Im Verlaufe der letzten Jahre startete der Ex-Führer der Linken, Pietro Carmaligen mage on de enten n der Leftung führte. Die Strömungen der Linken - die diese Operation unterstützt hatten - wurden völlig an den Rand gedrängt, und ihre Unabhängigkeit in der Praxis wurde stark eingeschränkt, Die Führung der CISL vertrat in den letzten Monaten am enischiedenasten die Notwendigkeit einer Anderung des ystems der gleitenden Lohnskala, Sie chlug vor. daß der Lohnausgleich vor und denen der Sparten, der übergeordneten und der regionalen Bereiche. Einerseits sollen die Beschränkungen der Leitung gemäß dem ersten Teil der Verträge (4) überwunden werden. weil sie sich nur auf die Betriebsebene beziehen. Trotzdem soll mit diesem Instrument die Information über die Pläne der Untemehmen und deren Kontrolle verbessert werden und andererseits der unbestimmte und prekäre Charakter der Beziehung zwischen dem Subjekt der Planung, den gewählten Versammlungen, und dem System der Untemehmen aufgehoben werden. In diesem Sinne muß die Untemehmensplanung von einer allgemeinen Retorm der Eigentumsstruktur der Untemehmen und dem Aktionärsrecht begleitet sein. Die Arbeiter von FIAT. Montedison und vielen anderen Fabriken wissen genau, was sich hinter dieser Nebelwand verbirgt: die Mitverantwortung der Gewerkschaften beim Rationalisie rungsprozeß der kapitalistischen Industrie und die Entlassung von Tausenden von Arbeitem.

EIN PROZESS KRITISCHEN NACHDENKENS vornherein auf die von der regierung vorgesehene Inflationsrate beschränkt bleiben sollte. Außerdem schlug sie vor. einen "Solidaritätsfands" für alle Untemenmen in Krise zu bilden, der aus einem Abzug von 0,5 % von den Löhnen der Arbeitenden finanziert werden sollte.

Die FIM ihrerseits nahm den Vorschlag der Selbstverwaltung. der von der Gewerkschaft in einer völlig gradualistischen Weise vorgetragen worden war, wieder auf und erweiterte ihn mit dem einzigen Ergebnis, eine "linke" Rechtder Erklärung, was die FIM unter Selbstverwaltung versteht, erscheinen ihre Vorschläge im wahren Licht, nämlich als ganz und gar mit dem system vereinbar. Im Verlauf Ihres nationalen Kongresses wahrte die FIM Ihre Distanz zum Gesamtverband, bekämpfte aber zur gleichen Zeit die Vorschläge von Tellen der Linken, die von der FIM in Mailand geführt werden, heftig. Bel der Leltung durfte die Linke mit nur 4% vertreten sein, wabreno sie auf dem Kongreß zwischen 30 und 40% der Stimmen erhielt, DIE WIDERSPRÜCHE DER CGIL

In ihren Thesen nahm die CGIL Ihre reformistischen Positionen, wie sie für den Anfang der siebziger Jahre charakteristisch waren, wieder auf. Sie spricht von Reformen für den Siden, von der Neuordnung der offent- Ichen Finanzen, der Neuorganisation und der Belebung des verstaatlichten Sektors, Der Unterschied zur Vergangenheit kann in ihrer zentralen Losung der Wie artend der Unteremens. "Demokratisierung planung" . Der CGIL - und der PCI, die diesselben Vorschläge macht ist es nie gelungen, zu erklären, wie die Multis demok:atistert und eine demokratische Planung mittels Parlament und Regionen in einer kapitalistischen Welt zustande gebracht werden könnte. die von Konkurrenz und Profitlogik beherrscht wird. Aber die CGIL kann aufgrund Ihrer Geschichte und den Besonderheiten ihrer Kader sich nicht erlauben, offen von Mitbestimmung zu sprechen. Schauen wir also, wie der Text des Kongresses erklärt, was Untemehmensprogrammierung sein sollte: "Dieser Vorschlag versucht, eine neue Weise vorzustellen, wie programmiert wird und wie die Beteiligung der Gewerkschaft an der Programmierung aussehen könnte mittels des Zugangs zum Plan eines jeden Untemehmens, und dies im Rahmen einer organischen Beziehung zwischen den Programmen der Betriebe Die Opposition und die Kritiken an den Positionen der Führung der CGIL kamen nicht nur von Kader, die sie während langer Zeit mit Überzeugung angewandt und verteidigt haben und heute mit leeren Händen dastehen und zusehen müssen, wie die Gewerkschaft, die sie in Fabrik und Gesellschaft geduldig aufgebaut haben, geschwächt Wird. Es sind diese unteren und mittleren Kader, die im Frühjahr 1981 mit Erfolg Druck auf die Führung der CGIL ausübten , daß sie die gleitende Lonnskala verteidigte, und die im Verlaute dieses schwierigen Herbstes an der Spite der Kämpfe gegen die Regierungs naßnahmen und die Provokationen de Con fin dustria standen. Auch wandten sie sich gegen der Führung der CGIL, als diese kurz vor dem nationalen Konreß eine Kehrtwendung bei der gleitenden Lolnskala vollzog und die von der Regierung vorgeschlagenen 16 % als Obergrenze akzeptierte.

