INTERNATIONALE KAMPAGNE GEGEN DIE REPRESSION IN ARGENTINIEN +++++++++++++++++++++++++++++++++ Die Bildung eines französischen Komitees zur Verteidigung der politischen Häftlinge in Argentinien ist Ergebnis einer Bewegung, die in Argentinien selbst entstanden ist, und die dort un ter anderem die Kommission der Familien Inhaftierter, die Christlichen Gemeinschaften, die Bewegung gegen Repression und Folter, die Kommission für Leben und Freiheit von Martins und Zentene, die Widerstandgruppen gegen die Repression sowie mehrere Rechtsanwalts- und Juristenverbände umfaßt. Unter Bezugnahme auf diese demokratische Bewegung in Argentinien ist in Paris auf Initiative argentinischer Genossen das Verteidigungskomitee gegründet worden.
Die Ligue Communiste, die zur Zeit eine Kampagne dafür führt, daß der französische General Massu wegen der von ihm organisierten Folterungen im Algerienkrieg vors Gericht gestellt wird, nahm an der Pressekonferenz des Komitees teil. Ihr Politbüromitglied Daniel Bensaid ergriff das Wort und sicherte die aktive und vollständige Solidarität mit dem Kampf der argem finischen Revolutionäre gegen Entführung, Foltern und Ermordungen zu, deren Opfer sie sind Heute versuchen die imperialistischen Presseagenturen die internationale öffentliche Meinung gegen die Entführung des FIAT-Präsidenten durch ein Kommando der ERP aufzubringen, versche schweigen aber, daß zwischen 1960 und 1970 über 16 000 politische und gewerkschaftliche Mi litanten die Gefängnisser der Diktatur kennenlernten, daß in der gleichen Zeit etwa 1000 Exekutionen ohne Gerichtsurteil von den Todesgeschwadern und den inoffiziellen Polizeibanden durchgeführt wurden, und daß noch heute Hunderte von politischen Häftlingen unter un: menschlichen Bedingungen in den Kerkern der Diktatur sitzen, zumindest die, die das Glück hatten, die höllischen Foltersitzungen zu überstehen. Die Folter nach dem Vorbild des Nachbarlandes Brasilien ist zur Institution erhoben worden. Die Frist, nach der Häftlinge der Justiz vorgeführt werden müssen, beträgt jetzt acht Tage: solange dauert es, bis die Spuren der elektrischen Foltermaschine vernarbt sind...
(Hugo Alcantera. Aus ROUGE Nr. Nr. vom vom April 1972)
S. 8 INPREKORR 15.4.72