Der politische Reifeprozeß dieser Schicht von Gewerkschaftskadem wie auch der kritischen Kader in den anderen Gewerkschaften - steht erst am Anfang. Die Kritik an threr Fuhrung ist noch sehr allgemein oder berührt nur einzelne Punkte; es handelt sich vor allem um einen Bewußtseinszustand angesichts der negativen Entwicklung der gegenwärtigen Situation in der Gewerkichaft, der noch keine Altemative Linie hervorbringt. Deshalb hat diese Strömung bislang auch de, und ste hat nur bel einigen Anderungsanträgen Gewicht erlangt (Verfur die gleiten de Lohnsteuerskala). Die Fuhrung der FLOM, die in offener Opposition zur Spitze der Zentrale steht (Luciano Lama wurde mit eisigem Schweigen empfangen, als er vor dem Kongreß sprach), verwies auf die Kämpfe der Vergangenheit, auf den Kampf bei FIAT, und verteidigte die Gewerkschaft der Räte gegen jeden Versuch der Normalisierung: sie prangerte die Politik der Regierung an und auch das restaurative Vorhaben der Bosse. Sie unterstrich, daß die Tarifverträge das Instrument selen, durch welches die Arbeiterklasse Ihre Kräfte sammeln und günstigere Positionen erreichen könne. Aber was konkrete politische Vorschläge angeht, so bleibt sie den Vorstellungen der Zentrale total untergeordnet, Die Kongresse anderer Branchen der CGIL wie der der Bauarbeiter und der der Landarbeiter nahmen einen ähnlichen Verlauf. Im übrigen wurden die Vertreter der sozialistischen Strömung, die am lautesten für Mäßigung plädiert hatten, auf diesen Kongressen hart bestraft, als die Wahlen zu den Führungsorganen in geheimer Abstimmung durchgeführt wurden.

Daraufhin verstärkte die sozialistische Strömung im Hinblick auf den Kongreß der CGIL Ihre politische Erpressung, indem sie sich mit den 16 % Obergrenze ein verstanden erklärte und mit einer Spaltung der Gewerkschaft drohte. Aber diese Erpressung kam vor allem den wichtigsten kommunistischen Führem zugute, nämlich Luciano Lama, Bruno Trentin und Caravini, die nun ihrerseits die Kollegen der kommunistischen Linken und anderer radikaler Gruppen zu erpressen versuchten, um ihnen den von Luciano Lama in seinem auf dem Kongreß gehaltenen Bericht vorgetragenen Vermittlungsvorschlag autzuzwingen.

Die FuhrunGorschlag. , der CGIL unterbreitete folgen den der auch auf dem Kongreß mit großer Mehrheit angenommen wurde: die CGIL akzeptiert 16% Lohn verbesserung als Obergrenze, was 45 Punkte Aufbesserung bei der gleitenden Lohnskala entspricht (5). Diese 45 Punkte werden steuertrel gewährt, während die entsprechenden Erhöhungen bei den Sozialabgaben für den Tee ohneh sung der 16% wird einer verschärften Besteuerung unterworfen (was jede Tendenz, mehr zu verlangen, entmutigen soll): die Bosse müßten ihrerseits mehr Sozialabgaben bezahlen, wenn sie die 16%- Grenze nicht beachten.

(4) In den Verträgen von 1976 war ein erster Tell, eine Art Präambel, vereinbart worden, die bestimmt, daß die Untemehmensleitungen die gewerkschaftlichen Organisationen uber ihre Situation und ihre Vorhaben informieren sollen. Diese "Kontroll" - Illusion hat die Untemehmer keineswegs gehindert, die im Artikel beschriebene Offensive zu starten. (5) Der Lohnausgleich wird auf der Grundlage eines Punktesystems errechnet, wo ein Punkt einem Prozent bel der Inflationsrate entspricht: jeder Punkt stellt eine gewisse Lire- Summe dar, über die bei den Tarifgesprächen verhandelt werden kann.